29.08.2010
On Criticism of Modern Masculinity
Deutsche Version
Norbert Trenkle
Our permanent crisis, the perfect economic storm, calls for radical rethinking, rethinking work, meaning, fulfilment, sexism and cooperation and reducing our footprint. The work religion confuses independence and dependence and distorts the world into a foreign object. Weiterlesen »
20.02.2009

Norbert Trenkle Weiterlesen »
23.10.2008

Zur Kritik der modernen Männlichkeit
English Version
Februar 2008
Norbert Trenkle
Die Krise der Arbeit ist auch eine Krise der modernen Männlichkeit. Denn der moderne, bürgerliche Mann ist in seiner Identität auf ganz grundlegende Weise als Arbeitsmann konstituiert und strukturiert. Als ein Jemand der anpackt und schafft, der zielgerichtet, rational, effizient und sachlich handelt und immer ein messbares Ergebnis sehen will. Das muss nicht immer „im Schweiße seines Angesichts“ geschehen. In dieser Hinsicht ist die moderne männliche Identität durchaus flexibel. Der Anzugsmensch im Management, in der Unternehmensberatung oder in der Regierung versteht sich ebenso als Macher – oder eigentlich sogar noch mehr – als der Arbeiter am Bau, am Fließband oder am Steuer eines LKWs. Letztere sind als Leitbilder männlicher Berufsorientierung ohnehin längst veraltet und bleiben denen vorbehalten, die den Sprung über die sozialen Hürden auf dem Weg in die oberen Büroetagen, nicht schaffen. Umso mehr jedoch dienen sie auf der symbolischen Ebene als Repräsentanz von wahrer Männlichkeit. Halbnackte Muskelmänner mit dicken Schraubenschlüsseln oder Vorschlaghämmern in der Hand, dekorativ ein wenig mit Öl verschmiert aber ansonsten geradezu aseptisch clean vor der ästhetisierenden Kulisse eine Autowerkstatt oder eines Hochofens inszeniert, sind die Ikonen moderner Maskulinität.
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31.12.2004

Moishe Postone wirft die traditionelle Gesellschaftskritik über den Haufen.
erschienen in: Jungle World Nr. 24/2. Juni 2004
von Norbert Trenkle
Es gibt Bücher, die mit lautem Getöse verkünden, sie hätten die Welt neu erfunden, obwohl sie nicht viel mehr als einen weiteren Aufguss fader Allerweltsweisheiten präsentieren. Das genaue Gegenteil stellt Moishe Postones Buch »Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft« dar. In Ton und Duktus ruhig und vorsichtig – manchmal fast zu sehr –, stellt es dem Inhalt nach einen veritablen Frontalangriff auf die grundlegenden Scheingewissheiten des bisherigen gesellschaftskritischen Denkens dar. Mit ungeheurer Gründlichkeit untergräbt Postone dessen theoretische Fundamente und stellt es radikal in Frage.
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31.12.2004

Gebrauchsanweisungen zur Arbeits- und Sozialkritik in Zeiten kapitalistischen Amoklaufs
Unrast-Verlag, Münster
Ernst Lohoff, Norbert Trenkle, Karl-Heinz Lewed und Maria Wölflingseder (Hg.):
Vorwort
Unablässig wird uns die immergleiche Botschaft ins Hirn gehämmert: Neue Arbeit braucht das Land. Die aber sei nur zu haben, wenn die betriebswirtschaftliche Rentabilität endlich bedingungslos als gesellschaftliche Leitkultur anerkannt werde. Dann blühe uns ein Leben in materiellem Wohlstand und Freiheit.
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27.12.2004

Eine Replik auf Kritiken am Manifest gegen die Arbeit
französische Version
erschienen in: Krisis 28 (Oktober 2004)
Norbert Trenkle
Das vor fünf Jahren veröffentlichte Manifest gegen die Arbeit hebt sich zweifellos aus dem Rahmen der sonstigen krisis-Publikationen hervor. Seinem Charakter als Pamphlet entsprechend, zielt es darauf, zentrale theoretische Positionen, die im Laufe der Jahre in dieser Zeitschrift entwickelt wurden, in komprimierter und zugespitzter Form in den öffentlichen Diskurs zu tragen. Dies ist nicht ohne Erfolg geblieben. Wohl keine andere Veröffentlichung der krisis hat so viel Resonanz, auch über den deutschsprachigen Raum hinaus, gefunden – und das heißt nicht zuletzt auch: so viel Kritik auf sich gezogen. Bemerkenswert ist dabei, dass sich die Kritiken quer zu den länderspezifischen und verschiedenen linken Diskursen in vieler Hinsicht überschneiden. Die im Manifest formulierte Kritik trifft also offenbar etwas, das all diesen Diskursen trotz sonstiger Differenzen gemeinsam ist; eine gemeinsame Grundlage, die als so selbstverständlich gilt, dass sie normalerweise nicht einmal mehr ins Bewusstsein rückt.
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31.12.2000

Norbert Trenkle
1. Zuallererst muß ich die Fragestellung im Titel dieses Podiums in Frage stellen: “Klassenkampf oder Aussteigerbewegung?” suggeriert eine grundsätzlich falsche Alternative, die deshalb auch aus gutem Grund weder im “Manifest gegen die Arbeit” noch in anderen Schriften der Gruppe Krisis aufgeworfen wird. Wie kommt es aber, daß dies trotzdem in den betreffenden Diskussionen andauernd unterstellt wird? Wieso können sich die meisten Linken bis heute jenseits des Klassenkampfes offenbar nur kleinkarierte Alternativ- oder Subsistenzökonomie vorstellen?
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31.12.2000

Dritter Teil einer Stellungnahme zu linken Kritiken am Manifest gegen die Arbeit und am Schwarzbuch des Kapitalismus. Erschienen ist die Artikelreihe in der konkret. Im ersten Teil schreibt Robert Kurz über die Abwehrreaktionen des Arbeitermarxismus “Wir haben in so geliebt, den Klassenkampf”. Im Teil 2 geht es um “Auschwitz als Alibi? Die letzten Gefechte der Restlinken” ebenfalls von Robert Kurz (Die Texte können wir aus urheberrechtlichen Gründen leider nicht veröffentlichen. Der Autor hat uns die Veröffentlichung untersagt.).
aus: Konkret 7/2000
Norbert Trenkle
Kaum ein Gedanke ist in der Restlinken so verpönt, wie der an eine absolute historische Schranke des warenproduzierenden Systems der Moderne. Es scheint so, als spiegle sich der eigene unaufgearbeitete Niedergang in der Überzeugung wieder, der Kapitalismus genieße so etwas wie ein ewiges Leben, er sei unendlich flexibel und wandlungsfähig und deshalb prinzipiell in der Lage, jede Krise zu überstehen und jede Opposition durch Integration unschädlich zu machen. Bemerkenswert ist, daß diese Überzeugung die unterschiedlichsten Positionen quer durch das restlinke Spektrum verbindet und daher auch die Ablehnung der Zusammenbruchsdiagnose einen gemeinsamen Nenner der Kritik am “Schwarzbuch Kapitalismus”, dem “Manifest gegen die Arbeit” dem Buch “Feierabend!” und anderen Publikationen der Krisis-Gruppe bildet. In seltener Eintracht werfen, um nur ein paar Namen zu nennen, der linksakademische PROKLA-Redakteur Michael Heinrich, Freerk Huisken vom “Gegenstandpunkt” (beide in Konkret 3/2000) und Bahamas-Autor Martin Janz (Jungle World 8.3.2000) der Krisis vor, sie präsentiere mit ihrer Zusammenbruchsdiagnose ja nun wirklich die älteste Kamelle aus der marxistischen Mottenkiste.
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31.12.1999
(23. – 25. April 1999 in Berlin)
Norbert Trenkle
1. Die Vorstellung, es könne ein “Anders Arbeiten” in einem “alternativen” oder “Dritten Sektor” neben der kapitalistischen Verwertungsmaschinerie geben, war schon immer eine Illusion. Denn der Dritte Sektor steht nicht jenseits von Markt und Staat, sondern ist deren notwendige Ergänzung und Existenzbedingung. Er erfüllt die Systemfunktion, all die gesellschaftlich notwendigen Tätigkeiten und Aufgaben aufzufangen, die sich betriebswirtschaftlich nicht “rentieren”, die der Staat in eigener Regie nicht organisieren kann oder will und die auch nicht (oder nicht in ausreichendem Maße) auf die Familien (und das heißt immer noch größtenteils: auf die Frauen) abgewälzt werden können. Diese systemstabilisierende Funktion gewinnt logischerweise im gleichen Maße an Gewicht, wie immer weniger Menschen ein Auskommen in der kapitalistischen Verwertungsmaschinerie finden, weil ihre Arbeitskraft dort nicht mehr benötigt wird. Je weiter also die Krise der Arbeitsgesellschaft voranschreitet, desto größer wird auch der ökonomische und politische Anpassungsdruck auf den Dritten Sektor und desto kleiner werden die ohnehin schon begrenzten Frei- und Spielräume die er barg. Wenn er also heute staatlicherseits zunehmend als sozialer Puffer entdeckt wird (wie etwa im Bericht der bayerisch-sächsischen Zukunftskommission), dann ist das keine Willkür und kein Mißbrauch, sondern politisch einfach nur folgerichtig. Organisiert sich dagegen kein konsequenter Widerstand, dann wird der Dritte Sektor bald völlig auf eine Form prekärer Überlebenswirtschaft und auf ein Instrument staatlicher Notstandsverwaltung reduziert sein.
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31.12.1999
Ein anderer Blick in das Jenseits des Kapitalismus
Italiano: Il superamento del lavoro
Aus: Robert Kurz, Ernst Lohoff, Norbert Trenkle (Hg.): “Feierabend! Elf Attacken gegen die Arbeit”, Hamburg 1999
Robert Kurz/Norbert Trenkle
Arbeitslosigkeit und Krisen hat es im Kapitalismus “schon immer” gegeben. Neu ist allerdings, daß diese Phänomene am Ende des 20. Jahrhunderts als “Krise der Arbeitsgesellschaft” firmieren; ein Ausdruck, der ursprünglich auf die Philosophin Hannah Arendt zurückgeht (Arendt 1989/1958). Bis zur ersten Hälfte dieses Jahrhunderts wäre niemand auf die Idee gekommen, die üblichen kapitalistischen Krisenerscheinungen mit einer solchen Bezeichnung zu belegen. Die Kategorie “Arbeit” erschien ja eben allen Parteien und Theorien gleichermaßen als ontologischer, überhistorischer Hintergrund alles gesellschaftlichen Geschehens. Wenn die Arbeit aufhört, muß der Himmel einstürzen.
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31.12.1998
english: Terror of Labour
Norbert Trenkle
Arbeit ist für den westlich sozialisierten Menschen die selbstverständlichste Sache der Welt; so selbstverständlich, daß er im allgemeinen gar keinen Gedanken darauf verschwendet, um was es sich eigentlich dabei handelt. Fragt man ihn, so wird er ungefähr antworten, Arbeit sei nichts anderes als zweckorientiertes, anstrengendes körperliches oder geistiges Tun und als solches ewige Notwendigkeit des menschlichen Daseins. Vielleicht geht er gar so weit, in der Arbeit das Wesen des Menschseins zu sehen, also das, was ihn vom Tier unterscheidet und aus der Natur heraushebt. Eine Schrift mit dem Titel “Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affens”, wie sie Friedrich Engels am Ende des 19. Jahrhunderts verfaßte, mag den Heutigen ein wenig zu pathetisch klingen, dennoch bringt sie den immer noch herrschenden Bewußtseinszustand auf den Punkt. Verräterischerweise zählt in “linken” Kreisen des Deutschen Gewerkschaftsbundes ausgerechnet diese Schrift zu den bewahrenswerten Texten des Marxismus.
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