Artikel zum Thema »Antisemitismus und Rassismus« von Norbert Trenkle
Entsorgung nach Art des Hauses
Zur Verharmlosung antisemitischer Tendenzen durch den wissenschaftlichen Beirat von Attac-Deutschland
Jan 2005
Von Norbert Trenkle
Es hat lange gedauert, bis Attac Deutschland die Kritik an antisemitischen Tendenzen in den eigenen Reihen ernst genommen hat. Nach diversen Interventionen von innen wie von außen kam nun endlich eine Debatte darüber in Gang, die auch bitter notwendig war. Denn es ist zwar Denunziation der übelsten Sorte, Attac insgesamt des Antisemitismus zu bezichtigen oder gar von der globalisierungskritischen Bewegung als einer „antisemitischen Internationale“ zu sprechen wie im Umfeld des „antideutschen“ Sektenwesens, doch lässt sich auch nicht leugnen, dass innerhalb von Attac Positionen vertreten werden, die als antisemitisch bezeichnet werden müssen oder die mindestens eine unheimliche Nähe zum Antisemitismus aufweisen. Das gilt vor allem für die „antiimperialistischen“ und „antizionistischen“ Strömungen, wie sie konzentriert in der berüchtigten AG Globalisierung und Krieg vertreten sind, die u.a. zum Boykott israelischer Warenimporte aufrief, den palästinensischen Terror als legitimen Widerstand gegen ein angeblich faschistisches Regime feiert und mit Islamisten paktiert. Weit darüber hinaus gibt es aber auch eine breite Grauzone von Positionen und Argumentationsmustern, die ihrer ideologischen Struktur nach mit dem antisemitischen Wahn kompatibel sind und die daher auch jederzeit in eben diesen umkippen können.
Der demokratische Mauerbau
| Einleitung | ![]() |
| Der demokratische Mauerbau – Norbert Trenkle | |
| Die Demokratie frißt ihre Kinder – Robert Kurz | |
| Dämokratisches Erwachen – Ernst Lohoff | |
| Volk im Stimmbruch – Gaston Valdivia |
Elendsmigration und westlicher Abgrenzungswahn
Norbert Trenkle
1.
Das Szenario hätte gespenstischer nicht sein können. Während der ehemalige Chef des ostdeutschen Kasernensozialismus in Berlin wegen des Schießbefehls an der deutsch-deutschen Grenze vor Gericht stand, während die ersten “Mauerschützenprozesse” über die Bühne gingen und die demokratischen Politiker die Gelegenheit weidlich dazu nutzten, um die Vorzüge der westlichen “Zivilgesellschaft” gegenüber dem besiegten “Totalitarismus” hervorzuheben, just zu dem Zeitpunkt beschlossen genau diese Politiker, die Mauer wieder aufzubauen – diesmal etwas weiter ostwärts. Natürlich wurde offiziell das häßliche Wort vom Mauerbau vermieden. Orwellsche Sprachverwirrung war gerade in diesem Fall angesagt, denn noch hat sich die öffentlichen Meinung nicht ganz daran gewöhnt, daß es nun keinen nützlichen Idioten im Osten mehr gibt, der die Dreckarbeit erledigt, dem Westen die überflüssigen Esser vom Leibe zu halten, und dafür auch noch den Vorwurf der Unmenschlichkeit einstecken darf. Erst am Grab des langjährigen und haßgeliebten sozialistischen Partners ahnt die westliche Marktwirtschaftsdemokratie, welches Glück ihr da genommen wurde. Doch jetzt ist es zu spät, der Tote kann nicht mehr zum Leben erweckt werden(1).




