26.09.2010
Jeder vernünftige Mensch ist gegen Stuttgart 21
Emanzipation und Frieden
Jeder vernünftige Mensch ist gegen Stuttgart 21. Doch nicht jedes Argument gegen S21 ist vernünftig. Es ist z.B. vernünftig zu sagen, das Geld solle besser für dringende soziale Bedürfnisse ausgegeben werden. Falsch ist es jedoch, S21 „volkswirtschaftlichen Irrsinn“ zu nennen (so z.B. U. Maurer von der Linkspartei). Denn dieses — zweifelsohne irrsinnige — Projekt macht wirtschaftlich durchaus Sinn. Und das ist der Kern des Problems. Weiterlesen »
26.10.2009
Beiträge von André Gorz zur politischen Ökologie
Franz Schandl
Der vorliegende Band, in dem einige späte Aufsätze und Interviews von und mit André Gorz zusammengetragen sind, präsentiert einen wachen und bis zuletzt widerständigen Geist. Weiterlesen »
05.10.2009
Uno sguardo disincantato su una proposta interessante
Massimo Maggini
Secondo un malcostume purtroppo sempre più invalso anche nella sinistra radicale, e non solo in quella istituzionale che di questa prassi ha ormai fatto uno stile di vita, si usa ultimamente parlare e discettare di questioni e problematiche che hanno una certa eco senza sapere veramente di cosa si stia parlando. Weiterlesen »
12.07.2009
Streifzüge 46/2009
Andreas Exner
Für den Kapitalismus ist die Welt nur ein lästiges Durchgangsstadium der Verwertung. Dummerweise vermehrt sich Geld nicht einfach so. Man muss dazu Rohstoffe und Energie gewinnen, Menschen kontrollieren, Waren produzieren. Eine Zeitlang mag es gelingen, Besitztitel auf Profite anzuhäufen, die künftighin der Warenproduktion entspringen sollen. Doch früher oder später ist damit Schluss. Weiterlesen »
26.12.2008
Streifzüge 44/2008
Andreas Exner und Christian Lauk
Bis zur Jahreshälfte 2008 stiegen die Preise für Energie, Rohstoffe und Lebensmittel drastisch. Inzwischen geht die Teuerung zwar zurück, doch werden sich die Ressourcen auch in einer Rezession weiter verknappen. Weiterlesen »
07.11.2008
Andreas Exner
Zwischen 2007 und 2008 wurden Nahrungsmittel global gesehen um 52 Prozent teurer. Laut FAO vergrößerten 2007 deshalb 75 Millionen Menschen das Heer der Hungernden. Weltweit sind damit schätzungsweise 923 Millionen Menschen mangelhaft ernährt. Weiterlesen »
24.10.2008
Wie wir am Wachstum scheitern
Von Andreas Exner, Christian Lauk und Konstantin Kulterer
220 Seiten EUR: 19,95 CHF: 34,80
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Das Buch „Die Grenzen des Kapitalismus – wie wir am Wachstum scheitern“ ist ein Projekt des Social Innovation Network (Sinet) und das Ergebnis mehrjähriger, intensiver Diskussionen im Kreis um Andreas Exner, Christian Lauk, Konstantin Kulterer, Ernst Schriefl aus Wien und Klagenfurt. Wir möchten zeigen, dass der in das kapitalistische System eingebaute, positive Rückkopplungsmechanismus namens Wirtschaftswachstum mit einem kontinuierlich steigenden Verbrauch von Energie und Rohmaterialien verbunden ist. Und dass dieser steigende Verbrauch – und somit auch das Wirtschaftswachstum – früher oder später an seine natürlichen Grenzen stoßen wird.
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23.10.2008
Oder: Emanzipation unter Bedingungen, die sich die Linke nicht gewünscht hat
englische Version
analyse & kritik 530, 15.8.2008
Andreas Exner, Christian Lauk, Konstantin Kulterer
Steigende Preise für Lebensmittel vergrößern den Hunger, es droht eine globale Rezession und gleichzeitig wird Energie immer teurer. Innerhalb weniger Jahre hat sich das Terrain für linke Bewegungen dramatisch verändert. Doch viele setzen weiter auf bekannte Rezepte. Damit zielt man an den realen Herausforderungen vorbei. Weiterlesen »
23.10.2008
Zum neuen Buch “Die Grenzen des Kapitalismus”
Download: die-welt-ein-dorf-interview-mit-andreas-exner-audio-53-mb.mp3 (53 MB)
23.10.2008
Generalized Resource Shortages as a Historical Crisis of the Social Formation of Capitalism
deutsche Version
www.stateofnature.org
Andreas Exner, Christian Lauk & Konstantin Kulterer
“If there is a lack of appropriate analysis of environmental processes and societal relations to nature because they don’t fit into the wishful thinking of ‘eternal capitalism,’ dangerous ways of ideologically processing the crisis can gain momentum.”
Rising prices for food are increasing hunger, a global recession is waiting in the wings, and at the same time, energy is getting more and more expensive. Within only a few years, the terrain has changed dramatically for left movements. Nonetheless, many people are still holding on to well-known formulas. Unfortunately, they don’t fit the new circumstances.
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31.12.2007
erschienen in anti-atom-aktuell Nr. 179, April 2007
von Andreas Exner und Lothar Galow-Bergemann
Alle reden vom Wetter. Wer bei Klimawandel bis dato an vier Jahreszeiten dachte, denkt jetzt schon mal an den Untergang der Welt. Der jüngste UN-Bericht zum Klimawandel hat beachtliche Aufregung verursacht. Nach Jahren postkatastrophischen Bewusstseins, wie es hieß, das Umweltprobleme nicht beseitigen, sondern in Form von Umweltrisiken managen wollte, vertieft sich nun ein Unbehagen, das der Risikodiskurs augenscheinlich nur mehr schwer bearbeiten kann.
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31.12.2005
Aus: junge Welt vom 02.09.2005
Von Franz Schandl
Als die Insel Santorin vor ungefähr 2000 Jahren von einem Vulkan gesprengt wurde und sich eine gewaltige Flutwelle bis nach Ägypten ihren Weg bahnte, konnte man wohl noch ganz eindeutig von einer Naturkatastrophe sprechen. Was soll dies auch sonst gewesen sein?
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31.12.2005
Elend und Geschäft im virtuellen Zeitalter
Aus: junge Welt vom 11.11.2005
Von Franz Schandl
Wenn sich Katastrophen häufen, erscheinen sie zusehends als Normalität. Je mehr es gibt, desto weniger werden sie also solche wahrgenommen. Zweifellos, wenn es in diesem Tempo der Erdbeben, Flutwellen, Überschwemmungen und sonstigen Elementarereignisse weitergeht, dann dürfte bald der Punkt kommen, wo die Aufmerksamkeit gegen Null tendiert. Die Dramatik geht verloren. Katastrophenmüdigkeit zeichnet sich ab. Wenn der Katastrophen zu viele, gibt es keine Katastrophen mehr. Ab einem gewissen Grad kippt die Stimmung in Apathie. Ist halt so. Was kannst du machen? Wenn sich das Außergewöhnliche häuft, wird es gewöhnlich. Die Leute gewöhnen sich daran, empfinden gar manche Zumutung als Selbstverständlichkeit, ja machen sich allzu oft zu deren eifrigen Verfechtern.
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31.12.2003
VERWÜRFE ZUM ÖKOLOGISCHEN DAUERLUTSCHER DER NACHHALTIGKEIT
von Franz Schandl
Wörter steigen auf und Wörter steigen ab. Manche werden erfunden, andere sterben ab.Wie jede Zeit ihre Moden kennt, so auch eine ihr typische Sprache.
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31.12.2003
Dass aber Gott seinerzeit keine Patente angemeldet hat, wird ihn noch teuer zu stehen kommen, denn sein Ebenbild ist in Gefahr. — Erwin Chargaff
von Birgit Niemann
„Nirgendwo in der Biologie habe ich so etwas wie die Würde des Menschen gefunden“, begann der Bio-Mathematiker Jens Reich seinen Vortrag auf dem Symposium „Fortpflanzungsmedizin in Deutschland“1, mit dem die damalige grüne Ministerin Andrea Fischer die Diskussion, die verschiedene Interessengruppen um den Schutz von menschlichen Embryonen schon länger führten, im Mai 2000 in die Öffentlichkeit trug. Damit dieser Satz allgemeingültig wird, muss man ihn präzisieren. Er lautet dann: Lebensprozesse, die „das Genom“ organisiert, sind frei von moralisch-ethischen Kategorien wie „die Würde des Menschen“. Was weder Jens Reich, noch sonst Jemand auf dem genannten Forum erwähnte, soll hier ergänzt werden: Lebensprozesse, die „das Kapital“ organisiert, sind ebenfalls frei von moralisch-ethischen Kategorien wie „die Würde des Menschen“. Das heutige Kapital aber organisiert fast die gesamte individuelle und gesellschaftliche Reproduktion. Zu dem Wenigen, was es der menschlichen Selbstbestimmung bisher noch nicht entrissen hat, gehört die biologische Reproduktion von Menschen.
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31.12.2002
ÖSTERREICH-TSCHECHIEN – Die Anti-Temelin-Bewegung ist wohl von allen Bewegungen der Zweiten Republik, na vielleicht nicht die schlimmste, aber auf jeden Fall die dümmste
Franz Schandl
Seit den Tagen des erfolgreichen Kampfes gegen ein geplantes Donaukraftwerk in Hainburg 1984, als die überwätigende Mehrheit der Ökologen die Bundeshymne intonierte, rot-weiß-rote Fahnen schwenkte, sich in dunklen Schwüren erging und unter dem Namen Konrad Lorenz ein Volksbegehren startete, ist Staatsfrömmigkeit ihr primärer Ausdruck. Kaum ist ein Wollen gesetzt, wird dieses sofort, ja automatisch in den Staat projiziert. Was ich haben will, muss er mir geben und garantieren. “Österreich muss…” Nicht taktisch, wofür es noch Verständnis gäbe, ist das gemeint, sondern ganz prinzipiell. Die Instanz bleibt als solche unkritisiert, ebenso ihre ideologischen Apparate, vor allem die Krone, das größte Boulevardblatt des Landes. Seitdem befindet sich die hiesige Ökologiebewegung in Geiselhaft der Kronen-Zeitung. Ein wahrhaft österreichisches Phänomen.
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31.12.2002
ZUR PERSPEKTIVE EINER BEWEGUNG GEGEN DEN MOBILIS-MUSS ALS EMANZIPATORISCHER PRAXIS
von Lothar Galow-Bergemann
Dass nur noch die Gedanken frei seien und sonst nichts mehr, ist eine Horrorvorstellung. Sollen Kritik und Analyse auf Dauer mehr bewirken, als selbstgenügsame Insassen von Elfenbeintürmen mit Erkenntnis und Gedankenfutter zu versorgen, so müssen sie immer wieder auf ihre Tauglichkeit als Zugang zu Praxis erprobt werden.Wenn so viele Ansätze mit emanzipatorischem Anspruch gescheitert sind und dies mit guten Gründen, so gilt es, daraus lernend nach neuen Ansätzen zu suchen. Im folgenden sollen zwei Thesen belegt werden.
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31.12.2001
31.12.2001
Revanchismus in ökologischer Verkleidung
Franz Schandl
Während die Tschechen nicht wissen, wie ihnen geschieht, wissen die Österreicher zumindest, was sie nicht wollen: Temelin. Wird es nicht abgeschaltet, droht auch trotz der Brüsseler Verhandlungen nach wie vor ein österreichisches Veto gegen die Aufnahme der Tschechischen Republik in die Europäische Union. In Wien jedenfalls ist dieses Thema das aktuell die Politik beherrschende.
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31.12.2001
Rede zum europaweiten autofreien Tag, 22. September 2001, in Stuttgart.
Von Lothar Galow-Bergemann
– autofrei leben, die Initiative der Autofreien –
Liebe Freundinnen und Freunde,
Wer von uns kennt es nicht: da hast du lange und geduldig mit einem Mitmenschen über all die Nachteile und schlimmen Folgen des Automobilismus gesprochen. Dein Gegenüber hat immer nur genickt und widerwillig zustimmend gebrummt. Doch plötzlich holt er zum Befreiungsschlag aus und schleudert Dir das ultimative Argument entgegen: es sind die Sprudelkästen, derentwegen mensch leider, leider und natürlich vollkommen wider bessere Einsicht halt doch mit dem Auto fahren muß.
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31.12.2000
Zwanzig Thesen zur Energetik der Warengesellschaft
Ernst Lohoff
1.
Die kommende Bundeskonferenz steht unter dem Motto “hinter der Strahlung steht der Wert”. Dieser Sinnspruch wirkt vielleicht zunächst einmal ein wenig rätselhaft. Er zielt auf zwei sehr grundsätzliche, dabei aber durchaus fassbare Fragen. Welche Bedeutung hat die Energiepolitik im Allgemeinen und das Atomprogramm im Besonderen in der Entwicklung der modernen Warengesellschaft? In welchem Verhältnis steht der Widerstand gegen die sogenannte friedliche Nutzung der Atomenergie zu einer generellen Kapitalismuskritik?
31.12.1999
Im Irrgarten der Ökosteuern.
Franz Schandl
Die Phalanx ist so dicht, daß sie dichter nicht sein könnte: Konservative Professoren und Gewerkschafter ziehen an einem Strang, Umweltministerium und Wissenschaft, Regierung und Grüne wünschen sie, ja selbst die Wirtschaft könnte sie sich vorstellen. Nur über Details wird gestritten, das Prinzip haben alle akzeptiert. Ohne Zweifel, Ökosteuern werden kommen. Ob sie allerdings bringen, was allerorts versprochen wird, soll hier ganz entschieden bestritten werden.
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31.12.1996
Franz Schandl
Der Autor ist Historiker und Publizist in Wien. Der hier vorliegende Beitrag erschien erstmals in »Weg und Ziel« (Wien), Nr. 6/93. Für KRISIS wurde er überarbeitet und erweitert.
Die Ökologiebewegung weiß zwar oft, was sie nicht will, viel weniger aber weiß sie, was das ist, was sie nicht will. Woher es kommt und wohin es führt. Kritik nivelliert sich meist auf die Ebene des Räsonierens, auf »die Freiheit von dem Inhalt und die Eitelkeit über ihn«(1), wie Hegel es nannte. Veränderung bedarf aber mehr als der bloßen Verneinung. Von Niklas Luhmann muß sich die Ökologiebewegung daher zurecht vorhalten lassen: »Unversehens geht so eine Theoriediskussion in moralische Frageformen über, und das Theoriedefizit wird mit moralischem Eifer kompensiert. Die Absicht der Demonstration guter Absichten bestimmt die Formulierung der Probleme. So diskutiert man aufs Geratewohl über eine neue Umweltethik, ohne die Systemstrukturen zu analysieren, um die es geht.«(2)
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31.12.1995
Vom warenförmigen Gesellschaftsmoloch zur dezentral vernetzten Welt
aus: Krisis 15 (1995)
Norbert Trenkle
1.
Daß das auf unablässige Expansion ausgelegte westlich-marktförmige Gesellschaftsmodell zunehmend die Grundlagen menschlichen Lebens untergräbt, ist längst kein Geheimnis mehr. Bis in die Spalten der Regenbogenpresse ist diese Einsicht mittlerweile vorgedrungen, und dies ist auch nicht weiter verwunderlich. Ob die beschleunigte Erwärmung des Weltklimas, die scheinbar unaufhaltsame Vergiftung der Meere und des Grundwassers, der jährliche Hungertod von Millionen von Menschen in den Ländern des Südens oder der rapide soziale Zerfall in den Zentren der Weltmarktvergesellschaftung nicht weniger als an ihren Rändern: Wo immer der Blick hinfällt, die Katastrophe ist fast schon zum Normalfall geworden.
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31.12.1995
Die Tücken eines Wundermittels
Beitrag für die Zeitung “Eurosolar” 1995
Norbert Trenkle
Fast könnte es so scheinen, als habe der neuere ökologische Diskurs mit dem Konzept der Energie- oder Entropiesteuer ein Wundermittel entdeckt, um das Unmögliche möglich zu machen: moderne Warenproduktion und Ökologie miteinander zu versöhnen und die Abkehr vom Fossilismus zu erzwingen. Doch so naheliegend es in der Ära des totalen Marktes auch sein mag, die von diesem selbst verursachten lebensbedrohlichen Probleme durch monetäre Steuerung lösen zu wollen, diese Hoffnung muss bitter enttäuscht werden. Sie beruht auf der Illusion, das Geld sei nicht mehr als ein besonders cleveres Mittel gesellschaftlicher Vermittlung, das sich je nach Ambition auf die unterschiedlichste Weise “einsetzen” und “anwenden” lasse. Was man damit anfange, hinge also bloss vom (politischen) Wollen ab. Tatsächlich aber kennt das totaliserte System von Ware und Geld seine eigenen unerbittlichen Gesetzmässigkeiten, die immanent nicht überlistet oder hintergangen werden können.
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