Der Westen in Not
Planetarische Politik und globale Kulturkämpfe im Zeitalter des Neokulturalismus
erschienen in: Krisis 20
“Die teuerste Ware auf dem Weltmarkt ist nicht Gold oder Diamant, sondern Kultur.” — Obi Egbuna, 1970
Ingolf Ahlers
Die Ausgangslage
Im Sommer 1993 veröffentlichte der Politikwissenschaftler und Harvard-Professor Samuel P. Huntington in der einflußreichen, für das Globale und Internationale zuständigen Zeitschrift “Foreign Affairs” einen Essay mit dem provozierenden Titel “The Clash of Civilizations”(1) in dem er mit Hilfe seines Zivilisations-Paradigmas die erstaunliche These aufstellt, daß die “Schlacht- bzw. Kampflinien”, welche die Politik im 21. Jahrhundert charakterisieren, von kulturellen Globalgefechten bestimmt sein werden. Huntingtons ‘neues’ Zivilisations-Paradigma beruht auf einem kulturgeographischen und -zyklischen Zivilisationsmodell, welches Kultur und Zivilisation mehr oder minder als identisch ansieht und Kultur machtbegrifflich faßt.



