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	<title>krisis &#187; »Naturverhältnis und Ökologie«</title>
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	<description>Beiträge zur Kritik der Warengesellschaft</description>
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		<title>Oben bleiben. Weiter gehen</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Sep 2010 09:35:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag und Wahn]]></category>
		<category><![CDATA[Naturverhältnis und Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Emanzipation und Frieden]]></category>

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		<description><![CDATA[Jeder vernünftige Mensch ist gegen Stuttgart 21 Emanzipation und Frieden Jeder vernünftige Mensch ist gegen Stuttgart 21. Doch nicht jedes Argument gegen S21 ist vernünftig. Es ist z.B. vernünftig zu sagen, das Geld solle besser für dringende soziale Bedürfnisse ausgegeben werden. Falsch ist es jedoch, S21 „volkswirtschaftlichen Irrsinn“ zu nennen (so z.B. U. Maurer von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Jeder vernünftige Mensch ist gegen Stuttgart 21</h3>
<p><em>Emanzipation und Frieden</em></p>
<p>Jeder vernünftige Mensch ist gegen Stuttgart 21. Doch nicht jedes Argument gegen S21 ist vernünftig. Es ist z.B. vernünftig zu sagen, das Geld solle besser für dringende soziale Bedürfnisse ausgegeben werden. Falsch ist es jedoch, S21 „volkswirtschaftlichen Irrsinn“ zu nennen (so z.B. U. Maurer von der Linkspartei). Denn dieses &#8212; zweifelsohne irrsinnige &#8212; Projekt macht wirtschaftlich durchaus Sinn. Und das ist der Kern des Problems.<span id="more-4470"></span></p>
<p>Es ist verrückt, wegen 15 oder 30 Minuten „Zeitersparnis“ kilometerlange Tunnel in risikoreiche geologische Strukturen unter einer Stadt zu fräsen. Es ist irrsinnig, riesige Mittel dafür aufzuwenden, „dass die Züge an der Geislinger Steige nicht mehr herunterbremsen müssen“ (www.das-neue-herz-europas.de), während Schulgebäude bröckeln, Universitäten Gebühren eintreiben, Arbeitslose in die Armut geschickt werden und in Krankenhäusern Patienten sterben, weil nicht genügend Personal da ist. Doch nicht ein paar Spinner an den Schalthebeln der Macht sind die eigentliche Ursache dieses Irrsinns. Die ganze Gesellschaft wird von einem zerstörerischen Wachstums- und Geschwindigkeitswahn beherrscht. Dabei mangelt es noch nicht einmal an der Einsicht, dass es „eigentlich“ so nicht weitergehen kann. Doch es ist kein Zufall, dass noch nirgendwo wirkliche Konsequenzen gezogen wurden. Man kann tausendmal verstanden haben, wie gefährlich Atomkraftwerke sind &#8211; wenn man dort sein Geld verdient, hat man ein Problem. Man kann hundert Prozent verstehen, wie falsch es ist, die Welt mit immer mehr Autos zuzustopfen. Wenn jede Menge Arbeitsplätze von der Produktion der Dreckschleudern abhängen, werden steigende Absatzzahlen allgemein akzeptiert. Auch nach der Katastrophe im Golf von Mexico nimmt die Sucht nach Treibstoff kein Ende. Und was ist die Antwort auf die Staatsverschuldung? „1,7 Billionen Euro Miese &#8211; Wie Deutschland der Schuldenfalle entkommt“ titelt Spiegel Online (01.09.10) und weiß die Antwort: „Wachstum, Wachstum, Wachstum“. Niemand widerspricht &#8211; kein Arbeitgeberverband, keine Partei, keine Gewerkschaft, keine Regierung.</p>
<h4>Immer mehr und immer schneller: Irrsinn, dein Name ist Marktwirtschaft</h4>
<p>Denn der Wachstumszwang ist mehr als falsches Bewusstsein. Er ist ein verhängnisvoller Konstruktionsfehler der Marktwirtschaft. Die interessiert sich nämlich nicht für das konkrete Leben. Ihr Sinn und Zweck ist es allein, aus Geld mehr Geld zu machen. Gesundheit, Bildung, eine menschenfreundliche Stadt sind für sie keine Kriterien. In der mörderischen Ellenbogenkonkurrenz den größtmöglichen Profit herausschlagen, um am meisten und schnellsten investieren zu können, um am meisten Profit… usw. ohne Ende, das ist der Kreislauf der Kapitalverwertung. Ob Brausetabletten, Bungalows, Bombenflugzeuge oder Bahnhöfe &#8211; alles Stoffliche interessiert die Marktwirtschaft nur unter einem Aspekt: taugt es für die Wachstumsmaschine oder nicht? Mehr, mehr, schneller, schneller! Um jeden Preis! Das ist ihr Credo. Um ein paar Cent im Konkurrenzkampf zu sparen, werden gigantische Warenmengen in rasender Geschwindigkeit über den Erdball hin und her gejagt, Menschen hetzen ihnen mit heraushängender Zunge voraus und hinterher. Die Gier der Marktwirtschaft walzt alles nieder, was ihr im Wege steht, sie untergräbt zunehmend unsere Lebensqualität. Viele können keinen Millimeter mehr hinausblicken über das Diktat des Marktes, ein paar Minuten zu sparen und „Stuttgart wettbewerbsfähig zu halten“: „Schluss mit den Demos gegen Stuttgart 21“ hat schon über 10 000 Fans auf Facebook. „Vernünftig“ erscheint ihnen S21 nur, weil sie die stummen Zwänge abstrakter Verhältnisse verinnerlicht haben. Konformistisch brüllen sie gegen jene, die zumindest ahnen, dass das, was ist, nicht alles ist. In ihrer inneren Zurichtung und Entsagung können sie nicht ertragen, dass andere noch nicht ebenso zugerichtet sind… Doch obwohl diese anderen wenigstens noch spüren, dass es auch anders sein könnte, hängen sie noch oft genug dem herrschenden Wahn an. Bestes Beispiel dafür ist das Projekt K21.</p>
<h4>Die einen sind oben. Die anderen sind unten. Der Wahn ist überall.</h4>
<p>Es ist empörend: Die einen sitzen an der Quelle und bereichern sich, die anderen können froh sein, wenigstens noch mit Hartz IV abgespeist zu werden. Die einen haben Entscheidungsmacht über vieles, was die Lebensverhältnisse der anderen berührt, die weitaus meisten sind machtlos. Und trotzdem ist auch die Macht „derer da oben“ begrenzt: Sie können die Logik der Kapitalverwertung nicht außer Kraft setzen. Wäre S21 wirklich „volkswirtschaftlicher Irrsinn“, würden die Verantwortlichen entgegen der Systemlogik handeln. Doch mit den Milliardenbeträgen sorgen sie dafür, dass die Maschine aus Maximalprofit und Wachstumswahn weiter brummt. Die Vorstellung, „die da oben“ behinderten die Marktwirtschaft ist nicht nur absurd, sie ist auch die Mutter aller Verschwörungsphantasien: „Wenn nur diese Gierigen, diese Bande, dieses Lügenpack nicht wäre, dann hätten wir das Problem gar nicht&#8230;“ Ein wenig überzeugendes Weltbild. Selbstverständlich gibt es Profiteure und Seilschaften bei S21. Aber würde bei K21 niemand profitieren, kein Finanzgeschäft getätigt, kein Deal gedreht, kein Billiglohn gezahlt? Viele scheinen ernsthaft zu glauben, dass dann keine „Spätzles-Connection“ lügen, manipulieren und tricksen und keine „unvor-hergesehene“ Kostensteigerung nach der anderen aus dem Hut gezaubert würde. Heilige Einfalt! S21 und K21 sind &#8211; genauso wie immer mehr Autobahnen, immer mehr Fluglärm und immer mehr Umweltkatastrophen &#8211; Ausfluss der Zwänge eines verrückten Systems. Die Marktwirtschaft kann’s eben nicht besser.  Das Verflixte ist allerdings, dass unser aller Einkommensquellen, seien wir Arbeiter, Unternehmer, Freischaffende, Rentner oder Hartz IV-Bezieher, letztendlich vom Funktionieren der Kapitalverwertung abhängen &#8211; ohne sie gibt es weder Arbeitsplätze noch Steuereinnahmen. Insofern protestiert, wer gegen die Auswirkungen des Wachstums- und Geschwindigkeitswahns rebelliert &#8211; ob er will oder nicht &#8211; immer auch gegen seine eigene materielle Lebensgrund-lage. Freitags gegen S21 demonstrieren, samstags mal eben schnell zum Geschäftstermin oder in den eh so knappen Urlaub um die halbe Welt düsen? Wie viel „S21“ steckt eigentlich in uns allen? „Wir können nur leben, wenn wir unsere Lebensgrundlagen zerstören“, lautet die frohe Botschaft der Marktwirtschaft. Der Weisheit letzter Schluss?</p>
<h4>Entweder die Marktwirtschaft beseitigt die Menschen oder umgekehrt.</h4>
<p>Es ist an der Zeit, über Grundsätzliches nachzudenken. Gut, dass es Widerstand gegen Stuttgart 21 gibt. Nicht nur wegen der Untertunnelungsrisiken und weil das Geld für dringende soziale Bedürfnisse benötigt wird. Je mehr die Protestierenden ein gutes Leben gegen den herrschenden Geschwindigkeits- und Leistungswahn einfordern, umso emanzipatorischer wird die Bewegung sein. S21 wird hoffentlich verhindert, aber noch notwendiger wäre der Aus-stieg aus dem &#8220;Immer-mehr-und-immer-schneller&#8221;, anstatt nur für Varianten des Wahns zu kämpfen.  Schließlich wissen ja auch Sie, dass es so nicht weitergehen kann, oder?  „Wachstum“ könnte auch ganz anders klingen… In einer human eingerichteten Gesellschaft wären die Güterströme auf das stofflich notwendige Maß begrenzt und nicht von Profitmaximierungserwägungen gesteuert. Der Großteil der heutigen Arbeit und des heutigen Verkehrs, der allein dem Schmieren der großen Geldmaschine dient, würde ohne jeden Verlust an Lebensqualität wegfallen: Reisen aus Lust am Kennenlernen der Welt und der Menschen, entspannt und oft auch langsamer, ohne den idiotischen Zeitdruck im Nacken, weil man nur zwei Wochen Urlaub hat oder der Auftrag flöten geht, wenn man eine Stunde „zu spät“ ist. Wissenschaft und Technik könnten unser Leben entwickeln und bereichern statt immer mehr Minuten und Leistung aus uns rauszuquetschen. Das Wort „Wachstum“ könnte für die Lust am Leben und nicht mehr für eine tödliche Sucht stehen. Und die schlechte Alternative „entweder blindes und zerstörerisches Wachstum oder noch mehr Sparen auf Kosten der Mehrheit“ wäre auch von gestern. Eine solche Gesellschaft wäre schon lange möglich. Wir können heute mit so wenig Arbeit wie noch nie so viel Reichtum hervorbringen wie noch nie. Doch die Marktwirtschaft macht aus überflüssiger Arbeit „überflüssige“ Menschen und stresst diejenigen, die noch Arbeit haben, ohne Ende. Es ist schon lange Zeit, diese verrückte Organisation der Gesellschaft zu beenden.</p>
<h4>Warum demonstrieren Sie eigentlich nicht gegen die Rente mit 67?</h4>
<p>Die Rente mit 67 bzw. 70 wäre vollkommen unnötig, denn beim heutigen Niveau der Arbeitsproduktivität können schon lange immer weniger Menschen immer mehr versorgen. Sie bedroht massiv unsere Lebensqualität: die der Alten sowieso und die der Jungen, weil sie noch schlechtere Chancen auf Arbeitsplätze haben, wenn die Alten län-ger arbeiten müssen. Anders als bei S21 gibt es hier jedoch keine Handvoll „Bösewichter“, die an allem schuld zu sein scheinen, man muss schon ein paar grundsätzlichere Fragen stellen. In Frankreich wird massiv gegen die Rente mit 62 gestreikt. Bei S21 merken immer mehr Leute, dass man für sich selbst eintreten kann. Das geht nicht nur da.</p>
<h4>K21 ist keine wirkliche Alternative.</h4>
<p>K21 hat unbestritten ein paar Vorteile, z.B. „nur“ 24 statt 66 km Tunnelröhren. Aber das vermeintliche &#8220;Alternativprojekt&#8221; (www.kopfbahnhof-21.de/fileadmin/bilder/stellungnahmen/Kopfbahnhof_2007.pdf) bricht nicht mit dem Geschwindigkeits- und Wachstumswahn. Zitate: „Der TGV von Paris nach Stuttgart wird durch S21 nicht schneller.“ „Ebenso falsch ist die Behauptung, nur mit S21 könne die Fahrtzeit nach Ulm verkürzt werden.“ “ K21 „bindet die Landeshaupt-stadt vollwertig in die europäische Magistrale Paris-Budapest ein.“ „Die Fahrzeiten von Ulm und Tübingen ent-sprechen denen von S21.“ „Vordringlich sollte die Kapazität im Hauptbahnhof durch einen neuen Rosensteintunnel gesteigert und die Neubaustrecke realisiert werden, weil allein sie die Reisezeit verkürzt.“ „Auch der Flughafen/Messe wird in 13 Minuten schnell erreicht.“ Das Konzept will neue Gleise, neue Brücken, neue Tunnel, preist den direkten Anschluss von Messe und Flughafen. Und, als Gipfel: Mit K21 werde „eine größere Leistungsfähigkeit erreicht als beim Durchgangsbahnhof“. Sprich: Mehr Wachstum und Geschwindigkeit mit K21!</p>
<p><strong>Zum Weiterlesen:</strong><br />
<a href="http://www.emanzipationundfrieden.de/09-03-15_EuF_Flyer_-_Every_Bank_is_a_Bad_Bank.pdf">Every Bank is a Bad Bank<br />
</a> <a href="http://www.emanzipationundfrieden.de/10-04-18_EuFFlyer_Niewieder.htm">Nie wieder so viele Autos bauen. Nie wieder so lange arbeiten.</a><br />
<a href="http://www.emanzipationundfrieden.de/unseretexte/texteeinzelnerautorinnen1/G-B_Arbeit_und_Wachstum.pdf"> Arbeit und Wachstum für Umwelt?</a></p>
<p>www.emanzipationundfrieden.de &#8211; info@emanzipationundfrieden.de &#8211; Förderverein Emanzipation und Frieden e.V. &#8211; Kto. Nr. 472 912 003 Stuttgarter Volksbank BLZ 600 901 00 IBAN: DE40 6009 0100 0472 9120 03 BIC: VOBADESS &#8211; Ihre Spende ist steuerlich absetzbar</p>
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		<title>Ein Ausweg, der wird sich finden</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 13:54:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaftliche Emanzipation]]></category>
		<category><![CDATA[Naturverhältnis und Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Franz Schandl]]></category>

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		<description><![CDATA[Beiträge von André Gorz zur politischen Ökologie Franz Schandl Der vorliegende Band, in dem einige späte Aufsätze und Interviews von und mit André Gorz zusammengetragen sind, präsentiert einen wachen und bis zuletzt widerständigen Geist. Wichtig für Gorz ist wie immer die Frage nach dem Ich, denn: „Nicht ‚ich’ handele, sondern die automatisierte Logik der gesellschaftlichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Beiträge von André Gorz zur politischen Ökologie</h4>
<p><em>Franz Schandl</em></p>
<p>Der vorliegende Band, in dem einige späte Aufsätze und Interviews von und mit André Gorz zusammengetragen sind, präsentiert einen wachen und bis zuletzt widerständigen Geist. <span id="more-3893"></span></p>
<p>Wichtig für Gorz ist wie immer die Frage nach dem Ich, denn: „Nicht ‚ich’ handele, sondern die automatisierte Logik der gesellschaftlichen Einrichtungen handelt durch mich als Anderer, lässt mich mitwirken an der Produktion und Reproduktion der sozialen Megamaschine. Sie ist das wahre Subjekt.“ Dagegen rebellierte er, zeitlebens. „Ohne Sartre hätte ich wahrscheinlich nicht die Instrumente gefunden, um das, was meine Familie und die Geschichte mir angetan hatten, zu bedenken und zu überwinden.“ Aber Gorz war auch ohne Sartre, er stand nie im Bann oder gar unter der Fuchtel des Meisters, war kein Anhänger, kein Epigone.</p>
<p>Die Ökologie, zu der er schon sehr früh gekommen ist, war ihm immanenter Bestandteil seiner Überlegungen, nicht bloß Zusatz. Mit der Wachstumslogik sei zu brechen, Selbstbegrenzung ein Überlebensgebot. Ökologie sei dazu da, „die Kritik des Kapitalismus zu vertiefen und zu radikalisieren“. Exemplarisch dafür steht der bereits 1975 verfasste Aufsatz über das Auto, worin Gorz Ansätze einer Theorie des Staus entwickelt und zur Dialektik der Personenkraftwagen vermerkt: „Letztlich sorgt das Auto für mehr Zeitverluste als für Zeitersparnisse und schafft größere Entfernungen, als es überwindet.“</p>
<p>Gebrochen hat er auch mit der Verehrung der Arbeit und dem Glauben an die revolutionäre Potenz der Arbeiterklasse. Das hat nicht wenige Linke verärgert, die in ihm fortan einen Renegaten sehen wollten. Das 1980 erschienene Buch „Abschied vom Proletariat” war in keiner Weise eine Kritik des Kommunismus, im Gegenteil“, resümiert er. „Aber der Kommunismus bedeutet weder Vollbeschäftigung noch Lohn für alle, sondern Abschaffung der Arbeit in der gesellschaftlich spezifischen Form, die sie im Kapitalismus hat, das heißt der Arbeit als Beschäftigung, der Arbeit als Ware.“</p>
<p>„Der Kapitalismus arbeitet selbst, ohne es zu wollen, an seinem Untergang“, schreibt Gorz. Der Großteil der Gewinne stamme aus Finanzoperationen, ergäbe sich also dezidiert nicht aus den Produktionsleistungen der Firmen. Die Schöpfung „substanzlosen Geldes“ bilde die Grundlage diverser Spekulationen. Recht gemeinverständlich wird der Begriff des fiktiven Kapitals herausgearbeitet: „Die Realwirtschaft wird zu einem Anhängsel der von der Finanzindustrie unterhaltenen Spekulationsblasen. Bis zu dem unausweichlichen Moment, in dem die Blasen platzen, die Banken reihenweise Bankrott gehen, dem Weltkreditsystem der Zusammenbruch und der Realwirtschaft eine ernste und anhaltende Depression droht.“ Wohlgemerkt, diese Zeilen wurden 2007 veröffentlicht, zu einer Zeit also, wo eine kräftige und gesunde Wirtschaft boomte. Angeblich.</p>
<p>Zuversicht und Optimismus prägten Gorzens Werk. Perspektive war ihm stets ein Gebot, auch wenn er dadurch manchmal zu vorschnellen Urteilen und Utopien neigte. Der Wunsch nach der großen Transformation, der hat sich in den Altersschriften noch verstärkt. In seinen letzten Aufsätzen fordert er eine „Ökonomie der Unentgeltlichkeit“, eine „Antiökonomie“. „Die gegenwärtige Gesellschaft ist nicht die einzig mögliche und ihre Funktionsweise hat nichts von einer objektiven Notwendigkeit an sich.“ „Denn alles wird sich verändert haben: die Welt, das Leben, die Leute.“ Sagt Gorz. Und Sartre sagt: „Ein Ausweg, der wird erfunden.“</p>
<p>André Gorz<br />
Auswege aus dem Kapitalismus. Beiträge zur politischen Ökologie<br />
Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer<br />
128 S., brosch., € 16 (Rotpunktverlag, Zürich)<br />
Ein Auszug aus dem Buch befindet sich <a href="http://www.streifzuege.org/wp-content/data/gorz_kapitalismus_kapitel-VI.pdf">hier</a>.</p>
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		<title>Che cos&#8217; è la decrescita</title>
		<link>http://www.krisis.org/2009/che-cos-e-la-decrescita</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Oct 2009 17:51:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Naturverhältnis und Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Italiano]]></category>
		<category><![CDATA[Massimo Maggini]]></category>

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		<description><![CDATA[Uno sguardo disincantato su una proposta interessante Massimo Maggini Secondo un malcostume purtroppo sempre più invalso anche nella sinistra radicale, e non solo in quella istituzionale che di questa prassi ha ormai fatto uno stile di vita, si usa ultimamente parlare e discettare di questioni e problematiche che hanno una certa eco senza sapere veramente [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Uno sguardo disincantato su una proposta interessante</h3>
<p><em>Massimo Maggini</em></p>
<p>Secondo un malcostume purtroppo sempre più invalso anche nella sinistra radicale, e non solo in quella istituzionale che di questa prassi ha ormai fatto uno stile di vita, si usa ultimamente parlare e discettare di questioni e problematiche che hanno una certa eco senza sapere veramente di cosa si stia parlando.<span id="more-3820"></span><br />
Spesso, per esempio, è sufficiente, per questo tipo di mentalità, sospettare che la casa editrice che pubblica certi testi non sia “politicamente corretta”, che l&#8217;autore abbia frequentazioni sospette oppure che la scena politica nella quale si è coinvolti possa non guardare di buon occhio la tematica per tranciare giudizi draconiani e irreversibili, giudizi che si basano per lo più su un &#8220;sentito dire&#8221; che viene ancora prima di una lettura superficiale e piena di pregiudizi &#8211; che comunque e&#8217; il passo immediatamente successivo &#8211; per poi chiudere tagliando gordianamente la questione, senza mai veramente preoccuparsi di entrare nel merito e provare a conoscere proficuamente l&#8217;“oggetto” della contesa.<br />
È il caso della decrescita.<br />
Quello che vorrei provare a fare qui è il percorso inverso, cercare cioè di capire cosa essa ci può dire, in che modo può aiutare un discorso di sinistra a riprendere fiato e quali direzioni di lavoro e di elaborazione, sia teorica che pratica, può stimolare. Il testo di Latouche uscito in italia nel febbraio 2008, dal titolo &#8220;breve trattato sulla decrescita serena&#8221; (ed. bollati boringhieri), è sicuramente appropriato per un simile scopo.<br />
Latouche, come molti sanno, è considerato a buon titolo il &#8220;padre putativo&#8221; della decrescita. Benché talvolta si possa tacciare il suo pensiero di ingenuità e forse utopismo, si deve riconoscere che l&#8217;impianto teorico su cui basa le sue riflessioni è quantomeno degno di nota ed attenzione.<br />
Cerchiamo di capire dunque, proprio grazie a questo testo, di cosa stiamo parlando.<br />
Per sbarrare il passo ad uno dei classici errori dovuti ad una interpretazione affrettata, è bene sin da subito chiarire che la decrescita non è il vaso di pandora, tanto meno un manuale di facile ed immediata applicazione, né un ricettario per la liberazione e la felicità collettiva. La decrescita è, dice Latouche, innanzitutto uno “slogan”, una “parola bomba”, il cui scopo è incrinare un orizzonte ritenuto a-problematico sia da destra che da sinistra: “la parola d&#8217;ordine della decrescita ha soprattutto lo scopo di sottolineare con forza la necessità dell&#8217;abbandono della crescita illimitata, obiettivo il cui motore è essenzialmente la ricerca del profitto da parte dei detentori del capitale” (p.17). L&#8217;obiettivo polemico dunque è la crescita capitalistica. Ma, subentra qui il primo dei punti critici: ci può essere una crescita non capitalistica? Ovvero, dire “crescita capitalistica” è una tautologia, oppure può darsi una crescita per esempio “socialista”, magari anche un po&#8217; ecologista?<br />
In realtà no, la crescita, secondo la prospettiva latouchiana e comunque decrescente, è sempre e solo capitalistica, così come lo “sviluppo”. Si ha “crescita”, cioè accumulo di prodotti e di valore, solo per soddisfare le folli esigenze del capitalismo, cioè della riduzione dell&#8217;esistente a merce e della sua messa a valore ai fini dell&#8217;accumulazione entro una coazione a ripetere che deve (dovrebbe) perpetuarsi all&#8217;infinito in una spirale poco virtuosa di accrescimento permanente. Fuori dall&#8217;ambito capitalistico, avrebbe senso mantenere tutto questo? Avrebbe senso cioè mantenere una produzione sfrenata di oggetti spesso per lo più inutili, con le conseguenze ambientali e sociali che ciò provoca? Oppure si potrebbe pensare ad una produzione più razionale che abbia di mira il soddisfacimento di bisogni non indotti e comunque la realizzazione della felicità delle persone più che non la valorizzazione monetaria della merce? Avrebbe ancora senso produrre milioni di elettrodomestici al giorno, o di automobili, o che altro, in numero ben superiore al necessario, con il solo scopo – e la necessità – di venderli per ricavarne profitto monetario?<br />
Ovviamente no. La decrescita, quando critica la crescita e lo sviluppo, lo fa tenendo d&#8217;occhio la follia e l&#8217;inutilità di un sistema produttivo che causa per lo più dolore e distruzione, e ammiccando invece ad un sistema di produzione più ragionevole e rispettoso sia dell&#8217;ambiente che delle persone.<br />
Questo in soldoni il senso ultimo della proposta decrescente, che è importante tener fermo per entrare correttamente nel suo spirito.<br />
Uno degli equivoci più ricorrenti ritiene che parlare di decrescita oggi significhi condannare irreversibilmente i popoli del terzo mondo, o comunque quelli che noi occidentali sfruttiamo impietosamente per garantire il nostro meraviglioso standard  di vita, ad una miseria definitiva e senza ritorno. Ovvero, che impedire una crescita economica a questi popoli sia condannarli in eterno all&#8217;ade dell&#8217;indigenza. Ma la decrescita si guarda bene dal predicare tutto ciò. La decrescita promuove invece un allontanamento, innanzitutto culturale prima che economico, dall&#8217;orizzonte della crescita, un distacco solo grazie al quale si apre l&#8217;effettiva possibilità anche per quei popoli oggi soggetti alla dominazione dell&#8217;occidente di inaugurare una loro strada di benessere e ricchezza. Un occidente non più capitalistico, che non ha più lo scopo primario della crescita economica costi quel che costi e soprattutto a spese dei paesi cosiddetti “terzi”, lascerebbe molti più margini e spiragli per il resto del mondo, con il quale magari aprire una collaborazione reale e duratura per fini diversi da quelli dell&#8217;accumulo e della ricerca del profitto.<br />
Determinante è insomma l&#8217;uscita dall&#8217;orizzonte, soprattutto culturale, della crescita economica. Una “decrescita”, infatti, entro una società della crescita, sarebbe solo un immane disastro (come sta peraltro di fatto avvenendo oggi con la crisi capitalistica in corso). “Come non c&#8217;è niente di peggio di una società del lavoro senza lavoro, non c&#8217;è niente di peggio di una società della crescita in cui la crescita si rende latitante … Per tutte queste ragioni, la decrescita è concepibile soltanto all&#8217;interno di una &#8216;società della decrescita&#8217;, ovverosia nel quadro di un sistema basato su una logica diversa” (p.18).<br />
In questo senso, la decrescita non solo non è assimilabile ad alcun “sviluppo sostenibile” o cose del genere, ma se ne distacca radicalmente. Lo “sviluppo” economico non può essere sostenibile né durevole né altro. Lo “sviluppo”, concetto molto ambiguo sostenuto a sua volta da concetti ancora più ambigui quali “progresso” o “modernità”, non è che l&#8217;altra faccia della crescita economica. Nessun popolo ha mai richiesto di “svilupparsi” (verso dove, poi, e perché?) così come non ha mai chiesto di “crescere”: ha solo subito l&#8217;imposizione di queste parole d&#8217;ordine dall&#8217;occidente. Un&#8217;economia che trova un suo equilibrio, che riesce a sfamare e a soddisfare un popolo, non ha alcuna necessità di “sviluppo”. La necessità subentra solo quando viene imposta come un Diktat da una forza e una cultura esterne. Al di là del giudizio che si possa dare su di esse, molte civiltà “avanzate”, per usare un termine decisamente improprio, sono durate millenni senza muoversi di un passo, e non per questo hanno sofferto particolarmente né si sono estinte per questa ragione. Molte di queste civiltà avevano i mezzi tecnici per dar vita ad una rivoluzione industriale ben prima di quella inglese: per esempio la civiltà greca o quella egizia, ma anche quelle che abitavano il continente americano prima dell&#8217;indesiderato e quanto mai nefasto arrivo dell&#8217;uomo moderno europeo. E tuttavia, queste civiltà si sono ben guardate dall&#8217;inaugurare un sistema folle e autodistruttivo come il nostro. Perché? Perché erano “inferiori” o “primitive”? Oppure? Qui non si tratta di fare un&#8217;apologia di quelle civiltà, che avevano comunque molti punti oscuri e aspetti quanto meno problematici, tuttavia una volta o l&#8217;altra dovranno pur essere prese sul serio certe questioni ed affrontate senza le insostenibili semplificazioni dettate dalla posteriore ideologia del progresso, che con la sua supponenza ha sino ad oggi impedito uno sguardo più chiaro e sereno sul rapporto con il passato.<br />
Per tornare al nostro tema, ci basta qui cercare di chiarire per quanto possibile il contributo che può dare la decrescita ad un progetto di liberazione dal capitalismo. Una critica serrata allo “sviluppo”, sia esso sostenibile o meno, così come alle inquietanti ideologie che lo accompagnano, si rivela, in questo senso, determinante, e la decrescita fa di ciò un punto di forza: “parlare di un &#8216;altro&#8217; sviluppo, come pure di un&#8221;altra&#8217; crescita, sta ad indicare o una grande ingenuità o una grande ipocrisia” (pp.21-22). Il primo passo, invece, deve essere una “decolonizzazione dell&#8217;immaginario”: specificamente, questo significa uscita dall&#8217;orizzonte della fede nell&#8217;accumulazione illimitata. Un percorso non privo di problemi specie se, con Marx, riconosciamo che il capitalismo come sistema è essenzialmente un “soggetto automatico”, che trascina con sé i destini del mondo più che non essere esso stesso frutto di decisioni e scelte consapevoli. Però, è anche vero che non è possibile una trasformazione e una liberazione senza un cambio di rotta che non può che avvenire in modo consapevole e cosciente, e per questa ragione una “decolonizzazione dell&#8217;immaginario” assume un&#8217;importanza decisiva, specie nell&#8217;orizzonte di crisi capitalistica nel quale ci stiamo trovando ed entro il quale, con ogni probabilità, resteremo a lungo.<br />
Si tratta, in altre parole, di promuovere un “cambiamento di paradigma”, che forse proprio la crisi può aiutarci ad affermare. Il rischio, ben presente, è che – mancando una esplicita messa in discussione del “soggetto automatico” &#8211; la rivolta decrescente si limiti ad una riforma interna al soggetto stesso, per il quale allora rappresenterebbe un aiuto insperato. Ma, a parte che lo stesso pensiero della decrescita contiene in sé gli anticorpi, se ben interpretato, per contrastare questa deriva (Latouche stesso insiste spesso, come abbiamo visto, sul fatto che la decrescita non è possibile in una società che resta ferma entro l&#8217;orizzonte della crescita), sta comunque a noi saper dirigere la critica e la conflittualità nella direzione giusta, e non è pensabile altrimenti, a meno che non si voglia insistere nel comodo e patetico gioco della delega e della “rappresentanza”, e si rinunci ancora una volta a prendere la nostra vita nelle nostre mani, passaggio questo forse molto più faticoso e duro &#8211; almeno all&#8217;inizio &#8211; ma di fatto ineludibile.<br />
“Dunque il cambiamento di rotta oggi necessario non è del tipo realizzabile semplicemente con delle elezioni, mandando al potere un nuovo governo o votando per una nuova maggioranza. Ci vuole qualcosa di ben più radicale: né più né meno che una rivoluzione culturale, che porti ad una rifondazione della politica”. (pp.42-43)<br />
Ma, in concreto, come dovrebbe attuarsi questa rivoluzione culturale? Dovrebbe assomigliare a quella della Cina di Mao? Oppure?<br />
Niente di tutto questo. Prima di pensare ad una rivoluzione “strutturale”, si tratta di lavorare su un piano diverso, diciamo “più umano”: “l&#8217;altruismo dovrebbe prevalere sull&#8217;egoismo, la collaborazione sulla competizione sfrenata, il piacere del tempo libero e l&#8217;ethos del gioco sull&#8217;ossessione del lavoro, l&#8217;importanza della vita sociale sul consumo illimitato, il locale sul globale, l&#8217;autonomia sull&#8217;eteronomia, il gusto della bella opera sull&#8217;efficienza produttivistica, il ragionevole sul razionale, il relazionale sul materiale, ecc.”. (p.45)<br />
Tutte cose queste, in realtà, già proprie delle culture popolari e ben diffuse fra la gente comune, ma negate e ostacolate dal quel “soggetto automatico” di cui abbiamo parlato poc&#8217;anzi. Tuttavia, forse proprio la crisi in corso può aiutare ad uscire da questo dominio alienante, e a ritrovare i “valori” (per usare una parola tipica proprio di questo soggetto e che credo dovremmo disimparare ad usare) che Latouche auspica, che possono anche diventare non solo una scelta ma proprio una necessità in un momento come questo.<br />
Si tratta di operare dunque un passaggio non facile, anzi decisamente difficile, ma indispensabile. Un passaggio che implica anche la ricerca di un rapporto diverso con l&#8217;ambiente, e quindi anche una critica alla scienza matematico-sperimentale della natura, in vista di un suo depotenziamento e di una messa in discussione della sue pretese assolutistiche e universalistiche &#8211; il che non deve necessariamente significare consegnarci ad un mondo di superstizioni (che sono poi di fatto l&#8217;altra faccia dell&#8217;assolutismo scientista).<br />
“Soprattutto, è necessario passare dalla fede nel dominio sulla natura alla ricerca di un inserimento armonioso nel mondo naturale. Sostituire l&#8217;atteggiamento del predatore con quello del giardiniere”. (p.46). Per realizzare una simile impresa, è necessario uscire dalla dimensione del tutto moderna che va dalle pretese galileiane per le quali ciò che non è misurabile né calcolabile, non è reale &#8211; quindi, secondo questo linguaggio, non esiste e non ha efficacia, non ha statuto di “verità” &#8211; alla sentenza hegeliana per la quale “tutto ciò che e&#8217; razionale, è reale; tutto ciò che è reale, è razionale” &#8211; ovvero, solo tutto ciò che corrisponde ai criteri della ratio è reale, e viceversa. Un passo necessario per uscire al tempo stesso dall&#8217;orizzonte capitalistico. Il risultato non deve, è il caso di ripeterlo, per forza essere una caduta in un nuovo oscurantismo medievale (sempre poi che questo medioevo sia stato così “buio”). Si tratta piuttosto di ridimensionare l&#8217;ipertrofica presenza della verità scientifica, l&#8217;unica oggi come oggi deputata a giudicare sulle veridicità o meno dell&#8217;esistente e quindi ad avere efficacia e riconoscimento.  Per fare un esempio, della luna si può dire che è il satellite della terra, ma anche quella cosa in cielo dove il bambino della poesia di Hebel “der Sommerabend” (la sera d&#8217;estate) vede passeggiare un omino in giacchetta o quella che ispira la poesia “alla luna” di Leopardi. Solo che un&#8217;asserzione “poetica” non ha valore di verità effettuale, al massimo è vista come un lazzo estetico, una “licenza” concessa al discorso che comunque poggia la sua verità unica, ultima e definitiva nell&#8217;imperiosa asserzione scientifica. Si tratta invece di far valere anche le istanze espresse proprio da un discorso come quello poetico, che decisamente non poggia su solide basi “scientifiche” ma non per questo non ha una sua ragione d&#8217;essere e addirittura una sua necessità per l&#8217;umano, necessità che ha bisogno di tornare ad essere riconosciuta e apprezzata come verità effettuale per la quotidianità e la vita delle persone. Lo stesso si potrebbe dire per le culture popolari, trattate in genere come espressione di relazioni primitive e ingenue tra uomini e terra, e i mestieri artigianali, altrettanto deprecati come inefficaci ed insufficienti rispetto alle esigenze di una civiltà che si basa su una cultura industriale capace di punte di produttività impensabili nell&#8217;antichità. Un tale ridimensionamento non significa però, diciamolo ancora una volta, rinuncia tout court alla scienza e al suo metodo, ma appunto “ridimensionamento”, ovvero riduzione delle sue pretese assolutistiche e “confinamento” entro l&#8217;ambito che le è proprio – così anche in realtà inverandola e rendendola più “misurata”, più a forma umana e legata ad altre istanze meno oggettivanti. Una ricerca della “misura”, dunque, a fronte della “hybris” dei moderni, ovvero quella “dismisura” propria della folle prometeica ambizione e delirante volontà di potenza dell&#8217;uomo moderno,  tanto temute e aborrite dagli antichi e in generale da tutte le culture legate alla terra; ambizione e volontà che, unite ad un frenetico quanto insensato affaccendarsi e ad una oscena cupidigia, hanno partorito un autentico mostro &#8211; o forse più semplicemente il pidocchio di nietzschiana memoria. Dice Latouche, con termini forse un po&#8217; troppo tecnici: “la hybris, la dismisura del signore e padrone della natura, ha preso il posto dell&#8217;antica saggezza dell&#8217;inserimento in un ambiente sfruttato in modo ragionevole”. (p.31-32) Uno “sfruttamento ragionevole”, per usare le parole latouchiane, che presuppone l&#8217;allontanamento dal paradigma economicista e produttivista dell&#8217;insaziabile assetto capitalistico del mondo, il quale piaccia o no si appoggia su uno scientismo che non a caso nasce insieme ad esso. Un economicismo che rende il mondo artificialmente “scarso” e quindi più facilmente manipolabile ai fini della mercificazione e dell&#8217;accumulo: “Come hanno perfettamente indicato Ivan Illich e Jean-Pierre Dupuy, l&#8217;economia trasforma l&#8217;abbondanza naturale in rarità con la creazione artificiale della mancanza e del bisogno attraverso l&#8217;appropriazione della natura e la sua mercificazione”. (p.47)<br />
Un&#8217;autentica rivoluzione, dunque, anche se di una forgia forse ancora mai vista, una rivoluzione che poggia anche sulla fiducia nelle capacità dell&#8217;essere umano, una volta liberato dalla morsa del “soggetto automatico”, di riappropriarsi del proprio destino, ed anche in modo creativo. Una sfida, che ci lancia l&#8217;epoca stessa in cui viviamo, e che dobbiamo cercare di raccogliere e portare a compimento. “Per affrontare questa sfida, è lecito scommettere sulla grande ricchezza dell&#8217;invenzione sociale, una volta che la creatività e l&#8217;ingegnosità si siano liberate dalla cappa economicista e &#8216;produttivista&#8217;”. (p.78)<br />
Anche il lavoro, in questo contesto, assume un&#8217;altra posizione. Una volta che non è più determinato dalle esigenze di accumulo e di sfruttamento proprie del capitalismo, il lavoro cambia diciamo così “statuto” e non divora più l&#8217;esistenza delle persone come accade oggi, lo si abbia o meno. Acquista invece un ruolo diverso, quello che di fatto più gli compete, e cioè di attività, non frenetica né totalitaria, che ha come fine la produzione di beni che siano utili all&#8217;umano e ne promuovano il benessere, ora valutato in termini di relazioni sociali e libertà invece che possesso e alienazione, e la felicità. La produzione sfrenata e senza senso di merci che nessuno di fatto ha mai chiesto e che per essere vendute necessitano di incessanti campagne pubblicitarie che ne inducano il bisogno, la devastazione di ambienti naturali e culture, l&#8217;assalto omicida a paesi e a popolazioni la cui unica colpa è quella di detenere risorse indispensabili al mantenimento della follia capitalistica, tutto questo viene a cadere in favore di una produzione sensata e con finalità completamente diverse. “La decrescita implica &#8230; al tempo stesso una riduzione quantitativa e una trasformazione qualitativa del lavoro”. (p.100) Tuttavia, anche questo passaggio è ben più complesso di quanto si possa immaginare. Non si tratta “semplicemente” di sovvertire l&#8217;ordine economico in vigore, di ridare il maltolto agli espropriati e mettere in piedi una più equa distribuzione dei beni. Sicuramente tutto questo, ma occorre anche altro. Occorre anche ritrovare il senso della vita, e la capacità di goderne. “Senza recuperare &#8216;l&#8217;incanto della vita&#8217;, la decrescita sarebbe votata al fallimento. È necessario ridare un senso al tempo liberato … La fuoriuscita dal sistema produttivista e lavorista attuale presuppone un&#8217;organizzazione sociale completamente differente, nella quale il tempo libero e il gioco vengono valorizzati accanto al lavoro, e le relazioni sociali prevalgono sulla produzione e il consumo di prodotti deperibili, inutili o addirittura nocivi&#8230; Per riprendere Hannah Arendt, non soltanto le due componenti rimosse della vita activa, l&#8217;opera dell&#8217;artigiano o dell&#8217;artista e l&#8217;azione propriamente politica, ritroverebbero il diritto di cittadinanza accanto al lavoro, ma la vita contemplativa stessa sarebbe riabilitata”. (p.103)</p>
<p>Dunque, alla luce di questo breve excursus la decrescita non sembra dunque essere quella ideologia retriva e tendenzialmente destrorsa che viene dipinta. Il rischio di una deriva indubbiamente c&#8217;è, soprattutto per quanto riguarda la possibilità che, annacquata e usata con astuzia, possa rappresentare una via d&#8217;uscita per il capitalismo di fronte alla crisi forse più forte che abbia mai dovuto affrontare. Per il capitalista, infatti, non potrebbe esserci scappatoia migliore del riuscire a convincere le popolazioni che una vita “sobria” e morigerata, guidata da criteri virtuosi di risparmio e povertà, sia la soluzione migliore in questi tempi oscuri, così riuscendo una volta di più a farla franca, e magari continuare a devastare mondi e popoli senza che emergano chiaramente e collettivamente le sue responsabilità. Sta però a noi evitare un simile epilogo, e la decrescita per come la descrive Latouche ce ne dà sicuramente i mezzi. “La nostra concezione della decrescita non né un impossibile ritorno all&#8217;indietro né un compromesso con il capitalismo. È un &#8216;superamento&#8217; … della modernità. … La decrescita va necessariamente contro il capitalismo”. (p.109) Non si può infatti neanche concepire la “rivoluzione” della decrescita come risultato di politiche di riforma del sistema, lasciandolo però intatto nei suoi fondamenti. I passaggi che richiede la decrescita sono di fatto incompatibili con le esigenze di produzione e di accumulo del capitalismo. “Il programma di una politica nazionale di decrescita si presenta dunque come un paradosso. La realizzazione di proposte realistiche e ragionevoli ha poche speranze di potersi concretizzare, e ancor meno di avere successo, senza un sovvertimento totale dell&#8217;esistente. E a sua volta questo sovvertimento presuppone il cambiamento dell&#8217;immaginario che soltanto la prospettiva della realizzazione dell&#8217;utopia feconda di una società autonoma e conviviale può generare”. (pp.92-93) Un sovvertimento dell&#8217;immaginario che, abbiamo visto, richiede una messa in mora della modernità e dei suoi ideali di progresso e completa messa a disposizione del mondo e dei suoi abitanti. Ma, tranquilli, non si tratta di un rifiuto tout court che apre ad un mondo di superstizioni e di paure, quanto un “inveramento” degli ideali stessi della modernità. “D&#8217;altra parte, la critica della modernità non implica il suo rifiuto puro e semplice, ma piuttosto il suo superamento. È esattamente in nome del progetto di emancipazione dei Lumi e della costruzione di una società autonoma che noi possiamo denunciare il fallimento della modernità, di fronte all&#8217;eteronomia oggi imperante della dittatura dei mercati finanziari”. (p.122)</p>
<p>Con una paradossale realizzazione di quegli ideali che la decrescita, di fatto, dice di combattere, Latouche ci consegna un pensiero che ritengo meriti considerazione e rispetto. I tempi veramente bui che stiamo attraversando richiedono una spiegazione e una via d&#8217;uscita che abbiano un respiro diverso e sappiano indicare verso possibilità forse molto utopiche e remote, tuttavia seducenti e coinvolgenti. Se troveranno mai realizzazione, non sta a noi dirlo. Una cosa è certa: non sarà un semplice supplicare i nostri governanti o imprenditori o chi per loro a realizzarle: non si è mai visto infatti che la causa del problema sia anche il suo rimedio. Coloro che hanno contribuito in maniera decisiva a portarci sull&#8217;orlo dell&#8217;abisso, non possono essere i nostri referenti, se non polemici, né coloro a cui rivolgerci nella speranza che ci conducano fuori dalla misera che loro stessi hanno in gran parte determinato. A noi piuttosto spetta il compito  &#8211; diciamo anche questo ancora una volta, perché mai come oggi ripetere fa bene &#8211; di provarci in prima persona, di inaugurare un nuovo autonomo percorso di liberazione dal capitalismo che porti, si spera, definitivamente fuori da questo sistema criminale e folle, e apra verso una nuova era, quella in cui l&#8217;uomo, per riprendere una famosa metafora di Marx, si alzi in piedi e cominci finalmente a camminare con le sue gambe. Si tratta in un certo qual modo di fare una scommessa, anch&#8217;essa forse paradossale come quella di Pascal, ma quanto mai necessaria. In fondo, oggi più che mai quello che ancora abbiamo da perdere sono le nostre catene, e un mondo, invece, da guadagnare. :-)</p>
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		<title>Einlauf</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Jul 2009 06:33:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Naturverhältnis und Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Exner]]></category>

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		<description><![CDATA[Streifzüge 46/2009 Andreas Exner Für den Kapitalismus ist die Welt nur ein lästiges Durchgangsstadium der Verwertung. Dummerweise vermehrt sich Geld nicht einfach so. Man muss dazu Rohstoffe und Energie gewinnen, Menschen kontrollieren, Waren produzieren. Eine Zeitlang mag es gelingen, Besitztitel auf Profite anzuhäufen, die künftighin der Warenproduktion entspringen sollen. Doch früher oder später ist damit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Streifzüge 46/2009</p>
<p><em>Andreas Exner</em></p>
<p>Für den Kapitalismus ist die Welt nur ein lästiges Durchgangsstadium der Verwertung. Dummerweise vermehrt sich Geld nicht einfach so. Man muss dazu Rohstoffe und Energie gewinnen, Menschen kontrollieren, Waren produzieren. Eine Zeitlang mag es gelingen, Besitztitel auf Profite anzuhäufen, die künftighin der Warenproduktion entspringen sollen. Doch früher oder später ist damit Schluss.<span id="more-3683"></span></p>
<p>Die Weltlosigkeit des Kapitals strafen seine Krisen immer wieder Lügen. Noch mehr aber strafen seine Krisen uns. Die Ahnung, dass der Kapitalismus an unsere Grenzen stoße, liegt in der Luft. Nur aussprechen will sie niemand. Dabei sind die Hinweise darauf sonder Zahl. Zwei stechen besonders ins Auge: vor 2008 die Verteuerung von Erdöl, Rohstoffen und Nahrungsmitteln. Und bis auf weiteres der durch den Kapitalismus verursachte Klimawandel.</p>
<p>Mit Händen ist es zu greifen: Der Kapitalismus ist ein totes Ende der Geschichte. Doch eine Konsequenz daraus sucht man noch vergebens. Autos fahren weiter, Staaten machen Schulden, Treibhausgase werden emittiert. Grüne wollen dealen. Vom Wachstum kommen die Abhängigen aller Couleur nach wie vor nicht los. Wie wir uns selbst das Joch der Geldvermehrung auferlegen, so auch der Natur. Uns zum Humankapital degradierend, degradieren wir die Welt, als wäre sie nur dazu da, dem Kapital zu dienen, als ein Rohstofflager und eine Deponie ohne Ende. Doch genau dies gibt die Welt nicht mehr allzu lange her: diese Ressource beginnt zu versiegen.</p>
<p>Nur wenige trauen sich erst zu sehen, was auf der Hand liegt: Die Geldwirtschaft verdammt uns zu wachsender Zerstörung; lösen wir uns davon nicht, so blüht uns keine Zukunft mehr. Eher wird von manchen, anstatt Kapital, Markt und Staat zu transzendieren, bereits der Mensch geistig ausradiert: es gäbe zu viele unserer Art. Und eher traut man den erneuerbaren Energien just das zu, woran das fossile System gerade scheitert: endloses Wachstum. Solcher Unsinn ist gefährlich. Wer bei uns nun komplizierte Lösungen sucht, wird freilich enttäuscht – Produktion für konkrete Bedarfe anstatt für Geld, that’s all.</p>
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		<title>Die ökologische Krise des Kapitals</title>
		<link>http://www.krisis.org/2008/die-oekologische-krise-des-kapitals</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Dec 2008 16:11:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krisentheorie und Krisenanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Naturverhältnis und Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Exner]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Lauk]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Streifzüge 44/2008 Andreas Exner und Christian Lauk Bis zur Jahreshälfte 2008 stiegen die Preise für Energie, Rohstoffe und Lebensmittel drastisch. Inzwischen geht die Teuerung zwar zurück, doch werden sich die Ressourcen auch in einer Rezession weiter verknappen. Seit einem Tiefstand 1998 stiegen die Erdölpreise kontinuierlich. Bis 2007 hielt man diesen Trend zumeist für eine kurzfristige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Streifzüge 44/2008</p>
<p><em>Andreas Exner und Christian Lauk</em></p>
<p>Bis zur Jahreshälfte 2008 stiegen die Preise für Energie, Rohstoffe und Lebensmittel drastisch. Inzwischen geht die Teuerung zwar zurück, doch werden sich die Ressourcen auch in einer Rezession weiter verknappen.<span id="more-3027"></span><br />
Seit einem Tiefstand 1998 stiegen die Erdölpreise kontinuierlich. Bis 2007 hielt man diesen Trend zumeist für eine kurzfristige Marktverzerrung. Spätestens jedoch, als der Ölpreis im Jänner 2008 die magische Marke von 100 US-Dollar pro Barrel überschritt, begannen die Alarmglocken zu läuten. Die Preisralley setzte sich bis zum bisherigen Höchststand von 147 US-Dollar pro Barrel im Juli fort. Inzwischen ist die Ölnachfrage und damit der Ölpreis wieder deutlich gesunken. Das Grundproblem bleibt aber auf der Tagesordnung. Sobald die Nachfrage wieder anzieht, ist erneut mit einem Preisanstieg zu rechnen.</p>
<p>Oberflächlich betrachtet ergibt sich der Ölpreis aus dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Steigt die Nachfrage und hält das Angebot nicht Schritt, so ist ein Preisanstieg die Folge. Tatsächlich wuchs die Ölnachfrage in den letzten Jahre deutlich und überflügelte das Angebot. Was hinter der Angebotsentwicklung steckt, ist aber nicht ganz leicht zu eruieren. Dementsprechend wurde die Erdölteuerung höchst widersprüchlich debattiert. Während manche die Marktmacht der OPEC im Zentrum sahen, betonten andere die Rolle der Spekulation, der Ölkonzerne oder des Kriegs im Irak.</p>
<p>Studien weisen allerdings darauf hin, dass hohe Erdölpreise bereits Peak Oil widerspiegeln könnten, den Höhepunkt der Erdölförderung. Dieser Punkt markiert den Gipfel einer Glockenkurve. Sie beschreibt den Zeitverlauf der Förderung von einzelnen Ölfeldern, von ölproduzierenden Ländern, aber auch der Weltölförderung. Die Energy Watch Group datiert Peak Oil auf das Jahr 2006, andere rechnen damit in naher Zukunft.</p>
<p>Tatsächlich bringt nicht erst der letzte Tropfen Erdöl die Krise. Sie beginnt weit früher: dann nämlich, wenn die Förderung aus geologischen Gründen zurückgeht und weder eine wachsende noch die bestehende Nachfrage mehr decken kann. Die Förderung nimmt nach dem globalen Peak der Ölproduktion mit einer Rate von mindestens einem Prozent jährlich, vielleicht aber auch weitaus schneller ab.</p>
<p>Inzwischen weist auch die Internationale Energieagentur auf die kommende &#8220;Versorgungskrise&#8221; hin. Sogar der EU-Energiekommissar Andris Piebalgs warnte bereits vor Peak Oil. Dieser ist allerdings nur ein Teilproblem. So prognostiziert die Energy Watch Group den globalen Peak bei Erdgas und Kohle für 2025. Bei Erdgas dürfte der entscheidende regionale Peak für Europa früher eintreten. Jedenfalls werden auch die anderen fossilen Stoffe teurer, wenn sich die Nachfrage vom Erdöl auf sie verschiebt. Umso mehr, als der Aufwand für die Erdöl- und die Kohle-Förderung zunimmt.</p>
<p>Die fossilen Stoffe decken rund 80 Prozent des weltweiten Energiebedarfs. Dagegen bildet den Löwenanteil der &#8220;Erneuerbaren&#8221;, die in den übrigen 20 Prozent enthalten sind, die traditionelle Brennholznutzung im globalen Süden. Erdöl und Erdgas sind aber nicht nur Energieträger. Sie sind zudem die zentralen Ausgangsmaterialien der Chemie. Kunststoffe, Arznei- und Pflanzenschutzmittel werden auf Erdölbasis produziert, und die Herstellung von Stickstoffdünger ist auf Erdgas (oder Kohle) angewiesen.</p>
<p>Es gibt also mittelfristig auch ein Stoffproblem. Allein der Bedarf an Kunststoffen für Textilien zum Beispiel ist enorm. Will man ihn mit Baum- oder Schafwolle oder Hanf decken, so schränkt das die Flächen für die Ernährung weiter ein. Umso mehr, wenn der Klimawandel zu Produktionseinbußen führt und nach Peak Gas der Stickstoffdünger knapp wird.</p>
<h4>Das Übergangsproblem</h4>
<p>Wachstum des Kapitals heißt Wachstum des Energie- und Stoffverbrauchs. Denn abgesehen von Kurssteigerungen bei Wertpapieren unterliegt der Kapitalverwertung immer auch ein Stoff- und Energieverbrauch. Das ist ökologisch höchst problematisch, doch bleibt der Wachstumskonsens davon weitgehend unberührt, auch in der Ökoszene. Dahinter steckt nicht allein Bornierung, sondern durchaus ein Faktum: Ein &#8220;ökologischer&#8221; Umbau des Kapitalismus ist nur möglich, wenn es Profit und Wachstum gibt.</p>
<p>Diese Sicht freilich impliziert, dass das Kapital von selbst auf die &#8220;Erneuerbaren&#8221; switcht, wenn die Preise der &#8220;Fossilen&#8221; steigen. Demgegenüber wird nun aber sichtbar, dass mit steigenden Energiepreisen alle Preise steigen. Dies umso mehr, als neben den Erdölpreisen in den letzten Jahren auch die Metallpreise gestiegen sind. Denn einerseits gehen steigende Energiepreise in die Kosten der Förderung, der Verarbeitung und des Transports von Metallen ein. Andererseits aber sind die leicht ausbeutbaren Lagerstätten zusehends ausgeschöpft und die Produktion lässt sich nicht mit beliebiger Geschwindigkeit ausdehnen. Davon abgesehen sinkt die Arbeitsproduktivität in der Metallgewinnung tendenziell und die Preise steigen deshalb letztlich in jedem Fall. Die &#8220;Erneuerbaren&#8221; werden also nicht von selber attraktiv, und in einer Rezession verschwinden auch die investiven Mittel für den &#8220;ökologischen&#8221; Umbau.</p>
<p>Tatsächlich benötigt der Aufbau erneuerbarer Energiesysteme nicht nur Energie, sondern auch Metalle &#8211; und das in großen Mengen. So verwundert nicht, dass Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands Windkraft in Deutschland, die hohen Metallpreise dafür verantwortlich macht, dass die Neuinstallation von Windkraftanlagen 2007 deutlich zurückging. Auch der Ausbau der Solarenergie wird durch diesen Trend gehemmt.</p>
<p>Erneuerbare Energiesysteme brauchen materielle und energetische Inputs. Bis auf Weiteres hängen deshalb auch die erneuerbaren Systeme von fossilen Energien ab. Die Grenzen der metallischen Ressourcen schließlich sind von Windparks und Solaranlagen grundsätzlich nicht zu überwinden. Nicht-erneuerbare Ressourcen sind für sie unersetzlich.</p>
<p>Solche Beschränkungen haben großes Gewicht. Nicht zuletzt deshalb, weil die gesamte Distribution und Nutzung der Energie an die fossilen Energien angepasst ist: ob Pipelines, Öltanker, alle möglichen Motoren oder Heizungen. Nicht nur ein Umbau der Energieversorgung ist nötig, sondern auch ein gewaltiger Umbau der gesamten Technologie und Infrastruktur. Und auch diesen ermöglichen nur Profite und die Erwartung von Profiten &#8211; eine Beschränkung, der auch die Staatsausgaben unterliegen.</p>
<p>Außer dem Nadelöhr der Verwertung gibt es noch ein stoffliches Übergangsproblem auf dem Weg in eine erneuerbare Zukunft: Werden zu wenige fossile Ressourcen in zu langer Frist für den Aufbau erneuerbarer Stoff- und Energiesysteme investiert, so reichen ab einem gewissen Punkt die fossilen Ressourcen nicht mehr aus, um auch nur annähernd soviel Energie und Stoffe zu produzieren wie heute. Umgekehrt intensiviert sich die Verknappung und das Wachstum verlangsamt sich, wenn man in zu kurzer Zeit zu viele fossile (und metallische) Ressourcen in den Ökoumbau lenkt. Im Extremfall würde man damit beginnen, auf breiter Front erneuerbare Systeme zu installieren, nur um auf halbem Wege zu erkennen, dass die erschöpflichen Ressourcen, die man für die Fertigstellung braucht, nicht reichen.</p>
<h4>Vom Akkumulations- zum Entwertungsregime</h4>
<p>Steigt der Wert der fossilen (und metallischen) Inputs, weil die Förderung immer aufwändiger wird und geringere Erträge bringt, so verändert das den Kapitalwert. Der Wert der Produktionsmittel vergrößert sich, Ausrüstungsgüter für die extrem kapital- und zunehmend energieintensive Erdölförderung mit inbegriffen. Aber auch der Wert der Ware Arbeitskraft vergrößert sich, wenn der warenförmige Lebensstandard konstant bleiben soll. Denn die Arbeitsproduktivität geht zurück.</p>
<p>Allgemein gesprochen verlängert sich jene Arbeitszeit, die eine Gesellschaft aufwenden muss, um all das herzustellen, was die Lohnabhängigen konsumieren. Dieser Teil der Arbeitszeit stellt die Reproduktion der Arbeitskräfte sicher. Umgekehrt verkürzt sich daher die unbezahlte Arbeitszeit, die sich letztlich im Profit ausdrückt.</p>
<p>Dieser Umstand hat weitreichende Konsequenzen. Konzentrieren wir uns dabei auf die Profitrate, d.h. das Verhältnis von Geldgewinn zu Kapitalvorschuss. Die Profitrate ist die zentrale Steuerungsgröße der Kapitalakkumulation. Sie bestimmt die Nachfrage nach Krediten, die der Erweiterung der Produktion dienen, entscheidet aber auch über die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens. Die Größe des Geldrückflusses, aus dem das Unternehmen seine Kredite finanziert, hängt ebenfalls von der Profitrate ab.</p>
<p>Die Profitrate ist eine Geldgröße. Sie liest der Kapitalist in den Bilanzen ab. Werttheoretisch betrachtet wirkt auf diese Rate das Verhältnis mehrerer Faktoren ein, die empirisch nicht in Erscheinung treten, die Bewegung der Profitrate jedoch kausal bestimmen: das Verhältnis des Mehrwerts m zu den Wertmengen, die für Arbeitskräfte (variables Kapital v) sowie für Maschinen, Rohstoffe, Energie etc. (konstantes Kapital c) vorgeschossen werden müssen, um einen Produktionszyklus starten zu können.</p>
<p>Der Wert der Produktionsmittel &#8211; das konstante Kapital c &#8211; geht unverändert in den Produktwert ein. Das variable Kapital hingegen setzt den Produkten mehr Wert zu, als es selber verkörpert, weil die Arbeitskraft mehr Wert produziert, als sie selber hat (und als Lohn vergütet bekommt).</p>
<p>Der kapitalistische Arbeitstag teilt sich daher in einen bezahlten und einen unbezahlten Teil. Mehrwert (m) wird, gesamtgesellschaftlich gesehen, durch unbezahlte Arbeitszeit gebildet. Bleiben die Länge des Arbeitstags und die Intensität der Arbeit gleich, so schrumpft der Mehrwert, wenn sich die bezahlte Arbeitszeit, die dazu dient, die Arbeitskraft zu reproduzieren, ausdehnt. Das ist die erste Konsequenz einer Wertsteigerung bzw. Verteuerung von Energie und Rohstoffen.</p>
<p>Die zweite ist, dass sich der Kapitalvorschuss (c + v) vergrößert. Wird mehr lebendige Arbeit (v) und tote Arbeit (c) benötigt, um z.B. Erdöl zu produzieren, so steigt dessen Wert; damit aber auch der Wert aller Produktions- und Konsummittel, in die das Erdöl direkt oder indirekt eingeht. Dasselbe gilt auch für andere Energieträger oder Rohstoffe, wenn sie aufwändiger gewonnen werden müssen; und es gilt umso mehr, wenn der Mengenertrag zugleich zurückgeht. Sinkt bei steigendem Wert des Kapitalvorschusses der Mehrwert, so fällt die Rate des Profits, die das Verhältnis m / (c + v) ausdrückt.</p>
<p>Sinkender Mehrwert könnte durch sinkenden Wert des konstanten Kapitals, also der Maschinen, Energie und Rohstoffe wettgemacht werden, was unter den Bedingungen der Ressourcenkrise ausgeschlossen ist. Selbst wenn das variable Kapital (v) gleich bleibt, der warenförmige Lebensstandard also sinkt, so würde sich ein steigender Wert von Energie und Rohstoffen in größerem Wert von c niederschlagen. Der Mehrwert bleibt dann unangetastet, und doch fällt die Rate des Profits.</p>
<p>Das einzige Gegenmittel wären längere Arbeitszeiten, intensivierte Arbeit und eine starke Absenkung des Lebensstandards durch Reduktion von v &#8211; einzeln oder in Kombination. Der Mehrwert (m) würde steigen, aber auch das relative Gewicht von (c), weil v abnimmt. Also müsste m schneller steigen als c. Ansonsten fällt auch unter diesen Annahmen die Rate des Profits.</p>
<p>Freilich riskiert eine solche Akkumulationsstrategie, die nicht die Produktivität vorantreibt und damit den Reallohn steigert, sondern stattdessen den Arbeitstag verlängert und den Konsum reduziert, in Hinblick auf soziale Kämpfe ihren Kopf. Vor allem aber kann sie das fossil betriebene Kapital nicht in existierendem Umfang verwerten: Raffinerien stehen still, Transportmittel bleiben in den Garagen und die Auslastung von Fabriken sinkt, wenn sich die fossilen Ressourcen verknappen.</p>
<p>Diese ökologische Krise des Kapitals bereitet nicht mehr wie bisherige Krisen den Boden eines neuen langen Schubs der Akkumulation. Anders als bei Kapitalkrisen üblich, vernichtet sie nicht allein den Wert, sondern auch den Gebrauchswert der betroffenen Kapitalien. Während in einer herkömmlichen Krise Unternehmen bankrottieren, die dann billig gekauft werden können, so kann ein Teil der vernichteten Kapitalien in der ökologischen Kapitalkrise nicht mehr für eine erneute Verwertung in Gebrauch genommen werden. Selbst wenn es regional oder sektoral zu einem neuen Aufschwung kommt, so begrenzen ihn die Peaks. Und er findet auf geringerem Niveau des Outputs statt.</p>
<p>An die Stelle eines neuen Regimes der Akkumulation tritt damit ein globales Regime der Entwertung. Vom Standpunkt des Kapitals aus wäre dabei der beste mögliche Fall eine &#8220;Akkumulation auf dem Rückzug&#8221;, die von metropolitanen Bastionen aus die übrige Welt für den Wechsel der Ressourcenbasis in Form eines Erdöl- und Biomasseimperialismus funktionalisiert. Gesellschaftlicher Widerstand muss das verhindern.</p>
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		<title>Kapitalismus tötet</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Nov 2008 09:58:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krisentheorie und Krisenanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Naturverhältnis und Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Exner]]></category>

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		<description><![CDATA[Andreas Exner Zwischen 2007 und 2008 wurden Nahrungsmittel global gesehen um 52 Prozent teurer. Laut FAO vergrößerten 2007 deshalb 75 Millionen Menschen das Heer der Hungernden. Weltweit sind damit schätzungsweise 923 Millionen Menschen mangelhaft ernährt. Die Ursachen scheinen auf den ersten Blick recht unterschiedlich. Ungünstige Wetterverhältnisse zwischen 2005 und 2007 verringerten die Ernten der globalen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Andreas Exner</em></p>
<p>Zwischen 2007 und 2008 wurden Nahrungsmittel global gesehen um 52 Prozent teurer. Laut FAO vergrößerten 2007 deshalb 75 Millionen Menschen das Heer der Hungernden. Weltweit sind damit schätzungsweise 923 Millionen Menschen mangelhaft ernährt.<span id="more-2364"></span></p>
<p>Die Ursachen scheinen auf den ersten Blick recht unterschiedlich. Ungünstige Wetterverhältnisse zwischen 2005 und 2007 verringerten die Ernten der globalen Hauptproduktionsgebiete. Zugleich verdoppelten sich im letzten Jahr die Düngerpreise. Und auch die Preise der fossilen Treibstoffe erreichten ungeahnte Höhen. Parallel dazu wuchs die Nachfrage nach Agrotreibstoff. Zwischen 2000 und 2007 verdreifachte sich laut FAO die Produktion von Agrosprit, der gegenwärtig 2 Prozent des weltweiten Treibstoffbedarfs des Transports abdeckt. Die Spekulation mit Nahrungsmitteln verstärkte den Aufwärtstrend der Preise noch.</p>
<p>Seit Jahresmitte sind die Preise bei Mais, Weizen und Reis um 60 bis 40 Prozent gefallen. Doch die weltweite Hungerkrise droht sich erneut zu verschärfen, warnen <a href="http://www.un.org/apps/news/story.asp?NewsID=28833&amp;Cr=Food&amp;Cr1=Crisis" target="_blank">UNO</a> und <a href="http://www.fao.org/news/story/en/item/8271/icode/" target="_blank">FAO</a>. Diesmal auf noch höherem Niveau. Denn die Finanzkrise hat inzwischen den Agrarmarkt erreicht. Bauern und Agrounternehmen steht weniger Kredit zur Verfügung, um Düngemittel zu finanzieren. Bei fallenden Preisen für Agrarprodukte sinkt zudem der kapitalistische Produktionsanreiz. Umso mehr, als hohe Treibstoff- und Düngerpreise die Profitabilität der Agrarproduktion zusätzlich reduzieren. Wird weniger gepflanzt, so fällt die Ernte geringer aus.</p>
<p>Ziehen die Agrarpreise wieder an, so trifft das Länder, die Nahrungsmittel importieren müssen, nun mit doppelter Gewalt. Sie können auf den krisengeschüttelten Finanzmärkten nur schwer Geld dafür locker machen. Dabei stiegen die weltweiten Importe von Nahrungsmitteln heuer zum ersten Mal auf über 1 Billion US-Dollar, 23 Prozent mehr als letztes Jahr und 64 Prozent mehr als 2006. Entwicklungsländer werden dieses Jahr um 35 Prozent mehr Geld für Nahrungsmittelimporte ausgeben als 2007. Die Konsequenz dieser Entwicklung liegt auf der Hand. Künftig wird weniger importiert und der Hunger nimmt weiter zu. Selbst wenn die Agrarpreise während der Erntesaison 2009 und 2010 nicht wie befürchtet steigen, werden Menschen massenhaft verhungern, weil ihnen das Grundnahrungsmittel des Kapitalismus fehlt: Kapital.</p>
<p>Immer brutaler verletzen die Auswirkungen dieses sinnlosen Systems die Grenzen des Erträglichen. Immer mehr Menschen sterben, weil das Kapital Zugang zu Lebensnotwendigem nur gegen Bares erlaubt. Und weil es unsere Umwelt lebensfeindlich macht. So sind die schlechten Ernten der letzten Jahre wahrscheinlich bereits als eine Folge des vom Kapitalismus verursachten Klimawandels zu begreifen. Der Anstieg bei den Treibstoffpreisen wiederum kündigt den Peak Oil, das Fördermaximum beim Erdöl an, das bereits eingetreten oder in den nächsten Jahren zu erwarten ist – Konsequenz des enormen Hungers nach fossilen Stoffen, dem das Kapital alles opfert.</p>
<p>Agrosprit soll nun beide Probleme lösen: erstens den Klimawandel bremsen, zweitens die Erdölabhängigkeit verringern. Wie sich jetzt allerdings mit Gewissheit zeigt, verdrängt der Umstieg auf Sprit aus Biomasse den Anbau von Nahrungsmitteln. Und NGOs wie <a href="http://www.biofuelwatch.org/" target="_blank">Biofuelwatch</a> argumentieren, dass der Biomasseanbau für Agrosprit den Klimawandel sogar verstärkt. Der Preisanstieg beim Stickstoffdünger schließlich spiegelt nicht zuletzt die Teuerung bei Erdgas, das man bei dessen Produktion benötigt.</p>
<p>Nicht nur Nahrungsmittel, Energie und Düngemittel verteuerten sich in den letzten Jahren. Auch Metalle legten preislich kräftig zu. Schon vor der Finanzkrise übten steigende Rohstoff- und Energiepreise spürbar Druck auf die Profitrate aus. Sie hätten das kapitalistische Wachstum selbst ohne den Zusammenbruch der weltweiten Immobilienblase stark geschwächt. Der Kapitalismus stößt also Schritt für Schritt an seine materiellen Schranken. Indem er seine Basisstoffe erschöpft, entzieht er sich selbst immer mehr die stoffliche Produktionsgrundlage. Ökologische und ökonomische Grenzen werden zusehends deckungsgleich.</p>
<p>Die aktuelle Hungerkrise freilich zeigt in grellem Licht, was es bedeutet, wenn eine Alternative ausbleibt. So geht der globale Norden buchstäblich über Leichen, indem er sich an den Fetisch Auto klammert, den Klimaschutz zur Polit-Show deklariert und Kriege um Ressourcen führt. Das ist aber nur die zerstörerische Seite. Jenseits von Ignoranz und Unbewusstheit steht ein wachsendes Bedürfnis nach Befreiung. Darin leuchtet ein klarer Gedanke auf, den inzwischen eine Vielzahl von Ansätzen reflektiert: Wir müssen eine grundsätzlich neue Art der Produktion entwickeln. Es geht um eine solidarische Ökonomie, die Kostendeckung und Profitorientierung abschafft und konkrete Versorgungsziele an ihre Stelle setzt.</p>
<p><em>Das ist die erweiterte Einleitung zur kommenden Nummer der <a href="http://www.contraste.org/" target="_blank">Contraste &#8211; Monatszeitung für Selbstorganisation</a>. Darin haben wir den Schwerpunkt “Ressourcenkrise” gestaltet. Mit Artikeln zu Transition Towns, Peak Oil, den Grenzen der Erneuerbaren, Fülle und Verzicht sowie zur Perspektive Globaler Dörfer. Unsere Empfehlung: abonnieren, lesen.</em></p>
<p>Literaturtip: Exner, Lauk &amp; Kulterer: “<a href="http://www.social-innovation.org/" target="_blank">Die Grenzen des Kapitalismus. Wie wir am Wachstum scheitern</a>” (Ueberreuter, 2008)</p>
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		<title>Buchvorstellung: Die Grenzen des Kapitalismus</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Oct 2008 06:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus und Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krisentheorie und Krisenanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik der Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Naturverhältnis und Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Exner]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Lauk]]></category>
		<category><![CDATA[Die Grenzen des Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Konstantin Kulterer]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie wir am Wachstum scheitern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><a href="http://www.social-innovation.org/"><img src="http://www.social-innovation.org/wp-content/uploads/2008/09/exner_et_al_21.jpg" border="1" alt="" hspace="8" width="113" height="170" align="left" /></a>Wie wir am Wachstum scheitern</h3>
<p><em>Von Andreas Exner, Christian Lauk und Konstantin Kulterer</em></p>
<p>220 Seiten EUR: 19,95 CHF: 34,80</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Die-Grenzen-Kapitalismus-Wachstum-scheitern/dp/3800073668/" target="_blank">Bestellen auf Amazon</a></p>
<p>Das Buch „Die Grenzen des Kapitalismus – wie wir am Wachstum scheitern“ ist ein Projekt des Social Innovation Network (Sinet) und das Ergebnis mehrjähriger, intensiver Diskussionen im Kreis um Andreas Exner, Christian Lauk, Konstantin Kulterer, Ernst Schriefl aus Wien und Klagenfurt. Wir möchten zeigen, dass der in das kapitalistische System eingebaute, positive Rückkopplungsmechanismus namens Wirtschaftswachstum mit einem kontinuierlich steigenden Verbrauch von Energie und Rohmaterialien verbunden ist. Und dass dieser steigende Verbrauch – und somit auch das Wirtschaftswachstum – früher oder später an seine natürlichen Grenzen stoßen wird.</p>
<p><span id="more-766"></span>Mit unserem Buch ist diese Diskussion nicht beendet. Ganz im Gegenteil: Eine zum guten Teil auf knappe natürliche Ressourcen (Land, Energie und Rohmaterialien) zurückzuführende Inflation verteuert Grundnahrungs- und andere Lebensmittel und zeigt die Dringlichkeit eines radikalen Umdenkens. Wir sind uns sicher: Der Entwicklungspfad, auf dem sich unsere Gesellschaft seit der industriellen Revolution befindet, ist eine Sackgasse. Er ist nicht auf Sand, schlimmer, er ist auf die fossilen Energien Kohle, Öl und Gas gebaut. Und die reichen nicht ewig. Doch wie kommen wir da raus? Und wo wollen wir hin?</p>
<p>Wir widmen uns mit diesem Weblog allem, was helfen könnte, der Antwort auf diese Fragen näher zu kommen – praktisch und theoretisch. Wir wollen bequeme, doch gefährliche Illusionen zerstören. Zum Beispiel, wenn von Spiegel Online oder sonstwem wieder einmal ein technologisches Großprojekt als Lösung aller Energieprobleme gefeiert wird. Wir wollen die von der Mainstream-Ökonomie gepredigte Problemlösungskraft des Marktes als Zerstörungskraft entlarven. Zum Beispiel, wenn das angebliche Heilmittel Emissionshandel gepredigt wird. Wir wollen aber auch auf Projekte aufmerksam machen und diskutieren, die Keimformen für die nächste große Epoche nach der Industriegesellschaft sein könnten. Und, last not least, machen wir auf wichtige Termine von uns und uns nahestehenden Gruppen aufmerksam.</p>
<p>Wir laden herzlich dazu ein, unsere Beiträge zu kommentieren und zu diskutieren! Je nach Zeit, Lust und Laune diskutieren wir gerne mit!</p>
<p><a href="http://www.social-innovation.org/">http://www.social-innovation.org/</a></p>
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		<title>Ressourcenkrise als Formationsbruch</title>
		<link>http://www.krisis.org/2008/ressourcenkrise-als-formationsbruch</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Oct 2008 08:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krisentheorie und Krisenanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Naturverhältnis und Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Exner]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Lauk]]></category>
		<category><![CDATA[Konstantin Kulterer]]></category>

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		<description><![CDATA[Oder: Emanzipation unter Bedingungen, die sich die Linke nicht gewünscht hat]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Oder: Emanzipation unter Bedingungen, die sich die Linke nicht gewünscht hat</h3>
<p><a href="http://www.krisis.org/2008/emancipation-under-conditions-that-the-left-didnt-want">englische Version</a></p>
<p>analyse &amp; kritik 530, 15.8.2008</p>
<p><em>Andreas Exner, Christian Lauk, Konstantin Kulterer</em></p>
<p>Steigende Preise für Lebensmittel vergrößern den Hunger, es droht eine globale Rezession und gleichzeitig wird Energie immer teurer. Innerhalb weniger Jahre hat sich das Terrain für linke Bewegungen dramatisch verändert. Doch viele setzen weiter auf bekannte Rezepte. Damit zielt man an den realen Herausforderungen vorbei.<span id="more-804"></span> So werden beispielsweise die steigenden Erdölpreise höchst widersprüchlich debattiert. Während manche die Marktmacht der OPEC im Zentrum sehen, betonen andere die Rolle der Spekulation, der Ölkonzerne, der Nachfrage in den Schwellenländern oder den Krieg im Irak.</p>
<p>Praktisch unbemerkt weisen Studien allerdings darauf hin, dass die steigenden Erdölpreise bereits den Peak Oil widerspiegeln könnten, den Höhepunkt der Erdölförderung. Die <em>Energy Watch Group</em> datiert den Peak Oil auf das Jahr 2006, andere rechnen damit in naher Zukunft. Tatsächlich bringt nicht erst der letzte Tropfen Erdöl die Krise. Sie beginnt weit früher: dann nämlich, wenn die Förderung zurückgeht und weder eine wachsende noch die bestehende Nachfrage mehr decken kann. Nach dem Peak geht die Förderung mit einer Rate von zwei oder mehr Prozent pro Jahr zurück.</p>
<h3>Vom Akkumulations- zum Depreziationsregime</h3>
<p>Ebenso unbemerkt verweist inzwischen auch die Internationale Energieagentur (IEA) auf die kommende &#8220;Versorgungskrise&#8221;. Ähnlich der Ölkonzern Total, der erklärte, die Ölförderung sei immer schwieriger zu erhöhen. Sogar der EU-Energiekommissar Andris Piebalgs warnt bereits vor dem Peak Oil. Nichts davon dringt in die Klimadebatte oder die Ökobewegung. Seltsam eigentlich, denn hohe Erdölpreise galten bisher als Wundermittel für den ökologischen Umschwung. Fast wirkt es so, als würde auch die Ökobewegung stillschweigend auf das Erdöl setzen.</p>
<p>Dabei ist der Peak Oil nur ein Teilproblem. Die <em>Energy Watch Group</em> prognostiziert den globalen Peak bei Erdgas und Kohle für 2025. Bei Erdgas dürfte der entscheidende regionale Peak für Europa früher eintreten. Jedenfalls werden auch die anderen fossilen Stoffe teurer, wenn sich die Nachfrage vom Erdöl auf sie verschiebt. Umso mehr, als der Aufwand für die Erdöl- und die Kohleförderung zunimmt.</p>
<p>Die fossilen Stoffe decken rund 80 Prozent des weltweiten Energiebedarfs. Dagegen bildet den Löwenanteil der &#8220;Erneuerbaren&#8221; die traditionelle Brennholznutzung im globalen Süden. Erdöl und Erdgas sind zudem die zentralen Ausgangsmaterialien der Chemie. Kunststoffe, Arznei- und Pflanzenschutzmittel werden auf Erdölbasis produziert, und die Herstellung von Stickstoffdünger ist auf Erdgas (oder Kohle) angewiesen.</p>
<p>Es gibt also auch ein Stoffproblem. Allein der Bedarf an Kunststoffen für Textilien ist enorm. Will man ihn mit Baum- oder Schafwolle oder Hanf decken, so schränkt das die Flächen für die Ernährung weiter ein. Umso mehr, wenn der Klimawandel zu Produktionseinbußen führt und sich nach dem Peak Gas der Stickstoffdünger verknappt.</p>
<p>Das Fazit ist: Lichtet sich erst einmal der &#8220;unterirdische Wald&#8221; der fossilen Stoffe, so bleibt nur die Expansion in die Fläche. Dort aber kostet eine Ausdehnung des Energie- und Stoffkonsums der wenigen das Leben vieler. Vor allem, wenn man Biomasse nutzt.</p>
<p>Neben den Erdölpreisen steigen auch die Preise für Metalle. Und davon brauchen die erneuerbaren Energiesysteme eine ganze Menge. So verwundert nicht, dass in Deutschland bereits die Neuinstallation von Windkraftanlagen zurückgeht und steigende Rohstoffpreise den Ausbau der Solarenergie bremsen. Hinter der Wachstumsfixierung vieler Linker steckt ein geheimes Wissen: Ein angeblich &#8220;ökologischer&#8221; Umbau des Kapitalismus ist nur möglich, wenn es Profit und Wachstum gibt. Doch wird fälschlich angenommen, dass das Kapital von selbst auf die &#8220;Erneuerbaren&#8221; switcht, wenn die Preise der &#8220;Fossilen&#8221; steigen. Demgegenüber wird nun sichtbar, dass mit steigenden Energiepreisen alle Preise steigen. Die &#8220;Erneuerbaren&#8221; werden nicht von selbst attraktiv, und in einer allgemeinen Rezession verschwinden auch die investiven Mittel für den &#8220;ökologischen&#8221; Umbau.</p>
<p>Hinzu kommt, dass Distribution und Nutzung der Energie an die fossilen Energien angepasst sind: ob Pipelines, Öltanker, alle möglichen Motoren oder simple Heizungen. Nicht nur ein Umbau der Energieversorgung ist also nötig, sondern auch ein gewaltiger Umbau der gesamten Technologie und Infrastruktur. Und auch diesen ermöglichen in kapitalistischen Produktionsverhältnissen nur Profite und die Erwartung von Profiten. Dieser grundlegenden Beschränkung unterliegen auch die Staatsausgaben.</p>
<p>Außer dem Nadelöhr der Verwertung gibt es noch ein stoffliches Übergangsproblem: Werden zu wenige fossile Ressourcen in zu langer Frist für den Aufbau erneuerbarer Stoff- und Energiesysteme investiert, so reichen ab einem gewissen Punkt die fossilen Ressourcen nicht mehr aus, um auch nur annähernd so viel Energie und Stoffe zu produzieren wie heute. Umgekehrt intensiviert sich die Verknappung und verlangsamt sich das Wachstum, wenn man in zu kurzer Zeit zu viele fossile (und metallische) Ressourcen in den Ökoumbau lenkt.</p>
<h3>Fetischisierung der Krise soll Repressionen legitimieren</h3>
<p>Der Fordismus hat seine Widersprüche an die Peripherie, aber auch in die Zukunft verlagert. Heftige soziale Kämpfe hatten im 20. Jahrhundert eine spezifische Bearbeitungsweise von Konflikten hervorgetrieben, die darin bestand, diese qua Wachstum in die Umwelt zu &#8220;verklappen&#8221;. Dieser &#8220;produktivistische Sozialpakt&#8221; zwischen Unternehmern und Lohnabhängigen zehrte an der natürlichen Lebensbasis. Nun quillt der Müll &#8211; in Gestalt von Klimawandel und Co. &#8211; zurück in die Metropolen und die Ressourcenquellen werden knapp. Zugleich nehmen soziale Kämpfe zu.</p>
<p>Damit werden die Perspektiven jener knapp, die auf ein neues Akkumulationsregime nach dem Ende des fossilen Ressourcenregimes setzen. Nicht nur zeigt sich, dass die inneren Widersprüche des Kapitalismus kein Potenzial der Befreiung haben. Denn genau diese Widerspruchsdynamik hat ja in erhöhter Naturaneignung resultiert. Vielmehr wird auch klar, dass die kapitalistisch-bürgerliche Gesellschaftsformation nicht für ihre &#8220;Selbstaufhebung&#8221;, sondern nur für Selbstzerstörung taugt. Akkumulation des Kapitals heißt immer auch Akkumulation von Müll und Erschöpfung natürlicher Ressourcen. Das zeigen empirische Daten eindeutig. Ebenso klar muss sein: Eine absolute Reduktion von Verbräuchen, Emissionen und Abfällen ist, während das Kapital akkumuliert, nicht möglich.</p>
<p>Wenn der Wert der fossilen (und metallischen) Inputs steigt, weil die Förderung immer aufwendiger wird und geringere Erträge bringt, so verändert das den Kapitalwert. Der Wert der Produktionsmittel vergrößert sich, Ausrüstungsgüter für die extrem kapital- und zunehmend energieintensive Erdölförderung mit inbegriffen; aber auch der Wert der Ware Arbeitskraft, soll der warenförmige Lebensstandard annähernd konstant bleiben. Dann verlängert sich die gesamtgesellschaftliche Arbeitszeit zur Reproduktion der Arbeiterklasse, womit die unbezahlte Arbeitszeit zurückgeht. Folglich sinkt die Mehrwertrate, denn sie ist nichts anderes als das Verhältnis von unbezahlter zu bezahlter Arbeitszeit. Wahrscheinlich steigt zugleich der Grad der Wertzusammensetzung, das heißt das Verhältnis von toter zu lebendiger Arbeit. Aber selbst wenn dieses gleich bleibt: Die Profitrate sinkt.</p>
<p>Das einzige Gegenmittel wären längere Arbeitszeiten bei intensivierter Arbeit und einer starken Absenkung des Lebensstandards &#8211; sofern die Mehrwertrate dann schneller steigt als der Grad der Wertzusammensetzung. Doch diese Akkumulationsstrategie aus dem 19. Jahrhundert riskiert in Hinblick auf soziale Kämpfe ihren Kopf. Vor allem aber kann sie das fossil betriebene Kapital nicht in existierendem Umfang verwerten.</p>
<p>Diese ökologische Krise des Kapitals bereitet nicht mehr wie bisher den Boden eines neuen langen Schubs der Akkumulation. Denn sie vernichtet nicht allein den Wert, sondern vor allem auch den Gebrauchswert der betroffenen Kapitalien. Selbst wenn es regional oder sektoral zu einem neuen Aufschwung kommt, so begrenzen ihn die Peaks.</p>
<p>Und er findet auf geringerem Niveau des Outputs statt. An die Stelle eines neuen Regimes der Akkumulation tritt so ein globales Depreziationsregime (Entwertungsregime). Vom Standpunkt des Kapitals aus wäre dabei der bestmögliche Fall noch eine &#8220;Akkumulation auf dem Rückzug&#8221;, die von metropolitanen Bastionen aus die übrige Welt für den Wechsel der Ressourcenbasis in Form eines Erdöl- und Biomasseimperialismus funktionalisiert.</p>
<p>Weil die Linke immer noch eine Modernisierungsbewegung ist, hat sie womöglich größere Probleme als die Elite, die Peak-Epoche in den Blick zu bekommen. Für die Sicherung von Herrschaft sind kapitalistische Produktionsverhältnisse grundsätzlich sekundär. Es müssen lediglich der Zugang zu Ressourcen und zu Lebenszeit gewährleistet und ihre Ausbeutung ausreichend legitim erscheinen.</p>
<p>Dass sich die Elite im Verlauf der großen Depreziationsbewegung grundlegend restrukturiert, während die Linke nach einem neuen Akkumulationsregime vergeblich Ausschau hält, ist nur die eine Gefahr. Die andere besteht darin, fetischistischen Deutungen der ökologischen Krise Vorschub zu leisten. Dort, wo eine Analyse der Naturgrundlagen und der sozialen Verhältnisse der Naturaneignung fehlt, weil sie nicht in das Bild des &#8220;ewigen Kapitalismus&#8221; passt, bekommen wahnhafte Verarbeitungsformen freies Spiel, die drohen, Repression und Ressourcenkriege zu rechtfertigen.</p>
<h3>Auch linke Leitbilder sind auf Wüstensand gebaut</h3>
<p>Denn nach herrschender Sichtweise, die beileibe nicht nur die Sichtweise der Herrschenden, sondern ebenso die der Beherrschten ist, kann das Investitions- und Konsumniveau des globalen Nordens niemals des Übels Wurzel sein. Da sind eher die Chinesen schuld oder überhaupt &#8220;die Überbevölkerung&#8221;. Schon deutet sich ein neuer Fetischismus an, der die Krise der gesellschaftlichen Naturverhältnisse nicht als solche erkennt, sondern stattdessen einen Teil der Gesellschaft zur Natur erklärt. In der Peak-Epoche könnten Rassismus und Sexismus dem Antisemitismus als klassische metropolitane Krisenideologie den Rang ablaufen.</p>
<p>Ungeachtet der Tatsache, dass Klimawandel und Peak Oil nur zwei Seiten einer Konsum- und Produktionsweise darstellen, sind die beiden Debatten über weite Strecken strikt getrennt. Dort aber, wo sie zusammenlaufen, gewinnt ein Rationierungsdiskurs an Kontur. Das Cap-and-Share-Modell von FEASTA etwa will Verschmutzungsrechte (mit abnehmender Jahresmenge) allen Individuen zu gleichen Teilen und bedingungslos überlassen. Die irische Regierung bekundete Interesse an der Idee. Und das Konzept der Tradable Energy Quotas von David Fleming stieß bei britischen StaatsvertreterInnen auf Resonanz.</p>
<p>Während FEASTA einen egalitären Ansatz hat, der de facto die fossile Ressourcenbasis der Betriebe vergesellschaftet, will Fleming den Staat und die Unternehmen von vornherein mit 60 Prozent der fossilen Rationen bzw. von Verschmutzungsrechten ausstatten, die sie in einem zweiten Schritt ersteigern müssen. Ansätze wie das Oil Depletion Protocol von Richard Heinberg wiederum stellen die Kritik von Herrschaft angesichts der Krise überhaupt und dezidiert hintan. Die soziale und die ökologische Frage verdichten sich hier also zu einem neuen Terrain der Auseinandersetzung, das Möglichkeiten der Emanzipation, aber auch viele Fallen birgt.</p>
<p>Die Peak-Epoche verändert die material-ökologischen Verhältnisse tief greifend. Die Linke, die mit den fossilen Ressourcen groß geworden ist, muss sich so rasch wie möglich darauf einstellen. Dazu gehört auch, die eigenen Leitbilder zu hinterfragen. Können &#8220;Fortschritt&#8221; oder die &#8220;Befreiung&#8221; von einem angeblichen &#8220;Reich der Notwendigkeit&#8221; noch sinnvolle Zielbestimmungen abgeben?</p>
<p>Es scheint fraglich. Als Leitbild für die Peak-Epoche bietet sich nicht Entwicklung an, sondern Abwicklung. Denn die Infrastrukturen und sozialen Verhältnisse, die sich im 20. Jahrhundert auf einer ständig verbreiternden fossilen Basis aufgebaut haben, sind buchstäblich auf Wüstensand gebaut. Es gilt, sich von diesem Ballast zu lösen.</p>
<p>Was vielen als Zumutung erscheinen wird, ist allerdings als eine historische Chance zu begreifen. Sie zwingt uns nicht nur dazu, das zu tun, was wir &#8220;ohnehin schon immer wollten&#8221;. Sie gibt uns auch die reelle Möglichkeit, Herrschaftsstrukturen, die sich tief greifend reorganisieren müssen und damit angreifbar werden, nicht in eine neue Gesellschaftsform mit einer stationären &#8220;Wirtschaft&#8221; auf erneuerbarer Basis fortzusetzen, sondern abzubauen.</p>
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		<title>Die Welt &#8211; ein Dorf: Interview mit Andreas Exner</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Oct 2008 07:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zum neuen Buch “Die Grenzen des Kapitalismus”]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum neuen Buch &#8220;Die Grenzen des Kapitalismus&#8221;</p>
<p>Download: <a href="http://www.archive.org/download/krisis/die-welt-ein-dorf-interview-mit-andreas-exner-audio-53-mb.mp3">die-welt-ein-dorf-interview-mit-andreas-exner-audio-53-mb.mp3</a> (53 MB)</p>
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		<title>Emancipation under Conditions that the Left Didn&#8217;t Want</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Oct 2008 00:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag und Wahn]]></category>
		<category><![CDATA[Krisentheorie und Krisenanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Naturverhältnis und Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Exner]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Lauk]]></category>
		<category><![CDATA[English]]></category>
		<category><![CDATA[Konstantin Kulterer]]></category>

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		<description><![CDATA[Generalized Resource Shortages as a Historical Crisis of the Social Formation of Capitalism]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Generalized Resource Shortages as a Historical Crisis of the Social Formation of Capitalism</h3>
<p><a href="http://www.krisis.org/2008/ressourcenkrise-als-formationsbruch">deutsche Version</a></p>
<p>www.stateofnature.org</p>
<p><em>Andreas Exner, Christian Lauk &amp; Konstantin Kulterer</em></p>
<p>&#8220;If there is a lack of appropriate analysis of environmental processes and societal relations to nature because they don&#8217;t fit into the wishful thinking of &#8216;eternal capitalism,&#8217; dangerous ways of ideologically processing the crisis can gain momentum.&#8221;</p>
<p>Rising prices for food are increasing hunger, a global recession is waiting in the wings, and at the same time, energy is getting more and more expensive. Within only a few years, the terrain has changed dramatically for left movements. Nonetheless, many people are still holding on to well-known formulas. Unfortunately, they don&#8217;t fit the new circumstances.</p>
<p><span id="more-830"></span>1. The Age of Peaks</p>
<p>Rising oil prices are debated in very contradictory ways. Some claim that OPEC&#8217;s market power is the main source of sky-rocketing energy prices; others criticize the role of speculation or blame oil companies, demand in developing countries, or the war in Iraq.</p>
<p>Studies indicating that rising fuel prices could already be a consequence of peak oil, the maximum rate of oil production, go almost unnoticed. The Energy Watch Group dates peak oil back to 2006; others place it in the coming years. In fact, the crisis isn&#8217;t going to wait until the last drop of oil is being pumped out of a Saudi oil field, but begins when the rate of oil production starts to decline and neither the existing demand nor, for that matter, a growing one, can be met. After the peak, oil production will be cut back each year at a rate of two or more percent.</p>
<p>The IEA&#8217;s message that the global economy is headed for a &#8220;supply crunch&#8221; has also gone nearly unnoticed. Similar tones are heard from the company Total, which claims that oil production is becoming more difficult all the time. Even EU energy commissioner, Andris Piebalgs, has warned about peak oil. Nothing like this enters the common debate on climate change or registers within mainstream eco-movements. One might wonder about this, since high oil prices were seen as the magic bullet for ecological transformation. Is it possible that even the Greens have secretly based their aspirations on black gold?</p>
<p>Be that as it may, peak oil is only part of the problem. The Energy Watch Group places global peak gas and peak coal in 2025. In Europe, as well as the US, definitive regional peak gas will come earlier. In any case, other fossil fuels will become more expensive when demand is transferred to them, all the more so because the effort necessary to produce gas and coal will increase.</p>
<p>Fossil fuels make up about 80% of worldwide energy use. The lion&#8217;s share of renewable resource use is in the traditional use of firewood in the global South. Gas and oil are also the main raw materials for chemical industries. Synthetics, pharmaceuticals, and pesticides are produced from crude oil, and nitrogen-fertilizer manufacturing requires gas (or coal) as well.</p>
<p>Thus we not only have an energy problem, but we also need to reorganize our material flows. Consider the need for synthetic fiber in the textile industry and you can imagine how much of the earth&#8217;s surface will be grazed by sheep or covered with cotton or hemp in order to replace oil with biological raw materials. The more surface is needed for material use, the less remains for food production. This dilemma becomes even more dramatic as climate change reduces productivity in agriculture and nutrient fertilizer becomes increasingly scarce after peak gas is reached.</p>
<p>The upshot: as soon as the &#8220;underground forests&#8221; of fossil materials grow thin, only surface expansion will remain to make up our material and energy needs. But the world is round and expansion of the energy and material consumption of the few will cost the lives of many, especially if fossil fuels are to be replaced by biomass.</p>
<p>2. From Accumulation to Depreciation</p>
<p>Besides oil, the prices of many kinds of metals are also rising, and the renewable energy system needs a lot of them. Small wonder, then, that the number of newly installed wind-power plants in Germany is declining and that increasing raw-material prices are also hampering the expansion of solar power. To understand why so many activists and theoreticians on the left are fixated on growth, consider a simple fact: the ostensible ecological transformation of capitalism is only possible if it includes profit and growth. It is, however, a mistake to assume that capital will switch to renewable resources on its own as soon as fossil fuel prices rise. The reality is not so: with rising fuel prices all prices rise. Renewable resources won&#8217;t become attractive by themselves, and in a global recession, the financial means for green investments will disappear as well. Ecological reconstruction will be left in nothing but half-finished ruins.</p>
<p>If we are to proceed in our reality check, we also have to see that the whole system of energy distribution and use is adapted to fossil fuels: pipelines, oil tankers, all possible motor engines, and simple heating installations. Reconstructing energy provision will not be enough. Massive reconstruction of all of our technologies and infrastructure is required. Of course, as long as capitalist relations of production exist, this rebuilding is only possible if there are real and expected profits. This basic fact constrains state budgets and green government policies as well.</p>
<p>Apart from the bottleneck of capitalist valorization, there exists also a material transition problem: if too-small quantities of fossil resources are invested for constructing renewable material and energy systems over too long a time span, they will, at some point, no longer be sufficient to produce materials and energy in amounts comparable to today. By contrast, scarcity will intensify and growth will slow down if too many fossil (and mineral) resources are directed toward ecological restructuring in too short a time.</p>
<p>Fordism has not only shifted its contradictions towards its periphery, but even into the future. In the 20th Century, intense social struggles led to a specific mode of conflict management that consisted of polluting nature in accordance with growth. This productivist social contract between capitalists and the working class came at cost to the natural resources necessary for survival. Now it is coming back to haunt us, in the form of climate change et al., in the centers of the capitalist world-system as resources become scarce. At this point social struggles rise again.</p>
<p>As a result, the perspectives of those who bet on a new accumulation regime, in the wake of the fossil-fuel regime, will grow scarce. It is not only clear that the internal contradictions of capitalism have no potential for liberation, but it is precisely this contradictory dynamic that resulted in the increased appropriation of nature. Moreover, it is also clear that capitalist-bourgeois society is not suited for its self-transformation in a Hegelian sense of &#8220;Selbstaufhebung,&#8221; but for its self-destruction. Accumulation of capital is also the accumulation of waste and the depletion of natural resources. The empirical data are unambiguous in this regard. It has to be just as clear: an absolute reduction of consumption, emissions, and waste production is impossible as long as capital accumulates.</p>
<p>When the value of fossil (and metallic) raw materials increases because the extraction continuously grows more expensive and brings in smaller returns on investments, the value of societal capital is likewise affected. The value of the means of production increases, including equipment for the extremely capital-intensive and increasingly energy-intensive oil sector while the value of labor power increases as long as the commodified standard of living remains fairly constant. Under this assumption, the amount of time expended on social reproduction increases causing unpaid labor time to be reduced. Consequently the rate of surplus value falls, being nothing other than the relationship between unpaid to paid labor time. Likewise, the degree of value composition of capital, i.e. the relation of dead to (paid) living labor &#8221; a relation expressed by capital intensity in terms of prices &#8221; will probably increase. But even if we suppose the degree of value composition remains stable, the profit rate will inevitably fall.</p>
<p>The only solution would be to extend labor time, to enhance labor intensity and reduce the standard of living considerably in terms of commodities &#8211; provided that the surplus value rate then increases faster than the degree of value composition. However, this 19th-Century accumulation strategy risks everything in the face of social upheaval, and, most of all, it cannot valorize the fossil-driven capital at its existing scale.</p>
<p>Unlike previous crises, this ecological crisis of capital is not paving the way for a new phase of accumulation because it is not just destroying abstract economic value as expressed by money, but also the use value of the affected assets in particular. Destruction of value, as is the normal case in a capitalist crisis, leaves use values &#8211; infrastructure, machinery, commodities etc. &#8211; mostly untouched. Hence it improves the conditions for surviving capitals to accumulate.</p>
<p>Even if there is a new upswing in a particular region or sector, resource peaks will limit it. Any restricted upswing would also occur on a reduced level of output. Instead of a new regime of accumulation, there comes a global regime of depreciation. Seen from the perspective of capital, the best case would be an &#8220;accumulation in retreat,&#8221; functionalizing the rest of the world from the metropolitan bastions in order to change the resource basis in the form of oil and biomass imperialism, thus &#8220;financing&#8221; energetically the resource-intensive transition to renewable resources on an industrial scale in the global North.</p>
<p>3. Fetishizing the Crisis</p>
<p>Because the left is still a modernization movement, it has, if anything, a harder time focusing on the age of peaks than the ruling classes. Capitalist relations of production are essentially secondary for the safeguarding of domination. Only access to resources and to people&#8217;s living time must be guaranteed and their exploitation sufficiently legitimized.</p>
<p>So we must avoid watching out for a new regime of accumulation that will never come, because in doing this, we lose precious time to adapt to the new situation while the ruling class will use it for a fundamental restructuring. The other danger is that, in misinterpreting the current developments, the left gives space to ideologies fetishizing the ecological crisis. If there is a lack of appropriate analysis of environmental processes and societal relations to nature because they don&#8217;t fit into the wishful thinking of &#8220;eternal capitalism,&#8221; dangerous ways of ideologically processing the crisis can gain momentum. Such crisis reactions can easily be used to legitimize repression, resource wars, and annihilation of human life.</p>
<p>We all know that according to the dominant perspective, which is by no means the perspective of the dominant classes alone but also that of the dominated, the level of investment and consumption of the global North can never be the cause of misery. It is much easier to blame the Chinese or even overpopulation. A new fetishism is already visible, one that does not recognize the crisis of societal relationships with nature as such, but declares a part of society as part of the realm of nature. In the age of peaks racism and sexism might overtake anti-Semitism as the classic crisis ideology in the capitalist metropoles.</p>
<p>4. Socio-ecological Condensations</p>
<p>Despite the fact that climate change and peak oil are just two sides of the same mode of consumption and production, those two debates are, for the most part, strictly separated. When they do converge, a rationing discourse emerges. The cap-and-share approach of FEASTA (The Foundation for the Economics of Sustainability), for instance, aims at regulation that grants all individuals, without any conditions, the same portion of emission rights (with a declining rate each year). The Irish government is already interested in this approach. David Fleming&#8217;s concept of Tradable Energy Quotas has been discussed by British politicians.</p>
<p>FEASTA proposes an egalitarian solution to the problem of energy shortages and the reduction of greenhouse emissions that amounts to a de facto socialization of businesses&#8217; fossil resource inputs. In contrast to FEASTA, David Fleming plans to endow the state apparatus, as well as private business, with a total of 60% of fossil rations and emission rights a priori &#8211; a portion that the state and business would, however, have to purchase by auction. Approaches like Richard Heinberg&#8217;s Oil Depletion Protocol explicitly propose to ignore issues of social domination in the face of the crisis. The social and ecological questions congeal in the form of a new terrain of social struggles, comprising options for emancipation as well as many traps.</p>
<p>The age of peaks is changing the material-ecological conditions fundamentally, irreversibly and without precedent. The left, which has grown up with fossil resources, must adapt to these conditions as quickly as possible. This must also lead to a reconsideration of perspectives, strategies, and models of emancipation. Do &#8220;progress&#8221; or &#8220;liberation&#8221; from a supposed &#8220;realm of necessities&#8221; still make sense?</p>
<p>It is doubtful. As a left perspective in the age of peaks, reduction is on the agenda instead of growth. Infrastructures and social relations, which expanded during the 20th Century based on continuously expanding fossil resources, are literally made of desert sand. It is time to get rid of this dead weight.</p>
<p>What will sound unreasonably demanding to many is, to the contrary, a historical opportunity. Not only does it force us to do &#8220;what we always wanted to do,&#8221; i.e. live better instead of producing more, work less and drastically reduce fossil fuel consumption; but it also creates a real and very rare possibility: The structures of social domination must fundamentally reorganize themselves, and so become vulnerable. From there, they can continue in a new social form with a stationary &#8220;economy&#8221; on a renewable basis, or we can abolish them altogether.</p>
<p>Translation: Joe Keady</p>
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