04.03.2010
Julian Bierwirth
Der Kapuzinermönch richtet seinen besorgtem Blick in die Kamera: Viel zu viele Jugendliche in Deutschland lebten in zu großer Not, hätten keine Arbeit und kein zu Hause. Deshalb, so Bruder Paulus, unterstütze er das Europäische Jahr 2010, weil es die Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben fordere. Die Kamera zoomt dichter an den Geistlichen heran. Alles im Auftreten des Bettelmönchs ist auf einen Effekt aus: der sorgsam einstudierte Text, der mitfühlende Blick, das aufmunternde Nicken beim Sprechen, die sorgsam eingestreuten Vokabeln aus einer vermeintlichen Alltagssprache von Jugendlichen: es soll Lebensnähe und Fürsorglichkeit, Kompetenz in der Sache und Ernsthaftigkeit im Anliegen gleichermaßen zum Ausdruck bringen. Weiterlesen »
13.07.2009
Anmerkungen zu Martin Scheuringers Beerdigung der Kritischen Theorie
Streifzüge 46/2009
Julian Bierwirth
Als ich im Juli 2008, also ziemlich direkt während der Fußball-Europameisterschaft, die Streifzüge aufschlug, da war ich zunächst recht begeistert. “Endlich schreiben die mal was über die Hintergründe der elendigen Fahnenschwenkerei!”, dachte ich bei mir, als ich Martin Scheuringers “Rausch ohne Rechnung! Fußball, Ökonomie, Pädagogik und Begeisterung” zum ersten Mal erblickte. Die Begeisterung war jedoch schnell verklungen. Weiterlesen »
18.01.2009
Julian Bierwirth
In den letzten Jahren ist in vielen gesellschaftlichen Bereichen durchregiert worden. Das bislang Privateste, das Ich, wurde als ökonomische Ressource entdeckt. Der direkte Konkurrenzkampf zwischen den Einzelnen soll die Lösung sein für zunehmend enger werdende Handlungsspielräume. Alle werden zu Marktsubjekten und sollen sich selbst als ökonomische Ressource begreifen, Weiterlesen »