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krisis

Beiträge zur Kritik der Warengesellschaft

Artikel zum Thema »Kritik der Arbeit«

15.12.2011 Beitrag drucken

Die Zeit der Arbeit

Julian Bierwirth

Wer über Arbeit reden will, sollte über die Zeit nicht schweigen. Wenn der Kapitalismus in seinem Wesen auf dem Terror der Arbeit beruht, dann ist dieser bei Lichte betrachtet nicht mehr als die Tyrannei der Zeit.
Kaum etwas dürfte – neben der Arbeit – dem modernen Menschen so in Fleisch und Blut übergegangen sein wie die Zeit. Nicht nur, dass wir uns selber aufgrund unseres Alters oder doch zumindest aufgrund der Zugehörigkeit zu einem bestimmten Lebensabschnitt definieren (und somit über so etwas wie einen Lebenslauf verfügen) – wir sind auch darüber hinaus in ein umfangreiches und sich neuerdings ständig wandelndes Zeitregime eingebunden. Egal ob in der Schule, am Arbeitsplatz, beim Gang zum Amt oder bei der Anmeldung zur Prüfung – überall begegnen uns abstrakte, unser Leben reglementierende und sich stetig wandelnde Zeitvorgaben, die einzuhalten von uns verlangt wird – zumindest wenn wir denn bekommen wollen, wonach uns der Sinn steht. Weiterlesen »

11.12.2011 Beitrag drucken

Sp(r)itzenleistungen

Doping am Arbeitsplatz dürfte langsam aber sicher zum Normalfall werden

Peter Samol

Um in der Arbeitsgesellschaft als vollwertiges Mitglied zu gelten, genügt es für gewöhnlich nicht, eine Arbeit zu haben. Man muss darüber hinaus auch ein gewisses Maß an Leistung vorweisen. Meistens ein sehr hohes. Sonst drohen Anerkennungsverlust, Druck von Seiten der Kollegen bzw. Vorgesetzten und nicht selten am Ende der Rauswurf. Darüber hinaus verdichten sich in allen Berufsfeldern stetig die Leistungsanforderungen, meist begleitet von wachsendem Konkurrenzdruck und der Angst vor Stellenstreichungen. Um all dem besser gewachsen zu sein und damit man nach außen hin immer noch den fleißigen und belastbaren Mitarbeiter geben kann, steigt die Bereitschaft zur Einnahme von Medikamenten, die der Leistungssteigerung dienen sollen. Allein in Deutschland putschen sich mehr als zwei Millionen gesunde Menschen regelmäßig auf, um besser mit ihrer Arbeit fertig zu werden. Das sind fünf Prozent aller Beschäftigten. Es ist zu befürchten, dass diese Art des Medikamentenmissbrauchs künftig zunehmen wird. Weiterlesen »

06.12.2011 Beitrag drucken

Reich der Arbeit

Franz Schandl

In folgendem Aufriss soll der überaffirmative Arbeits„begriff“ des Nationalsozialismus als Zuspitzung und Ausdehnung des obligaten gesellschaftlichen Wertekonsenses dechiffriert werden.

„Sieg der Arbeit“ heißt ein Buch, das der Nazi-Schriftsteller Anton Zischka (1904-1997) im Jahr 1941 im Goldmann Verlag veröffentlicht hat. „Kein schönerer Sieg der Arbeit ist je erfochten worden als der jenes ausgebluteten, niedergetretenen Deutschlands, das zu sich selbst fand, aus eigenster Kraft den Sieg errang über die reichsten und mächtigsten Imperien der Welt.“ (Z:15) In aller Welt sei jetzt „sichtbar, dass die Arbeit die Regentin unseres öffentlichen und privaten Lebens ist.“ (Z:23) Arbeit sei fortan nicht Mühsal, sondern „schöpferische Lust“ (Z:23). „Denn in Deutschland ist seit 1933 Arbeit eine Ehre.“ (Z:288) „,Der Betrieb ist eine zum Nutzen von Volk und Staat arbeitende Leistungsgemeinschaft‘, sagt der § 1 des deutschen Gesetzes zur Ordnung der Arbeit.“ (Z:288) „Der Arbeitsvertrag ist dadurch in ein gegenseitiges Treue- und Fürsorgeverhältnis umgewandelt und das Arbeitsverhältnis auf eine völlig neue Grundlage gestellt worden. Die Arbeit ist Dienst, nicht mehr ,Ware‘; Ehre, nicht mehr Fron.“ (Z:289) „Die Wertung des Menschen nach seiner Arbeit, nach seiner Einstellung gegenüber dem Volksganzen ist heute so selbstverständlich geworden…“ (Z:289) Weiterlesen »

02.12.2011 Beitrag drucken

Götzendienste

Petra Ziegler

Applaus garantiert. „Nicht die Maschinen brauchen Arbeit, die Menschen brauchen Arbeit!“ – Eine beinahe unverhüllt verrückte Ansage, vorgetragen im Duktus unumstößlicher Wahrheit. Wer allen Ernstes über die „sinnstiftende“ Wirkung von Tankstellenaushilfsjobs und dergleichen schwadroniert, kommt im deutschsprachigen Talk ungestraft davon. Weiterlesen »

01.07.2011 Beitrag drucken

Sucharbeit

Peter Samol
(Dieser Text ist in der Kolumne Dead Men Working in der Zeitschrift Streifzüge erschienen.)

Maria Wölflingseder hat mich gebeten, in dieser Ausgabe den Text für ihre Kolumne zu schreiben. Dazu gekommen ist es, weil ich auf einen Roman gestoßen bin, der die Erfahrungen mit sogenannten „arbeitsfördernden Maßnahmen“, wie sie Maria häufig an dieser Stelle beschreibt, zum Thema hat. Das Buch stammt aus dem Jahr 2006 und trägt den Titel „Schule der Arbeitslosen“. Verfasst von Joachim Zelter, der es mit einem anderen Roman („Der Ministerpräsident“) auf die Longlist des deutschen Buchpreises 2010 geschafft hat. Weiterlesen »

17.09.2010 Beitrag drucken

Interview: Arbeit und die Logik der Abstraktion

Moishe Postone im Gespräch mit Timothy Brennan

(Überarbeitete Übersetzung vom 17.9.2010)

Moishe Postones Arbeit „Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft“ hat seit ihrer Veröffentlichung im Jahre 1993 zahlreiche zustimmende Beurteilungen aus den verschiedenen Bereichen der kritischen Sozialwissenschaften hervorgerufen. Postone stellt die These auf, dass die „gesellschaftliche Herrschaft“, auf die der Buchtitel Bezug nimmt, nicht allein durch Marktmechanismen und Privateigentum, sondern von der Arbeit selbst erzeugt wird. Ähnlich wie in den Konzepten der Theoriegruppe krisis in Deutschland (und den Arbeiten von Ernst Lohoff, Norbert Trenkle und Robert Kurz, letzterer jetzt Gruppe Exit) wird die industrielle Arbeit eher als Hindernis für die menschliche Emanzipation begriffen, denn als Schlüssel zu ihr. Während Postone insofern eine Konvergenz zwischen den Zielen des Kapitalismus und den älteren Formen des Staatssozialismus konstatiert, begnügt er sich jedoch nicht mit der Widerlegung älterer Systeme. Einer der tragenden Pfeiler seines Buches ist der Versuch, eine neue kritische Gesellschaftstheorie zu begründen. Weiterlesen »
29.08.2010 Beitrag drucken

Rise and Fall of the Working Man

On Criticism of Modern Masculinity

Deutsche Version

Norbert Trenkle

Our permanent crisis, the perfect economic storm, calls for radical rethinking, rethinking work, meaning, fulfilment, sexism and cooperation and reducing our footprint. The work religion confuses independence and dependence and distorts the world into a foreign object. Weiterlesen »

26.06.2010 Beitrag drucken

Nie wieder so viele Autos bauen. Nie wieder so lange arbeiten.

Solange sich nichts Grundlegendes ändert, geht die Krise weiter.

“Emanzipation Und Frieden”

Das deutsche Staatsoberhaupt macht sich Sorgen um den Kapitalismus. Weiterlesen »

21.04.2009 Beitrag drucken

Konkret- und abstrakt-allgemeine Arbeit

Red. Anmerkung: Ernst Lohoff hat sich in seinem Artikel »Der Wert des Wissens« in krisis 31 (2007, S. 13-51, Kurzfassung) zur Begründung der »Universalgüterthese«, nach der digitale Informationsgüter genuin wertlos sind, u.a. auch auf den Begriff der »allgemeinen Arbeit« bezogen. Daraus ist eine Diskussion entstanden, die wir hier in loser Artikelfolge dokumentieren wollen. Den Auftakt bilden die Thesen von Stefan Meretz.

Thesen zur „allgemeinen Arbeit“

Stefan Meretz Weiterlesen »

06.04.2009 Beitrag drucken

Kreislaufprobleme

Warum Dienstleistungen als tragender Wirtschaftszweig nicht in Frage kommen

Streifzüge 45/2009

Peter Samol

Die Krise ist noch gar nicht richtig eingetreten, da wird bereits bekundet, ihr Ende sei in Sicht. Weiterlesen »

30.03.2009 Beitrag drucken

Κριτική Θεωρία για τον Καπιταλισμό σήμερα

English versionTürk versiyon

Η συνέντευξη αυτή με τον Moishe Postone που δόθηκε στον Salih Selcuk και δημοσιεύτηκε στο τουρκικό περιοδικό YARIM

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20.02.2009 Beitrag drucken

A CAPITULAÇÃO PERANTE O CAPITALISMO

Deutsche VersionVersión española

Norbert Trenkle Weiterlesen »

30.01.2009 Beitrag drucken

Da Decomposição do Trabalho

Deutsche Version

Franz Schandl

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18.01.2009 Beitrag drucken

EL TRABAJO NO LIBERA

Una sinopsis comentada sobre Günther Anders

Deutsche VersionVersion française

Franz Schandl

Traducción: Gerlinde Kössler
Revisión de l’español: Maria C. Maomed

Quien tenga buena voluntad y no carezca completamente de entendederas puede acceder casi sin esfuerzo al universo del filósofo. El lenguaje de Günther Anders no es sólo magistral, también es accesible en el mejor sentido de la palabra, sin que nunca se vuelva banal. Weiterlesen »

18.01.2009 Beitrag drucken

Arbeit macht nicht frei

Libre commentaire des vues de Günther Anders sur le travail

Deutsche VersionVersión española

Franz Schandl

Il est relativement facile à qui fait preuve de bonne volonté et ne marche pas sur la tête de pénétrer l’univers des philosophes. La langue de Günther Anders n’est pas que magistrale, elle est aussi courante, au meilleur sens du terme, sans jamais devenir banale. Weiterlesen »

24.10.2008 Beitrag drucken

Buchvorstellung: Die Grenzen des Kapitalismus

Wie wir am Wachstum scheitern

Von Andreas Exner, Christian Lauk und Konstantin Kulterer

220 Seiten EUR: 19,95 CHF: 34,80

Bestellen auf Amazon

Das Buch „Die Grenzen des Kapitalismus – wie wir am Wachstum scheitern“ ist ein Projekt des Social Innovation Network (Sinet) und das Ergebnis mehrjähriger, intensiver Diskussionen im Kreis um Andreas Exner, Christian Lauk, Konstantin Kulterer, Ernst Schriefl aus Wien und Klagenfurt. Wir möchten zeigen, dass der in das kapitalistische System eingebaute, positive Rückkopplungsmechanismus namens Wirtschaftswachstum mit einem kontinuierlich steigenden Verbrauch von Energie und Rohmaterialien verbunden ist. Und dass dieser steigende Verbrauch – und somit auch das Wirtschaftswachstum – früher oder später an seine natürlichen Grenzen stoßen wird.

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23.10.2008 Beitrag drucken

Aufstieg und Fall des Arbeitsmanns


Zur Kritik der modernen Männlichkeit

English Version

Februar 2008

Norbert Trenkle

Die Krise der Arbeit ist auch eine Krise der modernen Männlichkeit. Denn der moderne, bürgerliche Mann ist in seiner Identität auf ganz grundlegende Weise als Arbeitsmann konstituiert und strukturiert. Als ein Jemand der anpackt und schafft, der zielgerichtet, rational, effizient und sachlich handelt und immer ein messbares Ergebnis sehen will. Das muss nicht immer „im Schweiße seines Angesichts“ geschehen. In dieser Hinsicht ist die moderne männliche Identität durchaus flexibel. Der Anzugsmensch im Management, in der Unternehmensberatung oder in der Regierung versteht sich ebenso als Macher – oder eigentlich sogar noch mehr – als der Arbeiter am Bau, am Fließband oder am Steuer eines LKWs. Letztere sind als Leitbilder männlicher Berufsorientierung ohnehin längst veraltet und bleiben denen vorbehalten, die den Sprung über die sozialen Hürden auf dem Weg in die oberen Büroetagen, nicht schaffen. Umso mehr jedoch dienen sie auf der symbolischen Ebene als Repräsentanz von wahrer Männlichkeit. Halbnackte Muskelmänner mit dicken Schraubenschlüsseln oder Vorschlaghämmern in der Hand, dekorativ ein wenig mit Öl verschmiert aber ansonsten geradezu aseptisch clean vor der ästhetisierenden Kulisse eine Autowerkstatt oder eines Hochofens inszeniert, sind die Ikonen moderner Maskulinität.

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31.12.2007 Beitrag drucken

Arbeitsterror und Arbeitskritik

Repressive Toleranz und ihre Grenzen

französische Version

Erweiterung des Textes von 2000 für die krisis-Homepage

Ernst Lohoff

Die moderne westliche Gesellschaft feiert sich gewohnheitsmäßig als Hort von Toleranz und Freiheit und das moderne Warensubjekt behauptet gerne von sich, es kenne keine Tabus. Näher besehen erweist sich die vermeintliche Vorurteilsfreiheit des modernen Warensubjekts indes als bloße Schmerzunempfindlichkeit und als Resultat einer mimetische Anpassung an einen Zustand konsequenter Entmündigung. Diese Gesellschaft konditioniert ihre Mitglieder darauf, dass die Entscheidung über den Inhalt des gesellschaftlichen Reichtums und die Ausgestaltung des sozialen Zusammenhangs nicht ihrer bewussten Verständigung obliegt, sondern einer anonymen Instanz, dem Markt. Ob Senf oder Waschpulver, ob sexuelle Präferenzen oder politische Meinungen, das Marktgängige ist das Richtige und das Unverkäufliche das Falsche. Offen und vorurteilsfrei geht das moderne Warensubjekt nur insofern durchs Leben als es die Stellung des Marktes als einzig legitime Anerkennungsinstanz verinnerlicht hat und sich ihm gesellschaftliche Beziehungen immer schon in Angebots- und Nachfragerelationen übersetzen.

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31.12.2007 Beitrag drucken

Was ist Wertkritik?

Interview der Zeitschrift MARBURG-VIRUS mit Ernst Lohoff und Robert Kurz

Frage 1: Ein zentrales Merkmal der Krisis ist ihr wertkritischer Ansatz. Könnt Ihr kurz skizzieren, was Wertkritik für Euch heißt und was den entscheidenden Unterschied dieses Ansatzes zu anderen linken Theorietraditionen ausmacht? Ist die “Kritik der Warengesellschaft”, so der Untertitel der Krisis, dasselbe wie die Kritik der politischen Ökonomie? Was heißt Wert und Wertvergesellschaftung? Weiterlesen »

31.12.2007 Beitrag drucken

Arbeit macht nicht frei

Eine kommentierte Zusammenschau zu Günther Anders

Version françaiseVersión española

von Franz Schandl

Wer guten Willens und nicht ganz auf den Kopf gefallen ist, kann relativ mühelos Eintritt in das Universum des Philosophen finden. Günther Anders Sprache ist nicht nur meisterlich, sie ist auch im besten Sinne zugängig, ohne irgendwo banal zu werden. Bei Anders sind viele Türen weit offen, nirgendwo vermittelt er die erlauchte Erhabenheit einer Aura. Fragestellungen und Themen, ja literarische Formen wechseln je nach unmittelbaren Erfordernissen. Es ist ein genrelosen Schreiben, zu dem er sich bekennt 1 und das er für adäquat betrachtet. Einschränken lässt er sich nicht, freilich ist er auch schwer einzuordnen.

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31.12.2007 Beitrag drucken

Durchstarten!

Streifzüge 39/2007

Maria Wölflingseder

Auf der Pampers-Windel-Werbung prangt unter dem Foto eines friedlich schlafenden Säuglings der Schriftzug: “Bitte nicht stören. Arbeite auf Hochtouren.” Dass “dein Gehirn während der Nacht Millionen von Verbindungen herstellt, um all das zu verarbeiten, was du tagsüber erlebt hast”, wird klein gedruckt erklärt. – Auf Hochtouren arbeiten, ist das Gebot der Stunde, offenbar vom Säuglingsalter an!

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31.12.2007 Beitrag drucken

Müßiggang ist aller Tugend Anfang

Streifzüge 40/2007

“Nicht Arbeit, sondern Muße ist das Ziel des Menschen – oder schöne Dinge herstellen oder schöne Dinge lesen oder einfach die Welt mit Bewunderung und Entzücken betrachten.” — Oscar Wilde: Oscariana – Oder Wildes Denken, Zürich 2000.

Maria Wölflingseder

Ein aktueller Bestseller über den Müßiggang? Erstaunlich! Die Welt am Sonntag nennt ihn “eine fulminante kulturgeschichtliche Rechtfertigung der Faulheit”. “Je länger man in dem Band liest, desto idiotischer erscheint ein Großteil der emsigen Routine, die unser Leben dominiert”, schreibt die Sunday Times.

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31.12.2007 Beitrag drucken

Zeit wird’s

Streifzüge 40/2007

Andreas Exner

Wie alltäglich diese Klage ist: zuwenig Geld zu haben oder zuwenig Arbeit. Als könnte eins von Geld abbeißen und von Arbeit leben. Das ist schon eigenartig. Immerhin, am Geld- und Arbeitsbedürfnis ist noch deutlich sichtbar, dass beides erst von dieser bestimmten Form von Gesellschaft in die Welt gesetzt wird.

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31.12.2006 Beitrag drucken

Vom Verkaufen

Notizen zum gesellschaftlichen Stoffwechsel – Teil 2

Streifzüge 38/2006

von Franz Schandl

Forsch zur Sache schreitet Niklas Luhmann. Sein Band “Die Wirtschaft der Gesellschaft” (Frankfurt am Main 1994) beginnt gleich mit den Preisen, im Index finden sich weder die Begriffe Kaufen noch Verkaufen. Worum es ihm geht, ist die Zahlung: “Ein System, das auf der Basis von Zahlungen als letzten, nicht weiter auflösbaren Elementen errichtet ist, muss daher vor allem für neue Zahlungen sorgen.” (S. 17) Das, was deren Bedingung ist, was hinter den Zahlungen steckt, kommt nur am Rande vor. Für Luhmann scheint da kein Problem vorhanden zu sein, zumindest keines, das er, der alles theoretisieren will, theoretisieren möchte. Und Luhmann steht hier nicht alleine. Kaufen gilt solch forschen Forschern als fixe Größe der menschlichen Spezies. Ein Problem sehen die politischen Ökonomen erst dann gegeben, wenn nicht mehr gezahlt werden kann, aber keineswegs in dem Umstand, dass gekauft werden muss.

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31.12.2006 Beitrag drucken

Fetisch Arbeit

Buchbeitrag aus “Land der Hämmer – Zukunftsreich?”, herausgegeben von der Gruppe “unicum:mensch” an der Salzburger Universität um Univ.Prof. Clemens Sedmak. Nur bei www.unicummensch.org, unicuminfo@gmx.net erhältlich.

Die “Arbeit” ist ihrem Wesen nach die unfreie, unmenschliche, ungesellschaftliche Tätigkeit.” – Karl Marx

von Maria Wölflingseder

Alle fordern Arbeit, Arbeit, Arbeit! Manche fordern eine bedarfsorientierte Grundsicherung, andere ein bedingungsloses Grundeinkommen. Aber niemand hinterfragt die Hintergründe der menschenverachtenden, absurden Verhältnisse, die heute in der Arbeitswelt herrschen. War es nicht ein uralter Menschheitstraum weniger arbeiten zu müssen, um endlich Zeit für’s “eigentliche Leben” zu haben? Nicht das fürs Überleben notwendige Arbeiten sollte doch im Mittelpunkt stehen, sondern alles jenseits der bloßen Bedürfnisbefriedigung: Die Muße, die Kunst, das Spiel, die Philosophie, alles, was das eigentlich Menschliche ausmacht. Heute wäre es endlich möglich, diesen Traum zu verwirklichen. Aufgrund der enorm gestiegenen Arbeitsproduktivität könnten alle Menschen auf der Erde bei – im historischen Vergleich – geringem Aufwand gut versorgt werden. Trotz des Absterbens der Arbeit entpuppt sie sich als totalitäre Macht, die keinen Gott neben sich duldet. Heute beten wir die Arbeit noch immer wie einen Fetisch, wie ein Zaubermittel an.

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31.12.2005 Beitrag drucken

Warten auf den Aufschwung

Peter Samol

frei nach Samuel Becket: „Warten auf Godot“

Download als OGG-Theora-Video bei archive.org

Personen:

Gigi ein Arbeitsloser

Dodo noch ein Arbeitsloser

Peter Hartz Arbeitgeber und Politikberater

Schröder sein Diener

Der Experte ein Arbeitsmarktforscher

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31.12.2005 Beitrag drucken

Lohnabhängig

Der entlarvendste aller Begriffe

Aus: junge Welt, 03/2005

Von Franz Schandl

Manche Wörter werden schnell Unwörter, manche Wörter werden nie Unwörter, zu tief sind sie in unseren Sprachgebrauch eingedrungen, als dass die Implikationen noch auffallen. Indes, was selbstverständlich ist, muss noch lange nicht verständlich sein. Nehmen wir etwa den Begriff des Lohnabhängigen. Was sagt er aus? Er sagt aus, dass so definierte Subjekte abhängig sind vom Lohn und sich verdingen müssen um leben zu können. Der alles verratende Terminus wird verwendet jenseits jeder kritischen Wahrnehmung.

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31.12.2005 Beitrag drucken

Arbeitslos heißt wertlos

Zur Dekonstruktion sozialer Deklassierung

Aus: junge Welt, März 2005

Von Franz Schandl

Wie hieß das System, das Menschen zur Arbeit zwang, ihnen aber den Zugang zum Zwang verwehrte? So oder ähnlich werden Prüfungsaufgaben in hoffentlich nicht zu ferner Zukunft lauten. Heute jedoch ist das bittere Realität, und sie wird immer bitterer. Sieht man sich die Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt an, dann scheint gegen die galoppierende Arbeitslosigkeit kein Kraut gewachsen zu sein. Die Konsequenzen sind verheerend, auch dahingehend, was sie in den Psychen anrichten.

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31.12.2005 Beitrag drucken

After Work

Aus: Losarbeiten Arbeitslos – Globalisierungkritik und die Krise der Arbeitsgesellschaft, Okt. 2005, Unrast Verlag

von Ernst Lohoff

In den 1980er Jahren hatte sich angesichts der sich abzeichnenden »Krise der Arbeit« der Begriff »Arbeitsgesellschaft« als eine andere Bezeichnung für die moderne kapitalistische Gesellschaft eingebürgert. Er trifft den Nagel den Kopf. Dieser Terminus bringt das Wesen der Gesellschaft, in der wir leben, sogar weit präziser auf den Punkt, als es seine Urheber geahnt haben. Die moderne Warengesellschaft ist nicht nur die Arbeitsgesellschaft par excellence in der Geschichte, weil sie der Produktion einen höheren Stellenwert einräumt als alle anderen Gesellschaften. Streng kategorial genommen, ist der Begriff »Arbeitsgesellschaft« prinzipiell sogar für sie zu reservieren. Die moderne Warengesellschaft ist die einzige Arbeitsgesellschaft, die es je gegeben hat und die es je geben wird.

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31.12.2005 Beitrag drucken

Wertkritik im Comic

Zwei Comic-Alben eröffnen interessante Einblicke in die Irrungen und Wirrungen der Arbeitsgesellschaft.

Streifzüge 35/2004

von Peter Samol

Wer sich den gesellschaftlichen Verhältnissen im Kapitalismus mit einer kindlich naiven Grundhaltung nähert, kann zu Erkenntnissen gelangen, die dem unbedarften Normalzeitgenossen schlichtweg entgehen. Ein bekanntes Beispiel dafür ist Hans Christian Andersens Märchen von des Kaisers neuen Kleidern. Während Andersens Text eher ein metaphorischer Charakter innewohnt, sollen im Folgenden zwei Beispiele aus der Spätphase des Kapitalismus vorgestellt werden, die sich stärker mit den konkreten Gegebenheiten unserer Gesellschaftsform befassen. Sie gehören dem Medium der Comics an.

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31.12.2005 Beitrag drucken

Arbeits- und Sozialkritik in Zeiten des kapitalistischen Amoklaufs

Arbeits- und Sozialkritik in Zeiten des kapitalistischen Amoklaufs

Ernst Lohoff & Maria Wölflingseder

Kein Tag vergeht, an dem PolitikerInnen, Arbeitgeberverbände oder irgendwelche so genannte WirtschaftsexpertInnen nicht mit neuen Vorschlägen zur “Rettung des Sozialstaats” und zur Verbesserung der Arbeitsmarktlage aufwarten würden. Der Begriff “sozial” macht einen grundlegenden Bedeutungswechsel durch. Früher bezeichnete “sozial” eine Pflicht der Gesellschaft gegenüber ihren Mitgliedern. Heute steht das Wörtchen “sozial” umgekehrt für die Fürsorgepflicht der Gesellschaftsmitglieder gegenüber der kapitalistischen Gesamtmaschine.

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31.12.2005 Beitrag drucken

Critical Theory of Capitalism Today

Türk versiyonΕλληνική εκδοχή

Interview with Moishe Postone by Salih Selcuk

Pubished in YARIM, Istanbul, Feb. 2005

1. You reformulate the basic categories of Marx’s critique of political economy. According to you: where does Marxism reveal to be nowadays unsufficient, when it comes to explain capitalist society?

2. “Labor” seems to be the basic category that constitutes capitalist life, as you by the way claim it. Can one formulate today an intelligent critique of capitalism without criticizing labor?

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31.12.2005 Beitrag drucken

MOISHE POSTONE ile Kapitalizmin Güncel Eleştirel Teorisi

SÖYLEŞİ / MOISHE POSTONE ile

English versionΕλληνική εκδοχή

SÖYLEŞİ: SALİH SELÇUK

salihselcuk AT hotmail.com

Siz, Marx’ın ekonomi-politik eleştirisinin temel kategorilerini yeniden formüle ediyorsunuz. Bugünün reel kapitalist toplumunu açıklarken geleneksel Marksizm, sizce hangi konularda yetersiz kalıyor?

Marx’ın ekonomi-politik eleştirisinin ana kategorilerini benim yeniden formüle edişim, kısmen, 1973’ten sonraki devasa küresel siyasi değişimlerin etkisiyle oldu. Geriye baktığımızda, erken 21. y.y. bakış açısından daha açıkça görüyoruz ki, kapitalizm bir seri farklı tarihi biçim içinde varolmuştur – örneğin 19. y.y. liberal kapitalizm, 20.y.y. devlet merkezli “Fordist” kapitalizm ve şimdi, neo-liberal global kapitalizm. Bu gösterir ki, kapitalizm tarihi düz çizgisel bir gelişim olarak algılanamaz. Bundan da önemlisi, görülüyor ki, kapitalizmin en temel özellikleri bu özgün tarihi şekilleri ile tamamen özdeşleştirilemez.

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31.12.2004 Beitrag drucken

Keine statt prekäre Arbeit

In der Jungle World 28/2004 (30. Juni 2004) erschien der Artikel “Lieber faul als prekär” unter meinem Namen. Da die Redaktion Passagen sinnentstellend geändert hat, soll hier die ursprüngliche und autorisierte Version veröffentlicht werden.

english version

Karl-Heinz Lewed

So haben die Ideologen der modernen Dienstleistungsgesellschaft die Zukunft eigentlich nicht gemalt: Arbeitshetze ohne Absicherung, Ausbeutung in Klitschenbetrieben, Leiharbeit bei obskuren Vermittlungsagenturen, Niedriglöhne für Servicekräfte, Ich-AGs und Eigenvorsorge als Zwangsinstrument der Arbeitsverwaltung. Spätestens nach dem Absturz der New Economy ist offenkundig, dass Flexibilisierung, Individualisierung und Outsourcing keine Versprechen, sondern immer Drohungen waren und für die Mehrheit nichts anderes bedeuten als Armut und prekäre Arbeitsverhältnisse. Doch nicht nur Beschäftigte im Elends-Dienstleistungsbereich sind von der massiven Senkung sozialer Standards betroffen. Bekanntlich erstreckt sich diese Tendenz auf die gesamte Gesellschaft in den westlichen Metropolen. Von der Peripherie spricht ohnehin keiner mehr. Allerdings gibt es Beschäftigungs-Segmente, in denen ein besonders fortgeschrittenes Maß an Deregulierung, Niedriglohn und  Prekarisierung herrscht, wie im Reinigungs- und Gaststättengewerbe, bei Hausangestellten oder in der Altenbetreuung. Dabei ist es kein Zufall, dass in diesen Bereichen oft unter miserabelsten Bedingungen MigrantInnen beschäftigt sind, ohne jede rechtliche oder gar tarifvertragliche Absicherung.

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31.12.2004 Beitrag drucken

Black is Beautiful

Die Bundesregierung will die Vorteile, die Schwarzarbeit der Wirtschaft bietet, auf neue legale Arbeitsverhältnisse übertragen.

erschienen in: Jungle World, 19/2004

Ernst Lohoff

Das Bundesfinanzministerium redet der Nation ins Gewissen. »Schwarzarbeit kostet Milliarden, ein Minijob oft nur ein paar Euro«, mahnt derzeit eine streng dreinblickende Lehrerin namens Marlene H. im Auftrag des Fiskus von den Plakatwänden in Deutschland. Aber auch die IG Bau und die Handwerkskammern blasen zur moralischen und fahndungstechnischen Offensive gegen »illegale Beschäftigung«. Das Bündnis für Arbeit gehört längst der Vergangenheit an, das Bündnis gegen Schwarzarbeit dagegen steht wie eine Eins.

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31.12.2004 Beitrag drucken

Radikaler Realismus

“Arbeit macht das Leben süß, so süß wie Maschinenöl.” — Ton, Steine, Scherben

Ernst Lohoff

Die Rettung des Sozialstaats erfordert dessen Beseitigung. Unter diesem paradoxen Motto steht die zweite Amtszeit der hiesigen rot-grünen Regierung. Die KollegInnen in den europäischen Nachbarstaaten folgen dem gleichen Programm. Auch jene EU-Kernländer, die seit dem Irakkrieg gegenüber den USA verstärkt außenpolitische Eigenständigkeit demonstrieren, betreiben nach Innen eine rasante “Amerikanisierung”. Alle scheinen sich das Ziel gesetzt zu haben, die westliche Vormacht beim Übergang zu einem sozial entsicherten Kapitalismus einzuholen und zu überholen.

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31.12.2004 Beitrag drucken

Ein Frontalangriff


Moishe Postone wirft die traditionelle Gesellschaftskritik über den Haufen.

erschienen in: Jungle World Nr. 24/2. Juni 2004

von Norbert Trenkle

Es gibt Bücher, die mit lautem Getöse verkünden, sie hätten die Welt neu erfunden, obwohl sie nicht viel mehr als einen weiteren Aufguss fader Allerweltsweisheiten präsentieren. Das genaue Gegenteil stellt Moishe Postones Buch »Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft« dar. In Ton und Duktus ruhig und vorsichtig – manchmal fast zu sehr –, stellt es dem Inhalt nach einen veritablen Frontalangriff auf die grundlegenden Scheingewissheiten des bisherigen gesellschaftskritischen Denkens dar. Mit ungeheurer Gründlichkeit untergräbt Postone dessen theoretische Fundamente und stellt es radikal in Frage.

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31.12.2004 Beitrag drucken

Vorwort – Dead Men Working


Gebrauchsanweisungen zur Arbeits- und Sozialkritik in Zeiten kapitalistischen Amoklaufs

Unrast-Verlag, Münster

Ernst Lohoff, Norbert Trenkle, Karl-Heinz Lewed und Maria Wölflingseder (Hg.):

Vorwort

Unablässig wird uns die immergleiche Botschaft ins Hirn gehämmert: Neue Arbeit braucht das Land. Die aber sei nur zu haben, wenn die betriebswirtschaftliche Rentabilität endlich bedingungslos als gesellschaftliche Leitkultur anerkannt werde. Dann blühe uns ein Leben in materiellem Wohlstand und Freiheit.

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31.12.2004 Beitrag drucken

Das Notwehrheer

Blattschüsse auf Arbeitsplatzhirsche: Ein Sammelband der Krisis-Gruppe

Erschienen in: junge Welt vom 27.7.04

Tobias Peschke

Nach allgemeiner Auffassung haben nur diejenigen einen Anspruch auf Wohlstand, die etwas zu seiner Herstellung beitragen. Dieser Beitrag wird gewöhnlich »Arbeit« genannt. Aber Arbeit wird knapp. Überall liegt die Drohung von Entlassungen und Betriebsschließungen in der Luft. In dieser Situation werden Arbeitszeitverlängerungen und Lohnverzicht durchgesetzt. Propagiert werden Flexibilität, Mobilität und die bedingungslose Verfügbarkeit der abhängig Beschäftigten. Trotzdem gelten immer mehr Menschen als zu alt, zu unerfahren oder werden schlichtweg unbrauchbar. Gleichzeitig wird ein harter politischer Kurs gegen Arbeitslose gefahren: Jede nur denkbare Gelegenheit zur Streichung von Leistungen wird genutzt. Wer beim Arbeitsamt nicht permanent nachweist, sich intensiv um Arbeit zu bemühen und nicht an jeder verordneten Zwangsmaßnahme teilnimmt, sei sie auch noch so unsinnig, wird zumindest zeitweise aus dem Leistungsbezug ausgeschlossen.

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31.12.2004 Beitrag drucken

Tote arbeiten länger

akin-Pressedienst der nichtkommerziellen Wiener Wochenzeitung ‘akin’

14. September 2004

Bernhard Redl

Was bin ich? So hiess es früher bei Robert Lembke. Was bin ich? Sozialarbeiter, Netzwerkadministratorin, Buchhalter, Bauer, Politikerin. Was bist du? Auf diese Frage sagt niemand: 36 Jahre alt, ledig, Heimwerker, Tarockspieler, Tangotänzer, Biertrinker, Wiener, Zigarrenraucher, Warmduscher. Selbst wenn man nicht einer Lohn- oder Einkommensarbeit nachgeht, definiert man sich über den Beruf: Schülerin, Pensionist, Hausfrau oder arbeitslos. Das sind die gängigen Antworten.

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31.12.2004 Beitrag drucken

Der Nächste bitte…

BEMERKUNGEN ZUR AKTUELLEN DURCHKAPITALISIERUNG DES LEBENS AM BEISPIEL DER KRANKENHÄUSER

Streifzüge 30/2004

von Lothar Galow-Bergemann

(Vorabdruck aus “Dead Men Working – Gebrauchsanweisung zur Arbeits- und Sozialkritik in Zeiten kapitalistischen Amoklaufs”, hg. von Ernst Lohoff, Norbert Trenkle, Karl-Heinz Lewed, Maria Wölflingseder, das im Juni 2004 im Unrast Verlag erscheint.)

Der nachfolgende Text ist aus der Praxis des Autors als Gewerkschafter und Personalrat in einem Großklinikum entstanden. Er hat einen Beitrag zur innergewerkschaftlichen Debatte um die Positionierung zu den gegenwärtigen tief greifenden Veränderungen in der Krankenhauslandschaft der BRD zur Grundlage.1

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27.12.2004 Beitrag drucken

Arbeitskritik und soziale Emanzipation


Eine Replik auf Kritiken am Manifest gegen die Arbeit

französische Version

erschienen in: Krisis 28 (Oktober 2004)

Norbert Trenkle

Das vor fünf Jahren veröffentlichte Manifest gegen die Arbeit hebt sich zweifellos aus dem Rahmen der sonstigen krisis-Publikationen hervor. Seinem Charakter als Pamphlet entsprechend, zielt es darauf, zentrale theoretische Positionen, die im Laufe der Jahre in dieser Zeitschrift entwickelt wurden, in komprimierter und zugespitzter Form in den öffentlichen Diskurs zu tragen. Dies ist nicht ohne Erfolg geblieben. Wohl keine andere Veröffentlichung der krisis hat so viel Resonanz, auch über den deutschsprachigen Raum hinaus, gefunden – und das heißt nicht zuletzt auch: so viel Kritik auf sich gezogen. Bemerkenswert ist dabei, dass sich die Kritiken quer zu den länderspezifischen und verschiedenen linken Diskursen in vieler Hinsicht überschneiden. Die im Manifest formulierte Kritik trifft also offenbar etwas, das all diesen Diskursen trotz sonstiger Differenzen gemeinsam ist; eine gemeinsame Grundlage, die als so selbstverständlich gilt, dass sie normalerweise nicht einmal mehr ins Bewusstsein rückt.

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31.12.2002 Beitrag drucken

Tischlein, leck mich!

Die Krise der Arbeitsgesellschaft ist offensichtlich geworden. Der Glaube an neue Beschäftigung für Hunderttausende ist irreal.

Ernst Lohoff

In den späten siebziger und frühen achtziger Jahren galt es nicht nur im linksalternativen Milieu, sondern auch auf Soziologentagungen als ausgemacht: Der Arbeitsgesellschaft geht die Arbeit aus. Die Revolution der Mikroelektronik verwandle nicht allein mechanische Schreibmaschinen, sondern auch die Ware Arbeitskraft in einen unverkäuflichen Anachronismus.

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31.12.2002 Beitrag drucken

Die Ohnemich-AG

Für einen gesellschaftlichen Mißtrauensantrag

Die Glücklichen Arbeitslosen

Allem Anschein nach ist die Benutzeroberfläche der Gesellschaft aus althergebrachten Diskursen und Ritualen gewoben, die die wirkliche Entwicklung nur verschleiern. Stets werden Sprüche wiederholt, die keiner mehr glaubt. Die tiefenTendenzen der Gegenwart erscheinen nicht. Es ließen sich zahlreiche Beispiele dafür erwähnen, bloß werden wir uns hier auf das Hauptthema des aktuellen Wahlkampfs beschränken, nämlich die angekündigte Reform des Arbeitsmarktes. Denn vor all den brennenden Fragen, die es in einer echten Demokratie verdienen würden, zur Debatte zu stehen, scheint nur noch diese die Wahlentscheidung zu bestimmen (von der Frisur beider Kandidaten abgesehen, natürlich). In der beschleunigten Gesellschaft sind vier Jahre so lang wie die Ewigkeit, doch einige wissen noch, daß Helmut Kohl wegen seines Versagens, Landschaften blühen zu lassen, abgewählt wurde (dies obwohl seine Regierung es kurz vor der Wahl ganz sozialistisch ABM-Stellen regnen ließ). Und wir erinnern uns auch flüchtig, daß Gerhard Schröder sich dank des Versprechens wählen ließ, er würde die Zahl der Arbeitslosen halbieren. Nun, niemand wird ihm heute vorwerfen, er habe sein Ziel verfehlt, denn als er das versprach, glaubte ihm sowieso keiner. Aber gerade darin liegt der entscheidende Punkt: an dieser ständigen Beschwörung von Chimären, dieser Sinnentleerung des öffentlichen Diskurses, dieser generellen Verachtung. Die Würde des Regierenden ist unauffindbar.

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31.12.2002 Beitrag drucken

Die Bedeutung von “labor”

BLICK AUF EINIGE STELLEN BEI LATEINISCHEN AUTOREN UND EINIGE BEMERKUNGEN ÜBER DIE “TYRANNEI DER UHR”

von Paolo Lago (aus dem Italienischen übersetzt von Lorenz Glatz)

“Das Dasein als Knecht ist der Inhalt der Abstraktion ,Arbeit’. So ist es kein Wunder, dass dieser abstrakte Begriff in der Antike die metaphorische Nebenbedeutung von Leid und Unglück angenommen hat (etwa im Lateinischen)” — Robert Kurz

Im “Manifest gegen die Arbeit” der Gruppe Krisis lesen wir in Abschnitt 8 (Arbeit ist die Tätigkeit der Unmündigen): “Laborare bedeutete im Lateinischen so viel wie ‚Schwanken unter einer schweren Last’ und meint allgemein gefasst das Leiden und die Schinderei des Sklaven.” Tatsächlich bedeutet “laborare” genau genommen “sich abmühen”, “sich plagen”, “sich um etwas Sorgen machen”, während es “labare” ist, das “unter einer schweren Last schwanken”, “dem Fallen nahe sein” bedeutet. Nach dieser kleinen Präzisierung können wir von diesem Satz des Manifests ausgehen, einen kurzen Blick auf die Verwendung des Wortes “labor” bei einigen lateinischen Autoren (mit Schwerpunkt Vergil) werfen und werden dabei feststellen, wie es häufig einen negativen Sinn annimmt.

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31.12.2001 Beitrag drucken

Arbeitspack!

Franz Schandl

“An 90 Arbeitstagen wird nur gebummelt!” schlagzeilt die Gratisgazette UExpress am 20. November. Die Botschaft an die LeserInnen, hauptsächlich Vormittagsmenschen, die gerade auf dem Weg zu irgendeiner Arbeit sind, könnte deutlicher nicht ausfallen. Ganze 40 Prozent der Arbeit werden da angeblich sinnlos vergeudet. Durch verbessertes Management könnten an die 60 Tage eingespielt werden.

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31.12.2000 Beitrag drucken

Kurzreferat für das “Konkret Sommergelage” (30.6. – 2.7.2000)



Norbert Trenkle

1. Zuallererst muß ich die Fragestellung im Titel dieses Podiums in Frage stellen: “Klassenkampf oder Aussteigerbewegung?” suggeriert eine grundsätzlich falsche Alternative, die deshalb auch aus gutem Grund weder im “Manifest gegen die Arbeit” noch in anderen Schriften der Gruppe Krisis aufgeworfen wird. Wie kommt es aber, daß dies trotzdem in den betreffenden Diskussionen andauernd unterstellt wird? Wieso können sich die meisten Linken bis heute jenseits des Klassenkampfes offenbar nur kleinkarierte Alternativ- oder Subsistenzökonomie vorstellen?

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31.12.2000 Beitrag drucken

Kapitulation vorm Kapitalismus


Versión españolaVersão portuguêsa

Dritter Teil einer Stellungnahme zu linken Kritiken am Manifest gegen die Arbeit und am Schwarzbuch des Kapitalismus. Erschienen ist die Artikelreihe in der konkret. Im ersten Teil schreibt Robert Kurz über die Abwehrreaktionen des Arbeitermarxismus “Wir haben in so geliebt, den Klassenkampf”. Im Teil 2 geht es um “Auschwitz als Alibi? Die letzten Gefechte der Restlinken” ebenfalls von Robert Kurz (Die Texte können wir aus urheberrechtlichen Gründen leider nicht veröffentlichen. Der Autor hat uns die Veröffentlichung untersagt.).

aus: Konkret 7/2000

Norbert Trenkle

Kaum ein Gedanke ist in der Restlinken so verpönt, wie der an eine absolute historische Schranke des warenproduzierenden Systems der Moderne. Es scheint so, als spiegle sich der eigene unaufgearbeitete Niedergang in der Überzeugung wieder, der Kapitalismus genieße so etwas wie ein ewiges Leben, er sei unendlich flexibel und wandlungsfähig und deshalb prinzipiell in der Lage, jede Krise zu überstehen und jede Opposition durch Integration unschädlich zu machen. Bemerkenswert ist, daß diese Überzeugung die unterschiedlichsten Positionen quer durch das restlinke Spektrum verbindet und daher auch die Ablehnung der Zusammenbruchsdiagnose einen gemeinsamen Nenner der Kritik am “Schwarzbuch Kapitalismus”, dem “Manifest gegen die Arbeit” dem Buch “Feierabend!” und anderen Publikationen der Krisis-Gruppe bildet. In seltener Eintracht werfen, um nur ein paar Namen zu nennen, der linksakademische PROKLA-Redakteur Michael Heinrich, Freerk Huisken vom “Gegenstandpunkt” (beide in Konkret 3/2000) und Bahamas-Autor Martin Janz (Jungle World 8.3.2000) der Krisis vor, sie präsentiere mit ihrer Zusammenbruchsdiagnose ja nun wirklich die älteste Kamelle aus der marxistischen Mottenkiste.

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31.12.2000 Beitrag drucken

Welchen Wert hat die Arbeit?

Vortrag am 18. Juli 2000 in Berlin

Quelle: www.jungle-world.com

von Moishe Postone

Für die Linke ist die historische Wende der neunziger Jahre – Zusammenbruch der kommunistischen Staaten Osteuropas, Rollback des Wohlfahrtsstaates, Entstehung des Neoliberalismus – eine Herausforderung: Einerseits muss man diesen Veränderungen inhaltlich begegnen, andererseits ist man mit der Vorhaltung konfrontiert, sie markierten das Ende der Marxismus und seiner Gesellschaftstheorie. Gleichzeitig stellt die erneut sich zeigende ungebremste Dynamik des Kapitalismus auch poststrukturalistische Geschichtsansätze und Theorien der demokratischen Selbstbestimmung in Frage.

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31.12.1999 Beitrag drucken

Manifest gegen die Arbeit

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Gruppe Krisis

1. Die Herrschaft der toten Arbeit

Ein Leichnam beherrscht die Gesellschaft – der Leichnam der Arbeit. Alle Mächte rund um den Globus haben sich zur Verteidigung dieser Herrschaft verbündet: Der Papst und die Weltbank, Tony Blair und Jörg Haider, Gewerkschaften und Unternehmer, deutsche Ökologen und französische Sozialisten. Sie alle kennen nur eine Parole: Arbeit, Arbeit, Arbeit!

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31.12.1999 Beitrag drucken

Thesen zum Kongreß “Anders arbeiten – oder gar nicht?!”

(23. – 25. April 1999 in Berlin)

Norbert Trenkle

1. Die Vorstellung, es könne ein “Anders Arbeiten” in einem “alternativen” oder “Dritten Sektor” neben der kapitalistischen Verwertungsmaschinerie geben, war schon immer eine Illusion. Denn der Dritte Sektor steht nicht jenseits von Markt und Staat, sondern ist deren notwendige Ergänzung und Existenzbedingung. Er erfüllt die Systemfunktion, all die gesellschaftlich notwendigen Tätigkeiten und Aufgaben aufzufangen, die sich betriebswirtschaftlich nicht “rentieren”, die der Staat in eigener Regie nicht organisieren kann oder will und die auch nicht (oder nicht in ausreichendem Maße) auf die Familien (und das heißt immer noch größtenteils: auf die Frauen) abgewälzt werden können. Diese systemstabilisierende Funktion gewinnt logischerweise im gleichen Maße an Gewicht, wie immer weniger Menschen ein Auskommen in der kapitalistischen Verwertungsmaschinerie finden, weil ihre Arbeitskraft dort nicht mehr benötigt wird. Je weiter also die Krise der Arbeitsgesellschaft voranschreitet, desto größer wird auch der ökonomische und politische Anpassungsdruck auf den Dritten Sektor und desto kleiner werden die ohnehin schon begrenzten Frei- und Spielräume die er barg. Wenn er also heute staatlicherseits zunehmend als sozialer Puffer entdeckt wird (wie etwa im Bericht der bayerisch-sächsischen Zukunftskommission), dann ist das keine Willkür und kein Mißbrauch, sondern politisch einfach nur folgerichtig. Organisiert sich dagegen kein konsequenter Widerstand, dann wird der Dritte Sektor bald völlig auf eine Form prekärer Überlebenswirtschaft und auf ein Instrument staatlicher Notstandsverwaltung reduziert sein.

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31.12.1999 Beitrag drucken

Feierabend! Elf Attacken gegen die Arbeit

Robert Kurz, Ernst Lohoff, Norbert Trenkle (Hg.)

Je offensichtlicher es wird, daß die Tage der Vollbeschäftigung vorbei sind und die Arbeitsgesellschaft an ihre historische Grenze stößt, desto lauter ertönt der Ruf nach ihrer Rettung. Sozialdemokraten und Rechtsradikale, Unternehmerverbände und Gewerkschaften, Neoliberale und die Apologeten eines Jobwunders im Dienstleistungssektor, sie alle sind sich einig: Die Arbeit darf nicht sterben. Jeder hält Rezepte bereit. Doch keines davon wird die Vollbeschäftigung zurückbringen, sie alle laufen nur auf die weitere Spaltung des Arbeitsmarkts in Normal- und Billglohnjobs hinaus.

Diesem neuen Fundamentalismus setzen die AutorInnen eine grundsätzliche Kritik des Begriffs der Arbeit entgegen. Arbeit ist für sie keine überhistorische Kategorie, keine Bedingung für die menschliche Existenz. Sie ist eine gesellschaftliche Tätigkeit unter den Verhältnissen moderner Warenproduktion – eine Tätigkeit, die heute zunehmend obsolet wird.

Diese Erkenntnis eröffnet einen neuen Ansatz der Kritik kapitalistischer Gesellschaften, der auch den Arbeitsfetischismus des traditionellen Marxismus – “Die Müßiggänger schiebt beiseite” – überwindet. Es geht nicht um die Rettung der Arbeit, sondern um deren Aufhebung. Erschienen im: KONKRET LITERATUR VERLAG

DAS BUCH IST VERGRIFFEN!!!! Darum haben wir das Buch hier komplett online veröffentlicht. Entweder als PDF-Dokument (826 KB) oder als HTML-Seiten:

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31.12.1999 Beitrag drucken

Feierabend! Elf Attacken gegen die Arbeit — Vorwort

Fast eine Milliarde Menschen hungern, die Massenarmut frißt sich von der Peripherie in die Zentren voran. Aber kein Meteor hat die Erde getroffen, auch der Atomkrieg ist ausgeblieben, die Ernten sind gut, Wissen und technische Hilfsmittel stehen in überreichem Ausmaß zur Verfügung. Was leider fehlt, sagt man uns händeringend, seien genügend »Arbeitsplätze«. Während ungeheure Ressourcen vor unseren Augen brachliegen und andere in sonderbaren Pyramidenprojekten verschwinden, öden Politikdarsteller, Menschen- und Krisenverwalter, Management-Gurus und Querdenker die Öffentlichkeit auf allen Kanälen mit einem Dauerdiskurs über die »Schaffung von Arbeitsplätzen« an. Die Bevölkerung ganzer Regionen wimmert nach dem »Investor«, weil sie sonst ihre eigenen Köpfe und Hände nicht mehr »beschäftigen« kann. Was ist das für eine verrückte Gesellschaftsordnung, die derartige Absurditäten möglich macht?

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31.12.1999 Beitrag drucken

“Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen”

Zur Sub- und inneren Kolonialgeschichte der Arbeitsgesellschaft

»Denn das Leben und die Zeit des Menschen sind nicht von Natur aus Arbeit, sie sind Lust, Unstetigkeit, Fest, Ruhe, Bedürfnisse, Zufälle, Begierden, Gewalttätigkeiten, Räubereien etc. Und diese ganze explosive, augenblickhafte und diskontinuierliche Energie muß das Kapital in kontinuierliche und fortlaufend auf dem Markt angebotene Arbeitskraft transformieren.« — Michel Foucault

Götz Eisenberg

»Mensch sein heißt Kämpfer, Arbeiter sein; köstlich wird unser Leben erst dann, wenn es Mühe und Arbeit gewesen ist«, heißt es in Emil Kraeplins Schrift »Zur Hygiene der Arbeit«, die 1896 erschien. 1883 schrieb August Bebel in »Die Frau und der Sozialismus«, einem der meistgelesenen Bücher der deutschen Arbeiterbewegung: »Der Sozialismus stimmt mit der Bibel darin überein, wenn diese sagt: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen«, und Sartre stieß Ende der vierziger Jahre in Warschau auf Plakate, auf denen »Die Tuberkulose hemmt die Produktion« stand. »Die Arbeit bekommt immer mehr alles gute Gewissen auf ihre Seite: der Hang zur Freude nennt sich bereits Bedürfnis der Erholung und fängt an, sich vor sich selber zu schämen«, stellt Friedrich Nietzsche in »Die fröhliche Wissenschaft« fest und erinnert daran, daß diese nahezu einhellige Wertschätzung der Arbeit neueren Datums und anderen Kulturen durchaus fremd ist.

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31.12.1999 Beitrag drucken

Vom Verwesen der Arbeit

Versão portuguêsa

»Fleißig, sagt man, wären diese Menschen wie Unsummen Bienen. Ergo summ. Sie würden immer, sagt man, schuften, schinden, hetzen. Vorher könnten sie nicht ruh’n. In der Arbeit liegt, sagt man summa summarum ihr Lebenszweck. Man sagt auch, daß man sagt, man sagte, daß sie werken wie besessen, nicht gemütlich wären, weil man sagt, es gäbe ständig etwas zu tun. Hesiod sagt: Arbeit schändet nicht. Und Benn sagt: Arbeit heißt Steigerung zur geistigen Form. Das Arbeiten ist meinem Gefühl nach dem Menschen so gut ein Bedürfnis als Essen und Schlafen, sagt Humboldt. Man sagt auch, daß man sagt, man sagte, daß sie werken wie besessen, nicht gemütlich wären, weil man sagt, es gäbe ständig etwas zu tun. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen, sagt man. Ora et labora. Arbeit macht frei. Arbeit, sagt man, macht erst das Leben süß« — Franzobel 1995, S. 27

Franz Schandl

Alle reden von Arbeit. Aber reden alle, wovon sie wissen? Grundgelegt ist diesem Gerede ein ontologischer Arbeitsbegriff, der versucht, alles, was nur irgendwie in den Bereich einer Tätigkeit fällt, für sich zu vereinnahmen. Die Behauptung: »Arbeit ist ein Zentralbegriff des Menschseins, so wie Freiheit oder Tod oder Liebe« (Schwarz 1997, S. 19) ist naheliegend, aber falsch.

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31.12.1999 Beitrag drucken

Hilfe zur Zwangsarbeit

Aus den Annalen der bundesdeutschen Sozialverwaltung

Ernst Lohoff / Martin Massip

Die Geschichte der Arbeit ist eine Geschichte des Zwangs. Der Zwang zur Arbeit hat im Laufe der Modernisierung allerdings seine Durchsetzungsform sukzessive verändert. Am Anfang der Arbeitsdressur stand blanke Gewalt. Die Urheimat der Arbeit liegt hinter hohen Mauern, denn seine allerersten Opfer fand der Maloche-Moloch in Menschen, die buchstäblich eingesperrt wurden. In den Anfängen dieses Systems verwandelten sich vornehmlich diejenigen in »Arbeitskräfte«, die von den Häschern der frühmodernen Staatsgewalt weggefangen wurden, weil sie nicht mehr die Kraft hatten davonzulaufen. In demselben Maße, wie es der Arbeitsgesellschaft gelang, nach und nach allen sozialen Reichtum für sich zu okkupieren, entstand indes nicht nur die Notwendigkeit, über diese erbärmliche Grundlage hinauszugehen, es bot sich zugleich die Möglichkeit des Wechsels zu etwas diffizileren Methoden. Mit der Zerstörung jeder autonomen Reichtumsproduktion und Aneignung war die Arbeit, also die Tätigkeit für den anonymen Markt, zum unhintergehbaren Sachzwang aufgestiegen. Mehr noch: Die Verallgemeinerung der totalen Abhängigkeit vom Marktgeschehen ließ die »Arbeitsfähigkeit« geradezu als Inbegriff einer selbständigen Lebensführung erscheinen. Die Arbeit verwandelte sich von einem Fluch, der allein unglückliche Abhängige traf, in den unumstrittenen sozialen Leitwert.

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31.12.1999 Beitrag drucken

Der Mensch als Unternehmer seiner Arbeitskraft

Bildungsdiskussion zwischen Leistungswahn, Standortkonkurrenz und Individualisierung

Karl-Heinz Wedel

Dienstleister im Standortwettbewerb

An welchen Rädchen der gesellschaftlichen Maschinerie muß gedreht werden, damit die fleißigen und leistungswilligen »Unternehmer ihrer Arbeitskraft« herauskommen, wie sie sich die bayerisch-sächsische Zukunftskommission wünscht? Natürlich nicht zuletzt an den Rädchen des Bildungssektors. Denn schließlich müssen die potentiellen Arbeitssubjekte ja mit den erforderlichen Qualifikationen und, wichtiger noch, mit den notwendigen Erfolgsphantasien ausgestattet sein, wenn sie sich in Zukunft »selbst bewirtschaften« und »managen« sollen. Alle »Bildungsreformen« der letzten Jahre liefen im Kern darauf hinaus, und weder die Studierenden noch die pädagogischen Funktionsträger hatten daran ernsthaft etwas auszusetzen. Im Gegenteil. Unter den als unabänderlich hingenommenen Bedingungen globalisierter kapitalistischer Konkurrenz, struktureller Massenarbeitslosigkeit, zunehmender sozial-ökonomischer Verelendung und im Zeichen gekürzter Bildungsetats ist die tatsächliche oder behauptete Verwertbarkeit von Wissen längst zum einzig anerkannten Legitimationsargument geworden.

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31.12.1999 Beitrag drucken

Arbeitskult und Wirklichkeit

Streiflichter aus der real existiert habenden DDR(1)

Arbeit: zweckmäßige, bewußte Tätigkeit des Menschen, in der er mit Hilfe von Arbeitsmitteln Arbeitsgegenstände verändert und sie seinen Zwecken nutzbar macht. Die Arbeit ist in allen Gesellschaftsformationen unerläßliche Existenzbedingung des Menschen… (2)

Gerd Bedszent

Zu Zeiten, da in Osteuropa ein Land namens DDR existierte, empfanden die glücklichen Westler größtenteils Mitleid mit den armen dummen Ossis, die, stalinistisch gegängelt, viel zuviel arbeiten mußten und in ihrem grauen Zonenalltag kaum Möglichkeiten hatten, die Früchte ihrer harten Arbeit zu genießen. Nach 1990 schlug diese Meinung ganz schnell um in Verachtung für die faulen Zonis, die – anstatt sozialistisch auf der faulen Haut zu liegen – nun erst einmal richtig arbeiten lernen müßten.

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31.12.1999 Beitrag drucken

Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte rückwärts

Von der »Neuen Arbeit« zurück zur »Alten Arbeit«

Volker Hildebrandt

»Aber es ist eine Sache, sich als etwas zu bezeichnen, eine andere Sache, es zu sein.« — Lenin

Ein Schlagwort macht die Runde: »Neue Arbeit«. Diesseits und jenseits des großen Teiches schenkt die Presse diesem unter dem englischen Begriff »New Work« bekannten Konzept große Beachtung. In der US-amerikanischen Lokalpresse wird der Begründer und Spiritus rector von »New Work«, Frithjof Bergmann, wohlwollend als Prophet einer neuen Arbeitsordnung, die die Menschen von zwei Jahrhunderten der Job-Sklaverei befreit, präsentiert (vgl. Ricci 1993). Für Die Zeit sind einige »New Work«-Projekte Anlaß, die »Zeit für die dritte Revolution« herannahen zu sehen (vgl. Martens 1994).

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31.12.1999 Beitrag drucken

Die Aufhebung der Arbeit

Ein anderer Blick in das Jenseits des Kapitalismus

Italiano: Il superamento del lavoro

Aus: Robert Kurz, Ernst Lohoff, Norbert Trenkle (Hg.): “Feierabend! Elf Attacken gegen die Arbeit”, Hamburg 1999

Robert Kurz/Norbert Trenkle

Arbeitslosigkeit und Krisen hat es im Kapitalismus “schon immer” gegeben. Neu ist allerdings, daß diese Phänomene am Ende des 20. Jahrhunderts als “Krise der Arbeitsgesellschaft” firmieren; ein Ausdruck, der ursprünglich auf die Philosophin Hannah Arendt zurückgeht (Arendt 1989/1958). Bis zur ersten Hälfte dieses Jahrhunderts wäre niemand auf die Idee gekommen, die üblichen kapitalistischen Krisenerscheinungen mit einer solchen Bezeichnung zu belegen. Die Kategorie “Arbeit” erschien ja eben allen Parteien und Theorien gleichermaßen als ontologischer, überhistorischer Hintergrund alles gesellschaftlichen Geschehens. Wenn die Arbeit aufhört, muß der Himmel einstürzen.

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31.12.1999 Beitrag drucken

Gesellschaftlicher Fortschritt heute heißt Aufhebung der Arbeit

Referat gehalten am 10. Mai 1999 in Stuttgart zur Diskussionsveranstaltung “Hat die Arbeit Zukunft?”

Wer was gegen die Arbeit hat ist entweder stinkreich oder stinkfaul. Wer gar bezweifelt, daß die Arbeit unabdingbare Grundlage menschlicher Existenz sei will uns sicher auch noch allen Ernstes erzählen, daß wir auf die Luft zum Atmen verzichten könnten. So sagt es uns der gesunde Menschenverstand des Alltagsbewußtseins. Und so sagt es auch die traditionelle linke Sicht auf die Welt. Allerdings nicht, weil sie recht hat, sondern weil traditionelles linkes Denken viel mehr mit dem herrschenden Alltagsbewußtsein zu tun hat, als es selber weiß. Was zu beweisen wäre.

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31.12.1998 Beitrag drucken

Zur Dialektik von Mangel und Überfluss

erschienen in: Krisis 21/22

Ernst Lohoff

Einleitendes

Der Mensch ist bekanntlich ein bedürftiges Wesen. Er kann nicht leben, ohne mit seinesgleichen wie mit der ihn umgebenden äußeren Natur in Beziehung zu treten. Die Aneignung von Natur ist dabei wesentlich an deren Umwandlung gebunden. Erst menschliche Aktivität kann dem vorgefundenen Naturstoff ein vielgliedriges und ausdifferenziertes Ensemble menschlicher Genußgegenstände abgewinnen. Gesellschaftliche Reproduktion schließt in diesem Sinne notwendig ein produktives Moment ein.

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31.12.1998 Beitrag drucken

Terrorismus der Arbeit

english: Terror of Labour

Norbert Trenkle

Arbeit ist für den westlich sozialisierten Menschen die selbstverständlichste Sache der Welt; so selbstverständlich, daß er im allgemeinen gar keinen Gedanken darauf verschwendet, um was es sich eigentlich dabei handelt. Fragt man ihn, so wird er ungefähr antworten, Arbeit sei nichts anderes als zweckorientiertes, anstrengendes körperliches oder geistiges Tun und als solches ewige Notwendigkeit des menschlichen Daseins. Vielleicht geht er gar so weit, in der Arbeit das Wesen des Menschseins zu sehen, also das, was ihn vom Tier unterscheidet und aus der Natur heraushebt. Eine Schrift mit dem Titel “Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affens”, wie sie Friedrich Engels am Ende des 19. Jahrhunderts verfaßte, mag den Heutigen ein wenig zu pathetisch klingen, dennoch bringt sie den immer noch herrschenden Bewußtseinszustand auf den Punkt. Verräterischerweise zählt in “linken” Kreisen des Deutschen Gewerkschaftsbundes ausgerechnet diese Schrift zu den bewahrenswerten Texten des Marxismus.

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31.12.1997 Beitrag drucken

Arbeit und Wahn I

erschienen in: Karoshi

“Sie proklamieren das Recht auf Arbeit als ein revolutionäres Prinzip. Schande über das französische Proletariat! Sklaven nur sind einer solchen Erniedrigung fähig. 20 Jahre kapitalistischer Zivilisation müßte man aufwenden, um einem Griechen des Altertums eine solche Entwürdigung begreiflich zu machen!” — Paul Lafargue 1883 über die Revolution von 1848

Gaston Valdivia

Ein Geschrei geht um die Welt: Wir wollen Arbeit, wir wollen Arbeit! Brave ArbeiterInnen und Angestellte werden unversehens radikal. Sie stürmen Konzernzentralen, besetzen Banken, blockieren Autobahnen, zertrümmern Mannschaftswagen und werfen mit Steinen nach PolizistInnen, als sei ihnen plötzlich die untertänige Biederkeit abhanden gekommen. Doch was so radikal eingeklagt wird, ist mehr als kläglich: Fern davon, das bedrohliche Gespenst zu sein, das einst die KapitalistInnen in Angst und Schrecken versetzte, flehen sie ihren Klassenfeind um Arbeit an. Beutet uns aus, erniedrigt uns, zerstört unsere Gesundheit, macht mit uns, was ihr wollt, aber gebt uns um Himmels willen Arbeit, lautet die message der modernen SklavInnen. Daß sich bei so viel Erniedrigung der Rest der Gesellschaft nicht kollektiv übergibt, sondern vielmehr Beifall spendet, läßt sich nur verstehen, wenn man die Durchsetzungsgeschichte dieser merkwürdigen Universalplage betrachtet, die sich derzeit so viele Menschen an den Hals wünschen. Ihre Geschichte liest sich als endlose Aneinanderreihung von Grausamkeiten, Verstümmelungen, geistiger und materieller Armut, Disziplinierung, langsamer und schneller Tode, wovon der plötzliche Arbeitstod und Herzinfarkt nur mehr die originellere moderne Variante darstellen. Es verwundert daher kaum, daß ihr Begriff etymologisch ausschließlich auf Negativbestimmungen verweist: Arbeit von ,arbejioiz’, im Germanischen die Mühsal, wiederum hergeleitet von dem germanischen Verb ,arbejo’, soll heißen “bin verwaistes und daher aus Not zu harter Tätigkeit gezwungenes Kind.” Die Arbeit im Lateinischen, ,laborare’, gleichbedeutend mit Mühe, Anstrengung, oder “das Wanken unter einer Last”. Und noch im Neuhochdeutschen drückt man im zusammengesetzten Begriff ,Mordsarbeit’ den Sachverhalt recht treffend aus.(1) Die Sklaverei wurde verboten, Mord und Folter sind geächtet und werden verfolgt; man bekämpft die Armut – aber wie steht es mit der Arbeit? Es ist doch seltsam, daß sie, die häufigste unnatürliche Krankheits- und Todesursache bis heute ganz und gar frei ausgeht. Sie scheint in und um uns so omnipräsent geworden zu sein, daß sie als unhinterfragbares Naturphänomen wahrgenommen wird, das sich genauso wenig beseitigen läßt wie ein Herbststurm oder eine todbringende Dürre. Für die schaffenskräftigen Bürger alleinige Existenzberechtigung und Daseinsform schlechthin, ist sie für das betende Volk darüber hinaus göttliche Bestimmung.

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31.12.1997 Beitrag drucken

Arbeit und Wahn II

„der eurofighter ist unsere zukunft!“

erschienen in: karoshi 2

„Es kann (…) nichts falscher und abgeschmackter sein, als auf der Grundlage des Tauschwertes, des Geldes, die Kontrolle der vereinigten Individuen über ihre Gesamtproduktion vorauszusetzen.“ — Karl Marx

Gaston Valdivia

Nahezu ungebrochen herrscht der volkswirtschaftliche Aberglaube, durch mehr innovative Investitionen könnte der Arbeitsgesellschaft noch einmal auf die Sprünge geholfen und ihr chronischer Arbeitsplatzmangel behoben werden. Zwar dringt die Tatsache ins Bewußtsein, daß Investitionen heute vorwiegend der Rationalisierung dienen und unablässig Arbeitsplatzverlust mit sich bringen, der Glaube bewahrt aber vor der tieferen Einsicht, es könne sich dabei um einen irreversiblen, globalen Prozeß handeln, dem mit Opferkerzen, Arbeitszeit- und Kostenjonglieren nicht mehr beizukommen ist. Beizukommen ist dem Glauben leider auch nur schwer und so hält sich hartnäckig das Gerücht, man habe es zwar mit einem gräßlichen, aber nur vorübergehenden Spuk zu tun. Alles wird gut!

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31.12.1996 Beitrag drucken

Sphärenklänge

Zum Teilzeitsozialismus des André Gorz

Heinz Weinhausen

Du spulst deine Arbeit runter,

und fragst nicht, warum und wieso.

Hauptsache, du kriegst deine Kohle

und es ist sauber auf dem Klo.

Ist es nicht so,

du Krone der Schöpfung? (1)

»Den Kapitalismus überwinden, heißt hauptsächlich und notwendig, die Vorherrschaft der Warenbeziehungen – einschließlich des Verkaufs der Arbeit – zugunsten freiwilliger Tätigkeiten und Tauschbeziehungen zu beseitigen, die ihren Zweck in sich selbst tragen.«(2) Warenbeziehungen und Lohnarbeit zurückzudrängen, ist die Kernforderung von André Gorz.

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31.12.1996 Beitrag drucken

Die Arbeit nieder!

Von der Lohnarbeit zum produktiven Müssiggang. Ein Rezensionsessay

“Wenn die Besudelung durch Arbeit vor sich geht, ist der Dreck kein Dreck.” — Günther Anders, Die Antiquiertheit des Menschen, Band III

von Franz Schandl

“Stimmt an das Lied der hohen Braut,

Die schon dem Menschen angetraut,

Eh’ er selbst Mensch ward noch.

Was sein ist auf dem Erdenrund,

Entsprang aus diesem treuen Bund.

Die Arbeit hoch!”

So lautet die erste Strophe des “Lied(s) der Arbeit” aus dem Jahre 1867. Eine “gesungene Kulturgeschichte” nannte Karl Kautsky sie. Auch heute noch wird diese Hymne der österreichischen Arbeiterbewegung auf den Parteitagen der SPÖ intoniert.

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31.12.1994 Beitrag drucken

Die Arbeit hoch?

Berufspädagogische Streitschrift wider die Totalverzweckung des Menschen im Postfordismus

Erich Ribolits

Inhaltsverzeichnis

Vorwort zur zweiten Auflage

Einleitende Bemerkungen

1. Zum Zusammenhang von Arbeit, Bildung und politisch-ökonomischem System

2. Die Krise des Fordismus und das endgültige “Zur Ware Werden” der Bildung

3. Von der tayloristischen Modernisierung zur heutigen “Postmodernisierung” der Arbeitswelt

4. Unternehmenskultur, Lean production, Ganzheitlichkeit, Flexibilisierung … die Unternehmens-strategien des Post-Taylorismus

5. Schlüsselqualifikationen – der zentrale berufspädagogische Ideologiebegriff des Post-Fordismus

6. Entfremdung – das unveränderte Merkmal der Arbeits- Freizeit-Gesellschaft

7. Muße – die vergessene Chance

8. Ohne Muße keine (berufliche) Bildung

9. Anstatt einer Zusammenfassung: Heinrich Böll: Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral

10. Literaturverzeichnis

31.12.1992 Beitrag drucken

Sexus und Arbeit

Zur Kritik der Arbeitsontologie in der feministischen Debatte

Ernst Lohoff

Die Entstehung einer autonomen Frauenbewegung war im Kern ebenso wesentlich eine Reaktion auf die praktischen Defizite der 68er Bewegung und ihrer Folgeprodukte, wie die Herausbildung einer spezifischen feministischen Gesellschaftskritik Konsequenz ihrer gravierenden theoretischen Mängel war.

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31.12.1988 Beitrag drucken

Das Recht auf Faulheit

Widerlegung des »Rechts auf Arbeit« von 1848

(neu übersetzt und herausgegeben als Sondernummer der »Schriften gegen die Arbeit«, Ludwigshafen 1988)

Paul Lafargue, 1883

Vorwort

Im Jahre 1849 sagte Herr Thiers als Mitglied der Kommission für den Grundschulunterricht: »Ich will den Einfluß der Kirche umfassend wieder herstellen, weil ich auf sie zähle in der Verbreitung jener guten Philosophie, die den Menschen lehrt, daß er hier ist, um zu leiden, und nicht jener anderen Philosophie, die im Gegenteil zum Menschen sagt: »Genieße!«.« Herr Thiers drückte damit die Moral der Bourgeoisie aus, deren brutaler Egoismus und deren engherzige Denkart sich in ihm verkörperte. (*4))

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31.12.1986 Beitrag drucken

Die Kategorie der abstrakten Arbeit und ihre historische Entfaltung

[Vorbemerkung: Die Seitentrennung bezieht sich auf die Original-Ausgabe]

49 —-

Ernst Lohoff

Methodische Vorbemerkungen

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31.12.1985 Beitrag drucken

Die Abschaffung der Arbeit

Niemand sollte jemals arbeiten

englische Version

von Bob Black

Arbeit ist die Ursache nahezu allen Elends in der Welt. Fast jedes erdenkliche Übel geht aufs Arbeiten oder auf eine fürs Arbeiten eingerichtete Welt zurück. Um das Leiden zu beenden, müssen wir aufhören zu arbeiten.

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