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Beiträge zur Kritik der Warengesellschaft

Die Arbeit hoch?

31.12.1994 Beitrag drucken

Die Arbeit hoch? — Kapitel 8

Berufspädagogische Streitschrift wider die Totalverzweckung des Menschen im Postfordismus

Inhaltsverzeichnis

8. Ohne Muße keine (berufliche) Bildung!

Die Unfähigkeit zur Opposition ist Zeichen der Verknechtung durch die eigene Vergangenheit. — Hans-Jochen Gamm1

Selbst-Bewußtsein – das Bewußtsein seiner selbst – und die damit verbundene Fähigkeit zur Selbst-Reflexion ist es, was den Menschen spezifisch auszeichnet und ihn von anderen Lebewesen unterscheidet. Dieses konstituierende Merkmal ermöglicht es ihm, seine individuelle Geschichte in bezug auf eine selbstgewählte Richtung zu beeinflussen sowie die Geschichte seiner gesellschaftlichen Einheit und der Gattung insgesamt mitzugestalten. Der Mensch ist grundsätzlich in der Lage, die aus der kritischen Reflexion seiner Erfahrungen gewonnenen Erkenntnisse in einen Sinnzusammenhang zu bringen, darauf aufbauende “sinn-volle” Zielvorstellungen zu entwickeln und diese zu verfolgen. Durch die Befähigung zur vernünftigen Reflexion ist der Mensch aus dem Tierreich mit seiner instinktiven Ausstattung herausgehoben, sie stellt die grundsätzliche Basis seiner Emanzipation von der Natur dar2, wenngleich er seine Anbindung an die Natur auch nur graduell abzuschütteln vermag. Die Vernunftausstattung ermöglicht ihm die Reflexion seiner Vergangenheit und die Einflußnahme auf seine Zukunft; sie läßt ihn jedoch auch gewahr werden, “daß er eine kurze Lebensspanne vor sich hat, daß er ohne seinen Willen geboren wurde und gegen seinen Willen sterben wird”3.

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31.12.1994 Beitrag drucken

Die Arbeit hoch — Kapitel 9

Berufspädagogische Streitschrift wider die Totalverzweckung des Menschen im Postfordismus

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9. Anstatt einer Zusammenfassung — Heinrich Böll: Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral*

In einem Hafen an einer westlichen Küste Europas liegt ein ärmlich gekleideter Mann in seinem Fischerboot und döst. Ein schick angezogener Tourist legt eben einen neuen Farbfilm in seinen Fotoapparat, um das idyllische Bild zu fotografieren: blauer Himmel, grüne See mit friedlichen, schneeweißen Wellenkämmen, schwarzes Boot, rote Fischermütze. Klick. Noch einmal: klick, und da aller guten Dinge drei sind und sicher sicher ist, ein drittes Mal: klick. Das spröde, fast feindselige Geräusch weckt den dösenden Fischer, der sich schläfrig aufrichtet, schläfrig nach seiner Zigarettenschachtel angelt; aber noch bevor er das Gesuchte gefunden, hat ihm der eifrige Tourist schon eine Schachtel vor die Nase gehalten, ihm die Zigarette nicht gerade in den Mund gesteckt, aber in die Hand gelegt, und ein viertes Klick, das des Feuerzeuges, schließt die eilfertige Höflichkeit ab. Durch jenes kaum meßbare, nie nachweisbare Zuviel an flinker Höflichkeit ist eine gereizte Verlegenheit entstanden, die der Tourist – der Landessprache mächtig – durch ein Gespräch zu überbrücken versucht.

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31.12.1994 Beitrag drucken

Die Arbeit hoch? — Kapitel 10

Berufspädagogische Streitschrift wider die Totalverzweckung des Menschen im Postfordismus

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10. Literaturverzeichnis

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