31.12.2005 

Entsorgung nach Art des Hauses


Zur Verharmlosung antisemitischer Tendenzen durch den wissenschaftlichen Beirat von Attac-Deutschland

Jan 2005

Von Norbert Trenkle

Es hat lange gedauert, bis Attac Deutschland die Kritik an antisemitischen Tendenzen in den eigenen Reihen ernst genommen hat. Nach diversen Interventionen von innen wie von außen kam nun endlich eine Debatte darüber in Gang, die auch bitter notwendig war. Denn es ist zwar Denunziation der übelsten Sorte, Attac insgesamt des Antisemitismus zu bezichtigen oder gar von der globalisierungskritischen Bewegung als einer „antisemitischen Internationale“ zu sprechen wie im Umfeld des „antideutschen“ Sektenwesens, doch lässt sich auch nicht leugnen, dass innerhalb von Attac Positionen vertreten werden, die als antisemitisch bezeichnet werden müssen oder die mindestens eine unheimliche Nähe zum Antisemitismus aufweisen. Das gilt vor allem für die „antiimperialistischen“ und „antizionistischen“ Strömungen, wie sie konzentriert in der berüchtigten AG Globalisierung und Krieg vertreten sind, die u.a. zum Boykott israelischer Warenimporte aufrief, den palästinensischen Terror als legitimen Widerstand gegen ein angeblich faschistisches Regime feiert und mit Islamisten paktiert. Weit darüber hinaus gibt es aber auch eine breite Grauzone von Positionen und Argumentationsmustern, die ihrer ideologischen Struktur nach mit dem antisemitischen Wahn kompatibel sind und die daher auch jederzeit in eben diesen umkippen können.

Nach der Erklärung „Grenzen der Offenheit. Eine Klarstellung“ vom Dezember 2002 hat nun im vergangenen Juni der wissenschaftliche Beirat von Attac Deutschland einen Reader herausgegeben, der den Anspruch erhebt, sich grundsätzlich damit auseinander zu setzen. Die Autoren halten es, so Peter Wahl in der Vorbemerkung, „für eine permanente Aufgabe, an einer ‚Erziehung nach Auschwitz’ mitzuwirken, die Antisemitismus auch in scheinbar harmloseren und Vorläuferformen für immer unmöglich macht“ (S. 4). Doch das bleibt – um es gleich vorweg zu nehmen – bloß proklamierter Anspruch, dem der Reader nicht annähernd gerecht wird. Mit Ausnahme eines einzigen Beitrags (dem von Heinz Düx, der allerdings seinerseits einen sehr selektiven Blick auf die Nachkriegslinke wirft) spricht aus allen Texten ein ungeheurer Drang, die antisemitischen Tendenzen herunterzuspielen, unsichtbar zu machen und zu leugnen. Das gilt sowohl hinsichtlich konkreter Vorkommnisse als auch auf ideologischer und theoretischer Ebene. Es scheint ganz so, als hätte sich der Wissenschaftliche Beirat nur deshalb auf die Auseinandersetzung eingelassen, weil der Druck von außen zu stark wurde und die eigene Reputation auf dem Spiel steht. Im Grunde hält er die Vorwürfe für vollkommen haltlos und sieht darin nur einen Versuch, den Antikapitalismus als Ganzes zu diskreditieren. Nun spielt dieses Motiv zweifellos eine wichtige Rolle im bürgerlichen Feuilleton und bei anderen Kulturkämpfern der westlichen Werte, die seit zwei bis drei Jahren den Antisemitismusvorwurf auf höchst unappetitliche Weise instrumentalisieren, um die globale Warengesellschaft gegen jede grundsätzliche Kritik zu immunisieren. Dennoch treffen sie durchaus etwas Richtiges, denn die traditionelle Kapitalismuskritik ist keinesfalls so unvereinbar mit dem Antisemitismus wie es ihre Verteidiger gerne hätten.

Wo sind die „Grenzen der Offenheit“?

Vor dieser Einsicht schrecken die Autoren des Readers jedoch zurück wie der Teufel vor dem Weihwasser. Ihrer Ansicht nach schließen sich linke Kapitalismuskritik (und damit meinen sie immer die traditionelle linke Kapitalismuskritik) und Antisemitismus auf einer prinzipiellen Ebene aus. Allenfalls könne es antisemitische Einstellungen bei Linken als Einzelpersonen geben: „Antisemitismus bei Linken, den es als individuelles Verhalten gewiss gab und auch heute – vermutlich geringer – noch gibt, ist etwas anderes als linker Antisemitismus“ (Wahl, S. 9). Damit ist das Problem gleich im Voraus entsorgt. Wer links ist, kann eigentlich gar nicht antisemitisch sein, und falls es doch einmal vorkommen sollte, handelt es sich um bedauerliche Einzelfälle, die selbstverständlich mit dem eigenen traditionell-linken Weltbild in keinem inneren Zusammenhang stehen. Alles andere sind Missverständnisse und Unterstellungen, gegen die man sich verwahren muss. Im Prinzip genügt daher eine formelle Distanzierung von den betreffenden „Vorfällen“, die schlimmstenfalls auch mal zum Ausschluss bestimmter Personen führen können. Aber selbst in dieser Hinsicht ist man ziemlich großzügig in der Auslegung, weil nun einmal nicht sein kann, was nicht sein darf. Lediglich zwei (!) Fälle hat es laut Peter Wahl bei Attac Deutschland seit seinem Bestehen gegeben, in denen „bei einzelnen Personen manifeste Formen von Antisemitismus“ aufgetreten sind, sodass „unverzüglich die Trennung vollzogen“ wurde (S. 6 und Endnote 10).

Es fällt dem alten Bewegungspolitiker offenbar gar nicht auf, dass er mit dieser „Erfolgsmeldung“ auf peinliche Weise enthüllt, wie bei Attac bisher mit antisemitischen Tendenzen umgegangen wurde: Abstrakte Verurteilung auf der Ebene der Verlautbarungen und Wegschauen, wo es zum Treffen kommt. Genau diese Umgangsweise reproduziert freilich auch der vorliegende Reader. Immer dort, wo die erklärte Absicht, den Antisemitismus konsequent zu bekämpfen, konkret eingelöst werden müsste, winden sich die Autoren um jede klare Stellungnahme herum. So kommentiert etwa Peter Wahl die Veranstaltungstour der AG Globalisierung und Krieg im Herbst 2003, bei der u.a. die israelische Regierung als faschistisch bezeichnet und die Massaker in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Shatila in Beirut 1982 mit der Vernichtungspolitik der Nazis im Warschauer Ghetto verglichen wurden, hier seien „ahistorische Vergleiche“ gezogen worden, „die in der Tat als Relativierung der Naziverbrechen interpretiert werden könnten“ (Konjunktiv!). Außerdem seien auf der Tour „undifferenzierte und polemische Aussagen“ gefallen. Sogleich beruhigt Wahl sich und seine Leser aber: „Inzwischen hat die AG selbstkritisch mangelnde Sensibilität gegenüber dem historischen Kontext ihrer Äußerungen eingeräumt. Ein Aufruf zum Boykott von Waren aus den besetzten Gebieten … wurde wieder zurückgezogen“ (Wahl, S. 9). Also selbst hier, wo die Grenze zum sekundären Antisemitismus schon eindeutig überschritten wurde, will Wahl nichts als gesehen haben außer „Undifferenziertheit“, „Ahistorizität“ und „mangelnde Sensibilität“. Wo bitte fangen denn dann die „Grenzen der Offenheit“ an, die angeblich mit der Erklärung vom Dezember 2002 gezogen wurden? Muss also erst jemand von der „Weltherrschaft der Juden“ sprechen, damit er in Wahls Augen untragbar für Attac ist? Oder genügt es vielleicht auch dann noch, sich für mangelnde Sensibilität gegenüber dem historischen Kontext zu entschuldigen und sich fortan etwas zurückhaltender zu äußern?

Es ist aber nicht nur Peter Wahl, der von der Kritik am Antisemitismus spricht und seine Verdrängung betreibt. Auch Thomas Sablowski rennt mit dem Nebelwerfer durch die Gegend. Zwar sagt er immerhin, es sei inakzeptabel, „Vergleiche zwischen der Politik Israels in den besetzten Gebieten und anderen Phänomenen, insbesondere Vergleiche mit dem Nationalsozialismus“ zu ziehen (S. 21), doch im Anschluss an diese ziemlich gewundene Aussage vergisst er nicht entschuldigend zu erwähnen, dass diese Vergleiche auf der Veranstaltungstour ja nur von „ausländischen ReferentInnen“ (ebd.) gezogen wurden. Dabei ist es ein offenes Geheimnis, dass die Vertreter der AG GlobuK sich ganz bewusst hinter ihren nicht-deutschen Referenten verstecken, nach dem Motto: Ihr dürft aussprechen, was uns als Deutschen leider versagt ist (in Mailinglisten und Gesprächen wird das auch ganz offen zugegeben). So funktioniert „Vergangenheitsbewältigung“ in Deutschland. Grundsätzlich weisen Wahl und Sablowski zwar auch auf dieses Phänomen hin (Schuldabwehr etc.), wenn sie die verschiedenen Varianten des Antisemitismus durchdeklinieren. Wo es aber virulent wird, wollen sie mal wieder nichts gesehen haben.

Ähnlich relativierend verfährt Sablowski in der Auseinandersetzung mit einem Plakat, das auf dem Attac-Ratschlag in Aachen im Jahr 2003 herumstand. Es zeigt einen blonden Arbeiter vor einem Kapitalisten stehend, der auf einem Geldsack sitzt, und ist mit dem Untertitel versehen: „Zinsen bedienen Kapital.“ Wir finden hier also nicht nur den klassisch antisemitischen Affekt gegen die „Zinsknechtschaft“, sondern zugleich wird auch noch dem Arbeiter ein „arisches“ Merkmal zugeschrieben. Sablowski aber wehrt die (in diesem Fall durchaus berechtigte) Kritik des ZEIT-Autors Toralf Staud mit Händen und Füßen ab: „Die gelb gemalten Haare des Arbeiters auf der Karikatur mögen als ‚hellblond’ interpretiert werden, aber ist jeder blonde ein ‚arisch aussehender’ Arbeiter? Die Darstellung der Bildunterschrift liest Staud als Anprangerung der ‚Zinsknechtschaft der Lohnabhängigen’. Aber ist die Karikatur wirklich antisemitisch, oder könnte man sie nicht auch wohlwollend als kapitalismuskritisch interpretieren?“ (S. 14).

Hier stellt sich Sablowski in seinem „Wohlwollen“ nun wirklich blind und taub. Es mag ja sein, dass denjenigen, die das Plakat gemalt und aufgestellt haben, tatsächlich die eindeutige antisemitische Symbolik nicht bewusst war. Vielleicht hat ein kollektives Unbewusstes aus ihnen gesprochen und sie haben es wirklich nicht realisiert. Aber das macht ihr Handeln nicht weniger real und nicht weniger gefährlich, und daher muss es ohne jede Relativierung benannt werden. Das heißt nicht, sie sogleich als Antisemiten zu identifizieren und abzustempeln. Nicht jeder, der unbewusst antisemitisch Geprägtes äußert, ist Antisemit. Dennoch ist er für das Geäußerte verantwortlich zu machen; dieses muss ernst genommen werden, als das, was es ist. Sablowski jedoch tut das Gegenteil. Er wehrt ab und kehrt unter den Teppich, wo schonungslose Kritik gefordert wäre. Er macht nicht den Unterschied auf zwischen bestimmten Personen und Gruppen, die möglicherweise (oder vielmehr unmöglicherweise) tatsächlich nicht wussten, was sie da tun, und dem, was getan, also geschrieben und gemalt, wurde. Vielmehr leugnet er, dass überhaupt etwas vorgefallen sein soll. Anstatt die Betreffenden und Attac als Ganzes mit den antisemitischen Äußerungen zu konfrontieren, präsentiert er die Entschuldigungen und Entlastungsargumente auf dem Servierteller. Keine Spur von der hochtrabend angekündigten Mitwirkung an der „Erziehung nach Auschwitz“.

Banalisierung durch Enthistorisierung

Dieses Muster der Verdrängung und Relativierung reproduziert sich auch auf der Ebene der theoretischen Auseinandersetzung. Im Vordergrund steht dabei das Bestreben, jeden inneren Zusammenhang mit der traditionellen Kapitalismuskritik zu leugnen, um so das eigene Weltbild noch einmal zu retten. Zu diesem Zweck legt Sablowski (nicht anders als Wahl) zunächst einen Begriff des Antisemitismus zugrunde, der so diffus ist, dass er jederzeit nach Belieben wegdefiniert werden kann, und der vor allem nicht spezifisch für den Kapitalismus ist. So schreibt er zwar, der Antisemitismus könne „als eine reaktionäre Form eines spontanen Antikapitalismus begriffen werden (S. 16f.), doch diese Aussage, wird etwas weiter unten sofort wieder banalisiert. Dort heißt es: „Die Widersprüche und Verwerfungen der sozialen Verhältnisse werden den Juden angelastet, die als Sündenböcke herhalten müssen“ (S. 17). Damit streicht Sablowski aber das durch, was als das Wesensmerkmal des modernen Antisemitismus gelten kann. Das Muster des Sündenbocks, also dass Einzelne oder bestimmte Gruppen stellvertretend für ein Übel verantwortlich gemacht und bestraft oder verfolgt werden, hat es in vielen (vielleicht in allen) Gesellschaften gegeben. Der moderne Antisemitismus jedoch ist weit mehr als das. Er stellt eine Form wahnhafter Welterklärung dar, mit der die Bedrohlichkeit und abstrakte Unfassbarkeit der Warengesellschaft auf projektive Weise verarbeitet wird.

Der entfesselte Selbstlauf einer Gesellschaft, die sich in ihrer grundlegenden Dynamik außerhalb jeglicher menschlichen Kontrolle und Einflussnahme bewegt, erzeugt nicht nur Angst, sondern auch entsprechende Formen ihrer Verarbeitung. Und dazu gehört ganz wesentlich, diese Unkontrollierbarkeit zu leugnen. Was real verrückt ist, soll nicht sein dürfen. Deshalb reimt sich das bürgerliche Bewusstsein ein Bild zusammen, wonach „hinter“ dem gesellschaftlichen Selbstlauf „irgendwer“ steht, der die Fäden zieht. Insofern sind Verschwörungstheorien, anders als Wahl (S. 8) es behauptet, ganz spezifische Produkte der kapitalistischen Gesellschaft. Dass die „Strippenzieher“ fast automatisch mit „den Juden“ identifiziert werden, lässt sich zwar nicht logisch ableiten, sondern nur aus der abendländischen Geschichte erklären (vgl. Postone, S. 69), doch ist diese so eng mit der Herausbildung des Kapitalismus als gesellschaftlichem System verknüpft, dass sich der Antisemitismus zur Mutter aller Verschwörungstheorien verdichtet und ins gesellschaftliche Unbewusste abgesenkt hat.

Es ist typisch für die Banalisierung durch Enthistorisierung, dass Wahl diesen Zusammenhang nicht sehen will und stattdessen die Verschwörungstheorien zu einem überhistorischen Phänomen erklärt, die er mit dem „alttestamentarischen Bild des Sündenbocks“ oder gar dem „Konzept des Teufels“ (S.8) auf eine Ebene stellt. Durch solches Auslöschen der historischen Spezifik geht jegliche analytische Trennschärfe verloren, und es bleibt ein allgemeines Menschheitsproblem übrig. Doch „die Juden“ müssen in den antisemitischen Wahnvorstellungen nicht einfach nur als „Sündenböcke“ für bestimmte negative Erscheinungen und Folgen des Kapitalismus herhalten, vielmehr werden sie unmittelbar mit diesem identifiziert. Dem Antisemitismus zufolge sind sie gewissermaßen „der Kapitalismus“. Denn sie erscheinen als die unheimliche Übermacht, die die Welt nach ihrem Gutdünken lenkt. Das unterscheidet ihn grundsätzlich von allen anderen Formen des Rassismus und der Schuldprojektion (auch wenn er trotzdem bestimmte Merkmale mit diesen gemeinsam hat).

Deshalb hat Moishe Postone in seinem klassischen Aufsatz aus dem Jahr 1979 (der sich auch im Anhang des Readers findet) den modernen Antisemitismus völlig zu Recht als fetischistischen „Antikapitalismus“ analysiert. Postone setzt in diesem Zusammenhang wohlgemerkt das Wort „Antikapitalismus“ immer in Anführungsstriche, um deutlich zu machen, dass dieser eigentlich keiner ist. Vielmehr handelt es sich um eine bestimmte ideologische Verarbeitung der kapitalistischen Widersprüche, die nicht nur immanent bleibt, sondern einen kollektiv-pathologischen Charakter trägt. Der moderne Antisemitismus ist eine Form wahnhafter Angstprojektion, die sich in „den Juden“ ein Objekt konstruiert hat, das für diese Angst verantwortlich gemacht und daher vernichtet werden soll. Genau das liegt seiner ungeheuren Triebkraft und gefährlichen Energie zugrunde und genau daher trägt jeder Antisemitismus letztlich eliminatorische Züge. Wahl wird dem nicht annähernd gerecht, wenn er in den Verschwörungstheorien „zunächst nur naive Deutungen einer undurchschauten Wirklichkeit“ sehen will, die zum „Gegenstand aufklärerischer Kritik“ (S. 8) gemacht werden sollten. Hier artikuliert er selbst eine ziemlich naive rationalistische Weltsicht, die unfähig ist, den wahnhaften Charakter der antisemitischen „Welterklärung“ zu begreifen.

Die „Logik“ des antisemitischen Wahns

Auch Wahnvorstellungen besitzen eine innere Logik, wenn sie auch freilich nicht darin aufgehen. Der Antisemitismus lässt sich, wie Postone gezeigt hat, als fetischistischer Reflex auf die dynamisch-widersprüchliche Basisstruktur der kapitalistischen Gesellschaft beschreiben. Deren Gesamtzusammenhang wird auseinander gerissen, alles Negative und Bedrohliche seiner abstrakten Seite zugeschrieben und diese ihrerseits personalisiert und mit „den Juden“ oder „dem internationalen Judentum“ identifiziert. In Postones Worten: „Diese Form des ‚Antikapitalismus’ beruht also auf dem einseitigen Angriff auf das Abstrakte. Abstraktes und Konkretes werden nicht in ihrer Einheit als begründende Teile einer Antinomie verstanden, für die gilt, dass die wirkliche Überwindung des Abstrakten – der Wertseite – die geschichtlich-praktische Aufhebung des Gegensatzes selbst sowie jeder seiner Seiten einschließt. Statt dessen findet sich lediglich der einseitige Angriff gegen die abstrakte Vernunft, das abstrakte Recht und, auf anderer Ebene, gegen das Geld- und Finanzkapital. So gesehen entspricht dieses Denken seiner komplementären liberalen Position in antinomischer Weise: Im Liberalismus bleibt die Herrschaft des Abstrakten unbefragt; eine Unterscheidung zwischen positiver und kritischer Vernunft wird nicht getroffen. Der ‚antikapitalistische’ Angriff bleibt jedoch nicht bei der Attacke auf das Abstrakte als Abstraktem stehen. Selbst die abstrakte Seite erscheint vergegenständlicht. Auf der Ebene des Kapitalfetischs wird nicht nur die konkrete Seite naturalisiert und biologisiert, sondern auch die erscheinende abstrakte Seite, die nun in Gestalt des Juden wahrgenommen wird. So wird der Gegensatz von stofflich Konkretem und Abstraktem zum rassischen Gegensatz von Arier und Jude. Der moderne Antisemitismus besteht in der Biologisierung des Kapitalismus – der selbst nur unter der Form des erscheinenden Abstrakten verstanden wird – als internationales Judentum“ (Postone, S. 69).1

Nun sagt zwar auch Sablowski: „Die unverstandene Dynamik der kapitalistischen Produktionsweise, all ihre negativen Merkmale werden den Juden angelastet“ (S. 17). Doch damit meint es etwas ganz anderes. Ihm zufolge ist nämlich die Verwandlung der gesellschaftlichen Beziehungen in „gesellschaftliche Verhältnisse der Sachen“ (Marx, MEW 23, S. 87), die den Menschen als fremde Macht gegenübertreten und ihnen ihre Zwangsgesetze aufherrschen, purer Schein. Dahinter verbirgt sich – wie Sablowski ganz im Sinne des traditionellen Marxismus feststellt – das eigentliche Wesensmerkmal des Kapitalismus: die Klassenherrschaft. Das zu enthüllen sei angeblich die Intention der „Marxschen Analyse des Fetischismus“. Diese könne nämlich „so verstanden werden, dass die Mechanismen der kapitalistischen Produktionsweise zwar als ‚Sachzwänge’ erscheinen, dass sie aber als Herrschaft einer Klasse zu dechiffrieren sind“ (S. 18).

Die Marxsche Fetischkritik wird so gerade auf den Kopf gestellt. Vollkommen konträr zu Sablowskis Lesart insistiert sie nämlich auf dem spezifisch abstrakten, unpersönlichen Charakter kapitalistischer Herrschaft, die sich über abstrakte Arbeit und Warenproduktion vermittelt. Natürlich existiert diese Herrschaft nicht jenseits der Menschen. Sie wirkt durch sie hindurch. Aber sie ist nicht das Produkt ihres Willens, sondern ihres Handelns als Warensubjekte, das diese Herrschaft zugleich konstituiert und von ihr konstituiert wird. Alle direkten Herrschaftsbeziehungen, Hierarchien und Ausschlüsse ergeben sich aus dieser Basisstruktur der Warengesellschaft, liegen ihr also nicht zugrunde, sondern müssen umgekehrt aus ihr heraus erklärt werden. Dieser arationale (d.h. bewusst- und vernunftlose) Zusammenhang ist in der Tat nicht nur schwer zu begreifen, sondern hat etwas sehr Unheimliches an sich. Er kommt über die Menschen wie das Schicksal in der griechischen Tragödie. Daher produziert er auch geradezu zwangsläufig seine ganz eigenen, säkularisierten Mythologien. An die Stelle der Götter, die über das Wohl und Wehe der Menschen bestimmen, sind mächtige Personengruppen getreten, deren Namen und Adressen im Zweifelsfall genannt werden können.

Auch Sablowski strickt an einer solchen Mythologie. Er kann nichts dabei finden, die kapitalistischen Verhältnisse zu personalisieren. Es komme nur darauf an, die „Richtigen“ zu benennen: „Was die ‚Personalisierung’ angeht, so muss also unterschieden werden zwischen der richtigen Benennung von Akteuren, die die Träger bestimmter sozialer Verhältnisse auch als solche identifiziert, und einer falschen Benennung, die die Verantwortung für bestimmte Phänomene unberechtigterweise bestimmten Individuen oder sozialen Gruppen in die Schuhe schiebt, sie also als Sündenböcke benutzt, wie dies im Antisemitismus der Fall ist“ (S. 18). Sablowski merkt offenbar gar nicht, wie er damit genau jene ideologische Struktur reproduziert, die auch dem Antisemitismus zugrunde liegt. Anstatt die Verrücktheit eines Gesellschaftszusammenhangs anzuprangern, der den Menschen gegenüber ein Eigenleben führt und ihnen seine Zwangsgesetze aufherrscht, „entlarvt“ er dies als bloße Fassade, hinter der in Wirklichkeit eine bestimmte Personengruppe die Fäden ziehen soll.

Unscharfe Grenzen

Natürlich ist es nicht dasselbe, ob diese Gruppe als „die Juden“ oder als „die Kapitalistenklasse“ identifiziert wird. Im ersten Fall handelt es sich um eine reine Wahnvorstellung. Im zweiten bezieht sich die Personalisierung auf real existierende Herrschaftsbeziehungen. Statt aber diese Herrschaftsbeziehungen innerhalb des von Warenproduktion und Wert konstituierten Rahmens abstrakter Herrschaft und unpersönlichen Zwangs zu verorten, wird dieser Rahmen geleugnet und die „Klassenherrschaft“ erscheint als in sich selbst begründet. Daher ist aus dieser Perspektive auch die Aufhebung des Kapitalismus identisch mit dem Sturz der „herrschenden Klasse“ und der Eroberung der Machtzentralen. So gesehen ist der Unterschied zum antisemitischen Wahn zwar erheblich. Doch auf einer grundsätzlicheren Ebene sind die beiden Weltdeutungen insofern identisch, als sie beide den bewusstlosen Vermittlungszusammenhang der Warengesellschaft auf persönliche Herrschaft zurückführen.2 Aus diesem Grund waren die Grenzen zwischen der traditionellen Kapitalismuskritik und dem Antisemitismus schon immer unscharf. In der Aufstiegsperiode des Kapitalismus jedoch, als der Konflikt zwischen Arbeit und Kapital das zentrale Feld gesellschaftlicher Auseinandersetzungen darstellte, auf dem die Arbeiterbewegung ihren Kampf um die Anerkennung der Arbeitskraftverkäufer als gleichberechtigte bürgerliche Subjekte ausfocht, trat dies in den Hintergrund. Das Paradigma der Klassenherrschaft erschien unter diesen Bedingungen ziemlich plausibel und stellte daher eine gewisse Immunisierung gegen den Antisemitismus dar, auch wenn die Arbeiterbewegung nie gänzlich dagegen gefeit war.

Hinzu kam noch ein Weiteres: Die Arbeiterbewegung war ihrem Wesen nach eine Modernisierungsbewegung. Als solche hatte sie einen durchweg positiven Bezug auf die Aufklärung und ihre abstrakte Vernunft und kritisierte von diesem Standpunkt aus den Kapitalismus als unzulänglich. Erst der Sozialismus sollte den historischen Fortschrittsprozess der Vernunft vollenden und dementsprechend die umfassend rationale Gesellschaft sein. Genau spiegelbildlich zu diesem Hyperrationalismus kanalisierte der Antisemitismus hingegen das Unbehagen an der modernen Rationalität, indem er die vorgeblich natürliche und lebenspralle Gemeinschaft der „ehrlich Schaffenden“ und des „Volkes“ gegen die projektive Vorstellung „internationalen Judentums“ in Stellung brachte, das als „wurzellos“, „rationalistisch“, „raffgierig“ etc. imaginiert wurde. Auch in dieser Hinsicht überwogen also die Gegensätze zwischen den beiden konkurrierenden Modellen der Welterklärung – wobei es natürlich auch hier fließende Grenzen gab. 3

Mit dem Auslaufen der kapitalistischen Modernisierung und der Totalisierung der Warenproduktion als gesellschaftlichem System verlieren diese Gegensätze und Differenzen jedoch ihre Trennschärfe. Die ungeheuren Verheerungen des kapitalistischen Selbstlaufs auf allen Ebenen haben nicht nur den emphatischen Glauben an Fortschritt und moderne Rationalität untergraben, sondern lassen sich auch mit dem Paradigma der Klassenherrschaft nicht mehr plausibel erklären. Die traditionelle Linke hat darauf längst reagiert, indem sie den Klassenbegriff bis zur Unkenntlichkeit erweitert, ausdifferenziert und aufgeweicht hat. Was dann allerdings noch übrig bleibt, ist entweder ein so diffuses Konglomerat an unzähligen „Klassenfragmentierungen“ mit sich überkreuzenden Hierarchien (triple oppression etc.), dass man die Kategorie der Klasse eigentlich entsorgen und nach der dahinter stehenden Struktur abstrakter Herrschaft fragen müsste, oder es nähert sich bedenklich dem Konstrukt des „Volkes“ an, das einer kleinen Gruppe von Mächtigen gegenübersteht, die die Welt nach ihrem Gutdünken steuert.

„Ihr seid G8, wir sind 8 Milliarden“ lautete beispielsweise eine Parole auf einer Demonstration gegen den G8-Gipfel. Wer diese „Mächtigen“ sein sollen, wird zwar teilweise empirisch benannt (z.B. Institutionen wie der IWF oder die WTO), doch die Kriterien dafür sind schwankend. Hatte der traditionelle Marxismus den Begriff der herrschenden Klasse noch klar an die Verfügungsgewalt über die Produktionsmittel gebunden, so fehlt eine solche eindeutige theoretische Fundierung heute fast durchgängig im oppositionellen Spektrum. Darin reflektiert sich zum einen das Versagen und der Verfall der traditionell-marxistischen Weltdeutung. Da zum anderen jedoch die Vorstellung personalisierter Herrschaft als solche nicht infrage gestellt wird, öffnet sich damit ein weites Feld für Imaginationen und Weltverschwörungsphantasien jeder Art, das einen geradezu idealen Nährboden für den Antisemitismus darstellt.

Böse Überraschungen

Besonders augenscheinlich wird dies auf der Ebene der Finanzmarktkritik. Natürlich sind nicht all jene gleich Antisemiten, die Jean Ziegler zustimmen, wenn er sagt: „Wir leben in einer Welt des Schreckens, gemacht und beherrscht von einer Horde wild wütender Spekulanten“ (Ziegler 2002, S. 83). Doch diese Aussage ist wirklich nur noch eine Haaresbreite davon entfernt, „die Juden an der Wall Street“, die das gängige Bewusstsein noch immer fast automatisch mit „den Spekulanten“ identifiziert, für alle Schrecken in der Welt verantwortlich zu machen. Vermutlich würde Ziegler eine solche Interpretation weit von sich weisen. Dann jedoch muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er hier ein antisemitisch geprägtes, gesellschaftliches Unbewusstes aus sich sprechen lässt, dessen Implikationen und Konsequenzen er nicht wahrhaben will.

Auch Wahl will diesen Zusammenhang nicht sehen. Strikt verwahrt er sich gegen den Vorwurf, solche Finanzmarktkritik weise eine bedenkliche Nähe zur antisemitischen Anprangerung des „raffenden Kapitals“ auf: „… in der Finanzmarktkritik von Attac taucht keines der für diese Naziargumentation typischen Elemente auf. Kritiker können dementsprechend keinerlei Beweis dafür erbringen“ (S. 8). Soweit die von Attac formulierte Finanzmarktkritik von Antisemiten aufgegriffen werde, würden „Dinge die eigenständig sind, miteinander zu einer Einheit verkoppelt“ (S. 8).4 Diese Abwehr geht freilich ins Leere. Denn natürlich spricht Attac nicht vom „jüdischen Finanzkapital“ oder von einer „jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung“, Beispiele, die Wahl als „typische Elemente“ nennt. Wenn Wahl jedoch nur manifeste antisemitische Äußerungen als „Beweis“ gelten lassen will, stiehlt er sich allzu billig davon. Denn es geht ja um eine innere Verwandtschaft der Argumentationsmuster auf einer grundsätzlichen Ebene, wie sie in Aussagen wie der von Ziegler überdeutlich wird. Wer vor ihr die Augen verschließt, könnte bald eine böse Überraschung erleben, wenn im Zuge einer Verschärfung des kapitalistischen Krisenprozesses der Antisemitismus wieder an Kraft gewinnt – wie es sich längst abzeichnet. Dass die Verfallsformen der traditionellen Kapitalismuskritik dieser Entwicklung bestenfalls hilflos gegenüberstehen werden, beweisen die Texte aus dem Reader.

Literatur:

Moishe Postone: Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft, Freiburg 2003 [1993]

Jean Ziegler: Der Raubtierkapitalismus und seine Folgen – wo ist die Hoffnung?, in: Bernard Cassen, Susan George, Horst-Eberhard Richter, Jean Ziegler u.a.: Eine andere Welt ist möglich, Hamburg 2002

Wissenschaftlicher Beirat von Attac Deutschland (Hrsg.): Globalisierungskritik und Antisemitismus. Zur Antisemitismusdiskussion in Attac, Frankfurt 2004

Aus diesem Reader wurden folgende Texte zitiert:

Attac-Koordinierungskreis: Grenzen der Offenheit. Eine Klarstellung, S. 60 – 61, Dokumentenanhang, [2002]

Alexander Gallas: Ökonomismus und politische Irrewege. Zur Kritik an Moishe Postones Variante marxistischer Antisemitismustheorie, S. 48 – 53

Moishe Postone: Nationalsozialismus und Antisemitismus. Ein theoretischer Versuch, S. 66 – 70, Dokumentenanhang, [1979]

Thomas Sablowski: Fallstricke der Globalisierungskritik? Zur Diskussion über Antisemitismus bei Attac, S. 9 – 23

Peter Wahl: Vorbemerkung, S. 4

Ders.: Zur Antisemitismusdiskussion in und um Attac, S. 5 – 10

Anmerkungen:

1 Die Abwehr von Postones Analyse des Antisemitismus ist eine Art Pflichtübung für die Autoren des Readers. Wahl und Sablowski erledigen dies eher beiläufig. Geradezu unverfroren ist hingegen der Text von Alexander Gallas, einem Haug-Schüler, der seit seiner Magisterarbeit zur Kritik der Wertkritik als eine Art Experte auf diesem Gebiet gehandelt und nun auch in dem Reader in Stellung gebracht wird. Gallas bemüht sich nicht einmal, Postones Position auch nur ansatzweise korrekt wiederzugeben, sondern konstruiert einen kompletten Popanz, den er dann auf billigste Weise destruieren kann. So behauptet er beispielsweise allen Ernstes, Postone beantworte „die Frage nach dem Abstrakten und seinem Entstehungsgrund“ folgendermaßen: „Seiner Auffassung nach ist es Resultat des Umstands, dass im Kapitalismus die Arbeitsteilung über den Markt koordiniert wird und die ‚Bewertung’ konkreter Arbeitsvorgänge im Zuge der Veräußerung des Arbeitsprodukts folglich mit dem Abstrahieren von all ihren konkreten Eigenschaften einhergeht“ (S. 50). Jede auch nur oberflächliche Lektüre von Postones Schriften, insbesondere aber seines Buches (Postone 2003), das Gallas ja auch zitiert, zeigt, dass diese Behauptung schlichter Unfug ist. Was Gallas hier zum Besten gibt, ist bloß eine Karikatur seiner eigenen traditionell marxistischen Sichtweise, der Postone auf Schritt und Tritt ihre Zirkulationsfixiertheit nachweist. Ganz im Gegensatz zu dieser, zeigt Postone vielmehr, dass die Abstraktion ihren Ursprung in der spezifischen Funktion der Arbeit im Kapitalismus als bewusstlose, selbstbezügliche gesellschaftliche Vermittlungsinstanz hat. Hieraus erklärt sich auch der Doppelcharakter der Arbeit als abstrakte und konkrete zugleich, aus dem die widersprüchliche Dynamik der Warengesellschaft resultiert. Dass Gallas diese Position nicht teilt, sei dahingestellt. Dass er jedoch nicht einmal in der Lage ist, sie wenigstens angemessen zu referieren, sondern in ihr gerades Gegenteil verkehrt, ist mehr als nur blamabel. Es zeigt, wie sehr der akademische Marxismus, selbst noch gemessen an den eigenen methodischen Standards (wozu ja wohl die richtige Wiedergabe einer kritisierten Position zu zählen ist), auf den Hund gekommen ist. Angesichts dessen verwundert es nicht, dass Gallas mit dem von Postone analysierten Widerspruch zwischen der konkreten und der abstrakten Seite der kapitalistischen Vergesellschaftung und ihrer ideologischen Verarbeitung im Antisemitismus schlechterdings nichts anfangen kann. Was er in seinem Text „kritisiert“, sind nichts als seine eigenen überaus grotesken Missverständnisse und Verdrehungen dieser Analyse. Da hierbei auch „ein brutales Interesse am Stoff“ (Marx) gewaltet haben dürfte, macht es wenig Sinn, dies im Einzelnen nachzuzeichnen.

2 Es ist etwas ganz anderes, wenn beispielsweise ein Ölkonzern dafür verantwortlich gemacht wird, dass er gewaltsam Menschen aus einem Gebiet vertreibt, in dem er Ölquellen ausbeuten will. Auf dieser Ebene kann und muss eine „persönliche“ Verantwortlichkeit eingeklagt werden. Das ist keine Personalisierung. Die beginnt dort, wo versachlichte gesellschaftliche Verhältnisse auf den Willen von Personen oder Personengruppen zurückgeführt werden, wenn also etwa behauptet wird, „die Konzerne“ würden „die Weltherrschaft“ ausüben.

3 Auch der Nationalsozialismus war ja eine Modernisierungsbewegung, wenn auch eine mit antimodernem Selbstverständnis. Umgekehrt beschwor auch die Arbeiterbewegung, insbesondere dort, wo sie wie in der Sowjetunion an die Macht kam, stets auch scheinkonkrete, romantische Kategorien wie die des „Volkes“, der „Nation“ etc.

4 Auch Sablowski rettet sich in eine solche oberflächliche Diskurstheorie, bei der alles kontingent sein soll, um jeden Zusammenhang des Antisemitismus mit dem eigenen Weltbild zu leugnen: „Der Antisemitismus ist eine Anordnung verschiedener ideologischer Elemente, bei der die Feindschaft gegenüber den Juden das Artikulationsprinzip ist. Wie bei jeder Ideologie ergibt sich der konkrete Sinn der einzelnen ideologischen Elemente erst aus ihrer konkreten Verknüpfung“ (S. 17).