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krisis

Beiträge zur Kritik der Warengesellschaft

Artikel zum Thema »Wert, Ware, Fetisch«

04.12.2011 Beitrag drucken

Wert und Arbeit

Julian Bierwirth

Warum also ist es die Arbeit, die den Wert schaffen soll? Die hier verfochtene Antwort lautet: weil Wert keine Naturkonstante ist, sondern ein spezifisches gesellschaftliches Verhältnis ausdrückt. Weiterlesen »

05.10.2010 Beitrag drucken

La “crisi finanziaria” é una crisi del modo di produzione capitalistico

Deutsche VersionVersion française

Norbert Trenkle

1. Le cause della presente crisi economica non sono da ricercarsi nella speculazione e nell’indebitamento. Esattamente al contrario, la gigantesca espansione dei mercati finanziari era ed è espressione di una rofonda crisi del lavoro e della valorizzazione capitalistica, la cui origine risale almeno a 30 anni fa. Weiterlesen »

17.09.2010 Beitrag drucken

Interview: Arbeit und die Logik der Abstraktion

Moishe Postone im Gespräch mit Timothy Brennan

(Überarbeitete Übersetzung vom 17.9.2010)

Moishe Postones Arbeit „Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft“ hat seit ihrer Veröffentlichung im Jahre 1993 zahlreiche zustimmende Beurteilungen aus den verschiedenen Bereichen der kritischen Sozialwissenschaften hervorgerufen. Postone stellt die These auf, dass die „gesellschaftliche Herrschaft“, auf die der Buchtitel Bezug nimmt, nicht allein durch Marktmechanismen und Privateigentum, sondern von der Arbeit selbst erzeugt wird. Ähnlich wie in den Konzepten der Theoriegruppe krisis in Deutschland (und den Arbeiten von Ernst Lohoff, Norbert Trenkle und Robert Kurz, letzterer jetzt Gruppe Exit) wird die industrielle Arbeit eher als Hindernis für die menschliche Emanzipation begriffen, denn als Schlüssel zu ihr. Während Postone insofern eine Konvergenz zwischen den Zielen des Kapitalismus und den älteren Formen des Staatssozialismus konstatiert, begnügt er sich jedoch nicht mit der Widerlegung älterer Systeme. Einer der tragenden Pfeiler seines Buches ist der Versuch, eine neue kritische Gesellschaftstheorie zu begründen. Weiterlesen »
08.07.2009 Beitrag drucken

Die etwas andere Normalisierung

Der Teheraner Frühling und die Krise des warenproduzierenden Weltsystems

Ernst Lohoff

1.
Keine Frage, in diesen Tage fiebert man mit denen mit, die in den Städten des Irans auf die Straße gehen und den Schlägertrupps Khameneis und Ahmadinedschads die Stirn bieten. Die Formierung einer breiten Protestbewegung angesichts der Wahlmanipulationen nach Jahren der politischen Apathie und des Rückzugs ins Private war ein Hoffnungszeichen. Wird der Protest niedergeschlagen, dann geht auch davon weit über das Land hinaus eine Signalwirkung aus. Weiterlesen »

07.07.2009 Beitrag drucken

„Es ist der Glaube, der selig macht“

Insistierende Fragmente über kapitalistische Realhalluzinationen – Hypothesen

Streifzüge 45/2009

Franz Schandl

Wir haben gelernt, zu glauben. Warum sollte es mit dem Kapital anders sein. Es ist sogar zu vermuten, dass viele Keime unserer Imaginationen in der Ökonomie des Alltags stecken. Dass die dort erforderliche Sicht von Tausch und Täuschung alle anderen Phänomene zumindest prägt, wenn nicht dominiert. Fiktiv ist gar vieles. Fiktionen sind nicht Folge des Kapitals, sondern Bestandteil seiner rationalen und rationellen Grundkonstitution. Weiterlesen »

14.05.2009 Beitrag drucken

Sackgasse Regionalwährung

Contraste – Zeitschrift für Selbstorganisation April 2009

Andreas Exner

In den Debatten um eine Alternative zum Kapitalismus tauchen ein ums andere Mal zwei Konzepte auf: der Tauschkreis und die Regionalwährung. Beide Konzepte sind miteinander eng verbunden. Und beide wurzeln theoretisch in der Freiwirtschaftslehre von Silvio Gesell, der Anfang des 20. Jahrhunderts eine „natürliche Wirtschaftsordnung“ begründen wollte. Weiterlesen »

21.04.2009 Beitrag drucken

Konkret- und abstrakt-allgemeine Arbeit

Red. Anmerkung: Ernst Lohoff hat sich in seinem Artikel »Der Wert des Wissens« in krisis 31 (2007, S. 13-51, Kurzfassung) zur Begründung der »Universalgüterthese«, nach der digitale Informationsgüter genuin wertlos sind, u.a. auch auf den Begriff der »allgemeinen Arbeit« bezogen. Daraus ist eine Diskussion entstanden, die wir hier in loser Artikelfolge dokumentieren wollen. Den Auftakt bilden die Thesen von Stefan Meretz.

Thesen zur „allgemeinen Arbeit“

Stefan Meretz Weiterlesen »

06.04.2009 Beitrag drucken

Kreislaufprobleme

Warum Dienstleistungen als tragender Wirtschaftszweig nicht in Frage kommen

Streifzüge 45/2009

Peter Samol

Die Krise ist noch gar nicht richtig eingetreten, da wird bereits bekundet, ihr Ende sei in Sicht. Weiterlesen »

01.04.2009 Beitrag drucken

Interview: Nach der Krise ist vor der Krise

Interview mit Ernst Lohoff auf Radio Z, Nürnberg, am 3.10.2008 (9 min., 6 MB)

30.03.2009 Beitrag drucken

Vortrag: Weltmarktbeben

Vortrag von Norbert Trenkle am 19. November 2008 in Göttingen

Download Vortrag (66 min., 17 MB) – Download Diskussion (48 min., 12 MB)

30.03.2009 Beitrag drucken

Κριτική Θεωρία για τον Καπιταλισμό σήμερα

English versionTürk versiyon

Η συνέντευξη αυτή με τον Moishe Postone που δόθηκε στον Salih Selcuk και δημοσιεύτηκε στο τουρκικό περιοδικό YARIM

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24.03.2009 Beitrag drucken

Tremors on the Global Market


Deutsche VersionVersión española

On the underlying causes of the current financial crisis.

Norbert Trenkle (May 2008) Weiterlesen »

23.03.2009 Beitrag drucken

Vom Schöpfen. Thesen

Überlegungen jenseits des Bilderverbots.

Streifzüge, Nummer 45, April 2009

Franz Schandl

“Innerhalb der genossenschaftlichen, auf Gemeingut an den Produktionsmitteln gegründeten Gesellschaft tauschen die Produzenten ihre Produkte nicht aus; ebensowenig erscheint hier die auf Produkte verwandte Arbeit als Wert dieser Produkte, als eine von ihnen besessene sachliche Eigenschaft, da jetzt, im Gegensatz zur kapitalistischen Gesellschaft, die individuellen Arbeiten nicht mehr auf einem Umweg, sondern unmittelbar als Bestandteile der Gesamtarbeit existieren. “(Karl Marx, Kritik des Gothaer Programms, MEW 19: 19-20) Weiterlesen »

18.01.2009 Beitrag drucken

Terremoto en el mercado mundial

Deutsche VersionEnglish version

Sobre las causas subyacentes a la crisis actual de los mercados financieros

Mayo 2008

Norbert Trenkle

La crisis de los mercados financieros internacionales ya está transformándose en una crisis del mercado mundial y la mayoría de economistas y comentaristas la adjudican a la especulación desenfrenada que, especialmente se desencadenó en los EE.UU. Weiterlesen »

23.12.2008 Beitrag drucken

Markt oder Leben?

Radikale Überlegungen zu einigen Grundfragen des Menschseins

von Franz Schandl

Unsere alltäglichen „Selbstverständlichkeiten“ sind gewachsen und nicht ehern. Sie entstammen nicht der Natur, sondern dem Training. In meinem Beitrag werden jene nicht einfach vorausgesetzt, sondern im Gegenteil: ausgesetzt und auseinander genommen. Sie stehen im Zentrum einer schrägen Betrachtung, die mehr verrückt als sie ist. Die gebenedeite Marktwirtschaft wird nicht nur einer Kritik unterzogen, ihre zentralen Mechanismen Tausch, Geld, Wert, Arbeit, Konkurrenz oder Geschäft werden überhaupt in Frage gestellt. Dem Selbstverständlichen ist das Verständnis zu entziehen. Weiterlesen »

23.10.2008 Beitrag drucken

Weltmarktbeben



English versionVersión española

Über die tieferliegenden Ursachen der aktuellen Finanzmarktkrise

Mai 2008

Norbert Trenkle

Spätestens seit der sogenannten „Kapitalismuskritik“ von Franz Müntefering im Jahr 2005 hat sich das Bild der „Heuschrecke“ allgemein durchgesetzt, um das auszudrücken, was ohnehin schon immer in weiten Teilen der öffentlichen Meinung als selbstverständlich galt: dass nämlich „gierige Finanzinvestoren“ hauptverantwortlich für die aktuellen ökonomischen und sozialen Krisenerscheinungen sein sollen. Insofern konnte die exzessive Verwendung der Heuschreckenmetapher und der damit verbundenen Assoziationen in der ver.di-Broschüre „Finanzkapitalismus: Geldgier in Reinkultur“ zunächst nicht verwundern. Umso erfreulicher ist aber, dass sowohl innerhalb wie außerhalb der Gewerkschaft heftige Kritik an dieser Broschüre artikuliert worden ist und somit eine längst überfällige Debatte in Gang zu kommen scheint. Weiterlesen »

23.10.2008 Beitrag drucken

Gefangen in einer heilen Modellwelt

Zur »Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit qua richtiger Wirtschaftspolitik«

express, Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, 4/2008

Peter Samol

Ohne die Debatte um den sog. Heuschreckenkapitalismus neu aufzuwärmen, befasst sich der Autor im Folgenden kritisch mit einer Publikation, die er ebenfalls in der Tradition einer linken Ökonomietheorie verortet, die sich vor allem durch die Reduktion von Krisen auf einzelne Momente kapitalistischer Vergesellschaftung und ihre ansonsten »heilen Modellwelten« auszeichne. Ein Beispiel für solche Reduktionismen und entsprechende Aufforderungen zu einer staatlichen Gegensteuerung ist etwa die Broschüre der ver.di-Wirtschaftsabteilung »Finanzkapitalismus – Geldgier in Reinkultur!«, die kritisch seit einiger Zeit auch auf der ver.di-Homepage diskutiert wird. Dass die kapitalistische Wirtschaftsordnung etwa periodische Überproduktionskrisen erzeugt, verhehlt jedoch auch das kürzlich erschienene Buch »Das Ende der Massenarbeitslosigkeit« von Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker. Ökonomie scheint hier hauptsächlich auf einsamen Inseln stattzufinden und der unmittelbaren Befriedigung konkreter Bedürfnisse zu dienen. Alles ganz einfach? – fragt Peter Samol.

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23.10.2008 Beitrag drucken

“Gegen Börsenungeziefer”

Spontane Empörung, Vernichtungssehnsucht und Reflexion – Anmerkungen zu einer Debatte in der Gewerkschaft ver.di

Streifzüge 42/2008

Lothar Galow-Bergemann

Das neben stehende Bild entstand im Mai 2007 in München während des Streiks bei Telekom: Da geht es gegen die üblichen Zumutungen, die der Kapitalismus so zu bieten hat: Stellenabbau, Lohnkürzung, Arbeitszeitverlängerung. Streikteilnehmer haben ein Transparent gemalt, darauf sind zu sehen: eine Heuschrecke, die sich an Aktien satt frisst, eine große Hand, die den Schädling aus einer Spraydose (beschriftet mit “ver.di” und “extra sozialverträglich”) mit Gas besprüht, darunter der Schriftzug “Gegen Börsenungeziefer”: Die starke Hand des starken Manns macht Schluss mit dem Volksschädling an den Börsen, und zwar, wie um auch den letzten Verdacht auszuräumen, es könne doch nicht “darum” gehen, mit Gas! Extra sozialverträglich auch noch, die “Volksgemeinschaft” lässt grüßen.

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31.12.2007 Beitrag drucken

Was ist Wertkritik?

Interview der Zeitschrift MARBURG-VIRUS mit Ernst Lohoff und Robert Kurz

Frage 1: Ein zentrales Merkmal der Krisis ist ihr wertkritischer Ansatz. Könnt Ihr kurz skizzieren, was Wertkritik für Euch heißt und was den entscheidenden Unterschied dieses Ansatzes zu anderen linken Theorietraditionen ausmacht? Ist die “Kritik der Warengesellschaft”, so der Untertitel der Krisis, dasselbe wie die Kritik der politischen Ökonomie? Was heißt Wert und Wertvergesellschaftung? Weiterlesen »

31.12.2007 Beitrag drucken

Unser blaues Jobwunder


von Ernst Lohoff

„Jobwunder – 832.000 Arbeitslose weniger“, mit dieser Schlagzeile wartete Bild am ersten Werktag nach dem Tag der Arbeit auf. Und auch der Rest der Standortgemeinschaft zeigt sich derzeit ausgesprochen aufgeräumt und in Sektlaune. Die Konjunktur brummt, die Steuereinnahmen sprudeln, die Beschäftigung wächst. Mit 2,5 Prozent soll das Wirtschaftswachstum in Deutschland dieses und nächstes Jahr demographiebereinigt „amerikanische Dimensionen“ (Der Spiegel 17/2007) erreichen. Nach offiziellen Schätzungen spült das „Wirtschaftswunder 2.0“ (Der Spiegel 17/2007) bis 2011 fast 200 Mrd. Euro zusätzlich in die öffentlichen Kassen. Minister Glos verkündet gleichzeitig, dass es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie so viele Beschäftigungsverhältnisse gab wie heute.

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31.12.2007 Beitrag drucken

Der Markt ist eine universale, totalitäre Religion

Oder: Warum nicht jenseits des Marktes konsumieren?

Aus: Versorgerin, Zeitung der Stadtwerkstatt Linz, #73, März 2007

von Maria Wölflingseder

Konsum bzw. konsumieren kommt vom italienischen consumo bzw. consumare und heißt Verbrauch, Verzehr (insbesondere von Lebensmitteln) bzw. verbrauchen, verzehren. In unserer kapitalistischen Marktwirtschaft gibt es kaum etwas, das wir konsumieren, verzehren oder gebrauchen dürfen, ohne es gekauft zu haben. Kaufen erscheint uns als das Natürlichste der Welt. So wie wir atmen, essen und trinken müssen, müssen wir auch kaufen, um zu überleben. Kaufen ist aber mitnichten eine naturgegebene Angelegenheit.

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31.12.2007 Beitrag drucken

Copyright & Copyriot

Aneignungskonflikte

Streifzüge 39/2007

Stefan Meretz

Sabine Nuss, PROKLA-Redakteurin, hat ihre Dissertation als Buch veröffentlicht. Es handelt sich um ein Werk, um das die Debatte aktueller Entwicklungstendenzen im “informationellen Kapitalismus” (Zitate aus dem Buch, sofern nicht anders gekennzeichnet) nicht herum kommt – leider bisher ohne größere Beachtung.

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31.12.2007 Beitrag drucken

Universalgüter

Informationsgüter als genuin gesellschaftliche Güter

Streifzüge 40/2007

Stefan Meretz

In der Zeitschrift krisis, Nummer 31, die im Juli erscheinen wird, hat Ernst Lohoff einen Aufsatz veröffentlicht, der es in sich hat. Titel: “Der Wert des Wissens. Grundlagen einer Politischen Ökonomie des Informationskapitalismus”. Es geht um die Frage, ob digitale Informationsgüter Waren sind und Wertsubstanz repräsentieren. Lohoffs Antwort: Sie sind weder Waren noch im ökonomischen Sinne werthaltig. Hier die Argumente in Kurzform.

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31.12.2007 Beitrag drucken

Mensch, denk weiter! „Heuschrecken“ sind keine Erklärung…

Kritische Anmerkungen zur Broschüre „Finanzkapitalismus – Geldgier in Reinkultur!“, herausgegeben von ver.di, Oktober 2007

Herausgeber: Finanzkapital AG beim ver.di-Bezirk Stuttgart

1.) Die Broschüre erweckt den Eindruck, es gäbe ein „nicht so schlimmes“ Kapital und ein „geldgieriges“ Finanzkapital. Auf Seite 2 heißt es zunächst noch richtig: „Kapital einsetzen und mit einem maximalen Profit zurückbekommen – das ist Grundprinzip kapitalistischen Wirtschaftens. Jeder Unternehmer verfährt so.“ Doch unmittelbar danach wird diese Erkenntnis zurückgenommen – mit schwerwiegenden Folgen. Nun wird auf einmal „den Unternehmern“ in der so genannten Realwirtschaft unterstellt, sie hätten „noch einen Bezug zu den arbeitenden Menschen“. Während sich „der Fondsmanager“ von ihnen angeblich dadurch unterscheide, dass für ihn „arbeitende Menschen, die die Werte schaffen,… nur als abstrakte Kostenfaktoren vor(kommen)“.

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31.12.2007 Beitrag drucken

Die Geister, die sie rufen

Nachdem vor zweieinhalb Jahren die IG Metall die deutsche Wirtschaft von blutsaugenden Mücken aus Amerika bedroht sah (siehe KONKRET 6/05), ruft nun die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi das Finanzkapital in Form der Heuschrecke zum Grundübel des Kapitalismus aus. Mit vorhersehbaren Folgen.

Konkret 12/2007

Lothar Galow-Bergemann Weiterlesen »

30.12.2007 Beitrag drucken

Der Wert des Wissens

Kurzfassung des gleichnamigen Artikels aus krisis 31

Ernst Lohoff

Der Kapitalismus schafft sich neue Verwertungsfelder und expandiert, indem er die Reichtumsproduktion in Warenproduktion verwandelt. Rund 200 Jahre stand die gesellschaftliche „Hardware“ im Zentrum dieses Kommodifizierungsprozesses. Das Kapital erweiterte seine Grundlage dadurch, dass es traditionelle Formen der Erzeugung materieller Güter niederkonkurrierte und deren Erzeugnisse durch industriell gefertigte Waren ersetzte (Nahrungsmittel, Bekleidung, ect.) oder indem es bis dato unbekannte materielle Güter auf den Markt brachte, die von vornherein als Waren das Licht der Welt erblickten (Auto, Unterhaltungselektronik, usw.). Kaum zeichnete sich mit der Krise des Fordismus die dem Industriekapitalismus gesetzten Wachstumsgrenzen ab, schien die Nachfolgefrage auch schon geregelt. Frei nach dem Motto „Der industrielle Kapitalismus ist tot – es lebe der Informationskapitalismus“ galt es schon in den 1980er Jahren als ausgemacht, dass jetzt die Kommodifizierung der gesellschaftlichen „Software“ ansteht und sich die Verwertungsfelder der Zukunft vor allem im immateriellen Raum der „Wissensgüter“ auftun und damit dem System der Wertverwertung eine goldene Zukunft eröffnen würde. Die Begründung für diese vorauseilende Geschichtsschreibung fiel eher dürr aus. Sie beschränkte sich im Grunde auf den Satz „Ware ist Ware“. Ob „immaterielle Waren“, oder handfeste konventionelle Wald- und Wiesenwaren die Märkte bevölkern, ist nach diesem Verständnis piepegal: Wo kapitalistische Unternehmen Waren produzieren und verkaufen und dabei Profite erwirtschaften findet Verwertung statt.

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29.12.2007 Beitrag drucken

Der Kampf um die Warenform

Wie Knappheit bei Universalgütern hergestellt wird

Aus: krisis 31, 2007

Stefan Meretz

In diesem Text geht es um eine aneignungstheoretische Untersuchung der gesellschaftlichen Produktion und Nutzung von Universalgütern. Vor die Diskussion der Frage, wie der Kampf um die Warenform bei Universalgütern ausgetragen wird, stelle ich eine phänographische Vorklärung1 der in diesem Kontext verwendeten Begriffe. Dabei knüpfe ich an den Artikel von Ernst Lohoff „Der Wert des Wissens. Grundlagen einer Politischen Ökonomie des Informationskapitalismus“ (Lohoff 2007, in diesem Heft) an.

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31.12.2006 Beitrag drucken

Die Abschaffung des Geldes

Diese Abhandlung wird im Laufe des Jahres 2006 als Beitrag erscheinen in: R. Heinz und Jochen Hörisch (Hg.), Geld und Geltung. Zu Alfred Sohn-Rethels sozialistischer Erkenntnislehre, ( Verlag Könighausen & Neumann, 144 Seiten, ca. 24,80 Euro.

Streifzüge 36/2006

von Eske Bockelmann

Als ich mit gut fünf Jahren erfuhr, ich würde später einmal – wie jeder – mein Geld selbst verdienen müssen, da durchzuckte mich als böse Gewissheit, erstens, das könne nicht gelingen, und zweitens, ich müsse deshalb zaubern lernen. Anders nämlich, so war mir bedrückend klar, würde ich es niemals zu all den Dingen bringen, die man so zum Leben braucht. Einen Beruf zu haben und dafür vieles können zu müssen, was ich jetzt noch nicht konnte, das war mir wohl vorstellbar. Aber dass davon die Zuteilung jenes immerfremden Stoffes abhängen sollte, der irgendwie von außen kam, offenbar noch über den Eltern stand und über ihren Berufen, und dass von diesem Stoff wiederum unmittelbar mein eigenes Überleben abhinge, das klang mir auf eine Weise bedrohlich, dass ich mich auf die Zauberei verwiesen sah. Natürlich, meines Wissens bestand wenig Aussicht, sie zu erlernen, doch da meine Absichten ohnehin nur auf alltägliche Dinge wie Essen und Wohnen gingen und wenn ich mich also darauf beschränkte, nur dieses Wenige und nicht gleich alles zaubern zu können…

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31.12.2006 Beitrag drucken

Vom Einkaufen

Notizen zum gesellschaftlichen Stoffwechsel – Teil 1

Streifzüge 37/2006

von Franz Schandl

“Henry Ford hat kürzlich hundert Millionen Dollar für die Errichtung einer Schule gestiftet, die er die Schule der Zukunft nennt. ‚Ich habe so lange Autos fabriziert’ erklärte er, ‚bis ich den Wunsch bekam, nunmehr Menschen zu fabrizieren. Die Losung der Zeit ist Standardisierung.’ — Die erste Musterschule Fords, die ihre Tätigkeit bereits begonnen hat, nimmt nur Knaben im Alter von 12 bis 17 Jahren auf. Verpönt sind Sprachen, Literatur, Kunst, Musik und Geschichte. — Die Lebenskunst müssen die Schüler lernen, sie müssen verstehen, zu kaufen und zu verkaufen — “ (Karl Kraus, Der Fordschritt (1930); Schriften, Band 20, Frankfurt am Main 1994, S. 162.)

Was passiert beim Kauf? Wessen Gestalt ist er? Was geht in uns vor? Was machen wir da? Was stellen wir an und wie?

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31.12.2006 Beitrag drucken

Vom Verkaufen

Notizen zum gesellschaftlichen Stoffwechsel – Teil 2

Streifzüge 38/2006

von Franz Schandl

Forsch zur Sache schreitet Niklas Luhmann. Sein Band “Die Wirtschaft der Gesellschaft” (Frankfurt am Main 1994) beginnt gleich mit den Preisen, im Index finden sich weder die Begriffe Kaufen noch Verkaufen. Worum es ihm geht, ist die Zahlung: “Ein System, das auf der Basis von Zahlungen als letzten, nicht weiter auflösbaren Elementen errichtet ist, muss daher vor allem für neue Zahlungen sorgen.” (S. 17) Das, was deren Bedingung ist, was hinter den Zahlungen steckt, kommt nur am Rande vor. Für Luhmann scheint da kein Problem vorhanden zu sein, zumindest keines, das er, der alles theoretisieren will, theoretisieren möchte. Und Luhmann steht hier nicht alleine. Kaufen gilt solch forschen Forschern als fixe Größe der menschlichen Spezies. Ein Problem sehen die politischen Ökonomen erst dann gegeben, wenn nicht mehr gezahlt werden kann, aber keineswegs in dem Umstand, dass gekauft werden muss.

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31.12.2006 Beitrag drucken

Mythos Geld

Ein Diskussionsanstoß in 5 Akten

von Andreas Exner

Warum gibt es Geld, fragt Leser Roland Winkelhofer im letzten SOL (125/06). Dan Jakubowicz hat sich diese Frage auch gestellt. Er meint: Eine Welt ohne Geld wäre schön, doch eine schöne Welt ohne Geld sei unmöglich. Also, brauchen wir Geld oder brauchen wir Geld nicht? Im Folgenden behandle ich fünf Fragen zum Thema Geld. Als Überschriften dienen mir die wichtigsten Antworten darauf. Es spricht einiges dafür, dass es dabei um Mythen geht.

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31.12.2006 Beitrag drucken

Vom Ende der Ware

Theoretische Kritik und emanzipatorische Praxis

aus: Möller, Peters, Vellay (Hg), Dissidente Praktiken, U. Helmer-Verlag 2006

Andreas Exner

Sprechen wir in emanzipatorischer Perspektive über »Prozesse sozialer Selbstorganisation«, so denken wir Selbstorganisation als Gegensatz zur heute dominanten Organisationsform sozialer Prozesse, das heißt im Gegensatz zur kapitalistischen Produktions- und Lebensweise.1 Diese Behauptung führt zu einer zweifachen Fragestellung. Erstens gilt es zu klären, inwiefern diese Organisationsform Resultat bzw. Ursache von Fremdbestimmung ist, zweitens ist danach zu fragen, unter welchen Voraussetzungen, auf welche Weise und in welcher Richtung sie überwunden werden kann. Gehen wir davon aus, dass sich die Stabilität der Verhältnisse gleichermaßen materiellen wie diskursiven Praxen verdankt, und dass letztere unter anderem im wissenschaftlichen Feld – inner- wie außerhalb der Universitäten – situiert sind, dann ist theoretische Kritik als wesentliches Element emanzipatorischen Handelns zu begreifen. Dies umso mehr, als eine Affirmation der Verhältnisse heute bis weit in das »oppositionelle Spektrum« reicht. Aus Platzgründen setze ich im Folgenden daher den Schwerpunkt auf die erste Frage.

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30.12.2006 Beitrag drucken

Grillen statt Heuschrecken

Zu “Das Lebensmittel” von Wolf Lotter, brand eins 03/06*

von Andreas Exner

Weder stinkt Geld, noch kann man’s essen. Nichts tut es, schon gar nicht schaden. Dennoch geht ohne Geld nichts. So eben geht es zu im Kapitalismus. Gespenster hat dieser Spuk bisher noch alle überlebt.

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29.12.2006 Beitrag drucken

Hinführendes zur Wertkritik

Fünf Thesen zu Kapitalismuskritik und Utopie

von Lothar Galow-Bergemann

1. Konstruktionsfehler Warengesellschaft

Der Grundbaustein des Reichtums der Gesellschaft, in der wir leben, ist die Ware (Marx). Jede Ware hat einen Wert. Während nun im Alltag aus tausenderlei Gründen dem einen dies und der anderen jenes etwas “wert” ist oder auch nicht, so handelt es sich beim Wert einer Ware um etwas ganz anderes. Weiterlesen »

26.12.2006 Beitrag drucken

Was ist der Wert?

ÜBER DAS WESEN DES KAPITALISMUS – EINE EINFÜHRUNG

Streifzüge 30/2004

von Christian Höner

Die ersten Werttheoretiker waren die Klassiker der bürgerlichen Ökonomie: Adam Smith und David Ricardo. Sie gingen davon aus, dass die Arbeit, die benötigt wird, um ein Produkt herzustellen, den Wert einer Ware bildet. Die vergangene, verausgabte Arbeit liegt demnach gewissermaßen in der Ware und verleiht ihr so die Eigenschaft, Wert zu besitzen. Die Frage, warum überhaupt Produkte in den warenproduzierenden Gesellschaften eine Wert-Eigenschaft erhalten, konnten und wollten sie nicht beantworten. Das tat dann ein Kritiker des Waren produzierenden Systems namens Karl Marx. Weiterlesen »

24.12.2006 Beitrag drucken

Geld ist genug da – doch das ist keine Lösung

Argumentationsblatt (PDF)

Download: geld-ist-genug-da-doch-das-ist-keine-loesung.pdf

31.12.2005 Beitrag drucken

Critical Theory of Capitalism Today

Türk versiyonΕλληνική εκδοχή

Interview with Moishe Postone by Salih Selcuk

Pubished in YARIM, Istanbul, Feb. 2005

1. You reformulate the basic categories of Marx’s critique of political economy. According to you: where does Marxism reveal to be nowadays unsufficient, when it comes to explain capitalist society?

2. “Labor” seems to be the basic category that constitutes capitalist life, as you by the way claim it. Can one formulate today an intelligent critique of capitalism without criticizing labor?

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31.12.2005 Beitrag drucken

MOISHE POSTONE ile Kapitalizmin Güncel Eleştirel Teorisi

SÖYLEŞİ / MOISHE POSTONE ile

English versionΕλληνική εκδοχή

SÖYLEŞİ: SALİH SELÇUK

salihselcuk AT hotmail.com

Siz, Marx’ın ekonomi-politik eleştirisinin temel kategorilerini yeniden formüle ediyorsunuz. Bugünün reel kapitalist toplumunu açıklarken geleneksel Marksizm, sizce hangi konularda yetersiz kalıyor?

Marx’ın ekonomi-politik eleştirisinin ana kategorilerini benim yeniden formüle edişim, kısmen, 1973’ten sonraki devasa küresel siyasi değişimlerin etkisiyle oldu. Geriye baktığımızda, erken 21. y.y. bakış açısından daha açıkça görüyoruz ki, kapitalizm bir seri farklı tarihi biçim içinde varolmuştur – örneğin 19. y.y. liberal kapitalizm, 20.y.y. devlet merkezli “Fordist” kapitalizm ve şimdi, neo-liberal global kapitalizm. Bu gösterir ki, kapitalizm tarihi düz çizgisel bir gelişim olarak algılanamaz. Bundan da önemlisi, görülüyor ki, kapitalizmin en temel özellikleri bu özgün tarihi şekilleri ile tamamen özdeşleştirilemez.

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31.12.2005 Beitrag drucken

Bye bye Zinskritik…

Über die Grenzen der Tauschkreise und den Unsinn der Freiwirtschaft

Streifzüge 33/2005

von Andreas Exner & Stephanie Grohmann

Der von Umweltzerstörung und von sozialen Katastrophen gesäumte Irrweg unserer “Zivilisation” ist für viele Menschen Anlass genug, ihre eigene Lebensweise gründlich zu hinterfragen. Viele wollen es nicht bei politischen Appellen belassen. Denn nur allzu deutlich werden die beschränkten Möglichkeiten der Demokratie, wenn etwa die Sicherung der immer weniger werdenden Arbeitsplätze nach immer neuem Wirtschaftswachstum verlangt. Und allzu schmerzhaft ist die Einsicht, dass wir dem Gesetz der Konkurrenz und dem Leiden an der sozialen Kälte nicht wie gewohnt allein entfliehen können. Was also läge näher, als sich zusammenzutun und etwas ganz Neues zu beginnen? Doch was ist konkret nun anders zu machen?

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31.12.2005 Beitrag drucken

Wertkritik im Comic

Zwei Comic-Alben eröffnen interessante Einblicke in die Irrungen und Wirrungen der Arbeitsgesellschaft.

Streifzüge 35/2004

von Peter Samol

Wer sich den gesellschaftlichen Verhältnissen im Kapitalismus mit einer kindlich naiven Grundhaltung nähert, kann zu Erkenntnissen gelangen, die dem unbedarften Normalzeitgenossen schlichtweg entgehen. Ein bekanntes Beispiel dafür ist Hans Christian Andersens Märchen von des Kaisers neuen Kleidern. Während Andersens Text eher ein metaphorischer Charakter innewohnt, sollen im Folgenden zwei Beispiele aus der Spätphase des Kapitalismus vorgestellt werden, die sich stärker mit den konkreten Gegebenheiten unserer Gesellschaftsform befassen. Sie gehören dem Medium der Comics an.

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31.12.2005 Beitrag drucken

Wechselseitige Geiselhaft

Die Beziehung von Kapital und freier Software

von Peter Samol

In der öffentlichen Debatte wird seit den Achtziger Jahren ein Bereich gehandelt, in dem sich künftig angeblich enorme Felder für produktive Arbeit auftun sollen. Es handelt sich um die Verheißungen der so genannten “Wissensgesellschaft”, in welcher Wissen zur wichtigsten Produktivkraft und zum Hauptfeld der Reichtumsproduktion werden soll.1 Angeblich gibt es hier viel Arbeit zu verrichten und große Scharen von Konsumenten warteten nur darauf, den Herstellern die entsprechenden Produkte aus den Händen zu reißen. Hier, so glaubt man, eröffnet sich ein Feld für enorme, “unbedingt nötige Zukunftsinvestitionen in Bildung und Forschung, um die notwendigen mentalen Produktivkräfte zu entwickeln” – so und ähnlich lässt es sich immer häufiger vernehmen.

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31.12.2005 Beitrag drucken

Marx reloaded – Kritische Theorie auf der Höhe der Zeit

Anselm Jappe: Die Abenteuer der Ware. UNRAST-Verlag, Münster 2005. 253 S., broschiert, 18,00 EUR

kann durch Einzahlung (unter Angabe von Name und ADRESSE sowie des Zahlungszwecks) bei der Streifzüge-Redaktion bestellt werden

Österreich: Kritischer Kreis PSK (Blz 60000) Kto.nr. 93.038.948

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andere EU-Länder: Kritischer Kreis BIC: OPSKATWW, IBAN: AT876000000093038948

von Peter Samol

Die Marktwirtschaft macht zu Beginn des neuen Jahrtausends einen ziemlich brüchigen Eindruck. Der plötzliche Konkurs von Firmen, die viele Zeitgenossen aus ihrem täglichen Leben gar nicht mehr wegdenken konnten, eine stetig zunehmende Zahl von Arbeitslosen, gefolgt von einem rasanten Abbau des Sozialstaates sind nur einige der vielen Zeichen, die nicht einmal die hartgesottensten unter den berufsoptimistischen Schönrednern noch übersehen können.

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31.12.2005 Beitrag drucken

Ökonomie des Tötens

Kolumne UNUMGÄNGLICH

Streifzüge 35/2004

von Franz Schandl

Im Wirtschaftsblatt, dem Handelsblatt für Österreicher, nimmt man sich kein Blatt vor den Mund. “Wir müssen lernen, jemandem einen Todesstoß zu versetzen.” Das behauptet Christine Bauer-Jelinek, ihres Zeichen Wirtschaftscoach und Gründerin eines “Instituts für Macht-Kompetenz” in der Ausgabe vom 23. Juli 2005. Es ist nicht zu übersehen, dass “der Konkurrenzkampf wesentlich härter geworden ist”, sagt sie und man wagt nicht zu widersprechen. Dem ist so.

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31.12.2004 Beitrag drucken

Wissen contra Verwertung

Von Franz Schandl

André Gorz ist ein sehr kurzweilig zu lesender Autor. So auch in seinem neuesten Büchlein, das wohl als Zusammenfassung aber auch Modifizierung schon bisher entwickelter und vorgetragener Thesen angesehen werden muss. Sein Denken und Schreiben zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er sich was traut und dass er was vorschlägt. Ebenso wichtig, wenn nicht wichtiger als der analytische Aspekt ist für Gorz stets die handlungsorientierte Komponente gewesen. Jedenfalls gibt sich der Autor keinen partiellen Lösungen hin. Das unterscheidet ihn von vielen Zeitgenossen, auch oder gerade weil es heute antiquiert wirkt.

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31.12.2004 Beitrag drucken

What’s Copyleft?

Eine kurze politökonomische Betrachtung

Streifzüge 30/2004

von Stefan Meretz

Ein juristischer “Hack” – genannt “Copyleft” – bringt den Widerspruch auf den Punkt:Reichtum muss nicht Wertform annehmen.Was steckt dahinter?

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31.12.2004 Beitrag drucken

Mehrwert und Verwertung

Ausführungen zum Okkultismus der Ware Arbeitskraft

Streifzüge 30/2004

von Franz Schandl

Er spukt also wieder in den Hirnen, und er war auch nie ganz draußen. Gemeint ist der Mehrwert, jene Größe, um die es eigentlich gehen soll. Unsere Aufgabe besteht nun darin, die Mehrwertkritik in ihre Schranken zu weisen, sie bloß als das gelten zu lassen,was sie ist, ein integrierter Bestandteil der Wertkritik, nicht ihre Gegensetzung.Wird sie als diese verstanden und gar zum Zentrum der Gesellschaftskritik aufgeblasen, dann ist sie als eine Form verkürzter Kapitalismuskritik zu interpretieren, deren Implikationen alles andere als unproblematisch sind. Weiterlesen »

31.12.2003 Beitrag drucken

Moishe Postone über den Zusammenhang von Weltmarkt, Kapitalismus und Antisemitismus

Moishe Postone über den Zusammenhang von Weltmarkt, Kapitalismus und Antisemitismus

Interview mit der Zeitschrift phase 2 (Leipzig) Nr. 10/2003

Der 1979 erschienene Aufsatz “Antisemitismus und Nationalsozialismus” von Moishe Postone wird in der Linken der BRD seit Beginn der neunziger Jahre wieder verstärkt gelesen. Im Zentrum der neuen Aufmerksamkeit stand dabei zunächst seine Erklärung von Nationalsozialismus und Antisemitismus, die beide ernst nimmt, statt sie im Gefüge einer allgemeinen Kapitalismuskritik unter ferner liefen zu behandeln. Mit seinem spezifischen Erklärungsansatz, der eine Analyse des Antisemitismus mit der Marxschen Theorie zu verbinden sucht, ist “Antisemitismus und Nationalsozialismus” in der wertkritischen Linken bis heute prägend. Das Interview mit Moishe Postone soll helfen, die historischen Entwicklungen innerhalb der spezifischen sozialen Formation des Kapitalismus zu verstehen, die für die Entstehung von Antisemitismus ausschlaggebend sind. Moishe Postone promovierte 1983 an der Goethe-Universität in Frankfurt/M. und lehrt heute an der University of Chicago Geistesgeschichte und Gesellschaftstheorie. Sein Buch “Zeit, Arbeit und soziale Herrschaft” ist soeben auf deutsch bei ça ira erschienen.

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31.12.2003 Beitrag drucken

Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft: Kapitel 8

(Auszug aus: Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft. Eine neue Interpretation der kritischen Theorie von Marx von Moishe Postone)

8. Die Dialektik von Arbeit und Zeit

Marx verbindet also bei der Entfaltung des Kapitalbegriffes die historische Dynamik der kapitalistischen Gesellschaft sowie die industrielle Produktionsform mit der Struktur abstrakter Herrschaft, die durch die Arbeit, sofern sie sowohl produktive Tätigkeit als auch gesellschaftlich vermittelnde Tätigkeit ist, konstituiert wird. Ich werde dieses Verhältnis nun spezifizieren, indem ich der Frage nachgehe, in welcher Weise bei Marx die grundlegenden gesellschaftlichen Formen des Kapitalismus den Charakter dieser historischen Dynamik und dieser Produktionsform prägen. Statt aber die Marxsche Analyse der Produktionssphäre direkt anzugehen, seien nur die hervorstechendsten strukturellen Merkmale dieser Sphäre diskutiert, wozu ich zunächst gewissermaßen ›einen Schritt zurück‹ gehen werde, um von hier aus die Implikationen der Ausgangskategorien der Marxschen Analyse eingehender zu untersuchen. Das wird gewisse wichtige Charakteristika der Kapitalform verdeutlichen, die möglicherweise nicht zutage treten würden, wenn die Produktionssphäre unmittelbar zum Gegenstand gemacht wird. Dies wird es mir insbesondere ermöglichen, die zentrale Bedeutung der zeitlichen Dimension des Werts für die Marxsche Analyse herauszuarbeiten. Eine solche Vorgehensweise wird die Besonderheit der Dynamik des Kapitals erhellen und die Grundlagen für eine Verdeutlichung des Marxschen Verständnisses der gesellschaftlichen Konstitution des Produktionsprozesses legen. Vor dem Hintergrund der in dieser Weise bestimmten Dynamik werde ich im folgenden Kapitel erneut auf einige zentrale Aspekte der Marxschen Behandlung der Produktionssphäre zu sprechen kommen.

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Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft

Eine neue Interpretation der kritischen Theorie von Marx

Moishe Postone

Aus dem Inhalt: Eine neue Interpretation der Marxschen kritischen Theorie • Der traditionelle Marxismus • Der Pessimismus der Kritischen Theorie • Abstrakte Arbeit • Abstrakte Zeit • Die Theorie des kommunikativen Handelns von Habermas • Theorie des Kapitals • Die Dialektik von Arbeit und Zeit • Die Verlaufsform des Kapitals

Verlagsankündigung

Inhaltsverzeichnis und Leseprobe:

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31.12.2003 Beitrag drucken

Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft: Vorwort

(Auszug aus: Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft. Eine neue Interpretation der kritischen Theorie von Marx von Moishe Postone)

Vorwort zur deutschen Ausgabe

In diesem Buch versuche ich die zentralen Kategorien der Marxschen Kritik der politischen Ökonomie auf der grundlegendsten Ebene zu reformulieren, um die Grundlage für eine radikal-kritische begriffliche Neubestimmung des Wesens der zeitgenössischen kapitalistischen Gesellschaft zu schaffen. Der traditionelle Marxismus – der die Distributionsformen (zum Beispiel den Markt und das Privateigentum an Produktionsmitteln) vom Standpunkt der Arbeit und der Produktion aus kritisiert – hat sich historisch als inadäquate Kapitalismuskritik erwiesen. Eine adäquate Kritik dagegen kann sich nicht auf die in den modernen Gesellschaften zum Ausdruck kommenden Formen von Ausbeutung und Herrschaft beschränken, sondern muß eine Kritik der Modernität selbst sein. Wobei unter Modernität die gesellschaftliche Form zu verstehen ist, die durch quasi-objektive Formen von Herrschaft (Ware, Kapital) charakterisiert ist und die eine ihr inhärente historische Dynamik in Gang setzt, welche auch die Möglichkeit für eine neue, emanzipierte Form gesellschaftlichen Lebens hervorbringt.

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31.12.2003 Beitrag drucken

Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft: Kapitel 9 (Auszug)

(Auszug aus: Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft. Eine neue Interpretation der kritischen Theorie von Marx von Moishe Postone)

Das Proletariat

Ich kann nun zu der Frage nach der historischen Rolle der Arbeiterklasse und dem grundlegenden Widerspruch des Kapitalismus zurückkehren und darlegen, wie sie in der späten Marxschen kritischen Theorie implizit beantwortet wird. Mit meiner Konzentration auf seine Analyse der für den Kapitalismus konstitutiven strukturierenden Formen gesellschaftlicher Vermittlung habe ich zeigen können, daß nicht der Klassenkonflikt an und für sich die historische Dynamik des Kapitalismus erzeugt, und daß er nur deshalb ein treibendes Element dieser Entwicklung ist, weil er durch gesellschaftliche Formen strukturiert ist, die eine Dynamik aus sich heraus besitzen. Wie festgestellt, widerspricht die Marxsche Analyse der Auffassung, der Kampf zwischen der Kapitalistenklasse und dem Proletariat sei einer zwischen der herrschenden Klasse im Kapitalismus und einer, die den Sozialismus verkörpere, und der Sozialismus bedeute deshalb die Selbstverwirklichung des Proletariats. Diese Vorstellung entspringt notwendig dem traditionellen Verständnis des grundlegenden Widerspruchs des Kapitalismus als einem zwischen industrieller Produktion auf der einen, Markt und Privateigentum auf der anderen Seite. Dabei wird jede der beiden großen Klassen des Kapitalismus mit einer Seite dieses angenommenen Widerspruchs identifiziert und der Antagonismus zwischen Arbeitern und Kapitalisten als gesellschaftlicher Ausdruck des strukturellen Widerspruchs zwischen den Produktivkräften und den Produktionsverhältnissen interpretiert. Diese gesamte Konzeption beharrt auf einem Begriff von ›Arbeit‹ als transhistorischer Quelle gesellschaftlichen Reichtums und als dem konstituierenden Element gesellschaftlichen Lebens.

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31.12.2003 Beitrag drucken

Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft: Schluss

Abschließende Bemerkungen

Ziel dieser Studie war es, die von Marx in seinem Spätwerk entwickelte kritische Theorie vermittels einer genauen Untersuchung ihrer grundlegendsten Kategorien neu zu interpretieren und von hier aus eine begriffliche Neubestimmung des Wesens der kapitalistischen Gesellschaft vorzunehmen. Ein wichtiges Anliegen bestand darin, die erheblichen Unterschiede zwischen der Marxschen Theorie und traditionellen marxistischen Interpretationen herauszuarbeiten. Ich habe gezeigt, daß die Theorie von Marx eine stringente Kritik dieser Interpretationen bereitstellen kann, eine Kritik, die diese Interpretationen als gesellschaftlich bestimmte begreift, indem sie sie in denselben Kategorien analysiert, die sie zur kritischen Analyse des Kapitalismus verwendet. Diese erneuerte Interpretation der Marxschen Analyse ermöglicht, mit anderen Worten, eine Kritik des traditionellen Marxismus, die zugleich eine andere kritische Theorie des Kapitalismus darstellt. Und sie transformiert die Bezüge zwischen Marxscher Theorie und anderen Gesellschaftstheorien.

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31.12.2003 Beitrag drucken

Vom bloßen Arbeiter zum vollständigen Menschen


Moishe Postone entwickelt in seinem Buch »Time, labor, and social domination« die Kritische Theorie über ihre Grenzen hinaus.

Von Norbert Trenkle

Moishe Postone ist hierzulande vor allem durch seinen Aufsatz »Nationalsozialismus und Antisemitismus« bekannt geworden, der die wertkritische Debatte über den Antisemitismus der letzten zehn Jahre entscheidend beeinflusst hat. Weit weniger bekannt ist bisher noch Postones grundlegendes theoretisches Werk zur Reinterpretation der Marxschen Theorie »Time, labor, and social domination«, das bereits 1993 in den USA erschien (Postone ist Dozent an der University of Chicago). Das liegt sicher vor allem daran, dass bisher das Buch noch nicht in Deutsch vorliegt. Im Herbst soll jetzt die seit langem angekündigte Übersetzung des ça-ira-Verlags erscheinen.

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31.12.2001 Beitrag drucken

Gene, Werte, Bauernaufstände (pdf)

Download: gene-werte-bauernaufstaende.pdf

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Die Verunglückungen des Komparativs

Ausgewählte Materialien zu einer Philosophie des Staus

von Franz Schandl

Alle reden vom Stau und viele stecken in ihm, doch niemand sagt, was dieser eigentlich ist. Nachfragen zu einem Phänomen.

Sprache verrät stets mehr als ihre Benutzer wissen. Einerseits ist ihre oberste Schicht ein affirmativer Jargon der Assoziationen, andererseits ist sie aber auch immer eine geheime Offenbarung, versteht man die Sprache anders zu deuten, als sie gemeinhin gehört und gelesen, kurzum rezipiert wird. Sprache ist nicht nur das bevorzugte Kommunikationssystem, sondern essentieller: als das “Dasein des Geistes”, zu verstehen.

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31.12.2000 Beitrag drucken

Welchen Wert hat die Arbeit?

Vortrag am 18. Juli 2000 in Berlin

Quelle: www.jungle-world.com

von Moishe Postone

Für die Linke ist die historische Wende der neunziger Jahre – Zusammenbruch der kommunistischen Staaten Osteuropas, Rollback des Wohlfahrtsstaates, Entstehung des Neoliberalismus – eine Herausforderung: Einerseits muss man diesen Veränderungen inhaltlich begegnen, andererseits ist man mit der Vorhaltung konfrontiert, sie markierten das Ende der Marxismus und seiner Gesellschaftstheorie. Gleichzeitig stellt die erneut sich zeigende ungebremste Dynamik des Kapitalismus auch poststrukturalistische Geschichtsansätze und Theorien der demokratischen Selbstbestimmung in Frage.

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31.12.1999 Beitrag drucken

Entwurf einer Metakritik des Tauschs

von Franz Schandl

Daß das Gewöhnliche nur aufgrund der Gewöhnung als solches erscheint, macht kaum jemanden stutzig. Daß gerade der Tausch eine vergängliche Angelegenheit sein könnte, ist für das bürgerliche Individuum eine unzumutbare Zumutung. Er zeichnet es nämlich aus.

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27.12.1998 Beitrag drucken

Was ist der Wert? Was soll die Krise?

Überarbeitung eines Referates, gehalten am 24. Juni 1998 an der Universität Wien

francais: Qu’est-ce que la valeur, qu’en est-il de la crise?

spanisch: ¿Qué es el valor? ¿Qué significa la crisis?

Norbert Trenkle

Der Bogen, den ich schlagen möchte, ist sehr weit gespannt. Er führt von der allergrundsätzlichsten Ebene der Werttheorie oder vielmehr der Wertkritik – also von der Ebene der Grundkategorien der warenproduzierenden Gesellschaft: Arbeit, Wert, Ware, Geld – zur Ebene, auf der diese Grundkategorien als verdinglichte und fetischistische, als scheinbar “natürliche” Tatsachen und “Sachzwänge” erscheinen. Auf dieser Ebene – der Ebene von Preis, Profit, Lohn, Zirkulation etc. – treten zugleich die inneren Widersprüche der modernen Warengesellschaft offen zutage; dort erweist sich ihre letztliche historische Unhaltbarkeit: und zwar in Gestalt der Krise. Weiterlesen »

31.12.1997 Beitrag drucken

»Zeit« ist Geld und Geld ist »Zeit«

Von der Produktion der »Zeit« zu ihrer marktwirtschaftlichen Dekonstruktion

Aus: Krisis 19

Gaston Valdivia

Das moderne Individuum klagt ständig über »Zeitmangel«. Vierundzwanzig Stunden am Tag scheinen bei weitem nicht auszureichen, um all die Anforderungen zu bewältigen, die es erfüllen soll und will. Die Ansprüche an den modernen Menschen und sein »Zeitkontingent« sind enorm und drohen, ihn schier zu zerreißen: Pädagogen und Psychologen fordern mehr »Zeit« für die Kinder; Unternehmer erwarten ganz selbstverständlich längere und dabei immer intensivere Arbeit; die »Freizeitindustrie« verlangt verstärkte »Freizeitaktivitäten« von ihren Kunden; die Gebildeteren klagen mehr »Zeit« zum Lesen ein; der Handel will seine »Erlebniswelten« besser auslasten; die Genießer hätten gern mehr Muße und alle zusammen würden gerne etwas länger schlafen.

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31.12.1990 Beitrag drucken

Die Quadratur des Kreises

Funktionsmechanismus und Zusammenbruch der sowjetischen Planökonomie

“Bevor er in die blaue Flut gesunken,

Träumt noch der Schwan und singet todestrunken;

Die sommermüde Erde im verblühn,

Lässt all ihr Feuer in den Trauben glühn;

Die Sonne, Funken sprühend, im Versinken,

Gibt noch einmal der Erde Glut zu trinken,

Bis, Stern auf Stern, die Trunkne zu umfangen,

Die wunderbare Nacht ist aufgegangen.”

Joseph Freiherr von Eichendorff

Johanna W. Stahlmann

Einleitung: der Zusammenbruch des Realsozialismus

Es ist ein Phänomen der beginnenden neunziger Jahre, dass eine von Endzeitphantasien zu Aufschwungsjubilieren sich wandelnde Zeitgeiststimmung mit wachsender ideologischer Verunsicherung und Perspektivlosigkeit sich paart.

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31.12.1987 Beitrag drucken

Technik als Fetisch-Begriff

Über den Zusammenhang von alter Arbeiterbewegung und neuer Produktivkraftkritik

[Vorbemerkung: Die Seitentrennung bezieht sich auf die Original-Ausgabe]

30 —-

Ernst Lohoff

1. Die Verdinglichung des Produktivkraftbegriffs

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31.12.1986 Beitrag drucken

Die Kategorie der abstrakten Arbeit und ihre historische Entfaltung

[Vorbemerkung: Die Seitentrennung bezieht sich auf die Original-Ausgabe]

49 —-

Ernst Lohoff

Methodische Vorbemerkungen

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31.12.1979 Beitrag drucken

Nationalsozialismus und Antisemitismus

Ein theoretischer Versuch

Moishe Postone

I.

Meine Absicht ist nicht die Beantwortung der Frage, warum dem Nazismus und dem modernen Antisemitismus ein historischer Durchbruch in Deutschland gelungen ist. Ein solcher Versuch müßte einer Betrachtung der Besonderheit deutscher Entwicklung Rechnung tragen: darüber ist zur Genüge gearbeitet worden. Dieser Essay will vielmehr untersuchen, was damals durchbrach: eine Betrachtung derjenigen Aspekte des modernen Antisemitismus, die als unabdingbarer Bestandteil des deutschen Nationalsozialismus betrachtet werden müssen. Dies auch als ein Ansatz, die Vernichtung des europäischen Judentums zu erklären, als die notwendige Voraussetzung einer adäquaten Beantwortung der Frage, warum es gerade in Deutschland geschah.

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31.12.1976 Beitrag drucken

Dialektik und Proletariat

Zur ökonomiekritischen Analyse des >Diamat<

(Dieser Text erschien 1976 und weist entsprechend der damaligen Debatten noch emphatische Bezüge zum Klassenkampf und der Rolle des Proletariats auf. Wir dokumentieren diesen Text trotzdem, da er sich gegen ein positives Verständnis von Dialektik und Geschichtsteleologie wendet und eine gute Grundlage für weiterführende Theorieentwicklung bietet.)

Helmut Reinicke / Moishe Postone

I.

Die Kritik am >Diamat<, dem >dialektischen Materialismus<, wie er als Weltanschauungssystem Legitimationsideologie in der Sowjetunion mit dem Aufbau des Sozialismus in einem Lande wurde, ist bislang meist auf ideologiekritischer Ebene geführt worden, d. h. der >Diamat< wurde als falsches Bewußtsein der kommunistischen Bewegung kritisiert, als wäre nur dieses Bewußtsein zu ändern, und schon hätte man die richtige proletarische Theorie.

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