Il y a le feu chez les pompiers!
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Version française
Ernst Lohoff
Dermaßen rasant sind die Aktienkurse seit der Pleite des Bankhauses Lehman Brothers im Herbst 2008 nicht mehr gepurzelt. Welt Online zufolge haben sich in der vergangen Woche weltweit Vermögenswerte von fünf Billionen Dollar in Luft aufgelöst. Nach der Herabstufung der Bonität von US-Staatsanleihen durch die Rating Agentur Standard & Poor’s dürfte es an den Finanzmärkten noch weiter bergab gehen. Weiterlesen »
Ernst Lohoff
1.
Keine Frage, in diesen Tage fiebert man mit denen mit, die in den Städten des Irans auf die Straße gehen und den Schlägertrupps Khameneis und Ahmadinedschads die Stirn bieten. Die Formierung einer breiten Protestbewegung angesichts der Wahlmanipulationen nach Jahren der politischen Apathie und des Rückzugs ins Private war ein Hoffnungszeichen. Wird der Protest niedergeschlagen, dann geht auch davon weit über das Land hinaus eine Signalwirkung aus. Weiterlesen »
Ernst Lohoff
Auch wenn die Öffentlichkeit der immer neuen Hiobsbotschaften längst müde ist und von Milliardenlöchern und Auftragseinbrüchen nichts mehr hören will, geht das Stakkato der Katastrophenmeldungen unablässig weiter. Nicht nur, dass der vom letztjährigen Finanzmarktcrash ausgelöste Absturz der Realwirtschaft sich noch in seiner Anfangsphase befindet; auch das Ausmaß der großen Geldvernichtung in den „Finanzindustrien“ wird überhaupt erst nach und nach sichtbar und ist bis jetzt zum großen Teil bilanztechnisch kaschiert geblieben. Weiterlesen »
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Ernst Lohoff
Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat dieser Tage das Wort „Finanzkrise“ zum Wort des Jahres 2008 gekürt – kein Wunder angesichts der Turbulenzen auf den transnationalen Geldkapitalmärkten. Mit dieser Wahl blieb sie allerdings schon wieder hinter der aktuellen Entwicklung zurück: die vom Platzen der Immobilien-Blase ausgelöste Krise tobt längst nicht mehr nur auf den Finanzmärkten, sondern hat mittlerweile längst die so genannte Realwirtschaft erreicht. Weiterlesen »
Ernst Lohoff
Die schlechten Nachrichten häufen sich. Kaum hat Ifo-Chef Werner Sinn darauf reagiert, dass die deutsche Wirtschaftsleistung im laufenden Quartal um 3,5 Prozent abgestürzt ist, und die Wachstumsprognose seines Instituts für das Jahr 2009 auf minus 2,2 Prozent nach unten korrigiert, sind schon die nächsten Berichtigungen fällig. Weiterlesen »
Ernst Lohoff
In den letzten Jahrzehnten galt Marx als toter Hund. Angesichts der Erschütterungen auf den Weltfinanzmärkten, die sich gerade zu einer veritablen Weltwirtschaftskrise ausweiten, ist sein Name plötzlich wieder in aller Munde. Diese Konjunktur ist freilich nicht mit der ernsthaften Wiederentdeckung seiner Kritik der Politischen Ökonomie zu verwechseln. Weiterlesen »
von Ernst Lohoff
Panik herrscht in Wirtschaft und Politik. Das Platzen der amerikanischen Immobilienblase hat eine Kettenreaktion ausgelöst. Eine Mega-Bankenpleite jagt die nächste. Weltweit befinden sich die Börsen im freien Fall und auch die Weltkonjunktur schmiert ab. Weiterlesen »
Streifzüge 42/2008
Ernst Lohoff
2007 jagte der Dax noch von einem Allzeithoch zum nächsten. Inzwischen haben die Auswirkungen der US-Immobilienkrise die Frankfurter Börse erreicht. Der Dax verzeichnete den höchsten Tagesverlust seit der Asien-Krise von 1998. Die Turbulenzen waren absehbar, und die Reaktionen sind es auch. Bundesminister Michael Glos (CSU) übt sich im Gesundbeten. Die Auswirkungen der US-Hypothekenkrise auf die deutschen Banken seien gering, und Deutschland befinde sich insgesamt auf einem guten Weg. Die Weltgeldemittentin, die US-Notenbank, tut, was sie immer tut, wenn sich massenhaft fiktives Kapital in Rauch auflöst und Bankrotte anstehen: Sie versorgt die Junkie-Finanzmärkte mit neuem Stoff, indem sie durch das Senken der Leitzinsen zusätzliche “Liquidität schöpft”. So beruhigt sich die Lage erst einmal.
Jungle World 5/08, 31.1.2008
Ernst Lohoff
Im Jahr 2007 jagte der Dax noch von einem Allzeithoch zum nächsten. Inzwischen haben die Auswirkungen der US-Immobilienkrise die Frankfurter Börse erreicht. Die Verluste, die der hiesige Bankensektor zu verzeichnen hat, ließen angesichts einer im Erlahmen begriffenen Weltkonjunktur die Aktienkurse fallen. Allein am 21. Januar gab der Dax um 7,1 Punkte nach – das war der größte Verlust eines Tages seit der Asien-Krise von 1998.
von Ernst Lohoff
„Jobwunder – 832.000 Arbeitslose weniger“, mit dieser Schlagzeile wartete Bild am ersten Werktag nach dem Tag der Arbeit auf. Und auch der Rest der Standortgemeinschaft zeigt sich derzeit ausgesprochen aufgeräumt und in Sektlaune. Die Konjunktur brummt, die Steuereinnahmen sprudeln, die Beschäftigung wächst. Mit 2,5 Prozent soll das Wirtschaftswachstum in Deutschland dieses und nächstes Jahr demographiebereinigt „amerikanische Dimensionen“ (Der Spiegel 17/2007) erreichen. Nach offiziellen Schätzungen spült das „Wirtschaftswunder 2.0“ (Der Spiegel 17/2007) bis 2011 fast 200 Mrd. Euro zusätzlich in die öffentlichen Kassen. Minister Glos verkündet gleichzeitig, dass es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie so viele Beschäftigungsverhältnisse gab wie heute.
erschienen in: Jungle World, 19/2004
Ernst Lohoff
Das Bundesfinanzministerium redet der Nation ins Gewissen. »Schwarzarbeit kostet Milliarden, ein Minijob oft nur ein paar Euro«, mahnt derzeit eine streng dreinblickende Lehrerin namens Marlene H. im Auftrag des Fiskus von den Plakatwänden in Deutschland. Aber auch die IG Bau und die Handwerkskammern blasen zur moralischen und fahndungstechnischen Offensive gegen »illegale Beschäftigung«. Das Bündnis für Arbeit gehört längst der Vergangenheit an, das Bündnis gegen Schwarzarbeit dagegen steht wie eine Eins.
Streifzüge 31/04
Ernst Lohoff
1.
Seit den Tagen des Ersten Weltkriegs bis tief in die 70er Jahre hinein galt es als ausgemacht: Zukunft hat nur eine durch Staatseingriffe modifizierte und sozial eingehegte Marktwirtschaft. Insbesondere zur Zeit des Nachkriegsbooms teilten alle tonangebenden gesellschaftlichen und politischen Kräfte in den Weltmarktzentren diese Perspektive. In den 60er Jahren firmierte dieses Programm hierzulande unter dem Markennamen “Soziale Marktwirtschaft”, in den USA zur gleichen Zeit unter dem Label “Great Society”. Da wie dort stand außer Frage, dass der Staat als Gegengewicht zum freien Spiel der Marktkräfte aufzutreten hat. Insbesondere der Sozialstaat wurde als Synonym von Modernität gefeiert und “Reformpolitik” bezeichnete an beiden Ufern des Atlantiks nichts anderes als dessen energischen Ausbau.
Dieser Artikel ist ein Diskussionsbeitrag zum Thema Freie Software. Er bezieht sich auch auf die drei Arbeiten, die in den “Streifzügen” bereits dazu erschienen sind: Christian Fuchs, Die IdiotInnen des Kapitals. “Freie” Softwareproduktion – Antizipation des Postkapitalismus? in 1/2001; Stefan Meretz, Produktivkraftentwicklung und Aufhebung, in 2/2001; Sabine Nuss / Michael Heinrich: Freie Software und Kapitalismus, in 1/2002.
von Ernst Lohoff
Der Siegeszug des Computers hat den vielen Spaltungen der Weltgesellschaft eine neue Dreiteilung hinzugefügt. Milliarden Menschen, insbesondere in der Dritten Welt, bleiben von den Segnungen des Internetzeitalters völlig ausgeschlossen; für einige hundert Millionen Nutzer ist der Rechner integraler Bestandteil des Alltags geworden. Sie hantieren in Beruf und Freizeit permanent mit diesem Gerät, ohne dass sie deswegen mit mehr vertraut wären als mit der für sie unmittelbar relevanten Anwenderoberfläche. Für eine kleine, bezeichnenderweise so gut wie rein männliche Informationselite schließlich sind die virtuellen Informationswelten zu einer Art Lebenswelt geworden.
aus: Jungle World 09/2002
Ernst Lohoff
Kein Politiker, kein Wirtschaftswissenschaftler, der in seinen Sonntagsreden nicht regelmäßig und pflichtschuldig die Globalisierung und das Ende der Nationalökonomien predigte. Unter der Woche behandeln dieselben Gestalten seltsamerweise die eben auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgten nationalen Wirtschaftsräume aber nach wie vor als entscheidenden ökonomischen Bezugsrahmen. Selbst in dem mittlerweile mit einer einheitlichen Währung ausgestatteten Euro-Raum gilt der Platz, den das eigene Land im Ranking der Teilnehmerstaaten einnimmt, als das zentrale Kriterium, an dem die Qualität der Wirtschaftspolitik der jeweiligen Regierungen abzulesen sein soll. Noch nie tobte der nationale Standortwettbewerb so heftig wie im postnationalen Zeitalter.
Ernst Lohoff
Die Börse ist nicht frei von Ironie. So nennt man es eine Gewinnwarnung, wenn Verluste ins Haus stehen. Momentan jagt eine Gewinnwarnung die andere.
“Die kapitalistische Produktion strebt beständig, die ihr immanenten Schranken zu überwinden, aber sie überwindet sie nur durch Mittel, die ihr diese Schranken aufs neue und auf gewaltigerem Maßstab entgegenstellen. Die wahre Schranke der kapitalistischen Produktion ist das Kapital selbst.” — MEW 25, S. 260
Ernst Lohoff
Es knirscht vernehmlich im Gebälk. Weiterlesen »
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Der homo teutonicus unterhält bekanntlich zu seiner Landeswährung eine ganz besondere Beziehung. Während die Bewohner der Nachbarstaaten, wenn sie den Geldbeutel zücken, darin lediglich das landesübliche Zahlungsmittel entdecken, findet der Bundesdeutsche in seiner Brieftasche noch etwas ganz anderes vor. Er kann mit “seinem” Geld nicht nur Waren erwerben und Rechnungen begleichen, mit jedem Markstück hält der stolze Besitzer gleichzeitig eine kleine Ikone der hiesigen Nationalreligion in Händen. Frankreich, Großbritannien oder Italien haben den Franc, die Lira und das Pfund, die Bundesrepublik ist die D-Mark.
Ernst Lohoff
Wer zu Beginn der achtziger Jahre auf die Idee verfallen wäre, sich nach den Perspektiven des Nationalstaats und der nationalistischen Ideologie zu erkundigen, hätte für gewöhnlich sicherlich eine recht eindeutige Antwort bekommen: Bei der Nation, so die vorherrschende Meinung damals, handelt es sich um ein Auslaufmodell. Man nahm an, daß mit der zunehmenden transnationalen wirtschaftlichen Verflechtung und der damit einhergehenden Verallgemeinerung der westlichen Massenkultur die Bedeutung politischer Grenzen und nationaler Identitäten immer mehr verblassen würde und stattdessen supranationale Zusammenschlüsse die nationalstaatlichen Funktionen zusehends übernehmen. Diesem Grundverständnis folgte auch die offizielle Nationalismusforschung. Ihr galten Nation und Nationalismus vornehmlich als historische Probleme. Die Zeitgeschichtler datierten das Ende des »Zeitalters des Nationalismus« einhellig auf das Jahr 1945. Von dieser Zuordnung blieben nur die Länder der 3. Welt partiell ausgenommen. Nach dieser Einschätzung würde der Nationalismus beim Prozeß »nachholender Modernisierung« als Integrationsideologie noch eine gewisse Rolle spielen; auf dem europäischen Kontinent hingegen, wo einst die Wiege der Nation gestanden hatte, und in allen anderen industriell entwikkelten Gebieten habe der nationale Gedanke seine Zukunft schon hinter sich.
Ernst Lohoff
Die Warengesellschaft hat auf ihrem Siegeszug die Vorherrschaft traditioneller, religiös unterfütterter Welterklärungen nur zerstört, um neue, säkularisierte Formen von Religion hervorzutreiben. Während der Durchsetzungsphase des modernen Kapitalismus übernahm vor allem der Glaube an die Politik die Funktion des verblassenden Gottesglaubens. Mit der Französischen Revolution und verstärkt seit dem Aufkommen der Arbeiterbewegung schien das Geschick der Menschen der Hand des Allmächtigen nur zu entgleiten, um einem neuen, kaum weniger mächtigen Demiurgen in die Hände zu fallen. So erbittert in unserem Jahrhundert Faschisten, Kommunisten und Demokraten auch miteinander gerungen haben, was das zugrundeliegenden Credo angeht, waren sich die verfeindeten Protagonisten immer einig: Wer die staatliche Maschinerie kontrolliert, kann im Guten wie im Bösen die Gesellschaft seinem freien Willen gemäß formen ).
Eine Studie von Ernst Lohoff und Norbert Trenkle im Auftrag der PDS-Bundestagsgruppe November 1996
Ernst Lohoff
Auf den Währungsmärkten herrscht im Frühjahr 1995 Unruhe. Der Dollar macht Schlagzeilen. Im Gefolge der Mexikokrise ist auch die amerikanische Währung ins Trudeln geraten. Auf den internationalen Währungsmärkten setzt eine Massenflucht vom Greenback in den Yen und in die Deutsche Mark ein. Der Dollarkurs bricht ein. Hierzulande wird diese Entwicklung vorzugsweise aus der Krähwinkelperspektive wahrgenommen.
Ernst Lohoff
Ein Begriff macht Karriere: der Begriff der Krise. Der inflationäre Gebrauch dieses Terminus, der sich in den letzten Jahren breit gemacht hat, ist nicht nur ein ideologisches Phänomen. Der Sprachgebrauch, so bunt-obskure Blüten er auch treiben mag, verweist auf eine dahinterstehende reale Veränderung.
Ernst Lohoff
Marx hat in seinen Schriften zur Kritik der politischen Ökonomie, insbesondere im “Kapital”, die zentrale Bedeutung des “Gesetzes des tendenziellen Falls der Profitrate” herausgestellt. Die marxistische Krisendebatte kreiste daher wesentlich mit um diesen Punkt. Trotz des hervorgehobenen Stellenwerts dieses Problems blieb dabei aber die theoretische Beschäftigung der Marxepigonen mit der Entwicklungsrichtung der Profitrate merkwürdig blass und abstrakt.
[Vorbemerkung: Die Seitentrennung bezieht sich auf die Original-Ausgabe]
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Ernst Lohoff