30.12.2003
Anmerkungen zu Giorgio Agambens „Homo sacer“
Karl-Heinz Wedel
Zur Situation eines Staatenlosen:
„Im Grunde … war ich ja schon lange tot. Ich war nicht geboren … konnte nie im Leben einen Pass bekommen, und jeder konnte mit mir machen, was er wollte, denn ich war ja niemand, war offiziell überhaupt nicht auf der Welt, konnte infolgedessen auch nicht vermisst werden. Wenn mich jemand erschlug, so war kein Mord verübt worden. Denn ich fehlte nirgends. Ein Toter kann geschändet, beraubt werden, aber nicht ermordet.“
B. Traven
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31.12.2001
Nach den Anschlägen in den USA bot sich ein ungewohntes Bild
Streifzüge 3/2001
von Karl-Heinz Wedel
Die einzig verbliebene und hochgerüstete Weltmacht war schutzlos, der Inbegriff von politischer Macht und militärischer Stärke nun plötzlich machtlos, das Symbol wirtschaftlicher Potenz, das World-Trade-Center, nur noch ein rauchender Schrotthaufen. Das bis dahin konkurrenzlose und vor Kraft strotzende Zentrum der westlichen Welt in einer Lage, wie sie schlimmer für ein staatliches Subjekt nicht sein kann: Die Fähigkeit zum Handeln hatte es verloren. Die Freiheit der Tat hatten in dieser Lage andere. Und woraus diese Freiheit bestand hat die ganze Welt in Echtzeit erfahren. “Das einzige Werk und Tat der allgemeinen Freiheit ist … der Tod” (Hegel, 1986, S.436).
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