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	<title>krisis &#187; Stefan Meretz</title>
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	<description>Beiträge zur Kritik der Warengesellschaft</description>
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		<title>Konkret- und abstrakt-allgemeine Arbeit</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Apr 2009 10:57:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaftliche Emanzipation]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik der Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wert, Ware, Fetisch]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Meretz]]></category>

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		<description><![CDATA[Red. Anmerkung: Ernst Lohoff hat sich in seinem Artikel »Der Wert des Wissens« in krisis 31 (2007, S. 13-51, Kurzfassung) zur Begründung der »Universalgüterthese«, nach der digitale Informationsgüter genuin wertlos sind, u.a. auch auf den Begriff der »allgemeinen Arbeit« bezogen. Daraus ist eine Diskussion entstanden, die wir hier in loser Artikelfolge dokumentieren wollen. Den Auftakt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Red. Anmerkung: Ernst Lohoff hat sich in seinem Artikel »Der Wert des Wissens« in krisis 31 (2007, S. 13-51, <a href="http://www.krisis.org/2007/der-wert-des-wissens">Kurzfassung</a>) zur Begründung der »Universalgüterthese«, nach der digitale Informationsgüter genuin wertlos sind, u.a. auch auf den Begriff der »allgemeinen Arbeit« bezogen. Daraus ist eine Diskussion entstanden, die wir hier in loser Artikelfolge dokumentieren wollen. Den Auftakt bilden die Thesen von Stefan Meretz.</em></p>
<h3>Thesen zur „allgemeinen Arbeit“</h3>
<p><em>Stefan Meretz</em><span id="more-3541"></span></p>
<p>(1) Ausgangspunkt meiner Überlegungen ist Fußnote 24 in dem Aufsatz „Der Wert des Wissens“ (Lohoff 2007), in der es heißt: „&#8230;der Terminus ‚allgemeine Arbeit‘ &#8230; könnte dahingehend missverstanden werden, als handele es sich bei der Informationsarbeit um unmittelbar gesellschaftliche Tätigkeit. Das ist nicht intendiert. Diese Tätigkeiten sind in der kapitalistischen Gesellschaft selbstverständlich genauso borniert, entfremdet und formbestimmt wie jede andere Arbeit. Die Unterscheidung allgemeine Arbeit – getrennte Privatarbeit soll einen Binnengegensatz innerhalb der Welt ungesellschaftlicher gesellschaftlicher Praxis kenntlich machen. Streng arbeitskritisch gelesen handelt es sich beim Ausdruck ‚allgemeine Arbeit‘ insofern um eine paradoxe Begriffsbildung, als die Transformation von Tätigkeit in Arbeit bereits die Herauslösung dieser Tätigkeit aus dem gesellschaftlichen Zusammenhang impliziert.“</p>
<p>(2) Hieraus ergeben sich eine Reihe von Fragen: Was ist allgemeine Arbeit? Ist allgemeine Arbeit unmittelbar gesellschaftliche Tätigkeit? Ist Informationsarbeit dazuzurechnen, oder wenn nicht, wozu dann? Wie ist das Verhältnis von Arbeitsform und gesellschaftlicher Form? Ist allgemeine Arbeit ein paradoxer Begriff? Ist Arbeit aus dem gesellschaftlichen Zusammenhang herausgelöste Tätigkeit? – Diesen und weiteren Fragen versuche ich mich anzunähern (hier nur thesenhaft).</p>
<p>(3) Zunächst benötige ich eine Klärung der Frage, was »Allgemeines« eigentlich ist. Häufig wird Allgemeines als Resultat eines Abstraktionsvorgangs und damit als Gegenteil des Besonderen angesehen: Ich lasse solange die Besonderheiten der Einzelnen weg, bis ich zu einem Residuum komme, dass dann dann noch allen Einzelnen gemeinsam ist. Diese Form des Alltagsverstandes entspricht durchaus der realabstraktiven Form der Verallgemeinerung in der Warenproduktion. Hegel hingegen unterscheidet zwei Formen der Allgemeinheit: <strong>Abstrakt-Allgemeines</strong>, worin Besonderes ununterscheidbar eingeebnet ist, und <strong>Konkret-Allgemeines</strong>, worin Besonderes als Repräsentant des Allgemeinen zur Geltung kommt. Dem Abstrakt-Allgemeinen steht das Einzelne und Besondere äußerlich gegenüber, während das Konkret-Allgemeine das »Reichtum des Besonderen in sich fassende Allgemeine« (Hegel 1979, S. 54) ist. – Nun aber zum Gegenstand.</p>
<p>(4) Menschen finden ihre Lebensbedingungen nicht bloß vor, sondern sie stellen sie verallgemeinernd-vorsorgend her. Vorsorgend, insofern es nicht nur um die aktuelle Bedürfnisbefriedigung geht, sondern immer auch um die zukünftige; verallgemeinernd, insofern es nicht bloß darum geht, in unmittelbarer Kooperation die notwendigen Dinge herzustellen und zu nutzen, sondern indem zwischen Herstellen und Nutzen ein unterschiedlicher Grad gesellschaftlicher Vermittlung dafür sorgt, dass alles gemacht, aber nicht jeder Einzelne alles machen muss. Die Ebene der Verallgemeinerung ist also die Gesellschaft, und die Art (und der Grad) der Vermittlung ist die historisch-spezifische Art (und der Grad) der Vergesellschaftung.</p>
<p>(5) Allgemeine Arbeit ist Arbeit für allgemeine Andere. Allgemeine Arbeit darf also nicht verwechselt werden mit unmittelbar-kooperativer (gemeinschaftlicher) Arbeit. Marx betont, es sei »zu unterscheiden zwischen allgemeiner Arbeit und gemeinschaftlicher Arbeit. Beide spielen im Produktionsprozeß ihre Rolle, beide gehn ineinander über, aber beide unterscheiden sich auch. Allgemeine Arbeit ist alle wissenschaftliche Arbeit, alle Entdeckung, alle Erfindung. Sie ist bedingt teils durch Kooperation mit Lebenden, teils durch Benutzung der Arbeiten Früherer. Gemeinschaftliche Arbeit unterstellt die unmittelbare Kooperation der Individuen.« (MEW 25, 113f) Daraus folgt zweierlei: Allgemeine Arbeit <em>ist</em> gesellschaftliche Arbeit. Allgemeine Arbeit als Entdeckung oder Erfindung unterscheidet sich von anderen Formen allgemeiner Arbeit.</p>
<p>(6) Die Warenproduktion ist eine indirekte, über den Wert vermittelte gesellschaftliche Form, allgemeine Arbeit zur Geltung zu bringen. Allgemein ist nur jene Arbeit, die gesellschaftliche Geltung besitzt. Im Kapitalismus wird jedoch getrennt voneinander produziert. Gesellschaftliche Geltung erlangen die Produkte damit nicht in „direkter Vermittlung“, sondern nur über die indirekte Vermittlung von Markt und Tausch. Durch diese Indirektion müssen die Produkte – um gesellschaftlich verallgemeinert zu werden – einen Vergleichs­prozess durchlaufen, der von der (potenziell) allgemeinen Nützlichkeit abstrahiert und sie auf ein reines Quantum, <em>abstrakt-allgemeine Arbeit</em> und mithin Wert<em>, </em>reduziert: »Tauschwert setzende Arbeit ist daher abstrakt allgemeine Arbeit« (MEW 13, 17).</p>
<p>(7) Es ist nicht möglich, dass die Gebrauchswerte als solche – nämlich als besondere Einzelne – allgemeine gesellschaftliche Geltung erlangen. Allgemeinheit gewinnen sie nur als »Rückseite« des Werts. Marx hat diese Dialektik so ausgedrückt: »Der der Ware immanente Gegensatz von Gebrauchswert und Wert, von Privatarbeit, die sich zugleich als unmittelbar gesellschaftliche Arbeit darstellen muß, von besondrer konkreter Arbeit, die zugleich nur als abstrakt allgemeine Arbeit gilt, von Personifizierung der Sache und Versachlichung der Personen – dieser immanente Widerspruch erhält in den Gegensätzen der Warenmetamorphose seine entwickelten Bewegungsformen.« (MEW 23, 128)</p>
<p>(8) Mit der Unterscheidung von Konkret- und Abstrakt-Allgemeinen können wir die von Marx angeführte »allgemeine Arbeit«, für die er als Beispiel die Wissenschaft nannte, als <em>konkret-allgemeine Arbeit</em> spezifizieren. Konkret-allgemeine Arbeit kann jedoch gerade nicht mehr das leisten, was die Wertabstraktion leistet: Die Reduktion der Verausgabung menschlicher Lebensenergie auf ein unterschiedloses Maß. Anders ausgedrückt: konkret-allgemeine Arbeit kann im Unterschied zu abstrakt-allgemeiner Arbeit keinen Wert bilden. Sie ist genuin <em>wertunproduktiv</em>.</p>
<p>(9) Zusammengefasst: Als Allgemeines und damit Gesellschaftliches bewährt sich Privatarbeit nur, wenn sie sich als Wertding im Tausch realisieren kann. Die gesellschaftliche Vermittlung über den Wert gelingt jedoch nur unter Absehung von jeder Besonderheit, gelingt nur als Abstrakt-Allgemeines. Diese Abstraktion ist kein Denkvorgang, sondern Ergebnis eines Handlungsvollzugs, ist Realabstraktion. Entsprechend ist abstrakte Arbeit nicht auf der sinnlich-konkreten Ebene angesiedelt, ist in diesem Sinne nichts, was an-sich existieren würde, sondern abstrakte Arbeit ist die realabstraktive Widerspiegelung des gesellschaftlichen Verhältnisses des Werts in der Arbeit: Es zählt nur, was als Arbeitszeit in einer Ware inkarniert und auf dem Markt erlöst werden kann.</p>
<p>(10) Konkret-allgemeine Arbeit hat es hingegen »nicht nötig«, sich über den Umweg der Wertabstraktion gesellschaftliche Geltung zu verschaffen, sie hat bereits ohne Umweg gesellschaftlichen Charakter, sie ist <em>unmittelbar gesellschaftliche Arbeit</em>. Abstrakt-allgemeine Arbeit kann sich demgegenüber nur vermittels des Wertvergleichs gesellschaftlich bewähren. Gelingt der Tausch und damit der Wertvergleich nicht, so konnte das besondere Produkt auch nicht Allgemeinheit erreichen, weil es sich aposteriori – obwohl intendiert – doch nicht als verallgemeinert für Andere produziert herausgestellt hat. Da für solche unverkäuflichen Produkte dennoch Arbeitskraft verausgabt wurde, geht dieser Aufwand negativ in die Gesamtwertbilanz ein. Gelingt der Tausch hingegen, so bewährt sich die verausgabte Arbeitskraft indirekt, nämlich vermittelt über die Wertabstraktion, als allgemeine Arbeit, in diesem Fall als abstrakt-allgemeine Arbeit. Abstrakt-allgemeine Arbeit ist <em>mittelbar gesellschaftliche Arbeit</em>. Als wertvermittelte Arbeit kann das scheinbare Paradox aufgelöst werden, nach dem »jeder für sich arbeitet und die besondre Arbeit zugleich als ihr Gegenteil, abstrakt allgemeine Arbeit, und in dieser Form gesellschaftliche Arbeit sich darstellen muß« (MEW 26, 529f).</p>
<p>(11) Es gibt eine weitere zu abstrakt-/konkret-allgemein orthogonale Dimension der Allgemeinheit, die beachtet werden muss, und das ist die <em>historische Allgemeinheit</em>. Die Menschheit produziert ihre Lebensbedingungen, jedoch tut sie dies nicht fortwährend beginnend bei Null. Sie baut jeweils auf dem gegenständlich und symbolisch kumulierten Bestand gesellschaftlich-historischer Erfahrungen auf (vgl. Holzkamp 1985, 177). Nicht alle Ergebnisse menschlich-gesellschaftlicher Lebenstätigkeit erlangen historische Allgemeinheit. Es können die Produkte verloren gehen, die entweder nur unmittelbar kooperativ tradiert werden oder als bedeutsame Produkte oder stoffliche Träger gesellschaftlicher Bedeutungen verfallen ohne jemals reproduziert zu werden.</p>
<p>(12) Historische Allgemeinheit können nur die Resultate konkreter Tätigkeiten erlangen. Abstrakt-allgemeine Arbeit ist somit nicht historisch verallgemeinerbar, sie ist nur Teil der Bewegungsform der Warenmetamorphose, sie existiert nur im Tausch und erlischt mit ihm. Was überlebt und historisch verallgemeinert werden kann, sind die Gebrauchsdinge, also die Resultate konkreter Arbeit als Moment der Lohnarbeit. Darüber hinaus können die Ergebnisse konkret-besonderer Tätigkeiten, die als solche und nicht als Moment der Lohnarbeit verausgabt werden, obwohl intentional nicht für den verallgemeinerten Anderen gemacht dennoch historisch in den gesellschaftlichen Erfahrungsfundus eingehen.</p>
<p>(13) Konkret-allgemeine Arbeit ist immer <em>gleichzeitig</em> historisch-allgemeine Arbeit. Sie wird für den verallgemeinerten Anderen verausgabt und schafft gesellschaftlich überdauernde historisch-allgemeine Produkte. Dabei ist das wesentliche überdauernde Moment nicht die konkrete stoffliche Inkarnation, die durchaus verfallen oder verbraucht werden kann, sondern die vergegenständlichte gesellschaftlich-kumulierte Erfahrung, kurz: das gesellschaftliche Wissen. Mit zunehmender Vergesellschaftung und Produktivkraftentwicklung ist das gesellschaftliche Wissen immer weniger an einen besonderen stofflichen Träger gebunden. Das gilt sowohl für gegenständliche (etwa: das Haus) wie auch symbolische gesellschaftliche Bedeutungen (etwa der Hausbauplan). Wissenschaftliches Wissen als spezifische Form gesellschaftlich-allgemeinen Wissens ist hierbei nur eine besonders »reine« Form und keinesfalls als einziges Resultat konkret-allgemeiner Arbeit.</p>
<p>(14) Die historische Tendenz der Ablösung des gesellschaftlich-historisch allgemeinen Wissens von einem besonderen stofflichen Träger erfährt einen qualitativen Sprung mit der Entwicklung der digitalen Universalmaschine, des Computers. Nun ist erstens die digitale Form zur Darstellung des Wissens allgemein geworden und zweitens ist es nun bei gegebener Infrastruktur (die allerdings selbst erst geschaffen werden muss) mit minimalem Aufwand und in geringer Zeit möglich, das Wissen durch Kopie global zu verallgemeinern. Damit erlangen die durch konkret-allgemeine Arbeit geschaffenen Resultate im Moment ihrer Entstehung historische Allgemeinheit. Oder anders herum formuliert: Konkrete und historische Allgemeinheit erlangt jene Tätigkeit, die nur einmal getan werden muss und damit der Menschheit zur Verfügung steht.</p>
<p>(15) Wann haben wir es nun im Kapitalismus mit konkret-allgemeiner Arbeit zu tun? Gemäß der entwickelten Kriterien immer dann, wenn das Resultat einer einmal getanen Tätigkeit der Menschheit allgemein zur Verfügung steht. Das Produkt konkret-allgemeiner Arbeit ist damit gleichzeitig Besonderes, in dem es eine spezifische indendierte Zwecksetzung erfüllt, und Allgemeines, weil jene Zwecksetzung mit ihrer konkreten Realisierung allgemein verfügbar in der Welt ist. Diese Identität von Konkretheit und Allgemeinheit kann beschnitten oder gar völlig zerstört werden, historisch setzt sie sich jedoch auch unter kapitalistischen Verhältnissen durch.</p>
<p>(16) Universalgüter, etwa Informations- und Wissensgüter, entsprechen nun genau diesen Kriterien. Ihre Besonderheit ist es, dass sie durch konkret-allgemeine Arbeit entstehen. Aufgrund ihrer Unabhängigkeit von einem bestimmten stofflichen Träger (sie brauchen nur <em>irgendeinen</em> Träger) erlangen sie gleichzeitig historische Allgemeinheit – einmal in der Welt, stehen sie potenziell der Menschheit zur Verfügung. Das bedeutet jedoch, dass sie als von vornherein gesellschaftliche Güter keinen Wert darstellen können. Darin sind sie mit der Wissenschaft vergleichbar.</p>
<p>(17) Nun darf man sich jedoch keines ontologisierenden Abfeierns der konkret-allgemeinen Arbeit als der »guten Arbeit« hingeben: Auch die konkret-allgemeine Arbeit ist widersprüchlich in die dominante fetischistische Konstitution von Gesellschaftlichkeit über »Arbeit« eingebunden, und gleichzeitig überschreitet sie diese Einbindung. Diesen Widerspruch gilt es zu begreifen. Im Fall der Universalgüter zeigt er sich besonders deutlich. Zum Beispiel Software: Als privat angeeignetes, als <em>privatisiertes Universalgut</em> erhält etwa proprietäre Software eine warenförmige Hülle, zumeist erzeugt durch Rechtsform und Kopierschutz. Das genuin unknappe Universalgut wird künstlich verknappt, um es zum Bezahlgut zu machen. Ein privatisiertes Universalgut ist Ergebnis <em>privatisierter konkret-allgemeiner Arbeit</em>.</p>
<p>(18) Konkret-allgemeine Arbeit in freier Form verliert ihren Charakter als »Arbeit«. Dies kann man am Beispiel der (doppelt) Freien Software beobachten. Freie Software emanzipiert sich von der privaten Form, sie ist als freies universelles Gut (den sog. <em>Commons</em>) Ergebnis konkret-allgemeiner Produktion und besitzt sui generis gesellschaftliche Geltung. Freie Software verkörpert die Universalgütern angemessene Produktionsweise – jenseits von Arbeit, Wert und Markt.</p>
<h4>Literatur</h4>
<p>G. W. F. Hegel (1979), Wissenschaft der Logik, Erster Teil, Werke Band 5, Suhrkamp: Frankfurt/M.</p>
<p>K. Holzkamp (1983), Grundlegung der Psychologie, Campus: Frankfurt/M., New York</p>
<p>E. Lohoff (2007), Der Wert des Wissens, in: krisis 31, S. 13-51</p>
<p>K. Marx (1859), Zur Kritik der Politischen Ökonomie, MEW 13, Dietz (1971): Berlin/DDR</p>
<p>K. Marx (1863), Theorien über den Mehrwert, MEW 26.2, Dietz (1987): Berlin/DDR</p>
<p>K. Marx (1890, 4. Aufl., hrsg. v. F. Engels), Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie, Band 1, MEW 23, Dietz (1962): Berlin/DDR</p>
<p>K. Marx (1894, 1. Aufl., hrsg. v. F. Engels), Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie, Band 3, MEW 25, Dietz (1962): Berlin/DDR</p>
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		<title>Über Allgemeines</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Dec 2008 20:02:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theorie und Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Meretz]]></category>

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		<description><![CDATA[Streifzüge 44/2008 Stefan Meretz Nach dem &#8220;Logischen&#8221; in der letzten Ausgabe der Kolumne gab es nettes Feedback und den Wunsch, es möge in der &#8220;Immaterial World&#8221; mit philosophischen Grundbegriffen weitergehen. Nun ist das wahrlich nicht meine Domäne, aber einen dem Logischen sehr nahen Begriff will ich dann doch noch dranhängen: das Allgemeine. Den Begriff des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Streifzüge 44/2008<em></em></p>
<p><em>Stefan Meretz</em></p>
<p>Nach <a href="http://www.krisis.org/2008/ueber-logisches">dem &#8220;Logischen&#8221; in der letzten Ausgabe der Kolumne</a> gab es nettes Feedback und den Wunsch, es möge in der &#8220;Immaterial World&#8221; mit philosophischen Grundbegriffen weitergehen. Nun ist das wahrlich nicht meine Domäne, aber einen dem Logischen sehr nahen Begriff will ich dann doch noch dranhängen: das Allgemeine.<span id="more-3016"></span><br />
Den Begriff des Allgemeinen verwenden wir alltäglich, denn es gibt immer etwas zu verallgemeinern, im Denken und im Handeln. Dies tun wir zumeist auch, ohne dass wir den Begriff des Allgemeinen explizit denken: die CD-Sammlung sortieren, Preise vergleichen, Gruppen von irgendetwas bilden usw.<br />
In der Regel verwenden wir beim alltäglichen Verallgemeinern eine bestimmte Vorgehensweise: die Abstraktion. Beim Sortieren machen wir ein Merkmal zum Sortierkriterium und sehen von anderen Kriterien ab, beim Preisvergleich tritt der Gebrauchswert in den Hintergrund und beim Bilden von Gruppen verfolgen wir die formal-logische Regel des &#8220;A oder nicht A&#8221;. Wir bilden gedanklich jeweils ein Abstrakt-Allgemeines.<br />
Damit ist es jedoch nicht getan. Wie schon beim Satz des ausgeschlossenen Dritten des &#8220;A oder nicht A&#8221;, bei dem sich A und nicht A äußerlich gegenüberstehen, wird von der vollen inhaltlichen Qualität des A abgesehen, um entscheiden zu können, ob es zum Allgemeinen gehört oder dem Allgemeinen gegenüber ein Besonderes darstellt. Entweder Besonderes oder Allgemeines, aber beides zugleich geht nicht, denkt der Alltagsverstand, und zumeist reicht dieser hin.<br />
Ein wissenschaftlicher Begriff des Allgemeinen muss jedoch weiter gehen, muss die Verbindung von konkretem Besonderen und Allgemeinem herstellen, benötigt also einen Begriff des Konkret-Allgemeinen. Das Konkret-Allgemeine ist das den &#8220;Reichtum des Besonderen in sich fassende Allgemeine&#8221;, erklärt G.W.F. Hegel (Wissenschaft der Logik). Das Besondere fällt hier also nicht aus dem Allgemeinen heraus, sondern ist in ihm eingeschlossen, ist Repräsentant des Allgemeinen. Wie kann man sich das veranschaulichen?<br />
Nehmen wir das Beispiel des Menschen. Nehme ich bestimmte Merkmale &#8211; tatsächliche oder zugeschriebene -, so kann ich Menschen in Gruppen einteilen: Männer und Frauen, Sportliche und Unsportliche, Dicke und Dünne, Kleine, Mittelgroße und Große, Kapitalisten und Arbeiter/innen, Spekulanten und ehrlich Arbeitende, Volk und Fremde usw. Solche Einteilungen erfolgen aufgrund abstrakt-allgemeiner Kategorisierungen: Von allem Konkreten wird abgesehen und das Besondere sowie die jeweiligen Handlungsgründe werden ausgeblendet, bis nur noch die Zugehörigkeit zu einer Gruppe übrig bleibt.<br />
Einige der genannten Beispiele zeigen sehr anschaulich, wie gefährlich die durch sie transportierten Personalisierungen und Ressentiments sind. Die Bildung eines Abstrakt-Allgemeinen bedeutet immer, den Ausschluss des nicht Dazugehörenden implizit mitzuformulieren. Bist du nicht drin, bist du draußen. Rassistische, sexistische und antisemitische Ideologeme funktionieren nach diesem Deutungsmuster.<br />
Will ich den Menschen dagegen als konkret-allgemeinen fassen, so brauche ich einen Begriff, der das Besondere der so unterschiedlichen wirklichen Menschen einschließen kann. Das ist etwa ein Begriff des Menschen, dessen Natur die Gesellschaftlichkeit ist und der seine Lebensbedingungen in vorsorgend-kollektiver Form herstellt. Diese hier nur angedeutete Grundbestimmung erreiche ich durch einen Prozess der wissenschaftlichen Klärung. Verfüge ich über diesen konkret-allgemeinen Begriff, so ist nun jeder individuelle Mensch dieser allgemeine Mensch und gleichzeitig ein besonderer, eben: konkreter Mensch.<br />
Ein konkret-allgemeiner Begriff des Menschen schließt aus, ihn einzig als Unterworfenen zu verstehen. Es wird erkennbar, dass tatsächliche Unterworfenheit Ergebnisse wirklicher struktureller und sozialer Unterwerfungsprozesse &#8211; einschließlich der Selbstunterwerfung &#8211; sind, die damit auch als veränderbar begriffen werden können.<br />
Bis hierhin waren Abstrakt- und Konkret-Allgemeines Bestimmungen der Erkenntnis, also des Denkens. Nun gibt es aber auch entsprechende Realprozesse, also Prozesse, die entweder tatsächlich eine praktische Abstraktion vollziehen oder aber andererseits Konkretes unmittelbar als Allgemeines zur Geltung bringen. Diese Prozesse real-abstrakter und real-konkreter Verallgemeinerung gilt es nun ihrerseits als solche zu erkennen.<br />
Bekanntes Beispiel für eine Realabstraktion ist die Warenproduktion und der Warentausch. Bei Produktion und Tausch von Waren wird nicht nur gedanklich, sondern tatsächlich von ihrer sinnlich-nützlichen Seite abstrahiert. Die Waren werden auf ihr bloß quantitatives Verhältnis reduziert. Marx erkennt: &#8220;Die Arbeit, die sich im Tauschwerth darstellt, ist vorausgesetzt als Arbeit des vereinzelten Einzelnen. Gesellschaftlich wird sie dadurch, daß sie die Form ihres unmittelbaren Gegentheils, die Form der abstrakten Allgemeinheit annimmt.&#8221; (Zur Kritik der politischen Ökonomie)<br />
Marx hatte damit aufgedeckt, dass &#8220;konkrete Privatarbeit&#8221; nur in Form ihres Gegenteils, nur als abstrakt-allgemeine Arbeit gesellschaftliche Gültigkeit erlangen kann. Dies gilt ausschließlich für den Kapitalismus, nicht aber für vorkapitalistische Produktionsweisen, wie Marx klarstellt: &#8220;Hier ist der gesellschaftliche Charakter der Arbeit offenbar nicht dadurch vermittelt, dass die Arbeit des Einzelnen die abstrakte Form der Allgemeinheit, oder sein Produkt die Form eines allgemeinen Aequivalents annimmt. Es ist das der Produktion vorausgesetzte Gemeinwesen, das die Arbeit des Einzelnen verhindert Privatarbeit und sein Produkt Privatprodukt zu sein, die einzelne Arbeit vielmehr unmittelbar als Funktion eines Gliedes des Gesellschafts-Organismus erscheinen läßt.&#8221;<br />
Gibt es nun Güter im Kapitalismus, die dem Abstraktionsvorgang nicht unterliegen und direkt gesellschaftlich Geltung besitzen? Ja, diese gibt es: freie Universalgüter. Beispiele sind Freie Software und Wikipedia. Freie Universalgüter werden von vornherein als gesellschaftliche Güter produziert und verteilt. Sie stehen mit dem Akt ihrer Herstellung der Menschheit frei zur Verfügung. Im Gegensatz zu Waren unterliegen sie keinem Abstraktionsvorgang, sondern besitzen als Resultate konkret-allgemeiner Arbeit, als je besondere Produkte, unmittelbar gesellschaftliche Geltung. Sie weisen damit über den Kapitalismus hinaus.</p>
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		<title>Über Logisches</title>
		<link>http://www.krisis.org/2008/ueber-logisches</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Oct 2008 03:00:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theorie und Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Meretz]]></category>

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		<description><![CDATA[Streifzüge 43/2008 Stefan Meretz Mit dieser Kolumne beginne ich eine kleine Serie über Grundbegriffe der &#8220;immaterial world&#8221;. Es ist trotz häufiger Verwendung keineswegs klar, wovon etwa bei Information, Im/Materiellem, Algorithmus oder auch Gesellschaft die Rede ist. In gebotener Kürze will ich entsprechende Bestimmungen versuchen. Beginnen möchte ich mit einem Begriff, der erst das begriffliche Denken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Streifzüge 43/2008</p>
<p><em>Stefan Meretz</em></p>
<p>Mit dieser Kolumne beginne ich eine kleine Serie über Grundbegriffe der &#8220;immaterial world&#8221;. Es ist trotz häufiger Verwendung keineswegs klar, wovon etwa bei Information, Im/Materiellem, Algorithmus oder auch Gesellschaft die Rede ist. In gebotener Kürze will ich entsprechende Bestimmungen versuchen. Beginnen möchte ich mit einem Begriff, der erst das begriffliche Denken zugänglich macht, mit Logik.<span id="more-968"></span></p>
<p>&#8220;Ist doch logisch!&#8221;, wird gerne ausgerufen, wenn etwas folgerichtig erscheint. Fragt man jedoch nach, was genau das Logische am Folgerichtigen sei, erntet man entweder Wiederholungen in anderen Worten oder &#8211; im Ausnahmefall &#8211; eine geschliffene formal-logische Ableitung. Dabei ist das intuitive Verständnis des Logischen näher am wahren Begriff als seine formal-logische Reduktion.</p>
<p>Was ist es jetzt aber, das Logische? Als Nicht-Philosoph darf ich mir herausnehmen, schlichter zu schreiben, als dem Gegenstand angemessen ist. Dabei will ich mich auf ein Thema beschränken: auf den Dualismus von formaler Logik und Empirismus und seine Auflösung. Zu Hilfe kommt mir ein viel gescholtener, noch häufiger fehlgedeuteter, meist aber schlicht ignorierter Altmeister: G.W.F. Hegel.</p>
<p>Die Online-Enzyklopädie Wikipedia fasst die Logik als &#8220;die Lehre des vernünftigen (Schluss-)Folgerns. Die Logik untersucht die Gültigkeit von Argumenten hinsichtlich ihrer Struktur unabhängig vom konkreten Inhalt der eigentlichen Aussagen. In diesem Sinne spricht man auch von ‚formaler&#8217; Logik&#8221;. Logik wird demnach mit formaler, vom Inhalt absehender Logik identifiziert. Die Fassung als &#8220;formale Logik&#8221; stammt von Kant: &#8220;Als allgemeine Logik abstrahiert sie von allem Inhalt der Verstandeserkenntnis und der Verschiedenheit ihrer Gegenstände und hat mit nichts anderem als der bloßen Form des Denkens zu tun.&#8221; (Kritik der reinen Vernunft)</p>
<p>Das inhaltvolle Pendant zur inhaltsentleerten Logik ist die Empirie als &#8220;Erfahrung im Sinne von sinnlicher Wahrnehmung, Erhebung von Daten, gezielten Beobachtungen und wissenschaftlichen Experimenten&#8221; (Wikipedia). Damit stehen Logik und Inhalt einander äußerlich gegenüber. Viele meinen, dass dies auch so sein muss: Damit eine allgemeine Logik überhaupt auf einen besonderen Inhalt angewendet werden könne, müsse sie inhaltsleer sein. Wäre sie dies nicht, könne sie nicht zu allgemeinen Aussagen gelangen. Anwendbarkeit setze Getrenntheit von Denkweise und zu Denkendem voraus.</p>
<p>Woher wissen wir aber, dass ein zu denkender Inhalt überhaupt in der Denkweise des formalen Logischen gedacht werden kann? Diese Frage kann nicht im Medium der formalen Logik beantwortet werden. Wird die formale Logik auf einen Inhalt angewendet, richtet sie den Inhalt so zu, dass genau jene allgemeinen Schlüsse oder Sätze der formalen Logik bestätigt werden, die ihr zu Grunde liegen: die Sätze von der Identität (Es gilt: A=A), vom Widerspruch (Es gilt nicht: A und Nicht-A) und vom ausgeschlossenen Dritten (Es gilt stets: A oder Nicht-A).</p>
<p>Am Satz vom ausgeschlossenen Dritten kann das Problem gezeigt werden. Der Satz schließt aus, dass gleichzeitig A und Nicht-A gelten können, es gilt immer nur A oder sein unvereinbares Gegenüber Nicht-A &#8211; ein Drittes ist nicht möglich. Formal gefasst ist diese Logik wahr, und angewendet auf einen Inhalt wird sie diese Wahrheit hervorbringen. Doch: &#8220;Es genügt nicht die einfache Wahrheit&#8221; (Volker Braun). Eine einfache, formale Wahrheit führt zu einem Schwarz-Weiß-Denken, zu einem theoretischen Negieren aller Besonderheiten, die nicht im formal-logisch gewonnenen Allgemeinen aufgehen. Eine höhere Form von Wahrheit zeigt sich nur, wenn ich den Inhalt in seiner konkreten Daseinsweise in die denkende Betrachtung aufnehme, und dazu muss ich die formale Logik in Richtung des Inhalts überschreiten. Dies sei am folgenden Beispiel veranschaulicht.</p>
<p>Menschen stellen ihre Lebensbedingungen durch gesellschaftliche Produktion her. Der Satz vom ausgeschlossenen Dritten verlangt nun, dass die Menschen nicht gleichzeitig ungesellschaftlich produzieren können. Genau dies ist jedoch im Kapitalismus der Fall. Voneinander getrennte Produzenten produzieren in privater Form. Erst über den Austausch werden aus den Privatprodukten gesellschaftliche Produkte. Die auch von mir gern verwendete Rede von der ungesellschaftlichen Gesellschaftlichkeit löst den darin liegenden Gegensatz nicht auf, sondern fixiert ihn als Paradox.</p>
<p>Marx hingegen bringt das Fixierte in Bewegung: &#8220;Der der Ware immanente Gegensatz von Gebrauchswert und Wert, von Privatarbeit, die sich zugleich als unmittelbar gesellschaftliche Arbeit darstellen muss, von besonderer konkreter Arbeit, die zugleich nur als abstrakt allgemeine Arbeit gilt, von Personifizierung der Sache und Versachlichung der Personen &#8211; dieser immanente Widerspruch erhält in den Gegensätzen der Warenmetamorphose seine entwickelten Bewegungsformen.&#8221; (MEW 23, 128)</p>
<p>Im Begriff der Ware wird also das scheinbar Gegensätzliche in eine logische (nicht: zeitliche) Bewegung gebracht. Die Ware bildet eine Totalität, die nur durch die logische Reflexion auf ihre Momente verstehbar ist. Die Momente wiederum bestehen nur in ihrem Bezug auf die Totalität der Ware, deren Momente sie sind. Damit wird &#8211; nebenbei bemerkt &#8211; auch klar, dass der Gebrauchswert als Moment der Ware nicht isoliert und gar überhistorisch existieren kann.</p>
<p>Mit den Mitteln der formalen Logik sind diese Erkenntnisse nicht gewinnbar. Sie zerbricht die inneren Beziehungen der Ware in getrennte Teile, deren Summe ein mit den Mitteln der formalen Logik äußerlich zusammengefügtes Ganzes ergibt. Der traditionelle Marxismus ist davon durchaus infiziert, hält er doch das Denken in Ganzen und seinen Teilen bereits für den Gipfel der Dialektik. Da hilft es nicht weiter, wenn er aus dem formalen &#8220;Entweder-oder&#8221; ein zur Beliebigkeit tendierendes &#8220;Sowohl-als-auch&#8221; macht.</p>
<p>Die Trennung der Logik vom konkreten Inhalt hat im Wesentlichen zwei Folgen: Formalismus und Schematismus auf der einen und Empirismus und Positivismus auf der anderen Seite. Eine Überwindung setzt voraus, dass die Denkmittel nicht vom Denkgegenstand getrennt, sondern im Gegenteil ihm angemessen sein müssen. Das einzuschließende Dritte ist die Denkbewegung, die nur die logische Bewegung des Gegenstands selbst sein kann und die im Begriff auf den Punkt kommt. Es ist das Einfache, das schwer zu machen ist.</p>
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		</item>
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		<title>Kommunismus der Dinge</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Oct 2008 00:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag und Wahn]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Meretz]]></category>

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		<description><![CDATA[... und der Widerstand gegen RFID]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>&#8230; und der Widerstand gegen RFID</strong></h3>
<p>Streifzüge 42/2008</p>
<p><em>Stefan Meretz</em></p>
<p>RFID ist die Abkürzung von Radio Frequency Identification. Es handelt sich um eine Funktechnik zur kontaktlosen Erkennung von elektronischen Chips. Mit Hilfe von speziellen Lesegeräten können solche Funkchips auf eine bestimmte Entfernung ausgelesen werden &#8211; unabhängig davon, worauf oder worin sie angebracht wurden. Auf diese Weise kann der Weg von Gütern oder auch Lebewesen verfolgt (&#8220;getrackt&#8221;) werden. Die RFID-Technik ist in jüngster Zeit durch die neuen elektronischen Reisepässe in der EU bekannt geworden. Die Technik ist jedoch wesentlich älter. Unter dem Slogan &#8220;Internet der Dinge&#8221; vollzieht sich die eigentliche Revolution im Bereich der Logistik.</p>
<p><span id="more-779"></span>Die Leistungsfähigkeit von RFID-Chips umfasst ein großes Spektrum &#8211; je nach Anwendungsfall. Sie können Miniaturformat haben und nur passiv ausgelesen werden oder handtellergroß und mit Batterie versorgt auch wieder beschreibbar sein. Sie werden eingesetzt zur Kennzeichnung von elektronischen Bauteilen, die nach Gebrauch automatisch recycelt werden können, zur Identifikation gefährlicher Güter, zur Rückverfolgung von Produkten an ihren Ursprung, zur Archivierung in Bibliotheken, zur Optimierung von Fertigungsprozessen usw. Und selbstverständlich setzen Kontrollfanatiker und Militärs auf die RFID-Technik &#8211; lassen sich doch Gegenstände orten, Personen identifizieren, militärische Operationen steuern, Bewegungsprofile erstellen usw.</p>
<p>Die wesentliche Leistung der RFID-Technologie ist die Möglichkeit der informationalen Verdopplung realer Produktbewegungen. Jedes einzelne Gut kann &#8211; logistische Kapazitäten vorausgesetzt &#8211; an bestimmte Ziele dirigiert werden. Unter den Bedingungen der Verwertungslogik erfährt die &#8220;Bewegung von Sachen&#8221; (Marx) eine sinnlich nachvollziehbare Daten-Repräsentation im Computersystem. Gleichwohl ist es weiterhin so, dass wir unter &#8220;deren Kontrolle &#8230; stehen, anstatt sie zu kontrollieren&#8221;. Der Fetischismus ist nicht aufgehoben, er ist aber aufhebbar.</p>
<p>Setzen wir eine a priori gesellschaftliche Produktion voraus, so kann diese informational geplant und simuliert werden, noch bevor die reale Bewegung in Gang gesetzt wird. Planung bedeutet in diesem Fall jedoch nicht Zentralplanung, sondern dezentral gesteuerte Sammlung der Bedürfnisse. Die Kollektion der Bedürfnisse kann dabei sowohl eine automatische Registrierung der Produktabflüsse per RFID-Chip wie auch eine explizite Eingabe individueller und kollektiver Wünsche und Vorhaben sein. Auf höherer Ebene können diese Informationen aggregiert und transparent für alle dargestellt werden. Erst auf diese Weise ist eine Einschätzung und soziale Vereinbarung darüber notwendig, welche Ziele auf welche Weise in welchen Zeiträumen umgesetzt werden können und sollen.</p>
<p>Die Sachen werden sich also weiter bewegen, der Antrieb der Bewegung ist jedoch nicht mehr der Verwertungsimperativ, sondern es sind die vielfältigen Bedürfnisse, deren Unterschiedlichkeit der gesellschaftlichen Vermittlung bedürfen &#8211; allerdings bevor die Umsetzung beginnt. Auf diese Weise können automatische Prozesse real eine entlastende Funktion erfüllen. Der Einzelne muss sich nicht um alles kümmern, sondern um genau das, was ihm/ihr liegt und wo er/sie auch wirklich fachlich kompetent ist. Der Kommunismus der Dinge hilft, die Dinge gemäß den allgemeinen Bedürfnissen zu bewegen.</p>
<p>Diese Ideenskizze bleibt weit hinter den realen Möglichkeiten zurück, die sich entfalten könnten, wenn erst einmal die destruktive Ex-Post-Logik der Marktwirtschaft abgeschaltet wurde. Vorerst haben wir es jedoch noch eine Weile genau damit zu tun. Jenseits des bornierten Geldvermehrungszwecks sinnvoll einsetzbare Vermittlungstechnologien wie RFID bekommen so jedoch eine völlig andere Funktion: Profitmaximierung, Kontrolle, Repression.</p>
<p>Wie nahezu jede Technologie, so dient auch RFID dazu, den Einsatz lebendiger Arbeit einzusparen. Das ist grundsätzlich sinnvoll, unter Verwertungsbedingungen jedoch doppelt problematisch. Zum einen wird die Existenz jener Menschen angegriffen, die vom Verkauf ihrer Arbeitskraft leben. Zum anderen wird die Reproduktionsfähigkeit des warenproduzierenden Systems insgesamt unterminiert, wenn immer weniger Arbeitskraft verwertet werden kann.</p>
<p>Nach der Logistik im Hintergrund kommt der Verkauf an die Reihe. Kassen werden abgeschafft, Waren beim Ausgang automatisch registriert, das Geld vom Konto abgebucht &#8211; natürlich mit Bonus für die Kunden. Die vorbereitende Dressur mit Payback-Karten war erfolgreich (Mangelhaft Dressierte sehen unter payback.de nach.) Profile der Warenmonaden gibt es per Mausklick, der Werbemüll kann zielgenau abgeworfen werden.</p>
<p>RFID wird zunehmend auch dafür eingesetzt, Kontrollfunktionen auszuführen: von der Gesundheitskarte, über das Fußball-Ticket und den ÖPNV-Fahrschein bis hin zum Geldschein. Obwohl ursprünglich geplant, ist allerdings der RFID-Euro-Schein dann doch nicht gekommen. Das wäre zu schön gewesen, hätten doch die Sicherheitsbehörden eine ideale Methode zum Personen-Tracking zur Verfügung gehabt.</p>
<p>Wenig spaßig ist die Implantation von Funkchips unter die Haut, um auf diese Weise die Beschäftigten eines Unternehmens registrieren und kontrollieren zu können. Durch Piercing bereits konditioniert, finden manche allerdings auch nichts dabei, die Eintrittskarte für die Disko unter der Haut zu haben. Vielleicht erscheint bald die &#8220;elektronische Fußfessel&#8221; wie ein Relikt aus einer grauen Vorzeit. Zum staatlichen und privaten Kontrollwahn passen die aktuellen Gesetze zu Vorratsdatenspeicherung und Online-Durchsuchung von Computern.</p>
<p>Brisant sind die gelungenen Cracking-Demonstrationen. Durch manipulierte Chips können die Daten im Zielsystem verfälscht, Geldbewegungen ausgelöst, Systemabstürze provoziert und Viren in die RFID-Serversysteme eingeschleust werden. RFID-Chips und verarbeitende RFID-Server bilden eine Systemeinheit, wobei jeder RFID-Scanner eine Dateneingabestelle darstellt. Während die Schnittstellen herkömmlicher IT-Systeme minimiert werden, um sie besser schützen zu können, ist jeder zusätzliche Scanner im RFID-System ein neues potenzielles Angriffsziel.</p>
<p>Horror und Befreiung liegen eng beieinander, doch die Befreiung nehmen uns die Dinge nicht ab: Das Internet der Dinge wird nur zum Kommunismus der Dinge, wenn wir es tun.</p>
<p>Mehr: <a href="http://kurzlink.de/rfid-fiff">kurzlink.de/rfid-fiff</a>, <a href="http://kurzlink.de/rfid-verdi">kurzlink.de/rfid-verdi</a>, <a href="http://stoprfid.de/">stoprfid.de</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Crashkurs Krise</title>
		<link>http://www.krisis.org/2008/crashkurs-krise</link>
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		<pubDate>Mon, 20 Oct 2008 00:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krisentheorie und Krisenanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Meretz]]></category>

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		<description><![CDATA[Bericht vom Krisis-Seminar 3.-5-10.2008]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.keimform.de/2008/crashkurs-krise/">www.keimform.de, 6.10.2008</a></p>
<p><em>Stefan Meretz</em></p>
<p>Norbert Trenkle eröffnete das diesjährige Krisis-Seminar zum Thema »Crashkurs &#8211; Finanzmarktkrise, Peak Oil und die Grenzen der Warengesellschaft« mit dem ironischen Hinweis, dass das Seminar nicht wegen des aktuellen Finanzmarkt-Crashes stattfände (und auch nicht umgekehrt!), sondern dass das Seminar schon länger geplant sei. So sei es zwar passend, aber doch zufällig, sich mitten im Crash zu treffen. Grundsätzlich gehe man zwar von einer tiefgreifenden Krise aus, doch die Verlaufsform sei eben nicht vorherzusagen.<span id="more-801"></span></p>
<h3>1.</h3>
<p>Dieser Tenor bestimmte auch den ersten Beitrag zum »Weltmarktbeben«, den ebenfalls Norbert hielt. Er stellte dar, dass die Aufhebung der Goldbindung der Währungen 1973 zwar einen Startpunkt für das »Abheben der Finanzmärkte« markiert, aber keinesfalls die Ursache gewesen sei. Diese sei vielmehr in der Akkumulationskrise des Fordismus zu verorten: Die Kapitalverwertung lief nicht mehr wie in den »goldenen« Fünfziger und Sechsziger Jahren. Überschüssiges Kapital suchte neue Anlagesphären und wanderte zunehmend in die nun entbundenen Finanzmärkte, wo in der Folge allerlei phantasievolle »Finanzprodukte« erfunden wurden — der Beginn der Blasenbildung., den ebenfalls Norbert hielt. Er stellte dar, dass die Aufhebung der Goldbindung der Währungen 1973 zwar einen Startpunkt für das »Abheben der Finanzmärkte« markiert, aber keinesfalls die Ursache gewesen sei. Diese sei vielmehr in der Akkumulationskrise des Fordismus zu verorten: Die Kapitalverwertung lief nicht mehr wie in den »goldenen« Fünfziger und Sechsziger Jahren. Überschüssiges Kapital suchte neue Anlagesphären und wanderte zunehmend in die nun entbundenen Finanzmärkte, wo in der Folge allerlei phantasievolle »Finanzprodukte« erfunden wurden — der Beginn der Blasenbildung.</p>
<p>Norbert skizierte vier Phasen, die jeweils durch spezifische externe Bedingungen bestimmt wurden (und werden):</p>
<ol>
<li>Phase 1973-1981: Verschuldung 3. Welt / Realsozialismus</li>
<li>Phase 1982-1991: US-Zwillingsdefizit (Haushalt und Außenhandel), Zusammenbruch Realsozialismus</li>
<li>Phase 1992-2000: »New Economy«</li>
<li>Phase 2001-2008: Immobilienspekulation</li>
</ol>
<p>Auf die Frage, ob die Krisis-Gruppe denn weiterhin von der »finalen Krise und dem Zusammenbruch des Kapitalismus« sprechen würde, antwortete Norbert, dass man weiterhin davon ausgehe, jedoch nicht (voraus) sagen könne, welche Verlaufsform dieser Krisenprozess nehmen werde. Danach wurde in der Runde darüber gewitzelt, ob sich der Kapitalismus erst im »Halbfinale« oder schon im »Finale« der Krise befände, was von Ernst Lohoff mit der präzisen Bestimmung »Erste Halbzeit des Finales!« schließlich geklärt werden konnte.</p>
<h3>2.</h3>
<p>Am nächsten Tag ging es eher ins »Eingemachte«, also die theoretische Analyse von basalen Prozessen der Warengesellschaft.</p>
<p>Ernst Lohoff skizzierte in seinem Beitrag zum »Wert des Wissens« (vgl. krisis Nr. 31, S. 13-51) seine (von mir so getaufte) »Universalgüterthese«, nach der digitale Informationsgüter aufgrund ihrer Spezifik hinsichtlich der Produktion und der sozialen Beziehungen keine Waren seien. Folgende Tabelle benutzte er zur Erläuterung des Unterschieds von privatisierten Universalgütern (also Universalgütern, die in privater Aneignung entstehen) und Waren:</p>
<table border="1" cellspacing="2" cellpadding="2">
<tbody>
<tr>
<td></td>
<td><strong>Ware</strong></td>
<td><strong>privatisiertes Universalgut</strong></td>
</tr>
<tr>
<td>Produktionsprozess</td>
<td>Entwicklungsarbeit der eigentlichen Produktion vorausgesetzt</td>
<td>Entwicklungsarbeit ist die Produktion</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Die eigentliche Produktion ist die serielle Produktion. Für jedes Einzelexemplar muss Arbeit und konstantes Kapital aufgewendet werden.</td>
<td>Statt serieller Produktion Vervielfältigung mit zu vernachlässigenden Arbeits- und Kapitaleinsatz der Produzenten</td>
</tr>
<tr>
<td>Produkt</td>
<td>Singulares Gut</td>
<td>Das selbe Gut führt beliebige viele Parallelexistenzen</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Ausschließend in der Nutzung</td>
<td>Nutzung nicht ausschließend</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Nutzung verbraucht das Produkt</td>
<td>Nutzung lässt das Produkt unberührt, es hält im Prinzip ewig</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>technischer Verschleiß</td>
<td>nur moralischer Verschleiß</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td>Privatarbeit getrennter Privatproduzenten</td>
<td>Arbeit am privatisierten general intellect, die zugleich der Sicherung seines privatisierten Charakters dient</td>
</tr>
<tr>
<td>Gesellschaftliche Vermittlungsform</td>
<td>Tausch, jedes Warenexemplar stiftet eine Äquivalenzbeziehung zwischen genau einem Käufer und einem Verkäufer</td>
<td>Das selbe Produkt vermittelt dem Produzenten eine Vielzahl von Transferbeziehungen</td>
</tr>
<tr>
<td>Juristische Form</td>
<td>Eigentum geht vom Produzenten und Verkäufer auf den Käufer über</td>
<td>Erwerb eines Mitnutzungsrechts, das Eigentum verbleibt beim Produzenten</td>
</tr>
<tr>
<td>Status im kapitalistischen Reproduktionsprozess</td>
<td>Wertproduktion</td>
<td>Informationsrente</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Wie zu erwarten, war die Diskussion kontrovers, wobei in etwa die gleichen Argumente ausgetauscht wurden, die auch schon hier im Keimform-Blog [<a href="http://www.keimform.de/2007/rfc-universalgut/" target="_blank">1</a>|<a href="http://www.keimform.de/2007/universalgueter/" target="_blank">2</a>|<a href="http://www.keimform.de/2007/gorz-ueber-universalgueter/" target="_blank">3</a>|<a href="http://www.keimform.de/2007/06/22/unikat-und-universalgut/" target="_blank">4</a>] eine Rolle spielten.</p>
<h3>3.</h3>
<p>Peter Samol befasste sich systematisch mit der Frage, ob es einen puren »Dienstleistungskapitalismus« (vgl. dazu auch seinen Beitrag in krisis Nr. 31, S. 90-123) geben könne. Peter ging dazu die verschiedenen Sektoren des Dienstleistungsbereiches durch und befragte sie danach, ob in ihnen produktive (=wertschaffene) oder unproduktive (=alimenierte) Arbeit geleistet werde.</p>
<p>Zunächst stellte er eine kurze Einführung in den Begriff der unproduktiven Arbeit voran. Historisch kommt der Begriff von Adam Smith, der in etwa folgende Vorstellung hatte: Arbeit wird verausgabt und als »Wert« im Produkt »gespeichert«. Bei einem konventionellen Industriegut kämen also drei »Speicheranteile« in Betracht:</p>
<ul>
<li>Rohmaterial</li>
<li>Lohn</li>
<li>Mehrwert</li>
</ul>
<p>Dieser im Produkt gespeicherte Wert stellt sich schließlich nach dem Verkauf als Geld dar. Da am Ende mehr rauskomme als vorher reingesteckt werde, gelte die Formel G-W-G’. Der Mehrwert kommt aus der Arbeit, die den Lohn übersteigt. Hört sich ähnlich wie bei Marx an, ist es aber nicht. Smith ging davon aus, dass für die Unterscheidung von produktiver und unproduktiver Arbeit die »Wertspeicherung« entscheidend sei. Er folgerte: wenn Wertspeicherung, dann produktive Arbeit; wenn keine Wertspeicherung, dann unproduktive Arbeit. Oder mit anderen Worten: Alle Dienstleistungen sind wertunproduktiv.</p>
<p>Marx hielt das für falsch, für ihn war nicht die Wertaufbewahrung das Kriterium, sondern die Wertverwertung als Prozess zu begreifen. Setzt ein Kapitalist Geld als Kapital (G) ein und produziert damit eine Ware (W), die er erfolgreich absetzt, und kommt dann am Ende mehr Geld raus (G’), dann handelt es sich bei der eingesetzten Arbeit um eine produktive.</p>
<p>Peter stellte das erweiterte Kapital-Verwertungsschema vor und erläuterte daran seine Clusterung von unproduktiver Bereiche.</p>
<p><img src="/wp-content/data/samol_grafik_unprod_arbeit-300x171.png" border="0" alt="" width="300" height="171" align="left" /></p>
<p>Der äußere Kasten S soll die staatlich zuschaffenden Voraussetzungen für die Kapital-Verwertung darstellen. Die Abkürzungen innerhalb des Kastens, also der Kapital-Verwertung, in der Reihenfolge:</p>
<ul>
<li>Z: Zirkulationssphäre</li>
<li>G: Als Kapital eingesetztes Geld</li>
<li>W: Eingekaufte Ware (Rohmaterial)</li>
<li>P: Produktive Arbeit</li>
<li>W’: Mehr Ware(nwert als Rohmaterial+Arbeitslohn)</li>
<li>G’: Mehr Geld raus als vorher insgesamt eingesetzt</li>
</ul>
<p>Bereiche unproduktiver Arbeit:</p>
<ol>
<li>Zirkulation (mit Z markierte Positionen)</li>
<li>Staatstätigkeit (äußerer Kasten) mit
<ul>
<li>Gattungsgeschäfte (»Spielregeln«)</li>
<li>Infrastruktur (»Spielbrett«)</li>
</ul>
</li>
<li>Wissensarbeit — siehe Lohoff. Darüberhinaus Aufwände zur Sicherung der Warenförmigkeit der Wissensproduktion:
<ul>
<li>Kopierschutz</li>
<li>Strafverfolgung (sofern privat bezahlt, sonst Teil der »Spielregeln«)</li>
</ul>
</li>
<li>Personennahe Dienstleistungen
<ul>
<li>Erziehung und Bildung</li>
<li>Pflege und Gesundheitsleistungen</li>
</ul>
</li>
</ol>
<p>Die personennahen Dienstleistungen sieht Peter als Bereich an, bei dem durch Privatisierung eine Umwandlung von unproduktiver (weil staatlich alimentierter) in produktive (weil privat bezahlte und profitorientiert produzierte) Arbeit möglich ist. Insgesamt sei aber dieser Bereich nicht so relevant, dass damit ein neuer Verwertungsschub bedeutenden Ausmaßes zu generieren sei.</p>
<p>Dienstleistungen, die produktive Arbeit darstellen, sind all jene produktionsnahen Arbeiten, die inzwischen als outgesourcte »Dienstleistungen« geführt werden. Beispiel: interne Reinigung des Betriebes versus Reinigung durch externe Firmen (in beiden Fällen: produktive Arbeit).</p>
<p>Da die Diskussionsgruppen zu den beiden Vorträge parallel stattfanden, kann ich nicht berichten, wie der Beitrag von Peter diskutiert wurde. Wer Lust hat, kann ja hier einen Kommentar hinterlassen.</p>
<h3>4.</h3>
<p>Nachmittags war ich dann an der Reihe. Thema meines Beitrages war die allgemeine Arbeit. Mit dem Beitrag verfolgte ich zwei Ziele: Erstens wollte ich die »Universalgüterthese« von Ernst Lohoff noch einmal von der Seite der Arbeit her begründen. Aus meiner Sicht ist das nämlich besser möglich, als über die anderen Argumente (siehe oben). Grundidee der Argumentation ist, dass eine Ware sich gesellschaftlich nur als »Abstrakt-Allgemeines« bewährt, während Nicht-Waren, sofern sie gesellschaftlicen Charakter haben, als »Konkret-Allgemeines« direkt gesellschaftliche Geltung bekommen. Zweitens wollte ich zeigen, dass es neben den »privatisierten Universalgütern« auch »freie Universalgüter« gibt, die die kapitalistische Form überschreiten.</p>
<p>Was nun »Abstrakt-Allgemeines« und »Konkret-Allgemeines« sind, wäre zunächst zu klären — aber das mache ich jetzt nicht hier, sondern stelle dazu noch einen eigenen Blogbeitrag ein. Für die Leute, die beim Vortrag dabei waren, gibt es hier schon mal die <a href="http://www.krisis.org/wp-content/data/arbeit_am_ganzen_20081004.pdf">Präsentationsfolien (PDF)</a>. Ohne die mündlichen Erklärungen sind die Folien vermutlich reichlich unverständlich. Es gibt einen Audiomitschnitt vom Vortrag (per Handy). Wenn der was hergibt, werde ich ihn mit den Folien zusammenschneiden und einen Slidecast (eine Art Diashow mit Tonunterlegung) erstellen. Demnächst. Wenn es klappt.</p>
<p>Die Diskussion meines Beitrag fand in zwei Teilen statt. Zunächst gab es ein großes Bedürfnis, vor allem die ersten die Begriffe einführenden Teile noch mal vorgestellt zu bekommen. Der Vortrag hatte in der Tat einen eher zyklischen Charakter, bei dem man am Ende eigentlich erst wirklich versteht, was am Anfang zu Grunde gelegt wurde. Die nochmalige Klärung war — wie kann es anders sein — von zahlreichen Anmerkungen, Kommentaren und weiteren Nachfragen unterbrochen, so dass nach dem Ende der ersten Diskussionszeit der Wunsch bestand, am Sonntag weiter zu diskutieren.</p>
<p>Was dann auch stattfand — das ziehe ich hier mal vor. In der zweiten Debatte bemühte ich mich nochmals um eine Klärung der erkenntnistheoretischen Grundlagen, machte vor allem aber die Implikationen der Analyse in Richtung der Aufhebung der Arbeit und Überwindung des Kapitalismus deutlich. Das waren für das wertkritische Umfeld doch recht ungewöhnliche Töne, und die Debatte war entsprechend kontrovers und grundsätzlich: Kann es überhaupt einen Ausweg aus dem Kapitalismus geben, der bereits im Kapitalismus beginnt — oder ist die »Totalität« dieser Vergsellschaftungsform so total, dass es erstmal einen radikalen Bruch und eine generell Abschaffung des Kapitalismus geben muss? Muss nicht auch der Computer abgeschafft werden, weil er mit seinem binären Basisprinzip genau die Realabstraktion der Tauschverhältnisse repräsentiert — oder wie ist mit den Hinterlassenschaften des Kapitalismus einmal umzugehen?</p>
<p>Trotz aller Emotionalität in der Diskussion, wurde sie dennoch sehr fair und wenig polemisch geführt. Berührend waren für mich die persönlichen Erklärungen, warum die jeweilige Person — jetzt mal verkürzt gesagt — Pro-Keimform oder Contra-Keimform eingestellt ist. Einige erklärten, dass sie bisher den Keimform-Ansatz nicht ernst genommen hätten und sich deswegen auch nicht wirklich damit befasst hätten, weil die überkommene Bürde des »historischen Materialismus« mit seinem Geschichtsdeterminismus so unsägliche Resultate gezeitigt hätte. In diese Falle wolle man einfach nicht nochmal laufen. — Verständlich, aber dass es genau darum nicht gehen kann (auch nicht beim Keimform-Ansatz), dazu sind wohl noch einige Argumente mehr notwendig.</p>
<p>Insgesamt gab es eine große Offenheit und Interessiertheit sich mit den von mir vorgelegten Thesen auseinanderzusetzen — klarerdings verbunden mit dem Hinweis, dass das nicht bedeute, dass man die vorgestellten Inhalte damit teilen würde. Eine weitere kritische Auseinandersetzung wurde zugesagt — sehr erfreulich und für mich auch einigermaßen überraschend.</p>
<h3>5.</h3>
<p>Nach meinem Beitrag am Samstag gab es noch einen weiteren Vortrag von Andreas Exner und Christian Lauk, der inhaltlich wieder auf der Makroebene zurückkehrte: Es ging um die Rolle der fossilen Grundstoffe im System der Warenproduktion. Beide Referenten haben zusammen mit Konstantin Kulterer kürzlich ein Buch mit dem Titel »Die Grenzen des Kapitalismus. Wie wir am Wachstum scheitern« vorgelegt, das nach Aussagen von Teilnehmern »das Zeug zum Bestseller« habe.</p>
<p>Ausgangsfrage war, ob ein Wandel zu einer anderen energetischen und grundstoffbezogenen Grundlage möglich sei — und zwar aus drei Perspektiven:</p>
<ul>
<li>stoffliche Basis</li>
<li>Funktionsgrundlage für den Verwertung</li>
<li>Bedeutung für eine emanzipatorische Bewegung</li>
</ul>
<p>Um es kurz zu machen: Die Lage sieht sehr dünster aus. Der Anteil erneuerbarer Energieträger ist gering (gemerkte 23%?), wobei der Großteil darin dann auch noch der Feuerholznutzung in der »Dritten Welt« zukommt. Der Anteil von Solar- und Windenergie ist marginal. Bei Szenarien der Umstellung sind mehrere Faktoren zu beachten:</p>
<ul>
<li>Sind erforderliche Flächen vorhanden?</li>
<li>Gibt es ökologische Folgen bei extensiver Ausdehnung?</li>
<li>Gibt es weitere Folgen (etwa Agrosprit zu Lasten von Nahrungsmitteln)?</li>
<li>Wie ist der EROI (Energy Return On Investment)?</li>
</ul>
<p>Gerade der EROI, also der einzusetzende Energieaufwand je gewonnene Energiemenge, macht ein Dilemma deutlich: Der EROI ist insbesondere bei Solar- und Windenergie so ungünstig, dass ein Umbau vermutlich deswegen nicht mehr gelingen kann, wenn der Umbau in die Phase der absoluten Abnahme der konventionellen Energiegewinnung (also nach Peak-Öl/Gas/Kohle etc.) geschieht, weil der Aufbau so große Energie- (und auch Stoff-) Mengen initial verschlingt, dass wenig für andere notwendige Bereiche übrigbleibt. Dies gilt erst recht, wenn das kapitalistische Expansionsmodell fortgeschrieben wird. Aber eben nicht nur, auch ein (emanzipatorisches) Transitionsmodell hätte mit argen Problemen zu kämpfen.</p>
<p>Nachzulesen gibt es diese recht komplexen Zusammenhänge (die ich sicher nur unzureichend dargstellt habe) in dem genannten Buch. Fazit für mich: Wir müssen uns im wörtlichen Sinne ziemlich bald »warm anziehen«. Bei der folgenden Diskussion war ich wiederum nicht dabei, vielleicht kann hier ein/e Teilnehmer/in eine kleine Impression geben? Bitte als Kommentar eintragen.</p>
<h3>6.</h3>
<p>Am Sonntag ging es schließlich um die individuellen und kollektiven Verarbeitungsformen in der Krise. Lothar Galow-Bergemann stellte die Frage, ob die Krisenverarbeitung zwangsläufig regressiv sein müsse. An zahlreichen Beispielen der letzten zwei Wochen stellte Lothar sehr anschaulich dar, in welche Richtung die diskursive Krisenbearbeitung zunehmend läuft: Personalisierung von als undurchschaubar wahrgenommenen Zusammenhängen mit einer gefährlichen Tendenz zu Antiamerikanismus, Antizionimus und Antisemitismus (was nicht ins eins geworfen werden darf), statt Aufdeckung der wirklichen Ursachen der Krise als ökonomischen Prozess.</p>
<p>Ich hoffe, dass Lothar seinen wirklich guten Beitrag bald überarbeitet hat und online zur Verfügung stellt. Bei der Diskussion, war ich, wie oben erwähnt, im parallelen zweiten Teil der Debatte zu meinem Vortrag. Auch hier sind weitere Impressionen als Kommentar willkommen.</p>
<p><strong>Fazit</strong>: Ein gelungenes Wochenendseminar mit überschwänglichem Lob für die Veranstalter. Einzig ein fehlender Kulturteil wurde in der Abschlussrunde beklagt. Für das Seminar im nächsten Jahr wurde vorgeschlagen, am Freitag- oder Samstagabend einen vielleicht sogar inhaltlich passenden Kulturteil mit in das Programm aufzunehmen. Es wurde ferner angeregt, Teile des Seminars als Open-Space zu gestalten, hier schien mir jedoch die Mehrheit lieber am Vortrags-/Diskussionsschema festhalten zu wollen.</p>
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		<title>Copyright &amp; Copyriot</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Dec 2007 00:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wert, Ware, Fetisch]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Meretz]]></category>

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		<description><![CDATA[Aneignungskonflikte - Rezension]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Aneignungskonflikte</h3>
<p>Streifzüge 39/2007</p>
<p><em>Stefan Meretz</em></p>
<p>Sabine Nuss, <em>PROKLA</em>-Redakteurin, hat ihre Dissertation als Buch veröffentlicht. Es handelt sich um ein Werk, um das die Debatte aktueller Entwicklungstendenzen im &#8220;informationellen Kapitalismus&#8221; (Zitate aus dem Buch, sofern nicht anders gekennzeichnet) nicht herum kommt &#8211; leider bisher ohne größere Beachtung.</p>
<p><span id="more-714"></span>Die Autorin strukturiert ihr Buch in drei große Abschnitte. Im ersten Teil eröffnet sie das Szenario mit einer Beschreibung der aktuellen Aneignungskonflikte rund um digitale Informationsgüter. Dabei konzentriert sie sich auf zwei divergente Praxen: File-Sharing und Freie Software. Zentrale Auseinandersetzung ist dabei die um das sogenannte &#8220;geistige Eigentum&#8221;. Nuss beschreibt die juristische und technische Aufrüstung, die betrieben wird, um das exklusive Eigentum digitaler Güter durchzusetzen.</p>
<p>Schwerpunkt und inhaltlich stärkster Bereich ist der zweite Teil des Buches, in dem die Autorin einen historischen Abriss über die Entstehung des Eigentums bis hin zum modernen bürgerlichen Eigentumskonzept gibt. Überzeugend zeigt sie, dass die traditionelle Geschichtsschreibung moderne Kategorien auf vergangene Praxen rückprojiziert und damit den realen vormodernen Verfügungsformen nicht gerecht wird. Zentrale ontologisierende Behauptungen werden auf diese Weise von ihr dekonstruiert, etwa die Annahme, dass der Ausschluss Dritter seit jeher konstitutiver Bestandteil von Eigentum war. Statt um ein Eigentumsrecht mit einem abstrakten Eigentumsbegriff und einer strikten Trennung zwischen Bedürfnis und Sachverfügung, handelte es sich hingegen bei den vormodernen Formen eher um eine Art nicht exklusives <em>materiales Eigentumskonzept</em> (eigene Begriffswahl) mit zahlreichen verwandtschaftlich oder religiös strukturierten Weisen der Verknüpfung zwischen Bedürfnissen und Verfügungen über eine Sache.</p>
<p>Interessant ist die Koinzidenz zwischen den Ergebnissen von Nuss auf dem Gebiet des Eigentumsrechts und denen von Eske Bockelmann (&#8220;Im Takt des Geldes&#8221;) in seiner Untersuchung über die Taktwahrnehmung. Erst die Verallgemeinung der Waren- und Geldform als eines zentralen Elements der sozialen Vermittlung setzte mit der Realabstraktion im Tausch den Takt als vom Material entkoppelten abstraktiven Taktrhythmus in der Wahrnehmung durch. Die überkommene materiale Taktwahrnehmung mit all ihren stofflichen und sozialen Bezügen wurde genauso wie eine in Verantwortung eingebundene materiale Eigentumsvorstellung obsolet. Reste davon scheinen in der leeren Floskel &#8220;Eigentum verpflichtet&#8221; noch heute durch.</p>
<p>Doch während es Bockelmann gelingt, die zugrundliegende Transformation im gesellschaftlichen Stoffwechsel hin zur Verallgemeinerung des Äquivalententausches als Ursache und Antrieb für die Veränderung in Wahrnehmung und Denken sichtbar zu machen, bleibt dies bei Nuss im Dunkeln. Grund für diese Leerstelle in der Argumentation ist der Eigentumsbegriff selbst. Mit dem Begriff &#8220;Eigentum&#8221; ist für die Autorin nämlich letztlich alles gesagt. Wo bei Marx noch der Wert die &#8220;gesellschaftliche Hieroglyphe&#8221; ist, ist es bei Nuss das Eigentum als rechtsförmige Fixierung dieser Hieroglyphe. Zwar erklärt die Autorin, Eigentum sei &#8220;keine Herrschaft über eine Sache&#8221;, sondern &#8220;eine Beziehung zwischen Menschen <em>bezüglich</em> einer Sache &#8230; ein soziales Verhältnis&#8221; (123f). Doch wo kommt sie her, diese &#8220;Beziehung&#8221;? Wodurch wird das soziale Verhältnis konstituiert? Diese Fragen stellt sich die Autorin nicht. Sie wähnt, mit dem Begriff des bürgerlichen Eigentums selbst schon den Schlüssel in den Händen zu halten.</p>
<p>In für mich irritierender Weise schreibt Nuss gleichwohl immer wieder von &#8220;Vergesellschaftungsform&#8221; oder &#8220;Vergesellschaftungsweise&#8221; und verweist gar auf die &#8220;Verwertung von Wert&#8221; als Prinzip, erklärt jedoch bis zum Schluss nicht, was sie darunter versteht. Erst beim erneuten Lesen fand ich den Grund für meine Irritation: &#8220;Bürgerliches Eigentum ist &#8230; bestimmt als ein historisch-spezifisches Produktions- und Herrschaftsverhältnis, welches gekennzeichnet ist von der Trennung der unmittelbaren Produzenten von den Produktionsmitteln und der Verwertung des Werts als dominierender Zweck gesellschaftlicher Reproduktion&#8221; (177). &#8211; Hier werden Eigentum und basale Vergesellschaftungsform verkehrt, denn umgekehrt wird ein Schuh draus: Nicht das &#8220;Eigentum&#8221; ist die basale Kategorie, deren Kennzeichen eine spezifische Vergesellschaftungsform ist, sondern die soziale Form der Vergesellschaftung über das Wertverhältnis als realabstraktive Praxis konstituiert das als Recht kodifizierte Verhältnis des abstrakten bürgerlichen Eigentums. Mit dem durch die Eigentumsbrille verengten Blick fallen in der Folge all jene Fragen aus, die sich auf das zugrunde liegende Wertverhältnis als der konstitutiven &#8220;gesellschaftlichen Hieroglyphe&#8221; beziehen könnten.</p>
<p>Daraus zieht die Autorin den Schluss, dass, wer sich nicht in einem bewussten politischen Akt gegen das bürgerliche Eigentum richtet, doch nur kapitalaffirmativ handelt. Den subversiven, ambivalenten und neue Möglichkeiten eröffnenden Charakter Freier Software- und Kulturbewegungen wird sie damit nicht gerecht. Im dritten Teil zu &#8220;Entwicklungstendenzen im informationellen Kapitalismus&#8221; lässt die Autorin folglich wenig gute Haare an Kritikerinnen und Kritikern des &#8220;geistigen Eigentums&#8221;, da diese nicht das bürgerliche Eigentum zur Gänze in Frage stellten und etwa mit freien Lizenzen gleichfalls das Urheberrecht und damit das bürgerliche Eigentumsrecht nutzen würden.</p>
<p>Sabine Nuss hat ihre Rolle als Kritikerin euphorischer Projektionen neuer Entwicklungstendenzen im Informationskapitalismus erfüllt, und dabei gibt es eine Menge zu lernen. Wenn andere dazu tendieren, die sprengenden Momente eines Widerspruchs überzubetonen, dann steht sie für die entgegengesetzte Sicht: Alles, was im Kapitalismus geschieht, ist für diesen auch funktional. Dabei gerät jedoch gar nicht erst in den Blick, ob der Kapitalismus in seinen basalen Reproduktionsformen über Ware und Wert bereits Widersprüche erzeugt, die neue Handlungsformen eröffnen. Wer hier weitergehen will, dem sei die Ausgabe 31 der Zeitschrift <em>krisis</em> empfohlen. (Sie erscheint voraussichtlich in Juni 2007.)</p>
<p><em>Sabine Nuss, Copyright &amp; Copyriot. Aneignungskonflikte um geistiges Eigentum im informationellen Kapitalismus, Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 2006, 269 Seiten, 19,90 Euro (D).</em></p>
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		<title>Universalgüter</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Dec 2007 00:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wert, Ware, Fetisch]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Meretz]]></category>

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		<description><![CDATA[Informationsgüter als genuin gesellschaftliche Güter]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Informationsgüter als genuin gesellschaftliche Güter</h3>
<p>Streifzüge 40/2007</p>
<p><em>Stefan Meretz</em></p>
<p>In der Zeitschrift <em>krisis</em>, Nummer 31, die im Juli erscheinen wird, hat Ernst Lohoff einen Aufsatz veröffentlicht, der es in sich hat. Titel: &#8220;Der Wert des Wissens. Grundlagen einer Politischen Ökonomie des Informationskapitalismus&#8221;. Es geht um die Frage, ob digitale Informationsgüter Waren sind und Wertsubstanz repräsentieren. Lohoffs Antwort: Sie sind weder Waren noch im ökonomischen Sinne werthaltig. Hier die Argumente in Kurzform.</p>
<p><span id="more-724"></span>Erstens: Informationsgüter sind keine Tauschgüter. Tauschen setzt einen &#8220;Händewechsel&#8221; voraus. Das Informationsgut verlässt jedoch nicht die Hände des &#8220;Verkäufers&#8221;, der in der komfortablen Lage ist, <em>dasselbe</em> Gut mehrfach gegen Geld zu vertreiben. Dieses Phänomen ist nicht zu verwechseln mit der Fertigung <em>gleicher</em> stofflicher Güter in der industriellen Massenfertigung. Hier muss jedes einzelne Exemplar neu hergestellt werden, während das beim Informationsgut nur ein einziges Mal geschieht.</p>
<p>Zweitens: Informationsgüter sind <em>universelle</em> Güter, konventionelle Güter hingegen sind <em>singularer</em> Natur. Informationsgüter benötigen zwar einen Träger, die Verbindung zu dem Träger ist jedoch flüchtig und eine Ausbreitung auf neue Träger ist sehr leicht. In digitaler Form benötigen Informationsgüter zur Nutzung Universalmaschinen, die durch geeignete Software &#8211; die ihrerseits ebenfalls zu den Universalgütern gehört &#8211; in vielfältige Spezialmaschinen verwandelt werden. Vielfach schafft erst die Benutzung selbst den antizipierten Nutzen. Universalmaschinen und Universalgüter spannen ein unabschließbares Nutzen-Universum auf. Konventionelle Güter hingegen vergegenständlichen einen singularen Nutzen. Ändert sich der gewünschte Nutzen, muss ein neues Gut erschaffen werden.</p>
<p>Drittens: Informationsgüter sind genuin <em>nicht-exklusiv</em>, d.h. sie schließen niemanden von der Nutzung aus. Sie sind ferner <em>nicht-rivalisierend</em> im Gebrauch &#8211; meine Nutzung beschränkt andere in ihrer Nutzung nicht. Informationsgüter gewinnen ihren Nutzen im Gebrauch, während konventionelle Güter ihn dort sukzessive verlieren. Informationsgüter können nur &#8220;moralisch verschleißen&#8221; (Marx), konventionelle Güter hingegen vor allem technisch.</p>
<p>Viertens: Informationsgüter können exklusiviert werden, indem technische Zugangsschranken den Zugriff ver- oder wenigstens behindern. Doch auch diese technischen Zusätze ändern nichts am universellen Charakter des Guts. Technische Zusätze machen aus Universalgütern keine Waren, dennoch ändert sich ihre Form in paradoxer Weise: Sie werden zu <em>privatisierten Universalgütern</em>. Werden die Techniksperren entfernt, tritt die Universalität wieder uneingeschränkt hervor. Das Knacken von Kopierschutz ist ein Akt der Entprivatisierung, des Wiederherstellens des universellen Charakters des Informationsguts.</p>
<p>Fünftens: Die &#8220;sozialen Hieroglyphen&#8221; (Marx), also die durch die Güter vermittelten sozialen Beziehungen, unterscheiden sich bei privatisierten Universalgütern und Waren beträchtlich. Die bürgerliche Gesellschaft hat keinen Begriff davon und hält schlicht alle Arten von Bezahlgütern für &#8220;Waren&#8221;, aber sie hat die Differenz gleichwohl rechtlich kodifizert: Während das <em>Eigentum</em> an traditionellen Gütern in der Regel <em>exklusiv</em> auf den Käufer übergeht, wird dem Käufer des Informationsguts lediglich ein limitiertes <em>Mitnutzungsrecht</em> gewährt.</p>
<p>Sechstens: Informationsgüter entstehen durch <em>allgemeine Arbeit</em> oder &#8211; so sie in privatisierter Form als Bezahlgüter auftreten &#8211; durch <em>privatisierte allgemeine Arbeit</em>. Darin gleichen sie der Wissenschaft. Konventionelle Güter hingegen erfordern den wiederkehrenden Einsatz <em>unmittelbarer Arbeit</em> bei der Herstellung. Folgt man Marx, so ist allgemeine Arbeit hinsichtlich ihrer Wertschöpfungspotenz <em>unproduktive</em> Arbeit, während allein unmittelbare Arbeit <em>wertproduktiv</em> ist. Das darf jedoch nicht zu der Gleichsetzung unmittelbar = stofflich = produktiv verkürzt werden. Unmittelbare Arbeit umfasst sowohl gegenständliche wie geistige Tätigkeiten. Produktive geistige Tätigkeiten sind jedoch nur jene, die <em>vorhandenes Wissen</em> im Produktionsprozess anwenden &#8211; also solches Wissen, das etwa die Wissenschaft als Gratisproduktivkraft zur Verfügung gestellt hat -, nicht jedoch Tätigkeiten, die <em>neues Wissen </em>produzieren. Analog verhält es sich, wenn Wissen und Informationen die &#8220;gegenständliche&#8221;, aber gleichwohl flüchtige digitale Form annehmen: Durch allgemeine Arbeit geschaffene Informationsgüter universeller Natur verkörpern keinen Wert.</p>
<p>Siebtens: Treten Informationsgüter in privatisierter Form erfolgreich als Bezahlgüter auf, so findet zwar kein &#8220;Kauf&#8221; statt, sondern es wird nur eine Nutzungserlaubnis erteilt, gleichwohl aber wird unidirektional Wert vom Erlaubnisnachsucher zum Erlaubnisgeber transferiert. Dieser Wert muss &#8211; z.B. vermittelt über den Verkauf von Arbeitskraft &#8211; aus anderweitiger Wertsubstanz-Schöpfung stammen. Analog zum Grundbesitzer, der für die Erlaubnis, seinen Grund nutzen zu können, eine Grundrente kassiert, streicht der Kontrolleur des privatisierten Universalguts eine <em>Informationsrente</em> ein.</p>
<p>Achtens: Die Informationsrente bedeutet für den Privatproduzenten von Universalgütern zwar ein Einkommen, gesamtgesellschaftlich hingegen wird die <em>Verwertungsbasis nicht erweitert</em>. Bei der Vorstellung eines selbsttragenden informationskapitalistischen Akkumulationsschubes handelt es sich folglich um eine Fata Morgana.</p>
<p>Die Argumenteliste ist nicht vollständig &#8211; bitte selbst lesen. Was bedeuten diese neuen Einsichten?</p>
<p>Ich muss meine Bewertung Freier Software revidieren. Die besondere Qualität Freier Software liegt <em>nicht</em> darin, dass sie einen wertsubstanzlosen Raum außerhalb der ansonsten wertproduktiven proprietären Softwareproduktion schafft. Software als Universalgut kann <em>grundsätzlich</em> keinen Wert vergegenständlichen. Innerhalb der proprietären Softwareproduktion, deren Art und Weise äußerlich von der Wertform bestimmt wird, werden Produkte geschaffen, deren universaler Charakter der privaten Form widerspricht.</p>
<p>Das Neue im Alten entsteht auch <em>in</em> den alten Formen, nicht allein <em>neben</em> ihnen. Freie Software als universelle und auch der Form nach vergesellschaftete Produktion ist die dem universalen Charakter des Gutes <em>adäquate Produktionsweise</em> &#8211; darin liegt die neue Qualität, und das macht ihren <em>Keimform-Charakter</em> aus.</p>
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		<title>Peer-Ökonomie</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Dec 2007 00:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaftliche Emanzipation]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Meretz]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Übergangskonzept]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Ein Übergangskonzept</h3>
<p>Streifzüge 41/2007</p>
<p><em>Stefan Meretz</em></p>
<p>In der wertkritischen Linken gibt es eine kleine Gruppe, die darauf verweist, dass es vor allem mit der Freien Software- und Kulturbewegung bereits Ansätze (&#8220;Keimformen&#8221;) gibt, die auf neue Möglichkeiten jenseits von Ware, Geld, Markt und Staat verweisen. Solche Ansätze werden ihrerseits kritisiert, sie seien auf kopierbare Informationsgüter beschränkt und könnten nicht die Welt der stofflichen Güter erreichen.</p>
<p><span id="more-787"></span>Christian Siefkes hat mit der &#8220;Peer-Ökonomie&#8221; nun ein Konzept vorgestellt, das diesen zentralen Kritikpunkt an den Keimform-Ideen angeht. In seinem englischsprachigen Buch &#8220;From Exchange to Contributions&#8221; verallgemeinert Siefkes die Prinzipien Freier Software- und Kulturproduktion in die physische Welt.</p>
<p>Ausgangspunkt ist die Überlegung, dass Menschen bei der Herstellung ihrer Lebensbedingungen Aufwand verausgaben. Während der Kapitalismus den Markt als &#8220;Indirektion&#8221; verwendet, um die produzierten Güter zu verteilen &#8211; wobei vorher gar nicht klar ist, ob sie gebraucht werden oder gekauft werden können -, verteilt die Peer-Produktion nicht die Güter, sondern den Aufwand zu ihrer Herstellung. Dabei wird nur das hergestellt, was auch gebraucht wird &#8211; das Verhältnis zwischen Bedürfnissen und Produkten ist &#8220;direkt&#8221;.</p>
<p>Wie kann das gehen? Hier kommt das Peer-Prinzip ins Spiel. Der Begriff &#8220;Peer-Produktion&#8221; wurde von Yochai Benkler eingeführt, um die offene und kooperative Produktionsweise freier Informationsgüter zu beschreiben. Individuelle Menschen (&#8220;Peers&#8221;) arbeiten auf freiwilliger Basis zusammen, und zwar aus einem einzigen Grund: Sie wollen es. Sie leisten Beiträge zu einem Projekt, um es zum Erfolg zu bringen. Intensität, Ausmaß und Dauer bestimmt jede/r selbst. Peer-Projekte wiederum sind auf die Beiträge angewiesen und werden daher alles dafür tun, für die Teilnahme attraktiv zu sein.</p>
<p>Die Peer-Produktion basiert auf den so genannten <em>Commons</em>, also Ressourcen ohne Eigentümer, die eine Nutzung kontrollieren könnten. Die Ergebnisse von Peer-Projekten werden in der Regel wiederum Teil der Commons. Physische Produktionsmittel fallen derzeit nicht darunter. Sie sind Privateigentum der Peers, die Beiträge leisten.</p>
<p><em>Freie Kooperation</em> ist eine weitere Grundlage von Peer-Projekten. Zwang als Mittel der Organisation der Produktion existiert nicht, denn es fehlen die Zwangsmittel. Die Teilnahme ist freiwillig und es gibt keine Sanktionen, wenn man ein Projekt verlässt. In Peer-Projekten spielen formaler Status und seine Symbole, aber auch andere Kriterien, wie Gender, Herkunft, Alter etc., keine Rolle. Was zählt, sind die Beiträge, die ein Mensch leistet. Sie bestimmen über die <em>Reputation</em>, also das Ansehen und das Vertrauen, dass sich eine/r erwirbt.</p>
<p>Wie lassen sich nun die Bedürfnisse der Produzenten mit denen der Konsumenten koordinieren? Heute können Peer-Projekte funktionieren, weil die Peers über Produktionsmittel verfügen und weil die nicht-stofflichen Produkte &#8211; sind sie einmal entwickelt worden &#8211; nahezu beliebig vervielfältigt werden können. Das gilt für die physische Welt nicht. Peer-Projekte stofflicher Güter müssen für die Entnahme von Gütern, die jeweils neu einen Aufwand zu ihrer Herstellung erfordern, einen angemessenen Beitrag zum Projekt als Gegenleistung anfordern.</p>
<p>Welcher Beitrag ist jedoch angemessen? Darüber entscheidet das Projekt. Es gewichtet Beiträge, deren Zeitdauer als Maß verwendet wird, umgekehrt proportional zu ihrer Beliebtheit: Für unbeliebte Aufgaben ist nur ein kleiner Beitrag erforderlich, während beliebte Aufgaben einen großen Beitrag erfordern. Das klingt nach einer ähnlichen Rolle, die in der Markt-Ökonomie der Wert spielt.</p>
<p>Der Wert bildet komplexe Tätigkeiten auf einfache ab. Während jedoch stets komplexe ein Mehrfaches einfacher Tätigkeiten ergeben &#8211; was bedeutet, dass sie in geringerem Umfang verausgabt werden müssen -, ist es in einer verallgemeinerten Peer-Produktion tendenziell umgekehrt: Einfache Tätigkeiten, die niemand gerne erledigen will, werden hoch gewichtet, um ihre Erfüllung zu gewährleisten, während beliebte und oft hoch qualifizierte Tätigkeiten ein geringes Gewicht bekommen. Die Gewichtung, so der Vorschlag, ist nichts Statisches, sondern wird permanent angepasst. Diese Anpassung erfolgt automatisch über ein &#8220;Auktionssystem&#8221;, in dem sozusagen Nachfrage und Angebot vermittelt werden. So kann eine Stunde Müll entsorgen durchaus einer Woche Programmieren entsprechen.</p>
<p>Auf der Seite der Verteilung der Güter schließen sich Peer-Projekte zu Verteilungspools zusammen, um eine größere Bandbreite nützlicher Güter anbieten zu können. Gleichzeitig soll die Projektgröße überschaubar bleiben, Probleme sollen direkt &#8220;peer to peer&#8221; verhandelbar sein. Jede/r, der zu einem lokalen Projekt einen Beitrag leistet, kann aus dem zugehörigen Verteilungspool Güter entnehmen. Je nach Güterart unterscheiden sich die Verteilungsweisen, von Flatrate bis Gewichtung nach Nachfrage.</p>
<p>Bemerkenswert ist, dass Siefkes eine Reihe kritischer Fragen, denen häufig mit dem Verweis auf die Zukunft, in der &#8220;es sich schon regeln werde&#8221;, ausgewichen wird, konkret diskutiert: Wie werden begrenzte Ressourcen und Güter verteilt? Was ist mit Infrastrukturen und Meta-Aufgaben? Wie werden Entscheidungen getroffen, wie Konflikte gelöst? Wie werden globale Projekte organisiert? Was ist mit Menschen, die keine Beiträge leisten können oder wollen? Wer entscheidet, was ein &#8220;Beitrag&#8221; ist? Was ist mit Migration? Sind weiterhin Gesetze notwendig?</p>
<p>Nach meiner Auffassung handelt es sich um ein pragmatisches Übergangsmodell, nicht um ein generelles Modell einer postkapitalistischen Gesellschaft. Zentrale Beschränkung in dem Konzept ist die Kopplung von Beitrag und Entnahme. Es ist jedoch gut vorstellbar, dass sich eine strikte Kopplung von Beitrag und Entnahme in der Phase der Konkurrenz zum Kapitalismus nach seiner Überwindung auflösen wird.</p>
<p>Christian Siefkes hat sein Buch nicht begriffskritisch, sondern pragmatisch formuliert und damit auf die Diskursformen im englischen Sprachraum orientiert. Da der Text unter einer Freien Lizenz steht, sollte einer deutschsprachigen Übersetzung nichts im Wege stehen. Pflichtlektüre!</p>
<p><em>Christian Siefkes, From Exchange to Contributions. Generalizing Peer Production into the Physical World, Berlin, Edition C. Siefkes, 2007, 9 Euro, Web: peerconomy.org.</em></p>
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		<title>Universalgüter (Teil 1)</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Dec 2007 00:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Stefan Meretz]]></category>
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		<description><![CDATA[„Besser Leben! Das arbeitskritische Magazin“ im Bürgerfunk Münster]]></description>
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		<title>Universalgüter (Teil 2)</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Dec 2007 00:00:00 +0000</pubDate>
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