Hunger 2
Streifzüge 42/2008
Lorenz Glatz
Von Zeit zu Zeit machen sie ein wenig von sich reden, die “Brotunruhen” in verschiedenen Ländern der so genannten Dritten Welt. Ob in Mexiko, Jemen, Mauretanien, Usbekistan, Senegal, Pakistan oder Indonesien – die Polizei prügelt Hungerdemonstranten. Diese melden mit ihren Umzügen und Straßenschlachten durchaus dringenden Bedarf an, aber keine Nachfrage. Zu einer solchen wird ihr Bedürfnis höchstens dann, wenn die beunruhigten Regime durch politische Maßnahmen die Preise so weit senken können, dass Unruhe und Hunger wieder unter das kritische Ausmaß sinken. Stilles Leiden und Sterben ist nicht einmal eine Meldung wert.



