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Seminar: Kapital, Krise, kategoriale Kritik (Karlsruhe 5. – 7.4.2019)

Die Karlsruher Gruppe Fetischkritik veranstaltet ein Seminar, auf dem verschiedene wert- und krisentheoretische Fragestellungen diskutiert werden sollen und an dem veschiedene Mitglieder der Gruppe Krisis teilnehmen. Wir laden herzlich dazu ein und veröffentlichen hier die von der Karlsruher Gruppe verfasste Einladung.
Die Krisis-Redaktion

Marx‘ Analyse und ihre Weiterentwicklung in Geld ohne Wert und Die große Entwertung

Am ersten Aprilwochenende von Freitag, den 5.4.2019 bis Sonntag, den 7.4.2019 findet in Karlsruhe ein Seminar zu den in den beiden Büchern von Robert Kurz bzw. Ernst Lohoff/ Norbert Trenkle entwickelten Konzepten statt. Der Sinn eines solchen Seminars besteht darin, die mit den beiden Büchern aufgeworfenen Fragen und die darin entwickelten jeweiligen Konzepte zu diskutieren, die kontroversen Standpunkte zu präzisieren und im besten Fall neue Erkenntnisse zu gewinnen. Dazu sind unseres Erachtens beide Bücher in unterschiedlicher Hinsicht in der Lage. Eine solche Debatte kann und soll zur Klärung der Positionen einer kategorialen Kapitalkritik beitragen.

Das Programm:

  • Freitag, 5.4.2019, 19.00 Uhr – ca. 22 Uhr:
    Der Marxsche Substanzbegriff des Werts

  • Samstag, 6.4.2019, 10.00 Uhr – ca. 13.30 Uhr:
    Metho­dologischer Individualismus und Krisenbegriff bei Marx, Methodendiskussion

  • Samstag, 6.4.2019, 15.00 Uhr – ca. 18.30 Uhr:
    Die qualitative Transformation des fiktiven Kapitals und die Relevanz des Begriffs der Waren zweiter Ordnung

  • Sonntag, 7.4.2019, 10.00 Uhr – 14.00 Uhr:
    Geldtheorie in Geld ohne Wert und Die große Entwertung

Zu jedem Themenkomplex sind maximal drei Beiträge von ca. 20 – 30 Minuten vorgesehen, ohne sklavisches Zeitdiktat versteht sich. Ein Beitrag jeweils einer/eines der Exit bzw. der Krisis nahestenden Vertreter*in sowie gegebenenfalls ein Beitrag der Karlsruher Gruppe. Als Referent*innen haben sich bislang angemeldet Richard Aabromeit von der Dresdner wertabspaltungskritischen Lesegruppe sowie Ernst Lohoff, Norbert Trenkle und Karl Heinz Lewed von der Krisis. Ebenfalls teilnehmen wollte der kürzlich leider verstorbene Bernd Czorny, der mit einem Kritikpapier an Die große Entwertung vor drei Jahren die Debatte maßgeblich angestoßen hatte. Seine Thesen werden in die Seminardiskussion selbstverständlich mit einfließen. Weitere mögliche Referent*innen mögen sich mit uns, respektive der Dresdner Gruppe sowie der Krisis zur inhaltlichen Abstimmung in Verbindung setzen.

Weshalb die getroffene Auswahl  der Themenkomplexe?Zentral in Robert Kurz Geld ohne Wert ist die Kritik des methodologischen Individualismus einerseits hinsichtlich des Logischen und Historischen, entwickelt an der Konstituierung des Kapitalverhältnisses, an der „In-Wert-Setzung“ des Geldes, sowie andererseits am Marxschen Wert- und darauf aufbauend am Krisenbegriff. Entscheidende Grundlage der Debatten ist der Begriff der Wertsubstanz, der am Freitagabend einführend zur Diskussion gestellt wird.

Robert Kurz Kritik am Marxschen Begriff  des individuellen Werts greifen wir am Samstag­vormittag auf, präzisieren diese und erörtern, inwieweit Marx aufgrund seiner -Kurz zufolge- methodologisch individualistischen Vorgehensweise die Tragweite seiner eigenen Erkenntnisse nicht zuletzt hinsichtlich einer präzisen Krisentheorie entgeht.

Den Samstagnachmittag bestimmt die Debatte um die Präzisierung des Marxschen Begriffs des fiktiven Kapitals, entwickelt in Die große Entwertung. In Zusammenhang damit werden die historische Entfaltung des fiktiven Kapitals, der Begriff der Waren zweiter Ordnung, Waren ohne Wert als Ausdruck wachsender Fiktivisierung des Kapitals, sowie der inverse Kapitalismus als letzte Zersetzungsphase des Kapitalverhältnisses erörtert.

Am Sonntagvormittag erfolgt die Diskussion um die Geldtheorie in Geld ohne Wert und die der Krisis, welche, im Artikel Die allgemeine Ware und ihre Mysterien [1]in Krisis 2/2018  erschienen, neben Geld ohne Wert und Die große Entwertung als zusätzliche Lektüre zur Seminarvorbereitung empfohlen wird.

Die geschlechtliche Abspaltung als Konstituens des Kapitalverhältnisses und die damit zusammen­hängende Kritik bürgerlicher Aufklärung und androzentrischer Warensubjektivität findet nicht deshalb auf diesem Seminar kein eigenes Panel, weil sie für unwichtig erachtet würden, sondern weil es im Gegenteil einer eigenen diesbezüglichen Debatte bedarf. Darüber hinaus findet dieser Themen­­komplex weder in Geld ohne Wert noch in Die große Entwertung entscheidende Erwähnung.

In allen Themenbereichen ist eine kontroverse Debatte zu erwarten. Nach jeweils ca. 2 Stunden Diskussion brechen wir ab, halten die Ergebnisse bzw. Standpunkte fest und versuchen, die weitere Debatte -zunächst verschriftlicht- zu vertiefen.

Organisatorisches:

Wir werden versuchen, möglichst viele private Schlafplätze bei Freunden und Genossen zu mobilisieren. Sollten diese nicht ausreichen, muss auf Hotels/Pensionen zurückgegriffen werden. Die Teilnehmer, welche privat unterkommen, könnten möglicherweise einen kleinen Beitrag für die erstatten, welche in Pensionen untergebracht werden müssen. Hinsichtlich Verpflegung werden wir am Samstagmittag sowie am Samstagabend ein Catering organisieren. Getränke stellen wir für die gesamte Konferenz in ausreichender Menge bereit. Nachmittags gibt es Kaffee und Kuchen. Am Freitagabend solltet ihr gesättigt zum Seminar kommen. Um das jeweilige Frühstück kümmert ihr euch auch selbst. Bei Anmeldung teilt uns bitte mit, ob ihr vegetarische bzw. vegane Kost bevorzugt. Und zu guter Letzt möchten wir noch betonen, dass wir die Lektüre der beiden zu diskutierenden Bücher als Anmeldevoraussetzung für das Seminar für selbstverständlich erachten. Eure Anmeldung schickt bitte an folgende Mailadresse:

Fetischkritik-KA{at}outlook.de, {at} in der Mail bitte durch @ ersetzen.

Den Unkostenbeitrag für Catering am Samstag und Getränke für die Tage: 30,- €
könnt ihr im Vorfeld auf folgendes Konto überweisen:

Thorsten Klahn
Postbank Karlsruhe
IBAN: DE76 6601 0075 0391 0407 52

Liebe Grüße aus Karlsruhe

 


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URLs in diesem Beitrag:

[1] Die allgemeine Ware und ihre Mysterien : http://www.krisis.org/2018/krisis218/

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