<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>krisis &#187; Marianne Gronemeyer</title>
	<atom:link href="http://www.krisis.org/navi/marianne-gronemeyer/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.krisis.org</link>
	<description>Beiträge zur Kritik der Warengesellschaft</description>
	<lastBuildDate>Sun, 29 Aug 2010 14:13:47 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.1</generator>
		<item>
		<title>Wenn uns die Arbeit ausgeht&#8230;</title>
		<link>http://www.krisis.org/2005/wenn-uns-die-arbeit-ausgeht</link>
		<comments>http://www.krisis.org/2005/wenn-uns-die-arbeit-ausgeht#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 31 Dec 2005 00:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ohne thematische Zuordnung]]></category>
		<category><![CDATA[Losarbeiten - Arbeitslos?]]></category>
		<category><![CDATA[Marianne Gronemeyer]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.krisis.org/?p=695</guid>
		<description><![CDATA[Eine l&#228;ngere Fassung dieses Beitrags befindet sich in: Losarbeiten &#8211; Arbeitslos?, hg. von Andreas Exner, Judith Sauer, Pia Lichtblau, Nora Hangel, Veronika Schweiger, Stefan Schneider, in Kooperation mit Attac, ( Unrast-Verlag, M&#252;nster 2005. Streifz&#252;ge 36/2006 von Marianne Gronemeyer &#8220;Eine seltsame Sucht beherrscht die Arbeiterklasse aller L&#228;nder&#8230; Es ist dies die Liebe zur Arbeit, die rasende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Eine l&#228;ngere Fassung dieses Beitrags befindet sich in: Losarbeiten &#8211; Arbeitslos?, hg. von Andreas Exner, Judith Sauer, Pia Lichtblau, Nora Hangel, Veronika Schweiger, Stefan Schneider, in Kooperation mit Attac, ( Unrast-Verlag, M&#252;nster 2005.</h3>
<p><a href="http://www.streifzuege.org/">Streifz&#252;ge</a> 36/2006</p>
<p><em>von Marianne Gronemeyer</em></p>
<p>&#8220;Eine seltsame Sucht beherrscht die Arbeiterklasse aller L&#228;nder&#8230; Es ist dies die Liebe zur Arbeit, die rasende bis zur Ersch&#246;pfung der Individuen und ihrer Nachkommenschaft gehende Arbeitssucht. Statt gegen diese geistige Verirrung anzuk&#228;mpfen, haben die Priester, die &#214;konomen und die Moralisten die Arbeit heilig gesprochen. Blinde und beschr&#228;nkte Menschen, haben sie weiser sein wollen als ihr Gott&#8230; haben sie das, was ihr Gott verflucht hat, wieder zu Ehren zu bringen gesucht.&#8221; (Paul Lafargue)<a name="1" href="#a1"><sup>1</sup></a></p>
<p><span id="more-695"></span>Wer diesen Text heute in prek&#228;rer Lage, also von Arbeitslosigkeit bedroht oder betroffen, liest, der wird ihn zynisch oder frivol finden. Als ob, was verzweifelte Angewiesenheit ist, nur eine verirrte Neigung, eine fehlgeleitete Begierde, kurz eine &#8220;seltsame Sucht&#8221; sei. Als sei das die tiefere Ursache der gegenw&#228;rtigen Krise der Arbeit, dass wir so verteufelt vernarrt in sie sind, dass wir so versessen darauf sind, Arbeit zu verrichten statt dem edlen M&#252;&#223;iggang zu fr&#246;nen, und als sei die Arbeit nur deshalb so knapp, weil sich alle so nach ihr dr&#228;ngeln. Dabei wird, andererseits, den Arbeitsuchenden von den modernen Zynikern ganz anderes eingesch&#228;rft: &#8220;Wer Arbeit will, der kriegt auch welche.&#8221; Was nun also: Ist die Mehrheit der modernen Lohnsklaven arbeitss&#252;chtig oder arbeitsscheu?</p>
<p>Aber ist Lafargue denn wirklich ein Zyniker? Oder k&#246;nnen wir mit seiner Hilfe einige der unumst&#246;&#223;lichen Satzwahrheiten in Frage stellen, welche uns tagt&#228;glich als die Quintessenz der &#246;konomischen Vernunft eingebl&#228;ut werden &#8211; einer besonderen Abteilung von Vernunft &#252;brigens, die sich im allgemeinen Bewusstsein l&#228;ngst als <em>die</em> Vernunft schlechthin etabliert hat?</p>
<h4>Die Heiligung der Arbeit</h4>
<p>Lafargue sagt der Arbeit nach, sie sei die &#8220;Ursache des geistigen Verkommens und k&#246;rperlicher Verunstaltung&#8221;. Das mag in dieser zugespitzten Form ein Spezifikum der Zeit der Fr&#252;hindustrialisierung gewesen sein, aber gleichwohl ist doch den allermeisten auch heute die Arbeit eine solche Last, dass sie von der eigentlichen Lebenszeit als Zeit des Nicht-Lebens subtrahiert wird. Das Leben findet au&#223;erhalb der Arbeit statt, wenn es denn stattfindet. Und trotzdem steht ,Arbeit&#8217; den Umfragen zufolge an der ersten Stelle der Lebenshoffnungen. Was macht die Lohnarbeit so attraktiv, dass niemand auf die Idee verf&#228;llt, sie zu &#228;chten, wie man einst die Sklavenarbeit &#228;chtete, nicht einmal die, die sich abrackern um ein karges Entgelt als Tausch f&#252;r ihre verlorene Lebenszeit einzuhandeln, und noch weniger die, denen der Zugang zur Arbeit &#252;berhaupt verweigert wird? Niemand w&#252;rde es wagen, auf die Arbeit zu pfeifen. Denn sie ist heutzutage nahezu die einzige M&#246;glichkeit, sein Auskommen zu finden. Eigentlich garantiert f&#252;r die allermeisten <em>nur</em> die Lohnarbeit den Lebensunterhalt. Also k&#246;nnte man meinen, dass die Verehrung, die die Arbeit genie&#223;t, gar nicht ihr selbst gilt, sondern dem Lohn, der dabei abf&#228;llt. Das w&#252;rde aber nicht erkl&#228;ren, warum diejenigen, die aus dem Arbeitsprozess versto&#223;en werden, sich nicht nur materiell gesch&#228;digt, sondern vor allem ausgesto&#223;en f&#252;hlen, nicht mehr zugeh&#246;rig. Warum also l&#246;st Arbeitslosigkeit solche dramatischen <em>Sinnkrisen </em>aus?</p>
<p>Arbeit ist knapp, oder besser: sie ist k&#252;nstlich verknappt und wird tagt&#228;glich rarer. Man braucht sich nur die mit d&#252;sterer Stimme vorgetragenen Nachrichten &#252;ber Firmenzusammenlegungen und die sie begleitende &#8220;Freisetzung&#8221; der Arbeitenden zu Tausenden zu vergegenw&#228;rtigen um diese Tendenz allen anders lautenden Beschw&#246;rungen zum Trotz f&#252;r unumkehrbar zu halten. Wir leben aber in einer Gesellschaft, in der alles, was knapp ist, in h&#246;chstem Ansehen steht, w&#228;hrend das &#252;berreichlich Vorhandene naser&#252;mpfend f&#252;r minderwertig erkl&#228;rt wird. Das f&#252;hrt zu der perversen Situation, dass die Verehrungsw&#252;rdigkeit der Arbeit in dem Ma&#223;e steigt, in dem sie immer knapper wird, obwohl durch diese Verknappung der Arbeits- und Leistungsdruck und die zeitliche Beanspruchung f&#252;r die Einzelnen immer mehr anwachsen, obwohl also moderne Arbeitsverh&#228;ltnisse immer mehr &#196;hnlichkeit mit &#252;berwunden geglaubter Sklavenhalterschaft annehmen:</p>
<p>W&#228;hrend ich dies schreibe, kommt der lange und ungeduldig erwartete Techniker des Telefon-St&#246;rungsdienstes ins Haus um den Schaden, den ein Blitz angerichtet hat, zu beheben. Er kommt gewisserma&#223;en im Laufschritt. Den ihm angebotenen Kaffee akzeptiert er beinah widerwillig und kippt ihn hastig hinunter, w&#228;hrend er schon mit fliegenden H&#228;nden die notwendigen Verrichtungen erledigt. Er wirkt geradezu schwei&#223;gebadet und macht &#8211; das sei zu seiner Ehre gesagt &#8211; es dennoch m&#246;glich, freundlich zu bleiben, ja uns sogar bei der Diagnose weiterer Sch&#228;den zu helfen, die ihn wegen der strikten Auftragsaufteilung und -erteilung gar nichts angehen oder angehen d&#252;rfen. Ihm unterl&#228;uft bei seiner hastigen Arbeit ein Fehler, den er mit einem nerv&#246;sen Blick auf die Uhr korrigiert. Sein Kommentar: &#8220;Je schneller das gehen muss, desto ineffektiver werde ich.&#8221; Nach Erledigung seines Auftrages hetzt er zu seinem Auto, um weitere Kundenauftr&#228;ge ,abzuarbeiten&#8217;. Er ist gewiss ein guter und verst&#228;ndiger Techniker, und ich habe enormen Respekt davor, dass er es sich leistete, sich um unsere Belange zu k&#252;mmern, die ihn nur in noch gr&#246;&#223;ere zeitliche Bedr&#228;ngnis brachten. Als er fortf&#228;hrt, frage ich mich, wie lange der Mittvierziger das noch durchhalten kann, und ich bin gar nicht mehr so sicher, dass die k&#246;rperliche Zerm&#252;rbung der Arbeitenden ein Spezifikum der Fr&#252;hindustrialisierung war. Dennoch wird auch dieser gejagte Techniker in den Chor derer einstimmen, die die Arbeit als das h&#246;chste Gut besingen. Denn noch einmal: Je knapper und zugleich zwingender die Arbeit wird, desto heiliger und unantastbarer steht sie da.</p>
<p>Sp&#228;testens an diesem Punkt m&#252;sste die Frage nach den Profiteuren dieser irrigen Anschauung ins Spiel kommen. Aber so sehr verbindet sich schon jetzt mit dem Besitz eines Arbeitsplatzes die Vorstellung, einer Elite zuzugeh&#246;ren, dass sich diese mickrigen Eliten der niederen R&#228;nge hineinphantasieren in die Zugeh&#246;rigkeit zu den ,Happy few&#8217; und deshalb ihre ,Privilegien&#8217; mit Z&#228;hnen und Klauen gegen die Habenichtse verteidigen. Und die wiederum verf&#252;gen nicht &#252;ber so viel Definitionsmacht, dass sie den Spie&#223; einfach umdrehen und daran erinnern k&#246;nnten, dass in der antiken Gesellschaft &#252;berhaupt nur derjenige den B&#252;rgerstatus erwerben, also Ansehen genie&#223;en konnte, der <em>nicht</em> zur Verrichtung von schwerer Arbeit gen&#246;tigt war. Nicht auszudenken, was passieren w&#252;rde, wenn sich dies als das neue Selbstbewusstsein der Arbeitslosen durchsetzen w&#252;rde, statt dass sie besch&#228;mt und gedem&#252;tigt ein m&#246;glichst unauff&#228;lliges Schattendasein f&#252;hren, das Schattendasein der viel zu Vielen, die ihrer Vielheit wegen nicht nur nichts wert, sondern eine gesellschaftliche Zumutung sind. Sie w&#228;ren dann zwar immer noch materiell schlecht gestellt, aber sie k&#246;nnten selbstbewusst eine neue kritische &#214;ffentlichkeit begr&#252;nden, in der sie sogar den im Arbeitsprozess drangsalierten und vollst&#228;ndig erpressbaren Mitb&#252;rgerinnen und Mitb&#252;rgern die kritische Stimme der nicht mehr Erpressbaren leihen k&#246;nnten. Darin k&#246;nnten sie &#252;brigens von den Alten unterst&#252;tzt werden, die auch keine Arbeit mehr zu verlieren haben: eine gro&#223;e Koalition der nicht-erpressbaren Nichteinverstandenen.</p>
<p>Ich bin mir vollst&#228;ndig dar&#252;ber im Klaren, dass ich mir mit diesem Szenario den Vorwurf des Sozialromantizismus einhandle. Also: Mit welchen lieb gewordenen Denkgewohnheiten m&#252;ssten wir noch brechen, um dieser abwegigen Vorstellung zur Glaubw&#252;rdigkeit zu verhelfen? Wir m&#252;ssten uns abgew&#246;hnen, den Arbeitslosen das ihnen vom Noch-Sozialstaat gew&#228;hrte karge Sal&#228;r zu missg&#246;nnen, wir m&#252;ssten aufh&#246;ren, sie ihres Nichtstuns wegen scheel anzusehen. Tats&#228;chlich h&#228;tten wir allen Grund, die Nicht-Arbeiter und Nicht-Arbeiterinnen f&#252;rstlich zu honorieren, denn sie sch&#228;digen die Gesellschaft bei weitem weniger als diejenigen, die ihre Arbeitskraft in den Dienst des gro&#223;en ,Weltverbesserungsprojekts&#8217; der Moderne stellen, das in Wahrheit unsere Lebensgrundlagen vollst&#228;ndig zerst&#246;rt. Aber ebenso tats&#228;chlich geh&#246;rt es nat&#252;rlich zu den Spielregeln der modernen Gesellschaft, gerade denjenigen Macht, Autorit&#228;t und Erfolg zuzuerkennen, die die Gesellschaft am nachhaltigsten sch&#228;digen, die den meisten das meiste vorzuenthalten verm&#246;gen. Wir m&#252;ssten also die Verteilung von Schaden und Nutzen neu bedenken.</p>
<p>Der Gesellschaft und der Natur schaden in diesem Sinn nicht nur die 220 Reichsten der Welt, die sich den halben Globus unter den Nagel gerissen haben, nicht nur die Tausende von Wissenschaftlern, die ihren Lebenssinn und ihren Ruhm darin suchen, fieberhaft die milit&#228;rischen Vernichtungspotenziale zu raffinieren, auch nicht nur die ,exzellenten K&#246;pfe&#8217; in den Biotechnologien, die die Menschen und alles, was sonst kreucht und fleucht und w&#228;chst und gedeiht, aller Kreat&#252;rlichkeit berauben und zum Rohstoff ihrer hybriden Konstruktionsabsichten machen wollen, und auch nicht nur die neuen Zyniker im gro&#223;en Agrobusiness, die eine Apokalypse des Hungers vorbereiten, indem sie das Saatgut so manipulieren, dass es nach <em>einer</em> Ernte tot, also nicht mehr keimf&#228;hig ist und Jahr f&#252;r Jahr neu gekauft werden muss bei diesen Herren der Erde.</p>
<p>Wohlgemerkt, sie alle stehen in hohem gesellschaftlichen Ansehen.</p>
<p>Sch&#228;digend sind jedoch auch die Betreiber jener Professionen, die nach wie vor auch moralisch einen guten Ruf genie&#223;en, die Repr&#228;sentanten der Dienstleistungsberufe, die heilenden, lehrenden und helfenden Berufe eingeschlossen, die sich schmeicheln, nichts als segensreich zu sein in ihrem Wirken, w&#228;hrend sie in Wahrheit eine entm&#252;ndigende &#8220;Expertenherrschaft&#8221; (Ivan Illich) aufrichten, die die Menschen der Verf&#252;gungsgewalt &#252;ber ihre eigenen Belange vollst&#228;ndig beraubt. Ich muss mich nur in meiner eigenen Lebensgeschichte umsehen, um mich dar&#252;ber zu entsetzen, wie viele von den Lebens- und Sterbensverrichtungen, die in meiner Kindheit noch ganz selbstverst&#228;ndlich in der Verf&#252;gung von jederfrau und jedermann waren &#8211; von der Reparatur der Dinge des t&#228;glichen Bedarfs &#252;ber die Kurierung von Kinderkrankheiten bis zum Sterbebeistand -, heute in die Zust&#228;ndigkeit von Experten und Expertinnen fallen, die sie als Dienstleistungsware feilbieten und jeden Versuch, davon <em>keinen</em> Gebrauch zu machen, nicht nur mit professioneller Strenge entmutigen, sondern sogar scharf sanktionieren.</p>
<p>Kurzum: Bei genauerem Hinsehen wird man feststellen, dass beinah alles, was heute berufsm&#228;&#223;ig an Arbeit verrichtet wird, menschheitssch&#228;digend ist, und zwar durch die Bank. Tats&#228;chlich m&#252;ssen nicht die Arbeitslosen sich die Sinnfrage stellen lassen, sondern die Arbeitenden, und sorgf&#228;ltige Selbstpr&#252;fung w&#252;rde sie mit einem eher best&#252;rzenden Eindruck von der Sinnhaftigkeit ihres gesch&#228;ftigen Tuns konfrontieren.</p>
<p>Kommt noch hinzu, dass die Arbeitslosen, ihrer bescheidenen Alimentierung wegen, auch die schlechteren Konsumierenden sind, und auch das macht sie, wiederum gegen den Richtungssinn der &#246;konomischen Propaganda, zu ,besseren, will sagen: vertr&#228;glicheren Menschen&#8217;, denn ohne Frage verhalten sich, aufs Gro&#223;e und Ganze und auf lange Sicht gesehen, diejenigen am freundlichsten gegen&#252;ber den Nachkommen, die am wenigsten von dem verbrauchen, was sich nicht von selbst erneuert.</p>
<p>W&#228;re aber so die Ehre der Arbeitslosen wiederhergestellt, dann bliebe immer noch zu fragen, wie sie ihre zunehmende materielle Misere verbessern k&#246;nnten. Die einzige Antwort, die mir einleuchtet, lautet: ,Eigenarbeit&#8217;. Eigenarbeit, das hei&#223;t, den Geldbedarf und die Geldabh&#228;ngigkeit zu mindern durch eigenes Tun und durch die Schaffung unmittelbar n&#252;tzlicher Gebrauchsg&#252;ter f&#252;r den eigenen oder den nachbarschaftlichen Bedarf. Es w&#228;re ein anderer Gebrauch als der ,Ein-Euro-Arbeitsdienst&#8217; von der &#252;berreichlich vorhandenen Zeit der Arbeitslosen zu machen. Die viel zu viele Zeit wird von den Arbeitslosen ja in der &#252;berw&#228;ltigenden Mehrheit der F&#228;lle gerade als peinigend und peinlich empfunden und die Pflicht, sie totzuschlagen, als noch belastender als die Maloche. Aber in ihr k&#246;nnte eine reelle Chance stecken. Denn Arbeit an sich ist ja keineswegs knapp, im Gegenteil, sie liegt &#252;berall herum, man muss sie nur in Angriff nehmen. Knapp ist blo&#223; die bezahlte Arbeit, k&#246;nnte man meinen. Und so scheint es doch nahe liegend, die notwendigen Verrichtungen, in denen man sich als Lohnarbeiter durch andere vertreten lie&#223;, die wiederum <em>damit</em> ihren Lebensunterhalt verdienten, wieder selbst in die Hand zu nehmen; und sei es auch aus Unge&#252;btheit zun&#228;chst ein wenig st&#252;mperhaft. Aber Vorsicht, so einfach ist das nicht.</p>
<p>In einem studentischen Projekt, das sich &#252;ber zwei Semester erstreckte, sind wir intensiv der Frage nachgegangen, welche M&#246;glichkeiten zur Eigent&#228;tigkeit und zur Minderung des Geldbedarfs es in den Bereichen Nahrung, Kleidung, Wohnung und Bildung in den modernen Gesellschaften gibt. Das deprimierende Ergebnis unserer Nachforschungen: Die konsumistische Gesellschaft hat die beiden in ihr favorisierten Existenzweisen, n&#228;mlich Warenproduktion und Warenkonsumtion, so totalisiert, dass beinah jede andere nicht von solcher Produktion und solchem Konsum beherrschte T&#228;tigkeit erstorben ist. Nicht zuletzt dadurch, dass es schlichtweg kaum noch Eigenarbeit gibt, die ihren Einsatz lohnte. Jede Eigenarbeit wird durch Billigprodukte von vornherein ins Unrecht gesetzt oder entmutigt.</p>
<ul>
<li>Meine Gro&#223;mutter konnte noch aus zwei oder drei aufgeribbelten Pullovern einen neuen stricken, der nichts kostete. Der war keinesfalls modisch, aber warm, praktisch und haltbar. Heute kann man keinen gekauften Pullover mehr aufribbeln. Und die Wolle, um einen zu stricken, kostet das Dreifache von einem modischen Fertigteil aus chinesischer oder indischer Produktion.</li>
<li>Die Bauern f&#252;hren Klage, dass sie Milch nicht mehr zu dem Preis produzieren k&#246;nnen, den die K&#228;ufer/innen im Supermarkt daf&#252;r entrichten m&#252;ssen.</li>
<li>Man kann so beschwerlich und asketisch reisen, wie man will, es wird immer noch teurer sein als ein Last-Minute-Schn&#228;ppchen vom Reiseanbieter auf Luxusniveau. Es ist nicht mehr einfach, mit seiner H&#228;nde und seines Hirnes Arbeit etwas herzustellen, das nichts oder weniger kostet als das, was im Supermarkt der Billigangebote zu haben ist.</li>
</ul>
<p>Und noch einer anderen Gefahr ist die Eigenarbeit ausgesetzt, n&#228;mlich der, verwechselt zu werden mit der Schattenarbeit, die wir als Konsumierende in immer gr&#246;&#223;erem Umfang zu leisten gezwungen werden. Jene unbezahlte Arbeit, die wir verrichten m&#252;ssen, um wertdefiziente Waren oder Dienstleistungen so aufzubessern, dass wir sie brauchen oder verbrauchen k&#246;nnen.</p>
<p>Ivan Illich, der diese Art von Arbeit pr&#228;zise analysiert und identifiziert hat, schreibt: &#8220;Mit Schattenarbeit meine ich das neuzeitliche, unbezahlte Komplement zur Lohnarbeit (&#8230;) jene Arbeit, die notwendig &#8211; oft lebensnotwendig ist um fertige Ware f&#252;r den Haushalt &#252;berhaupt erst brauchbar zu machen. Diese Arbeit konnte es nicht geben, bevor aus dem Haushalt, dem Ort des Unterhalts, ein Heim wurde, das nun Ort des Konsums ist.&#8221;<a name="2" href="#a2"><sup>2</sup></a> Schattenarbeit wird insbesondere im Dienstleistungssektor geleistet. Schularbeitenhilfe f&#252;r die Kinder, Transport der Kinder zu den zahlreichen Nachmittagsbesch&#228;ftigungen, die Heimwerkerei von Ikea-Kunden, das Warten im Sprechzimmer des Arztes, der Gang zur Berufsberatung, die therapeutischen Ma&#223;nahmen, die notwendig werden, damit Kinder und Erwachsenen ihren institutionellen Alltag &#252;berhaupt &#252;berstehen k&#246;nnen, die Wartung des Autos, die Bedienung des h&#228;uslichen Maschinenparks, die M&#252;lltrennung usw. usf. All dies sind T&#228;tigkeiten, die nicht mir selbst oder dem Mitmenschen gelten. Sie sind viel mehr ein Dienst an <em>den</em> Institutionen, die den Menschen die Zust&#228;ndigkeit f&#252;r ihre eigenen Angelegenheiten &#252;berhaupt erst entzogen haben. Durch Schattenarbeit richten sich die Konsumierenden/Produzierenden selbst und gegenseitig f&#252;r ihre Institutionen- und Maschinentauglichkeit zu. Schattenarbeit macht immer mehr Teilprozesse von Dienstleistungen, die wir ja bezahlen m&#252;ssen, zur unbezahlten Obliegenheit der Konsumierenden. Inzwischen m&#252;ssen wir den Banken die Arbeit durch Tele-Banking erleichtern, der Bahn AG durch die Selbstbedienung im Internet, der Telekommunikation ihren Konkurrenzkampf durch penible Preisvergleiche erm&#246;glichen. Immer mehr Zeit muss in diese Handlangerei f&#252;r den Apparatus investiert werden, Zeit, die den Wohltaten, die wir einander gew&#228;hren k&#246;nnen, abgeht.</p>
<p>Ern&#252;chtert und illusionslos ist also festzustellen, dass die Eigenarbeit in der konsumistischen Gesellschaft nahezu chancenlos ist, und doch pl&#228;diere ich daf&#252;r, alle Anstrengungen der Phantasie und alle Kraft des Gedankens darauf zu richten, wie wir uns denn aus dem W&#252;rgegriff der gro&#223;en Erpressung befreien k&#246;nnen, die uns mit dem Arbeitsplatzargument jegliches Wohlverhalten und jegliche Unterwerfung abn&#246;tigen kann. Und Freiheitsspielr&#228;ume k&#246;nnen wir nur zur&#252;ckgewinnen, wenn wir unseren Geldbedarf einschr&#228;nken, auch wenn es so scheinen mag, als w&#252;rden wir Unabh&#228;ngigkeit durch mehr Geld gewinnen. Mehr Geld h&#228;lt uns aber in der barbarischen Logik des &#8220;Faschismus des Geldes&#8221; (George Steiner) gefangen.</p>
<h4>Bildung f&#252;r einen t&#228;tigen Weltumgang</h4>
<p>Es ist gerade die Dummheit, verstanden als b&#246;sartige Verweigerung des Gedankens, die die Bedingung der Entstehung von Reichtum ist. Was allerdings bedauerlicherweise nicht den Umkehrschluss zul&#228;sst, die Armen seien notwendigerweise klug.</p>
<p>Zur Bildung geh&#246;rt das Nachdenken, die Zeit f&#252;r Um- und Abwege, das Bedenken der Folgen des Gedachten, die Kritik und die Kritik der Kritik, das Schlendern und Flanieren, die Umkehr und der Neuanfang, die verzweifelte Einsicht, der ungeg&#228;ngelte Dialog, die Ziellosigkeit der Gedankenwege, die Lust am folgenlosen Experimentieren, der beharrliche Zweifel und vieles mehr. Zur Bildung und zur Erkenntnis geh&#246;rt es, dass man ihr im Kreis von Freunden und nicht im Umfeld von Konkurrenten nachgeht. Sobald ich meine Bildung mit dem scheelen Blick auf den beargw&#246;hnten Nebenbuhler &#8220;vorantreibe&#8221;, habe ich die M&#246;glichkeit, mich zu bilden, Einsicht und Erkenntnis zu gewinnen, bereits verspielt. Die Neugier, der Durst nach Erkl&#228;rung, Einsicht und Sinn weichen dem eisernen Willen zu siegen, Vorteil zu ergattern und Position zu gewinnen. Folglich: Bildung und kapitalistische ,Vernunft&#8217; schlie&#223;en einander kategorisch aus.</p>
<p>Die Konkurrenz spielt Nullsummenspiele. Der Erfolg des Einen ist die Niederlage der Andern, mehr noch, je mehr Niederlagen ich anderen zuf&#252;ge, desto besser stehe ich da. Mein Erfolg bemisst sich im t&#228;glichen Wirtschaftskampf gerade nicht nach der Qualit&#228;t der erzeugten Produkte, sondern nach der Zahl der aus dem Felde geschlagenen Konkurrenten. Je h&#228;rter die Konkurrenz, desto mehr werden der Notwendigkeit, auf diesem Schlachtfeld zu siegen, alle Ziele, alle Inhalte, und alles Gemeinwohl geopfert. Eine Vergleichg&#252;ltigung unvorstellbaren Ausma&#223;es findet statt. Es kommt nicht mehr darauf an, was ich mache, sondern lediglich darauf, was ich von mir hermache. Unter dem Konkurrenzdruck wird Imagepflege zum ersten Erfordernis, weshalb schon jetzt viele Unternehmen mehr Geld in die Werbung und Akzeptanzforschung stecken als in die eigentliche Produktion. Aber nicht nur Unternehmen, auch Politiker und Kirchenf&#252;hrer, K&#252;nstler, Entertainer und Wissenschaftler strampeln sich ab in diesem Metier, um in die ,Bestsellerlisten&#8217; zu gelangen, sich besser zu verkaufen als andere. Der Konkurrenzkampf k&#252;rt nicht die Besten und das Beste, sondern die Raffiniertesten und Skrupellosesten, die die Verf&#252;hrungs- und Verdummungsk&#252;nste am virtuosesten beherrschen. Und er bef&#246;rdert nicht das beste Produkt, sondern dasjenige, dem mit Hilfe raffiniertester Werbestrategien der Nimbus, dass es beneidenswert mache, verpasst werden konnte.</p>
<p>Wie aber ist es m&#246;glich, dass die &#246;konomische Unvernunft sich so unangefochten als Vernunft behaupten kann? Wie ist es m&#246;glich, dass Wachstum, Innovation, Arbeit und Konkurrenz sich in der <em>opinio communis</em> so unbestritten als das Rettende, als der K&#246;nigsweg in eine lebenswerte Zukunft festsetzen konnten? Wie kommt es zu dieser gespenstischen Dynamik, die mit dem Gutsein und Gutwerden der Welt und ihrer Bewohner gar nichts mehr zu tun hat? Die Antwort auf diese Frage kann kurz ausfallen. Sie braucht nur vier Buchstaben: GELD. Die Unterstellung, es k&#246;nne alles, was von dieser &#8211; und jener &#8211; Welt ist, mit einem Geldwert belegt werden, macht alles miteinander vergleichbar, gegeneinander austauschbar, durcheinander ersetzbar, in seiner Verwertbarkeit taxierbar und in seinem Daseinsrecht bestimmbar. Der Geldwert vernichtet alle Singularit&#228;ten, alles Eigenwillige, Eigenst&#228;ndige und Einzigartige und erkl&#228;rt die Beliebigkeit zum Prinzip.</p>
<p>Aber diese Geldwerte, die allem und jedem angeheftet werden, sind nicht real, sie haben keine Wirklichkeit, sie sind eine reine Fiktion, aber dennoch wirksam, sie treiben eine leere Dynamik an; sie legen sich wie ein Schimmelbezug auf die Welt der realen Dinge und Wesen. Sie begr&#252;nden eine von der Wirklichkeit losgel&#246;ste Parallelwelt, in der die Logik des Geldes herrscht. In <em>dieser</em> Logik ist das &#246;konomische Kalk&#252;l ,vern&#252;nftig&#8217;. Geld ist heute der wichtigste Indikator f&#252;r das, was gilt. Aber der Geldwert ist nichts, was den Dingen oder den Wesen oder den Ph&#228;nomenen oder Begebenheiten zu eigen ist. Geldwerte sind das Resultat einer Veranschlagung &#8211; &#8220;Was kost&#8217; die Welt?&#8221; &#8211; und von Simulation, eine Gespensterwelt eben. Aber trotz oder gerade wegen ihrer Leere verf&#252;gen sie &#252;ber die Macht, die Wirklichkeit in sich einzusaugen und sich selbst als &#228;u&#223;erst wirkm&#228;chtig zu erweisen. Es bedarf aller Anstrengung des widerborstigen Gedankens, um sich von dieser Logik mit ihren t&#246;dlichen Folgen nicht ganz und gar irre machen zu lassen.</p>
<p>Nur in der Logik des Geldes konnte die Arbeit zu dem werden, was sie heute &#8211; noch &#8211; ist, zur Ware. Allerdings stellen wir jetzt fest, dass sie noch weiter herunterkommen kann. Ihre Warenf&#246;rmigkeit ist noch nicht das Endstadium ihrer Verunstaltung: Der Techniker, der meine Telefonanlage reparierte, ist schon nicht mehr nur ein Arbeitnehmer, der seine Arbeitskraft einem Unternehmer gegen einen sch&#228;bigen Gegenwert verkauft. Er geh&#246;rt bereits dem neuen Typus des &#8220;Arbeitskraft-Unternehmers&#8221; an, und der muss viel mehr als seine Arbeitskraft verkaufen, n&#228;mlich sich selbst mit Haut und Haar inklusive seiner Familie und allem, was sein ist. Im Gegenzug darf er sich schmeicheln zur Unternehmerkaste zu geh&#246;ren. Er ist Unternehmer seiner selbst. Ihm wird Autonomie versprochen, er kann und soll sein Arbeitsschicksal ganz in die eigene Hand nehmen; er sei sein eigener Herr, wird ihm zugesichert, niemand werde ihm dreinreden. Nur zwei Vorgaben stehen eisern fest: das Ziel, das ihm gesetzt ist, und der Zeitpunkt, zu dem das makellose Resultat seiner unternehmerischen Bem&#252;hungen vorzuliegen hat. &#8220;Wie Sie das machen, interessiert uns nicht.&#8221; Und so wird ihm die volle Verantwortung angedreht f&#252;r die Markttauglichkeit seiner Offerte. Er muss sich auf dem Laufenden halten, sein Angebot den Erfordernissen des Marktes mit seismographischem Sp&#252;rsinn anpassen, er muss sein eigener Zeitmanager sein und seine Gesundheit stabil halten, er muss seine vollkommene Mobilit&#228;t gew&#228;hrleisten und seine Familie bei Laune halten, er muss sein ganzes Leben in den Dienst der p&#252;nktlich zu erledigenden Aufgabe stellen, mit seinen Ersparnissen die Zeiten schlechter Auftragslage &#252;berbr&#252;cken und f&#252;r sein Alter vorsorgen. Wer dies Metier perfekt beherrscht, kann sogar mit ansehnlicher Entlohnung rechnen. &#8220;Viele genie&#223;en zun&#228;chst die (&#8230;) Rolle des <em>high</em> <em>performer,</em> vor allem in jungen Jahren macht die Probe auf die eigene Belastbarkeit noch Spa&#223;. Auch wer allm&#228;hlich ahnt, dass das Tempo der ersten Berufsjahre nicht durchzuhalten ist, mutet sich und den nahe stehenden Menschen den Verzicht auf freie Zeit in der Hoffnung zu, irgendwann werde die Balance gelingen. Gefangen im Selbstbild des K&#246;nners f&#252;hlt man sich lange als ,Herr der Lage&#8217;, verdr&#228;ngt Zeitdruck und Stress wie eine peinliche Krankheit, aber schon in mittleren Jahren w&#228;chst die Angst&#8230;&#8221;<a name="3" href="#a3"><sup>3</sup></a></p>
<p>Das alles ist wahrlich Grund genug, in Lafargues Verdikt &#252;ber die Arbeit einzustimmen. Aber die Konsequenz, die er daraus zieht, n&#228;mlich ein &#8220;Recht auf Faulheit&#8221; zu proklamieren, will ich nicht mitvollziehen. Faulheit k&#246;nnen wir uns ja heute nur als das Komplement zur Arbeit vorstellen, als ein vollkommen ersch&#246;pftes Nichtstun. Aber daraus entsprie&#223;en dem Menschen keine Kr&#228;fte, Kr&#228;fte wachsen ihm vielmehr aus dem Tun, aus dem T&#228;tigsein zu. Schon Goethe wusste, dass die reife Pers&#246;nlichkeit aus dem &#8220;t&#228;tigen Weltumgang&#8221; erw&#228;chst, und George Steiner ahnt, dass uns ohne diesen t&#228;tigen Weltumgang buchst&#228;blich das Lachen vergeht, denn der Augenblick des gro&#223;en Lachens entspringe aus &#252;berstandener M&#252;hsal und aus dem Gelingen einer selbstgesetzten Aufgabe zum eigenen Nutzen und zum Wohle anderer.</p>
<hr />
<h4>Anmerkungen</h4>
<p><a name="a1" href="#1">1</a> Lafargue, Paul (1980; Original 1891): Das Recht auf Faulheit, Edition Sonne und Faulheit, S. 21.</p>
<p><a name="a2" href="#2">2</a> Illich, Ivan (1982): Schattenarbeit. In: Ders.: Vom Recht auf Gemeinheit, Rowohlt Verlag, S. 76.</p>
<p><a name="a3" href="#3">3</a> Kadritzke, Ulf (Juli 2005): &#220;bern&#228;chtigt in Seattle. Die neue Arbeit enteignet die Zeit, in: <em>LE MONDE diplomatique</em>, S. 9.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.krisis.org/2005/wenn-uns-die-arbeit-ausgeht/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
