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krisis

Beiträge zur Kritik der Warengesellschaft

Debatte mit Michael Heinrich zur Krise

31.12.2000 Beitrag drucken

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf


Über Michael Heinrichs Versuch, die Marxsche Krisentheorie unschädlich zu machen

Streifzüge 1/2000

von Norbert Trenkle

Michael Heinrich hat sich in den 90er Jahren den Ruf erworben, ein sehr guter Kenner der Marxschen Wert- und Krisentheorie zu sein. Sein Buch “Die Wissenschaft vom Wert”, das soeben in einer zweiten, erheblich erweiterten Ausgabe erschienen ist, gilt mittlerweile, zumindest in akademischen Kreisen, als einschlägiges Standardwerk. Darüberhinaus dient es auch als Referenz für eine Kritik an den in der Krisis entwickelten wertkritischen und krisentheoretischen Positionen. Dabei hat sich teils explizit, teils implizit eine etwas seltsame Gegenüberstellung eingebürgert. Heinrichs Werk gilt als “fundierte” und “ernsthafte” Auseinandersetzung mit dem Thema; der Krisis-Ansatz hingegen bleibe angeblich “oberflächlich”, theoretisch “indiskutabel” und empirisch völlig unbegründet. Allein der Einfluß, den dieser Ansatz derzeit im gesellschaftskritischen Diskurs hat, rechtfertige, daß man sich überhaupt zu einer Auseinandersetzung mit ihm herablasse.

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31.12.2000 Beitrag drucken

Neues vom Weltuntergang?

Replik zu Norbert Trenkles “Weil nicht sein kann, was nicht sein darf” Über Michael Heinrichs Versuch, die Marxsche Krisentheorie unschädlich zu machen – in Streifzüge 1/2000

Streifzüge 2/2000

von Michael Heinrich

Über gute Argumente und böse Absichten

Als Autor ist man über Besprechungen seiner Arbeiten stets erfreut. Auch wenn sie äußerst kritisch sind, läßt sich aus der Auseinandersetzung doch meistens etwas lernen. Der Artikel von Norbert Trenkle ist nun gleich in doppelter Hinsicht aufschlußreich: er spricht nicht nur inhaltliche Fragen an, die in meinem Buch “Die Wissenschaft vom Wert” behandelt werden, er demonstriert auch eine weitere Facette der für die Krisis-Gruppe typischen Denkweise. In einer Besprechung von Robert Kurz “Schwarzbuch des Kapitalismus” (Konkret 3/2000) hatte ich darauf hingewiesen, daß Kurz trotz heftigster Abgrenzung vom “Arbeiterbewegungsmarxismus” einige von dessen zentralen Elementen reproduziert: so etwa einen technologisch begründeten Geschichtsdeterminismus (Einführung der Mikroelektronik führt zum Zusammenbruch des Kapitalismus) und eine moralische Kapitalismuskritik (der Kapitalismus wird an Zwecken gemessen, die er überhaupt nicht hat, so etwa, wenn das “Scheitern” des Kapitalismus konstatiert wird, insofern er Arbeitslosigkeit und Elend produziert). Trenkles Text läßt ein weiteres Element aus diesem Spektrum erkennen: auf Positionen, die von der eigenen Auffassung abweichen, wird nicht in erster Linie durch inhaltliche Kritik geantwortet, den Abweichlern werden vielmehr finstere Absichten unterstellt, aufgrund deren sie überhaupt ihre abweichenden Positionen vertreten. In der Geschichte der Arbeiterbewegung kennt man dieses Verhalten von autoritär strukturierten kommunistischen Parteien. Noch weit mehr Erfahrung damit hat die katholische Kirche und zumindest an diesem Punkt teilen beide dasselbe Denkmuster. Da sich die Führung von Partei bzw. Kirche nicht nur im Besitz der einzigen Wahrheit glaubt, sondern diese Wahrheit auch noch als eine ganz offensichtliche betrachtet, die jedermann sofort einleuchten müßte, kann Kritik nur zwei Umständen geschuldet sein: entweder der geistigen Unfähigkeit des Kritikers oder seiner bösen Absicht, die Verbreitung der Wahrheit zu verhindern.

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31.12.2000 Beitrag drucken

Im bürgerlichen Himmel der Zirkulation

Ein paar Anmerkungen zu Michael Heinrichs Wert- und Arbeitsbegriff

Streifzüge 3/2000

von Norbert Trenkle

Die Auseinandersetzung Heinrich-Trenkle in den Streifzügen hat nun schon vier Runden durchlaufen und gerät langsam in die Gefahr, zu einem langweiligen Fortsetzungsroman zu werden. Deshalb möchte ich meine bereits angekündigte Kritik am ersten Teil von Heinrichs neuaufgelegtem Buch so kurz wie möglich halten und mich auf einige Bemerkungen zu der dort entwickelten Fassung des Wert- und Arbeitsbegriffs beschränken, mit der die Wissenschaft vom Wert steht und fällt. Auch werde ich auf eine explizite Antwort auf Heinrichs Antikritik in Streifzüge 2/2000 verzichten, zumal ich dabei ohnehin gezwungen wäre, meine hauptsächlichen Einwände gegen seine Krisentheorie (Streifzüge 1/2000) zu wiederholen, auf die er entweder gar nicht oder in nicht gerade überzeugender Weise eingegangen ist; andererseits ist jedoch klar, daß die Antwort auf die Frage, worin die Substanz des Werts besteht, für die Krisentheorie von entscheidender Bedeutung ist.

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31.12.1999 Beitrag drucken

Untergang des Kapitalismus

Die ‚Krisis‘ und die Krise

Streifzüge 1/1999

Überarbeitetes Referat, gehalten an der Universität Wien am 24.Juni 1998 bei der Veranstaltung “Was ist der Wert? Was soll die Krise?”

von Michael Heinrich

In der Vergangenheit hat der Kreis um die Zeitschrift Krisis, dem auch mein Co-Referent Norbert Trenkle angehört, die über den Wert vermittelte Form der Vergesellschaftung als den eigentlichen Ansatzpunkt ihrer Kritik hervorgehoben. Damit unterscheidet sich dieser Kreis positiv von vielen anderen, sich als links verstehenden Gruppen. Wie es sich für eine ordentliche Kontroverse gehört, werde ich mich im Folgenden äußerst kritisch mit Trenkle und der Krisis-Gruppe auseinandersetzen, doch sollte man berücksichtigen, daß dies vor dem Hintergrund solcher Gemeinsamkeiten erfolgt. Das Referat von Norbert Trenkle, auf das ich mich im folgenden beziehe, erschien in Streifzüge 3/1998.

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31.12.1998 Beitrag drucken

Qu’est-ce que la valeur, qu’en est-il de la crise?

Retranscription retravaillée d’un exposé tenu à l’université de Vienne (Autriche) le 24 juin 1998

deutsch: Was ist der Wert, was soll die Krise?

spanisch: ¿Qué es el valor? ¿Qué significa la crisis?

Norbert Trenkle

Le tour d’horizon que je voudrais faire aujourd’hui est très large. Il part du niveau le plus fondamental de la théorie de la valeur, ou plus exactement de la critique de la valeur, c.a.d. au niveau des catégories de base de la société de production de marchandises : travail, valeur, marchandise et argent. Nous parlerons ensuite du niveau auquel appartiennent ces catégories, apparaissant comme des faits et des contraintes objectifs, réifiés et fétichistes, prétendument « naturels ». À ce niveau, celui du prix, du profit, du salaire, de la circulation etc., les contradictions internes et le côté historiquement insoutenable de la société marchande moderne se manifestent ouvertement sous forme de crise. Il est clair qu’ici, dans un temps limité, je ne peux pas livrer plus qu’une esquisse, mais j’espère quand même arriver à rendre compréhensibles les corrélations les plus importantes.

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31.12.1998 Beitrag drucken

¿Qué es el valor? ¿Qué significa la crisis?

A partir de una conferencia sostenida el 24 de junio de 1998 en la Universidad de Viena

deutsch: Was ist der Wert, was soll die Krise?

francais: Qu’est-ce que la valeur, qu’en est-il de la crise?

Norbert Trenkle

El asunto al que me voy a referir es muy amplio. Se extiende desde el plano más elemental de la teoría del valor o, más bien, de la crítica del valor (es decir, desde el plano de las categorías fundamentales de la sociedad productora de mercancías: trabajo, valor, mercancía, dinero) al plano donde estas categorías fundamentales se manifiestan objetivadas y fetichistas, como hechos aparentemente “naturales” y “necesidades objetivas”. En este plano (el plano del precio, el beneficio, sueldo, circulación, etc.) se manifiestan abierta y simultáneamente las contradicciones internas de la sociedad de mercancías moderna; allí se pone en claro su última imposibilidad histórica: en la forma de la crisis. Está claro que sólo podré hacer una aproximación esquemática en el tiempo que se me ha concedido, pero espero conseguir poner en claro las ideas esenciales.

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27.12.1998 Beitrag drucken

Was ist der Wert? Was soll die Krise?

Überarbeitung eines Referates, gehalten am 24. Juni 1998 an der Universität Wien

francais: Qu’est-ce que la valeur, qu’en est-il de la crise?

spanisch: ¿Qué es el valor? ¿Qué significa la crisis?

Norbert Trenkle

Der Bogen, den ich schlagen möchte, ist sehr weit gespannt. Er führt von der allergrundsätzlichsten Ebene der Werttheorie oder vielmehr der Wertkritik – also von der Ebene der Grundkategorien der warenproduzierenden Gesellschaft: Arbeit, Wert, Ware, Geld – zur Ebene, auf der diese Grundkategorien als verdinglichte und fetischistische, als scheinbar “natürliche” Tatsachen und “Sachzwänge” erscheinen. Auf dieser Ebene – der Ebene von Preis, Profit, Lohn, Zirkulation etc. – treten zugleich die inneren Widersprüche der modernen Warengesellschaft offen zutage; dort erweist sich ihre letztliche historische Unhaltbarkeit: und zwar in Gestalt der Krise. Weiterlesen »