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krisis

Beiträge zur Kritik der Warengesellschaft

24.05.2013 Beitrag drucken

Die etwas andere Normalisierung

Der Teheraner Frühling und die Krise des warenproduzierenden Weltsystems

erschienen in: krisis 33 (2010)
Ernst Lohoff

1.

Als in den Städten Irans im Juni 2009 Hunderttausende auf die Straße gingen und den Schlägertrupps Khameneis und Ahmadinedschads die Stirn boten, war es keine Frage, welche Seite in diesem Konflikt Sympathie und Unterstützung verdient. Wer den Gedanken der Emanzipation nicht für einen Anachronismus hält, konnte nur mit den Demonstranten und Demonstrantinnen mitfiebern. Dass sich angesichts der Manipulationen bei den iranischen Präsidentschaftswahlen nach Jahren der politischen Resignation und des Rückzugs ins Private breiter Widerstand formierte, war für sich allein schon ein Hoffnungszeichen. Und auch die Niederschlagung der Proteste hatte weit über das Land hinaus Signalwirkung. Weiterlesen »

23.05.2013 Beitrag drucken

Die Anatomie der Charaktermaske

Kritische Anmerkungen zu Franz Schandls Aufsatz „Maske und Charakter“

erschienen in: Krisis 32 (2008)
Ernst Lohoff

1.

Theorie bildet zwar eine eigene, vom übrigen gesellschaftlichen Zusammenhang gesonderte Sphäre, bei dieser Trennung handelt es sich aber natürlich um keine absolute. Theoriebildung hinterlässt im außertheoretischen Bezugsfeld Spuren, auch wenn diese nicht unbedingt immer den Vorstellungen und Wünschen der Protagonisten entsprechen mögen. Dass immer wieder Begriffe, die ihren Ursprung in der Welt von Philosophie und Theorie haben, auf Kosten ihres einstigen präzisen Sinns in den allgemeinen Sprachgebrauch einsickern, dokumentiert beides zugleich: die Existenz einer scharfen Scheidelinie und ihre partielle Durchlässigkeit. Weiterlesen »

23.05.2013 Beitrag drucken

Finale des Universalismus

Der Islamismus als Fundamentalismus der modernen Form

erschienen in: Krisis 32 (2008)
Karl-Heinz Lewed

„Die westlichen Werte sind westliche Werte,
die islamischen Werte sind universelle Werte.“
Mohamad Mahatir, malaysischer Ex-Premier

Auf die Bedrohung durch den islamistischen Terror, insbesondere seit den Anschlägen auf das World Trade Center, hat der Westen in doppelter Weise reagiert: politisch-praktisch durch selektive Vernichtungsfeldzüge in Afghanistan und Irak und ideologisch-ideell durch den Mythos vom „Kampf der Kulturen“ (Huntington) und den Fundamentalismus „westlicher Werte“. Weiterlesen »

23.05.2013 Beitrag drucken

Was ist neu am neuen Antisemitismus?

erschienen in: Krisis 32 (2008)

Claudia Globisch1

In der Bundesrepublik sind antisemitische Äußerungen in Positionen von links und rechts sowie im demokratischen und islamistischen Spektrum beobachtbar (vgl. Holz 2005; Haury 2004 und 2005). Allein die in öffentlichen Debatten häufig formulierte Forderung, man müsse Israel auch kritisieren dürfen, ohne dabei als Antisemit bezeichnet zu werden, lässt fragen, auf welches “Verbot” sich ein solcher Rechtfertigungsdiskurs stützt und welchen Begriff des Antisemitismus er impliziert.
Nicht selten weisen solche von Detlev Claussen als “Ja, aber-Antisemitismus”2 bezeichneten Aussagen selbst auf eine antisemitische Begründungsstruktur hin (Claussen 2005: VIII). Weiterlesen »

22.05.2013 Beitrag drucken

Der Wert des Wissens

Grundlagen einer Politischen Ökonomie des Informationskapitalismus

erschienen in: Krisis 31 (2007)

Ernst Lohoff

„Der Begriff des Wertes im ökonomischen Sinne als Tauschwert lässt sich
nur auf Waren anwenden, das heißt auf Güter und für Dienstleistungen,
die im Hinblick auf ihren Tausch produziert wurden. Was nicht durch
menschliche Arbeit produziert ist sowie a fortiori was nicht
produzierbar oder nicht tauschbar oder nicht für den Tausch bestimmt
ist, hat keinen ökonomischen Wert. Das gilt … ebenso für
Allgemeingüter die, wie etwa überliefertes Kulturgut, weder geteilt
noch gegen andere ausgetauscht werden können. … (Sie) können
allerdings beschlagnahmt werden. Es genügt, ihre Zugangsmöglichkeiten
zu privatisieren, um Zugangsrechte erheben zu können. Auf diese Weise
werden Allgemeingüter in Scheinwaren verwandelt, die den Verkäufern der
Zugangsrechte eine Rente verschaffen.“1

1.

Im Gegensatz zu anderen Gesellschaftsformationen wälzt die kapitalistische Gesellschaft die stoffliche Reichtumsproduktion rastlos um. Weiterlesen »

22.05.2013 Beitrag drucken

Ohne festen Punkt

Befreiung jenseits des Subjekts

erschienen in: Krisis 30 (2006)
Ernst Lohoff

1.

Wie sie es auch dreht und wendet, von einer theoriefremden, weil theoretisch unableitbaren Voraussetzung kommt gesellschaftskritische Theorie nie los. Indem sie sich überhaupt zu Wort meldet, bringt sie stets die Möglichkeit einer radikal anderen als der herrschenden gesellschaftlichen Praxis ins Spiel. Solange Gesellschaftstheorie sich affirmativ auf die herrschenden Verhältnisse bezieht, siedelt sie alle gesellschaftliche Praxis in einem gemeinsamen Bezugssystem an; sobald sie gesellschaftskritisch argumentieren will, muss sie dagegen unterstellen, dass auch eine qualitativ ganz andere, befreiende und befreite Praxis denkbar wäre, und zwar unabhängig davon, wie konkret oder vage ihr Bild von der emanzipatorischen Gegenpraxis ausfällt und wie sie deren Spielräume und reale Umsetzbarkeit einschätzt. Weiterlesen »

21.05.2013 Beitrag drucken

Kampf ohne Klassen

Warum das Proletariat im kapitalistischen Krisenprozess nicht wiederaufersteht

erschienen in: Krisis 30 (2006)
Norbert Trenkle

Vom Klassenkampf zur Deklassierung

Während auch in den ehemaligen Gewinnerländern des Weltmarkts die Prekarisierung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse fortschreitet und immer größere Teile der Bevölkerung erfasst, hat die Rede von einer Rückkehr der Klassengesellschaft und des Klassenkampfes Konjunktur. Angesichts der rapide wachsenden sozialen Polarisierung mag diese zunächst plausibel erscheinen. Doch wie so oft, trägt der Rückgriff auf die Deutungs- und Erklärungsmuster der Vergangenheit nicht etwa zur Klärung, sondern nur zur Verwirrung bei. Weiterlesen »

20.05.2013 Beitrag drucken

Veranstaltung: Die große Entwertung

Vortrag und Diskussion mit Norbert Trenkle

Dienstag, 21.Mai um 19:30 Uhr, Trier, Mehrgenerationenhaus, Balduinstrasse 6

Warum Spekulation und Staatsverschuldung nicht die Ursache der Krise sind

Die öffentliche Debatte über die anhaltende Wirtschafts- und Finanzkrise zeichnet sich durch allgemeine Verwirrung aus: Der Volkszorn von links bis rechts macht wahlweise die »gierigen Banker« oder die »faulen Südländer« verantwortlich; Weiterlesen »

20.05.2013 Beitrag drucken

Zinsen, Zocker, Zionisten: Die ganze Welt am Gängelband? anti-capitalism revisited

Vortrag und Workshop von und mit Lothar Galow-Bergemann

Freitag, 24 Mai 2013, Simmersfeld, Nordschwarzwald
action, mond & sterne-camp

Geht es gegen „Banken, Heuschrecken und Spekulanten“, befinden sich
vermeintlich radikale Kapitalismuskritiker_innen häufig in trauter
Eintracht mit Finanzminister, Fernseher und Frau Meier. Weiterlesen »

30.04.2013 Beitrag drucken

Premiere des Films “Frohes Schaffen” mit Diskussionsrunde

Donnerstag, 2. Mai, 19:00 Uhr:

Nürnberg-Premiere mit Diskussionsrunde
Teilnehmer: Norbert Trenkle (Schriftsteller und Protagonist aus dem Film), Rudi Lutz (IG Metall), Matthias Dilthey (Initiative Grundeinkommen), Leira Tirado (Asta-Sprecherin Nürnberg)

Arbeit ist Sicherheit, Selbstbestätigung, Existenzberechtigung. Sie ist eine Sucht, ein Fetisch, ein Mantra, das uns tagtäglich umgibt. In Zeiten von Wirtschaftskrise und rasantem Arbeitsplatzabbau hinterfragt FROHES SCHAFFEN diesen „heiligen“ Lebenssinn der Arbeit. Weiterlesen »