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	<title>krisis &#187; Finanzkrise</title>
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	<description>Beiträge zur Kritik der Warengesellschaft</description>
	<lastBuildDate>Wed, 25 Jan 2012 16:43:14 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Die Krise kurz erklärt</title>
		<link>http://www.krisis.org/2012/die-krise-kurz-erklaert</link>
		<comments>http://www.krisis.org/2012/die-krise-kurz-erklaert#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 11:20:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krisentheorie und Krisenanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Tomasz Konicz]]></category>

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		<description><![CDATA[Was Sie schon immer über die Krise wissen wollten, aber nie zu fragen wagten. Die etwas anderen FAQ zur kapitalistischen Dauerkrise Tomasz Konicz Haben Sie sich in der Dauerkrise schon häuslich eingerichtet? Können Sie noch den Überblick behalten, bei all den über uns zusammenbrechenden Schuldenbergen? Für alle, die endlich im Krisendickicht durchblicken wollen, hier nun [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Was Sie schon immer über die Krise wissen wollten, aber nie zu fragen wagten. Die etwas anderen FAQ zur kapitalistischen Dauerkrise</h4>
<p><em>Tomasz Konicz</em></p>
<p>Haben Sie sich in der Dauerkrise schon häuslich eingerichtet? Können Sie noch den Überblick behalten, bei all den über uns zusammenbrechenden Schuldenbergen? Für alle, die endlich im Krisendickicht durchblicken wollen, hier nun ein ganz besonderer Service: Werden Sie in wenigen Minuten zum Krisenexperten und Bescheidwisser, mit den großen FAQ zur Krise – diesmal mit verbesserter Kapitalismuskritikformel! In wenigen Antworten auf selbst erfundene Fragen werden die Krisenursachen benannt und die häufigsten Krisenmythen entlarvt. Der Clou dabei: Am Ende einer jeden Antwort finden sich Links zu Texten, die weitergehende Infos und Hintergründe zu den entsprechenden Themenkomplexen bieten. Soviel Krise war noch nie – jetzt neu mit krisenbedingter Zufriedenheitsgarantie!<span id="more-4763"></span></p>
<p><strong>Überall türmen sich gigantische Schuldenberge auf. Wer ist nun schuld an der gegenwärtigen Schuldenkrise? Die faulen Südeuropäer oder unsere gierigen Banker?</strong></p>
<p>Statt nach “Schuldigen” müssen wir nach den systemischen Ursachen der Verschuldungsdynamik suchen. Diese gigantischen Schuldenberge sind in den vergangenen Jahrzehnten entstanden, weil sie notwendig waren, um den Kapitalismus überhaupt funktionsfähig zu erhalten. Ohne Schuldenmacherei zerbricht das System an sich selbst. Private und/oder staatliche Verschuldung stellt im zunehmenden Maße eine Systemvoraussetzung dar, ohne die der Kapitalismus nicht mehr reproduktionsfähig ist.</p>
<p>Wir müssen uns nur vergegenwärtigen, dass die Kreditaufnahme eigentlich einen Wechsel auf die Zukunft darstellt, bei dem Finanzmittel im Hier und Jetzt zur Verfügung gestellt werden, die erst später vom Kreditnehmer erwirtschaftet und zurückgezahlt werden müssen. Und diese Kredite werden ja für Investitionen, Bautätigkeit oder Konsum aufgewendet. Somit schafft die Verschuldung eine zusätzliche, kreditfinanzierte Nachfrage, die stimulierend auf die Wirtschaft wirkt.</p>
<p>Im Endeffekt ist es egal, ob der Staat, die private Wirtschaft oder die Konsumenten sich verschulden: Gemeinhin stimuliert diese kreditgenerierte Nachfrage die Konjunktur und führt zu weiterem Wirtschaftswachstum. Ob nun der amerikanische Staat neue Marschflugkörper ordert, in Spanien zur Spekulationszwecken neue Ferienhäuser gebaut oder in Osteuropa Konsumentenkredite vergeben werden: All diese Aktionen generieren Nachfrage, schaffen Arbeitsplätze und beleben die entsprechenden Industriezweige. Wenn die Verschuldungsdynamik stark genug ist, dann entsteht eine sogenannte Defizitkonjunktur. Hierbei handelt es sich um einen Wirtschaftsaufschwung, der durch das Anhäufen von Schulden, also von Defiziten, getragen wird.</p>
<p>Es waren gerade diese Defizitkonjunkturen, die in der Epoche vor Ausbruch der Weltwirtschaftskrise in 2008 als maßgeblicher Motor der Weltwirtschaft fungierten. Hierbei handelt es sich um einen langfristigen, graduell an Intensität gewinnenden Prozess, der zeitgleich mit der Durchsetzung des Neoliberalismus und dem Aufstieg des Finanzsektors in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts einsetzte. Diese mit der Expansion der Finanzmärkte einhergehende Verschuldungsdynamik ging mit der Ausbildung von gigantischen Spekulationsblasen auf dem Finanzsektor einher, die ebenfalls – bis zu ihrem Zusammenbruch – stimulierend auf die Wirtschaft wirkten. Hier sind insbesondere die zwischen 2007 und 2008 geplatzten Immobilienblasen zu nennen, die ja vielfältige belebende Effekte auf die Industrie zeitigten, da sie ja mit realer Bautätigkeit einhergingen.</p>
<p>Es verschuldeten sich aber nicht alle Länder gelichmäßig: Die stärksten Defizitkonjunkturen – mitsamt den einhergehenden Schuldenbergen – bildenden mit weitem Abstand die USA aus, gefolgt von Südeuropa, Osteuropa, Irland und Großbritannien. Diese Länder und Regionen wiesen immer weiter ansteigende Leistungsblianz- und/oder Handelsdefizite aus, während sie zugleich eine fortschreitende Deindustrialisierung erfuhren.</p>
<p>Daneben bildete sich in einem scharfen Verdrängungswettbewerb eine Reihe von Ländern aus, die enorme Handelsüberschüsse erwirtschaften konnten und weiterhin über einen nennenswerten Industriesektor verfügen. In diesem Zusammenhang müssen China, Deutschland, Japan oder Südkorea genannt werden. Diese Länder konnten vermittels ihrer Handelsüberschüsse von den Verschuldungsprozessen in den USA oder Südeuropa profitieren, ohne sich selber verschulden zu müssen. Die enormen globalen und europäischen “Ungleichgewichte” in den Handelsbilanzen sind genau auf diese Entwicklung zurückzuführen.</p>
<p>Der Kapitalismus als ein Weltsystem kann ohne diese Defizitkonjunkturen und die damit einhergehenden Ungleichgewichte nicht mehr funktionieren: Sobald die – private oder staatliche – kreditgenerierte Nachfrage wegbricht, setzt eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale ein, in der Überproduktion zu Massenentlassungen führt, die wiederum die Nachfrage senken und weitere Entlassungswellen nach sich ziehen.<br />
<em><br />
Weitere Informationen:</em><br />
<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/29/29184/1.html" target="_blank">Das Ende des “Goldenen Zeitalters” des Kapitalismus und der Aufstieg des Neoliberalismus</a><br />
<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/29/29235/1.html" target="_blank">Explosionsartige Ausweitung der Finanzmärkte in der Clinton-Ära</a><br />
<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/29/29356/1.html" target="_blank">Von der Immobilienspekulation zum Zusammenbruch der globalen Defizitkonjunktur</a></p>
<p><strong>Wieso sollte der Kapitalismus, der als eine auf höchstmögliche Effizienz ausgelegte Wirtschaftsweise gilt, nicht mehr ohne Schuldenmacherei funktionieren? Was ist die Ursache dieser angeblichen Abhängigkeit des kapitalistischen Weltsystems vom Kredit?</strong></p>
<p>Es ist gerade diese in den vergangenen Jahren immer weiter gesteigerte betriebswirtschaftliche Effizienz, die den Kapitalismus auf volkswirtschaftlicher Ebene in einen regelrechten Verschuldungszwang treibt. Das System ist zu produktiv, um weiterhin seine Reproduktion innerhalb seiner Produktionsverhältnisse ohne Defizitbildung aufrechterhalten zu können.</p>
<p>Frei nach Marx ließe sich zusammenfassen: Die Produktivkräfte sprengen gerade die Fesslen der Produktionsverhältnisse. Diese kapitalistische Systemkrise ist also tatsächlich eine Krise des Kapitals. Das Kapital muss hier bei als ein soziales Verhältnis, als ein Produktionsverhältnis begriffen werden: Der Unternehmer investiert sein als Kapital fungierendes Geld in Maschinen, Arbeitskräfte und Rohstoffe, um in Fabriken hieraus neue Waren zu schaffen, die mit Gewinn auf dem Markt verkauft werden. Das hiernach vergrößerte Kapital wird in diesem uferlosen Verwertungsprozess des Kapitals reinvestiert, um wiederum noch mehr Waren herzustellen. Dieser Prozess der Akkumulation oder Verwertung von Kapital funktioniert nicht mehr ohne die besagte Schuldenmacherei.</p>
<p>Um diese Diagnose vollauf verständlich zu machen, müssen die berühmten Widersprüche kurz dargelegt werden, die der kapitalistischen Produktionsweise innewohnen. Neben dem bekannten Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit prägt das System noch eine weitere fundamentale Unvereinbarkeit, die einen permanenten Strukturwandel zur Folge hat.</p>
<p>Obwohl Lohnarbeit die Substanz des Kapitals bildet, strebt das Kapital zugleich danach, die Lohnarbeit möglichst weitgehend durch Rationalisierung aus dem Produktionsprozess zu verbannen: Es ist eine Art <a href="http://www.heise.de/tr/artikel/Der-Wettlauf-mit-den-Maschinen-1370433.html" target="_blank">Wettlauf mit den Maschinen</a>. Die Marktkonkurrenz zwingt die Unternehmer in allen Industriezweigen dazu, ihre Produktion dank wissenschaftlich-technischer Innovationen immer weiter zu rationalisieren, sodass die Beschäftigung in den Wirtschaftszweigen immer weiter fällt, die schon längere Zeit etabliert sind und deren Märkte schon erschlossen sind.</p>
<p>Der gleiche technische Fortschritt, der zum Arbeitsplatzabbau in den etablierten Industriezweigen führt, lässt aber auch neue Industriezweige entstehen. Schon immer gab es in der Geschichte des Kapitalismus einen Strukturwandel, bei dem alte Industrien verschwanden und neue hinzukamen, die wiederum Felder für Investitionen und Lohnarbeit eröffneten. Folglich ist die Geschichte des Kapitalismus durch eine Abfolge von Leitsektoren der Wirtschaft gekennzeichnet, die als Akkumulations-, Konjunktur-, und insbesondere Beschäftigungslokomotiven fungierten: Textilindustrie, Schwerindustrie, Chemie, Elektroindustrie, Fahrzeugbau.</p>
<p>Dieser Strukturwandel funktioniert aber mit dem Aufkommen der dritten industriellen Revolution der Mikroelektronik und Informationstechnologie nicht mehr. Die IT-Industrie schafft zwar Arbeitsplätze, aber ihre Technologien und Produkte erfahren eine <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Forscher-IT-vernichtet-mehr-Jobs-als-sie-schafft-1371177.html" target="_blank">gesamtwirtschaftliche Anwendung</a>, bei der im Zuge von Rationalisierungsmaßnahmen weitaus mehr Arbeitsplätze verschwinden. Es findet ein Prozess des Abschmelzens der Lohnarbeit innerhalb der Warenproduktion statt: Immer weniger Arbeiter können in immer kürzerer Zeit immer mehr Waren herstellen.</p>
<p>Die avancierten kapitalistischen Gesellschaften gerieten folglich in die Krise der Arbeitsgesellschaft, die mit steigender Arbeitslosigkeit, allgemeiner Prekarisierung und/oder einem stagnierenden Lohnniveau einhergeht. Zugleich steigen mit dem technischen Niveau der Produktion die Aufwendungen für Infrastruktur, Bildung oder Produktionsinvestitionen, was wiederum die Massennachfrage und/oder die Unternehmensgewinne belastet. Die gesamtgesellschaftlichen notwendigen Investitionen zur Aufrechterhaltung der Akkumulation von Kapital wachsen immer weiter an, wodurch das Verhältnis zwischen profitabler Kapitalverwertung und den hierfür notwendigen Aufwendungen sich zugunsten der Letzteren verschiebt.</p>
<p>Die wahren Krisenursachen liegen also konträr zu der populistischen Parole, wonach die Bevölkerung der Schuldenländer Europas oder der USA “über ihren Verhältnissen” gelebt habe. Es verhält sich gerade umgekehrt: Der Kapitalismus hat ein derartig hohes Produktivitätsniveau erreicht, dass er nur noch durch ein “Leben über den Verhältnissen”, also durch Schuldenmacherei eine Zeit lang eine Art Zombieleben führen kann – bis zum großen Crash.</p>
<p><em>Weitere Informationen:</em><br />
<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/32/32551/1.html" target="_blank">Krisenmythos Griechenland</a><br />
<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/35/35245/1.html" target="_blank">Roboter statt Arbeiter</a><br />
<a href="http://www.heise.de/tr/artikel/Der-Wettlauf-mit-den-Maschinen-1370433.html" target="_blank">Der Wettlauf mit den Maschinen</a><br />
<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/5/5659/1.html" target="_blank">Ein Leichnam regiert die Gesellschaft</a><br />
<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/13/13628/1.html" target="_blank">Vielleicht sind wir alle schon die Insassen eines Gesamt-Irrenhauses</a><br />
<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/35/35138/1.html" target="_blank">Von Schulden und Jobs</a></p>
<p><strong><br />
Welche Rolle spielen die Finanzmärkte? Es heißt doch überall, die bösen “Bankster” haben uns die Krise mit ihrer maßlosen Gier eingebrockt</strong></p>
<p>Da der Finanzkrach dem Wirtschaftseinbruch vorangeht, kann der Eindruck entstehen, dass die Finanzmärkte die reale Wirtschaft in den Abgrund gestoßen haben. Tatsächlich aber hielten die Finanzmärkte durch ihre Kreditvergabe die reale Wirtschaft überhaupt am Laufen, indem sie – wie ausgeführt – kreditfinanzierte Massennachfrage erzeugten. Die Finanzmärkte ermöglichten erst die besagten Defizitkonjunkturen, da der Kredit ja generell die wichtigste “Ware” der Finanzwirtschaft bildet.</p>
<p>Erst der Zusammenbruch der Immobilienblasen in 2008 und die damit einhergehende “Kreditklemme” ließen die Nachfrage wegbrechen, was zur Wirtschaftskrise von 2009 führte. Das jahrzehntelange Wachstum der Finanzmärkte ist selbst Folge der oben beschriebenen, aus fortschreitenden Rationalisierungsschüben resultierenden Krise der Arbeitsgesellschaft. Kapital strömt nun mal dort hin, wo die höchsten Renditen zu erwarten sind. Den Bankern maßlose Gier vorzuwerfen, ist geradezu absurd, da “Gier” – als die höchstmögliche Kapitalvermehrung – das Wesen des Kapitals bildet.</p>
<p>Dies gilt aber nicht nur für die Finanzbranche, sondern auch für die Warenproduktion. Wenn die Verwertung von Kapital in der realen, warenproduzierenden Wirtschaft stockt und zunehmende Verdrängungskonkurrenz die Renditen absenkt, dann strömt anlagewilliges Kapital nun mal in die Finanzmärkte. Generell gilt, dass Finanzexzesse auf eine Krise in der Warenproduktion hindeuten.</p>
<p>Somit schienen die rasch expandierenden Finanzmärkte die Rolle des beschriebenen Leitsektors der Wirtschaft einzunehmen, da der besagte Strukturwandel in der realen Wirtschaft nicht mehr funktionierte. Diese finanzielle Explosion ab den 80ern – und verstärkt ab den 90ern – Jahren des 20. Jahrhunderts war aber auf Dauer nicht tragfähig, obwohl selbstverständlich auch im Finanzsektor viele Arbeitsplätze geschaffen wurden. Dieses explosionsartige Wachstum der Finanzwirtschaft war auf Sand gebaut. Kapitalistischer, sich in Warenfülle äußernder Reichtum muss im Rahmen der dargelegten Kapitalverwertung tatsächlich erarbeitet werden. Die Finanzmärkte können zu diesem Prozess beitragen, indem sie Unternehmen Kreide gewähren, die zur Modernisierung der Produktionsanlagen und/oder Ausweitung der Produktionsmengen verwendet werden.</p>
<p>Aufgrund der beschriebenen systemischen Überproduktionskrise in der realen Wirtschaft verlief die Expansion der Finanzmärkte hauptsächlich in eine andere Richtung: in die reine Spekulation, die letztendlich immer zur Blasenbildung führen muss. Wir haben es seit gut zwei Jahrzehnten mit einer Art Finanzblasenkapitalismus zu tun, der durch das Aufsteigen immer größerer Spekulationsblasen gekennzeichnet ist, die in ihrer Aufstiegsphase als regelrechte Konjunkturmotoren fungieren – und die beim Platzen immer größere Verwüstungen hinterlassen.</p>
<p>Hierbei handelt es sich um einen langwierigen Prozess, in dem die Abhängigkeit des Gesamtsystems von der Verschuldungsdynamik sukzessive ansteigt: Angefangen von der Asienkrise Ende der 90er, über die Hightech-Blase von 2000, die 2008 geplatzte Immobilienspekulation, bis zur gegenwärtig zusammenbrechenden Liquiditätsblase. Dabei konnten bisher die verheerenden Folgen dieser zusammenbrechenden Spekulationsdynamik nur durch erneute Blasenbildung – durch eine blinde “Flucht nach vorn” in weitere Spekulationsexzesse- hinausgezögert werden.</p>
<p>Wir müssen uns auch vergegenwärtigen, dass die derzeitige Staatsschuldenkrise größtenteils auf das Platzen der Spekulationsblasen auf dem Immobiliensektor zurückzuführen ist. Spanien oder Irland wiesen vor Krisenausbruch in 2008 eine niedrigere Staatsverschuldung als etwa die Bundesrepublik auf. Erst durch die milliardenschweren “Hilfsmaßnahmen” für die taumelnden Finanzmärkte und die “Sozialisierung” der Krisenverlauste explodierte die Staatsverschuldung in vielen Ländern. Es scheint paradox, aber tatsächlich haben die Staaten die Finanzmärkte im Endeffekt durch weitere Verschuldung auf den Finanzmärkten stabilisiert. Damit wird die europäische Staatsschuldenkrise aber auch automatisch zu einer Finanzmarktkrise, da Staatspleiten sofort die Banken in den Bankrott treiben werden, die Staatsanleihen aufgekauft haben.</p>
<p>Beide Pole kapitalistischer Vergesellschaftung – der Staat wie das Kapital – sind somit in einer Krisensymbiose aneinander gefesselt. Es lohnt, sich in Erinnerung zu rufen, dass staatliche und private Schulden denselben gesamtgesellschaftlichen Effekt zeitigten: die Stimulierung der Wirtschaft. Folglich bilden die nun angehäuften Schuldenberge ebenfalls eine gesamtgesellschaftliche Belastung. Die Schuldenkrise ist nicht nur eine Krise der Staaten oder der Banken, sondern des gesamten Systems.</p>
<p>Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass ein wucherungsartig anschwellender Finanzsektor als ein eindeutiges Krisenphänomen zu deuten ist – nicht aber als die Krisenursache. Es ist der stürmisch vom Kapitalismus vorangetriebene Fortschritt der Produktivkräfte, der die Grundlagen der kapitalistischen Produktionsweise unterminiert. Die Krise hat ihre Ursache nicht im Finanzsektor, sondern in den Widersprüchen der warenproduzierenden Industrie. Gerade das exzessive Wuchern der Finanzmärkte hat die unter einer latenten Überproduktion leidende reale Wirtschaft durch schuldengenerierte Nachfrage am Leben gehalten.</p>
<p><em>Weitere Infos:</em><br />
<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/29/29356/1.html" target="_blank">Von der Immobilienspekulation zum Zusammenbruch der globalen Defizitkonjunktur</a><br />
<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/31/31777/1.html" target="_blank">Das Wunder an der Wall Street</a><br />
<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/31/31137/1.html" target="_blank">Hurra, der (Pseudo-) Aufschwung ist da!</a></p>
<p><strong>Was können die finanziell klammen Staaten nun überhaupt noch unternehmen? Welche Optionen hat die Politik noch?</strong></p>
<p>Die Politik kann mit dem ihr zur Verfügung stehenden Instrumentarium die gegenwärtige Krise nicht lösen, sie kann aber sehr wohl den drohenden schweren Wirtschaftseinbruch hinauszögern.</p>
<p>Die Krisenpolitik befindet sich in einer Aporie, in einem unlösbaren Selbstwiderspruch, bei dem sie nur zwischen zwei unterschiedlichen Wegen in die Krise wählen kann: Die Politik kann einerseits die Staatsverschuldung immer höher treiben, um den wirtschaftlichen Absturz zu verhindern. Dieser Ansatz, der zumeist mit einer expansiven Geldpolitik einhergeht, führt letzten Endes zur Inflation oder zum Staatsbankrott – da letzten Endes die Notenpresse angeworfen werden muss, um die Verschuldungsdynamik aufrechtzuerhalten. Andererseits können Regierungen versuchen, die staatlichen Schuldenberge durch drakonische Kürzungen abzubauen. Dies jedoch bewirkt einen sofortigen ökonomischen Einbruch, der auch zu erheblicher Verelendung in der betroffenen Gesellschaft führt.</p>
<p>Die meisten Regierungen entschieden sich zuerst für die Schuldenmacherei: Die Staaten haben nach Krisenausbruch die auf den Finanzmärkten betriebene Verschuldungsdynamik im Endeffekt durch kreditfinanzierte Konjunkturprogramme ab 2008 weiter aufrecht gehalten. Die vormals durch die Finanzmärkte organisierte Defizitkonjunktur, bei der die Anhäufung von Schulden konjunkturbelebend wirkt, wurde nach Krisenausbruch verstaatlicht – bis die Staaten selber an ihre finanzielle Belastungsgrenze stießen. Mit zunehmender Krisenintensität eskalieren auch die Streitereien um die Krisenpolitik. Derzeit konnte die deutsche Regierung die Europäische Union auf strikte Sparprogramme verpflichten, während etwa die USA auf einer Fortführung von Verschuldung und Anleiheaufkäufen beharren.</p>
<p>Die Auseinandersetzungen um die konkrete Ausgestaltung der kapitalistischen Krisenpolitik gewinnen auch deswegen an Härte, weil beide Fraktionen in diesem Disput die desaströsen Konsequenzen der Politik der Gegenseite durchaus zurecht fürchten. Fakt ist, dass etliche Länder ihre Haushaltsdefizite aufgrund ausartender Staatsverschuldung tatsächlich nicht mehr auf den Finanzmärkten refinanzieren können – und etwa unter den “Euro-Rettungsschirm” flüchten mussten. Fakt ist aber auch, dass eine Einstellung der schuldenfinanzierten Konjunkturprogramme zu einer Konjunkturflaute führt, die in Stagnation und Rezession mündet.</p>
<p>Somit befinden sich tatsächlich beide Seiten in dem finanzpolitischen Streit um die Ausgestaltung der künftigen Krisenpolitik bei ihrer Diagnose im Recht: Weitere Staatsverschuldung wird unweigerlich zum Staatsbanktrott oder zur Hyperinflation führen, ein Ende der staatlichen Verschuldung wird in die Rezession führen. Beide Parteien befinden sich aber auch auf dem Holzweg, wenn sie davon ausgehen, dass ihre “Therapien”, ihre Politikkonzepte, die fundamentale Krise der Weltwirtschaft lösen könnten, die seit 2008 nur durch ausufernde staatliche Verschuldung verlängert werden konnte.</p>
<p>Aus der Unmöglichkeit, diese Systemkrise mit dem Instrumentarium der Krisenpolitik zu bewältigen, resultieren auch die irrationellen und ins Chauvinistische tendierenden Reflexe, die in Politik und Massenmedien an Breite gewinnen – und bei denen die gegebenen kapitalistischen Ideologien ins Extrem gesteigert werden.</p>
<p><em>Weitere Infos:</em><br />
<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/35/35303/1.html" target="_blank">Politik in der Krisenfalle</a><br />
<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/35/35813/1.html" target="_blank">Krise und Wahn</a></p>
<p><strong>Wieso bildet Europa derzeit das globale Krisenzentrum, obwohl andere Staaten – wie etwa die USA – ähnlich hoch verschuldet sind?</strong></p>
<p>Die Schuldenberge der USA und Europas sind in ähnlich gigantische Dimensionen angewachsen, und auch die Ursachen der Schuldenbildung auf beiden Seiten des Altantik sind auf den gescheiterten Strukturwandel und die besagte Krise der Arbeitsgesellschaft zurückzuführen. Konfrontiert mit der obig dargelegten Krisenfalle, hat die Politik in den USA aber einen anderen Weg eingeschlagen als in der Eurozone.</p>
<p>Der Unterschied zwischen den USA und der EU besteht in der Bereitschaft der USA, die Verschuldungsdynamik des US-amerikanischen Staates durch Aufkäufe von Staatsanleihen aufrechtzuerhalten – und mittelfristig eine ausartende Inflation in Kauf zu nehmen. Indem die US-Notenbank Fed notfalls im großen Stil die amerikanischen Staatsanleihen aufkauft, wird die Zinslast der USA niedrig gehalten und ein katastrophaler Wirtschaftseinbruch verhindert, da zumindest die staatliche Verschuldungsdynamik – und somit auch die kreditfinanzierte staatliche Nachfrage – weiter aufrechterhalten werden kann.</p>
<p>In der EU setzte sich hingegen Deutschland mit der Forderung nach sofortiger Haushaltssanierung durch, während die Aufkäufe von Staatsanleihen durch die EZB von Berlin vehement abgelehnt werden. Ohne Anleiheaufkäufe durch die EZB oder den ESM wird die Zinslast der südeuropäischen Schuldenstaaten bald untragbar sein, ein Auseinanderbrechen der Eurozone wird so sehr wahrscheinlich. Ohne fortgesetzte Verschuldung wird die Eurozone in einer schweren Rezession versinken, die sich bereit mit europaweit fallender Industrieproduktion ankündigt. Ein Schuldenabbau wir so vollends illusionär.</p>
<p>Zudem muss beachtet werden, dass der Euro zur Ausbildung gigantischer Ungleichgewichte in der Eurozone beigetragen hat – und dass die Krisenpolitik der EU von eskalierenden nationalen Interessensgegensätzen geprägt ist. In der Eurozone wurden Volkswirtschaften mit sehr unterschiedlichen Produktivitätsniveaus in einem Währungsraum zusammengefasst, sodass die ökonomisch unterlegenen Länder in Südeuropa ohnehin zur Ausbildung von Handelsdefiziten gegenüber den überlegenen Ländern im Zentrum neigten. Der Euro nahm den schwächeren Staaten die Möglichkeit, mittels Währungsabwertungen ihre Konkurrenzfähigkeit wiederherzustellen.</p>
<p>Zusätzlich setzte in der Bundesrepublik wenige Jahre nach der Einführung des Euro ein rabiater Sozialkahlschlag ein, der in der Einführung der Hartz-IV-Gesetze gipfelte und zur allgemeinen Prekarisierung des Arbeitslebens und einer Absenkung des Lohnniveaus beitrug. Hierdurch konnte die deutsche Exportwirtschaft weitere Exportvorteile gegenüber der Eurozone gewinnen und einen gigantischen Leistungsbilanzüberschuss von inzwischen 770 Milliarden Euro akkumulieren. Bei der EU handelte es sich also bereits um eine Transferunion – um eine Transferunion zugunsten der deutschen Exportindustrie, die nicht zuletzt dank sinkender Löhne und der Prekarisierung der Lohnabhängigen in der BRD ermöglicht wurde.</p>
<p>Diese deutschen Exportüberschüsse in die Eurozone trugen also maßgeblich zur Ausbildung der Schuldenberge in der Eurozone bei – die Exportüberschüsse Deutschlands sind logischerweise die Defizite der Zielländer deutscher Exportoffensiven.</p>
<p>Rückblickend betrachtet war die “europäische Integration” selber ein Reflex auf diese Krise. Das “Europäische Haus” wurde spätestens seit der Euroeinführung auf einen beständig wachsenden Schuldenberg errichtet, der bis zum Platzen dieser Schuldenblase allen Beteiligten die Illusion gab, an einem allgemein vorteilhaften Integrationsprozess beteiligt zu sein: Deutschlands Industrie erhielt dank des Euro Exportmärkte, während Europas Schuldenstaaten ihre kreditfinanzierte Deifizitkonjunktur erfuhren.</p>
<p>Weitere Infos:<br />
<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/35/35813/1.html" target="_blank">Krisenmythos Griechenland</a><br />
<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/35/35514/1.html" target="_blank">Zerbricht Europa an der Krise?</a><br />
<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/35/35052/1.html" target="_blank">Transatlantischer Schuldenturmbau im Vergleich</a><br />
<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/30/30415/1.html" target="_blank">Die Weltwirtschaftskrise als Schuldenkrise</a></p>
<p><strong>Wie schlimm wird die Krise werden? Worauf müssen wir uns einstellen?</strong></p>
<p>Kurzfristig wird das System mit Sicherheit in einer schweren Wirtschaftskrise versinken, sobald die Verschuldungsdynamik zusammenbricht, die den Kapitalismus – noch – am Laufen hält. Die anstehende globale Depression könne durchaus die Schärfe und Dramatik der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts erreichen, inklusive schwerwiegender sozialer und politischer Verwerfungen und Umbrüche. Der Wirtschaftseinbruch in Südeuropa wird nicht mehr von einem späteren Aufschwung abgelöst werden. Stattdessen findet in der Peripherie der EU ein dauerhafter wirtschaftlicher und sozialer Absieg statt, der die betroffenen Länder in ihrer zivilisatorischen Entwicklung zurückwerfen wird. Es ist, als ob die “Dritte Welt” von sich Nordafrika über das Mittelmeer bis nach Südeuropa ausbreiten würde. Es findet derzeit ein Prozess des “Abschmelzens” der reaktiven Wohlstandsinseln der “Ersten Welt” im globalen Maßstab statt.</p>
<p>Die kommende globale Depression bildet dabei nur das jüngste Stadium eines langfristigen, weltgeschichtlichen Prozesses, bei dem das kapitalistische Weltsystem nach einer gut 500-jährigen Entwicklungsperiode an die dargelegte innere Schranke seiner Entwicklungsfähigkeit stößt und an seinen eskalierenden Widersprüchen zugrunde geht. Das System tritt nun in eine Phase des chaotischen Umbruchs ein, wobei die Richtung und der Ausgang dieses Prozesses nicht prognostizierbar sind. Der US-amerikanische Soziologe Immanuel Wallerstein hat diese Periode des systemischen Umbruchs folgendermaßen beschrieben: <em>“Wir leben in einer Phase des Übergangs von unserem existierenden Weltsystem, der kapitalistischen Wirtschaft, zu einem anderen System oder anderen Systemen. Wir wissen nicht, ob dies zum Besseren oder zum Schlechteren sein wird. Wir werden dies erst wissen, wenn wir dorthin gelangt sind, was möglicherweise noch weitere 50 Jahre dauern kann. Wir wissen allerdings, dass die Periode des Übergangs für alle, die in ihr leben, eine sehr schwierige sein wird. … Es wird eine Zeit der Konflikte oder erheblicher Störungen … sein. Es wird auch, was nicht paradox ist, eine Zeit sein, in der der Faktor des freien Willens zum Maximum gesteigert wird, was bedeutet, dass jede individuelle und kollektive Handlung eine größere Wirkung bei Neuaufbau der Zukunft haben wird als in normalen Zeiten, also während der Fortdauer eines historischen Systems.”</em> (Immanuel Wallerstein, Utopistik, Wien, 2002, S. 43)</p>
<p>Im gewissen Sinne können die bereits global eskalierenden Auseinandersetzungen und Verwerfungen als Teil dieses Kampfes um die Ausgestaltung des künftigen Weltsystems aufgefasst werden, auch wenn dies den Akteuren dieser Kämpfe zumeist nicht klar ist. Die ungeheure Intensivierung der Umbrüche und Konflikte resultiert aus der Tatsache, dass das gegenwärtige System für immer mehr Menschen unerträglich wird, da es an seine Entwicklungsgrenzen stößt.</p>
<p>Immer mehr Menschen fallen aus dem Prozess der Kapitalakkumulation heraus, sie werden “überflüssig” – während der Druck auf die noch in Arbeit befindlichen Lohnabhängigen immer weiter wächst. Die Perspektivlosigkeit der Jugendlichen im arabischen Raum etwa bildete eine wichtige Triebkraft der Umbrüche in dieser Region. Deutschland kann als eine Burnout-Republik bezeichnet werden, während in Südeuropa zweistellige Arbeitslosenraten erreicht werden.</p>
<p>Mit zunehmender Krisenintensität werden sich diese Widersprüche verschärfen. Der Ausgang dieses chaotischen Transformationsprozesses ist – wie von Wallerstein konstatiert – völlig unklar, da er von den unendlich komplex verwobenen Handlungen der daran Beteiligten Menschen abhängig ist. Das kommende Weltsystem kann viel schlimmer (hieratischer und diktatorischer) als das Gegenwärtige werden – oder auch besser, egalitärer und demokratischer. Mit Sicherheit kann aber jetzt schon konstatiert werden, dass die aus dieser Transformation hervorgehende Gesellschaft keine kapitalistische sein wird, da es das dargelegte Kapitalverhältnis selbst ist, das an seine inneren Grenzen stößt und die tiefere Ursache der gegenwärtigen Krise bildet.</p>
<p>Letztendlich scheint es angebracht, diese Krise auch als Chance wahrzunehmen; als Chance auf die Errichtung eines besseren, demokratischeren und egalitären Gesellschaftssystems. Bei Abstrahierung von den konkreten Formen kapitalistischer Vergesellschaftung nimmt die Krise ja einen regelrecht absurden Charakter an: Die Gesellschaft erstickt an ihrem Überfluss.</p>
<p>Der Kapitalismus verliert letztendlich seinen ewigen “Wettlauf mit den Maschinen.” Weil zu viele Waren mit immer weniger Arbeitskräften hergestellt werden können, versinken immer mehr Bevölkerungsgruppen und Weltregionen in Marginalisierung und Verelendung. Die technischen und materiellen Voraussetzungen zur Errichtung einer Gesellschaft, die die Grundbedürfnisse aller Menschen weltweit befriedigt, sind aber objektiv gegeben.</p>
<p><em>Weitere Infos:</em><br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=nLvszWBf6BQ" target="_blank">Immanuel Wallerstein on the end of Capitalism</a><br />
<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/29/29687/1.html" target="_blank">“In 30 Jahren wird es keinen Kapitalismus mehr geben”</a><br />
<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/32/32931/1.html" target="_blank">Schleifung der Überkapazitäten</a><br />
<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/32/32932/1.html" target="_blank">Zweite Welle der globalen Wirtschaftskrise innerhalb der nächsten Jahre</a></p>
<p>(erschienen auf <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/36/36123/1.html">Telepolis 23.12.2011</a>)</p>
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		<title>Brennende Löschfahrzeuge</title>
		<link>http://www.krisis.org/2011/brennende-loeschfahrzeuge</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Aug 2011 18:19:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krisentheorie und Krisenanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst Lohoff]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Version française Ernst Lohoff Dermaßen rasant sind die Aktienkurse seit der Pleite des Bankhauses Lehman Brothers im Herbst 2008 nicht mehr gepurzelt. Welt Online zufolge haben sich in der vergangen Woche weltweit Vermögenswerte von fünf Billionen Dollar in Luft aufgelöst. Nach der Herabstufung der Bonität von US-Staatsanleihen durch die Rating Agentur Standard &#038; Poor’s dürfte es an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.krisis.org/2011/il-y-a-le-feu-chez-les-pompiers">Version française</a><br />
<span class="zaehl"><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/fa4cf80ff00245cda67da1e8f4a98368" width="1" height="1" alt=""></span><br />
<em>Ernst Lohoff</em></p>
<p>Dermaßen rasant sind die Aktienkurse seit der Pleite des Bankhauses Lehman Brothers im Herbst 2008 nicht mehr gepurzelt. Welt Online zufolge haben sich in der vergangen Woche weltweit Vermögenswerte von fünf Billionen Dollar in Luft aufgelöst. Nach der Herabstufung der Bonität von US-Staatsanleihen durch die Rating Agentur Standard &#038; Poor’s dürfte es an den Finanzmärkten noch weiter bergab gehen.<span id="more-4571"></span><br />
Seit ihrem Aufstieg zur Basisindustrie des kapitalistischen Weltsystems in den achtziger Jahren musste die Finanzindustrie schon manchen herben Rückschlag hinnehmen. Das derzeitige Geschehen hat aber eine neue Qualität. Bei allen früheren Krisenschüben in den kapitalistischen Zentren übernahm der verschuldungsbereite Staat den Part des Löschfahrzeugs. Diesmal stellt das Löschfahrzeug von einst den Brandherd dar.</p>
<p>Diese Verschiebung des Ausgangspunkts der Krise kommt nicht von ungefähr, sondern ist das logische Resultat der früheren Krisenbewältigung. Ob New-Economy-Crash oder die große Finanzmarktkrise von 2008 – die Kapitalmärkte kamen ins Rutschen, weil sich die in ihren Renditeerwartungen enttäuschten Anleger massenhaft von vorher hoch gehandelten privatwirtschaftlichen Hoffnungsträgern abwandten und aufhörten, die Aktien von »Zukunftsunternehmen« zu kaufen oder neue unsichere Hypothekenkredite zu gewähren. Es blieb den staatlichen Instanzen überlassen, eine drohende weltwirtschaftliche Abwärtsspirale zu verhindern. Die Zentralbanken stellten durch eine Politik des billigen Geldes den Rohstoff für die Bildung neuer, noch größerer Finanzblasen zur Verfügung. Die öffentliche Hand bremste mit einer expansiven Ausgabenpolitik die Talfahrt der sogenannten Realwirtschaft<br />
und überbrückte durch die beschleunigte Ausweitung ihrer Verschuldung die Zeit, bis die Dynamik fiktiver Kapitalschöpfung mit einem neuen privatwirtschaftlichen Hoffnungsträger wieder auf Touren kam. Nach dem Dot-Com-Crash von 2000 war dieser Vorgehensweise noch Erfolg beschieden. Zwei, drei Jahre schwächelte die Weltkonjunktur, dann waren Folgeblasen wie die US-Immobilien-Blase stark genug, um die Weltwirtschaft wieder wachsen zu lassen. Nach der Finanzmarktkrise von 2008 etablierten sich keine neuen privatwirtschaftlichen Hoffnungsträger mehr. Zwar ließ sich durch eine extreme Niedrigzinspolitik und die Verstaatlichung der Spekulationsverluste der Zusammenbruch der Finanzmärkte aufhalten und mit Konjunkturprogrammen die Realwirtschaft stabilisieren; die private finanzindustrielle Produktion blieb aber unter dem Niveau, das eine Begrenzung der Staatsverschuldung erlaubt hätte. 15 Billionen Dollar haben sich die Staaten der Welt die Bewältigung der Krise von 2008 kosten lassen, was die Gesamtverschuldung<br />
aller Staaten auf 39 Billionen Dollar dramatisch anwachsen ließ.</p>
<p>Besserung ist nicht in Sicht. Die Staatsverschuldung ist selbst zur wichtigsten Blase der Finanzindustrie geworden, und genau die ist jetzt im Platzen begriffen. Die Wirtschaftspolitik befindet sich in einem heillosen Dilemma. Einerseits muss die Ausdehnung der Staatsverschuldung weitergehen, um eine Deflation zu vermeiden. Gleichzeitig ist die Ankündigung einer baldigen Haushaltskonsolidierung unerlässlich, um die Kreditwürdigkeit des Staats zu simulieren. Diese strukturelle Double-bind-Situation bildet den Hintergrund für die akute Panik, die seit voriger Woche die Finanzmärkte erfasst hat. Weder für Europa noch für die USA lässt sich entscheiden, was die Talfahrt der Aktienkurse mehr beschleunigt hat: die Furcht vor der deflationären Wirkung der angekündigten neuen Sparmaßnahmen oder die Sorge um die Bonität der staatlichen Schuldner.</p>
<p>Umso klarer ist, welcher Ausweg in dieser verfahrenen Situation noch bleibt. Auf sich gestellt hat die Wirtschaftspolitik zwar keine Spielräume mehr, aber noch eine geldpolitische Option. Die Zinsen können die Zentralbanken angesichts bereits extrem niedriger Leitzinsen zwar nicht mehr senken, dafür kaufen die Zentralbanken die Anleihen ihrer notleidenden Staaten auf. Damit eröffnen sie zum einen den Staaten neue Verschuldungsmöglichkeiten und verhindern zum andern zunächst die Entwertung der in der Finanzindustrie platzierten Staatspapiere. Der ideelle Gesamtkapitalist macht etwas, was kein anderer kann, er verschuldet sich bei sich selbst.</p>
<p>Vor einigen Jahren galt genau das noch als größter denkbarer Sündenfall wider die Geldwertstabilität. Nicht zu Unrecht: Eine Zentralbank, die statt rentierlicher Papiere Staatspapierschrott als Währungsreserve einlagert, verlagert die Krise auf ein neues Feld. Die Entwertung von Staatsschulden wird vertagt, an ihre Stelle tritt die schleichende Entwertung des Geldes. Der Schritt von der Krise der Staatshaushalte zur Krise des Geldmediums stellt die nächste logische Stufe des Krisenprozesses dar. Der Kapitalismus überwindet seine Krisen, indem er die nächste größere vorbereitet. Das wusste schon Karl Marx. Noch nie ging die Verwandlung des Löschmittels der letzten Krise in den Brennstoff der nächsten Krisen derart rasant vonstatten wie heute.</p>
<p>(Dieser Text erschien in der Jungle World 32/2011)</p>
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		<title>La &#8220;crisi finanziaria&#8221; é una crisi del modo di produzione capitalistico</title>
		<link>http://www.krisis.org/2010/la-crisi-finanziara-e-una-crisi-del-modo-di-produzione-capitalistico</link>
		<comments>http://www.krisis.org/2010/la-crisi-finanziara-e-una-crisi-del-modo-di-produzione-capitalistico#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 05 Oct 2010 16:12:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krisentheorie und Krisenanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Wert, Ware, Fetisch]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Italiano]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Trenkle]]></category>

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		<description><![CDATA[Deutsche Version &#8211; Version française Norbert Trenkle 1. Le cause della presente crisi economica non sono da ricercarsi nella speculazione e nell’indebitamento. Esattamente al contrario, la gigantesca espansione dei mercati finanziari era ed è espressione di una rofonda crisi del lavoro e della valorizzazione capitalistica, la cui origine risale almeno a 30 anni fa. 2. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.krisis.org/2010/die-finanzkrise-ist-eine-krise-der-kapitalistischen-produktionsweise">Deutsche Version</a> &#8211;  <a href="http://www.krisis.org/2010/la-crise-financiere-est-une-crise-du-mode-de-production-capitaliste">Version française</a></strong><strong><br />
</strong></p>
<p><em>Norbert Trenkle</em></p>
<p>1. Le cause della presente crisi economica non sono da ricercarsi nella speculazione e nell’indebitamento. Esattamente al contrario, la gigantesca espansione dei mercati finanziari era ed è espressione di una rofonda crisi del lavoro e della valorizzazione capitalistica, la cui origine risale almeno a 30 anni fa.<span id="more-4487"></span></p>
<p>2. Dal Crash dei mercati finanziari del 2008 rimproverare a “speculatori” e “banchieri” la loro “avidità” e la loro “ fame di profitto” è diventato uno degli sport più in voga. Ma la caccia al profitto sempre più alto è il motore fondamentale del modo di produzione capitalistico, che funziona secondo il principio “dal denaro fare sempre più denaro” (D-M-D1). È ciò che viene chiamata la “valorizzazione del capitale”. La produzione di merci e lo sfruttamento della forza lavoro per la produzione di queste merci sono solo i mezzi per raggiungere questo fine. Dal punto di vista della valorizzazione capitalistica è perciò del tutto indifferente quello che viene prodotto (dalle bombe a grappolo alla salsa per gli spaghetti), così come il modo in cui viene prodotto (intensificazione dei ritmi del lavoro, precarizzazione, lavoro minorile…) e quali conseguenze tutto questo possa avere (distruzione della natura etc.)</p>
<p>3.La logica della valorizzazione capitalistica porta però in sé una fondamentale contraddizione, che è irrisolvibile. Da un lato per poter garantire la valorizzazione del capitale deve essere utilizzata sempre più forza lavoro per la produzione di merci – poiché il fine in sé della moltiplicazione del denaro attraverso l’utilizzo di forza lavoro è astratto e quantitativo e non conosce alcun limite logico. Dall’altro lato, l’onnipresente concorrenza obbliga ad un aumento permanente della produttività attraverso la “razionalizzazione” della produzione. Questo significa produrre sempre più prodotti per unità di tempo, dunque ridurre il tempo di lavoro necessario e rendere “superflua” la forza lavoro.</p>
<p>4.La fondamentale crisi in potenza che questa contraddizione comporta è stata rinviata al futuro sin dagli anni ’70 grazie ad un accelerazione dei ritmi di crescita. Attraverso l’espansione della valorizzazione capitalistica al mondo intero e a nuovi rami della produzione la domanda di forza lavoro aumentò in modo esponenziale e con ciò vennero compensati gli effetti della razionalizzazione. La “terza rivoluzione industriale” (basata sulle tecnologie informatiche) ha tuttavia reso inefficace questo meccanismo di compensazione. Essa ha portato ad un allontanamento massiccio della forza lavoro da tutti i campi della produzione. Nonostante l’intensificazione e la globalizzazione della produzione, sempre più persone sono considerate “superflue” ai fini della valorizzazione capitalistica. Così si è però avviato un fondamentale processo di crisi che mina inesorabilmente il modo di vita e di produzione capitalistici.</p>
<p>5.Ma cosa c’entra la bolla dei mercati finanziari con tutto questo? La crisi di valorizzazione capitalistica significa innanzitutto per il<br />
capitale non trovare più opportunità di investimento soddisfacenti nell’“economia reale”. È per questa ragione che ripiega sui mercati finanziari e determina così un rigonfiamento di “capitale fittizio” (speculazione e credito). Questo è esattamente quello che è accaduto a partire dagli anni ’80. Questo spostamento verso i mercati finanziari non è che una forma di differimento della crisi. Il capitale in eccedenza trova così una nuova (anche se “fittizia”) possibilità di investimento scongiurando la minaccia di svalorizzarsi. Al tempo stesso il rigonfiamento del credito e della speculazione crea anche un potere d’acquisto addizionale, che può indurre un allargamento della produzione (per esempio il boom dell’industrializzazione in Cina)</p>
<p>6.Tuttavia il prezzo per questa proroga della crisi è l’accumulo di un sempre più grande potenziale di crisi e una estrema dipendenza dai mercati finanziari. L’“accumulazione” di capitale fittizio non può fermarsi. Quando scoppia una bolla, per salvare banche e investitori ai governi e alle banche centrali non resta che pompare liquidità non coperta nei mercati, così da riformare una nuova bolla. È dunque una mera illusione quella che si fanno i dirigenti politici di tutte le parti quando reclamano una maggior limitazione della speculazione. Misure momentanee di regolamentazione sono forse possibili, ma in realtà quello che importa è che la speculazione e il credito vadano avanti, perché il sistema capitalistico può ancora funzionare solo su queste “basi”. Non è perciò un caso che la “realpolitik” si sia condotta secondo questo modello ed abbia rimesso in moto la dinamica dei mercati finanziari.</p>
<p>7.La crisi attuale rappresenta però un salto qualitativo, poiché il crash poteva essere recuperato solo attraverso un indebitamente massiccio degli stati. Per questo la crisi, in quanto crisi delle finanze statali, si rovescia sulla società (“programmi di ‘austerity’”). Ma quando oggi ci dicono che dobbiamo fare sacrifici, perché “viviamo al di sopra delle nostre possibilità”, ci presentano le cose esattamente al contrario di come invece sono. Se oggi è possibile produrre più ricchezza materiale con sempre meno lavoro, questo apre in via di principio la possibilità di una vita migliore per tutta l’umanità. Dal punto di vista capitalistico invece comporta solo una riduzione della produzione di valore. È per questo e solo per questo che ci viene imposto l’“imperativo del risparmio” per una società che da questa produzione di valore è dipendente. Il gigantesco indebitamento è espressione del fatto che il potenziale produttivo creato dal capitalismo fa esplodere la sua propria logica e che la ricchezza in senso capitalistico può essere mantenuta solo con la violenza. La società deve liberarsi di questa forma di produzione di ricchezza, se non vuole essere trascinata nell’abisso con essa.</p>
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		<title>Nie wieder so viele Autos bauen. Nie wieder so lange arbeiten.</title>
		<link>http://www.krisis.org/2010/nie-wieder-so-viele-autos-bauen-nie-wieder-so-lange-arbeiten</link>
		<comments>http://www.krisis.org/2010/nie-wieder-so-viele-autos-bauen-nie-wieder-so-lange-arbeiten#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 26 Jun 2010 07:52:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krisentheorie und Krisenanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik der Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Solange sich nichts Grundlegendes ändert, geht die Krise weiter. &#8220;Emanzipation Und Frieden&#8221; Das deutsche Staatsoberhaupt macht sich Sorgen um den Kapitalismus. Man müsse ihn vor sich selbst schützen, meint Köhler. Interessant, was den ehemaligen Chef von Sparkassenverband und Weltwährungsfonds so umtreibt, doch wirklich wichtig ist eine ganz andere Frage: Wie kann man sich eigentlich selbst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Solange sich nichts Grundlegendes ändert, geht die Krise weiter.</h3>
<p><em>&#8220;Emanzipation Und Frieden&#8221;</em></p>
<p>Das deutsche Staatsoberhaupt macht sich Sorgen um den Kapitalismus. <span id="more-4290"></span>Man müsse ihn vor sich selbst schützen, meint Köhler. Interessant, was den ehemaligen Chef von Sparkassenverband und Weltwährungsfonds so umtreibt, doch wirklich wichtig ist eine ganz andere Frage: Wie kann man sich eigentlich selbst vor dem Kapitalismus schützen? Denn dieser &#8211; lange als &#8220;soziale Marktwirtschaft&#8221; beweihräuchert &#8211; reißt weltweit immer mehr Menschen in den Strudel seiner Krise und lässt ihnen wenig Hoffnung, dass sich ihre Lage jemals wieder verbessern könnte.</p>
<p>Wirtschaftswachstum bringt&#8217;s nicht: es hat die Krise überhaupt erst beschert.<br />
Allein in der Metall- und Elektrobranche werden 650.000 Arbeitsplätze verschwinden. 700.000 sind bereits in Kurzarbeit. Die Autoregion Baden-Württemberg trifft es besonders hart. Wäre Wirtschaftswachstum die Lösung, dürfte dieser Zustand nie eingetreten sein. Denn seit Jahr und Tag wurden die Wachstumsraten gefeiert. Und die kamen nur zustande, weil immer weniger Menschen immer billiger immer mehr produziert haben. Irgendwann waren trotz Abwrackprämie nicht mehr genug Leute da, die das alles kaufen konnten. Das System, das unendliches Wachstum und Maximalprofit braucht, vernichtet immer wieder selbst, worauf es angewiesen ist: Kaufkraft und Arbeit.</p>
<p>Der Staat bringt&#8217;s nicht: seine Zukunft heißt Bankrott.<br />
Letztes Jahr herrschte weltweit großes Staunen: Woher nur nahmen die Staaten die Billionen zur Stützung von Banken und Konjunktur? Die Wahrheit hieß: aus der Luft. Das rächt sich jetzt. Schon droht Griechenland und andern EU-Ländern der Staatsbankrott, auch das deutsche Staatsdefizit steigt enorm. Der Euro gerät ins Schlingern, daraus kann leicht eine Weltwährungskrise werden. Staaten können sich, wenn überhaupt, höchstens mit Inflation oder schlagartiger Einführung einer neuen Währung vor dem Bankrott retten. Das geht nur auf dem Rücken der meisten Menschen.</p>
<p>Sozialismus ist von gestern.<br />
Nichts diskreditiert die Suche nach Alternativen so wie der schon einmal &#8220;real&#8221; gewesene Sozialismus. Der ging zu Recht unter. Diktatur und Kollektivismus haben Leben und Hoffnungen von Millionen zerstört. Doch wann werden die kapitalistischen Staaten den sozialistischen in den Ruin nachfolgen? Heute geht es um Selbstorganisation freier Individuen und solidarisches Wirtschaften jenseits von Markt und Staat. Wie das geht, steht in keinem Lehrbuch und auch nicht in diesem Flugblatt. Gut so.</p>
<p>Massive Arbeitszeitverkürzung für eine bessere Zukunft.<br />
Für die, die noch Arbeit haben, wird der Stress immer unerträglicher, Millionen wollen raus aus der Mühle. Millionen andere werden von der großen Maschine für überflüssig erklärt und ausgespuckt. 20-Stunden- oder Dreitagewoche oder vier Monate Urlaub oder mit 50 aufhören oder. das können erste Schritte in ein besseres Leben sein. Um Lohnausgleich kämpfen ist gut, doch wer glaubt, die Arbeits-Wachstums-Profit-und-Lohn-Maschine könne unser Leben auf Dauer &#8220;finanzieren&#8221;, irrt. Wir müssen uns mehr freie Zeit erkämpfen, um ein selbstorganisiertes und solidarisches Leben aufzubauen.</p>
<p>Allerlei blödsinnige Erklärungen für die Krise.<br />
Unehrliche Griechen, gierige Manager, Sozialhilfebetrüger, Finanzhaie: sie sind angeblich schuld. Da müssten aber über Nacht ziemlich viele Bösewichter aufgetaucht sein, von denen man vorher nichts gehört hat. Als ob die paar lumpigen Euro mehr Sozialhilfe, die eineR hin und wieder dem Staat noch abluchsen kann, gegenüber den Billionenpaketen für die Banken irgendein Gewicht hätten und als ob nicht der eigentliche Betrug an denen stattfände, denen ein Leben mit Sozialhilfe zugemutet wird. Und was ist mit den Managern, die &#8211; ganz anders als die Prekären und Ausgegrenzten &#8211; an der Quelle sitzen und sich fürstlich bedienen? Sympathisch müssen sie einem nicht sein, aber deswegen haben sie noch lange nicht die Krise &#8220;gemacht&#8221;. Denn wenn sie alles dafür tun, damit sich Kapital bestmöglich verwertet und Maximalprofit rausholen, tun sie nur das, was ganz normal ist in der Marktwirtschaft. Anders funktioniert sie nicht. Setzt sich Daimler nicht gegen die Konkurrenz durch, steht es auch schlecht um seine Arbeitsplätze. Kann man sich bei dem Gedanken wirklich wohl fühlen? Auch wenn von Obama bis Köhler und DGB-Sommer alle den Bankern die Schuld geben und auch wenn in Nordkorea kürzlich ein Funktionär wegen der Inflation (!) hingerichtet wurde: Selber denken ist besser. Wer an Bösewichter glaubt, stellt die Systemfrage nicht. Und umgekehrt.<br />
Auch die Sache mit Griechenland ist ein wenig komplizierter.</p>
<p>Französische Ministerin radikaler als deutsche Arbeiter.<br />
Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde forderte öffentlich höhere Löhne in Deutschland und blamierte damit nicht zuletzt die deutschen Arbeiter und ihre Gewerkschaften. Seit 15 Jahren steigen die Löhne überall in der EU stärker als in Deutschland, wo die Reallöhne sinken, 2009 sogar erstmals die Bruttolöhne. In der EU verdienen Frauen 16% weniger als Männer, in Deutschland sind es 23%. Was hat das alles mit anderen Ländern zu tun? Mit dem Konkurrenzvorteil der relativ sinkenden Arbeitskosten überschwemmen deutsche Waren andere Länder und bringen deren eh schon krisengeschüttelte Wirtschaft in zusätzliche Schwierigkeiten. Kleine Länder wie Griechenland erwischt die deutsche Exportoffensive besonders. Da ist es zynisch, den Griechen vorzuwerfen, sie sollten sich doch ein Beispiel an den Deutschen nehmen. Umgekehrt wäre es besser. Denn während es in Griechenland (und anderswo) schon mal einen Generalstreik gibt, nimmt die große Mehrheit der Deutschen noch jede Zumutung kampflos hin. Streiken? Um Himmels Willen! Bloß nicht auffallen, bloß nicht anecken, lieber den Gürtel enger schnallen und hoffen, dass es die andern mehr trifft als einen selbst. Und immer ans Große Ganze denken. Das hieß bis 1945 übrigens Volksgemeinschaft und denen, die nicht dazugezählt wurden, ging es bekanntlich dreckig. Auch heute meinen viele Deutsche überheblich, die Griechen seien nicht so &#8220;ehrlich und fleißig wie wir&#8221; und folglich selbst schuld. Statt für seine eigenen Interessen einzutreten, unterstützt man lieber den aggressiven Kurs der Bundesregierung gegen Griechenland und andere Länder und hofft, dass etwas davon für einen abfällt.<br />
Entsprechend bedenklich ist der Zustand der Gewerkschaften. Es scheint, als wollten sie in ihrer Mehrheit gar nicht kämpferischer werden &#8211; und selbst dort, wo sie es versuchen, haben sie angesichts dieses Bewusstseins an der Basis große Schwierigkeiten. In den letzten Tarifrunden haben IG Metall und ver.di mehr auf (noch) kooperationsbereite Arbeitgeber gesetzt als auf die (zweifelhafte) Kampfbereitschaft ihrer Mitglieder. Das macht sie noch schwächer.</p>
<p>Sackgasse C-Klassenkampf<br />
Unter der Losung &#8220;Ohne C geht&#8217;s Ländle hee&#8221; (auf hochdeutsch: &#8220;Ohne die Produktion der Daimler-C-Klasse geht Baden-Württemberg kaputt&#8221;) demonstrierten Daimler-Beschäftigte gegen die Verlagerung der Produktion und dafür, dass alles so bleibt wie es ist. Wo man sich nur &#8220;Schaffe, schaffe, Auto baue&#8221; vorstellen kann, macht die Vorstellung Angst, dass es einmal nicht mehr so weitergehen könne. Solche C-Klassenkämpfe sind einerseits verständlich. Denn solange Menschen von Arbeitslohn abhängig sind, weil sie anders ihr Leben nicht bestreiten können, sind sie daran interessiert, diese Arbeit zu behalten. Das Problem ist nur: C-Klassenkämpfe stecken in der Sackgasse. Wo mit immer weniger Arbeit immer mehr produziert werden kann, sind immer mehr Menschen für den Kapitalismus zu teuer und überflüssig. Und Hartz IV-Bezieher kaufen nun mal weder die C-Klasse noch sonst viel. Auch der Staat kann nicht eine Abwrackprämie nach der andern aus dem Hut zaubern, eher wrackt er selbst ab. Außerdem weiß sowieso jeder vernünftige Mensch, dass es viel zu viele Autos gibt.<br />
Auch wenn&#8217;s weh tut: &#8220;Weiter so&#8221; war gestern.<br />
Nachdenken über Grundsätzliches ist angesagt. Warum muss eigentlich das ganze Leben aus Maloche bestehen? Warum soll das eigentlich nicht gehen: Reichtum produzieren mit wenig Arbeit? Die Technik, die Wissenschaft, das Know-how, alles ist da. Die Schaufenster quellen über. Und ist wirklich alles gut und sinnvoll, was heute produziert wird? Mit Autos verstopfte Städte und vergiftete Luft, Berge voll Waffen, Atomkraftwerke und Werbeprospekte für die Mülltonne? Wer arbeitet im Ernst gerne für solchen Mist?<br />
Stell Dir vor: Du und andere nutzen einfach das vorhandene Potential in den Betrieben, Unis und Verwaltungen (auch das in Euren Köpfen) und Ihr organisiert eine solidarische Wirtschaft, in der es &#8220;nur&#8221; um die Bedürfnisse der Menschen geht. Du müsstest Deine besten Jahre nicht mehr für &#8220;die Arbeit&#8221;, &#8220;den Profit&#8221; und &#8220;das Wachstum&#8221; verschleudern, ein reichhaltiges und erfülltes Leben wäre drin. Wäre das nicht wichtiger als &#8220;s&#8217;Ländle&#8221; und Deutschland? Denn was haben ausgerechnet die mit Deinem guten Leben zu tun? Veränderung beginnt im Kopf: in Deinem. &#8220;Mit C geht&#8217;s Läbe hee&#8221; (auf hochdeutsch: &#8220;Mit C geht das Leben kaputt&#8221;)</p>
<p>Zum Weiterlesen:<br />
<a href="http://www.krisis.org/2009/every-bank-is-a-bad-bank" target="_self"> Every Bank is a Bad Bank</a><br />
<a href="http://www.krisis.org/2009/krisengefluester-wahre-und-falsche-ursachen-der-finanzkrise" target="_self"> Wahre und falsche Ursachen der Finanzkrise</a><br />
<a href="http://www.krisis.org/2006/geld-ist-genug-da-doch-das-ist-keine-loesung" target="_self"> &#8220;Geld ist genug da&#8221; Doch das ist keine Lösung</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die „Finanzkrise“ ist eine Krise der kapitalistischen Produktionsweise</title>
		<link>http://www.krisis.org/2010/die-finanzkrise-ist-eine-krise-der-kapitalistischen-produktionsweise</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 20:57:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krisentheorie und Krisenanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Trenkle]]></category>

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		<description><![CDATA[Sieben Thesen zu einem Seminar bei der Europäischen Kooperative Longo maï von Norbert Trenkle (Juni 2010) Version française -  Versione italiana 1.Die Ursachen der gegenwärtigen Wirtschaftkrise sind nicht in der Spekulation und der Verschuldung   zu suchen. Umgekehrt gilt: die gewaltige Aufblähung der Finanzmärkte war und ist Ausdruck einer tiefgreifenden Krise von Arbeit und Kapitalverwertung, deren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="zaehl"><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/6ac2255c3cec4cba86f30fff9aa08d06" alt="" width="1" height="1" /><br />
</span></p>
<h3>Sieben Thesen zu einem Seminar bei der Europäischen Kooperative Longo maï von Norbert Trenkle (Juni 2010)</h3>
<p><a href="http://www.krisis.org/2010/la-crise-financiere-est-une-crise-du-mode-de-production-capitaliste"><strong>Version française</strong></a><strong> -  <a href="http://www.krisis.org/2010/la-crisi-financiara-e-una-crisi-del-modo-di-produzione-capitalistico">Versione italiana</a></strong></p>
<p>1.Die Ursachen der gegenwärtigen Wirtschaftkrise sind nicht in der Spekulation und der Verschuldung   zu suchen. Umgekehrt gilt: die gewaltige Aufblähung der Finanzmärkte war und ist Ausdruck einer tiefgreifenden Krise von Arbeit und Kapitalverwertung, deren Ausgangspunkt gut 30 Jahre zurückliegt.<span id="more-4260"></span></p>
<p>2.Seit dem Crash an den Finanzmärkten im Jahr 2008 ist es zu einer Art Volkssport geworden, „den Spekulanten“ und „den Bankern“ ihre „Gier“ und ihre „Profitsucht“ vorzuwerfen. Tatsächlich jedoch ist die Jagd nach immer höheren Profiten das grundlegende Antriebsmotiv der kapitalistischen Produktionsweise insgesamt. Diese funktioniert nach dem Prinzip „aus Geld muss mehr Geld werden“ (G – W – G’). Man nennt das Kapitalverwertung. Die Produktion von Waren und die Verausgabung von Arbeitskraft in der Warenproduktion ist nur das Mittel für diesen Zweck. Vom Standpunkt der Kapitalverwertung ist es daher gleichgültig, was produziert wird (z.B. Streubomben oder Nudelsauce), wie es produziert wird (z.B. ständig wachsende Arbeitsverdichtung, Prekarisierung oder Kinderarbeit) und welche Konsequenzen dies hat (z.B. Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen).</p>
<p>3.Der kapitalistischen Verwertungslogik ist ein grundsätzlicher und unauflöslicher Selbstwiderspruch inhärent. Auf der einen Seite muss immer mehr Arbeitskraft in der Produktion von Waren vernutzt werden um die Kapitalverwertung in Gang zu halten; denn der Selbstzweck der Vermehrung des Geldes durch Vernutzung von Arbeitskraft ist abstrakt-quantitativ und kennt daher in sich selbst keine logische Grenze. Auf der anderen Seite erzwingt die allgegenwärtige Konkurrenz eine ständige Steigerung der Produktivität durch „Rationalisierung“ der Produktion. Und das bedeutet: immer mehr Produkte pro Zeiteinheit herzustellen, also die notwendige Arbeitszeit zu reduzieren und Arbeitskraft „überflüssig“ zu machen.</p>
<p>4.Die grundsätzliche Krisenpotenz, die in diesem Widerspruch angelegt ist, konnte bis in die 1970er Jahre hinein durch eine Beschleunigung des Wachstumstempos immer wieder in die Zukunft verschoben werden. Durch die Ausdehnung der Kapitalverwertung auf die ganze Welt und auf neue Produktionszweige wurde der Bedarf an Arbeitskräften absolut gesteigert und dadurch der Rationalisierungseffekt kompensiert. Die „dritte industrielle Revolution“ (auf Grundlage der IT-Technologien) hat diesen Kompensationsmechanismus jedoch außer Kraft gesetzt. Sie führte zu einer massenhaften Verdrängung von Arbeitskräften quer durch alle Bereiche der Produktion. Trotz einer weiteren Ausdehnung des Produktausstoßes und einer Globalisierung der Produktion wurden weltweit immer mehr Menschen für die kapitalistische Verwertung „überflüssig“ gemacht. Damit kam ein grundlegender Krisenprozess in Gang, der die Grundlagen der kapitalistischen Produktions- und Lebensweise unaufhaltsam untergräbt.</p>
<p>5.Wie hängt die Aufblähung der Finanzmärkte damit zusammen? Krise der Kapitalverwertung heißt zunächst, dass Kapital keine ausreichenden Anlagemöglichkeiten mehr in der „Realwirtschaft“ findet. In der Folge weicht es an die Finanzmärkte aus und bewirkt dort eine Aufblähung des „fiktiven Kapitals“ (Spekulation und Kredit). Genau das ist seit Beginn der 1980er Jahre geschehen. Dieses Ausweichen an die Finanzmärkte stellte nichts anderes als eine Form des Krisenaufschubs dar. Überflüssiges Kapital fand eine neue (wenn auch „fiktive“) Anlagemöglichkeit und entging so der drohenden Entwertung. Gleichzeitig schuf die Aufblähung von Kredit und Spekulation aber auch zusätzliche Kaufkraft, die ihrerseits eine Ausweitung der Produktion induzierte (z.B. Industrialisierungsboom in China).</p>
<p>6.Der Preis dieses Krisenaufschubs war jedoch die Anhäufung eines immer größeren Krisenpotentials und eine extreme Abhängigkeit von den Finanzmärkten. Die „Akkumulation“ von fiktivem Kapital musste immer weiter gehen. Wenn eine Blase platzte, blieb den Regierungen und Zentralbanken gar nichts anderes übrig, als die Banken und Investoren zu retten und massenhaft ungedeckte Liquidität in die Märkte zu pumpen, um eine neue Blase  aufzublasen. Es ist deshalb auch eine bloße Selbsttäuschung, wenn nun quer durch alle politischen Lager eine weitgehende Einschränkung der Spekulation gefordert wird. Punktuelle Maßnahmen der Regulation sind vielleicht möglich. Insgesamt aber gilt: Spekulation und Kredit müssen weitergehen, weil das kapitalistische System nur noch auf dieser „Grundlage“ funktionieren kann. Es ist daher auch kein Zufall, dass die „Realpolitik“ sich genau nach diesem Muster verhalten hat und die Finanzmarktdynamik wieder angekurbelt wurde.</p>
<p>7.Die aktuelle Krise stellt einen qualitativen Einschnitt dar, denn der Crash konnte nur durch eine massive Aufblähung der Staatsverschuldung aufgefangen werden. Daher schlägt die Krise als jetzt Krise der Staatsfinanzen auf die Gesellschaft zurück („Sparprogramme“). Wenn jetzt aber gesagt wird, es müsse gespart werden, weil „wir über unsere Verhältnisse gelebt“ hätten, dann stellt das den Zusammenhang auf den Kopf. Wenn mit immer weniger Arbeit immer mehr stofflicher Reichtum geschaffen werden kann, dann eröffnet das an und für sich die Möglichkeit eines guten Lebens für alle Menschen. Unter kapitalistischen Verhältnissen aber führt es zu einer Einschränkung der Wertproduktion. Daraus und nur daraus folgt der „Sparzwang“ für eine Gesellschaft, die von eben dieser Wertproduktion abhängig ist. Die gigantische Verschuldung ist also Ausdruck davon, dass die vom Kapitalismus geschaffenen Produktivpotentiale seine eigene Logik sprengen und dass die kapitalistische Reichtumsproduktion nur noch gewaltsam aufrechterhalten werden kann. Die Gesellschaft muss sich von dieser Form der Reichtumsproduktion befreien, wenn sie nicht zusammen mit ihr in den Abgrund gerissen werden will.</p>
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		<title>La « crise financière » est une crise du mode de production capitaliste</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 20:57:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krisentheorie und Krisenanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Ohne thematische Zuordnung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Français]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Trenkle]]></category>

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		<description><![CDATA[Thèses de Norbert Trenkle Deutsche Version &#8211; Versione italiana 1. Les causes de la crise économique actuelle ne sont pas à rechercher du côté de la spéculation ni de l’endettement. On peut par contre constater que l’expansion gigantesque des marchés financiers est l’expression d’une crise profonde du travail et de la valorisation du capital dont [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Thèses de Norbert Trenkle</h3>
<p><a href="http://www.krisis.org/2010/die-finanzkrise-ist-eine-krise-der-kapitalistischen-produktionsweise"><strong>Deutsche Version</strong></a><strong> &#8211; </strong><a href="http://www.krisis.org/2010/die-finanzkrise-ist-eine-krise-der-kapitalistischen-produktionsweise"><strong><a href="http://www.krisis.org/2010/la-crisi-financiara-e-una-crisi-del-modo-di-produzione-capitalistico">Versione italiana</a></strong></a></p>
<p>1.<br />
Les causes de la crise économique actuelle ne sont pas à rechercher du côté de la spéculation ni de l’endettement. On peut par contre constater que l’expansion gigantesque des marchés financiers est l’expression d’une crise profonde du travail et de la valorisation du capital dont l’origine remonte à au moins trente ans.<span id="more-4259"></span></p>
<p>2.<br />
Depuis le krach sur les marchés financiers en 2008, c’est devenu en quelque sorte un sport populaire que de reprocher aux « spéculateurs » et aux « banquiers » leur « ivresse du profit » et leur « rapacité ». Mais, en fait, la recherche du profit toujours plus grand représente bel et bien le moteur de base de l’ensemble du mode de production capitaliste. Il fonctionne selon le principe de « faire avec de l’argent plus d’argent » (A-M-A’). On appelle cela la valorisation du capital. La production de marchandises et la dépense de force de travail ne sont, dans le système de production de marchandises, qu’un moyen pour arriver à ce but. Du point de vue de la valorisation du capital, il est complètement égal de savoir ce qui est produit (p. ex. des bombes à fragmentation ou de la sauce tomate), comment quelque chose est produit (intensification permanente du travail, précarisation, travail des enfants) et aussi quelles en sont les conséquences (destruction des ressources naturelles de la vie).</p>
<p>3.<br />
La logique de valorisation capitaliste porte en elle une contradiction interne et fondamentale qui ne peut pas être résolue. D’un côté, il faut qu’il y ait toujours plus de force de travail dépensée dans la production de marchandises afin de garantir la valorisation du capital ; la multiplication de l’argent, devenue une fin en soi, par le moyen de la dépense de force de travail, est abstraite et quantitative, et ne connaît pas en elle-même de limite logique. De l’autre côté, la concurrence omniprésente oblige à augmenter en permanence la productivité par la « rationalisation » de la production. Cela veut dire qu’il faut produire toujours plus de marchandises par unité de temps, c’est-à-dire réduire le temps de travail nécessaire jusqu’à rendre la force de travail « superflue ».</p>
<p>4.<br />
La potentialité de crise fondamentale que comporte cette contradiction pouvait, jusque dans les années 1970, être différée en permanence par une accélération du rythme de la croissance. Par l’extension de la valorisation du capital à toute la planète et à de nouvelles branches de production, la demande absolue en main-d’œuvre fut augmentée et ainsi l’effet de rationalisation contrecarré. Mais la « troisième révolution industrielle » (sur la base des télécommunications) a rendu inefficace ce mécanisme de compensation. Elle a entraîné une disparition massive de l’emploi dans toutes les branches de production. Malgré l’expansion et la globalisation de la production, toujours plus de gens sont devenus « superflus » du point de vue de la valorisation capitaliste. C’est ainsi que s’est développé un processus de crise fondamentale qui mine le mode de vie et de production capitaliste.</p>
<p>5.<br />
Mais qu’est-ce que le gonflement des marchés financiers a à voir avec tout cela ? La crise de la valorisation du capital veut d’abord dire que le capital trouve toujours plus difficilement moyen de s’investir dans « l’économie réelle ». C&#8217;est pour cela que le capital se rabat sur les marchés financiers et entraîne un gonflement du « capital fictif » (spéculation et crédit). C’est exactement ce qui s’est passé depuis le début des années 1980. Ce déplacement vers les marchés financiers ne représente rien d’autre qu’une forme de mise en sursis de la crise. Le capital en excédent avait trouvé une nouvelle possibilité de placement (« fictive »), échappant ainsi à la menace de la dévalorisation. En même temps, l’expansion du système de crédit et de spéculation a créé plus de pouvoir d’achat, induisant pour sa part un élargissement de la production (p. ex. le boom de l’industrialisation en Chine).</p>
<p>6.<br />
Le prix à payer pour cet ajournement de la crise est une accumulation toujours plus grande de son potentiel de destruction et une dépendance extrême envers les marchés financiers. « L’accumulation » fictive de capital doit se poursuivre inlassablement. Quand une bulle explose, les gouvernements et les banques centrales n’ont d’autre choix que de sauver les banques et les investisseurs et d’injecter massivement des liquidités non couvertes dans les marchés afin de recréer de nouvelles bulles. Les dirigeants politiques de tous bords se font donc des illusions quand ils réclament une limitation rigoureuse de la spéculation. Même si des mesures ponctuelles de régulation sont éventuellement possibles, on peut dire de manière générale que le système reposant sur la spéculation et le crédit doit perdurer parce que le système capitaliste ne peut continuer sur cette seule « base ». Ce n’est pas un hasard non plus si la « realpolitik » a procédé exactement selon ce schéma en essayant de remettre en branle la dynamique des marchés financiers.</p>
<p>7.<br />
La crise actuelle représente un tournant qualitatif car le krach n’a pu être rattrapé qu’au moyen d’une expansion massive de l’endettement étatique. C’est pour cela que maintenant la crise frappe la société sous la forme d&#8217;une crise budgétaire (« programmes d’austérité »). Mais quand aujourd’hui on nous dit qu’il faut faire des économies parce que « nous vivons au-dessus de nos moyens », on présente les choses à l’envers. Si avec moins de travail on peut créer toujours plus de richesses matérielles, cela ouvre en principe la possibilité d’une vie meilleure pour toute l’humanité. Mais le fait de rester soumis aux rapports capitalistes mène à une diminution de la production de valeur. C’est de là, et uniquement de là, que provient « l’impératif de faire des économies » pour une société régie par la dite production de valeur. L’endettement gigantesque est également l’expression de ce que le potentiel productif créé par le capitalisme fait exploser sa propre logique et que la production de richesses sous le capitalisme ne peut être maintenue que par la violence. La société doit se libérer de cette forme de production de richesses si elle ne veut pas être entraînée dans l’abîme avec elle.</p>
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		<title>La Grecia è ovunque</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Mar 2010 11:19:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ohne thematische Zuordnung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Italiano]]></category>
		<category><![CDATA[Tomasz Konicz]]></category>

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		<description><![CDATA[Sopravvivenza drogata o estrema unzione? Gli Stati cercano di salvare il capitalismo attraverso la creazione di credito. Rischi ed effetti collaterali devono essere messi nel conto. Deutsche Version Tomasz Konicz Il fondo non si è ancora toccato: secondo rapporti recenti, il disavanzo del bilancio greco potrebbe essere persino superiore a quello previsto – e quello [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Sopravvivenza drogata o estrema unzione? Gli Stati cercano di salvare il capitalismo attraverso la creazione di credito. Rischi ed effetti collaterali devono essere messi nel conto.</h3>
<p><strong><a href="http://www.krisis.org/2010/griechenland-ist-ueberall">Deutsche Version</a></strong></p>
<p><em>Tomasz Konicz</em></p>
<p><span id="more-4064"></span>Il fondo non si è ancora toccato: secondo rapporti recenti, il disavanzo del bilancio greco potrebbe essere persino superiore a quello previsto – e quello di Atene non è il solo. Alla fine dello scorso anno, il neo-eletto governo greco ha dovuto ammettere che i dati precedenti erano stati manipolati. Con il -12,7 per cento annuo del prodotto interno lordo la perdita è doppia rispetto a quella dichiarata dal deposto governo conservatore a Bruxelles. Il debito totale del paese è ora pari al 125 per cento del PIL annuo. Le agenzie di rating hanno risposto alla truffa finanziaria con il declassamento del merito di credito del paese. Martedì la Commissione UE ha detto che il deficit del bilancio greco potrebbe essere ancora maggiore &#8220;di quanto inizialmente previsto&#8221;. L&#8217;ufficio statistico di Atene lavorerebbe &#8220;in modo inefficace&#8221; e sarebbe &#8220;vulnerabile alle interferenze politiche”.</p>
<h4>Record del debito</h4>
<p>Mai prima nella storia del capitalismo gli Stati si sono indebitati in misura così grande in un periodo così breve di tempo come quello trascorso dallo scoppio della crisi economica mondiale del 2007. Nella UE, Spagna, Gran Bretagna e Irlanda hanno un deficit altrettanto grande quanto quello dei greci. Il debito degli Stati Uniti è enorme. La Germania sembra quasi solida, ma il governo federale, le regioni e i comuni nei primi tre trimestri del 2009 hanno fatto nuovi prestiti per un valore di quasi 100 miliardi di euro, aumentando il deficit di sei volte rispetto allo stesso periodo dello scorso anno.</p>
<p>Le cause di questa crescita del debito sono molto simili ovunque, almeno nei centri del sistema capitalistico mondiale. La recessione ha portato alla riduzione del gettito fiscale, mentre l&#8217;azione frenetica fatta per stabilizzare il settore finanziario e i programmi congiunturali di risanamento ha determinato una esplosione le spese. Solo negli Stati Uniti è stato registrata nell&#8217;ottobre-novembre 2009 una riduzione del gettito fiscale di quasi 300 miliardi di dollari. Il deficit del precedente esercizio finanziario 2008/2009 è stato pari a circa 1400 miliardi di dollari – e fino ad ora il debito record del paese era stato di circa 400 miliardi.</p>
<p>I programmi congiunturali, stimati dal Kiel Institute for World Economics (IFW) pari a poco più di 3000 miliardi di dollari (circa il 4,7 per cento del reddito mondiale), hanno almeno temporaneamente impedito un declino economico. La domanda statale creata ha però ha determinato  nuove  passività di pari importo. Il risultato è la necessità  di programmi ancora più grandi di salvataggio e di supporto per i mercati finanziari. Solo negli Stati Uniti hanno un volume di 23.700 miliardi di dollari. Una volta che scoppia questa nuova bolla, scadranno gran parte di queste garanzie per il settore finanziario, includendo la bancarotta dello Stato. Anche il governo tedesco ha pagato un costo di euro 480 miliardi per dar vita a un &#8220;sistema di salvataggio&#8221; in forma di garanzie statali per il settore finanziario nazionale.</p>
<p>Alla periferia dell&#8217;Europa si possono già vedere alcune economie di fronte ad un fallimento imminente: Ucraina, Lettonia, Ungheria, Romania, Serbia e Bielorussia sono state per ora salvate dal Fondo monetario internazionale (FMI), dalla Banca Mondiale e dalla Commissione europea che con miliardi di dollari di prestito d&#8217;emergenza le hanno protette dalla minaccia di insolvenza. Ma come mostra la Grecia, la crisi sta procedendo rapidamente.</p>
<h4>Fallimento degli Stati.</h4>
<p>Adesso stanno tremando anche paesi che sono membri della UE da decenni. Così la Spagna, che ha subito una retrocessione in termini di affidabilità creditizia. Secondo l&#8217;economista americano Kenneth Rogoff anche la superstabile Austria è in una situazione preoccupante, indicando che la Repubblica delle Alpi potrebbero essere in pericolo di fallimento. Le banche locali avevano effettuato pesanti prestiti in Europa orientale, e questo denaro sarà rimborsato solo parzialmente nel prossimo futuro, o non rimborsato del tutto. Con un ulteriore peggioramento della crisi sarebbe perciò Vienna a dover fare da garante. Anche il Giappone sembra ormai dover soffocare sotto il suo gigantesco debito. Il debito della seconda economia più grande del mondo raggiungerà quest&#8217;anno il 227 per cento del PIL, di cui i primi creditori sono i propri cittadini. Nel frattempo, il tasso di risparmio della popolazione è sceso dal 14 per cento del PIL nel 1990 ad appena il due per cento. La possibilità che ci sia ancora qualcuno disposto a prestare soldi allo Stato è sempre più remota.</p>
<p>Allo stesso tempo, nuovi programmi economici congiunturali internazionali sono necessari. L&#8217;attuale livello raggiunto di recupero non è stato &#8220;sufficiente&#8221;, osservava l&#8217;Istituto tedesco per la politica macroeconomica e per la ricerca sulle tendenze economiche ai primi di gennaio. Anche nel più alto organo della U. S. Federal Reserve durante la sua ultima riunione a dicembre sono state articolate richieste di ulteriori misure correttive per l&#8217;economia degli Stati Uniti.</p>
<p>Ciò chiarifica anche le cause dell&#8217;orgia di debito pubblico. Gli Stati si sono infilati nel ruolo dei mercati finanziari e in quello dei consumatori statunitensi, nel frattempo diventati alquanto parsimoniosi. Questi avevano alimentato a lungo la domanda tramite il credito. Ora si cerca di alimentare il boom sulla base del credito con i soldi dei contribuenti. Così  si mantiene per ora una economia globale sofferente da decenni di una crisi sistemica di sovrapproduzione. Senza indebitamento il capitalismo semplicemente non può funzionare. Che possa restare nell&#8217;attuale situazione però è tutto da vedere, dal momento che la Grecia è ovunque.</p>
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		<title>Griechenland ist überall</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 11:56:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krisentheorie und Krisenanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Tomasz Konicz]]></category>

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		<description><![CDATA[Überlebensdroge oder letzte Ölung? Staaten erzeugen Nachfrage auf Pump, um Kapitalismus zu retten. Risiken und Nebenwirkungen werden in Kauf genommen Versione italiana Tomasz Konicz Schlimmer geht’s immer: Laut aktuellen Berichten könnte das griechische Haushaltsdefizit noch höher ausfallen als bislang erwartet. (Allerdings steht Athen damit nicht allein.). Ende vergangenen Jahres mußte die neugewählte Regierung eingestehen, daß [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Überlebensdroge oder letzte Ölung? Staaten erzeugen Nachfrage auf Pump, um Kapitalismus zu retten. Risiken und Nebenwirkungen werden in Kauf genommen</strong></p>
<p><a href="http://www.krisis.org/2010/la-grecia-e-ovunque"><strong>Versione italiana</strong></a></p>
<p><em>Tomasz Konicz</em></p>
<p>Schlimmer geht’s immer: Laut aktuellen Berichten könnte das griechische Haushaltsdefizit noch höher ausfallen als bislang erwartet. (Allerdings steht Athen damit nicht allein.). Ende vergangenen Jahres mußte die neugewählte Regierung eingestehen, daß die bisherigen Angaben manipuliert waren (sie jW vom Donnerstag). Mit 12,7 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts (BIP) sei der Fehlbetrag doppelt so hoch wie von der abgewählten konservativen Regierung nach Brüssel gemeldet. Die Gesamtverschuldung des Landes liegt inzwischen bei 125 Prozent des Jahres-BIP. Ratingagenturen reagierten auf den Bilanzschwindel mit Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Landes. Am Dienstag erklärte die EU-Kommission, das griechische Haushaltsdefizit könnte noch größer ausfallen »als bisher erwartet«. Das Statistikamt in Athen arbeite »ineffektiv« und sei »anfällig für politische Einmischungen«.<span id="more-3996"></span></p>
<h3>Rekordverschuldung</h3>
<p>Nie zuvor in der Geschichte des Kapitalismus haben sich dStaaten in so kurzer Zeitspanne dermaßen verschuldet wie seit Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 2007. In der EU weisen Spanien, Großbritannien und Irland ein ähnlich hohes Defizit aus wie die klammen Hellenen. Die Verschuldung der USA ist gigantisch. Da scheint die BRD fast solide – obwohl Bund, Länder und Kommunen in den ersten drei Quartalen 2009 durch neue Kredite in Höhe von nahezu 100 Milliarden Euro das Defizit gegenüber dem Vorjahreszeitraum versechsfacht hatten.</p>
<p>Die Ursachen dieser Entwicklung sind zumindest in den Zentren des kapitalistischen Weltsystems vergleichbar. Die Rezession führte zu verminderten Steuereinnahmen, während hektische Maßnahmen zur Stabilisierung des Finanzsektors und Konjunkturprogramme die Ausgaben in die Höhe schnellen ließen. In den USA wurde allein zwischen Oktober und November 2009 ein Minus von nahezu 300 Milliarden US-Dollar registriert. Das Manko im abgelaufenen Haushaltsjahr 2008/2009 betrug rund 1400 Milliarden Dollar – bisher lag die annualisierte Rekordverschuldung des Landes bei etwa 400 Milliarden.</p>
<p>Die vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) auf gut 3000 Milliarden US-Dollar geschätzten Konjunkturprogramme (rund 4,7 Prozent des Welteinkommens) haben einen Absturz der Wirtschaft zumindest vorläufig verhindert. Die staatlich erzeugte Nachfrage entspricht aber auch neuen Verbindlichkeiten in derselben Höhe. Hinzu kommen die weitaus größer dimensionierten Rettungs- und Stützungsprogramme für die Finanzmärkte. Allein in den USA haben diese ein Volumen von 23700 Milliarden Dollar. Sobald die damit initiierte Spekulationsblase platzt, wird ein Großteil dieser Bürgschaften für den Finanzsektor fällig, Staatsbankrotte inklusive. Auch die BRD-Regierung hatte einen 480 Milliarden Euro teuren »Rettungsschirm« in Form staatlicher Bürgschaften für den heimischen Finanzsektor aufgespannt.</p>
<p>An der Peripherie Europas sehen sich bereits einige Volkswirtschaften mit einem drohenden Staatsbankrott konfrontiert: Die Ukraine, Lettland, Ungarn, Rumänien, Serbien und Belarus mußten vom Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank und der EU-Kommission mit milliardenschweren Notkrediten vor drohender Zahlungsunfähigkeit bewahrt werden. Doch wie Griechenland zeigt, kommt die Krise flott voran.</p>
<h3>Staatsbankrotte</h3>
<p>Nun taumeln Staaten, die schon seit Jahrzehnten Mitglieder der EU sind. So mußte auch Spanien eine Herabstufung in Sachen Bonität hinnehmen. Im als superstabil geltenden Österreich sorgten Äußerungen des US-Ökonomen Kenneth Rogoff für Aufregung, denen zufolge die Alpenrepublik vom Bankrott bedroht sein könnte. Dortige Banken hatten viel Geld in Osteuropa ausgeliehen, Geld, das auf absehbare Zeit nur zum Teil oder gar nicht zurückgezahlt wird. Bei einer erneuten Verschärfung der Krise müßte Wien dafür bürgen. Auch Japan scheint nun an seinen gigantischen Schulden zu ersticken. Die Verbindlichkeiten der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt sollen in diesem Jahr 227 Prozent des BIP erreichen, die hauptsächlich gegenüber den eigenen Bürgern bestehen. Inzwischen ist jedoch die Sparquote der Bevölkerung von 14 Prozent des BIP 1990 auf nur noch zwei Prozent gefallen. Nachfragekapazität für weitere Staatsanleihen gibt es kaum noch.</p>
<p>Zugleich werden international neue Konjunkturprogramme gefordert. Der bisher erreichte Aufschwung sei nicht »selbsttragend«, bemerkte beispielsweise das deutsche Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung Anfang Januar. Auch im höchsten Gremium der US-Notenbank wurden bei dessen letzter Sitzung im Dezember Forderungen nach weiteren Korrekturmaßnahmen für die US-Wirtschaft laut.</p>
<p>Damit werden zugleich die Ursachen der öffentlichen Verschuldungsorgie deutlich. Die Staaten schlüpften in die Rolle der Finanzmärkte und der inzwischen klammen US-Konsumenten. Diese hatten zuvor die Nachfrage auf Pump angeheizt. Nun wird versucht, den Aufschwung auf Kreditgrundlage (Defizitkonjunktur) per Steuergeld anzuheizen. Die jahrzehntelang unter einer systemischen Überproduktionskrise leidende Weltwirtschaft wurde so am Leben erhalten. Ohne Verschuldung kann der Kapitalismus schlicht nicht mehr funktionieren. Ob er mit ihr weiterwurschteln kann bleibt abzuwarten, denn Griechenland ist überall.</p>
<p><em>Dieser Artikel erschien zuerst in der Jungen Welt vom 14.01.2010</em></p>
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		<item>
		<title>Crash!</title>
		<link>http://www.krisis.org/2009/crash</link>
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		<pubDate>Fri, 18 Dec 2009 16:15:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus und Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krisentheorie und Krisenanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Español]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Una nueva leyenda está haciendo furor sobre el origen de la crisis : “nuestra economía” ha sido víctima de la codicia sin límites de un puñado de banqueros y especuladores. Alimentados por el dinero barato del banco central de EE.UU. y apoyado por decisiones de políticos irresponsables, que han llevado al mundo al borde del [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Una nueva leyenda está haciendo furor sobre el origen de la crisis : “nuestra economía” ha sido víctima de la codicia sin límites de un puñado de banqueros y especuladores. Alimentados por el dinero barato del banco central de EE.UU. y apoyado por decisiones de políticos irresponsables, que han llevado al mundo al borde del abismo, mientras que las victimas han sido los de siempre “ la gente honrada”</p>
<p><a href="http://www.krisis.org/2008/crashkurs-flugblatt-zur-finanzkrise">Deutsche Version</a> &#8212; <a href="http://www.krisis.org/2008/crash-course">English version</a> &#8212; <a href="http://www.krisis.org/2009/crash-course">Version française</a> &#8212; <a href="http://www.krisis.org/2008/crashcursus">Nederlandse versie</a> &#8212; <a href="http://www.krisis.org/2008/crashkurs-appunti-sulla-crisi-finanziaria">Versione italiana</a> &#8212; <a href="http://www.krisis.org/2008/2907">българска версия<br />
<span id="more-3978"></span></a></p>
<p><em>Grupo Krisis</em></p>
<p>Nada es tan objetivamente incorrecto e ideológicamente peligroso par la opinión pública que estos tópicos y leyendas. Se trata exactamente de todo lo contrario El crecimiento desmedido de los mercados financieros no es la causa de la miseria y de la crisis, sí no una maniobra evasiva antes la crisis fundamental que se enfrenta la sociedad capitalista desde la década de 1970. En ese tiempo terminó el boom de crecimiento de la posguerra, basado en un largo período de apoyo a un crecimiento económico real, que basado en la extensión y generalización del modo de producción industrial a nuevos sectores como la fabricación de automóviles. Para la producción de productos básicos eran necesarias en la década de 1950 y 60, una multitud de trabajadores adicionales que alcanzaron salarios que superaron el nivel de la supervivencia y que podían por esa razón también acceder al consumo de masas. Desde la racionalización generalizada en los sectores básicos de la producción mundial, más y más trabajadores fueron sustituidos por procedimientos automatizados que destruyeron las condiciones para un boom económico impulsado por el consumo. La crisis capitalista clásica ha sido así sustituida por la crisis más fundamental y que afecta a la misma posibilidad del trabajo</p>
<h4>La “ humanidad superflua”</h4>
<p>Es una de las contradicciones enloquecedor del modo capitalista de producción que el gran salto en la productividad hecho posible por la “revolución microelectrónica” no e ha dado lugar una vida mejor para todos. Ha ocurrido finalmente lo contrario, el trabajo se ha acelerado, el ritmo y la presión laboral ha aumentado. Para supervivir cada dia millones de personas, en todo el mundo, deben vender ,en las peores condiciones , su fuerza de trabajo, que es valorada por el nivel de productividad , y que de esta forma se ve cada vez más devaluada.</p>
<p>Esta es una de las contradicciones del capitalismo, pero también significa es también un factor que contribuye a la autodestrucción de sus propias bases. Una sociedad que se fundamenta en la explotación del trabajo humano, está llegando a sus límites estructurales, cuando convierte al trabajador cada vez en algo más obsoleto. La economía mundial se ha mantenido , durante más de treinta años, sólo por la inflación y el aumento de la especulación y el crédito ( “capital ficticio”) en continuo movimiento. Si el capital se concentró en los mercados financieros fue debido a que la economía real no ofrece suficientes oportunidades de inversión. Los Estados están en deuda para cubrir sus presupuestos y un número creciente de personas, directa o indirectamente, financian su consumo con el crédito. De esta manera, la esfera financiera se convierte en la industria de base del motor del crecimiento capitalista. La “economía real”, tan cacareada, no es fue asfixiada por los mercados financieros, Por el contrario, el “milagro económico chino” y el “record de exportación de Alemania” no hubiese sido posible sin el gran ciclo de expansión y crecimiento de la deuda global de las últimas décadas, con los EE.UU. en el centro.</p>
<h4>Gestión de emergencias y la estanflación</h4>
<p>En el momento presente las posibilidades de controlar los efectos de la crisis son limitados. Y ello no debe ser motivo de celebración. Las consecuencias serán dramáticas. Por ahora descarga toda la crisis y la devaluación de la potencia acumulada de los últimos treinta años con toda su fuerza. La política tiene la mayor parte de responsabilidad en el ritmo y el progreso de este proceso. Básicamente, no puede parar. O elimina el billón de dólares de los “rescate” , con consecuencias desastrosas para la economía “real”. O aumenta de manera exorbitante la deuda pública nacional y establece así las condiciones para un aplazamiento de la crisis, que surgirá aún mayor y más grave en el futuro próximo. Las consecuencias será el regreso de la “estanflación” – la simultaneidad de la recesión crónica y la inflación galopante – a un nivel mucho más alto que en la década de 1970..</p>
<p>Todo empuja en gran medida, y durante los decenios pasados ; la caída de los salarios, las condiciones de trabajo precarias, la privatización de gran parte del sector público se privatiza, al hecho de que es una cantidad inesperadamente grande y creciente de la humanidad hayan sido declaradas simplemente superflua. La pregonada “nueva función del Estado” no va a consistir de ninguna manera en la restauración del capitalismo el “renano” de los años 60 con pleno empleo y una mayor prosperidad. Esta aparente vuelta del Estado si puede consistir en la organización y administración de la exclusión social, racial y nacionalista. El retorno de la ”regulación” y “capitalismo de Estado” es concebible sólo en la forma de un Estado autoritario y represivo de la gestión de las emergencias.</p>
<h4>El mundo es demasiado rico para el capitalismo</h4>
<p>La actual crisis financiera marca el punto de inflexión en la era de capital ficticio y por lo tanto la crisis fundamental del capitalismo, que se puso de manifiesto ya en la década de 1970, alcanzando un nuevo nivel. Esta crisis no es sólo una crisis específica del “sistema imperio” anglosajón o del “neoliberalismo”, como pretende la movilización antiaméricana, con ribetes claramente antisemitas. Más bien, ahora parece que el mundo es demasiado rico par a la pobreza del modo de producción capitalista. por el modo capitalista de producción pobres es demasiado rico y la sociedad está condenada a la barbarie ,la miseria y la irracionalidad sin no es capaz de superar el capitalismo.</p>
<p>El problema no son los ”especuladores” y los mercados financieros , sino lo absurdo de una sociedad que produce riqueza sólo como un producto de desecho del valor real o para la utilización del capital ficticio. Un retorno a un capitalismo de bases aparentemente sólidas, centrado en el uso de ejércitos de manos de obra, no es ni posible ni deseable.</p>
<p>Cada víctima que ahora se exige para mantener la dinámica destructiva de esta producción absurda , es una burla a la buena vida, que hace mucho tiempo era posible: en una sociedad más allá de la producción de mercancías, dinero y Estado . La crisis actual no es sino la puesta en cuestión, finalmente, del sistema mismo.</p>
<p>Traducción Paralelo36</p>
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		<title>Il “ritorno dello Stato” come amministratore della crisi</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 18:13:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krisentheorie und Krisenanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Staat, Politik, Demokratie und Rechtsform]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Italiano]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Trenkle]]></category>

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		<description><![CDATA[Deutsche Version &#8211; English Version Norbert Trenkle 1. Gran parte della sinistra riconduce l&#8217;attuale crisi economica mondiale a cause politiche. Secondo questa sinistra, il neo-liberalismo, che ha totalmente deregolamentato il mercato e in modo particolare scatenato i mercati finanziari, ha fallito. Adesso ci aspetterebbe una nuova era di regolamentazione e controllo statale, su cui diventerebbe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.krisis.org/2009/die-rueckkehr-des-staates-als-krisenverwalter"><strong>Deutsche Version</strong></a><strong> &#8211; </strong><a href="http://www.krisis.org/2009/die-rueckkehr-des-staates-als-krisenverwalter"><strong></strong></a><strong><a href="http://www.krisis.org/2009/the-return-of-the-state-as-crisis-administrator"><strong>English Version</strong></a></strong></p>
<p><em>Norbert Trenkle</em> <span id="more-3928"></span></p>
<p>1.<br />
Gran parte della sinistra riconduce l&#8217;attuale crisi economica mondiale a cause politiche. Secondo questa sinistra, il neo-liberalismo, che ha totalmente deregolamentato il mercato e in modo particolare scatenato i mercati finanziari, ha fallito. Adesso ci aspetterebbe una nuova era di regolamentazione e controllo statale, su cui diventerebbe perciò essenziale incidere. Punti centrali sarebbero il ridimensionamento del capitale finanziario e il rafforzamento dell&#8217;economia reale, la quale da parte sua dovrebbe essere riformata in senso ecologico e sociale. La riuscita di questo progetto dipenderebbe soprattutto dai rapporti di forza e dalla mobilitazione politica.</p>
<p>2.<br />
Questa analisi trascura però l&#8217;origine di fondo della crisi globale. Anche se essa è stata innescata da un crack dei mercati finanziari, le sue cause vanno cercate in tutt&#8217;altro luogo. L&#8217;enorme rigonfiamento dei mercati finanziari degli ultimi 30 anni non dipende da decisioni politiche arbitrarie o sbagliate, ma è espressione di una crisi strutturale della valorizzazione del capitale, crisi che è emersa con la fine del boom fordista del dopoguerra. Grazie alla fondamentale riorganizzazione dei rapporti di lavoro e di produzione avvenuta con il passaggio alla terza rivoluzione industriale (automatizzazione dei processi produttivi, flessibilizzazione e precarizzazione del lavoro, catena di creazione del valore su basi transnazionali, etc) si è pervenuti ad una massiva razionalizzazione del lavoro nei settori chiave del capitalismo. Con ciò si sono però scalzate al tempo stesso le basi della valorizzazione capitalistica, che poggiano sull&#8217;utilizzo sempre crescente di forza lavoro. Poiché l&#8217;“economia reale” non permetteva più una valorizzazione sufficiente, questo ha determinato il dirottamento di un sempre maggior flusso di capitali verso i mercati finanziari, dando luogo ad una gigantesca bolla di “capitale fittizio” (Marx) non coperto da alcun valore reale. Senza questo passaggio, che ha permesso di rimandare la crisi dell&#8217;accumulazione capitalistica, l&#8217;economia mondiale sarebbe saltata già da un pezzo. Il prezzo è stato l&#8217;accumularsi di un potenziale di crisi sempre più grande. Sorprendente perciò non è che si sia arrivati al crash dei mercati finanziari: ciò che andrebbe chiarito è piuttosto come mai questo crash si sia fatto attendere così a lungo.</p>
<p>3.<br />
Questo differimento è stato possibile solo perché da decenni la politica statale e internazionale ha puntato in maniera determinata a sostenere la dinamica dei mercati finanziari reagendo perciò ad ogni crisi finanziaria (crisi messicana, crisi asiatica, crisi russa, crisi della new economy, etc) nel medesimo modo, cioè attraverso la creazione di credito supplementare, così inducendo il rigonfiamento di sempre nuove bolle. Questo modello di reazione indica come le cause strutturali del processo di crisi non dipendano dalla politica, ma da una contraddizione fondamentale propria della dinamica storica del capitalismo, contraddizione che precede ogni agire cosciente. Il capitalismo crea enormi forze produttive e un enorme potenziale di ricchezza, che potrebbero render possibile ad ogni persona (e veramente a tutti) una buona vita. Ma esse non sono conciliabili con l&#8217;ottuso scopo autoreferenziale dell&#8217;utilizzo della forza lavoro vivente ai fini della produzione di plusvalore, poiché rendono superfluo sempre più lavoro. Finiscono cioè per determinare un processo fondamentale di crisi che non solo mina le fondamenta della valorizzazione del capitale, ma anche al tempo stesso i rapporti sociali di riproduzione che ne dipendono e le stesse condizioni naturali della vita. Il rigonfiamento dei mercati finanziari non è la causa di questa crisi, bensì il suo sintomo. Esso mostra che l&#8217;accumulazione capitalistica può ancora funzionare, in modo precario, solo come appendice del capitale fittizio.</p>
<p>4.<br />
Su questo sfondo diventa chiaro quali contenuti abbia di fatto il tanto evocato “ritorno dello stato”. Nonostante tutte le dichiarazioni per una “regolamentazione” e un ritorno all&#8217;economia reale, il sostegno ai mercati finanziari e il rigonfiamento di una nuova bolla speculativa e creditizia sarà anche in avvenire al centro di ogni politica di amministrazione della crisi. Anche i socialdemocratici di sinistra, i sindacati ed esponenti di Attac esigono la salvezza delle banche. La differenza è solo nei dettagli, cioè nella questione se esse dovranno essere nazionalizzate o meno e chi ne sosterrà i costi. Quest&#8217;ultima domanda tuttavia è già decisa: i costi sono talmente giganteschi, che essi potranno venir coperti solo con un massiccio indebitamento pubblico. Tutto il resto ha solo un carattere simbolico (“tassazione delle ricchezza”, porre limiti ai guadagni dei manager, responsabilità civili dei banchieri, etc.). Non c&#8217;è naturalmente niente da obbiettare nel caso si tolgano soldi ai ricchi, alle banche e agli imprenditori per ripartirli fra chi ne ha bisogno, tuttavia la funzione di una tale rivendicazione nel dibattito politico finisce per essere regressiva, perché serve solo a stigmatizzare quelli che diventano “capri espiatori” e a calmare l&#8217;irritazione moralistica, mentre copre la vera dimensione della crisi.</p>
<p>5.<br />
Anche se, attraverso una enorme cascata di denaro, dovesse riuscire ad arrestare il processo di crisi &#8211; sia pure ancora una volta in modo precario &#8211; nel gigantesco indebitamento per salvare il sistema finanziario è prefigurato il fatto che nei prossimi anni gran parte della riproduzione sociale venga rasa al suolo, poiché essa non sarà più “finanziabile”. È certo che la massa dei debiti accumulati non potrà essere smantellata nemmeno con la più restrittiva politica del risparmio. Non è di fatto neanche possibile che sia la massa dei salariati, dei precari e dei disoccupati a pagarla. Essi però subiranno gli effetti del “patto di salvataggio” in tutta la sua durezza, poiché l&#8217;indebitamento richiederà restrizioni brutali a qualsiasi politica del futuro, quale che sia il partito o la tendenza. Così, mentre in futuro un ulteriore indebitamento dello stato verrà posto entro stretti confini, il peso degli interessi crescerà enormemente. Le conseguenze sono facilmente intuibili: la politica si  concentrerà sulla salvaguardia delle “funzioni rilevanti per il sistema”, ovvero, accanto ai mercati finanziari, i rimanenti centri e “cluster” di valorizzazione produttiva del capitale, le infrastrutture e il personale ad essi necessari, mentre l&#8217;infrastruttura generale, lo stato sociale, il sistema sanitario pubblico saranno ulteriormente demoliti, salari e pensioni decurtati (attraverso tagli e come risultato dell&#8217;inflazione), e la massa di persone precarizzate e “superflue” in continuo aumento. Per queste ultime “amministrazione”della crisi significherà mensa dei poveri, disciplinamento autoritario ed esclusione. Questo tipo di gestione della crisi sarà perseguito anche da ogni partito che perverrà al potere con le parole d&#8217;ordine di “riforme sociali ed ecologiche”.</p>
<p>6.<br />
L&#8217;attuale dibattito sulle riforme è una farsa, poiché suggerisce una prospettiva per la quale non vi è più alcuna base materiale. Nel periodo di crescita del capitalismo, e in particolare nell&#8217;epoca del boom fordista del dopo guerra, era possibile un relativo miglioramento delle condizioni di lavoro e di vita entro lo spazio capitalistico, poiché la dinamica di accrescimento del movimento di valorizzazione spingeva verso l&#8217;integrazione di un crescente numero di persone nel sistema dell&#8217;utilizzo di forza lavoro e della produzione di merci. Da quando un sempre maggior numero di persone è diventato “superfluo” dal punto di vista capitalistico, la funzione della “politica delle riforme” si è ridotta ad organizzare e regolare la sempre più crescente frammentazione sociale e regionale della società. Questa tendenza non potrà che rafforzarsi nel corso della crisi. Per contrastare questa politica di “demolizione” è necessaria una radicale trasformazione della concezione di ricchezza sociale. Solo allora le lotte – quelle dei lavoratori come quelle contro l&#8217;abbattimento dello stato sociale e delle infrastrutture o quelle che puntano all&#8217;appropriazione diretta e collettiva delle risorse (mezzi di produzione, abitazioni, spazi culturali e sociali, etc.) &#8211; potranno avere una nuova prospettiva di di emancipazione. Finché la ricchezza verrà pensata solo nella forma della merce e del valore, quindi l&#8217;accesso alla ricchezza materiale apparirà sempre solo possibile attraverso il denaro, le restrizioni e le follie di questa forma sociale verranno presupposte ed accettate. Così per esempio la massiva chiusura di siti produttivi, dove magari vengono prodotte cose utili (come ad esempio buoni alimenti), sembrerà sempre “inevitabile”, mentre al tempo stesso si lotterà accanitamente per il mantenimento e l&#8217;ampliamento della produzione di auto, sebbene gli effetti di avvelenamento del clima siano oramai da lungo tempo noti a tutti. L&#8217;unica via di uscita dal corso autodistruttivo della società della merce sembra così bloccata da questa forma-mentis. Essa comincia nella testa e prosegue nell&#8217;orientamento dell&#8217;azione. Sta a noi forzare questo blocco.</p>
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