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	<title>krisis &#187; »Antisemitismus und Rassismus«</title>
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	<description>Beiträge zur Kritik der Warengesellschaft</description>
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		<title>Der Bauchbahnhof</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 18:48:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus und Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Lothar Galow-Bergemann]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Hofmann]]></category>

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		<description><![CDATA[Was den Wutbürger treibt und was ihm fehlt &#8211; Abgesang auf eine vermeintliche Demokratiebewegung. Lothar Galow-Bergemann und Markus Hofmann Daß die Gegner der geplanten Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs bei der Volksabstimmung über das Projekt scheitern würden, war bereits unmittelbar nach dem Amtsantritt des neuen grünen Ministerpräsidenten Kretschmann klar, der wesentlich geschickter als sein Vorgänger Mappus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Was den Wutbürger treibt und was ihm fehlt &#8211; Abgesang auf eine vermeintliche Demokratiebewegung.</h3>
<p><em>Lothar Galow-Bergemann und Markus Hofmann </em></p>
<p>Daß die Gegner der geplanten Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs bei der Volksabstimmung über das Projekt scheitern würden, war bereits unmittelbar nach dem Amtsantritt des neuen grünen Ministerpräsidenten Kretschmann klar, der wesentlich geschickter als sein Vorgänger Mappus (CDU) mit der Protestbewegung umging. Während diese nach der Abstimmungsniederlage nun erwartungsgemäß bröckelt, ist zu befürchten, daß ein neuer Mythos etabliert wird: der vom Aufschwung des demokratischen Bewußtseins im Ländle. An ihm stricken nicht nur die S21-Gegner selbst, sondern auch die rotgrüne Landesregierung, die nicht zuletzt den Protesten ihren Amtsantritt verdankt. Aber wie das mit Mythen so geht: Auch dieser hält einer Prüfung nicht stand.<span id="more-4796"></span></p>
<p>Beginnen wir ab ovo: In den Schulen bröckelt der Putz, in den Krankenhäusern sterben Menschen, weil es zu wenig Personal gibt, Sozialleistungen werden zusammengestrichen &#8211; aber um 19 Minuten schneller von Stuttgart nach Ulm zu kommen, werden gigantische Summen verbaut. Das Projekt S21 ist einem Zwang zur Produktivitäts- und Effizienzsteigerung geschuldet, dem&#8217;s nicht um ein gutes Leben für alle, sondern einzig darum geht, dass die kapitalistische Maximalprofit- und Wachstumsmaschine weiter brummt.</p>
<p>Das aber hat der Protest in und um Stuttgart herum nie verstanden. Er war vor allem ein Beleg dafür, daß Wut kein Ausweis für Kritik ist. Als Ausdruck eines vagen Bauchgefühls war und ist der Protest gegen das Stuttgarter Bahnprojekt vor allem bloßer &#8220;Reflex der Realität&#8221; (Adorno); er verlängert die schlechten Verhältnisse und ihre Zwänge, wie der Anstecker mit der Mordsphantasie zeigt, mit dem manche S21-Gegner herumlaufen: &#8220;Grube auf, Grube rein, Grube zu, dann isch Ruh.&#8221; Wirklich?</p>
<p>Charakteristisch für die Proteste deutscher Wutbürger/innen ist generell, worüber sie sich nicht empören: die täglichen Abschiebungen von Nicht-Deutschen, Hartz IV, Rente mit 67, Verelendung der abgehängten Unterschicht, Sarrazins menschenfeindliche Thesen, alte und neue Nazis, gleich ob sie höchste politische Ämter auch im &#8220;Ländle&#8221; bekleiden oder mordend durch die Republik ziehen, deutsche Rekorde beim Handel mit dem iranischen Holocaustleugner-Regime – solche Petitessen bringen Wutbürger/innen im allgemeinen nicht aus der Ruhe. Heimatverbunden wie sie sind, heften sie &#8211; Beispiel Stuttgart &#8211; ihre Empörung zu Zehntausenden an ein Infrastrukturprojekt, an dem sie nicht nur die immensen Kosten, sondern auch die beabsichtigte Schlachtung zweier Kühe stört, die den Deutschen heilig sind: Tradition und Baumbestand samt Juchtenkäfer.<br />
Der Gegenstand der Empörung macht den Sozialcharakter der Protestler sichtbar, deren Affekte sich unmittelbar gegen diejenigen wendet, die sein Alltagsbewusstsein ihm anbietet: gegen &#8220;die da oben&#8221; &#8211; Politiker, Wirtschaftsbosse oder die Verflechtung beider, namentlich die <em>Spätzle-Connection</em>. Das Gefühl aber, &#8220;von oben&#8221; bedrängt, paßt zu dem, &#8220;von unten&#8221; um die Früchte der eigenen, ehrlichen Arbeit betrogen zu werden. Auch wenn es bei den Stuttgarter Protesten nennenswerte Ausfälle gegen Marginalisierte nicht gab, so hat doch grundsätzlich, wer zur Personalisierung der Verhältnisse neigt, kaum ein Gegenmittel parat, wenn ihm sein Gefühl neben &#8220;denen da oben&#8221; auch mal &#8220;die da unten&#8221; als Schuldige anbietet und Ressentiments gegen &#8220;faule Griechen&#8221;, Migranten oder sonstige &#8220;Sozialschmarotzer&#8221; empfiehlt. Die Attraktivität des Schlachtrufs &#8220;Oben bleiben!&#8221; &#8211; wo man sich doch gerade in einer Auseinandersetzung mit &#8220;denen da oben&#8221; wähnt &#8211; erklärt sich jedenfalls auch aus sozialen Abstiegsängsten und Ohnmachtsgefühlen. Diese waren in Deutschland stets alles andere als Vorboten paradiesischer Zustände. </p>
<p>Wen weder der skandalöse Ausschluß von Millionen ökonomisch Abgehängter noch die Tatsache, daß diese keine <em>Gegenwart </em>mehr haben, auf die Straße treibt, während er selbst bloß Angst vor der <em>Zukunft </em>hat, dem darf man unterstellen, vor allem an der Rechtfertigung und Rationalisierung eigener Privilegien und Besitzstände interessiert zu sein, den reizt zum Protest nicht die gesellschaftliche Ordnung samt ihrer ökonomischen Sachzwänge, sondern allein das Personal, das diese exekutiert (bzw. im Ernstfall dann auch die Konkurrenz um die eigene Wohlfahrt). </p>
<p>Unter Wutbürgern ist Kapitalismuskritik nur als Karikatur zu haben: als Lobbykritik nämlich. Lobbyismus aber, also das Verfolgen eigener Interessen in einem kapitalistischen Universum, ist der deutschen Ideologie, der es immer ums halluzinierte Großeganze geht, seit jeher besonders suspekt. Ralf Schröder hat diese Haltung treffend charakterisiert: &#8220;Man halluziniert den Apparat der staatlichen Verwaltungen und Parlamente als bloße und damit neutrale Form, die recht ordentlich und auch im Sinne des Gemeinwohls funktionieren würde, sobald alle Staatsbürger gleichberechtigt und öffentlich ihre Anliegen hineinkommunizieren dürften. Aus der Perspektive des lobbykritischen Betriebskindergartens können die Erfordernisse der Kapitalverwertung alle anderen Ansprüche nur deshalb beständig dominieren, weil ihre Agenten über einen kurzen Draht zu den &#8216;Entscheidungsträgern&#8217; verfügen&#8221; (KONKRET 11/10). </p>
<p>Wenn man auch nicht, um einer von linken Bewegungsfans häufig gestellten Frage zu begegnen, Marx oder Freud gelesen haben muß, um protestieren zu dürfen, so finden sich doch bei beiden Erkenntnisse, ohne die kein sachlich adäquater Begriff der gegenwärtigen Gesellschaft auskommt: daß nämlich weder die Gesellschaftsmitglieder noch ihr Ich Herr im eigenen Haus sind. Die reale Ohnmacht der Menschen angesichts der Vormacht der Verhältnisse, in denen sie leben, drängt Wutbürger aber nicht nur zur Identifikation unmittelbar &#8220;Schuldiger&#8221;, sondern auch zur Durchsetzung des &#8220;Volkswillens&#8221;.</p>
<p>Auch mit Blick auf Stuttgart waren viele Linke mal wieder regelrecht &#8220;vom Volk besoffen&#8221; und vergaßen jede Kritik, sobald sich die geliebten Massen auf die Straße begaben. &#8220;Direkte Demokratie&#8221; – ja, du meine Güte! Wo einem doch bei klarem Verstand vor dem &#8220;Prinzip Volksentscheid&#8221; unter den obwaltenden Umständen nur grausen kann. Die Zustimmungswerte für Thilo Sarrazin, die Schweizer Abstimmungen übers Minarettverbot und die &#8220;Ausschaffung krimineller Ausländer&#8221; – schon vergessen? Ob sich nun, nach der Stuttgarter Lektion in direkter Demokratie, bei diesen Linken Ernüchterung einstellt?<br />
Kritik, die der Gesellschaft an die Substanz geht, hat es naturgemäß schwer: Sie nötigt zur mühsamen Auseinandersetzung mit abstrakten Verhältnissen und findet keinen Trost im Positiven. Doch Wutbürger/innen scheuen die vorbehaltlose Kritik, sie möchten das rettende Ufer des gleichwohl Machbaren nicht aus den Augen verlieren. So wurde das Alternativprojekt &#8220;Kopfbahnhof21&#8243; aus der Kritikverweigerung geboren – man musste endlich nicht mehr &#8220;nur dagegen&#8221; sein, man war ein &#8220;Freund des Kopfbahnhofes&#8221; und bereicherte fortan das Stadtbild mit Unmengen grüner K21-Jutetaschen. K21 aber bricht gerade nicht mit dem herrschenden Geschwindigkeits-, Leistungs- und Wachstumswahn, den es zu attackieren gälte. Originalzitate: &#8220;Der TGV von Paris nach Stuttgart wird durch S21 nicht schneller.&#8221; &#8211; &#8220;Ebenso falsch ist die Behauptung, nur mit S21 könne die Fahrtzeit nach Ulm verkürzt werden.&#8221; &#8211; &#8220;Vordringlich sollte die Kapazität im Hauptbahnhof durch einen neuen Rosensteintunnel gesteigert und die Neubaustrecke realisiert werden, weil allein sie die Reisezeit verkürzt.&#8221; Und, als Gipfel: Mit K21 werde &#8220;eine größere Leistungsfähigkeit erreicht als beim Durchgangsbahnhof&#8221;. Kurz: Mehr Wachstum und Geschwindigkeit mit K21! Es ist das Kennzeichen der konformistischen Rebellion, enorme Aufregung zu produzieren, die eigentlichen Ursachen der Misere aber zu ignorieren.</p>
<p>Die Stuttgarter Protestler/innen haben &#8211; ganz entgegen dem eigenen Anspruch &#8211; deutlich gemacht, wie wenig die NS-Vergangenheit in Deutschland verstanden und aufgearbeitet ist. Es gab und gibt etwas, das Gegner und Befürworter des Projekts eint: Je länger der Nationalsozialismus her ist, desto eifriger verspüren sie das Bedürfnis, sich als Widerstandskämpfer zu profilieren. Da verglich ein prominenter S21-Befürworter das Trillerpfeifengetute der Gegner mit Nazi-Methoden. S21-Gegner faselten von KZ und Auschwitz, als die Polizei ankündigte, Knastcontainer aufstellen zu wollen. Dem bedauernswerten Opfer eines Wasserwerfereinsatzes wurde allen Ernstes der Georg-Elser-Preis verliehen, der an einen der wenigen wirklichen Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus erinnert. Ein Protestsong, der &#8211; man will es nicht glauben &#8211; wahrhaftig in den Ausruf &#8220;Stuttgart erwache!&#8221; mündet, erhielt die höchste Bewertung aller User auf der &#8220;Parkschützer&#8221;-Seite. Und der Schlichter Heiner Geissler fragte schon mal nach, ob man denn eigentlich den &#8220;totalen Krieg&#8221; wolle.</p>
<p>Anstatt aber nun danach zu fragen, wie man auf den perversen Gedanken kommen kann, das, was in Stuttgart passiert(e), gedanklich auch nur in die Nähe des totalen Kriegs zu rücken, den die Nazideutschen geführt haben, wird weiter verdrängt, umgearbeitet und zurechtgelegt, daß sich die Schienen biegen. Offenbar ist der demokratische Firnis dünn: Kaum werden Bürgerin und Bürger wütend, mögen sie nicht mehr so recht unterscheiden zwischen bürgerlich-demokratischem Staatswesen und nationalsozialistischem Terror.  </p>
<p>Es ist daher auch keineswegs uninteressant, daß ausgerechnet der abstoßende graubraune Bahnhofsklotz in Stuttgart auf so viel Sympathie stößt, daß sich noch nicht einmal die Betreiber des S21-Projekts trauen, das Ding restlos dorthin zu befördern, wo es hingehört: auf den Müllhaufen der Geschichte. <em>Ein</em> Ergebnis stand deswegen leider schon vor der Volksabstimmung fest: Man wird in Stuttgart weiter mit dieser widerlichen Mischung aus wilhelminischer Trutzburg und Reichsparteitagsgelände leben müssen. Nimmt man den 1928 fertiggestellten Bahnhofsbau in Augenschein, so kann man sich jedenfalls lebhaft vorstellen, daß Paul Bonatz, sein Erbauer, schon zwei Jahre zuvor gegen die Stuttgarter Weißenhofsiedlung, ein Paradestück modernen Bauens (Leitung: Ludwig Mies van der Rohe) protestiert hatte, weil &#8220;Stuttgart doch keine Vorstadt von Jerusalem&#8221; sei, und dafür ab 1933 am Gegenprojekt der Kochenhofsiedlung mitarbeiten durfte. Auch überrascht es nicht, daß er begeistert am Straßenbauprogramm des Führers mitwirkte und sich öffentlich ausmalte, wie sehr diesem eine Stuttgarter Höhenbekrönung &#8220;mit Freitreppen wie bei den Propyläen&#8221; gefiele (siehe dazu  <a href="http://clemensheni.wordpress.com/" target="_blank">http://clemensheni.wordpress.com</a>). Die Liebe der Stuttgarter Wutbürger/innen zu ihrem &#8220;Bonatz-Bau&#8221; aber währet ewig. Als eine Stadträtin der Grünen den Abbruch des Bahnhofsnordflügels mit &#8220;der Zerstörung der einzigartigen Buddha-Statuen im Tal von Bamiyan in Afghanistan durch rückwärts gewandte, militante Taliban” verglich, jubelten ihr Tausende frenetisch zu. </p>
<p>Und dann diese Faszination, die der Schlichtungsgedanke gleich bundesweit auslöste, egal ob pro oder contra S21! Obwohl für jeden denkenden Menschen von vornherein feststand, daß bei Geißlers Talkshows im Stuttgarter Rathaus nichts Gescheites herauskommen konnte, man seine Zeit folglich vergnüglicher und sinnvoller als vor dem Bildschirm hätte verbringen können, feierte der übertragende Nachrichtensender Phoenix die höchsten Einschaltquoten aller Zeiten. Die darin sich manifestierende Sehnsucht nach dem „Großen Schlichter“, der Zank und Hader beenden und dem „Großen Ganzen“ dienen möge, war im Kern die Sehnsucht nach dem einigen Volk. Noch im Motto von Geißlers lächerlichem Kompromißvorschlag, der die schlechten Seiten beider Projekte vereint (Untertunnelung <em>plus </em>Fortbestand der Gleisfläche) schwingt diese Sehnsucht mit: &#8220;Frieden für Stuttgart&#8221;. </p>
<p>Und so bleibt denn wenig übrig vom Mythos, ausgerechnet im Schwabenländle sei mit den Bahnhofsprotesten ein Schritt zum Ausgang aus selbstverschuldeter Unmündigkeit gegangen worden. Es gab und gibt selbstredend genügend gute Gründe, gegen das Unsinnsprojekt S21 zu sein. Doch wenn &#8220;die Verzweiflung (noch lange) keine Idee und kein Ideal der Humanisierung hervorbringt&#8221; (Roger Behrens), dann bleibt nur, dem instinktiven Mißtrauen gegen scheinbar verantwortliche Bösewichter selbst zu mißtrauen. Bevor also Stuttgarter Wutbürger/innen wieder für den Juchtenkäfer statt für die Opfer neonazistischer Mörderbanden demonstrieren, sollten sie vielleicht doch mal bei Adorno nachlesen: &#8220;Wer denkt, ist in aller Kritik nicht wütend. Denken hat die Wut sublimiert.&#8221;</p>
<p>(erschienen in <a href="http://www.konkret-verlage.de/kvv/kh.php?jahr=2012&#038;mon=01" target="_blank">KONKRET 1/2012</a>)</p>
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		<title>Vortrag: Gier und Weltverschwörung</title>
		<link>http://www.krisis.org/2012/vortrag-gier-und-weltverschwoerung</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 18:36:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus und Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Lothar Galow-Bergemann]]></category>
		<category><![CDATA[termine]]></category>

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		<description><![CDATA[Regressiver Antikapitalismus und das antisemitische Ressentiment Vortrag von Lothar Galow-Bergemann Donnerstag, 19. Januar 2012, 19.30 Uhr Jüdisches Museum München (St.-Jakobs-Platz 16, 80331 München), Foyer Geht es gegen Banken und &#8220;die Finanzmärkte&#8221;, sind sich schnell alle einig: Parteipolitiker, Gerwerkschaften, Linke, Rechte, Hobby-Ökonomen und wer sonst noch so in Krisenzeiten das Wort ergreift. Es entstehen sonderbar anmutende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Regressiver Antikapitalismus und das antisemitische Ressentiment</h3>
<p><em>Vortrag von Lothar Galow-Bergemann<br />
Donnerstag, 19. Januar 2012, 19.30 Uhr<br />
Jüdisches Museum München (St.-Jakobs-Platz 16, 80331 München), Foyer</em></p>
<p>Geht es gegen Banken und &#8220;die Finanzmärkte&#8221;, sind sich schnell alle<br />
einig: Parteipolitiker, Gerwerkschaften, Linke, Rechte, Hobby-Ökonomen<br />
und wer sonst noch so in Krisenzeiten das Wort ergreift. Es entstehen<br />
sonderbar anmutende Schulterschlüsse, wenn es gegen die<br />
&#8220;Zirkulationssphäre&#8221; geht. Doch die Aufspaltung des kapitalistischen<br />
Prinzips in &#8220;produktives Kapital&#8221; auf der einen und &#8220;das Finanzkapital&#8221;<br />
auf der anderen Seite leistet nicht selten einer Dämonisierung des<br />
Finanzsektors Vorschub, die dabei mal mehr, mal weniger bewusst auf<br />
antisemitische Stereotype zurückgreift.<span id="more-4794"></span></p>
<p>Eintritt: 6,00 €, Ermäßigt: 3,00€</p>
<p>Eine Veranstaltung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft München AG in<br />
Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum München.</p>
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		</item>
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		<title>Entsorgte Religionskritik, unverstandener Antisemitismus und weitere linke Schwierigkeiten im Umgang mit dem antimuslimischen Ressentiment</title>
		<link>http://www.krisis.org/2011/entsorgte-religionskritik-unverstandener-antisemitismus-und-weitere-linke-schwierigkeiten-im-umgang-mit-dem-antimuslimischen-ressentiment</link>
		<comments>http://www.krisis.org/2011/entsorgte-religionskritik-unverstandener-antisemitismus-und-weitere-linke-schwierigkeiten-im-umgang-mit-dem-antimuslimischen-ressentiment#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 11:56:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus und Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Lothar Galow-Bergemann]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Mersault]]></category>
		<category><![CDATA[termine]]></category>

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		<description><![CDATA[Vortrag und Diskussion mit Markus Mersault und Lothar Galow-Bergemann Donnerstag, 15. Dezember 2011, 19.00 Uhr Regensburg, LEDERER e.V., Lederergasse 25 Die einen glauben, der neue Antisemitismus heiße Islamophobie, die anderen, dass sich im Moslemhass nur der althergebrachte Rassismus verberge. Einige empfinden Kritik an islamischen oder islamistischen Zuständen als Verletzung der Menschenwürde, andere betreiben nicht Religionskritik, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Vortrag und Diskussion mit Markus Mersault und Lothar Galow-Bergemann</em></p>
<p>Donnerstag, 15. Dezember 2011, 19.00 Uhr<br />
Regensburg, LEDERER e.V., Lederergasse 25<span id="more-4691"></span></p>
<p>Die einen glauben, der neue Antisemitismus heiße Islamophobie, die<br />
anderen, dass sich im Moslemhass nur der althergebrachte Rassismus<br />
verberge. Einige empfinden Kritik an islamischen oder islamistischen<br />
Zuständen als Verletzung der Menschenwürde, andere betreiben nicht<br />
Religionskritik, sondern einzig Islamkritik. Wie hat eine<br />
emanzipatorische Kritik an rassistischen und antimuslimischen<br />
Ressentiments ebenso wie an Begriffslosigkeit, unverstandenem<br />
Antisemitismus und Kulturrelativismus auszusehen, ohne die Kritik der<br />
Religion und die Kritik an fundamental-religiösen Zuständen gleich mit<br />
zu entsorgen?<br />
Diesen scheinbar schwierigen Fragen wollen wir uns annehmen, erscheint<br />
dies aufgrund überwiegend ideologisch motivierter Positionierungen zum<br />
Thema notwendig.</p>
<p>Eine Veranstaltung der Jugendinitiative gegen Rassismus und<br />
Antisemitismus Regensburg<br />
<a href="http://jugendinitiative.blogsport.de/vortraege-11-12/">http://jugendinitiative.blogsport.de/vortraege-11-12/</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Zionism, anti-semitism and the left</title>
		<link>http://www.krisis.org/2010/zionism-anti-semitism-and-the-left</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Jun 2010 10:59:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus und Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[English]]></category>
		<category><![CDATA[Moishe Postone]]></category>

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		<description><![CDATA[Deutsche Version An Interview with Moishe Postone by Martin Thomas, published in »Solidarity« 3/166, 4  February, 2010 Moishe Postone is a Marxist academic based at the University of Chicago. As well as writing extensively on Marx’s political economy, he has also been central to the development of theories of “left anti-semitism”, which look at ways [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.krisis.org/2010/die-mysterioese-macht-des-kapitals-wird-den-juden-zugeschrieben"><strong>Deutsche Version</strong></a></p>
<h3>An Interview with Moishe Postone</h3>
<p><span id="more-4302"></span>by Martin Thomas, published in »Solidarity« 3/166, 4  February, 2010</p>
<p>Moishe Postone is a Marxist academic based at the University of Chicago. As well as writing extensively on Marx’s political economy, he has also been central to the development of theories of “left anti-semitism”, which look at ways in which positions taken by left groups, particularly on Israel/Palestine, can feed into, or be based on, hostility to Jews. Martin Thomas spoke to him.</p>
<p>Q. To many people on the left today, anti-semitism seems to be just another form of racism, undesirable but for now fairly marginal, and prominent in discussion only because the Israeli government uses charges of anti-semitism to deflect the criticisms it faces. You argue, however, that anti-semitism is different from other forms of racism, and it is not marginal today. Why?</p>
<p>A. It is true that the Israeli government uses the charge of anti-semitism to shield it from criticisms. But that doesn’t mean that anti-semitism itself isn’t a serious problem.</p>
<p>The way in which anti-semitism is distinguished, and should be distinguished, from racism, has to do with the sort of imaginary of power, attributed to the Jews, Zionism, and Israel, which is at the heart of anti-semitism. The Jews are seen as constituting an immensely powerful, abstract, intangible global form of power that dominates the world. There is nothing similar to this idea at the heart of other forms of racism. Racism rarely, to the best of my knowledge, constitutes a whole system that seeks to explain the world. anti-semitism is a primitive critique of the world, of capitalist modernity. The reason I regard it as being particularly dangerous for the left is precisely because anti-semitism has a pseudo-emancipatory dimension that other forms of racism rarely have.</p>
<p>Q. How much do you think anti-semitism today is tied up with attitudes to Israel? It seems to us that a strand in the attitudesof some left-wing forces towards Israel has anti-semitic implications. That is the strand which desires not just criticism and change of Israeli government policy towards the Palestinians, but the abolition of Israel as such, and a world where all other nation states would exist but not Israel. From that viewpoint, to be a Jew, to feel some common identity with other Jews and thus usually with the Jews of Israel, is to be a “Zionist”, and that is as abhorrent as being a racist.</p>
<p>A. A lot has to be disaggregated here. There is a kind of fatal convergence of a number of historical currents in the contemporary form of anti-Zionism.</p>
<p>One, the origins of which aren’t necessarily anti-semitic, has its roots in struggles among members of the Jewish intelligentsia in Eastern Europe at the beginning of the 20th century. A majority of Jewish intellectuals – including secularised intellectuals ?– felt that some form of collective identity was part and parcel of the Jewish experience. This identity became increasingly defined as national given the breakdown of earlier, imperial forms of collectivity – that is, as the old empires, the Hapsburg, the Romanov, and the Prussian empires, unravelled. The Jews in Eastern Europe — as opposed to the Jews in Western Europe — largely viewed themselves as a collectivity, not simply as a religion.</p>
<p>There were various forms of this Jewish national self-expression. Zionism was one. There were others, like Jewish cultural autonomists, and the Bund, an autonomous socialist movement of Jewish workers, which was much larger than any of the other movements, and which split off from the Russian Social Democratic party in the first years of the 20th century.</p>
<p>On the other hand there were Jews, many of them members of Communist parties, who viewed any expression of Jewish identity as anathema to their own notions of what I would call abstract Enlightenment notions of humanity. For example, Trotsky, in an earlier phase, referred to the Bund as “sea-sick Zionists”. Note that the critique of Zionism here had nothing to do with Palestine or the situation of the Palestinians, since the Bund was focused entirely on autonomy within the Russian empire and rejected Zionism. Rather, Trotsky’s equation of the Bund and Zionism implied a rejection of any form of Jewish communal self-identification. Trotsky, I think, changed his mind later on, but that attitude was fairly typical. Communist organisations tended to be very strongly opposed to Jewish nationalism of any sort, whether cultural nationalism, political nationalism, or Zionism. This is one strand of anti-Zionism. It is not necessarily anti-semitic, but rejects Jewish collective self-identification in the name of abstract universalism. Yet, frequently, this form of anti-Zionism is inconsistent – it is willing to accord national self-determination to most peoples, but not to Jews. It is at this point that what presents itself as abstractly universal becomes ideological. Moreover, the meaning of such abstract universalism itself changes with historical context. After the Holocaust and the establishment of the state of Israel, this abstract universalism serves to veil the history of Jews in Europe. This fulfils a very useful, historically “cleansing” dual function: the violence historically perpetrated by Europeans on Jews is erased; at the same time the horrors of European colonialism now become attributed to the Jews. In this case, the abstract universalism expressed by many anti-Zionists today becomes an ideology of legitimation that helps constitute a form of amnesia regarding the long history of European actions, policies and ideologies toward the Jews, while essentially continuing that history. The Jews have once again become the singular object of European indignation. The solidarity most Jews feel toward other Jews, including in Israel – however understandable following the Holocaust – is now decried. This form of anti-Zionism has become one of the bases for a programme to eradicate actually existing Jewish self-determination. It converges with some forms of Arab nationalism – now coded as singularly progressive.<br />
Another strand of left anti-Zionism – this time deeply anti-semitic – was introduced by the Soviet Union, particularly in the show trials in Eastern Europe after World War Two. This was particularly dramatic in the case of the Slansky trial, when most of the members of the Central Committee of the Czechoslovak Communist Party were tried and then shot. All of the charges against them were classically anti-semitic charges: they were rootless, they were cosmopolitan, and they were part of a general global conspiracy. Because the Soviet Union could not officially use the language of anti-semitism, they began to use the word “Zionist” to mean exactly what anti-Semites mean when they speak of Jews.<br />
These Czechoslovak CP leaders, who had nothing to do with Zionism — most of them were Spanish Civil War veterans — were shot as Zionists.</p>
<p>This strand of anti-semitic anti-Zionism was imported into the Middle East during the Cold War, in part by the intelligence services of countries like East Germany. A form of anti-semitism was introduced into the Middle East that was “legitimate” for the Left, and was called anti-Zionism.</p>
<p>Its origins had nothing to do with a movement against Israeli settlement. Of course, the Arab population of Palestine reacted negatively to Jewish immigration and resisted it. That’s very understandable. That in itself is certainly not anti-semitic. But these strands of anti-Zionism converged historically.</p>
<p>As for the third strand, there has been a change in the last ten years or so, starting with the Palestinian movement itself, with regard to the existence of Israel. For years most Palestinian organizations refused to accept the existence of Israel. In 1988, however, the PLO decided that it would accept the existence of Israel. The second intifada, which begun in 2000, was politically very different from the first intifada, and entailed a reversal of that decision.</p>
<p>I regard that as having been a fundamental political mistake, and I think it is remarkable and unfortunate that the Left has gotten caught up in it and, increasingly, is calling for the abolition of Israel. However, today in the Middle East there are roughly as many Jews as there are Palestinians. Any strategy based on analogies to situations like Algeria or South Africa simply won’t work, on demographic as well as political and historical grounds.</p>
<p>Why is it that people don’t see what the situation is today, and try to see if there is akind of resolution to what is essentially a national conflict that could free up progressive politics? To subsume the conflict under the rubric of colonialism misrecognizes the situation. Unlike those who have subsumed progressive politics under the national struggle, I think that so long as the struggle is focused on the existence of Israel and the existence of Palestine, progressive struggles are undermined. People who regard the struggle against the existence of Israel as progressive are taking something reactionary and regarding it as progressive.</p>
<p>In the past decade there has been a concerted campaign by some Palestinians, carried into the West by the left, to put the existence of Israel back on the table. Among other things, this has the effect of strengthening the right in Israel.<br />
Between 1967 and 2000, the left in Israel had always argued that what the Palestinians wanted was self-determination, and that the right-wing notion that they wanted to eradicate Israel was a fantasy. Unfortunately that fantasy was shown in 2000 not to be a fantasy, which has strengthened the right immeasurably in its attempts to prevent the coming into being of a Palestinian state. The Israeli right and the Palestinian right are reinforcing each other, and the left in the West is supporting what I regard as the Palestinian right, the ultra-nationalists and the Islamists.</p>
<p>The idea that every nation other than the Jews should be allowed self-determination does come back to the Soviet Union. One has only to read Stalin on the nationalities question.</p>
<p>Q. The other odd thing about some current left-wing attitudes to Israel is the projection onto Israel of huge and mysterious power. For example, it is often taken as axiomatic that Israel is the dominant power in the Middle East, and it is often argued that Israel has huge power in the ruling circles of the USA and Britain.</p>
<p>A. Israel is far from being as powerful as charged. Yet you have people like my present and former colleagues at the University of Chicago, John Mearsheimer and Stephen Walt, strongly supported by circles in the UK, who argue that the only thing driving American policy in the Middle East is Israel, as mediated by the Jewish lobby. They make this sweeping charge in the absence of any serious attempt to analyze American policy in the Middle East since 1945, which certainly cannot adequately be understood as Israel-driven. So, for example, they completely ignore American policy toward Iran for the past 75 years. The real pillars of American policy in the Middle East after World War Two were Saudi Arabia and Iran. That has changed in recent decades, and the Americans aren’t sure how to deal with that and secure the Gulf for their purposes. Yet you had a book written by these two academics claiming that American policy in the Middle East was primarily driven by the Jewish lobby without bothering to seriously analyze Great Power policies in the Middle East in the 20th century.</p>
<p>I’ve argued elsewhere that this sort of argument is anti-semitic. This has nothing to do with the personal attitudes of the people involved, but the sort of enormous global power it accords the Jews (as, in this case, the puppet-masters of the good-natured, slow-witted, giant, Uncle Sam) is typical for modern anti-semitic thought.</p>
<p>More generally that ideology represents what I call a fetishised form of anti-capitalism. That is, the mysterious power of capital, which is intangible, global, and which churns up nations and areas and people’s lives, is attributed to the Jews. The abstract domination of capitalism is personified as the Jews. Anti-semitism is a revolt against global capital, misrecognized as the Jews. This approach might also help explain the spread of anti-semitism in the Middle East in the past two decades. I don’t think it is a sufficient explanation only to point to the suffering of the Palestinians. Economically, the Middle East has declined precipitously in the past three decades. Only sub-Saharan Africa has fared worse. And this has occurred at a time when other countries and regions, thought of as part of the Third World fifty years ago, are developing rapidly. I think that anti-semitism in the Middle East today is an expression not only of the Israel-Palestine conflict, but also of a heightened general sense of helplessness in the light of these global developments.</p>
<p>On the German right a century ago, the global domination of capital used to be considered that of the Jews and Britain. Now the Left sees it as the domination of Israel and the United States. The thought pattern is the same.<br />
We now have a form of anti-semitism that seems to be progressive and “anti-imperialist;” which is a real danger for the left.</p>
<p>Racism is rarely a danger for the left. The left has to be careful not to be racist, but it isn’t an ongoing danger because racism doesn’t have the apparent emancipatory dimension of anti-semitism.</p>
<p>Q. The identification of global capitalist power with the Jews and Britain goes back before the Nazis to sections of the British left at the time of the Boer war — when they condemned as a “Jewish war” — and to the Populist movement in the USA in the late 19th century.</p>
<p>A. Yes, and it’s coming back in the United States now. The so-called “tea parties”, the so-called right-wing grass-roots fury about the financial crisis, have definite anti-semitic overtones.</p>
<p>Q. You have argued that the USSR and similar systems were not forms of emancipation from capitalism, but state-centred forms of capitalism. It follows that the general attitude on the left of siding with the USSR — sometimes very critically — against the USA was self-destructive. You have indicated parallels between the sort of anti-imperialism today which sides with political Islam as the counter-power to the USA, and the old Cold War. What do you think are the common features of those two political polarisations? And the differences?</p>
<p>A. The differences are that the older form of anti-Americanism was tied to promoting Communist revolution in Vietnam, Cuba, etc. Whatever one may have thought of it at the time, or may regard it retrospectively, its own self-understanding was that it promoted an emancipatory project. The United States was sharply criticized not only because it is the United States and a great power, but also because it was hindering the emergence of a more progressive social order. That was the self-understanding of many who were in solidarity with Vietnam or with Cuba.</p>
<p>Today, I doubt that even the people who proclaim “We are all Hezbollah” or “We are all Hamas” would say that those movements represent an emancipatory social order. At best what is involved is an Orientalist reification of the Arabs and/or Muslims as the Other, whereby the Other, this time, is affirmed. It is yet another indication of historical helplessness on the part of the left, the inability to come up with any imaginary of what a post-capitalist future might look like. Not having any vision of a post-capitalist future, many have substituted a reified notion of “resistance” for any conception of transformation. Anything that “resists” the United States becomes regarded positively. I regard this as an extremely questionable form of thought.</p>
<p>Even in the previous period — when solidarity with Vietnam, Cuba, etc. predominated — I think the division of the globe into two camps had very negative consequences for the left. The left too often found itself in the position of being the mirror image of Western nationalists.</p>
<p>Many on the left became nationalists of the other side. Most of them — there were some significant exceptions — were extremely apologetic about what was going on in Communist countries. Their critical gaze was blunted. Instead of developing a form of internationalism that was critical of all existing relations, the left became supporters of one side in another version of the Great Game.</p>
<p>This had disastrous effects on the left’s critical faculties — and not only in the case of Communists. It’s absurd that Michel Foucault went to Iran and regarded the revolution of the mullahs as having some progressive dimensions.</p>
<p>One thing that made the two-camp vision seductive is that Communists in the West tended to be very progressive people — very brave people, often — who suffered for their attempts to, in their minds, create a more humane and progressive and perhaps even socialist society. Those people were completely instrumentalised; but, because of the double character of Communism, it was very difficult for some people to see that. The segments of the Social Democratic left who opposed those Communists and saw how they were being manipulated themselves became ideologues of Cold War liberalism.</p>
<p>I don’t think the left should have been on either side of that divide. But I also think the situation for the left is worse today.</p>
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		<title>&#8220;Die mysteriöse Macht des Kapitals wird den Juden zugeschrieben&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 16 May 2010 10:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus und Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Moishe Postone]]></category>

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		<description><![CDATA[English version Das nachfolgende Interview von Martin Thomas mit Moishe Postone erschien zuerst in »Solidarity« 3/166 vom 4. Februar 2010, dem Organ der britischen Organisation Alliance for Workers’ Liberty und wurde auf deutsch zunächst in der Jungle World veröffentlicht. Für viele Linke scheint heute Antisemitismus nur eine andere Form von Rassismus zu sein, unerwünscht, aber vorerst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.krisis.org/2010/zionism-anti-semitism-and-the-left" target="_self"><strong>English version</strong></a></p>
<p>Das nachfolgende Interview von Martin Thomas mit Moishe Postone <em>erschien zuerst in <a href="http://www.workersliberty.org/story/2010/02/05/zionism-anti-semitism-and-left">»Solidarity« 3/166 vom 4. Februar  2010</a>, dem Organ der britischen Organisation<a href="http://www.workersliberty.org/"> Alliance for Workers’  Liberty</a> und wurde auf deutsch zunächst in der <a href="http://jungle-world.com">Jungle World</a> veröffentlicht.<br />
</em><span id="more-4243"></span></p>
<p><strong>Für viele Linke scheint heute Antisemitismus nur eine andere Form  von Rassismus zu sein, unerwünscht, aber vorerst ziemlich  marginalisiert, und nur deshalb ein viel diskutiertes Thema, weil die  israelische Regierung den Vorwurf des Antisemitismus instrumentalisiert,  um Kritik abzuwehren. Sie aber argumentieren, dass Antisemitismus sich  von anderen Formen des Rassismus unterscheidet und auch heute nicht  nebensächlich ist. Warum?</strong></p>
<p>Es stimmt, dass die israelische Regierung den Antisemitismusvorwurf  benutzt, um sich vor Kritik zu schützen. Doch das bedeutet nicht, dass  Antisemitismus an und für sich kein ernstes Problem ist.</p>
<p>Auf welche Weise sich Antisemitismus von Rassismus unterscheidet und  unterschieden werden sollte, hat mit der spezifischen Art von imaginärer  Macht zu tun, die den Juden, dem Zionismus und Israel zugeschrieben  wird und die den Kern des Antisemitismus bildet. Die Juden stellen in  dieser Wahrnehmung eine ungeheuer mächtige, abstrakte und ungreifbare  globale Macht dar, die die Welt beherrscht. Nichts dieser Vorstellung  Ähnliches steht im Zentrum anderer Formen von Rassismus. Rassismus  stellt, soweit ich das beurteilen kann, selten ein geschlossenes  Welterklärungssystem bereit. Antisemitismus ist eine primitive Kritik  der Welt, der kapitalistischen Moderne. Ich halte ihn gerade deshalb für  besonders gefährlich für die Linke, weil Antisemitismus eine  pseudo-emanzipatorische Dimension besitzt, die bei anderen Formen des  Rassismus selten ist.</p>
<p><strong>Inwieweit, denken Sie, hat Antisemitismus heute mit der Haltung zu  Israel zu tun? Uns scheint, dass es im Verhältnis mancher Linker zu  Israel antisemitische Implikationen gibt. Das ist jene linke Strömung,  die nicht nur eine Kritik und Änderung der Politik der israelischen  Regierung gegenüber den Palästinensern anstrebt, sondern die Abschaffung  Israels selbst und eine Welt, in der alle anderen Nationalstaaten  existieren dürfen, nur nicht Israel. Von diesem Standpunkt aus  betrachtet, bedeutet, Jude zu sein – also irgendeine gemeinsame  Identität mit anderen Juden, und so gewöhnlich auch mit den Juden  Israels, zu empfinden –, »Zionist« zu sein, und das ist so abscheulich,  als wäre man Rassist.</strong></p>
<p>Hier muss einiges auseinandergehalten werden. Es gibt es eine fatale  Konvergenz unterschied­licher historischer Strömungen in der  gegenwärtigen Form des Antizionismus. Eine davon, deren Ursprünge nicht  notwendigerweise antisemitisch sind, hat ihre Wurzeln in den  Auseinandersetzungen innerhalb der jüdischen Intelligenz in Osteuropa am  Beginn des 20. Jahrhunderts. Die meisten jüdischen Intellektuellen –  einschließlich der säkularisierten Intellektuellen – empfanden eine Art  von kollektiver Identität als wichtigen Bestandteil der jüdischen  Erfahrung. Diese Identität wurde aufgrund des Zusammenbruchs früherer,  imperialer Formen von Kollektivität – d.h. mit dem Zerfall der alten  Imperien der Habsburger, der Romanows und der Preußen – zunehmend als  nationale definiert. Die Juden Osteuropas sahen sich – im Gegensatz zu  den Juden in Westeuropa – zumeist als Gemeinschaft, nicht einfach als  Religion.</p>
<p>Es gab verschiedene Ausdrucksformen dieses jüdischen Nationalgefühls.  Zionismus war eine davon. Es gab andere, wie die jüdischen  Kulturautonomisten und den Bund, eine autonome sozialistische Bewegung  jüdischer Arbeiter, die viel stärker war als andere Bewegungen und die  sich von der russischen sozialdemokratischen Partei während der ersten  Jahre des 20. Jahrhunderts abgespalten hatte.</p>
<p>Andererseits gab es Juden, viele von ihnen Mitglieder kommunistischer  Parteien, die jeden Ausdruck jüdischer Identität als vollkommen  unvereinbar mit ihrer eigenen Vorstellung von dem ansahen, was ich als  eine abstrakt aufklärerische Auffassung der Menschheit beschreiben  würde. Zum Beispiel charakterisierte Trotzki den Bund in einer früheren  Phase als »seekranke Zionisten«. Es ist bezeichnend, dass die Kritik des  Zionismus hier nichts mit Palästina oder der Situation der  Palästinenser zu tun hatte, da ja der Bund ganz auf Autonomie innerhalb  des russischen Imperiums fokussiert war und den Zionismus ablehnte. Eher  implizierte Trotzkis Gleichsetzung von Bund und Zionismus die Ablehnung  jeglicher Form kollektiver jüdischer Selbstdefinition. Trotzki, denke  ich, hat seine Meinung später geändert, aber eine solche Haltung war  recht typisch. Kommunistische Organisationen tendierten dazu, jeden  jüdischen Nationalismus entschieden abzulehnen, sei es kultureller  Nationalismus, politischer Nationalismus oder Zionismus. Dies ist die  eine Spielart des Antizionismus. Sie ist nicht notwendigerweise  antisemitisch, lehnt aber kollektive jüdische Selbstdefinition im Namen  eines abstrakten Universalismus ab. Allerdings ist diese Form des  Antizionismus häufig inkonsequent – sie ist bereit, den meisten Völkern  nationale Selbstbestimmung zuzugestehen, nicht aber den Juden. An diesem  Punkt wird das, was sich als abstrakt allgemein präsentiert,  ideologisch.</p>
<p>Außerdem ändert sich die Bedeutung eines solchen abstrakten  Universalismus selbst mit dem historischen Kontext. Nach dem Holocaust  und der Gründung des Staates Israel dient dieser abstrakte  Universalismus dazu, die Geschichte der Juden in Europa zu verschleiern.  Das erfüllt eine sehr nützliche, historisch »reinigende«  Doppelfunktion: Die historisch von Europäern an Juden verübte Gewalt  wird zum Verschwinden gebracht; gleichzeitig aber werden die Greuel des  europäischen Kolonialismus den Juden zugeschrieben. In diesem Fall wird  der abstrakte Universalismus, den viele Antizionisten zum Ausdruck  bringen, zur Legitimationsideologie, die dazu beiträgt, eine Form der  Amnesie hinsichtlich der langen Geschichte europäischer Handlungen,  Vorschriften und Ideologien die Juden betreffend zu produzieren, während  sie im wesentlichen diese Geschichte fortsetzt. Die Juden sind wieder  einmal zum singulären Objekt europäischer Entrüstung geworden. Die  Solidarität, welche die meisten Juden gegenüber anderen Juden –  inklusive denen in Israel – empfinden, insbesondere nach dem Holocaust  nur zu verständlich, wird verurteilt. Diese Form des Antizionismus ist  zu einer der Grundlagen des Programms geworden, die tatsächlich  existierende jüdische Selbstbestimmung abzuschaffen. Sie konvergiert mit  manchen Formen des arabischen Nationalismus – jetzt als beispielhaft  fortschrittlich kodiert.</p>
<p>Eine andere Spielart des linken Antizionismus – diesmal eine zutiefst  antisemitische – wurde von der Sowjetunion eingeführt, insbesondere  während der Schauprozesse in Osteuropa nach dem Zweiten Weltkrieg. Dies  wurde besonders dramatisch während des Slánský-Prozesses, als die  meisten Mitglieder der Tschechoslowakischen Kommunistischen Partei vor  Gericht gestellt und dann gehängt wurden. Alle Anklagepunkte waren  klassisch antisemitisch: Die Angeklagten seien wurzellos, kosmopolitisch  und Teil einer globalen Verschwörung. Weil die Sowjetunion die Sprache  des Antisemitismus offiziell nicht benutzen konnte, begann sie, das Wort  »Zionist« zu verwenden, um das auszudrücken, was Antisemiten meinen,  wenn sie von Juden reden. Diese tschechoslowakischen KP-Führer, die mit  Zionismus nichts zu tun hatten – die meisten von ihnen waren Veteranen  des spanischen Bürgerkriegs –, wurden als Zionisten ermordet.</p>
<p>Diese Strömung des antisemitischen Antizionismus wurde während des  Kalten Kriegs in den Nahen Osten importiert, zum Teil durch die  Geheimdienste von Ländern wie zum Beispiel der DDR. Es wurde eine Form  des Antisemitismus in den Nahen Osten eingeführt, der für die Linke  »legitim« schien und Antizionismus genannt wurde.</p>
<p>Seine Ursprünge hatten nichts zu tun mit der Opposition gegen  israelische Siedlungen. Natürlich reagierte die arabische Bevölkerung  Palästinas negativ auf die jüdische Einwanderung und leistete dagegen  Widerstand. Das ist sehr verständlich. An und für sich ist das  sicherlich nicht antisemitisch. Aber historisch sind diese Strömungen  des Antizionismus ineinandergeflossen.</p>
<p>Was die dritte Strömung betrifft, gab es während der vergangenen etwa  zehn Jahre eine Veränderung der Positionen in Hinblick auf die Existenz  Israels, die in der palästinensischen Bewegung selbst begann. Jahrelang  lehnten die meisten palästinensischen Organisationen es ab, die  Existenz Israels anzuerkennen. 1988 jedoch beschloss die PLO, die  Existenz Israels anzuerkennen. Die zweite Intifada, die im Jahr 2000  begann, unterschied sich politisch sehr von der ersten Intifada und  bedingte eine Aufhebung dieses Entschlusses.</p>
<p>Ich halte das für einen fundamentalen politischen Fehler, und ich  denke, es ist erstaunlich und erbärmlich, dass die Linke sich darin  verfangen hat und nun zunehmend die Abschaffung Israels fordert.  Allerdings gibt es heute im Nahen Osten grob geschätzt ebensoviele Juden  wie Palästinenser. Jede Strategie, die sich auf Analogien zu  Situationen wie in Algerien oder Südafrika stützt, wird einfach  scheitern, aus demographischen ebenso wie aus politischen und  historischen Gründen.</p>
<p>Wie kommt es, dass die Leute die gegenwärtige Situation nicht sehen,  wie sie ist, und versuchen, eine Lösung für einen im wesentlichen  nationalen Konflikt zu finden, die einen Spielraum für progressive  Politik eröffnen könnte? Den Konflikt unter die Rubrik Kolonialismus zu  subsumieren, bedeutet, die Lage zu verkennen. Anders als diejenigen, die  progressive Politik auf nationalen Kampf reduzieren, denke ich, solange  die Auseinandersetzung auf das Existenzrecht beziehungsweise die  Existenzfrage Israels oder Palästinas fixiert bleibt, werden progressive  Kämpfe unterminiert. Wer den Kampf gegen die Existenz Israels als  progressiv betrachtet, verkennt etwas Reaktionäres als fortschrittlich.</p>
<p>Im vergangenen Jahrzehnt gab es eine konzertierte Kampagne mancher  Palästinenser, die Existenz Israels wieder zur Disposition zu stellen,  die von der Linken in den Westen getragen wurde. Unter anderem hat dies  den Effekt, die Rechte in Israel zu stärken.</p>
<p>Zwischen 1967 und 2000 hatte die Linke in Is­rael immer argumentiert,  dass das Ziel der Palästinenser Selbstbestimmung sei und dass die  Vorstellung der Rechten, jene wollten Israel auslöschen, ein  Phantasiegebilde sei. Unglücklicherweise erwies sich im Jahr 2000, dass  es sich keineswegs um eine Phantasie handelte, was die Rechte in ihren  Versuchen, das Entstehen eines palästinensischen Staates zu verhindern,  ungeheuer gestärkt hat. Die israelische und die palästinensische Rechte  stärken einander, und die Linke im Westen unterstützt, was ich als die  palästinensische Rechte betrachte, die Ultranationalisten und  Islamisten.</p>
<p>Die Vorstellung, dass außer den Juden jede andere Nation das Recht  auf Selbstbestimmung haben sollte, geht auf die Sowjetunion zurück. Man  muss nur Stalins Werk zur nationalen Frage lesen.</p>
<p><strong>Die andere Merkwürdigkeit in der gegenwärtigen Haltung vieler  Linker gegenüber Israel ist die projektive Vorstellung einer immensen  und mysteriösen Macht Israels. So wird es zum Beispiel oft als  selbstverständlich genommen, dass Israel die dominierende Macht im Nahen  Osten sei, und oft wird behauptet, Israel verfüge über ungeheure Macht  in den herrschenden Kreisen der USA und Großbritanniens.</strong></p>
<p>Israel ist bei weitem nicht so mächtig, wie ihm nachgesagt wird. Und  trotzdem gibt es Leute wie meine derzeitigen bzw. früheren Kollegen an  der Universität Chicago, John Mearsheimer und Stephen Walt, die,  nachhaltig unterstützt von manchen Kreisen in Großbritannien, behaupten,  die amerikanische Politik im Nahen Osten werde mittels der jüdischen  Lobby von Israel bestimmt. Sie erheben diese pauschale Beschuldigung,  ohne irgendeinen ernsthaften Versuch zu unternehmen, die amerikanische  Politik im Nahen Osten seit 1945 zu verstehen, die sicher nicht  angemessen als von Israel vorangetrieben erklärt werden kann. So  ignorieren sie zum Beispiel völlig die amerikanische Politik gegenüber  dem Iran während der vergangenen 75 Jahre. Die wirklichen Säulen der  amerikanischen Politik im Nahen Osten nach dem Zweiten Weltkrieg waren  Saudi-Arabien und der Iran. Das hat sich in den vergangenen Jahrzehnten  geändert, und die Amerikaner sind sich nicht sicher, wie sie damit  umgehen und den Golf für ihre Zwecke sichern sollen. Trotzdem gibt es  nun ein Buch dieser beiden Akademiker, die behaupten, die amerikanische  Politik im Nahen Osten werde in erster Linie von der jüdischen Lobby  vorangetrieben, ohne dass sie sich ernsthaft bemühen würden, die  Großmachtpolitik im Nahen Osten im 20. Jahrhundert zu analysieren.</p>
<p>Ich habe anderswo dargelegt, dass eine solche Argumentation  antisemitisch ist. Das hat nichts mit der persönliche Haltung der  Beteiligten zu tun, aber den Juden eine solche enorme weltweite Macht  zuzuschreiben (wie in diesem Fall als die Drahtzieher des gutmütigen,  begriffsstutzigen Riesen Onkel Sam) ist typisch für modernes  antisemitisches Denken.</p>
<p>Allgemeiner repräsentiert diese Ideologie, was ich eine  fetischisierte Form des Antikapitalismus nennen würde. Das heißt, die  mysteriöse Macht des Kapitals, die unfassbar und global ist und die  Nationen, Regionen und das Leben der Menschen aufwühlt, wird den Juden  zugeschrieben. Die abstrakte Herrschaft des Kapitalismus wird in den  Juden personifiziert. Antisemitismus ist eine Revolte gegen das globale  Kapital, das als die Herrschaft der Juden verkannt wird. Dieser Ansatz  könnte auch dazu beitragen, die Ausbreitung des Antisemitismus im Nahen  Osten während der vergangenen zwei Jahrzehnte zu erklären. Ich denke, es  ist keine ausreichende Erklärung, lediglich auf das Leiden der  Palästinenser zu verweisen. Ökonomisch erlebte der Nahe Osten während  der letzten drei Jahrzehnte einen dramatischen Absturz. Nur das Afrika  südlich der Sahara steht noch schlechter da. Und das fand statt, während  andere Länder und Regionen, die man vor 50 Jahren noch der Dritten Welt  zurechnete, sich schnell entwickelten. Ich denke, dass Antisemitismus  im Nahen Osten nicht nur eine Folge des Israel-Palästina-Konflikts ist,  sondern auch Ausdruck eines verstärkten allgemeinen Gefühls der  Hilflosigkeit angesichts dieser globalen Entwicklung.</p>
<p>Vor einem Jahrhundert hat die deutsche Rechte die globale Herrschaft  des Kapitals als diejenige der Juden und Großbritanniens betrachtet. Nun  sieht die Linke sie als die Herrschaft Israels und der Vereinigten  Staaten. Das Denkmuster ist dasselbe. Wir sehen uns jetzt einer Form des  Antisemitismus gegenüber, der als progressiv und »antiimperialistisch«  erscheint, was eine echte Gefahr für die Linke ist. Rassismus stellt  selten eine solche Bedrohung dar. Die Linke muss darauf achten, nicht  rassistisch zu werden, aber das ist keine andauernde Gefahr, weil  Rassismus nicht die scheinbar emanzipatorische Dimension des  Antisemitismus besitzt.</p>
<p><strong>Die Identifikation der globalen kapitalistischen Macht mit den  Juden und Großbritannien geht zurück auf die Zeit vor den Nazis, auf  Teile der britischen Linken, die den Krieg mit den Buren in Südafrika  als »jüdischen Krieg« verurteilten, und auf die populistische Bewegung  in den USA am Ende des 19. Jahrhunderts.</strong></p>
<p>Ja, und das ersteht jetzt in den Vereinigten Staaten wieder auf. Die  sogenannten Tea Parties, die Wut der rechtsgerichteten Basis über die  finanzielle Krise hat eindeutig antisemitische Untertöne.</p>
<p><strong>Sie haben argumentiert, dass die UdSSR und ähnliche Systeme keine  Formen der Emanzipation vom Kapitalismus waren, sondern staatszentrierte  Formen des Kapitalismus. Daraus folgt, dass die allgemeine Haltung der  Linken, sich – wenn auch manchmal sehr kritisch – auf die Seite der  UdSSR gegen die USA zu schlagen, selbstzerstörerisch war. Sie haben  Parallelen aufgezeigt zwischen jener Spielart des heutigen  Antiimperialismus, die sich mit dem politischen Islam als Gegenkraft zu  den USA verbündet, und dem Kalten Krieg. Was, denken Sie, sind die  gemeinsamen Züge dieser beiden politischen Polarisierungen? Und was sind  die Unterschiede?</strong></p>
<p>Der Unterschied ist, dass die ältere Form des Antiamerikanismus mit  der Unterstützung kommunistischer Revolutionen in Vietnam, Kuba etc.  verbunden war. Was immer man damals davon gehalten haben mag, oder wie  man es im Rückblick betrachten will, das eigene Selbstverständnis war,  dass diese Haltung ein emanzipatorisches Projekt beförderte. Die  Vereinigten Staaten wurden nicht einfach nur deshalb scharf kritisiert,  weil sie eben die Vereinigten Staaten und eine Großmacht waren, sondern  auch, weil sie die Entstehung einer fortschrittlicheren  Gesellschaftsordnung verhinderten. Das war das Selbstverständnis vieler,  die solidarisch mit Vietnam oder Kuba waren.</p>
<p>Heute bezweifle ich, dass selbst die Menschen, die proklamieren »Wir  sind alle Hizbollah« oder »Wir sind alle Hamas«, sagen würden, dass  diese Bewegungen eine emanzipatorische Gesellschaftsordnung  repräsentieren. Im besten Fall stellt das eine orientalistische  Verdinglichung der Araber beziehungsweise Muslime als »Andere« dar,  wobei der »Andere« diesmal affirmiert wird. Dies ist noch ein weiteres  Indiz für die historische Hilflosigkeit der Linken, für die Unfähigkeit,  eine Vorstellung davon zu entwickeln, wie eine postkapitalistische  Zukunft aussehen könnte. In Ermangelung jeglicher Vision einer  post-kapitalistischen Zukunft haben viele jede Vorstellung von  grundlegender Veränderung durch ein verdinglichtes Konzept von  »Widerstand » ersetzt. Alles, was den Vereinigten Staaten »widersteht«,  wird als positiv gesehen. Ich betrachte dies als eine äußerst  fragwürdige Denkweise.</p>
<p>Sogar in der vorangehenden Periode – als Solidarität mit Vietnam,  Kuba, etc. vorherrschten – hatte die Aufteilung der Welt in zwei Lager  sehr negative Konsequenzen für die Linke, denke ich. Die Linke fand sich  allzu häufig in der Position eines Spiegelbilds westlicher  Nationalisten.</p>
<p>Viele Linke wurden zu Nationalisten der anderen Seite. Die meisten  davon – es gab einige bedeutende Ausnahmen – hatten eine extrem  apologetische Haltung zu dem, was in den kommunistischen Ländern  geschah. Ihr kritischer Blick war stumpf. Statt eine Form des  Internationalismus zu entwickeln, der alle existierenden Verhältnisse  kritisch betrachtet hätte, wurden sie zu Unterstützern einer Seite in  einer neuen Version des »Great Game«.</p>
<p>Das hatte katastrophale Folgen für das kritische Vermögen der  Linken – und nicht nur im Falle der Kommunisten. Es ist absurd, dass  Michel Foucault in den Iran ging und der Revolution der Mullahs  progressive Dimensionen zubilligte.</p>
<p>Was das Lagerdenken so verführerisch machte, ist, dass Kommunisten im  Westen häufig sehr fortschrittliche – oft auch sehr tapfere – Menschen  waren, die für ihre Versuche, eine zumindest ihrer Meinung nach  menschlichere und progressivere und vielleicht sogar sozialistische  Gesellschaft zu schaffen, große Opfer brachten. Diese Leute wurden  völlig instrumentalisiert; aber wegen der zwei Gesichter des Kommunismus  war es für manche sehr schwer, das zu sehen. Jene Segmente der  sozialdemokratischen Linken, die gegen diese Kommunisten opponierten und  die Manipulation erkannten, wurden selbst zu Ideologen des Liberalismus  des Kalten Krieges.</p>
<p>Ich denke, die Linke hätte sich auf keine dieser beiden Seiten  stellen sollen. Aber ich denke auch, die Linke ist heute in einer noch  schlechteren Lage.</p>
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		<pubDate>Fri, 18 Dec 2009 16:15:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Una nueva leyenda está haciendo furor sobre el origen de la crisis : “nuestra economía” ha sido víctima de la codicia sin límites de un puñado de banqueros y especuladores. Alimentados por el dinero barato del banco central de EE.UU. y apoyado por decisiones de políticos irresponsables, que han llevado al mundo al borde del [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Una nueva leyenda está haciendo furor sobre el origen de la crisis : “nuestra economía” ha sido víctima de la codicia sin límites de un puñado de banqueros y especuladores. Alimentados por el dinero barato del banco central de EE.UU. y apoyado por decisiones de políticos irresponsables, que han llevado al mundo al borde del abismo, mientras que las victimas han sido los de siempre “ la gente honrada”</p>
<p><a href="http://www.krisis.org/2008/crashkurs-flugblatt-zur-finanzkrise">Deutsche Version</a> &#8212; <a href="http://www.krisis.org/2008/crash-course">English version</a> &#8212; <a href="http://www.krisis.org/2009/crash-course">Version française</a> &#8212; <a href="http://www.krisis.org/2008/crashcursus">Nederlandse versie</a> &#8212; <a href="http://www.krisis.org/2008/crashkurs-appunti-sulla-crisi-finanziaria">Versione italiana</a> &#8212; <a href="http://www.krisis.org/2008/2907">българска версия<br />
<span id="more-3978"></span></a></p>
<p><em>Grupo Krisis</em></p>
<p>Nada es tan objetivamente incorrecto e ideológicamente peligroso par la opinión pública que estos tópicos y leyendas. Se trata exactamente de todo lo contrario El crecimiento desmedido de los mercados financieros no es la causa de la miseria y de la crisis, sí no una maniobra evasiva antes la crisis fundamental que se enfrenta la sociedad capitalista desde la década de 1970. En ese tiempo terminó el boom de crecimiento de la posguerra, basado en un largo período de apoyo a un crecimiento económico real, que basado en la extensión y generalización del modo de producción industrial a nuevos sectores como la fabricación de automóviles. Para la producción de productos básicos eran necesarias en la década de 1950 y 60, una multitud de trabajadores adicionales que alcanzaron salarios que superaron el nivel de la supervivencia y que podían por esa razón también acceder al consumo de masas. Desde la racionalización generalizada en los sectores básicos de la producción mundial, más y más trabajadores fueron sustituidos por procedimientos automatizados que destruyeron las condiciones para un boom económico impulsado por el consumo. La crisis capitalista clásica ha sido así sustituida por la crisis más fundamental y que afecta a la misma posibilidad del trabajo</p>
<h4>La “ humanidad superflua”</h4>
<p>Es una de las contradicciones enloquecedor del modo capitalista de producción que el gran salto en la productividad hecho posible por la “revolución microelectrónica” no e ha dado lugar una vida mejor para todos. Ha ocurrido finalmente lo contrario, el trabajo se ha acelerado, el ritmo y la presión laboral ha aumentado. Para supervivir cada dia millones de personas, en todo el mundo, deben vender ,en las peores condiciones , su fuerza de trabajo, que es valorada por el nivel de productividad , y que de esta forma se ve cada vez más devaluada.</p>
<p>Esta es una de las contradicciones del capitalismo, pero también significa es también un factor que contribuye a la autodestrucción de sus propias bases. Una sociedad que se fundamenta en la explotación del trabajo humano, está llegando a sus límites estructurales, cuando convierte al trabajador cada vez en algo más obsoleto. La economía mundial se ha mantenido , durante más de treinta años, sólo por la inflación y el aumento de la especulación y el crédito ( “capital ficticio”) en continuo movimiento. Si el capital se concentró en los mercados financieros fue debido a que la economía real no ofrece suficientes oportunidades de inversión. Los Estados están en deuda para cubrir sus presupuestos y un número creciente de personas, directa o indirectamente, financian su consumo con el crédito. De esta manera, la esfera financiera se convierte en la industria de base del motor del crecimiento capitalista. La “economía real”, tan cacareada, no es fue asfixiada por los mercados financieros, Por el contrario, el “milagro económico chino” y el “record de exportación de Alemania” no hubiese sido posible sin el gran ciclo de expansión y crecimiento de la deuda global de las últimas décadas, con los EE.UU. en el centro.</p>
<h4>Gestión de emergencias y la estanflación</h4>
<p>En el momento presente las posibilidades de controlar los efectos de la crisis son limitados. Y ello no debe ser motivo de celebración. Las consecuencias serán dramáticas. Por ahora descarga toda la crisis y la devaluación de la potencia acumulada de los últimos treinta años con toda su fuerza. La política tiene la mayor parte de responsabilidad en el ritmo y el progreso de este proceso. Básicamente, no puede parar. O elimina el billón de dólares de los “rescate” , con consecuencias desastrosas para la economía “real”. O aumenta de manera exorbitante la deuda pública nacional y establece así las condiciones para un aplazamiento de la crisis, que surgirá aún mayor y más grave en el futuro próximo. Las consecuencias será el regreso de la “estanflación” – la simultaneidad de la recesión crónica y la inflación galopante – a un nivel mucho más alto que en la década de 1970..</p>
<p>Todo empuja en gran medida, y durante los decenios pasados ; la caída de los salarios, las condiciones de trabajo precarias, la privatización de gran parte del sector público se privatiza, al hecho de que es una cantidad inesperadamente grande y creciente de la humanidad hayan sido declaradas simplemente superflua. La pregonada “nueva función del Estado” no va a consistir de ninguna manera en la restauración del capitalismo el “renano” de los años 60 con pleno empleo y una mayor prosperidad. Esta aparente vuelta del Estado si puede consistir en la organización y administración de la exclusión social, racial y nacionalista. El retorno de la ”regulación” y “capitalismo de Estado” es concebible sólo en la forma de un Estado autoritario y represivo de la gestión de las emergencias.</p>
<h4>El mundo es demasiado rico para el capitalismo</h4>
<p>La actual crisis financiera marca el punto de inflexión en la era de capital ficticio y por lo tanto la crisis fundamental del capitalismo, que se puso de manifiesto ya en la década de 1970, alcanzando un nuevo nivel. Esta crisis no es sólo una crisis específica del “sistema imperio” anglosajón o del “neoliberalismo”, como pretende la movilización antiaméricana, con ribetes claramente antisemitas. Más bien, ahora parece que el mundo es demasiado rico par a la pobreza del modo de producción capitalista. por el modo capitalista de producción pobres es demasiado rico y la sociedad está condenada a la barbarie ,la miseria y la irracionalidad sin no es capaz de superar el capitalismo.</p>
<p>El problema no son los ”especuladores” y los mercados financieros , sino lo absurdo de una sociedad que produce riqueza sólo como un producto de desecho del valor real o para la utilización del capital ficticio. Un retorno a un capitalismo de bases aparentemente sólidas, centrado en el uso de ejércitos de manos de obra, no es ni posible ni deseable.</p>
<p>Cada víctima que ahora se exige para mantener la dinámica destructiva de esta producción absurda , es una burla a la buena vida, que hace mucho tiempo era posible: en una sociedad más allá de la producción de mercancías, dinero y Estado . La crisis actual no es sino la puesta en cuestión, finalmente, del sistema mismo.</p>
<p>Traducción Paralelo36</p>
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		<title>Ressentiment fressen Seele auf</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 20:52:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus und Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Der Mythos vom Kampf der Kulturen]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik der traditionellen Linken]]></category>
		<category><![CDATA[Staat, Politik, Demokratie und Rechtsform]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Lothar Galow-Bergemann]]></category>

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		<description><![CDATA[Okay, okay. Tief durchgeatmet und ein verständnisvolles Lächeln aufgesetzt. Denn vielleicht hilft ja einfühlsame Pädagogik. Ein offener Brief an einen aufrechten Antiimperialisten Jungle World Nr. 37, 10. September 2009 Lothar Galow-Bergemann Mein Guter – bitte wundere Dich nicht über diese Anrede, aber ich kenne Dich schon lange und weiß deswegen, dass Du ja eigentlich nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Okay, okay. Tief durchgeatmet und ein verständnisvolles Lächeln aufgesetzt. Denn vielleicht hilft ja einfühlsame Pädagogik. Ein offener Brief an einen aufrechten Antiimperialisten</h3>
<p>Jungle World  Nr. 37, 10. September 2009</p>
<p><em>Lothar Galow-Bergemann</em></p>
<p>Mein Guter – bitte wundere Dich nicht über diese Anrede, aber ich kenne Dich schon lange und weiß deswegen, dass Du ja eigentlich nur das Gute willst. Außerdem mache ich mir ernste Sorgen um Dich, denn Du hast es im Moment wirklich nicht leicht. Fast könntest Du mir sogar leidtun.</p>
<p>Denn das mit dem Iran ist aber auch so was von bescheuert. <span id="more-3805"></span>Wie konnte das nur passieren? Jetzt revoltieren die Menschen in der bedeutendsten Bastion des weltweiten Widerstandes gegen Imperialismus und Zionismus! Ausgerechnet dort! Welch diebische Freude haben Dir die Jungs in Teheran doch immer bereitet, wenn sie den Imperialismus mal wieder an der Nase herumgeführt haben. Ihre etwas andere kulturelle Prägung, etwa ihr vielleicht gewöhnungsbedürftiges Verständnis von der Rolle der Frau, hat Dich nie gestört, schließlich bist Du kein Rassist. Und erst die schönen Reden von Ahmadinejad, die man immer so ausführlich auf den Seiten des Friedensratschlags nachlesen kann – bei ihnen sind Dir doch die warmen Schauer nur so den Rücken heruntergelaufen, wenn er es dem Imperialistenpack mal wieder so richtig gegeben hat. Die hinterhältigen Zionisten, die ihn voller Heimtücke permanent falsch übersetzen und ihm absurderweise unterschieben, er wolle ihr verdammtes Gebilde ausradieren, konnten Dich selbstverständlich nie vom Glauben an seine Friedensbereitschaft abbringen. Denn Du, das bist Du Dir schließlich schuldig, gehörst doch nicht zu denen, die auf die manipulierten Medien hereinfallen. Natürlich hast Du auch nie vom Zionistengebilde ge­redet. Du weißt schließlich, wie man das formulieren muss. Hierzulande, wo man ja aus bekannten Gründen aufpassen muss, was man sagt. Und der ganze aufgebauschte Käse mit den Atomwaffen, was soll’s, genau besehen ist es doch gar nicht so schlecht, hast Du immer bei Dir gedacht, hoffentlich ist Chávez auch bald so weit, das wäre eine schöne Schlappe für den Imperialismus.</p>
<p>Und dann aus heiterem Himmel plötzlich das! Seit Jahr und Tag träumst Du von einer revolutionären Situation. Du weißt natürlich, dass dann die da unten nicht mehr so weitermachen wollen und die da oben nicht mehr so weitermachen können wie bisher. Schließlich hast Du Deinen Lenin gelesen. Ich verschone Dich jetzt mal für einen Moment mit meiner Nörgelei an Deinen heißgeliebten Völkern und lass mich ganz auf das Gute ein, das in Deiner Seele waltet. Du siehst doch, wie das Volk im Iran gegen seine Unterdrücker aufsteht, Du hörst doch, wie es nach Freiheit ruft. Drängt da nicht irgendwas in Dir mit Macht an seine Seite? Mal ehrlich und unter uns: Spräche nicht alles dafür, dass Du Dich endlich mal wieder so richtig der revolutionären Begeisterung hingibst?</p>
<p>Doch es ist wie verhext. Sie will sich partout nicht einstellen. Warum nur? Es gibt nur eine Erklärung dafür: dieses unangenehme Gefühl in Deiner Magengrube, das Dir immer wieder zuraunt: »Achtung. Dies ist das falsche Volk. Schließlich rebelliert es doch gegen die Richtigen.« Denn dass die Regierung in Teheran irgendwie ziemlich richtig liegt, das war Dir doch immer klar. Du denkst geopolitisch. Deswegen rechnest Du nach, um wie viel größer die Einflusssphäre der Yankees und Zionisten wohl wäre, wären da nicht die widerständigen Iraner. Denn diese beiden, also bitte, das ist ja nun wirklich das kleine Einmaleins eines jeden aufrechten Friedensfreundes und Revolutionärs, diese beiden sind ja wohl unbestreitbar der Gipfel des Übels auf der Welt, die wahre Achse des Bösen, wenn man so will. Die Jungs in Teheran sprechen ja nicht ganz zu Unrecht vom großen und vom kleinen Satan.</p>
<p>Mein Guter, vielleicht überrascht es Dich, aber ich unterstelle Dir jetzt einfach mal, dass Du einer von der feinfühligeren Sorte bist und Dich, wenn Du an die iranischen Regimegegner denkst, nicht so recht dafür begeistern kannst, »dass Ahmadinejads Leute den einen oder andern in einen Darkroom befördert haben«. Tja, denkst Du Dir, das mit den Foltergefängnissen und dem Abknallen von Demonstranten ist halt doch nicht ganz das Wahre. Aber sofort meldet sich Deine Magengrube: Was weiß man denn überhaupt wirklich darüber? Wie viel hat denn da die CIA bloß wieder erfunden? Und überhaupt: Muss man das nicht im Interesse der Sache in Kauf nehmen? Könntest Du das Siegesgeheul der Imperialisten ertragen, wenn die Konterrevolutionäre gewönnen? Nicht auszudenken!<br />
Weißt Du eigentlich, dass Deine iranischen Genossen vor 30 Jahren genauso gedacht haben, damals, als sie geholfen haben, Khomeini an die Macht zu bringen? Und dass sie dafür nach wenigen Monaten mit dem Leben bezahlt haben? Oder willst Du es bloß nicht wissen? Spürst Du immer noch so viel Nähe zu den Teheraner Kämpfern gegen Imperialismus und Zionismus, dass Du noch nicht einmal das an Dich heranlassen kannst? Ist Dein antiamerikanisches und antizionistisches Ressentiment so groß, dass du nicht merkst, wie Du auch noch das letzte Quäntchen Freiheitsanspruch aufgibst, wenn Du Dich mit denen weiter einlässt? Pass auf, mein Lieber, Ressentiment fressen Seele auf.</p>
<p>Da ist er wieder, dieser verdammte Magenkrampf, der sich in letzter Zeit immer öfter bei Dir meldet. Also erst mal schnell die Droge einwerfen: »Alles nur ein schmutziges Machwerk des Imperialismus und seiner durchtriebenen Strippenzieher und Ränkeschmiede!« Ah, spürst du schon, wie es nachlässt, wie sich alles wieder entkrampft. Diese wohltuende Wirkung. Jetzt kannst Du Dich wieder zurücklehnen, Dein Weltbild ist wieder im Lot.</p>
<p>Für den Moment jedenfalls. Denn gleich darauf trifft Dich der Schlag: Jetzt geht der Zirkus doch wahrhaftig sogar schon in der Jungen Welt los. Da streiten sie sich auch schon über diese Sache im Iran. Sollte denn der Mossad seine Leute sogar in Deinem Leib- und Magenblatt platzieren? Andererseits, gib’s zu: In irgendeiner abgeschirmten Ecke Deines Herzens hattest Du schon immer ein blödes Gefühl, wenn der geniale Führer der Sozialistischen Einheitspartei in Caracas mal wieder so schamlos dem Holocaust-Leugner von Teheran in den Armen lag. Könnten die das nicht ein wenig unauffälliger machen?</p>
<p>Na, merkst Du schon, wie der imperialistische Agent in Dir zu rumoren beginnt? Verdammt, die CIA ist wirklich überall. Dabei war Dir doch bis jetzt alles so klar in Deiner Welt. Betrüger, Strippenzieher, Heuschrecken und Kriegstreiber beherrschten sie und Dich. Ob sie die Völker knechteten – ganz besonders das palästinensische natürlich – oder ob sie Dir die Arbeit wegnahmen und die Sozialhilfe kürzten, allein ihre Profitgier war an allem schuld. Und wie gut Deine Welt doch erst eingerichtet gewesen wäre, hätten deinesgleichen nur endlich ans Ruder gedurft.</p>
<p>Ich fürchte, mein Guter, Du wirst Dich irgendwann auch noch mit Kapitalismus befassen müssen. Das ist die Produktionsweise, die zwar Riesenprobleme schafft, aber wenigstens keine personale Herrschaft mehr braucht, keinen Wächterrat und keine Sittenpolizei, die aufpasst, dass der Schleier richtig sitzt, keinen lebenslänglichen Caudillo oder ähnliches. Aber dazu will ich Dir ein andermal schreiben. Für heute will ich Dir nur noch das sagen: Die gute Linke, die automatisch auf der richtigen Seite steht, weil sie schließlich allen andern haushoch moralisch überlegen ist – die gibt es nicht. Was sich seit geraumer Zeit herausbildet, riecht nach etwas anderem. Nach einer kackbraun-blutrot-giftgrünen Einheitsfront aus Nazis, Antiimps und Islamisten nämlich, die ihr kollektivistisches Ressentiment unter der Fahne des Kampfes gegen Spekulanten, USA und Israel ausagiert. Möchtest Du dazugehören? Einige deiner Freunde wollen das.</p>
<p>Kann man denen natürlich nachmachen. Muss man aber nicht. Denn da gibt es erfreulicherweise noch etwas anderes. Eine emanzipatorische Strömung nämlich, deren Markenzeichen die Kritik an fetischistischer Vergesellschaftung ist (das sind Zustände, ihn denen sich die Menschen von ihren eigenen Hirngespinsten beherrschen lassen, verstehst Du?). Sie hat keine Fahne, aber wenn sie eine hätte, wäre es die der freien As­soziation der Individuen. Auch entsteht sie auf verschlungenen Pfaden und unter Geburtswehen, bringt mitunter – wie jede Befreiungsbewegung – sogar Karikaturen ihrer selbst hervor und ist sich über ihre Konturen oft selbst noch nicht im Klaren. Aber schau, Du singst doch ab und zu das hier (oder brummst es wenigstens mit): »Und weil der Mensch ein Mensch ist, drum hat er Stiefel im Gesicht nicht gern, er will unter sich keinen Sklaven sehn und über sich keinen Herrn.« Glaub mir, wenn Du es damit wirklich ernst meinst, wirst Du Dich früher oder später dieser Strömung zurechnen. Tja, mein lieber Noch-Antiimp, auch Du wirst Dich entscheiden müssen. Wie sagte doch einst Dein Lenin: »Ein Mittelding gibt es hier nicht.«</p>
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		<title>Every Bank is a Bad Bank</title>
		<link>http://www.krisis.org/2009/every-bank-is-a-bad-bank</link>
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		<pubDate>Mon, 13 Apr 2009 17:31:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus und Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krisentheorie und Krisenanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Du bist in der Krise. Dein Problem heißt Marktwirtschaft. Emanzipation und Frieden Das Ansehen der Marktwirtschaft als der angeblich besten aller denkbaren Welten ist arg lädiert. Auch in den vermeintlich entwickelten Ländern beschert sie Millionen Menschen Perspektivlosigkeit, Sozialabbau und Arbeitslosigkeit. Die Finanz- und Wirtschaftskrise ist mit anderen Krisen des globalen Kapitalismus verwoben: Energie-, Umwelt-, Klima-, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Du bist in der Krise. Dein Problem heißt Marktwirtschaft.</h3>
<p><em> Emanzipation und Frieden</em></p>
<p>Das Ansehen der Marktwirtschaft als der angeblich besten aller denkbaren Welten ist arg lädiert. Auch in den vermeintlich entwickelten Ländern beschert sie Millionen Menschen Perspektivlosigkeit, Sozialabbau und Arbeitslosigkeit. Die Finanz- und Wirtschaftskrise ist mit anderen Krisen des globalen Kapitalismus verwoben: Energie-, Umwelt-, Klima-, Hungerkrise und staatlicher Zerfall in großen Teilen der Welt. Widerstand gegen die Zumutungen der Weltmarktkrise ist dringend notwendig. Aber man sollte auch ihre Ursachen verstehen.<span id="more-3508"></span></p>
<p><strong>Wenn schon Krise, dann wenigstens keine falsche Krisenanalyse.</strong> „Wir bezahlen eure Krise nicht!“ ist z.B. ein dummer Spruch. Als ob ein paar Menschen („ihr“) die Krise gemacht hätten. Viele glauben: „Es gibt eine vernünftige Wirtschaft mit moderaten Gewinnvorstellungen, aber ein paar gierige Manager und Spekulanten stürzen uns ins Unglück, weil sie den Hals nicht voll genug kriegen.“ Wenn es so einfach wäre, könnte man die Krise leicht in den Griff kriegen: Ein paar scharfe Gesetze erlassen und den einen oder anderen Manager in den Knast stecken. Solch billige Rezepte werden ja tatsächlich angepriesen. Aber die Erklärung der Krise mit „Gier“ ist ungefähr genauso intelligent wie die Erklärung der Arbeitslosigkeit mit „Faulheit“. Faulheit und Gier müssten urplötzlich um sich gegriffen haben, schließlich gab es ja mal viel weniger Arbeitslose und keine Krise. Viele &#8211; auch Linke &#8211; überbieten sich zusammen mit Politikern und Medien darin, den Ackermännern, Schaefflers&amp;Co die Schuld in die Schuhe zu schieben. Wer an Bösewichter glaubt, stellt die Systemfrage nicht. Und umgekehrt.</p>
<p><strong>Wer oder was ist Schuld?</strong> Der Kapitalismus lebt von der Illusion ewigen Wachstums. Andernfalls jammern Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Politiker und Kommentatoren. Denn dann geht es an Profite, Arbeitsplätze und  Steuereinnahmen &#8211; an die Grundlagen von Wirtschaft und Staat. Kapital strebt nicht einfach nach Profit, sondern nach Maximalprofit: es muss möglichst viel in Rationalisierung und Ausweitung der Produktion reinvestieren, um im tödlichen Konkurrenzkampf zu überleben. Profit lässt sich nur aus der Verwertung menschlicher Arbeitskraft ziehen, denn nur diese ist in der Lage, mehr Wert zu produzieren, als sie selber hat. Wer vom Verkauf seiner Arbeitskraft leben will, muss einen Nutzen für den Kreislauf aus ewigem Wachstum und Maximalprofit abwerfen. Andernfalls ist er nicht „verwertbar“, sprich überflüssig. Doch Mikroelektronik und allgemeine Computerisierung erfordern immer weniger Menschen, um immer größere und immer billiger produzierte Warenberge anzuhäufen. Es gibt also immer weniger „verwertbare“, entlohnungsberechtigte und profitable Menschen. Folglich flieht das Kapital zunehmend in die Finanzsphäre, wo die Spekulation auf zukünftige Profite das Hamsterrad aus Maximalprofit und ewigem Wachstum noch einmal weiterdreht. Der Kapitalismus bringt jede Menge gierige Leute hervor &#8211; oben wie unten. Einige davon sitzen an der Quelle und machen ihren persönlichen Deal. Aber mit ihrer irrwitzigen Finanzakrobatik tun Manager und Börsianer letztendlich genau das, was die Marktwirtschaft verlangt: höchst mögliche Profite für ein unendliches Wachstum herausschlagen. Geht die Kreditwürdigkeit an einer Stelle flöten, fällt das ganze Kartenhaus in sich zusammen. Das erleben wir gerade. <em>Das eigentliche Problem ist also die kapitalistische Wirtschaft selbst mit ihren Grundlagen.</em></p>
<blockquote><p><strong>Wie es zum nationalsozialistischen Wahn kam.</strong> Weltwirtschaftkrise 1929. Millionen Arbeitslose. Sozialabbau, Elend, Hunger, Erniedrigung. Die Menschen fragten sich: Warum? Wer ist daran schuld? Verständnis für die Zusammenhänge der kapitalistischen Wirtschaft war dünn gesät. Den meisten reichte der Augenschein: es gab Arme, die immer ärmer wurden und Reiche, die immer reicher wurden. Die einen litten unter den Turbulenzen der Krise, die anderen schienen sie zu „beherrschen“. Die antisemitische Wahnvorstellung vom „guten schaffenden und schlechten raffenden Kapital“ und den Juden als „gierigen Bösewichtern“ griff rasch um sich. Kaum mehr als ein Jahrzehnt lag zwischen dem Ausbruch der Krise und der „Endlösung der Judenfrage“. Die deutsche „Volksgemeinschaft“ phantasierte sich ihre „Erlösung“ im Menschheitsverbrechen der Judenvernichtung. Heute scheinen solche Zustände weit weg. Aber wenn einem Beifall geklatscht wird, weil er Börsianern, die sich aus dem Fenster stürzen, hinterhersingt: “Meinetwegen solln sie springen…Wünsche glückliches Gelingen“, so zeigt das: Wo geglaubt wird, dass „schlechte Menschen“ am eigenen Unglück schuld sind, ist es nie weit bis zum Vernichtungswunsch (Konstantin Wecker, “Wenn die Börsianer tanzen”). Und auch der Antisemitismus ist quicklebendig. Schon wieder glaubt jeder dritte Europäer, Juden hätten „zuviel Macht in Wirtschaft und Finanzwelt“ <a href="http://diepresse.com/home/panorama/religion/451692/index.do">http://diepresse.com/home/panorama/religion/451692/index.do</a>. <strong>Wehret den Anfängen.</strong></p></blockquote>
<p><strong>Wie groß ist der Schwenk der Politik wirklich?</strong> Wie kann es sein, dass diejenigen, die noch vor kurzem jeden Gedanken an Regulierung der Finanzmärkte und Verstaatlichungen weit von sich wiesen, fast im Handumdrehen darauf abfahren? Sind Obama, Brown, Merkel, Sarkozy und Berlusconi über Nacht bei attac eingetreten? Warum muss Lafontaine im Bundestag irritiert feststellen: „unsere Vorschläge werden so schnell akzeptiert, dass wir gar nicht mehr nachkommen“? Sind Politiker und Wirtschaftsexperten unter Schockeinwirkung zur Vernunft gekommen? Oder sind die vermeintlichen Alternativen von attac, Linkspartei etc. am Ende gar nicht so alternativ? Markieren Marktradikalismus und Staatsfixierung womöglich nur die Pendelausschläge eines Systems, das sich &#8211; egal was es auch tut &#8211; immer tiefer in seine Krise verstrickt?</p>
<p><strong>Von der Verstaatlichung der Krise zum Staatsbankrott.</strong> Ist Opel „systemrelevant“? Darüber streiten Experten. Unstrittig ist: HartzIV-EmpfängerInnen sind es nicht. Banken sind es auf jeden Fall. Folglich bekommen die einen alles und die andern gucken in die Röhre. Der Staat springt als „letzte Instanz“ ein, um die Wachstums- und Maximalprofitmaschine am Laufen zu halten. Viele, besonders Linke, hoffen auf Rettung durch Verstaatlichungen. Zu unrecht. Denn auch die Staaten sind bereits von der Krise infiziert: sie verschulden sich mit all den Rettungsund Konjunkturpaketen zwangsläufig noch mehr und fangen an, Geld zu drucken und die Inflationsgefahr anzuheizen. Letztendlich wird nichts anderes als die Krise selbst verstaatlicht. Das nächste Platzen der Kreditblasen ist vorprogrammiert und am Horizont winkt das Gespenst des Staatsbankrotts. Abgesehen von den negativen Erfahrungen mit dem Staatssozialismus: Verstaatlichungen sind auch aus deswegen keine wirkliche Alternative.</p>
<p><strong>System failure.</strong> Wo keine Kaufkraft, da kein Absatz und keine Realisierung von Profit. Wo aber soll Kaufkraft herkommen, wenn immer mehr Leute „überflüssig“ werden, sprich &#8211; es eigentlich keinen „vernünftigen“ Grund mehr gibt, die Profitmasse durch ihre Löhne zu schmälern? Die gigantischen Bankenrettungspakete sind ebenso skandalös wie systemimmanent notwendig. Ohne sie würde die Grundlage der Gesellschaft innerhalb kürzester Frist und weltweit zusammenbrechen. Damit wäre niemand gedient. Wie lange sie aber den globalen Crash noch hinauszögern können, ist vollkommen offen. Die Banken sind schließlich das Herz eines Systems, das auf dem Glauben beruht, es müsse alles und jedes gegenseitig „in-Wert-gesetzt“ und getauscht werden: „Was gibst du mir, was geb’ ich dir?“. Wer keinen „Wert“ hat, erhält auch nichts dafür. Das ist so gesehen nur „gerecht“. Geld regiert nur auf den ersten Blick die Welt. Tatsächlich regiert jenes Wert- und Tauschprinzip, dessen Ausdrucksform das Geld ist. Wenn nun aber eine Phanstastilliarde nach der anderen ebenso schnell in der Hölle verschwindet wie sie die staatlichen Krisenbeschwörer aus dem Himmel herbeigezaubert haben, geht der Glaube ans Geld langsam aber sicher flöten. So verliert die Marktwirtschaft schon aus ganz praktischen Gründen den Boden unter den Füssen: der Kreditfluss versiegt (lat. creditum = das Geglaubte) und das Kreislaufsystem der kapitalistischen Maschine kollabiert. Die gegenwärtige Krise offenbart aber auch, dass auf Dauer keine Gesellschaft existieren kann, die auf dem Tausch- und Wertprinzip beruht. Im Mittelalter war es tabu, die Herrschaft der Kirche anzuzweifeln. Heute herrscht das Denkverbot, die Grundlagen des Systems von Markt, Staat, Arbeit, Kapital, Geld und Nation zu hinterfragen. Die fundamentale Krise der Marktwirtschaft stößt uns aber mit der Nase darauf.</p>
<p><strong>Wer glaubt, es kann so weiter gehen, ist selber in der Krise.</strong> Möglichst schnell wieder weitermachen wie bisher? Wieder so viele Autos produzieren wie früher? Genauer gesagt: noch mehr, denn Wachstum muss ja sein? Wieder alle „vollbeschäftigt“ mit irgendwelchem Unsinn, Hauptsache, es lässt sich Geld damit verdienen? Immer noch glauben, dass es mit dem Arbeiten-müssen-um-Geld-zu-verdienen -weil-wir-sonst-nicht- leben-können ewig so weiter geht? In der irren Hoffnung, dass schon noch irgendwas für uns abfallen wird? Bis auch die großen Staaten am Ende sind? Vergesst es. Die Frage, wie man eigentlich das Leben organisiert, wenn das Geld nichts mehr wert ist und die Staaten sich auflösen, kann sich auch in unseren Breiten schnell stellen. Werden wir alle im Elend versinken oder können wir ein besseres Leben aufbauen?</p>
<p><strong>In einer freien und menschlichen Gesellschaft</strong> würden sich nicht die einen totarbeiten und die andern totlangweilen. Mehr Freiheit und Solidarität, mehr Zeit zum Lachen, Lieben und guten Leben für alle wäre drin. Mehr Selbstentfaltung und Selbstorganisation ohne die Herrschaft des Wert- und Tauschprinzips wäre möglich. Vergessen wir Marktwirtschaft und Staatssozialismus. Schaffen wir etwas Besseres.</p>
<p><strong>Zum Weiterlesen </strong>&#8211; Norbert Trenkle, <a href="http://www.krisis.org/2008/weltmarktbeben">Weltmarktbebe</a><a href="http://www.krisis.org/2008/weltmarktbeben">n</a> &#8212; Andreas Exner, <a href="http://www.krisis.org/2006/mythos-geld-diskussionsanstoss">Mythos Geld</a></p>
<p>&#8211; Finanzkapital AG verdi Bezirk Stuttgart, <a href="http://www.labournet.de/diskussion/gewerkschaft/real/insekten.pdf">Mensch, denk weiter! „Heuschrecken“ sind keine Erklärung</a></p>
<p>(März 2009) &#8211; <a href="http://www.emanzipationundfrieden.de/every_bank.pdf">Als Flugblatt (pdf)</a></p>
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		<title>A CAPITULAÇÃO PERANTE O CAPITALISMO</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Feb 2009 12:57:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus und Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik der Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik der traditionellen Linken]]></category>
		<category><![CDATA[Staat, Politik, Demokratie und Rechtsform]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Trenkle]]></category>
		<category><![CDATA[Português]]></category>

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		<description><![CDATA[Deutsche Version &#8211; Versión española Norbert Trenkle O marxismo tradicional evita como nenhum outro assunto a reflexão acerca dos limites históricos do sistema produtor de mercadorias da modernidade. É como se refletisse a sua própria derrota na convicção de que o capitalismo desfrute de uma “vida eterna”, de que é infinitamente flexível e, por isso, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="zaehl"><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/6307768a0bf04ea48d8f152c5a3a05a7" alt="" width="1" height="1" /></span></p>
<h4><a href="http://www.krisis.org/2000/kapitulation-vorm-kapitalismus">Deutsche Version</a> &#8211; <a href="http://www.krisis.org/2000/kapitulation-vorm-kapitalismus"></a><a href="http://www.krisis.org/2000/capitulacion-ante-el-capitalismo">Versión española</a></h4>
<p><em>Norbert Trenkle</em><span id="more-3120"></span></p>
<p>O marxismo tradicional evita como nenhum outro assunto a reflexão acerca dos limites históricos do sistema produtor de mercadorias da modernidade. É como se refletisse a sua própria derrota na convicção de que o capitalismo desfrute de uma “vida eterna”, de que é infinitamente flexível e, por isso, fundamentalmente em condições de superar toda crise e de tornar não daninha toda oposição, mediante sua integração. É digno de nota que essa convicção unifica as posições mais conflitantes no interior de todo o espectro do marxismo tradicional, e, por isso, a resistência ao diagnóstico do colapso do sistema forma também um denominador comum da crítica às publicações do Grupo Krisis. Num acordo inusitado, recusam as teses da Krisis – que com suas análises expõe a fauna mais anacrônica do que restou do antigo marxismo<sup><a name="sdfootnote1anc" href="#sdfootnote1sym"><sup>1</sup></a></sup>.</p>
<p>Pode soar como algo surpreendente, mas na teoria do movimento operário, o diagnóstico de Marx sobre os limites absolutos do capital não desempenham praticamente nenhum papel relevante. Os únicos intentos sérios de abordagem do tema, a saber, os de Rosa Luxemburg e Henryk Grossmann, permaneceram teoricamente isolados e sem qualquer relação com orientações práticas; também não se trata de uma mera coincidência, já que simplesmente tal reflexão não era compatível com o teor iluminista do marxismo, com seu inabalável otimismo no progresso. Se a história é compreendida como uma sucessão de etapas ascendentes da evolução humana, desde a sociedade primitiva até o reino comunista da felicidade terrestre, então simplesmente não se pode pensar em algo como um limite desastroso da forma de produção capitalista. Portanto, o socialismo e o comunismo devem aceitar a herança positiva da sociedade burguesa e continuar sua “missão civilizatória”, levando adiante o “curso da história”.</p>
<p>Do ponto de vista da burguesia do final do século XIX, essa esperança religiosa parecia soar como um “prognóstico de colapso”, porque colocava em dúvida, ao menos ideologicamente, a estrutura do poder dominante. Essa forma de ver as coisas &#8211; típica do movimento operário – acentuou-se ainda mais através de um vocabulário escatológico, que expressava somente a fé quase religiosa na inevitável vitória final do proletariado, supostamente respaldada nas “leis objetivas da história” (Lenin, por exemplo). Mesmo que, na referida perspectiva, se dissesse que o modo de produção capitalista estava chegando aos seus limites, com isso se queria dizer unicamente que ele estava tornando-se “infiel a sua vocação histórica”. Tal “vocação”, que consiste supostamente no “desenvolvimento desmedido da produtividade do trabalho humano”, demonstraria “que o capitalismo está se tornando caduco e cada vez mais inútil”, como escreveu o velho Engels em uma nota ao terceiro volume de O Capital (MEW 25, p. 272 e ss.). Aqui, claramente não se está prognosticando um fim catastrófico, mas uma ideologia legitimatória de como uma revolução proletária só poderia ocorrer no momento em que o modo de produção capitalista estivesse “objetivamente maduro”. É surpreendente que o movimento operário, ainda em formação, se acomodasse à herança do Iluminismo e se apropriasse avidamente dessa visão de mundo já banalizada, desenvolvendo-a em seu interesse próprio.</p>
<p>Não tardou para que as análises econômicas do marxismo desempenhassem funções que eram, em primeiro lugar, de mera legitimação. Se tivessem justificado as aspirações operárias de uma conquista rápida do poder, então teriam que explicar o porquê de não ter ocorrido nenhuma “revolução mundial”. A chave para esse problema é a teoria do imperialismo elaborada por Lenin. Com ela, colocou-se para fora do jogo o mecanismo da concorrência, graças ao suposto domínio do monopólio e do capital financeiro e, dessa forma, a dinâmica histórica da sociedade capitalista foi bloqueada. O capitalismo “apodrecia”, não obstante a permanência da “dominação de classe” política e militar (assim como o suborno da “aristocracia operária” e outros mecanismos). Assim, impôs-se teoricamente o “primado da política”, e a interpretação de mundo baseada no sociologismo de classe do marxismo tradicional pôde se reavivar. “Objetivamente”, o mundo estava, num certo sentido, “maduro” para a “revolução mundial, e sua vitória só dependia das relações políticas e sociais, da vontade e da força” (as quais, por desgraça, eram sempre desfavoráveis).</p>
<p>A “esquerda ocidental”, com maior profundidade teórica, se distanciou ao menos parcialmente da ideologia de legitimação, mas, no entanto, não conseguiu superá-la realmente. Também, a Teoria Crítica de Adorno e Horkheimer se move de forma excessivamente negativa quando pressupõe a todo instante e de forma pessimista a suspensão da concorrência e o “Estado total” ou (depois de 1945) o “mundo administrado”, lamentando a decadência do sujeito burguês da circulação.</p>
<p>Nas atuais reações defensivas às nossas análises a respeito da crise fica claro que a relação entre “colapso” e “revolução” é novamente produzida, mais ou menos conscientemente, assim como a filosofia iluminista da história que lhe é correspondente, mesmo que na maioria das vezes com um giro negativo: com o fim das esperanças de um levante revolucionário, se enterra também a idéia de que o capitalismo pode ter um fim.</p>
<p>Tais reações revelam mais sobre a perspectiva dos críticos do que sobre o objeto da crítica. A tese de que o modo de produção capitalista alcançou seus limites não resulta de certos constructos a propósito da filosofia da história, adaptados a uma teoria externa da crise, mas a partir da análise da contradição interna fundamental do capital, ou seja, de um momento histórico específico. Nesse sentido, temos que compreender o que Marx queria dizer com: “A verdadeira barreira da produção capitalista é o próprio capital, isto é: que o capital e sua autovalorização apareçam como ponto de partida e ponto de chegada, como motivo e finalidade da produção; que a produção seja apenas produção para o capital e não inversamente, que os meios de produção sejam meros meios para uma estruturação cada vez mais ampla do processo vital para a sociedade dos produtores. (&#8230;) O meio – desenvolvimento incondicional das forças produtivas sociais de trabalho – entra em contínuo conflito com o objetivo limitado, a valorização da capital existente”. (MEW 25, p. 260). Trata-se de uma contradição imanente insolúvel, já que o aumento da produtividade empresarial supõe efetivamente a eliminação do trabalho vivo do processo de valorização, ao mesmo tempo em que a valorização do capital não é outra coisa senão a utilização da mão-de-obra. Em si mesmo, o processo não resulta de maneira alguma na dissolução imediata das relações capitalistas. Pelo contrário: a produção de mercadorias estava ainda relativamente pouco desenvolvida, quer dizer, só havia influído superficialmente na sociedade e estava limitada essencialmente a poucos países e regiões do mundo. A partir desse reduzido desenvolvimento, desencadeia-se, então, uma monstruosa dinâmica de expansão. A diminuição permanente de massa de valor em âmbitos capitalistas limitados, mediante a diminuição de mão-de-obra, foi compensada provisoriamente na totalidade capitalista pela expansão contínua dos processos de valorização em novos ramos de atividades da produção e através da adição de regiões do mundo ao domínio capitalista. É claro que esse processo de transformação não pode funcionar indefinidamente, pois, na medida em que as contradições internas do capitalismo desenvolvem-se na história, elas, por sua vez, se intensificam. A “produção capitalista procura constantemente superar essas barreiras que lhe são imanentes, mas só as supera por meios que lhe antepõem novamente essas barreiras e em escala mais poderosa” (Marx, íbid.). Pertence à lógica do capital que mais cedo ou mais tarde se reduza em larga escala a quantidade absoluta de mão-de-obra despendida na totalidade da produção social e, dessa maneira, diminua a massa de valor produzida na totalidade do capitalismo. O capitalismo segue minando seus próprios fundamentos.</p>
<p>O marxismo não só confundiu o diagnóstico da crise formulado apenas abstratamente por Marx no sentido da “tese da decomposição”, mas, a partir daí, tem interpretado a “contradição entre as forças produtivas e as relações sociais de produção” não como algo especificamente capitalista, mas como uma contradição trans-histórica válida para todas as sociedades anteriores. De acordo com o “materialismo histórico”, o desenvolvimento das forças produtivas é interpretado como motor de toda história humana: se cada “fase do desenvolvimento” corresponde sempre a uma determinada forma de “dominação de classe”, assim como as relações de produção e exploração, o progresso das forças produtivas teria que entrar cedo ou tarde no conflito contra a ordem social e produzir uma mudança revolucionária. Aqui, estamos diante de uma evidente “retroprojeção” das relações burguesas no passado, um procedimento típico do pensamento iluminista (aqui, unicamente em sentido materialista). Nenhuma sociedade à exceção do capitalismo esteve organizada em torno da produção; só por essa razão, não podia existir em tais sociedades algo como a “contradição entre as forças produtivas e as relações de produção”.</p>
<p>Marx não foi, de maneira alguma, estranho a essa interpretação da história, já que mesmo ele colocou ao menos um pé no otimismo do progresso. Não obstante, a lógica de sua teoria da crise não é de maneira alguma compatível com essa maneira de enxergar a filosofia da história. No essencial, trata-se de levar conseqüentemente até o final a crítica do fetichismo da mercadoria contida no primeiro capítulo d’O Capital. A contradição da lógica interna do capital está dada na forma nuclear da produção capitalista, enquanto a mercadoria e o movimento tautológico do “sujeito automático” (o valor) não é nada além da expansão dessa contradição elementar. Que as relações sociais se realizem como relações entre coisas (mais precisamente, entre mercadorias) e se oponham como tais às pessoas na condição de um poder estranho, não só significa que seu próprio contexto social lhes arroga leis irracionais, como se fossem fatos naturais, mas comporta igualmente sua caducidade histórica, independente de toda vontade subjetiva. Isso não tem nada em comum com algum tipo de “filosofia da história instauradora de sentido”, pois, além da lógica (em sentido histórico completamente específica) da sociedade da mercadoria, cessa toda determinação. A única garantia é que a sociedade capitalista tem que se consumir violentamente em função de suas contradições internas, mas não possuímos, de maneira alguma, a garantia de como vai ocorrer o processo de esgotamento. Tampouco, sabemos o que vai substituí-la. A superação da socialização sob a forma mercadoria só se pode pôr em marcha mediante um ato coletivo e consciente, já que a lógica fetichista da mercadoria não é outra coisa senão a falta de consciência social. Se o processo de superação será bem sucedido depende única e exclusivamente das pessoas conseguirem se emancipar ou não das formas de relação e intercâmbio constituídas de maneira capitalista. Todo otimismo exagerado em relação a isso seria um erro absoluto. Não é improvável que o processo de crise ponha em funcionamento uma dinâmica incontrolável, catastrófica, em cujo transcurso se destrua todo contexto civilizatório e até, quem sabe, os fundamentos da vida humana. Nas regiões de crise do mundo atual já se encontra clara e aterradoramente delineada essa possibilidade. De qualquer maneira, ainda permanece a opção emancipatória. Todavia, tal oposição crítica da sociedade atual está na defensiva em todo mundo. A história está aberta para que se supere a desrazão da cantilena vazia do marxismo tradicional, que em geral só dificulta a análise conseqüente do processo objetivado.</p>
<p>É natural que se discuta sobre se o capitalismo realmente alcançou hoje os seus limites históricos: se com o final do fordismo e o advento da terceira revolução industrial micro-eletrônica foi posta em marcha uma derrocada irreversível e se realmente não há mais um terreno para a acumulação. Além do mais, não é exatamente o caso de um “colapso” repentino, como supõem erroneamente muitos críticos (que, aliás, utilizam essa palavra muito mais do que nós), mas de um longo processo de decadência que provavelmente vai se expandir por várias décadas e cujo transcurso dificilmente se poderia antecipar. O Grupo Krisis tem esboçado nos últimos anos toda uma gama de argumentos teóricos e provas empíricas a favor do diagnóstico de crise. Robert Kurz desenvolveu detalhadamente esse contexto em O Livro Negro do Capitalismo. Evidentemente, não acreditamos ter resolvido todos os problemas. Por outro lado, a grande maioria das críticas até agora não teve muito sucesso em prolongar a discussão, dando a impressão de preferirem desarmar um ponto de vista teórico incômodo à trama conceitual do pensamento atual. Só assim é que se pode explicar porque autores como Freerk Huisken e Michael Heinrich, aos quais poderia se supor um conhecimento seguro da teoria da crise e da acumulação, em Konkret 3/2000 se equivocam (ou ignoram) sistematicamente e de maneira surpreendente em relação ao núcleo teórico do diagnóstico da crise. Sobretudo, não mostram nenhum vestígio de um conhecimento do problema da contradição lógica interna do capital entre o desenvolvimento das forças produtivas e o imperativo da valorização; pelo contrário, ocultam-no de maneira sistemática, observando a dimensão particular, empresarial e identificando-a repentinamente com a totalidade do processo capitalista. Huisken equivoca-se com inaptidão típica do marxismo do movimento operário: ingenuamente, coloca em jogo o interesse de valorização do capital particular e, ao que parece, vê nesse interesse a garantia de que a acumulação, em princípio, pode continuar ad infinitum. Heinrich, pelo menos, argumenta em tom diverso: remete-se ao aumento da cota de mais-valia que leva consigo ao desenvolvimento das forças de produção (Marx denominou tal processo de “produção de mais-valia relativa”), e dessa maneira pretende com toda seriedade demonstrar que “a massa de mais-valia contida na totalidade da produção” aumenta justamente “por causa do aumento da produtividade”.</p>
<p>Disparatadamente, a busca do interesse privado no processo de valorização e o aumento da mais-valia relativa são apenas um dos lados da contradição interna do capital; e justamente o que, em última análise, mina o fundamento da valorização, a saber, a redução absoluta da massa de valor na totalidade do sistema. Não se trata meramente da expressão do valor de cada mercadoria particular ou da parte relativa da mais-valia ou, ainda, do retorno por capital investido. Na concorrência, são premiados justamente os capitais que racionalizam de forma mais conseqüente e, portanto, que tornam descartável a maior quantidade de trabalho vivo; são os que recebem a maior parte da massa de mais-valia, ainda que sejam eles mesmos os que mais contribuem para que ela se torne cada vez menor. Que uma tal contradição só seja aplacada historicamente mediante abertura de novos ramos de trabalho intensivo na produção (mesmo com choques violentos) parece, a Huisken e Heinrich, razão suficiente para eliminá-la completamente. Assim sendo, eleva-se de maneira positiva uma misteriosa evidência empírica aparente à condição de evidência teórica. Quanto à referência aos limites absolutos da dinâmica de valorização (a agudização da contradição por eles ignorada), esta se manifesta em seguida como uma propensão puramente moral imputada ao modo de produção capitalista. Quando Heinrich e Huisken crêem ter ensinado nos mesmos termos aos autores do Manifesto contra o Trabalho e do Livro Negro que o “o fim imanente da produção capitalista não é a eliminação do desemprego e da miséria, mas a valorização do valor” (Heinrich, p. 40; Huisken analogamente, p. 34), então isso acaba tendo um efeito em certo sentido vergonhoso, porque são obrigados a negar ou esquecer o que eles mesmos sempre acentuam, ou seja, que o capital só pode se valorizar fazendo uso de mão-de-obra em escala crescente. Que tal mecanismo possa deixar de funcionar está tão fora da compreensão de ambos os críticos que nem sequer toleram a pergunta. Pelo visto, ainda menos compreensível lhes parece a relação entre o processo de crise no âmbito da acumulação real e a superestrutura financeira inchada pelo crédito e pela especulação.</p>
<p>Também aqui se levanta a suspeita de que se trata menos da complexidade da matéria do que da postura defensiva interiorizada. Ainda que os movimentos na superfície dos mercados financeiros transnacionais sejam tão confusos, o mecanismo básico do capital fictício, como Marx o descreveu no essencial, não são nem um pouco difíceis de compreender. Estamos diante de um movimento duplo: todo o crédito e a especulação estão a serviço do processo de retardamento da crise, porque conseguem possibilidades de inversão fictícia (não respaldadas na economia real) para o capital superacumulado e, do mesmo modo, ampliam a capacidade de compra; em última análise, isto só pode conduzir a uma agudização da crise, porque quando a bolha financeira explodir, a totalidade do potencial de desvalorização retardado pelo crédito e pela especulação vai retornar em um só golpe. Este mecanismo provoca ainda a aparência de que a especulação é a causa da crise e não apenas um de seus elementos. Por esse motivo, ela contribui para pôr em marcha as conhecidas projeções anti-semitas, um mecanismo que se torna eficiente em todo processo de crise, incluindo a atual.</p>
<p>O que é novo historicamente é que o total desacoplamento do dinheiro em relação à sua base no “padrão ouro” e a desregulamentação dos mercados financeiros têm conseguido um campo de ação espantosamente amplo para a crescente independência relativa do capital fictício diante da acumulação real. Assim, explica-se o retardamento da crise que já se prolonga há mais de vinte anos e a quantidade exorbitante de “massa de valor” fictícia “acumulada”. Reconheço que não temos apreciado de maneira adequada o horizonte temporal desse processo. De um ponto de vista estrutural, aproximadamente desde o princípio dos anos noventa, parecia praticamente inacreditável que o sistema de bola de neve pudesse se manter por outros dez anos, ou alguns anos mais. É verdade que os desenvolvimentos que tiveram lugar desde então não contradizem de nenhuma maneira o diagnóstico estrutural, ao contrário, o têm confirmado. A antecipação fictícia da criação futura de valor não tem respaldo na economia real, já que os processos de racionalização têm se acelerado e a superestrutura financeira separou-se da acumulação em um movimento exponencial. Como a valorização não pode se emancipar da utilização de trabalho vivo, a relação entre ambas esferas deve ser restabelecida &#8211; e isto, violentamente, como um estouro.</p>
<p>É bastante divertido quando um Heinrich não quer ver mais do que uma função normal da natureza do crédito, “acumular capital líquido improdutivo” para lançá-lo de volta na esfera da acumulação real. É a partir dessa aparência, absolutamente insustentável tanto teórica quanto empiricamente, que tentam criticar Robert Kurz por separar as “partes que pertencem à valorização real e as que pertencem ao setor financeiro”, a fim de preparar o terreno, dessa maneira, para projeções anti-semitas (p. 41). Se essa não é uma difamação consciente, então é digno de atenção como o “interesse brutal na matéria” (Marx) impede o autor da crítica de compreender minimamente as explicações detalhadas e respaldadas histórico-empiricamente sobre a relação interna entre o capital fictício e a acumulação real no Livro Negro (e não apenas nele).</p>
<p>Também é uma postura bastante ingênua a que identifica o prognóstico do desmoronamento irremediável do mercado financeiro (ainda que não se possa prever com exatidão o momento) com o “diagnóstico do colapso”, e depois sair alardeando que os “profetas da crise” supostamente aguardam o tão esperado “apocalipse”. Não se pode evitar a impressão de que se está tentando, pelo contrário, fazer sumir da vista o fato de que a crise está em plena marcha desde algumas décadas, de que grande parte do mundo foi declarada inútil para a valorização do valor que se desacoplou negativamente (com as conseqüências mais brutais para as pessoas que ali vivem) e que, mesmo nas metrópoles, uma parte cada vez maior da população é afetada pelo processo de desvalorização. Um desmoronamento aceleraria esse processo com um impulso violento, mas, certamente, não seria o colapso, e sim um momento do processo de decadência, que, como já foi dito, pode se estender por muitas décadas e é de se supor que vá encontrar intervalos mais aterradores, se não se constituir um movimento social-emancipatório que se atreva a levar a cabo a ruptura decisiva com a sociedade produtora de mercadorias. Talvez as previsões pouco otimistas não contribuam para fazer da idéia do esgotamento irreversível da lógica de valorização um tabu, sobretudo nos países que ainda aparecem como ganhadores no mercado mundial. Pelo visto, alimenta-se a crença de que o capitalismo dá um giro, após o fordismo, no sentido da “normalidade” que, entretanto, se enuncia de maneira abertamente ahistórica. Por isso, ela é eternamente prorrogável, algo como uma “aparência de segurança” enganosa, porque permite seguir no campo, já desarmando, do sistema de coordenadas marxista.</p>
<p>Partindo desse sistema de coordenadas, pode parecer que a crítica do capitalismo é justificada apenas por causa de sua crise ou que ela despreza a importância dos estágios de desenvolvimento que ocorreram no passado. Os que vêem “com toda a autoridade” tal coisa no Manifesto e no Livro Negro, serão obrigados a aceitar que a situação do “funcionamento normal” da economia será novamente deslegitimada, quando as atrocidades da lógica capitalista retornarem novamente no processo de crise. Devia ser banal o fato de que toda tentativa de superar a sociedade da mercadoria só possa partir da posição histórica dada em cada caso, e que não deve ser parte das tarefas de uma crítica radical da sociedade definir esse ponto de partida. Essa discussão não pode ser limitada por tabus.</p>
<p><a name="sdfootnote1sym" href="#sdfootnote1anc">1</a> Podemos tomar como exemplo o redator acadêmico de PROKLA, Michael Heinrich, Freerk Huisken da Gegenstandpunkt (ambos em Konkret, 3/2000) e o autor de Bahamas Martin Janz (Jungle World, 8-3-2000).</p>
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		<title>Crash course</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Feb 2009 15:29:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus und Rassismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Crash course1 Deutsche Version &#8212; English version &#8212; Versión española &#8212; Nederlandse versie &#8212; Versione italiana &#8212; българска версия Une nouvelle version de la légende du «coup de poignard dans le dos»2 circule: «notre» économie aurait été la victime de l&#8217;avidité sans borne d&#8217;une poignée de banquiers et de spéculateurs. Gavés d&#8217;argent bon marché par [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Crash course</strong><sup><a name="sdfootnote1anc" href="#sdfootnote1sym"><sup>1</sup></a></sup></p>
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<p>Une nouvelle version de la légende du «coup de poignard dans le dos»<sup><a name="sdfootnote2anc" href="#sdfootnote2sym"><sup>2</sup></a></sup> circule: <span id="more-3248"></span>«notre» économie aurait été la victime de l&#8217;avidité sans borne d&#8217;une poignée de banquiers et de spéculateurs. Gavés d&#8217;argent bon marché par la Banque Centrale Américaine et soutenus par des hommes politiques irresponsables, ils auraient mené le monde au bord du gouffre tandis que les «honnêtes gens» seraient les dindons de la farce, comme toujours.</p>
<p>Rien n&#8217;est objectivement aussi faux et idéologiquement dangereux que ce tableau reproduit à l&#8217;envi dans l&#8217;opinion publique. C&#8217;est tout le contraire. Ce n&#8217;est pas l&#8217;essor énorme des marchés financiers qui cause la détresse actuelle. Il n&#8217;était lui-même pas une cause mais une conséquence, une manoeuvre d&#8217;évitement visant à esquiver la bien réelle crise sous-jacente à laquelle la société capitaliste était contrainte de se confronter depuis les années 1970.</p>
<p>C&#8217;était la fin du boom d&#8217;après-guerre, et de la longue période de croissance économique rendue possible par la généralisation des modes de production industriels et leur expansion dans de nouveaux secteurs tels que la production automobile. Dans les années 1950 et 60, la production de masse de marchandises exigeait une quantité considérable de main-d&#8217;oeuvre supplémentaire &#8216; une main-d&#8217;oeuvre devenant ainsi capable d&#8217;attirer les salaires et les moyens de subsistance nécessaires pour continuer à consommer en masse ces marchandises. Depuis, la rationalisation généralisée des principaux secteurs de production, tournés vers le marché mondial, a substitué l&#8217;automatisation à la main-d&#8217;oeuvre. Elle a ainsi détruit les bases de ce mécanisme «fordiste» et avec lui, la possibilité d&#8217;un renouvellement de la croissance portée par l&#8217;économie réelle. La crise capitaliste, dans sa forme classique, a laissé la place à une crise encore plus fondamentale dans laquelle c&#8217;est la viabilité-même du travail qui prend le dessus.</p>
<h4>L&#8217;être humain «superflu»</h4>
<p>L&#8217;absurdité totale du mode de production capitaliste est mise en évidence par la contradiction entre l&#8217;immense bond en avant dans la productivité suscité par la «révolution microélectronique» et le fait que ce «progrès» est très loin d&#8217;avoir entraîné une amélioration pour tous du niveau et de la qualité de la vie. Bien au contraire, le travail a été intensifié, sa cadence accélérée et la pression du rendement encore accrue. Partout dans le monde, des personnes  toujours plus nombreuses doivent vendre leur force de travail aux pires conditions. De toute façon, à l&#8217;aune du niveau de productivité en vigueur, leur force de travail sera systématiquement dévalorisée.</p>
<p>Mais c&#8217;est aussi une contradiction du capitalisme qu&#8217;en devenant «trop productif», il sape ses propres fondations. Car une société fondée sur l&#8217;exploitation de la force de travail humaine touche à ses limites structurelles, quand de plus en plus, elle rend cette force de travail superflue. Depuis plus de trente ans, la dynamique de l&#8217;économie mondiale est entretenue grâce à l&#8217;envolée toujours croissante de la spéculation et du crédit (ce que Marx appelle le «capital fictif»). Si le capital est détourné vers les marchés financiers, c&#8217;est que l&#8217;économie réelle n&#8217;offre plus de possibilité suffisante d&#8217;investissement. Pour couvrir leur budget, les Etats se sont endettés et de plus en plus de gens ont financé leur consommation, directement ou indirectement, par l&#8217;emprunt. Ainsi, la sphère financière est devenue le secteur sur lequel s&#8217;appuie le marché mondial et le moteur de la croissance capitaliste. La «bonne» économie réelle n&#8217;a donc pas été soumise par la «mauvaise» sphère financière, au contraire, elle ne pouvait plus briller que comme son accessoire. Tant le «miracle économique chinois» que «l&#8217;Allemagne, championne du monde d&#8217;exportation» auraient été impossibles sans l&#8217;existence au niveau mondial de l&#8217;énorme circuit d&#8217;endettement, avec les Etats-Unis comme figure centrale.</p>
<h4>Etat d&#8217;urgence et stagflation</h4>
<p>Aujourd&#8217;hui, ces méthodes pour retarder un effondrement éventuel ont atteint leurs limites. Mais il n&#8217;y a vraiment pas de quoi  pavoiser. Les conséquences seront extrêmement dramatiques. Car l&#8217;interaction entre la crise économique et la dévalorisation, dont le potentiel s&#8217;est accumulé ces dernières trente années, explose aujourd&#8217;hui dans toute sa puissance. Et la politique peut tout au plus influer sur le rythme et aménager le cours de ce processus. Fondamentalement, elle ne peut pas l&#8217;arrêter. Soit les centaines de milliards des «plans de sauvetage» partiront en fumée et la crise se répercutera sur «l&#8217;économie réelle», avec des conséquences catastrophiques, soit ils parviendront à arrêter encore une fois ce «train fou»,  provoquant une augmentation exorbitante de l&#8217;endettement des Etats, avant un nouvel effondrement, encore plus massif. Le retour de la «stagflation» &#8216; inflation galopante combinée à une récession  simultanée &#8216; pointe déjà à l&#8217;horizon, et à un niveau bien plus élevé que dans les années 1970.</p>
<p>Les dernières décennies ont déjà vu une pression massive de réduction des salaires, des conditions de travail toujours plus précarisées, et la privatisation de larges pans du secteur public. La crise actuelle signifie qu&#8217;à un degré encore jamais imaginé, une part toujours croissante de l&#8217;humanité sera désormais considérée tout simplement comme «superflue». Le «nouveau rôle de l&#8217;Etat», mantra tant invoqué, n&#8217;a pas la moindre chance de recréer le «capitalisme providence» des années 1960, avec son plein emploi et sa hausse continue du niveau de vie. Ce qu&#8217;il augure plutôt, c&#8217;est la gestion de politiques d&#8217;exclusion sociale, racistes et nationalistes. Le retour de la «régulation» et du «capitalisme d&#8217;Etat» n&#8217;est concevable que sous la forme d&#8217;une gestion de crise, autoritaire et répressive.</p>
<h4>Le monde est trop riche pour le capitalisme</h4>
<p>La crise financière actuelle marque un tournant dans l&#8217;histoire du «capital fictif»: la crise sous-jacente du capitalisme, qui se dessinait déjà dans les années 1970, atteint un nouveau degré. Ce à quoi nous assistons n&#8217;est pas seulement la crise du «système anglo-saxon», branche particulière du «néolibéralisme», comme il est dit partout en faisant appel à un ressentiment antiaméricain aux connotations antisémites indubitables. Ce qui est aujourd&#8217;hui manifeste, au contraire, c&#8217;est que le monde est depuis longtemps trop riche pour la mesquinerie du mode de production capitaliste; que la société est vouée à se désintégrer, à se barbariser et à s&#8217;enfoncer dans la misère, la violence et l&#8217;irrationalisme, si on ne réussit pas à en venir à bout.</p>
<p>Ce ne sont pas les «spéculateurs» ou les marchés financiers qui sont le problème, mais l&#8217;absurdité totale d&#8217;une société pour laquelle la richesse est seulement le sous-produit d&#8217;une valorisation réussie, réelle ou fictive, du capital. Un retour à un capitalisme apparemment solide, fondé sur la mobilisation des immenses armées du travail, n&#8217;est ni possible ni désirable.</p>
<p>Chaque sacrifice exigé de nous pour perpétuer la dynamique (auto)destructive de ce mode de vie et de production absurde, est une moquerie obscène vis-à-vis de la qualité de vie qui est depuis longtemps possible dans une société débarrassée de la production marchande, de l&#8217;argent et de l&#8217;Etat. Avec la crise actuelle, c&#8217;est la question du système lui-même qui est finalement posée.</p>
<p>Il serait temps d&#8217;y répondre.</p>
<h4>Groupe Krisis   http://www.krisis.org</h4>
<p><a name="sdfootnote1sym" href="#sdfootnote1anc"> 1</a> Jeu de mots: signifie formation accélérée et évolution du crash<br />
<a name="sdfootnote2sym" href="#sdfootnote2anc"> 2</a> La «légende du coup de poignard dans le dos» est une idée répandue en Allemagne dès novembre 1918 et entretenue pendant toute la république de Weimar selon laquelle l&#8217;armée allemande n&#8217;avait pas été vaincue sur le champ de bataille, mais qu&#8217;elle avait été trahie par les milieux de gauche, abattue par un «coup de poignard dans le dos» asséné par la révolution de novembre 1918. Cette légende, qui expliquait la défaite a été largement propagée par les milieux d&#8217;extrême droite &#8216; note tirée de Wikipédia</p>
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