Artikel zum Thema »Antisemitismus und Rassismus« von Franz Schandl
Offener Brief an die junge Welt und ihre Leserschaft
Nachdem die junge Welt es bisher abgelehnt hat, den unten stehenden Leserbrief zu veröffentlichen, wurde beschlossen, ihn andernorts der Öffentlichkeit zugängig zu machen:
Wir sind AutorInnen der jungen Welt. Wir kommen aus unterschiedlichen Spektren der Linken und vertreten in manchen Fragen divergierende Standpunkte. Dennoch haben wir uns entschlossen, diese kurze gemeinsame Intervention zu verfassen.
Ausländerauslese
Zur Institutionalisierung umgekehrter Entwicklungshilfe
Aus: junge Welt vom 10.2.2005
Von Franz Schandl
1933 schrieb der Faschist Oswald Spengler: „Es kommt nicht auf die reine, sondern auf die starke Rasse an, die ein Volk in sich hat.“ Nicht um „richtiges Blut“ gehe es, sondern um „tüchtiges“, so haben „gesunde, zukunftsreiche Geschlechter von jeher gern einen Fremden sich eingegliedert, wenn er von „Rasse“ war, gleichviel zu welcher Rasse er gehörte.“
Kulturclasher
VORSPANN: Der unten stehende Artikel konnte in der jungen Welt leider nicht veröffentlicht werden, da ihn die Redaktion in Person ihres Chefredakteurs Arnold Schölzel aus inhaltlichen Gründen ablehnte. Das sei Main-stream, teilte man mir mit. Tatsache ist freilich, dass ich die vorherrschende Blattlinie der Jungen Welt bezüglich Ahmadi-Nejad nicht teile und diese Differenz auch offen machen wollte.
Meine wöchentliche Kolumne habe ich daher vorläufig eingestellt. Es geht nicht an, dass man meine Kommentare entsprechend einer Blattlinie selektiert werden.
Franz Schandl, am 23. Dezember 2005
Eigentlich aus: junge Welt vom 23.12.2005
Kontinuität und Singularität
Auschwitz als authentisches Produkt der westlichen Zivilisation
erschienen in: Krisis 27
Franz Schandl
Wer vom Nationalsozialismus spricht, sollte dessen historische Bezüge nicht verschweigen. So ähnlich dürfte Enzo Traversos Imperativ gelautet haben, als er daran ging, seine “europäische Genealogie des Nazi-Terrors” zu konzipieren. “Heute gibt es bei zahlreichen Historikern die Tendenz, die Verbrechen des Nationalsozialismus aus der Geschichte der westlichen Welt zu verbannen.” (S. 13) Nun hat der aus der trotzkistischen Tradition kommende Autor ein knapp gehaltenes und flüssig geschriebenes Buch, das nie langweilt, vorgelegt. Einen Band, der auch ohne große Vorkenntnisse gelesen werden kann.
Staat und Schlepper
Scheinbar jenseits des obligaten Rassismus hat sich (nicht nur) in Österreich ein breiter Konsens puncto ordentliche Einwanderungspolitik etabliert.
Franz Schandl
Was jeder Ware erlaubt ist, und dem Geld sowieso, das wird den allermeisten Menschen kategorisch verweigert. Die freie Wahl des Raumes, in dem sie sich bewegen wollen, ist kein Menschenrecht, sondern Bürgerrecht. Und Bürger ist nur der Staatsbürger. Wenn Ausländer in dessen Burg, den Staat wollen, müssen sie auf nationale Gnade hoffen. Es gilt, was Kant einst sagte: “Das Weltbürgerrecht soll auf Bedingungen der allgemeinen Hospitalität eingeschränkt sein.” Weiterlesen »
Euro-Rechte ante portas
Kärnten ist überall!
Von Franz Schandl
Jörg Haider scharrt in den Löchern. Österreich ist ihm zu eng. Er will hinaus. Er will nach Europa. Daher hat er Ende Juli führende Politiker des belgischen Vlaams-Blok und der italienischen Lega Nord zu Sondierungsgesprächen eingeladen, um über mögliche Kooperationen auf EU-Ebene zu reden.
Auf dem Minenfeld
Vier Versuche einer Beschreibung, aber auch einer Entschärfung von Knallkörpern
erschienen in: Streifzüge 1/2002
von Franz Schandl
Gerüchten zufolge soll die Trennung in der alten Streifzüge-Redaktion auch damit zu tun haben, dass es dem neuformierten Kritische Kreis eigentlich darum geht,missliebige Themen auszuklammern, konkret die Frage des Antisemitismus ganz einfach zu entsorgen. Dass dem nicht so ist, demonstriert auch diese Nummer. Wogegen wir uns allerdings entschieden wenden, ist, hier einen klassischen Hauptwiderspruch zu konstruieren und diesen in monomanischem Suchtverhalten abzuhandeln.
Olympische Winterspiele
INSZENIERUNG VON SONDERWOHLSTANDSZONEN
Um vieles deutlicher als die Sommerspiele präsentiert sich die Winterolympiade als Heerschau okzidentaler Überlegenheit.
(ungekürzte Fassung, eine Kurzfassung erschien im Freitag, 22. Februar 2002)
Von Franz Schandl
Die Olympischen Winterspiele sind nicht nur die weißen Spiele, sondern auch die Spiele der Weißen. Global betrachtet handelt es sich um Reichtums-Vorführungen der Sonderwohlstandszonen des Nordens. Technisches Material, öffentliche und private Ressourcen sind von geradezu ausschlaggebender Bedeutung.
Staat und Schlepper
Scheinbar jenseits des obligaten Rassismus hat sich in Österreich, aber nicht nur hier, ein breiter Konsens in puncto ordentliche Einwanderungspolitik etabliert
aus: junge Welt, 6. November 2001
Franz Schandl
Was jeder Ware erlaubt ist und dem Geld sowieso, das wird den allermeisten Menschen kategorisch verweigert. Die freie Wahl des Raumes, in dem sie sich bewegen wollen, ist kein Menschenrecht, sondern Bürgerrecht. Und Bürger ist nur der Staatsbürger. Wenn Ausländer in dessen Burg, den Staat wollen, müssen sie auf nationale Gnade hoffen. Es gilt, was Kant einst sagte: »Das Weltbürgerrecht soll auf Bedingungen der allgemeinen Hospitalität eingeschränkt sein.«
Jagt die Spekulanten! Schlagt sie tot!
Redundantes über die aktuellen Entgleisungen einer Sorte Antikapitalismus
von Franz Schandl
Helmut Schmidt war es, der diesen Beitrag veranlaßte. Der Leitartikel des ehemaligen deutschen Kanzlers in der Zeit vom 3. September mit dem Titel “Der globale Irrsinn”(1) erscheint uns nämlich als äußerst symptomatisch für die sich abzeichnende Pseudokritik eines sich in der Mitte etablierenden Antikapitalismus.



