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krisis

Beiträge zur Kritik der Warengesellschaft

Artikel zum Thema »Staat, Politik, Demokratie und Rechtsform« von Ernst Lohoff

08.07.2009 Beitrag drucken

Die etwas andere Normalisierung

Der Teheraner Frühling und die Krise des warenproduzierenden Weltsystems

Ernst Lohoff

1.
Keine Frage, in diesen Tage fiebert man mit denen mit, die in den Städten des Irans auf die Straße gehen und den Schlägertrupps Khameneis und Ahmadinedschads die Stirn bieten. Die Formierung einer breiten Protestbewegung angesichts der Wahlmanipulationen nach Jahren der politischen Apathie und des Rückzugs ins Private war ein Hoffnungszeichen. Wird der Protest niedergeschlagen, dann geht auch davon weit über das Land hinaus eine Signalwirkung aus. Weiterlesen »

22.01.2009 Beitrag drucken

Out of Area – Out of Control

Sociedade da mercadoria e resistência na era da desregulamentação e desestatização

Deutsche Version Teil 1Teil 2

Ernst Lohoff Weiterlesen »

31.12.2007 Beitrag drucken

Diese Welt ist nicht von unserem Reich

Zum G8-Gipfel

5.6.2007

Ernst Lohoff

Angesichts der aus Stasizeiten vertrauten Abnahme von Geruchsproben, angesichts massiver Einschüchterungsversuche im Vorfeld des Gipfels und der Errichtung eines anti-antiimperialistischen Schutzwalls um den Tagungsort fühlen sich viele im deutschen Osten heim in die gute alte DDR versetzt. Was die strukturelle Paranoia der politischen Klasse angeht, stimmt der Vergleich zweifellos, herrschaftsgeographisch betrachtet hinkt er allerdings. Das große Vorbild des Heiligendammer Sicherheitszaun hat einst die sozialistische Weide eingehegt, um die Arbeiter- und Bauernschäfchen am Weglaufen zu hindern. Das Remake sorgt dagegen dafür, dass potentielle Störer, also alle außer den Funktionsträgern, draußen bleiben müssen.

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31.12.2004 Beitrag drucken

Out Of Area – Out Of Control

Warengesellschaft und Widerstand im Zeitalter von Deregulierung und Entstaatlichung – 2. Teil: Fight Back

von Ernst Lohoff

Resümee des ersten Teils

Den gegenwärtigen Kapitalismus kennzeichnet das Auseinandertreten von sinnlich-stofflichem und monetärem Reichtum. Für die Warengesellschaft hat Reichtum nur insofern Existenzrecht, als er als Darstellungsform abstrakter Arbeit taugt. Diese Transformation wird aber zunehmend zum Problem. Der Marktradikalismus ist zugleich ideologischer Reflex und Verarbeitungsform dieses basalen und unhintergehbaren Systemwiderspruchs. Mit seinem breit angelegten Kommodifizierungs- und Deregulierungsprogramm setzt er sich darüber hinweg, dass sich die allgemeinen Voraussetzungen der Warenproduktion nur um den Preis schwerer Verwerfungen selber als Warenproduktion organisieren lassen. Diese Aufgabe lag, vom kapitalistischen Standpunkt aus gesehen aus guten Gründen, bis dato beim staatlichen Gesamtkapitalisten. Das marktradikale Konzept halluziniert den fundamentalen Unterschied von Maschine und Brennstoff und läuft strukturell auf den Versuch hinaus, das warengesellschaftliche Schiff durch sukzessive Selbstverheizung noch eine Weile unter Dampf zu halten.

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31.12.2004 Beitrag drucken

Out Of Area – Out Of Control

Warengesellschaft und Widerstand im Zeitalter von Deregulierung und Entstaatlichung

Versão portuguêsa

Streifzüge 31/04

Ernst Lohoff

1. Teil: Der fatale Endsieg der Ware*

I. Die Unselbständigkeit der Politik

1.

Seit den Tagen des Ersten Weltkriegs bis tief in die 70er Jahre hinein galt es als ausgemacht: Zukunft hat nur eine durch Staatseingriffe modifizierte und sozial eingehegte Marktwirtschaft. Insbesondere zur Zeit des Nachkriegsbooms teilten alle tonangebenden gesellschaftlichen und politischen Kräfte in den Weltmarktzentren diese Perspektive. In den 60er Jahren firmierte dieses Programm hierzulande unter dem Markennamen “Soziale Marktwirtschaft”, in den USA zur gleichen Zeit unter dem Label “Great Society”. Da wie dort stand außer Frage, dass der Staat als Gegengewicht zum freien Spiel der Marktkräfte aufzutreten hat. Insbesondere der Sozialstaat wurde als Synonym von Modernität gefeiert und “Reformpolitik” bezeichnete an beiden Ufern des Atlantiks nichts anderes als dessen energischen Ausbau.

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31.12.1998 Beitrag drucken

Das neue Simulationsmodell

Die neue Sozialdemokratie zwischen Reformversprechen und Notstandsverwaltung.

aus: Weg und Ziel 5/1998

Ernst Lohoff

Die neokeynesianische Nostalgiker machen sich Hoffnung. Die Sozialdemokratie erlebt ein Comeback in Europa. Das markiert aber keineswegs den Beginn einer neuen Reformära, sondern den Übergang von der Krisenleugnung zur Notstandsverwaltung.

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31.12.1997 Beitrag drucken

Der Tod des sterblichen Gottes

Skizze über Aufstieg und Fall des Nationalstaats

Ernst Lohoff

1. Anmerkungen zur traditionellen Nationalismusforschung

Wer zu Beginn der achtziger Jahre auf die Idee verfallen wäre, sich nach den Perspektiven des Nationalstaats und der nationalistischen Ideologie zu erkundigen, hätte für gewöhnlich sicherlich eine recht eindeutige Antwort bekommen: Bei der Nation, so die vorherrschende Meinung damals, handelt es sich um ein Auslaufmodell. Man nahm an, daß mit der zunehmenden transnationalen wirtschaftlichen Verflechtung und der damit einhergehenden Verallgemeinerung der westlichen Massenkultur die Bedeutung politischer Grenzen und nationaler Identitäten immer mehr verblassen würde und stattdessen supranationale Zusammenschlüsse die nationalstaatlichen Funktionen zusehends übernehmen. Diesem Grundverständnis folgte auch die offizielle Nationalismusforschung. Ihr galten Nation und Nationalismus vornehmlich als historische Probleme. Die Zeitgeschichtler datierten das Ende des »Zeitalters des Nationalismus« einhellig auf das Jahr 1945. Von dieser Zuordnung blieben nur die Länder der 3. Welt partiell ausgenommen. Nach dieser Einschätzung würde der Nationalismus beim Prozeß »nachholender Modernisierung« als Integrationsideologie noch eine gewisse Rolle spielen; auf dem europäischen Kontinent hingegen, wo einst die Wiege der Nation gestanden hatte, und in allen anderen industriell entwikkelten Gebieten habe der nationale Gedanke seine Zukunft schon hinter sich.

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31.12.1996 Beitrag drucken

Der dritte Weg in den Bürgerkrieg

Jugoslawien und das Ende der nachholenden Modernisierung

Ernst Lohoff

Horlemann-Verlag, Bad Honnef 1996, 192 S., br., ISBN 3-89502-055-9

Westliche Beobachter sehen im grassierenden Ethnonationalismus für gewöhnlich ein anachronistisches Phänomen, das so gar nicht zu unserer ach so aufgeklärten Epoche passen will. Insbesondere die Entwicklungen im ehemaligen Jugoslawien erscheinen im heutigen Europa, wo der Siegeszug des totalen Marktes alle nationalen Grenzen längst obsolet macht, als Fremdkörper.

Ernst Lohoffs verblüffende Analyse eröffnet demgegenüber eine gänzlich andere Perspektive. Er zeichnet zunächst nach, warum in Jugoslawien das unter Tito begonnene Modernisierungsprojekt weder unter dem Banner des Sozialismus noch dem des Marktliberalismus zu einem erfolgreichen Ende geführt werden konnte. Ferner macht er deutlich, daß unter den für den jugoslawischen Vielvölkerstaat spezifischen Bedingungen der Kollaps nachholender Entwicklung zu einer Neubesetzung nationaler Gegensätze führen mußte. Im letzten Teil untersucht er die Reproduktionslogik der in diesem Zerfallsprozeß entstandenen pseudostaatlichen Regime.

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31.12.1994 Beitrag drucken

Vom ideellen Gesamtkapitalisten zum reellen Gesamtkriminellen

Der Fall Jugoslawien

Ernst Lohoff

1.

So oft die demokratische Weltöffentlichkeit einen der Dutzende von »Bürgerkriegen«, die auf der Erde toben, zur Kenntnis nimmt(1), reagiert sie immer in derselben Weise. Sie drängt auf »politisch-diplomatische« Lösungen. Politische Lösungen lassen sich allerdings logischerweise nur dort ansteuern, wo auch genuin politische Kräfte am Werk sind. Die Weltstaatengemeinschaft definiert folglich, wenn sie sich zur friedensstiftenden Tat aufrafft, zunächst einmal ordentliche, d.h. als politisch qualifizierte Kombattanten, komplimentiert im weiteren deren Führer flugs an den Verhandlungstisch, um sie schließlich im Schnellkurs in »politische Vernunft« einzuüben. Zieren sich die Ansprechpartner, dann schrecken die UNO oder parallel zu ihr agierende internationale Institutionen auch nicht davor zurück, gehörig nachzuhelfen und die Unbotmäßigen gewaltsam auf das diplomatische Parkett zu zerren. Gelingt das Unternehmen und finden sich diplomatische Abordnungen am grünen Tisch ein, so ist die Geschäftsgrundlage gewährleistet, und das demokratische Weltgewissen zeigt sich einstweilen zufrieden. Solange staatliche oder pseudostaatliche Delegationen ihren Verhandlungsbetrieb in Gang halten, Nationalfahnen protokollarisch gehißt werden und auch sonst die politisch-staatsmännische Form gewahrt bleibt, scheint alles auf bestem Wege.

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31.12.1993 Beitrag drucken

Dämokratisches Erwachen

Einleitung
Der demokratische Mauerbau – Norbert Trenkle
Die Demokratie frißt ihre Kinder – Robert Kurz
Dämokratisches Erwachen – Ernst Lohoff
Volk im StimmbruchGaston Valdivia

Vom rechten Ende der Politik

Ernst Lohoff

1. Die Krise des Politischen

Nicht erst seit Richard von Weizsäckers Parteienschelte sind Stichworte wie “Politikverdrossenheit” und “Krise des Parteienstaates” leitartikelfähig geworden. Die Rede vom “Versagen der Politik” darf mittlerweile als so etwas wie eine stehende Wendung gelten. Die Kritik an der “politischen Klasse” erfreut sich beim gemeinen Stammtischpublikum ebenso großer Beliebtheit wie in den Medien. Ja selbst die Werbewirtschaft hat dieses vertraute Klagelied für sich entdeckt. Ein Deutscher Klarer mit dem schönen Namen “Fürst Bismarck” wirbt inzwischen mit dem Slogan “der einzige deutsche Kanzler, der hält, was er verspricht.” In Italien kam kürzliche eine neue Seife mit dem Namen “Mani pulite” (saubere Hände) auf den Markt. Einige Monate vorher war unter dem gleichen Titel eine überaus populäre staatsanwaltschaftliche Aktion gegen korrupte Politiker und andere Mafiosi angelaufen.

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31.12.1989 Beitrag drucken

Die Wechseljahre der Republik

Über die Volksparteien und ihre ungeliebten Kinder

Ernst Lohoff

“Die Gemeinschaft der Demokraten” hat Zuwachs bekommen. 40 Jahre nach Gründung der Republik erweist sich ihr Schoss als noch immer fruchtbar. Die demokratische Familienplanung hat abermals versagt und die bundesdeutsche Demokratie läuft trotz 5% Klausel auf ihre alten Tage noch Gefahr, auf den Status einer kinderreichen Familie herabzusinken.

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31.12.1989 Beitrag drucken

Staatskonsum und Staatsbankrott

Die Absorbtion lebendiger Arbeit als Grundlage des kapitalistischen Krisenzyklus

Ernst Lohoff

1. Profitrate und Profitmasse

Marx hat in seinen Schriften zur Kritik der politischen Ökonomie, insbesondere im “Kapital”, die zentrale Bedeutung des “Gesetzes des tendenziellen Falls der Profitrate” herausgestellt. Die marxistische Krisendebatte kreiste daher wesentlich mit um diesen Punkt. Trotz des hervorgehobenen Stellenwerts dieses Problems blieb dabei aber die theoretische Beschäftigung der Marxepigonen mit der Entwicklungsrichtung der Profitrate merkwürdig blass und abstrakt.

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