»Zeit« ist Geld und Geld ist »Zeit«
Von der Produktion der »Zeit« zu ihrer marktwirtschaftlichen Dekonstruktion
Aus: Krisis 19
Gaston Valdivia
Das moderne Individuum klagt ständig über »Zeitmangel«. Vierundzwanzig Stunden am Tag scheinen bei weitem nicht auszureichen, um all die Anforderungen zu bewältigen, die es erfüllen soll und will. Die Ansprüche an den modernen Menschen und sein »Zeitkontingent« sind enorm und drohen, ihn schier zu zerreißen: Pädagogen und Psychologen fordern mehr »Zeit« für die Kinder; Unternehmer erwarten ganz selbstverständlich längere und dabei immer intensivere Arbeit; die »Freizeitindustrie« verlangt verstärkte »Freizeitaktivitäten« von ihren Kunden; die Gebildeteren klagen mehr »Zeit« zum Lesen ein; der Handel will seine »Erlebniswelten« besser auslasten; die Genießer hätten gern mehr Muße und alle zusammen würden gerne etwas länger schlafen.



