Kampf der Kulturen
“Besser Leben! Das arbeitskritische Magazin” im Bürgerfunk Münster, u.a. mit Ernst Lohoff
“Besser Leben! Das arbeitskritische Magazin” im Bürgerfunk Münster, u.a. mit Ernst Lohoff
Mit Ernst Lohoff
Referat von Ernst Lohoff auf dem Krisis-Seminar 2007
Aus: Jungle World vom 09.08.2007
Ernst Lohoff
Angesichts der Wirtschaftsnachrichten der letzten Monate könnte man sich in die sechziger Jahre zurückversetzt fühlen. Nicht nur, dass die amtlichen Statistiken derzeit Wachstumsraten verzeichnen wie seit Jahrzehnten nicht und eine wundersame Arbeitsplatzvermehrung ausweisen; neuerdings hat auch noch das Lieblingsklagelied der Unternehmerorganisationen aus den Wirtschaftswunderjahren die Spitze der Jammer-Charts zurückerobert. „Facharbeitermangel auf breiter Front – Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft in der Welt ist in Gefahr“. Dem „Verband der deutschen Wirtschaft“ zufolge hat der Standort Deutschland allein dieses Jahr 3,7 Milliarden Euro Wertschöpfungsausfall zu verzeichnen, weil ihm die geeigneten Arbeitskräfte fehlen – Tendenz steigend. Die Politik reagiert prompt.
Ernst Lohoff
La société occidentale moderne a pris l’habitude de s’autocélébrer comme un asile de tolérance et de liberté ; quant au sujet moderne des marchandises, il affirme volontiers ne pas connaître de tabous. À y regarder de plus près, sa prétendue absence de préjugés se révèle néanmoins n’être qu’une simple forme d’indolence et le résultat d’une adaptation mimétique à l’état de tutelle que la société marchande exige de lui. Cette dernière conditionne ses membres à accepter le fait que les décisions relatives au contenu de la richesse sociale et le développement des rapports sociaux ne reposent pas en dernière analyse sur leur accord conscient, mais sur une instance anonyme, le marché en l’occurrence. Qu’il s’agisse de moutarde ou de lessive, de préférences sexuelles ou d’opinions politiques, tout ce qui peut être mis sur le marché est juste et tout ce qui se révèle invendable est faux. Le sujet moderne des marchandises ne vit sa vie sans réserves ni préjugés que dans la mesure où il a intériorisé l’idée que le marché était la seule instance de reconnaissance légitime et retraduit toujours déjà les relations sociales en relations d’offre et de demande.
Ernst Lohoff
Die gegenwärtige Phase kapitalistischer Entwicklung unterscheidet sich grundlegend von früheren. Seit den Tagen der industriellen Revolution hatte der Vormarsch der warengesellschaftlichen Formprinzipien – Arbeit, Recht und Politik – als ein Prozess repressiver Integration funktioniert. Heute dagegen ist deren Herrschaft identisch mit repressiver Entgesellschaftung. An der Weltmarktperipherie hat sich die Perspektive der Bildung funktionstüchtiger Nationalökonomien und der Einbindung der Bevölkerungsmehrheit in die moderne Arbeitsgesellschaft ein für allemal verflüchtigt. Selbst bei einem vermeintlichen Erfolgsmodell wie China läuft kapitalistische Entwicklung nur auf die Bildung minoritärer Weltmarktinseln hinaus, die von einem Meer des Massenelends umgeben sind.
Ernst Lohoff
Audiomitschnitt vom Kongress No Way out, Frankfurt, 9.-12.12.07 (23:45 Minuten, 12 MB, weitere Mitschnitte auf http://ugkongress.blogsport.de)
Download: ug_arbeit_ernst_lohoff_64kb.mp3
“Besser Leben! Das arbeitskritische Magazin” im Bürgerfunk Münster, mit Norbert Trenkle, Ernst Lohoff und Eske Bockelmann auf dem Krisis-Seminar 2005
“Besser Leben! Das arbeitskritische Magazin” im Bürgerfunk Münster, u.a. mit Lothar Galow-Bergemann und Ernst Lohoff
“Besser Leben! Das arbeitskritische Magazin” im Bürgerfunk Münster, u.a. mit Andreas Exner und Ernst Lohoff
“Besser Leben! Das arbeitskritische Magazin” im Bürgerfunk Münster, u.a. mit Karl-Heinz Lewed und Ernst Lohoff
Radio F.R.E.I., Erfurt, u.a. mit Ernst Lohoff
Radio F.R.E.I., Erfurt, u.a. mit Ernst Lohoff
erschienen in: Jungle World vom 10.3.2004
von Ernst Lohoff
Alice Schwarzer zeigte sich von der Kandidatenwahl verständlicherweise enttäuscht. Sie hatte gehofft, dass endlich eine Frau das höchste Staatsamt übernimmt, und sei es nur aus Verlegenheit. »Und dann regeln die Jungs das doch wieder unter sich.« Business as usual also? Die meisten Kommentatoren sehen das ein bisschen anders. No business as usual, but business.
Radio F.R.E.I., Erfurt, u.a. mit Ernst Lohoff
Le 18 août 2003, Jacques Nikonoff, président d’Attac France (Association pour la taxation des transactions financières pour l’aide aux citoyens), déclarait : “Combien étions-nous au Larzac : 250 000, 300 000, plus encore ? [...] Le Larzac est le rassemblement le plus important réalisé en France à ce jour par les altermondialistes. Une force est née” (Libération). À l’heure où l’altermondialisme connaît un relatif succès, il n’est pas inutile de revenir sur la proposition phare d’Attac, la taxe Tobin, qui vise à imposer les transactions monétaires (opérations de change d’une monnaie à une autre). Cette mesure est-elle vraiment la “proposition alternative, concrète, opérationnelle, efficace” dont parle Nikonoff ? Cette gauche lutte-t-elle contre le “système capitaliste mondialisé” comme elle le prétend ? C’est à ces questions de fond que le texte ci-dessous tente de répondre. Ce texte est traduit de l’allemand ; il a pour auteur Ernst Lohoff, corédacteur de la revue de critique sociale allemande Krisis.
Luc Mercier
italiano: Lo speculatore scatenato
Erschienen in: Jungle World 35/2003
Ernst Lohoff
Kein Tag vergeht, an dem die Politiker, die Unternehmerverbände oder irgendwelche Wirtschaftsexperten nicht mit neuen Vorschlägen zur »Reform des Sozialstaats« aufwarten. So kakophonisch das Stimmengewirr auch anmutet: Wohin die Reise geht, ist völlig klar. Keine der ergriffenen Maßnahmen wird auch nur annähernd halten, was ihre Urheber versprechen. Mit einer dauerhaften Auffüllung der Sozialversicherungskassen ist genauso wenig zu rechnen wie mit einer nennenswerten Senkung der Arbeitslosenziffern. Und doch verändert die sich überschlagende »Reformpolitik« mit einer nie dagewesenen Geschwindigkeit die Republik.
Ernst Lohoff
Toda a gente o sabe: vem aí guerra. Não é que as populações da Europa e dos EUA estejam tomadas pelo frenesim da guerra; não é que a administração Bush tivesse convencido a ONU, e muito menos a opinião pública mundial, da necessidade premente de remover o regime de Saddam com recurso à violência; a guerra é inevitável porque o governo dos EUA declarou a sua inevitabilidade.
Ernst Lohoff
Gostemos ou não, tempos de guerra são invariavelmente tempos binários e acabam por ir dar numa espécie de um teste de despistagem colectivo. Se o exército dos EUA ou a NATO perpetram massacres na função de braço armado do imperialismo global, o leque das opiniões e posições possíveis reduz-se inevitavelmente a uma simples alternativa: a favor ou contra.
Ernst Lohoff/Norbert Trenkle
São dois os motivos pelos quais textos com pretensões de crítica social podem merecer atenção: Ou pela sua qualidade analítica, ou como sintoma do estado da crítica social. O dossier tripartido publicado nas vésperas do congresso de Frankfurt sobre o comunismo, na Jungle World 43, pertence à segunda categoria. Se a tese ali defendida de que o comunismo é idêntico à democracia radical tem pertinência ou não, não é assunto com o qual valesse a pena gastar os neurónios. A razão pela qual existe gente de esquerda que, no ano de 2003, tem semelhante identidade como “óbvia”, pelo contrário, não deixa de clamar por uma explicação.
Radio F.R.E.I., Erfurt, u.a. mit Ernst Lohoff
Querfunk, Karlsruhe, u.a. mit Ernst Lohoff
Querfunk, Karlsruhe, u.a. mit Ernst Lohoff
aus: Jungle World 29/2002
Von Ernst Lohoff
Traditionell pflegen die Wirtschaft und die Sozialdemokratie kein allzu intimes Verhältnis. Mit Gerhard Schröder als Bundeskanzler hat sich das bekanntlich verändert. Der »Genosse der Bosse« konnte Helmut Kohl nicht trotz, sondern wegen seiner Wirtschaftsnähe ablösen. Der Kanzler mag bei jeder Gelegenheit betonen, wie sehr ihm der Standort Deutschland am Herzen liegt, bestenfalls sozialdemokratische Propagandisten bescheinigen der amtierenden Regierung deswegen eine kohärente Wirtschaftspolitik.
Ernst Lohoff
1.
Der Kontrast könnte kaum schärfer ausfallen. Seit einem Vierteljahrhundert befindet sich die Linke weltweit in der Defensive und im Niedergang. Auf den Zusammenbruch des Realsozialismus folgte die völlige Marginalisierung antikapitalistischer Vorstellungen in den 90er Jahren. Pünktlich zum Jahrtausendwechsel aber scheint sich eine Trendwende anzudeuten. Was mit den Protesten gegen das MAI-Abkommen in Seattle begonnen hatte, erreichte nach der „chilenischen Nacht“ von Genua im Juni 2001 einen ersten Höhepunkt. Eben stand der Zeitgeist noch auf Kapitalismus pur und jedes Infragestellen der Marktimperative galt ihm als so abwegig wie eine Polemik gegen die Schwerkraft und ihre Folgen; plötzlich macht sich Argwohn gegenüber der Diktatur der reinen Marktlogik breit. Der im Gefolge der neoliberalen Revolution triumphierende Sozialdarwinismus neuer, individualisierter Prägung rückt in die Schusslinie. Die Idee der Emanzipation ist gar nicht so mausetot, wie es den Anschein hatte.
Ernst Lohoff
Die Wanderprediger der totalen Marktwirtschaft beglücken die Öffentlichkeit seit Jahr und Tag mit der gleichen Botschaft: Wirtschaft bedeutet heute immer schon Weltwirtschaft. Im Zeitalter des entgrenzten Marktes gelte es, in globalen Zusammenhängen zu denken. Seltsamerweise ist diese Standardfloskel sofort vergessen, sobald die Rede auf die sich häufenden akuten Kriseneinbrüche kommt. Ob Russland, Lateinamerika oder die vielgerühmten Tigerstaaten heftige Finanzmarkt-Turbulenzen durchmachen und ökonomisch in die Bredouille geraten, die „Ursachenforschung“ kommt immer zum gleichen Ergebnis: hausgemacht, selber schuld. Selbst im Falle Japans, der einstigen – inzwischen allerdings mit einem akut einsturzgefährdeten Bankensektor und einer explodierenden Staatsverschuldung geschlagenen – Wirtschafs-Großmacht, argumentiert die Marktwirtschaftsideologie neunmalklug im Stile einer Prädestinationslehre: Dass eine Volkswirtschaft unter die Räder kommt, ist schon Beweis genug, dass sie den leuchtenden Pfad marktwirtschaftlicher Tugend verlassen hat; deshalb kassiert sie nun ihre gerechte Strafe.
Ernst Lohoff
1.
A ditadura universal das mercadorias e do dinheiro explodiu o quadro da autonomia regional ou local e produziu um contexto global mundial. Se o internacionalismo era para os nossos predecessores um ponto de honra tornou-se para nós uma realidade do dia a dia independentemente de qualquer valoração moral. Quem hoje em dia andar numa bicicleta de marca “alemã” pode estar certo de que os seus componentes foram fabricados em pelo menos dez estados diferentes, por trabalhadores de setenta nacionalidades diferentes. Uma famosa cadeia mundial de restaurantes de comida rápida anuncia com toda a seriedade que os seus produtos têm absolutamente o mesmo sabor em todas as suas filiais, de Buenos Aires a Moscovo ou a Holzminden. Todas as indústrias contribuem conjuntamente para a destruição da floresta tropical e para a produção do buraco do ozono. As regiões mundiais formam há muito, no que diz respeito à economia, à ecologia e à cultura do quotidiano um sistema de vasos comunicantes.
Ernst Lohoff
Raras vezes os representantes da união democrática mundial demonstraram tanto caos e confusão como depois dos golpes certeiros dos pilotos camicases em N.Y e Washington. Contudo uma das frases de maior circulação, desde o 11.9, é ‘adiantar-se’. Esse dia mudou o mundo”, opinou- entre outros- o líder evangélico do povo alemão Johannes Rau. O desabamento do World Trade Center marca efetivamente em toda sua simbologia um momento histórico crítico.
Ernst Lohoff
Parece que nunca, nos últimos duzentos anos, a crítica ao capitalismo se viu tanto na defensiva como na época do neoliberalismo. À aceleração monstruosa do processo de domação da sociedade da mercadoria, na transição do fordismo ao capitalismo de cassino, correspondeu uma paralisação do pensamento social crítico. Motes que antigamente pertenciam ao repertório conceitual da esquerda, como “movimento” e “revolução” foram apropriados pelo lado do adversário. Movimento não significa mais somente a dinâmica desatada do capital e forças não-emancipatórias que transformam o mundo, mas também peça de um jogo dos protagonistas da tão evocada “globalização” e seu sistema universal bola de neve.
Ernst Lohoff
Os atentados suicidas de 11 de Setembro não só mandaram pelos ares as Torres Gémeas de Nova Iorque, como também rebentam com o sistema de referências político. Não é que se pudesse imputar à política qualquer acanhamento perante pilhas de cadáveres, mas ela entretém uma relação utilitária com a violência e o assassínio de massas.
Ein paar Überlegungen von Ernst Lohoff und Norbert Trenkle für die Gesprächsrunde auf dem Krisis-Seminar am 23.6.2001
Die Krisis möchte eine Zeitschrift sein und zugleich doch mehr. Der Anspruch des Projekts impliziert eigentlich einen höheren Verbindlichkeitsgrad, als es die Beziehung von Autor und individualisierter Leser- und Zuhörerschaft, die sich das Ihre zum Angebotenen denkt, normalerweise hergibt. Die Existenz des Krisis-Zusammenhangs steht in gewisser Weise für diesen weitergehenden Anspruch. In der Praxis mag er vorderhand nur als loser, im Zeichen von Theorie-Rezeption stehender Diskussionszusammenhang existieren, der wertkritische Ansatz weckt jedoch auch das Bedürfnis nach einem weniger folgenlosen Bezug.
Anmerkungen zur neuen Sozialdemokratie und ihrer historischen Mission
Download: einer-muss-den-bluthund-machen.pdf
da Ernst Lohoff
“La produzione capitalista tende continuamente a superare questi limiti immanenti, ma riesce a superarli unicamente con dei mezzi che la pongono di fronte agli stessi limiti su scala nuova e piu` alta. Il vero limite della produzione capitalista e` il capitale stesso” — Marx, Il Capitale, vol. III ed. Riuniti, Roma 1980, p. 302
E’ evidente: la barca fa acqua da tutte le parti. Il mondo incantato della globalizzazione e del boom del capitalismo da casinò è vittima di crisi di portata più o meno ampia a intervalli di tempo sempre più brevi, soprattutto alla sua periferia. Nel 1995 la crisi messicana, e la debolezza del dollaro che ne fu la conseguenza, fecero trattenere il respiro ai mercati finanziari, nel 1997 le “tigri” asiatiche dell’Estremo oriente e l’America latina vissero un improvviso crollo economico. E’ noto che la Russia è un caso senza speranza. La stessa economia del Giappone, un Paese che a lungo era stato presentato come una Success-story per eccellenza, è sprofondata in una palude fatta di recessione, debito pubblico alle stelle e settore bancario irrimediabilmente indebitato oltre ogni limite. Le notizie positive che giungono dall’economia americana sono di tenore diverso soltanto in apparenza. Tali successi si basano infatti esclusivamente su una sempre più folle economia fondata sul deficit, ovvero sul più grande castello di carte della storia. “Nel 1998 il passivo delle partite correnti ha superato il limite dei 200 miliardi di dollari, nel 1999 è andato oltre 300 miliardi, nel 2000 raggiungerà i 400 miliardi. Con lo stesso ritmo frenetico ha raggiunto livelli stratosferici l’indebitamento netto con l’estero: oltre 2 bilioni di dollari nel 2000, oltre 3 bilioni di dollari due anni più tardi” (“Die Zeit”, 5-1-2000).
deutsch: Entfesselter Spekulant
Ernst Lohoff
Per definizione i Nobel per l’economia non possono avere pensieri emancipatori: l’idiota di professione James Tobin, cui il premio fu attribuito nel 1981, ha formulato una proposta particolarmente ottusa, in circolazione da tempo senza troppo successo. Tale proposta mira niente meno che a mettere le briglie a una porzione della sovrastruttura finanziaria grazie a una tassazione della speculazione valutaria secondo la filosofia del buon vecchio capitalismo produttivo di marca protestante e a ricondurre così l’amato capitale monetario ai mulini fordistici degli investimenti per i posti di lavoro che ormai da tempo stanno girando a vuoto: in questo modo l’ilota dell’economia di mercato potrà continuare a guadagnarsi la sua birra col sudore della fronte.
Italiano: Lo speculatore scatenato
Ernst Lohoff
Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften können definitionsgemäß keinen emanzipatorischen Gedanken haben. Besonders albern ist der seit langem erfolglos grassierende Vorschlag des 1981 preisgekrönten Fachidioten James Tobin, durch eine Besteuerung der Währungsspekulation mit sage und schreibe einem Prozent den abgehobenen Finanzüberbau im Sinne des guten alten protestantischen Produktionskapitalismus zu domestizieren und das schöne Geldkapital wieder auf die leerlaufenden Mühlen fordistischer Arbeitsplatz-Investitionen zu lenken, so daß der marktwirtschaftliche Helot wie gewohnt sein Bier im Schweiße seines Angesichts erwirtschaften darf.
Ernst Lohoff
La dittatura universale della merce e del denaro ha causato la deflagrazione del sistema di riferimento fondato sull’autonomia regionale o nazionale ed ha originato un tessuto connettivo che ha invaso tutto il globo. L’internazionalismo che per i nostri predecessori, fautori del progresso, rappresentava un assioma sacro, è divenuto per noi, loro discendenti, una realtà quotidiana al di là di qualsiasi giudizio morale. Chi oggi sta in sella ad una bici di marca “tedesca”, può stare certo che le sue singole parti sono state fabbricate in non meno di dieci paesi diversi da individui di una settantina di nazionalità. Una catena di fast food nota a livello mondiale afferma con estrema serietà che i suoi prodotti hanno assolutamente lo stesso sapore in tutte le sue filiali, si trovino a Buenos Aires, Mosca o Holzminden. La scomparsa delle foreste tropicali e l’allargamento del buco nell’ozono sono fenomeni dovuti all’azione congiunta di tutte le nazioni industrializzate. Le regioni mondiali costituiscono, ormai da lungo tempo, un sistema di vasi comunicanti per ciò che riguarda l’economia, l’ecologia e la cultura del quotidiano.
Ernst Lohoff
La dictadura universal de las mercancías y el dinero hizo estallar el cuadro de la autonomía regional o local y produjo un contexto global mundial. Si el internacionalismo era para nuestros predecesores una cuestión de honor, para nosotros se convirtió en realidad cotidiana independientemente de cualquier valoración moral. Quien hoy en día monta en una bicicleta de marca «alemana» puede estar seguro de que sus componentes fueron fabricados en al menos diez países diferentes, por trabajadores de setenta nacionalidades diferentes. Una famosa cadena mundial de restaurantes de cómida rápida anuncia con toda seriedad que sus productos tienen absolutamente el mismo sabor en todas sus filiales, de Buenos Aires a Moscú o Holzminden. Todas las industrias colaboran en conjunto en la destrucción de los bosques tropicales y en la producción del agujero de ozono. Las regiones mundiales forman hace ya mucho tiempo, en lo que respecta a la economía, la ecología y la cultura cotidiana, un sistema de vasos comunicantes. Esta indiscutible constatación lleva a una conclusión. Si los estados nacionales, enfrentados a la imposibilidad de controlar el nivel mundial de los flujos financieros, de las poblaciones y de la contaminación ambiental, alcanzaron hoy innegablemente el límite de sus capacidades de intervención, ¿no deberían las organizaciones internacionales, como la Unión Europea o las Naciones Unidas, tarde o temprano, ocupar su lugar?
Italiano: L’illusione dello Stato mondiale
Ernst Lohoff
Die universale Diktatur von Ware und Geld hat den Rahmen regionaler oder nationaler Selbstgenügsamkeit gesprengt, und einen weltumgreifenden Zusammenhang hergestellt. War Internationalismus für die Fortschrittlichen unter unseren Altvorderen ein hehres Postulat, so ist er für uns Nachgeborene jenseits jeder moralischen Bewertung zur Alltagswirklichkeit geworden. Wer sich heute auf ein “deutsches” Markenrad schwingt, darf sicher sein, daß dessen Einzelteile in mindesten 10 verschiedenen Staaten von Angehörigen siebzigerlei Nationalitäten hergestellt wurden. Eine weltweit bekannte Schnellrestaurantkette wirbt allen Ernstes damit, daß ihre Produkte in sämtlichen Filialen zwischen Buenos Aires, Moskau und Holzminden absolut gleich schmecken würden. Bei der Vernichtung des tropischen Regenwaldes und der Erzeugung des Ozonloches wirken alle Industrienationen einträchtig zusammen. Die Weltregionen bilden, was Ökonomie, Ökologie und Alltagskultur angeht, längst ein System kommunizierender Röhren.
in Italiano: Revista Invarianti (Roma), Nr. 29 e 30, 1997
Ernst Lohoff
Alla società borghese moderna riesce ogni giorno più difficile assicurare la propria riproduzione. A partire dal rapporto del Club of Rome nei primi anni settanta, si è andata largamente diffondendo, anche nella coscienza quotidiana, la consapevolezza che la società mondiale presenti tendenze suicide. Il continuo arrivo di notizie funeste nei campi dell’ecologia, dell’economia e della politica alimentano in permanenza una diffusa sensazione di crisi, che da tempo non è più centrata sul solo aspetto ecologico. Ma nonostante l’accumulazione di oggettivi sintomi di crisi, la società borghese sembra più salda che mai dal suo lato “soggettivo”. Le ex-opposizioni radicali si dimostrano prive di concetti e di idee di fronte ai reali problemi del nostro tempo e hanno rinunciato a tutte le loro aspirazioni. Con la loro mancanza di idee e di organizzazioni, esse non costituiscono più una sfida, ma forniscono al contrario un’ulteriore legittimazione per continuare lo statu quo. Di fronte al fallimento del pensiero antagonistico, l’attuale società borghese ha a sua disposizione un argomento molto forte: tutti riconoscono che non vi sono alternative a essa. L’opposizione fondamentalista perde ogni lustro e si riduce a moraleggiare e a lanciare accuse, degenerando in una posizione contemplativa e brontolona, mentre i modernizzatori e i riformisti continuano ciechi il loro povero mestiere.
Ernst Lohoff
Der bürgerlichen, auf Warenproduktion und abstrakter Arbeit beruhenden Gesellschaft liegt eine ausgesprochen paradoxe Konstellation zugrunde. Unter bürgerlichen Bedingungen treten die Menschen einander nicht unmittelbar gegenüber und verständigen sich subjektiv über ihren eigenen Zusammenhang; der gesellschaftliche Zusammenhang erscheint stattdessen in Dingen inkorporiert. Die Menschen treten nicht unmittelbar mit ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten in Verkehr zueinander, es sind ihre Produkte, die miteinander kommunizieren und sich austauschen. Das Wesen der menschlichen Subjekte, die Totalität ihrer menschlichen Beziehungen, schlüpft in die toten Dinge und beseelt sie.