10.12.2011
Anmerkungen zu Heinz-Jürgen Voß’ „Geschlecht. Wider die Natürlichkeit“
Julian Bierwirth
Nicht selten ist es so, das im Untertitel eines Buches das eigentliche Programm vorgegeben wird. So auch in diesem Fall: Natürlichkeit ist der Ausgangspunkt und der zentrale Gegenstand der Argumentation dieses Buches. Denn im Laufe der Jahrhunderte, so stellt Voß gleich zu Beginn des Buches fest, haben sich die Begründungsmuster für gesellschaftliche Herrschafts- und Unterdrückungspraktiken verändert. Während lange Zeit der Wille eines kaum je beweisbaren Gottes als Ursache für die spezifische soziale Stellung einzelner Menschen angegeben wurde, so stehen heute die Naturwissenschaften, allen voran die Biologie, hoch im Kurs der Legitimationsbeschaffung. Weiterlesen »
07.12.2011
Vortrag und Diskussion mit Markus Mersault und Lothar Galow-Bergemann
Donnerstag, 15. Dezember 2011, 19.00 Uhr
Regensburg, LEDERER e.V., Lederergasse 25 Weiterlesen »
06.12.2011
Franz Schandl
In folgendem Aufriss soll der überaffirmative Arbeits„begriff“ des Nationalsozialismus als Zuspitzung und Ausdehnung des obligaten gesellschaftlichen Wertekonsenses dechiffriert werden.
„Sieg der Arbeit“ heißt ein Buch, das der Nazi-Schriftsteller Anton Zischka (1904-1997) im Jahr 1941 im Goldmann Verlag veröffentlicht hat. „Kein schönerer Sieg der Arbeit ist je erfochten worden als der jenes ausgebluteten, niedergetretenen Deutschlands, das zu sich selbst fand, aus eigenster Kraft den Sieg errang über die reichsten und mächtigsten Imperien der Welt.“ (Z:15) In aller Welt sei jetzt „sichtbar, dass die Arbeit die Regentin unseres öffentlichen und privaten Lebens ist.“ (Z:23) Arbeit sei fortan nicht Mühsal, sondern „schöpferische Lust“ (Z:23). „Denn in Deutschland ist seit 1933 Arbeit eine Ehre.“ (Z:288) „,Der Betrieb ist eine zum Nutzen von Volk und Staat arbeitende Leistungsgemeinschaft‘, sagt der § 1 des deutschen Gesetzes zur Ordnung der Arbeit.“ (Z:288) „Der Arbeitsvertrag ist dadurch in ein gegenseitiges Treue- und Fürsorgeverhältnis umgewandelt und das Arbeitsverhältnis auf eine völlig neue Grundlage gestellt worden. Die Arbeit ist Dienst, nicht mehr ,Ware‘; Ehre, nicht mehr Fron.“ (Z:289) „Die Wertung des Menschen nach seiner Arbeit, nach seiner Einstellung gegenüber dem Volksganzen ist heute so selbstverständlich geworden…“ (Z:289) Weiterlesen »
04.12.2011
Julian Bierwirth
Warum also ist es die Arbeit, die den Wert schaffen soll? Die hier verfochtene Antwort lautet: weil Wert keine Naturkonstante ist, sondern ein spezifisches gesellschaftliches Verhältnis ausdrückt. Weiterlesen »
02.12.2011
Petra Ziegler
Applaus garantiert. „Nicht die Maschinen brauchen Arbeit, die Menschen brauchen Arbeit!“ – Eine beinahe unverhüllt verrückte Ansage, vorgetragen im Duktus unumstößlicher Wahrheit. Wer allen Ernstes über die „sinnstiftende“ Wirkung von Tankstellenaushilfsjobs und dergleichen schwadroniert, kommt im deutschsprachigen Talk ungestraft davon. Weiterlesen »
11.09.2011
Des causes sous-jacentes de la crise financière
English version – Versión española – Deutsche Version
Norbert Trenkle (Mai 2008) Weiterlesen »
10.08.2011
Version française

Ernst Lohoff
Dermaßen rasant sind die Aktienkurse seit der Pleite des Bankhauses Lehman Brothers im Herbst 2008 nicht mehr gepurzelt. Welt Online zufolge haben sich in der vergangen Woche weltweit Vermögenswerte von fünf Billionen Dollar in Luft aufgelöst. Nach der Herabstufung der Bonität von US-Staatsanleihen durch die Rating Agentur Standard & Poor’s dürfte es an den Finanzmärkten noch weiter bergab gehen. Weiterlesen »
01.08.2011
Un adieu à «l’ère du narcissisme»
Götz Eisenberg
En 2013, l’association américaine de psychiatrie publiera la 5ème édition de son manuel de diagnostic (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) qui existe depuis 1952. Ce manuel a pour vocation de définir des critères universels pour décider à partir de quel moment un être humain doit être déclaré malade au niveau psychiatrique. La nouvelle publication à venir a déjà déclenché de vives polémiques. Weiterlesen »
01.07.2011
Peter Samol
(Dieser Text ist in der Kolumne Dead Men Working in der Zeitschrift Streifzüge erschienen.)
Maria Wölflingseder hat mich gebeten, in dieser Ausgabe den Text für ihre Kolumne zu schreiben. Dazu gekommen ist es, weil ich auf einen Roman gestoßen bin, der die Erfahrungen mit sogenannten „arbeitsfördernden Maßnahmen“, wie sie Maria häufig an dieser Stelle beschreibt, zum Thema hat. Das Buch stammt aus dem Jahr 2006 und trägt den Titel „Schule der Arbeitslosen“. Verfasst von Joachim Zelter, der es mit einem anderen Roman („Der Ministerpräsident“) auf die Longlist des deutschen Buchpreises 2010 geschafft hat. Weiterlesen »
26.06.2011
Das siebte Leben des Kapitalismus
23. – 25. September 2011 in der Jugendbildungsstätte Burg Hoheneck, 91472 Ipsheim
- Kapitalismus invers. Wie die Bewegung des fiktiven Kapitals den Verlauf der Krise bestimmt (Ernst Lohoff, Nürnberg)
- Die schwäbische Hausfrau und ihre Liebhaber. Über den sogenannten Sparzwang und die Logik der abstrakten Reichtumsproduktion (Norbert Trenkle, Nürnberg)
- Staatsbankrott und Währungskrise (Thomas Konicz, Poznan)
- Die Diktatur der Äquivalenz. Postkapitalistische Utopien im Crash-Test (Julian Bierwirth, Göttingen)
- Werdet verwertbar! Über die marktwirtschaftliche Zurichtung im Bildungssystem (Peter Samol, Herford) Weiterlesen »