06.01.2012

Wie der Kapitalismus an seiner eigenen Produktivität erstickt
Norbert Trenkle
Die Entfesselung der Finanzmärkte wird als der schlechthinnige Sündenfall gebrandmarkt, der die aktuelle Krise ausgelöst haben soll. Wurde in der Diskussion über die „Krise der Arbeitsgesellschaft“ in den 1970er und 1980er Jahren noch der durchschlagende Effekt der Produktivkraftentwicklung thematisiert und darüber nachgedacht, wie die neuen Reichtumspotentiale vor allem durch Arbeitszeitverkürzung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Gesellschaft genutzt werden könnten, so verschob sich seit den 1990er Jahren der Fokus immer mehr hin zu einer verkürzten „Kapitalismuskritik“, die sich darauf fixierte, das Problem sei das „Überwuchern“ der Finanzmärkte.
Keinesfalls jedoch ist die „übertriebene“ Spekulation die Ursache für die ökonomischen und sozialen Verwerfungen der letzten Jahrzehnte, und sie trägt auch nicht die Schuld an dem aktuellen Krisenschub, der immer bedrohlichere Dimensionen annimmt. Weiterlesen »
03.01.2012
Was Sie schon immer über die Krise wissen wollten, aber nie zu fragen wagten. Die etwas anderen FAQ zur kapitalistischen Dauerkrise
Tomasz Konicz
Haben Sie sich in der Dauerkrise schon häuslich eingerichtet? Können Sie noch den Überblick behalten, bei all den über uns zusammenbrechenden Schuldenbergen? Für alle, die endlich im Krisendickicht durchblicken wollen, hier nun ein ganz besonderer Service: Werden Sie in wenigen Minuten zum Krisenexperten und Bescheidwisser, mit den großen FAQ zur Krise – diesmal mit verbesserter Kapitalismuskritikformel! In wenigen Antworten auf selbst erfundene Fragen werden die Krisenursachen benannt und die häufigsten Krisenmythen entlarvt. Der Clou dabei: Am Ende einer jeden Antwort finden sich Links zu Texten, die weitergehende Infos und Hintergründe zu den entsprechenden Themenkomplexen bieten. Soviel Krise war noch nie – jetzt neu mit krisenbedingter Zufriedenheitsgarantie! Weiterlesen »
19.12.2011
11.09.2011
Des causes sous-jacentes de la crise financière
English version – Versión española – Deutsche Version
Norbert Trenkle (Mai 2008) Weiterlesen »
10.08.2011
Version française

Ernst Lohoff
Dermaßen rasant sind die Aktienkurse seit der Pleite des Bankhauses Lehman Brothers im Herbst 2008 nicht mehr gepurzelt. Welt Online zufolge haben sich in der vergangen Woche weltweit Vermögenswerte von fünf Billionen Dollar in Luft aufgelöst. Nach der Herabstufung der Bonität von US-Staatsanleihen durch die Rating Agentur Standard & Poor’s dürfte es an den Finanzmärkten noch weiter bergab gehen. Weiterlesen »
05.10.2010
Deutsche Version – Version française
Norbert Trenkle
1. Le cause della presente crisi economica non sono da ricercarsi nella speculazione e nell’indebitamento. Esattamente al contrario, la gigantesca espansione dei mercati finanziari era ed è espressione di una rofonda crisi del lavoro e della valorizzazione capitalistica, la cui origine risale almeno a 30 anni fa. Weiterlesen »
26.06.2010
Solange sich nichts Grundlegendes ändert, geht die Krise weiter.
“Emanzipation Und Frieden”
Das deutsche Staatsoberhaupt macht sich Sorgen um den Kapitalismus. Weiterlesen »
20.06.2010

Sieben Thesen zu einem Seminar bei der Europäischen Kooperative Longo maï von Norbert Trenkle (Juni 2010)
Version française - Versione italiana
1.Die Ursachen der gegenwärtigen Wirtschaftkrise sind nicht in der Spekulation und der Verschuldung zu suchen. Umgekehrt gilt: die gewaltige Aufblähung der Finanzmärkte war und ist Ausdruck einer tiefgreifenden Krise von Arbeit und Kapitalverwertung, deren Ausgangspunkt gut 30 Jahre zurückliegt. Weiterlesen »
20.06.2010
Thèses de Norbert Trenkle
Deutsche Version – Versione italiana
1.
Les causes de la crise économique actuelle ne sont pas à rechercher du côté de la spéculation ni de l’endettement. On peut par contre constater que l’expansion gigantesque des marchés financiers est l’expression d’une crise profonde du travail et de la valorisation du capital dont l’origine remonte à au moins trente ans. Weiterlesen »
07.05.2010
Athens Schuldenkrise ist nicht Ursache, sondern lediglich Auslöser der neuesten Etappe einer seit Jahrzehnten schwelenden Krise
Tomasz Konicz
Die veröffentlichte Meinung in Deutschland hat einen neuen Krisen-Mythos geschaffen. Nun sollen es die faulen und korrupten Griechen sein, die sich durch die Manipulation statistischen Materials in die Eurozone mogelten, die europäische Einheitswährung an den Rand des Zusammenbruchs führten und künftig den hart arbeitenden Deutschen auf der Tasche liegen dürften. Endlich verfügt Deutschland über ein Feindbild, das nahezu alle Gesellschaftsschichten – vom exportfixierten Unternehmer bis zum prekarisierten Niedriglohnempfänger – im nationalistisch gesättigten Hass volksgemeinschaftlich vereint. Weiterlesen »
31.01.2010
Überlebensdroge oder letzte Ölung? Staaten erzeugen Nachfrage auf Pump, um Kapitalismus zu retten. Risiken und Nebenwirkungen werden in Kauf genommen
Versione italiana
Tomasz Konicz
Schlimmer geht’s immer: Laut aktuellen Berichten könnte das griechische Haushaltsdefizit noch höher ausfallen als bislang erwartet. (Allerdings steht Athen damit nicht allein.). Ende vergangenen Jahres mußte die neugewählte Regierung eingestehen, daß die bisherigen Angaben manipuliert waren (sie jW vom Donnerstag). Mit 12,7 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts (BIP) sei der Fehlbetrag doppelt so hoch wie von der abgewählten konservativen Regierung nach Brüssel gemeldet. Die Gesamtverschuldung des Landes liegt inzwischen bei 125 Prozent des Jahres-BIP. Ratingagenturen reagierten auf den Bilanzschwindel mit Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Landes. Am Dienstag erklärte die EU-Kommission, das griechische Haushaltsdefizit könnte noch größer ausfallen »als bisher erwartet«. Das Statistikamt in Athen arbeite »ineffektiv« und sei »anfällig für politische Einmischungen«. Weiterlesen »
01.01.2010
Ernst Lohoff / Norbert Trenkle (Gruppe Krisis)
Die große Entwertung
Warum Spekulation und Staatsverschuldung nicht die Ursache der Krise sind
ISBN: 978-3-89771-495-3 
Ausstattung: br., ca. 250 Seiten
Preis: ca. 16 Euro
Erscheint voraussichtlich April 2012
Im globalen Finanzmarktcrash entladen sich die Widersprüche der kapitalistischen Gesellschaft. Der akute Krisenschub nimmt zwar von den Finanzmärkten seinen Ausgang, die Ursachen liegen aber tiefer. Was Marx anhand der Krisen des 19. Jahrhunderts nachgewiesen hat, gilt erst recht für das Weltwirtschaftsbeben unserer Tage. Nichts ist analytisch so naiv und ideologisch so gemeingefährlich wie die Dolchstoßlegende, eine gesunde Realwirtschaft sei der grenzenlosen Habgier einer Handvoll Banker und Spekulanten zum Opfer gefallen. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Das historisch beispiellose Abheben des Finanzüberbaus in den letzten 35 Jahren war selber schon das Ergebnis und zugleich die provisorische Überwindung einer fundamentalen Krise der kapitalistischen Gesellschaft. Eine Produktionsweise, die auf der Vernutzung lebendiger Arbeitskraft beruht, muss angesichts des ungeheuren Produktivkraftschubs der mikroelektronischen Revolution an ihre strukturellen Grenzen stoßen.
Ernst Lohoff und Norbert Trenkle zeichnen die Geschichte und das Ende des finanzkapitalistischen Krisenaufschubs nach und zeigen, warum die Weltgesellschaft für die armselige kapitalistische Produktionsweise längst zu reich ist und warum sie auseinanderbrechen und in Elend, Gewalt und Irrationalismus versinken muss, wenn sie dies nicht überwindet.
18.12.2009
Una nueva leyenda está haciendo furor sobre el origen de la crisis : “nuestra economía” ha sido víctima de la codicia sin límites de un puñado de banqueros y especuladores. Alimentados por el dinero barato del banco central de EE.UU. y apoyado por decisiones de políticos irresponsables, que han llevado al mundo al borde del abismo, mientras que las victimas han sido los de siempre “ la gente honrada”
Deutsche Version — English version — Version française — Nederlandse versie — Versione italiana — българска версия
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18.11.2009
09.11.2009
Tomasz Konicz
Konjunkturprogramm läßt Chinas Wirtschaft trotz Krise zulegen. Deutliche Zeichen spekulativer Blasenbildung am Finanz- und Immobilienmarkt
China boomt weiter, der Immobilienmarkt bricht alle Rekorde. 56,6 Millionen US-Dollar erzielte die Firma Henderson Land beim Verkauf einer Hochhauswohnung in Hongkong, berichtete die New York Times (NYT) Mitte Oktober. Das Unternehmen sprach von einem Quadratmeterpreis, der in dieser Höhe bislang »nirgendwo sonst« erzielt wurde. Weiterlesen »
09.10.2009
Man nehme: Statistische Tricks, eine fantasievolle Bilanzführung, schuldenfinanzierte Konjunkturprogramme und Billionen zur Generierung einer erneuten Spekulationsblase – und schon ist die Weltwirtschaftskrise scheinbar überwunden
telepolis, 15.09.2009
Tomasz Konicz
Rechtzeitig vor der Bundestagswahl schreiben Deutschlands Meinungsmacher den “Exportweltmeister” aus der Rezession. Weiterlesen »
07.10.2009
Deutsche Version – Versione Italiana
Norbert Trenkle
Parts of the left are attributing the current global economic crisis to political causes. Neoliberalism, so the argument goes, with its total deregulation of markets and particularly the radical increases in freedom accorded to the financial markets, has failed. Now, they claim, we are approaching an era of regulation and control by the state, and our task is to influence the forms it will take. The central demand is for the rolling-back of the influence of finance capital and a strengthening of the real economy, which in turn should itself be reformed both ecologically and socially. Whether or not this will succeed is treated primarily as a question of the balance of social power and of political mobilisation.
However, this analysis overlooks the fundamental character of the global crisis. Weiterlesen »
10.08.2009

(Die nachfolgenden Thesen wurden auf dem Attac Kapitalismus-Kongress im Frühjahr 2009 vorgetragen. Sie sind unlängst in dem Sammelband “Kapitalismus am Ende?” erschienen.)
English Version – Versione italiana
Norbert Trenkle
1.
Die aktuelle Weltwirtschaftskrise wird bei großen Teilen der Linken im Wesentlichen auf politische Ursachen zurückgeführt. Der Neoliberalismus mit seiner totalen Deregulierung des Marktes und insbesondere der Entfesselung der Finanzmärkte sei gescheitert. Nun stehe eine neue Ära staatlicher Regulierung und Steuerung bevor und es komme daher darauf an, Einfluss auf deren Ausgestaltung zu nehmen. Im Mittelpunkt steht dabei die Forderung nach einer Zurückdrängung des Finanzkapitals und einer Stärkung der Realwirtschaft, die ihrerseits ökologisch und sozial reformiert werden soll. Ob dies gelingt oder nicht, wird vor allem als eine Frage der gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse und der politischen Mobilisierung behandelt. Weiterlesen »
08.07.2009

Der Teheraner Frühling und die Krise des warenproduzierenden Weltsystems
Ernst Lohoff
1.
Keine Frage, in diesen Tage fiebert man mit denen mit, die in den Städten des Irans auf die Straße gehen und den Schlägertrupps Khameneis und Ahmadinedschads die Stirn bieten. Die Formierung einer breiten Protestbewegung angesichts der Wahlmanipulationen nach Jahren der politischen Apathie und des Rückzugs ins Private war ein Hoffnungszeichen. Wird der Protest niedergeschlagen, dann geht auch davon weit über das Land hinaus eine Signalwirkung aus. Weiterlesen »
07.07.2009
Insistierende Fragmente über kapitalistische Realhalluzinationen – Hypothesen
Streifzüge 45/2009
Franz Schandl
Wir haben gelernt, zu glauben. Warum sollte es mit dem Kapital anders sein. Es ist sogar zu vermuten, dass viele Keime unserer Imaginationen in der Ökonomie des Alltags stecken. Dass die dort erforderliche Sicht von Tausch und Täuschung alle anderen Phänomene zumindest prägt, wenn nicht dominiert. Fiktiv ist gar vieles. Fiktionen sind nicht Folge des Kapitals, sondern Bestandteil seiner rationalen und rationellen Grundkonstitution. Weiterlesen »
04.06.2009
Julian Bierwirth
Ende 2008 meldete die Hypo Real Estate – kurz HRE – einen Verlust von 5,5 Mrd. Euro. Dadurch sank die Eigenkapitalquote des Unternehmens auf 3,4% und damit unterhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Mindesthöhe von 4%. Die Bank war damit faktisch pleite. Weiterlesen »
30.04.2009
Der DGB veranstaltet einen Kapitalismuskongress und ruft zu einer Großdemonstration auf. Doch auch in der Krise träumen die Gewerkschaften weiterhin vom „Markt für die Menschen“.
jungle world 18/2009
Lothar Galow-Bergemann
In der Marktwirtschaft gilt das eherne Gesetz des Äquivalententausches: Was gibst du mir, was gebe ich dir? Die Waren werden zu einem bestimmten Wert getauscht. Schon Karl Marx hatte seine liebe Not damit, diesen Sachverhalt Leuten klarzumachen, die zutiefst davon überzeugt waren, der Kapitalismus beruhe auf Betrug. Weiterlesen »
13.04.2009
Du bist in der Krise. Dein Problem heißt Marktwirtschaft.
Emanzipation und Frieden
Das Ansehen der Marktwirtschaft als der angeblich besten aller denkbaren Welten ist arg lädiert. Auch in den vermeintlich entwickelten Ländern beschert sie Millionen Menschen Perspektivlosigkeit, Sozialabbau und Arbeitslosigkeit. Die Finanz- und Wirtschaftskrise ist mit anderen Krisen des globalen Kapitalismus verwoben: Energie-, Umwelt-, Klima-, Hungerkrise und staatlicher Zerfall in großen Teilen der Welt. Widerstand gegen die Zumutungen der Weltmarktkrise ist dringend notwendig. Aber man sollte auch ihre Ursachen verstehen. Weiterlesen »
06.04.2009
Warum Dienstleistungen als tragender Wirtschaftszweig nicht in Frage kommen
Streifzüge 45/2009
Peter Samol
Die Krise ist noch gar nicht richtig eingetreten, da wird bereits bekundet, ihr Ende sei in Sicht. Weiterlesen »
30.03.2009
Vortrag von Norbert Trenkle am 19. November 2008 in Göttingen
Download Vortrag (66 min., 17 MB) – Download Diskussion (48 min., 12 MB)
24.03.2009

Deutsche Version – Versión española
On the underlying causes of the current financial crisis.
Norbert Trenkle (May 2008) Weiterlesen »
23.02.2009
Neues System gesucht: Über die merkwürdige Ruhe im Land und eine Zukunft im Zeichen des Mangels
Julian Bierwirth
Die mediale Berichterstattung über die Krise ist voller “Noch-nie”s. Weiterlesen »
05.02.2009
Julian Bierwirth
Immer wieder taucht die Frage auf, was denn damit gemeint sei, wenn von Krise die Rede ist. Was genau gerät da eigentlich in die Krise? Und welchen Charakter hat diese Krise? Wie verhält sie sich zu Branchenkrisen und konjunkturellen Krisen? Lässt sie sich mit der Theorie der Langen Wellen von Kondratjew erklären oder als Krise der Hegemonie herrschender Akteure, also der Vorherrschaft bislang dominanter Institutionen, deuten? Sollten wir es gar mit einer System- oder darüber hinaus mit einer Menschheitskrise zu tun haben? Weiterlesen »
05.02.2009
28.01.2009
Donnerstag, 5.Febr.2009, 20.00 Uhr
Bürgerwache Siegfriedplatz, Rolandstr. 16, Bielefeld
Vortrag und Diskussion mit Norbert Trenkle
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22.01.2009

Ernst Lohoff
Auch wenn die Öffentlichkeit der immer neuen Hiobsbotschaften längst müde ist und von Milliardenlöchern und Auftragseinbrüchen nichts mehr hören will, geht das Stakkato der Katastrophenmeldungen unablässig weiter. Nicht nur, dass der vom letztjährigen Finanzmarktcrash ausgelöste Absturz der Realwirtschaft sich noch in seiner Anfangsphase befindet; auch das Ausmaß der großen Geldvernichtung in den „Finanzindustrien“ wird überhaupt erst nach und nach sichtbar und ist bis jetzt zum großen Teil bilanztechnisch kaschiert geblieben. Weiterlesen »
22.01.2009
Sociedade da mercadoria e resistência na era da desregulamentação e desestatização
Ernst Lohoff Weiterlesen »
18.01.2009

Sobre las causas subyacentes a la crisis actual de los mercados financieros
Mayo 2008
Norbert Trenkle
La crisis de los mercados financieros internacionales ya está transformándose en una crisis del mercado mundial y la mayoría de economistas y comentaristas la adjudican a la especulación desenfrenada que, especialmente se desencadenó en los EE.UU. Weiterlesen »
26.12.2008
Streifzüge 44/2008
Andreas Exner und Christian Lauk
Bis zur Jahreshälfte 2008 stiegen die Preise für Energie, Rohstoffe und Lebensmittel drastisch. Inzwischen geht die Teuerung zwar zurück, doch werden sich die Ressourcen auch in einer Rezession weiter verknappen. Weiterlesen »
24.12.2008

Ernst Lohoff
Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat dieser Tage das Wort „Finanzkrise“ zum Wort des Jahres 2008 gekürt – kein Wunder angesichts der Turbulenzen auf den transnationalen Geldkapitalmärkten. Mit dieser Wahl blieb sie allerdings schon wieder hinter der aktuellen Entwicklung zurück: die vom Platzen der Immobilien-Blase ausgelöste Krise tobt längst nicht mehr nur auf den Finanzmärkten, sondern hat mittlerweile längst die so genannte Realwirtschaft erreicht. Weiterlesen »
18.12.2008
Deutsche Fassung — English version — Version française — Versión española — Versione italiana — българска версия
Waarom het knappen van de financiele bellen niet komt door de “graaizucht van de bankiers” en van een terugkeer naar het “Rijnlandse kapitalisme” geen sprake zal zijn
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18.12.2008
Deutsche Fassung — English version — Version française — Versión española — Nederlandse versie — Versione italiana
Защо спукването на финансовия балон не е грешка на “алчните банкери” и защо не може да има връщане назад към социално благоденстващия капитализъм
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17.12.2008

Ernst Lohoff
Die schlechten Nachrichten häufen sich. Kaum hat Ifo-Chef Werner Sinn darauf reagiert, dass die deutsche Wirtschaftsleistung im laufenden Quartal um 3,5 Prozent abgestürzt ist, und die Wachstumsprognose seines Instituts für das Jahr 2009 auf minus 2,2 Prozent nach unten korrigiert, sind schon die nächsten Berichtigungen fällig. Weiterlesen »
16.12.2008
Deutsche Fassung — English version — Version française — Versión española — Nederlandse versie — българска версия
Perché lo scoppio della bolla finanziaria non è da imputarsi all’avidità dei banchieri e non è possibile alcun ritorno al “capitalismo del welfare”
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09.12.2008

Ernst Lohoff
In den letzten Jahrzehnten galt Marx als toter Hund. Angesichts der Erschütterungen auf den Weltfinanzmärkten, die sich gerade zu einer veritablen Weltwirtschaftskrise ausweiten, ist sein Name plötzlich wieder in aller Munde. Diese Konjunktur ist freilich nicht mit der ernsthaften Wiederentdeckung seiner Kritik der Politischen Ökonomie zu verwechseln. Weiterlesen »
03.12.2008
Ressentiments und Blütenträume regressiver Kapitalismuskritik – zu einigen Defiziten der Debatte über die gegenwärtige Finanzkrise
konkret 12/2008
Lothar Galow-Bergemann
Als der Erzbischof von München und Freising – der Mann heißt tatsächlich Marx – kürzlich all jene zur “Umkehr“ aufrief, “die meinten, ohne Arbeit schnell reich werden zu können“ (Spiegel online, 25.10.), hat er vermutlich nicht an das Volk der Lottospieler gedacht. Ausdrücklich ermahnte er „die gescheiterten Banker“ zur Buße, Weiterlesen »
27.11.2008
In den USA fährt die Autoindustrie vor die Wand. Gleichzeitig schmiert die Weltwirtschaft weiter ab.
Peter Samol
Kreditklemme war gestern. Jetzt schlagen die Absatzausfälle weltweit voll zu Buche und lassen die so genannte „Finanzkrise“ als das in Erscheinung treten, was sie von Anfang an war: eine fundamentale Wirtschaftskrise. Weiterlesen »
16.11.2008
Das »Konjunkturpaket« der Bundesregierung wird die Krise nicht einmal spürbar aufhalten können.
Jungle World Nr. 46, 13. November 2008
Peter Samol
In aller Welt brechen den Unternehmen die Aufträge in Rekordgeschwindigkeit weg. Nach den USA und Europa geht es jetzt auch mit Asien, Australien und Lateinamerika wirtschaftlich bergab. Dabei handelt es sich keineswegs nur um ein Debakel innerhalb der Finanzwelt. Spätestens mit dem Zusammenbruch der weltweiten Nachfrage wird deutlich, dass die Probleme schon immer in der so genannten Realwirtschaft lagen. Weiterlesen »
14.11.2008

Download: Flugblatt Crashkurs (PDF) 10.11.2008
English version — Version française — Versión española — Nederlandse versie — Versione italiana — българска версия
Warum am Platzen der Finanzblase nicht die “Gier der Banker” Schuld ist und es keine Rückkehr zum “Rheinischen Kapitalismus” geben kann
Eine neue Dolchstoßlegende macht die Runde: „unsere Wirtschaft“ soll der grenzenlosen Habgier einer Handvoll Banker und Spekulanten zum Opfer gefallen sein. Gefüttert durch das billige Geld der US-Zentralbank und unterstützt durch unverantwortliche Politiker hätten sie die Welt an den Rand des Abgrunds geführt, während „die Ehrlichen mal wieder die Dummen“ seien.
Nichts ist sachlich so falsch und ideologisch so gemeingefährlich wie diese auf allen Kanälen der öffentlichen Meinung verbreitete Vorstellung. Weiterlesen »
14.11.2008
Deutsche Version — Version française — Versión española — Nederlandse versie — Versione italiana — българска версия
Why the collapsing of the financial bubble is not the fault of “greedy bankers” and why there can be no going back to a social welfare capitalism
A new version of the “stab in the back” legend of the 1920s and ‘30s is making the rounds: “our” economy has supposedly fallen victim to the limitless greed of a handful of bankers and speculators. Gorged on the cheap money of the U.S. Federal Reserve and backed up by irresponsible politicians, these greedy bankers have–so the legend goes–brought the world to the edge of the abyss, while honest people are made to play the fools.
Nothing could be more contrary to fact Weiterlesen »
07.11.2008
Andreas Exner
Zwischen 2007 und 2008 wurden Nahrungsmittel global gesehen um 52 Prozent teurer. Laut FAO vergrößerten 2007 deshalb 75 Millionen Menschen das Heer der Hungernden. Weltweit sind damit schätzungsweise 923 Millionen Menschen mangelhaft ernährt. Weiterlesen »
31.10.2008

von Ernst Lohoff
Panik herrscht in Wirtschaft und Politik. Das Platzen der amerikanischen Immobilienblase hat eine Kettenreaktion ausgelöst. Eine Mega-Bankenpleite jagt die nächste. Weltweit befinden sich die Börsen im freien Fall und auch die Weltkonjunktur schmiert ab. Weiterlesen »
24.10.2008
Wie wir am Wachstum scheitern
Von Andreas Exner, Christian Lauk und Konstantin Kulterer
220 Seiten EUR: 19,95 CHF: 34,80
Bestellen auf Amazon
Das Buch „Die Grenzen des Kapitalismus – wie wir am Wachstum scheitern“ ist ein Projekt des Social Innovation Network (Sinet) und das Ergebnis mehrjähriger, intensiver Diskussionen im Kreis um Andreas Exner, Christian Lauk, Konstantin Kulterer, Ernst Schriefl aus Wien und Klagenfurt. Wir möchten zeigen, dass der in das kapitalistische System eingebaute, positive Rückkopplungsmechanismus namens Wirtschaftswachstum mit einem kontinuierlich steigenden Verbrauch von Energie und Rohmaterialien verbunden ist. Und dass dieser steigende Verbrauch – und somit auch das Wirtschaftswachstum – früher oder später an seine natürlichen Grenzen stoßen wird.
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23.10.2008
Oder: Emanzipation unter Bedingungen, die sich die Linke nicht gewünscht hat
englische Version
analyse & kritik 530, 15.8.2008
Andreas Exner, Christian Lauk, Konstantin Kulterer
Steigende Preise für Lebensmittel vergrößern den Hunger, es droht eine globale Rezession und gleichzeitig wird Energie immer teurer. Innerhalb weniger Jahre hat sich das Terrain für linke Bewegungen dramatisch verändert. Doch viele setzen weiter auf bekannte Rezepte. Damit zielt man an den realen Herausforderungen vorbei. Weiterlesen »
23.10.2008
Zum neuen Buch “Die Grenzen des Kapitalismus”
Download: die-welt-ein-dorf-interview-mit-andreas-exner-audio-53-mb.mp3 (53 MB)
23.10.2008
Bei der Finanzkrise ist kein Ende in Sicht. Die Realwirtschaft und als bombensicher geltende Staatsanleihen sind bereits betroffen. Wie schwarz ist die Zukunft?
Jungle World 13/2008
Peter Samol
Die US-Hypothekenkrise ist noch lange nicht ausgestanden. Ende Januar waren es die so genannten Monoliner, spezielle börsennotierte Versicherungen für Wertpapiere, die für drastische Kursstürze an den Finanzmärkten in aller Welt sorgten. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass ein Großteil der versicherten Titel auf zweitklassigen Hypotheken basierte, geriet die gesamte Branche ins Trudeln. Niemals würden die Versicherer in der Lage sein, für die drohenden gigantischen Verluste aufzukommen. Gerettet wurde die Branche schließlich durch den Eingriff einer Aufsichtsbehörde des US-Bundesstaates New York und eine konzertierte Aktion internationaler Banken.
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23.10.2008

English version – Versión española
Über die tieferliegenden Ursachen der aktuellen Finanzmarktkrise
Mai 2008
Norbert Trenkle
Spätestens seit der sogenannten „Kapitalismuskritik“ von Franz Müntefering im Jahr 2005 hat sich das Bild der „Heuschrecke“ allgemein durchgesetzt, um das auszudrücken, was ohnehin schon immer in weiten Teilen der öffentlichen Meinung als selbstverständlich galt: dass nämlich „gierige Finanzinvestoren“ hauptverantwortlich für die aktuellen ökonomischen und sozialen Krisenerscheinungen sein sollen. Insofern konnte die exzessive Verwendung der Heuschreckenmetapher und der damit verbundenen Assoziationen in der ver.di-Broschüre „Finanzkapitalismus: Geldgier in Reinkultur“ zunächst nicht verwundern. Umso erfreulicher ist aber, dass sowohl innerhalb wie außerhalb der Gewerkschaft heftige Kritik an dieser Broschüre artikuliert worden ist und somit eine längst überfällige Debatte in Gang zu kommen scheint. Weiterlesen »
23.10.2008
Zur »Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit qua richtiger Wirtschaftspolitik«
express, Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, 4/2008
Peter Samol
Ohne die Debatte um den sog. Heuschreckenkapitalismus neu aufzuwärmen, befasst sich der Autor im Folgenden kritisch mit einer Publikation, die er ebenfalls in der Tradition einer linken Ökonomietheorie verortet, die sich vor allem durch die Reduktion von Krisen auf einzelne Momente kapitalistischer Vergesellschaftung und ihre ansonsten »heilen Modellwelten« auszeichne. Ein Beispiel für solche Reduktionismen und entsprechende Aufforderungen zu einer staatlichen Gegensteuerung ist etwa die Broschüre der ver.di-Wirtschaftsabteilung »Finanzkapitalismus – Geldgier in Reinkultur!«, die kritisch seit einiger Zeit auch auf der ver.di-Homepage diskutiert wird. Dass die kapitalistische Wirtschaftsordnung etwa periodische Überproduktionskrisen erzeugt, verhehlt jedoch auch das kürzlich erschienene Buch »Das Ende der Massenarbeitslosigkeit« von Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker. Ökonomie scheint hier hauptsächlich auf einsamen Inseln stattzufinden und der unmittelbaren Befriedigung konkreter Bedürfnisse zu dienen. Alles ganz einfach? – fragt Peter Samol.
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23.10.2008

Streifzüge 42/2008
Ernst Lohoff
2007 jagte der Dax noch von einem Allzeithoch zum nächsten. Inzwischen haben die Auswirkungen der US-Immobilienkrise die Frankfurter Börse erreicht. Der Dax verzeichnete den höchsten Tagesverlust seit der Asien-Krise von 1998. Die Turbulenzen waren absehbar, und die Reaktionen sind es auch. Bundesminister Michael Glos (CSU) übt sich im Gesundbeten. Die Auswirkungen der US-Hypothekenkrise auf die deutschen Banken seien gering, und Deutschland befinde sich insgesamt auf einem guten Weg. Die Weltgeldemittentin, die US-Notenbank, tut, was sie immer tut, wenn sich massenhaft fiktives Kapital in Rauch auflöst und Bankrotte anstehen: Sie versorgt die Junkie-Finanzmärkte mit neuem Stoff, indem sie durch das Senken der Leitzinsen zusätzliche “Liquidität schöpft”. So beruhigt sich die Lage erst einmal.
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23.10.2008
www.social-innovation.org, 6. Oktober 2008
Andreas Exner
Die “Regulation der Finanzmärkte” wird zum neuen Mainstream. Der CDU-Politiker Heiner Geißler erklärt, dass “die Marktideologie gescheitert” sei. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac fühlt sich bestätigt. Hat man es doch seit Jahr und Tag gesagt: die “entfesselten” Finanzmärkte sind instabil. Nun fühlt Attac seine große Stunde gekommen, so scheint’s. Und man bläst zum Halali: “Die Krise ist die direkte Folge der Gier und der Skrupellosigkeit der Banker und Fondsmanager – und vor allem der Tatenlosigkeit der Politik”, tönt Attac Deutschland auf der Titelseite seiner Webpage.
Attac liegt falsch. Weiterlesen »
23.10.2008
Generalized Resource Shortages as a Historical Crisis of the Social Formation of Capitalism
deutsche Version
www.stateofnature.org
Andreas Exner, Christian Lauk & Konstantin Kulterer
“If there is a lack of appropriate analysis of environmental processes and societal relations to nature because they don’t fit into the wishful thinking of ‘eternal capitalism,’ dangerous ways of ideologically processing the crisis can gain momentum.”
Rising prices for food are increasing hunger, a global recession is waiting in the wings, and at the same time, energy is getting more and more expensive. Within only a few years, the terrain has changed dramatically for left movements. Nonetheless, many people are still holding on to well-known formulas. Unfortunately, they don’t fit the new circumstances.
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23.10.2008
Ein Vollbeschäftigungswunder wird es in absehbarer Zeit in Deutschland nicht geben.
Jungle World Nr. 26/08, 26. Juni 2008
Peter Samol
Die gegenwärtige und künftige Lebensqualität wird dem Exporterfolg geopfert. Dass ausgerechnet die Binnennachfrage die wegbrechenden Exporte ausgleichen soll, ist purer Zynismus
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23.10.2008

Die Auswirkungen der US-Immobilienkrise sind auch in Deutschland zu spüren. Nach der vermeintlichen »Reinigung« des Finanzmarktes soll die Weltwirtschaft wieder »gesund« wachsen.
Jungle World 5/08, 31.1.2008
Ernst Lohoff
Im Jahr 2007 jagte der Dax noch von einem Allzeithoch zum nächsten. Inzwischen haben die Auswirkungen der US-Immobilienkrise die Frankfurter Börse erreicht. Die Verluste, die der hiesige Bankensektor zu verzeichnen hat, ließen angesichts einer im Erlahmen begriffenen Weltkonjunktur die Aktienkurse fallen. Allein am 21. Januar gab der Dax um 7,1 Punkte nach – das war der größte Verlust eines Tages seit der Asien-Krise von 1998.
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20.10.2008
www.keimform.de, 6.10.2008
Stefan Meretz
Norbert Trenkle eröffnete das diesjährige Krisis-Seminar zum Thema »Crashkurs – Finanzmarktkrise, Peak Oil und die Grenzen der Warengesellschaft« mit dem ironischen Hinweis, dass das Seminar nicht wegen des aktuellen Finanzmarkt-Crashes stattfände (und auch nicht umgekehrt!), sondern dass das Seminar schon länger geplant sei. So sei es zwar passend, aber doch zufällig, sich mitten im Crash zu treffen. Grundsätzlich gehe man zwar von einer tiefgreifenden Krise aus, doch die Verlaufsform sei eben nicht vorherzusagen. Weiterlesen »
31.12.2007

von Ernst Lohoff
„Jobwunder – 832.000 Arbeitslose weniger“, mit dieser Schlagzeile wartete Bild am ersten Werktag nach dem Tag der Arbeit auf. Und auch der Rest der Standortgemeinschaft zeigt sich derzeit ausgesprochen aufgeräumt und in Sektlaune. Die Konjunktur brummt, die Steuereinnahmen sprudeln, die Beschäftigung wächst. Mit 2,5 Prozent soll das Wirtschaftswachstum in Deutschland dieses und nächstes Jahr demographiebereinigt „amerikanische Dimensionen“ (Der Spiegel 17/2007) erreichen. Nach offiziellen Schätzungen spült das „Wirtschaftswunder 2.0“ (Der Spiegel 17/2007) bis 2011 fast 200 Mrd. Euro zusätzlich in die öffentlichen Kassen. Minister Glos verkündet gleichzeitig, dass es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie so viele Beschäftigungsverhältnisse gab wie heute.
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31.12.2007
Die Krise an den US-Immobilienmärkten könnte den bisherigen Aufschwung rasch in eine Talfahrt verwandeln. Zwar wurden die globalen Geldmärkte vorerst mit Hilfe von Finanzspritzen in noch nie da gewesener Höhe am laufen gehalten, aber noch ist nicht sicher ob das ausreicht. Außerdem kann der Ausfall amerikanischer Konsumenten in Europa und Asien zu massiven Exporteinbrüchen führen. Darüber hinaus stellt sich nach dem Platzen der Hypothekenblase die Frage, welche Anlagemöglichkeiten sich künftig für das Finanzkapital eröffnen.
Erschien in gekürzter Fassung in der Jungle World vom 23.08.2007
Peter Samol Weiterlesen »
29.12.2007
Peter Samol
Über das Scheitern der „Dienstleistungsgesellschaft“ und wie es mit der Unterscheidung von produktiver und unproduktiver Arbeit zusammenhängt
Einleitung
Die klassische Arbeit im produzierenden Gewerbe wird von einem rapiden Schwund heimgesucht. Damit verschwindet der Löwenanteil der produktiven und mithin wertschöpfenden Arbeit. Ganz offensichtlich kann das Kapital immer weniger Arbeitskraft in sich einsaugen. Aber um zu wachsen, ist es auf eine systematische Ausdehnung der Unterordnung von Arbeitskräften unter die kapitalistischen Produktionsbedingungen angewiesen. Gelingt das nicht mehr, werden also immer mehr Menschen aus dem Produktionsprozess ausgespuckt und nicht mehr wieder in ihn zurückgeholt, dann beginnt das Siechtum des Kapitalismus. Die Einzelkapitale wiederum reagieren darauf mit einer Verschärfung des Problems. Um sich seinen Anteil an den verbleibenden Absatzmöglichkeiten zu sichern, reduziert jedes Unternehmen so weit wie eben möglich die Preise. Das erfolgt in der Regel über die Reduzierung der Wertmasse, d.h. der vernutzten Arbeitskraft. Die einzelnen Kapitale verschaffen sich auf diese Weise zwar kurzfristig größere Absatzmöglichkeiten, aber die Gesamtsumme der Realisierungschancen, sprich der Nachfrage für die produzierten Waren nimmt stetig ab, da immer weniger Menschen Geld erhalten, um als Käufer aufzutreten. So wird der Kuchen der Gesamtwertmasse immer kleiner. Weiterlesen »
31.12.2005
Viertes Kapitel des Buches von Anselm Jappe: Die Abenteuer der Ware (Unrast Verlag 2005)
Die Krise des Werts
Eine Produktionsweise wie der Feudalismus, die organisiert ist, um die Bedürfnisse und die Launen der herrschenden Schichten zu befriedigen, kann viele Fehler aufweisen, aber nie so zerstörerisch und selbstzerstörerisch sein wie die vom »automatischen Subjekt« gelenkte Gesellschaft. Ein System, das nicht tautologisch, sondern auf einen Zweck ausgerichtet ist, findet stets seine Schranke und seinen Gleichgewichtspunkt. Man kann sicher sagen, dass alle bisherigen Gesellschaften blind gewesen seien. Keine hat wirklich bewusst über ihre Kräfte verfügt und ist frei von fetischistischer Vermittlung gewesen. Aber im Vergleich zur kapitalistischen Gesellschaft wiesen sie nur eine schwache Dynamik auf. Die moderne Gesellschaft ist so gefährlich, weil sie einer starken Dynamik unterliegt, die sie nicht zu kontrollieren vermag, da sie ganz und gar ihrem fetischistischen Medium ausgeliefert ist.
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31.12.2004
Reflections on “Globalization Theory” and the Crisis in Argentina
Neil Larsen
University of California, Davis
During the final months of 2001, when I first conceived the idea for this essay, Argentina had become the sudden focus of world attention. The International Monetary Fund, in what seemed at the time an unprecedented move, had refused to continue loaning money to the De la Rúa government, and, in the course of the following weeks, and the effective economic collapse of the country, a quasi-revolutionary situation appeared to prevail. On December 20, 2001 there occurred the now near-legendary uprising of the people of Buenos Aires that succeeded in forcing the resignation of De la Rúa. Though upwards of forty people were killed by police in the course of the uprising, the Argentine armed forces refused De la Rúa’s plea for intervention, thus marking what seemed, indeed, a revolutionary new phase in Argentine political and social history.
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31.12.2004
First installment: Votive Offerings
Neil Larsen nalarsen@ucdavis.edu
With the bloody debacle in Iraq driving the Bush regime to levels of imperial ruthlessness and corruption worthy of the emperor Nero, the combined sense of outrage, despair, and unreality evoked by political life in the US seems to have reached its limit. But now California takes us well past even this point by electing Arnold Schwarzenegger as governor. The political post-mortems –assuming, that is, we aren’t all already dead or have had our bodies snatched by some cyber-pod electro-genetically hatched in Hollywood or Silicon Valley–continue to toll forth, but this much is known: ‘Arnold’ vanquished his nearest competitor by more than a million votes, and the vote to recall standing governor Gray Davis triumphed by a margin of 10.6%. Voter turnout was high. This means that registered Democrats (a sizeable majority in the state), as well as a traditionally pro-Democratic voting block comprised by women and gays and lesbians, as well as Blacks and Latinos, ‘crossed over’ to vote for Schwarzenegger in huge numbers. Even unionized labor, probably the most organized, traditionally Democratic voting bloc in the state, spurned the instructions of its union bosses and offered up 51% of its votes to Republican gubernatiorial candidates Schwarzenegger and McClintock, who made no secret of their anti-union views.
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31.12.2004
Die Bundesregierung will die Vorteile, die Schwarzarbeit der Wirtschaft bietet, auf neue legale Arbeitsverhältnisse übertragen.
erschienen in: Jungle World, 19/2004
Ernst Lohoff
Das Bundesfinanzministerium redet der Nation ins Gewissen. »Schwarzarbeit kostet Milliarden, ein Minijob oft nur ein paar Euro«, mahnt derzeit eine streng dreinblickende Lehrerin namens Marlene H. im Auftrag des Fiskus von den Plakatwänden in Deutschland. Aber auch die IG Bau und die Handwerkskammern blasen zur moralischen und fahndungstechnischen Offensive gegen »illegale Beschäftigung«. Das Bündnis für Arbeit gehört längst der Vergangenheit an, das Bündnis gegen Schwarzarbeit dagegen steht wie eine Eins.
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31.12.2004

Warengesellschaft und Widerstand im Zeitalter von Deregulierung und Entstaatlichung
Streifzüge 31/04
Ernst Lohoff
1. Teil: Der fatale Endsieg der Ware*
I. Die Unselbständigkeit der Politik
1.
Seit den Tagen des Ersten Weltkriegs bis tief in die 70er Jahre hinein galt es als ausgemacht: Zukunft hat nur eine durch Staatseingriffe modifizierte und sozial eingehegte Marktwirtschaft. Insbesondere zur Zeit des Nachkriegsbooms teilten alle tonangebenden gesellschaftlichen und politischen Kräfte in den Weltmarktzentren diese Perspektive. In den 60er Jahren firmierte dieses Programm hierzulande unter dem Markennamen “Soziale Marktwirtschaft”, in den USA zur gleichen Zeit unter dem Label “Great Society”. Da wie dort stand außer Frage, dass der Staat als Gegengewicht zum freien Spiel der Marktkräfte aufzutreten hat. Insbesondere der Sozialstaat wurde als Synonym von Modernität gefeiert und “Reformpolitik” bezeichnete an beiden Ufern des Atlantiks nichts anderes als dessen energischen Ausbau.
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31.12.2003
Interview with Norbert Trenkle (Krisis)
Interviewers and translators: Timo Ahonen and Markus Termonen. Originally made for the Finnish Magazine Megafoni (http://megafoni.kulma.net).
How can the postindustrialized situation be reacted to, which is represented as a phase of rupture, and in which some present solutions solely inside the current model of wage work and others support a fixed citizen’s income as the central form of social security? In other words, how can the mechanisms disintegrating solidarity and the capitalist relations of production be critized without stagnating into the defense of welfare state or taking on the form of past industrial classes? These questions and others are discussed in this interview with Norbert Trenkle from the German Krisis-collective. The group, concentrating on theoretical productivity, aims to criticize the capitalist society in a constitutive way by focusing on e.g. work, capital and commodity production. As topics in this interview we also have the current meaning of “leftism” and some questions concerning action methods.
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31.12.2003

Über den Zusammenhang von informellem Sektor und moderner Warenproduktion
Erschienen in: blätter des iz3w, Nr. 267, März 2003
von Norbert Trenkle
Der Trend der Informalisierung der Weltökonomie wird sich noch gewaltig beschleunigen und in weit größerem Maße als bisher auch die kapitalistischen Metropolen erfassen. Oberflächlich betrachtet, mag dies als eine Rückkehr des Frühkapitalismus erscheinen. Tatsächlich jedoch kündigt sich eine viel grundsätzlichere Krise an.
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31.12.2002
Zur Politischen Ökonomie des Informationskapitalismus
Dieser Artikel ist ein Diskussionsbeitrag zum Thema Freie Software. Er bezieht sich auch auf die drei Arbeiten, die in den “Streifzügen” bereits dazu erschienen sind: Christian Fuchs, Die IdiotInnen des Kapitals. “Freie” Softwareproduktion – Antizipation des Postkapitalismus? in 1/2001; Stefan Meretz, Produktivkraftentwicklung und Aufhebung, in 2/2001; Sabine Nuss / Michael Heinrich: Freie Software und Kapitalismus, in 1/2002.
von Ernst Lohoff
Der Siegeszug des Computers hat den vielen Spaltungen der Weltgesellschaft eine neue Dreiteilung hinzugefügt. Milliarden Menschen, insbesondere in der Dritten Welt, bleiben von den Segnungen des Internetzeitalters völlig ausgeschlossen; für einige hundert Millionen Nutzer ist der Rechner integraler Bestandteil des Alltags geworden. Sie hantieren in Beruf und Freizeit permanent mit diesem Gerät, ohne dass sie deswegen mit mehr vertraut wären als mit der für sie unmittelbar relevanten Anwenderoberfläche. Für eine kleine, bezeichnenderweise so gut wie rein männliche Informationselite schließlich sind die virtuellen Informationswelten zu einer Art Lebenswelt geworden.
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31.12.2002
Über die wirtschaftlichen Probleme des ehemaligen Musterschülers Deutschland
aus: Jungle World 09/2002
Ernst Lohoff
Kein Politiker, kein Wirtschaftswissenschaftler, der in seinen Sonntagsreden nicht regelmäßig und pflichtschuldig die Globalisierung und das Ende der Nationalökonomien predigte. Unter der Woche behandeln dieselben Gestalten seltsamerweise die eben auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgten nationalen Wirtschaftsräume aber nach wie vor als entscheidenden ökonomischen Bezugsrahmen. Selbst in dem mittlerweile mit einer einheitlichen Währung ausgestatteten Euro-Raum gilt der Platz, den das eigene Land im Ranking der Teilnehmerstaaten einnimmt, als das zentrale Kriterium, an dem die Qualität der Wirtschaftspolitik der jeweiligen Regierungen abzulesen sein soll. Noch nie tobte der nationale Standortwettbewerb so heftig wie im postnationalen Zeitalter.
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31.12.2001
Das Wirtschaftswachstum geht zurück, während die Preise steigen. Nun soll offenbar das Wunschdenken die Abwärtsentwicklung stoppen.
Ernst Lohoff
Die Börse ist nicht frei von Ironie. So nennt man es eine Gewinnwarnung, wenn Verluste ins Haus stehen. Momentan jagt eine Gewinnwarnung die andere.
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31.12.2000

Über Michael Heinrichs Versuch, die Marxsche Krisentheorie unschädlich zu machen
Streifzüge 1/2000
von Norbert Trenkle
Michael Heinrich hat sich in den 90er Jahren den Ruf erworben, ein sehr guter Kenner der Marxschen Wert- und Krisentheorie zu sein. Sein Buch “Die Wissenschaft vom Wert”, das soeben in einer zweiten, erheblich erweiterten Ausgabe erschienen ist, gilt mittlerweile, zumindest in akademischen Kreisen, als einschlägiges Standardwerk. Darüberhinaus dient es auch als Referenz für eine Kritik an den in der Krisis entwickelten wertkritischen und krisentheoretischen Positionen. Dabei hat sich teils explizit, teils implizit eine etwas seltsame Gegenüberstellung eingebürgert. Heinrichs Werk gilt als “fundierte” und “ernsthafte” Auseinandersetzung mit dem Thema; der Krisis-Ansatz hingegen bleibe angeblich “oberflächlich”, theoretisch “indiskutabel” und empirisch völlig unbegründet. Allein der Einfluß, den dieser Ansatz derzeit im gesellschaftskritischen Diskurs hat, rechtfertige, daß man sich überhaupt zu einer Auseinandersetzung mit ihm herablasse.
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31.12.2000

Ein paar Anmerkungen zu Michael Heinrichs Wert- und Arbeitsbegriff
Streifzüge 3/2000
von Norbert Trenkle
Die Auseinandersetzung Heinrich-Trenkle in den Streifzügen hat nun schon vier Runden durchlaufen und gerät langsam in die Gefahr, zu einem langweiligen Fortsetzungsroman zu werden. Deshalb möchte ich meine bereits angekündigte Kritik am ersten Teil von Heinrichs neuaufgelegtem Buch so kurz wie möglich halten und mich auf einige Bemerkungen zu der dort entwickelten Fassung des Wert- und Arbeitsbegriffs beschränken, mit der die Wissenschaft vom Wert steht und fällt. Auch werde ich auf eine explizite Antwort auf Heinrichs Antikritik in Streifzüge 2/2000 verzichten, zumal ich dabei ohnehin gezwungen wäre, meine hauptsächlichen Einwände gegen seine Krisentheorie (Streifzüge 1/2000) zu wiederholen, auf die er entweder gar nicht oder in nicht gerade überzeugender Weise eingegangen ist; andererseits ist jedoch klar, daß die Antwort auf die Frage, worin die Substanz des Werts besteht, für die Krisentheorie von entscheidender Bedeutung ist.
31.12.2000
Zu hinterlassende Notate einer exegetischen Häresie
von Franz Schandl
Eine der zentralen Überlegungen Marxscher Gesellschaftskritik ist die historische Einordnung des Kapitals und die Behauptung von dessen Endlichkeit. Vor allem im dritten Band des Hauptwerks versuchte Marx diese Endlichkeit theoretisch zu antizipieren, und sie als objektive Tendenz kapitalistischer Vergesellschaftung zu untermauern.
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25.12.2000
Krise und Entwicklung des Kapitals
“Die kapitalistische Produktion strebt beständig, die ihr immanenten Schranken zu überwinden, aber sie überwindet sie nur durch Mittel, die ihr diese Schranken aufs neue und auf gewaltigerem Maßstab entgegenstellen. Die wahre Schranke der kapitalistischen Produktion ist das Kapital selbst.” — MEW 25, S. 260
Ernst Lohoff
Krisenprozeß und Krisenevents
Es knirscht vernehmlich im Gebälk. Weiterlesen »
31.12.1999
Ungeordnete Mosaiksteine eines Zerfalls
Franz Schandl
Was macht eine Gesellschaft, wenn sie an die Grenzen ihrer Entwicklung stößt? Unsere These lautet: Sie verfällt nicht in Wohlgefallen, sondern wird noch einmal all ihre destruktiven Kräfte entfalten. Jeder Niedergang setzt zerstörerische Energie frei, die alles andere als automatisch in Emanzipation umschlägt.
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31.12.1999

Die Illusion vom Elends- und Dienstleistungskapitalismus
Norbert Trenkle
Seit die Krise der Arbeitsgesellschaft allmählich ins öffentliche Bewußtsein getreten ist (ungefähr seit Ende der 70er Jahre), hat der Neoliberalismus hartnäckig den Standpunkt vertreten, eine solche Krise gebe es überhaupt nicht. Vielmehr sei die Arbeitskraft einfach nur »zu teuer«. Wäre sie billiger und würde sie »flexibler« angeboten, so könnten überall auf der Welt und bis in alle Ewigkeit ausreichend »Arbeitsplätze« geschaffen werden. Dieser Standpunkt ist heute weitgehend zum common sense geworden. »In einer arbeitsteiligen Gesellschaft müssen die Menschen ihren Lebensunterhalt auf dem Markt verdienen. Und dort gleicht der Preis Angebot und Nachfrage aus. Bleibt die Ware liegen, stimmt der Preis nicht. Arbeitslosigkeit bedeutet nicht, daß die Arbeit ausgeht, sondern daß sie zu teuer wird«, schreibt etwa der Wirtschaftsjournalist Nikolaus Piper (Süddeutsche Zeitung, 6.8.1998), der hier nur für viele spricht.
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31.12.1998
Aus einem Buch über 50 Jahre D-Mark (Elefantenpress)
Ernst Lohoff
1.
Der homo teutonicus unterhält bekanntlich zu seiner Landeswährung eine ganz besondere Beziehung. Während die Bewohner der Nachbarstaaten, wenn sie den Geldbeutel zücken, darin lediglich das landesübliche Zahlungsmittel entdecken, findet der Bundesdeutsche in seiner Brieftasche noch etwas ganz anderes vor. Er kann mit “seinem” Geld nicht nur Waren erwerben und Rechnungen begleichen, mit jedem Markstück hält der stolze Besitzer gleichzeitig eine kleine Ikone der hiesigen Nationalreligion in Händen. Frankreich, Großbritannien oder Italien haben den Franc, die Lira und das Pfund, die Bundesrepublik ist die D-Mark.
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31.12.1998
Norbert Trenkle und Robert Kurz
Kapital ist einerseits definiert als Vernutzung (“Ausbeutung”) von Lohnarbeit, andererseits als Verwandlung von Geld in mehr Geld. Fiktives Kapital entsteht dann, wenn der zweite Teil der Definition den ersten nicht mehr enthält, und zwar nicht etwa als bloß subjektive Einbildung, sondern als gesellschaftliche Realität. Die Möglichkeit des fiktiven Kapitals ist gegeben mit dem zinstragenden Kapital des Kreditsystems; dieses ist Kapital, aber nicht direkt, sondern indirekt: sozusagen “Realkapital in spe”. Es wird nicht direkt als Produktivkapital benutzt, sondern an anderes Kapital für diesen Zweck verliehen, wofür in Gestalt des Zinses ein Anteil vom Mehrwert bzw. Profit des Realkapitals abfällt. Auf diese Weise existiert neben den kapitalistischen Waren- und Arbeitsmärkten noch ein Finanz- oder Geldkapital-Markt. Allerdings kann durch die Differenz von produktivem und zinstragendem Kapital der ganze Prozeß auch auseinanderfallen und eben “fiktiv” werden, wenn das zinstragende sich pseudo-unabhängig vom produktiven Kapital ganz für sich allein vermehren soll.
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31.12.1998
aus: Weg und Ziel 5/1998
Norbert Trenkle
Rund zwanzig Jahre dauert es nun schon an: das Warten auf ein “postfordistisches Regulationsmodell” – und immer noch ist es nicht in Sicht. Da vermag sich nicht einmal Joachim Hirsch, einer der letzten linken Regulationstheoretiker im deutschsprachigen Raum, noch in Optimismus üben: “Ein überzeugendes Regulationsmodell für den nachfordistischen Kapitalismus ist weder auf nationaler noch auf internationaler Ebene erkennbar. Sichtbar sind bestenfalls Entwicklungen und Tendenzen, die aber einen höchst widersprüchlichen Charakter tragen” (Hirsch 1995, S. 173 f.). So viel selbstkritische Offenheit in Ehren. Wer aber erwartet hätte, der Autor würde daraus die naheliegende Konsequenz ziehen, sein regulationstheoretisches Paradigma als solches in Frage zu stellen, wird enttäuscht. Lieber widerspricht und widerlegt er sich selbst einem fort. Über weite Passagen hinweg beschreibt er (in seinem neuesten Buch Der nationale Wettbewerbsstaat) durchaus richtig, wie sich nach dem Ende des Fordismus, dem Zusammenbruch des sogenannten Realsozialismus und im Zuge der kapitalistischen Globalisierung die Konkurrenzdynamik auf allen Ebenen, sowohl zwischen Staaten und Staatenblöcken als auch innerhalb der Staaten selbst, extrem verschärft hat (1), wie die regionale und soziale Polarisierung voranschreitet und wie fundamantalistische Reaktionsformen an Kraft gewinnen kurz, wie die grundlegenden Bedingungen für einen einigermaßen kohärenten und stabilen innerkapitalistischen Interessenausgleich zunehmend zerstört werden. Sein Fazit: “Grundsätzlich bleibt fraglich, ob eine halbwegs stabile und zur Bewältigung der globalen Probleme geeignete politisch-soziale Ordnung auf kapitalistischer Grundlage überhaupt noch möglich ist” (ebd., S. 183). Doch dann flüchtet er sich immer wieder in relativierende Leerformeln (wie jenen zweiten Satz im ersten Zitat, der eigentlich nur aus nichtssagenden Floskeln besteht: “bestenfalls”, “Tendenzen”, “höchst widersprüchlichen Charakter”), die von nichts zeugen als vom blanken Willen, sich nur ja nicht von der altgewohnten Weltsicht zu verabschieden. Oder er hißt im Gestus des Trotz-alledem die Fahne des sozialen Kampfes für “Regulation”: “Es geht um den Kampf um die Durchsetzung von Formen der Regulation, die diejenigen Minimalstandards von sozialer Sicherheit, materieller Freiheit und demokratischer Selbstbestimmung gewährleisten, ohne die eine emanzipative Entwicklung, letztlich die Durchsetzung neuer und humanerer Produktionsverhältnisse nicht möglich ist” (ebd., S. 180).
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27.12.1998

Überarbeitung eines Referates, gehalten am 24. Juni 1998 an der Universität Wien
francais: Qu’est-ce que la valeur, qu’en est-il de la crise?
spanisch: ¿Qué es el valor? ¿Qué significa la crisis?
Norbert Trenkle
Der Bogen, den ich schlagen möchte, ist sehr weit gespannt. Er führt von der allergrundsätzlichsten Ebene der Werttheorie oder vielmehr der Wertkritik – also von der Ebene der Grundkategorien der warenproduzierenden Gesellschaft: Arbeit, Wert, Ware, Geld – zur Ebene, auf der diese Grundkategorien als verdinglichte und fetischistische, als scheinbar “natürliche” Tatsachen und “Sachzwänge” erscheinen. Auf dieser Ebene – der Ebene von Preis, Profit, Lohn, Zirkulation etc. – treten zugleich die inneren Widersprüche der modernen Warengesellschaft offen zutage; dort erweist sich ihre letztliche historische Unhaltbarkeit: und zwar in Gestalt der Krise. Weiterlesen »
31.12.1997
Skizze über Aufstieg und Fall des Nationalstaats
Ernst Lohoff
1. Anmerkungen zur traditionellen Nationalismusforschung
Wer zu Beginn der achtziger Jahre auf die Idee verfallen wäre, sich nach den Perspektiven des Nationalstaats und der nationalistischen Ideologie zu erkundigen, hätte für gewöhnlich sicherlich eine recht eindeutige Antwort bekommen: Bei der Nation, so die vorherrschende Meinung damals, handelt es sich um ein Auslaufmodell. Man nahm an, daß mit der zunehmenden transnationalen wirtschaftlichen Verflechtung und der damit einhergehenden Verallgemeinerung der westlichen Massenkultur die Bedeutung politischer Grenzen und nationaler Identitäten immer mehr verblassen würde und stattdessen supranationale Zusammenschlüsse die nationalstaatlichen Funktionen zusehends übernehmen. Diesem Grundverständnis folgte auch die offizielle Nationalismusforschung. Ihr galten Nation und Nationalismus vornehmlich als historische Probleme. Die Zeitgeschichtler datierten das Ende des »Zeitalters des Nationalismus« einhellig auf das Jahr 1945. Von dieser Zuordnung blieben nur die Länder der 3. Welt partiell ausgenommen. Nach dieser Einschätzung würde der Nationalismus beim Prozeß »nachholender Modernisierung« als Integrationsideologie noch eine gewisse Rolle spielen; auf dem europäischen Kontinent hingegen, wo einst die Wiege der Nation gestanden hatte, und in allen anderen industriell entwikkelten Gebieten habe der nationale Gedanke seine Zukunft schon hinter sich.
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31.12.1997
Perspektiven der Europäischen Währungsunion
Ernst Lohoff
1. Globalisierung und Neoliberalismus
Die Warengesellschaft hat auf ihrem Siegeszug die Vorherrschaft traditioneller, religiös unterfütterter Welterklärungen nur zerstört, um neue, säkularisierte Formen von Religion hervorzutreiben. Während der Durchsetzungsphase des modernen Kapitalismus übernahm vor allem der Glaube an die Politik die Funktion des verblassenden Gottesglaubens. Mit der Französischen Revolution und verstärkt seit dem Aufkommen der Arbeiterbewegung schien das Geschick der Menschen der Hand des Allmächtigen nur zu entgleiten, um einem neuen, kaum weniger mächtigen Demiurgen in die Hände zu fallen. So erbittert in unserem Jahrhundert Faschisten, Kommunisten und Demokraten auch miteinander gerungen haben, was das zugrundeliegenden Credo angeht, waren sich die verfeindeten Protagonisten immer einig: Wer die staatliche Maschinerie kontrolliert, kann im Guten wie im Bösen die Gesellschaft seinem freien Willen gemäß formen ).
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31.12.1997
Mit dem Euro in den Sozialismus?
Norbert Trenkle
An die Spitze der EWU-Gegner hat sich ausgerechnet der marktfundamentalistische Chefredakteur der Wirtschaftswoche Stefan Baron gesetzt, der seit Ende letzten Jahres mit dem Eifer des frisch Gewendeten ein Editorial nach dem anderen gegen die Währungsvereinigung abschießt. Natürlich ist Herr Baron nicht plötzlich von seinem sozialen Gewissen überfallen worden. Duchaus nicht. Nur ist er geübter Dialektiker. Er fürchtet, die von der EWU ausgelösten sozial-ökonomischen Verwerfungen könnten den Widerstand gegen die “liberale Gesellschaftsordnung” schüren und deren Legitimät in Frage stellen, und das ausgerechnet jetzt, wo diese endlich “allseits, wenngleich von manchen nur zähneknirschend, anerkannt” worden sei. In Pierre Bourdieus Polemik gegen den Euro und das “System Tietmeyer” sieht Baron nichts anderes als den “Aufruf zu einer neosozialistischen Gegenrevolution – ausgelöst von dem Projekt der Europäischen Währungsunion. Eine schöne Bescherung” (Zitate aus WiWo 19.12.96). Da solle man dann doch lieber die Finger von der ganzen Chose lassen.
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31.12.1996
Eine Studie von Ernst Lohoff und Norbert Trenkle im Auftrag der PDS-Bundestagsgruppe November 1996
Inhaltsverzeichnis
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31.12.1996

Über die krisenhafte Durchsetzung des Wertgesetzes auf dem Weltmarkt
aus: Weg und Ziel 3/96
Norbert Trenkle
Eines der zentralen ungelösten Probleme der Kritik der Politischen Ökonomie ist die Frage nach dem Verhältnis von Wertgesetz und Weltmarkt oder genauer: die Frage danach, ob das Wertgesetz auf dem Weltmarkt gilt und wie es sich dort durchsetzt. Marx selbst hat diese Frage nie systematisch behandelt, sondern nur hier und dort gestreift, und die marxistische Theoriebildung hat sie – vermutlich deshalb, weil sie sich dabei nicht auf die Autorität des Meisters berufen konnte – im allgemeinen links liegen lassen. Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet die Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre geführte Diskussion um das “Theorem des ungleichen Tauschs”. Einst höchst prominent und in jeder imperialismuskritischen Schrift zum Verhältnis von “Erster” und “Dritter Welt” bemüht, ist es heute fast in Vergessenheit geraten. Der größte Teil seiner ehemaligen Anhänger ist längst zur Marktwirtschaftsreligion übergelaufen und will von Ausbeutung und Verelendung nichts mehr hören. Nur ein Resthäuflein unermüdlicher Alt-Neomarxisten spult gelegentlich die alte Leier ab, ohne dabei auch nur einen Millimeter über den Diskussionsstand – und das heißt auch: die Aporien – der 70er Jahre hinauszukommen.
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31.12.1995
Von der währungspolitischen Pax Americana zum Weltmarkt ohne Weltgeld
Ernst Lohoff
Auf den Währungsmärkten herrscht im Frühjahr 1995 Unruhe. Der Dollar macht Schlagzeilen. Im Gefolge der Mexikokrise ist auch die amerikanische Währung ins Trudeln geraten. Auf den internationalen Währungsmärkten setzt eine Massenflucht vom Greenback in den Yen und in die Deutsche Mark ein. Der Dollarkurs bricht ein. Hierzulande wird diese Entwicklung vorzugsweise aus der Krähwinkelperspektive wahrgenommen.
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31.12.1995
Der zwangsläufige Zusammenbruch des simulierten “Erfolgsmodells Mexiko” (1)
aus: ILA 1995
Norbert Trenkle
Noch wenige Wochen, ja Tage, vor dem Crash im Dezember 1994 wurde Mexiko als “Erfolgsmodell” für eine angeblich gelungene neoliberale Sanierungspolitik allenthalben gefeiert. Erst in der Katerstimmung besann sich auch die in extremer Kurzsichtigkeit und Zweckoptimismus geübte Marktwirtschaftsapologetik darauf, daß an dem simulierten Aufschwung der letzten 5 bis 6 Jahre einiges faul gewesen sein muß. Freilich wurden auch jetzt keinesfalls die strukturellen Ursachen der Krise unter die Lupe genommen, sondern, einer solchen Analyse ausweichend, einzelne “Fehler” bemüht, die sich die mexikanische Regierung angeblich geleistet habe. Insgesamt aber, so der Tenor auch weiterhin, könnten sich die Ergebnisse der “Strukturanpassung” durchaus sehen lassen.
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31.12.1993
Elendsmigration und westlicher Abgrenzungswahn
Norbert Trenkle
1.
Das Szenario hätte gespenstischer nicht sein können. Während der ehemalige Chef des ostdeutschen Kasernensozialismus in Berlin wegen des Schießbefehls an der deutsch-deutschen Grenze vor Gericht stand, während die ersten “Mauerschützenprozesse” über die Bühne gingen und die demokratischen Politiker die Gelegenheit weidlich dazu nutzten, um die Vorzüge der westlichen “Zivilgesellschaft” gegenüber dem besiegten “Totalitarismus” hervorzuheben, just zu dem Zeitpunkt beschlossen genau diese Politiker, die Mauer wieder aufzubauen – diesmal etwas weiter ostwärts. Natürlich wurde offiziell das häßliche Wort vom Mauerbau vermieden. Orwellsche Sprachverwirrung war gerade in diesem Fall angesagt, denn noch hat sich die öffentlichen Meinung nicht ganz daran gewöhnt, daß es nun keinen nützlichen Idioten im Osten mehr gibt, der die Dreckarbeit erledigt, dem Westen die überflüssigen Esser vom Leibe zu halten, und dafür auch noch den Vorwurf der Unmenschlichkeit einstecken darf. Erst am Grab des langjährigen und haßgeliebten sozialistischen Partners ahnt die westliche Marktwirtschaftsdemokratie, welches Glück ihr da genommen wurde. Doch jetzt ist es zu spät, der Tote kann nicht mehr zum Leben erweckt werden(1).
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31.12.1990
Vom immanenten Zyklus zur Zersetzung der kapitalistischen Struktur
Ernst Lohoff
1. Krisenphänomenologie
Ein Begriff macht Karriere: der Begriff der Krise. Der inflationäre Gebrauch dieses Terminus, der sich in den letzten Jahren breit gemacht hat, ist nicht nur ein ideologisches Phänomen. Der Sprachgebrauch, so bunt-obskure Blüten er auch treiben mag, verweist auf eine dahinterstehende reale Veränderung.
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31.12.1989
Die Absorbtion lebendiger Arbeit als Grundlage des kapitalistischen Krisenzyklus
Ernst Lohoff
1. Profitrate und Profitmasse
Marx hat in seinen Schriften zur Kritik der politischen Ökonomie, insbesondere im “Kapital”, die zentrale Bedeutung des “Gesetzes des tendenziellen Falls der Profitrate” herausgestellt. Die marxistische Krisendebatte kreiste daher wesentlich mit um diesen Punkt. Trotz des hervorgehobenen Stellenwerts dieses Problems blieb dabei aber die theoretische Beschäftigung der Marxepigonen mit der Entwicklungsrichtung der Profitrate merkwürdig blass und abstrakt.
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31.12.1988
Henryk Grossmann und die Marxschen Reproduktionsschemata
[Vorbemerkung: Die Seitentrennung bezieht sich auf die Original-Ausgabe]
59 —-
Ernst Lohoff
1. Wertimmanenz und Abstraktion von der Gebrauchswertseite
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31.12.1986
[Vorbemerkung: Die Seitentrennung bezieht sich auf die Original-Ausgabe]
70 —-
Udo Winkel
1. Einleitung: Rationalisierung und Entfremdung. Zur Problematik der kapitalistischen Industriegesellschaft.
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