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krisis

Beiträge zur Kritik der Warengesellschaft

Artikel zum Thema »Ohne thematische Zuordnung« von Franz Schandl

31.12.2007 Beitrag drucken

Weaken All the Fronts!

Alternative Transpositon. All Partisanship in the Clash of Cultures Should Be Refused

This article published in: Freitag 13, 3/30/2007

The wildest threatening scenarios are often nothing but hallucinated analogies. Whoever accepts everything as a supposedly lesser evil will justify evil and monstrosities.

Franz Schandl

The 20th century was the bloodiest century in the history of humanity. The 21st century could break this record. The arsenals are full or can be full at any time. We live in times of insecurity of the worldwide political system. That is realistic though it may sound cynical. As everybody knows, growth in all areas is a principle of capital accumulation. A black scenario is unfolding today in the Middle East where suffering and brutality constantly increase.

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31.12.2007 Beitrag drucken

Klasse Haberer

Österreich-Deutschland – Über die Wandlungen eines sonderbaren Sonderverhältnisses

Freitag, 37/2007

Franz Schandl

Die deutsch-österreichische Freundschaft, eine Beziehung der ganz besonderen Art, hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Vor allem in Berlin hat man des öfteren das Gefühl, über den Tisch gezogen zu werden. Und man hat damit nicht unrecht. In den letzten Jahren war es der österreichischen Freunden mehrmals gelungen, die Deutschen in finanziellen Belangen kräftig auszubremsen. Das tut weh.

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31.12.2007 Beitrag drucken

Caritas est

Streifzüge 41/2007

Franz Schandl

Hoc intellegunt: Da ist eine große Sehnsucht, und diese Sehnsucht heißt Liebe. “Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm” (1 Joh 4, 16), lesen wir in Punkt 1 der Enzyklika Deus Caritas est (in Folge als DCE zitiert) von Benedikt XVI. Was der Papst da an Antworten fabriziert, ist zwar dürftig und wenig originell, von ungeheurer Resonanz hingegen ist, welche Fragen er stellt. “Wer die Liebe abschaffen will, ist dabei, den Menschen als Menschen abzuschaffen.” (DCE 28) Ratzinger trifft ins Rote. Worum es ihm geht, ist, “dass das kirchliche Liebeshandeln seine volle Leuchtkraft behält” (DCE 31). Natürlich verbreitete sich das Christentum primär durch Schwert und Feuer, aber seine beständige Attraktion holt(e) es sich aus den Stücken nichterfüllter Liebe. Im Dienst der Liebe, der Diakonie, liegt ihre Anziehungskraft. Diese Caritas ist nicht nur Fürsorge, sie ist Seelsorge, und somit alles andere als zu belächeln.

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31.12.2006 Beitrag drucken

Postpolitik und Populismus

“Besser Leben! Das arbeitskritische Magazin” im Bürgerfunk Münster, u.a. mit Franz Schandl

http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=14606

31.12.2006 Beitrag drucken

Populismus als Politik im Zeitalter der Simulation – Teil 1

Radio F.R.E.I., Erfurt, u.a. mit Franz Schandl

http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=13852

31.12.2006 Beitrag drucken

Populismus als Politik im Zeitalter der Simulation – Teil 2

Radio F.R.E.I., Erfurt, u.a. mit Franz Schandl

http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=13859

31.12.2006 Beitrag drucken

Skandal, Symbol, Stimmung

Der österreichische Wahlkampfauftakt steht ganz im Zeichen allseitiger Skandalisierung

Freitag 04.08.06

Von Franz Schandl

In Österreich haben sich alle vier Parlamentsparteien, ÖVP, SPÖ, Haiders BZÖ und die Grünen darauf geeinigt, die Nationalratswahlen auf den 1. Oktober vorzuverlegen. SPÖ und Grüne forderten dies schon lange, das BZÖ hat wenig Geld zum Wahlkämpfen und der ÖVP kommt der frühe Termin aufgrund des den Sozialdemokraten zugerechneten ÖGB-BAWAG-Desasters gerade recht. Außerdem haben alle miteinander Interesse, der lästigen Kleinkonkurrenz (Liste des Europa-Abgeordneten Hans-Peter Martin, KPÖ) die Kandidatur zu erschweren. Schließlich müssen die jetzt in der Urlaubszeit ihre Unterstützungserklärungen sammeln. Und das ist um vieles aufwendiger als in Deutschland, in Österreich hat man diese Unterschrift nämlich auf dem zuständigen Gemeindeamt oder am Magistrat zu leisten. Eine nicht zu unterschätzende Hürde, die in der Vergangenheit manches Vorhaben bereits im Vorfeld scheitern ließ. Vor allem das Medienprodukt Hans-Peter Martin dürfte sich schwer tun, die nötigen 2600 Unterstützungserklärungen zusammenzukratzen. Das wiederum würde die SPÖ aufatmen lassen, ist doch davon auszugehen, dass ihr Ex-Abgeordneter vor allem in ihren Revieren wildern kann. Aber auch FPÖ und BZÖ sollte das freuen.

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31.12.2006 Beitrag drucken

Autriche – La recomposition de l’extrême droite

“L’humanité” 9.10.06

Par Franz Schandl, historien et politologue autrichien.

On peut se réjouir de la fin prévisible de la coalition entre le chancelier Wolfgang Schüssel, président du Parti chrétien démocrate autrichien (ÖVP), et le populiste d’extrême droite Jörg Haider (jadis leader du Parti libéral FPÖ, devenu entre-temps Alliance pour l’avenir de l’Autriche, BZÖ). Mais il ne faut surtout pas tirer de conclusion précipitée après le scrutin législatif du 1er octobre. Les vrais vainqueurs du scrutin sont une fois de plus les partisans de l’extrême droite populiste.

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31.12.2005 Beitrag drucken

Sozialkritik in Zeiten der Konterreform (Radiobeitrag)

Radio F.R.E.I., Erfurt, u.a. mit Franz Schandl

http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=10567

31.12.2005 Beitrag drucken

Blödes Volk

Die Ganglien der Deutschen sind schwer in Mitleidenschaft gezogen

Aus: junge Welt vom 23.06.2005

Von Franz Schandl

Sind die Deutschen deppert? Zweifellos. Wenn man sich die neusten Meinungsumfragen anschaut, die auf eine absolute Mehrheit für CDU/CSU bei den nächsten Bundestagswahlen verweisen, kann man diese Frage nur bejahen. Wer sich von diesem Wechsel etwas verspricht, verspricht sich nichts mehr. Wer Leiden durch noch größeres Leiden ersetzen will, ist Masochist sondergleichen. Nicht dass die Deutschen lamentieren, ist ihnen vorzuwerfen, wohl aber, wie sie es anstellen, und vor allem, dass sie in den Christparteien eine Therapie für ihre Ängste und Beschwerden sehen. Da muss eins ziemlich bescheuert sein.

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31.12.2005 Beitrag drucken

Von der Lüge zur Verlogenheit

Zum Aufstieg eines affirmativen Antifaschismus

05/2005

Von Franz Schandl

Oberflächlich betrachtet könnte man ja meinen, der Antifaschismus habe spät aber doch gesiegt. Keine Politikerrede, die sich nicht bemüht, die entsprechenden korrekten Worte aufzusagen: Deutschland wurde befreit, der Widerstand ist zu loben, der Opfer ist zu gedenken. Bei genauerem Hinsehen freilich sind bei den Opfern die Nazis gleich mitinbegriffen und der Widerstand von rotem Gesindel gesäubert. Aber zweifellos, Lübke und Globke und Kiesinger und Carstens, das ist vorbei, das würde es in der jetzigen BRD nicht mehr spielen – schon aus Altersgründen nicht, aber das sagt man nicht.

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31.12.2005 Beitrag drucken

Aufgeputzte Angela

Wie man sich täuschen kann und wiederum auch nicht

Aus: junge Welt, 10.6.2005

Von Franz Schandl

Am 9. Dezember 2004 war an dieser Stelle zu lesen: „Dass Angela Merkel nie Kanzlerin in Deutschland wird, ist offensichtlich. Man braucht sie sich nur anschauen, und weiß es. Und das ist absolut nicht sexistisch gemeint, sondern gibt bloß wieder wie diese Gesellschaft tickt und wie sie politische Führungsexponate, insbesondere Frauen betrachtet. Es ist die bittere Wahrheit der bürgerlichen Konkurrenz. In einer solchen hat Merkel keine Chance. Sie bestimmt sich weder als Erfolgsfrau noch als Mutti. Das sind aber die beiden Typen, die Frauen solche Spitzenpositionen ermöglichen.“ Der Eindruck war auch deshalb entstanden, weil ich mir im großen Übereifer die letzte Parteitagsrede der CDU-Vorsitzenden per Internet reingezogen habe. Und die war grottenschlecht, nicht nur der Text, sondern das ganze Ambiente, und insbesondere die vortragende Person. Botschaft, Stimme, Pointen, Duktus. Alles verheerend. Die Frau konnte einem leid tun ob der Überforderung. Wer erlöst sie von ihren Qualen, fragte man sich.

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31.12.2005 Beitrag drucken

Haider Orange

VON DER FPÖ ZUR BZÖ. Da er seine Partei nicht mehr ausgehalten hat, hat er sich eine neue gegründet.

Aus: Freitag 14, 8. April 2005

von Franz Schandl

„Bündnis Zukunft Österreich” (BZÖ) heißt das am Montag vorgestellte Projekt Jörg Haiders. Parteifarbe Orange. Seine Schwester, die nun ehemalige FP-Parteiobfrau Ursula Haubner, Vizekanzler Hubert Gorbach, die gesamte freiheitliche Regierungsmannschaft und alle Nationalratsabgeordneten hat er in die neue „Bewegung” mitgenommen. Der Coup war gut vorbereitet. Die Initiative war stets auf seiner Seite, seine Kontrahenten wider Willen waren immer in der Defensive. Am ehesten erinnert die Spaltung an eine K-Gruppe. Diese Parteigründung ist mehr die Folge einer psychischen als einer politischen Konstellation. Ohne Haider wäre dieses Szenario völlig unvorstellbar gewesen. Da sitzt einer wie ein trotziges Kind in Klagenfurt und führt sich auf. Wenn jetzt nicht geschieht, was er will, dann… So geschieht es eben. Ein Häuptling zuckt aus. Eine Partei zuckt mit.

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31.12.2005 Beitrag drucken

Gnade statt Recht

Deserteure warten weiterhin auf Rehabilitierung

03/2005

Von Franz Schandl

Die Republik Österreich demonstriert einmal mehr, was man mit so einem Gedenkjahr alles anstellen kann. Konjunktur hat vor allem ein amtlich betriebener Antifaschismus, der freilich mit den einstigen Auseinandersetzungen wenig zu tun hat. Das alles nimmt ziemlich schräge Züge an und geht auch auf Kosten der Wahrheit. Die Kommunisten etwa, die bedeutendste Kraft des antinazistischen Kampfes werden puncto Widerstand weitgehend totgeschwiegen oder, wenn es hoch herkommt, taxativ an letzter Stelle gereiht. Schön langsam gewinnt man hierzulande überhaupt den Eindruck, dass der antifaschistische Widerstand primär eine Sache der christlichsozialen Austrofaschisten gewesen sei. Mit Krukenkreuz gegen Hakenkreuz.

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Immer wieder Auschwitz?

Wider die liberale Instrumentalisierung der Shoah

Aus: junge Welt vom 3.2.2005

Von Franz Schandl

Wir leben in Zeiten einer doppelten Verharmlosung. Eine ist bekannt, die zweite wird hier angesprochen. Nicht nur, dass Auschwitz an anderem relativiert wird, ist ärgerlich, ebenso unerträglich ist, dass Auschwitz alles andere relativiert. Kein Konflikt wird mehr als solcher (an dem dann eben seine besonderen Bezüglichkeiten zu analysieren sind) wahrgenommen, sondern er wird irgendwie auf die Shoah projiziert und somit kleingemacht. Auschwitz selbst wird gar nicht mehr aus der historischen Entwicklung erklärt, dafür wird umgekehrt jedes aktuelle Ereignis mit Auschwitz in unmittelbaren Zusammenhang gebracht.

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31.12.2005 Beitrag drucken

Verfassungsfeinde

Falsch abgestimmt, aber richtig entschieden

05/2005

Von Franz Schandl

Eine Verfassung drückt aus, in welcher Verfassung bei Verfassung der Verfassung sich ein Staat oder Staatenbündnis dünkt. Freie Fahrt für den freien Markt, das wollte diese Verfassung unter Garantie stellen. Wer gegen den Markt ist, ist ein Verfassungsfeind. So deutlich wie in diesem Dokument ist das wohl in keinem anderen niedergeschrieben. Sowohl das deutsche Grundgesetz als auch die österreichische Bundesverfassung halten sich diesbezüglich ziemlich bedeckt. Es wäre in den Jahren ihrer Entstehung auch nicht möglich gewesen diesem Prinzip so uneingeschränkt zu huldigen wie heute. Traurig genug, dass immer noch 46 Prozent der Franzosen das neoliberale Verfassungsmachwerk befürworteten. Und doch ist erfreulich, dass die Mehrheit es ablehnte und damit zum Ausdruck brachte, dass vielen Leuten ihre Anliegen näher sind als die Segnungen des Marktes. Dem schrankenlosen Treiben ist ein entschiedenes „Non!“ entgegengeschleudert worden.

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31.12.2005 Beitrag drucken

Popestar

Der Glaube kann Zwerge versetzen

04/2005

Von Franz Schandl

Natürlich kann man sich leicht darüber lustig machen, was da abgeht in Rom. Und doch, es sollte eher Beklemmungen auslösen. Dieses Leichenfest ist alles andere als ein Lemurenaufmarsch gewesen, sondern vielmehr ein absolut gelungener Maskenball, genauer gesagt ein Charaktermaskenball. Up to date! Da ist es auch gar nicht so wichtig, was Karol Wojtila sagte, und was seine Kirche verbreitet, wichtig ist das Gefühl, das es vermittelt und die Stimmung, die es durchsetzt. Es ist nicht der Inhalt, der besticht, sondern die Form. Die unerschütterte Autorität verträgt jede Ungeheuerlichkeit einer irren Programmatik. Die Aufführung entzückt, nicht das Aufgeführte. Die Pilger waren ganz begeistert in ihrer Entgeistigung. Da sind Massen in Trance geraten. Wahrlich, der Glaube kann Zwerge versetzen.

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31.12.2005 Beitrag drucken

Sterbender Papst

Zur Inszenierung des sterbenden Papstes

Aus: junge Welt, 03/2005

Von Franz Schandl

Ostern ist und da blicken nicht nur Katholiken nach Rom. Auch die, die nicht zur Großsekte gehören, bekommen den vatikanischen Maskenball via Televison ins Haus geliefert. Es ist nicht bloß ein Kostümfest, das die Kirche da aufführt. Das Wort Sendung nimmt sie ganz wörtlich. Die wahre Sendung besteht heute darin, auf Sendung zu sein. Die Kirche lebt von der kulturindustriellen Potenz des Karol Wojtila. Wenn man die Mediengeilheit des Vatikan anschaut, wird man den Verdacht nicht los, dass es ihnen am liebsten wäre, der Papst stürbe vor laufender Kamera am Karfreitag. Also just in einem Moment, wo Aufmerksamkeit herrscht. Der Papst soll aushauchen, auf dass sein Aroma über die ganze Welt ströme. Das wäre ein Spektakel und die Einschaltziffern würden astronomische Werte annehmen. Gott hätte seinen ersten Diener eine prächtige Himmelfahrt beschert. Besser ginge es gar nicht mehr. Da wäre wirklich mehr als der Teufel los.

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31.12.2005 Beitrag drucken

Bush-Kriege

Aus: junge Welt, 03/2005

Von Franz Schandl

Wer hätte vor Jahren gedacht, dass Huntingtons böses Spiel so schnell Realität werden würde. Nun ist es blutiger Ernst. Wobei Krieg und Kampf ja nicht mehr die passenden Begriffe sind. Es sind Bestrafungsaktionen, die sich Befreiung nennen. Und jene müssen nicht einmal wirklich begründet werden. Vorwände sind schnell gefunden, notfalls werden sie auch erfunden. Wenn aktuell (zu Recht oder Unrecht) unterstellt wird, dass der Iran die Atombombe bauen will, dann ist nicht der Grund Vater der Maßnahme, sondern die mögliche Maßnahme sucht sich ihre Gründe. Dass freedom and democracy selbst die Atombombe besitzen und sie als erste und einzige bisher auch eingesetzt haben, hat dieses Bewusstsein erfolgreich verdrängt.

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31.12.2005 Beitrag drucken

Trottelvokablular

Über den Reformstau und sonstige Unbegriffe

Aus: junge Welt vom 28.1.2005

Von Franz Schandl

Worte haben es in sich, besonders dann wenn sie als Begriffe erscheinen. Der Terminus „Reformstau“ hat nun mehr als zehn Jahre auf dem Buckel, aber er erfreut sich nach wie vor allseitiger Beliebtheit. Zwar schaffte er es schon zum Unwort des Jahres 1997, aber das ist kein Grund, dass er uns nicht weiter begleitet, es ist vielmehr der Grund, dass er uns erhalten bleibt. Man denke nur an die Hartnäckigkeit andere Dummwörter wie „Zivilgesellschaft“, „Nachhaltigkeit“ oder gar „Humankapital“. Aber auch „Arbeitgeber“ und „Arbeitnehmer“ sagen wir bereits über hundert Jahre, obwohl wir doch mit Friedrich Engels (Vorwort zum „Kapital“ 1883) wissen sollten, dass das Unsinn ist. Wenn schon, dann umgekehrt! Aber das wurde nie zur Kenntnis genommen.

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31.12.2005 Beitrag drucken

Betroffenheitsabschlagshonorare

Nach der Flutwelle rollt die Spendenwelle

Aus: junge Welt, 20. Januar 2004

Von Franz Schandl

Eine Welle kommt selten allein. Gegenwärtige erleben wir eine sich auf die Brust schlagende Welle der Spendenbereitschaft. In rasantem Tempo wälzt sich diese durch die westlichen Medien und verbietet jedes Nachfragen. Man möchte ja niemandem das Spenden vermiesen, aber wohin fließt das viele Geld? Verlässt es eigentlich den angestammten Kreislauf? Wenn etwa die Republik Österreich (um ein Beispiel zu nennen) von den veranschlagten 8 Millionen Euro für die Flutopfer die Hälfte für die Tätigkeit des heimischen Militärs veranschlagt, was ist das? Doch nichts anderes als eine sonst kaum durchsetzbare Sonderfinanzierung des Bundesheers durch die Hintertür.

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31.12.2005 Beitrag drucken

Der Entängstigungsstratege

Matthias Horx im Krieg für die Marktwirtschaft

Aus: junge Welt, 13. Januar 2004

Von Franz Schandl

Die schlimmsten Einpeitscher des gegenwärtigen kapitalistischen Wahnsinns sind, wie könnte es anders sein, ehemalige Linke. Nirgendwo sonst kommt der kapitalistische Zwang so als aggressive Herzensangelegenheit zu sich wie bei solchen Leuten. Da drehen sie auf, da schlagen sie zu. Einer davon, Matthias Horx, war früher mal Redakteur bei der Frankfurter Spontipostille Pflasterstrand. Nun ist er geläutert und ein gern gesehener und gut bezahlter Gast bei diversen Events der Marktmissionare. Als affirmativer Torpedo ist der Trendforscher eine oft bestellte Kurzstreckenrakete der Medienindustrie. Da wird scharf geschossen.

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Against the Liberal Instrumentalization of Auschwitz

Auschwitz becomes the pretext for diverse atrocities, the incentive for preventing what is worse. Auschwitz has become an export-hit. What an achievement! Language, community, truth and logic are threatened when offense becomes defense and ends justify means.

published in: junge Welt, 2/3/2005

Franz Schandl

We live in times of a double trivialization. One is well known; the other will be discussed here. That Auschwitz is relativized in other atrocities is annoying. That Auschwitz relativizes everything else is also unbearable. No conflict will be seen any more as a particular atrocity (in which its special characteristics are analyzed) but will be projected somehow on the Shoah and thus made small. Auschwitz itself is no longer explained from the historical development. Conversely, every current event is immediately connected with Auschwitz.

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31.12.2005 Beitrag drucken

Obscenidad y Riqueza

deutsche Version

Publicado originariamente no site da revista Streifzuege (Viena) em 2005

Franz Schandl

Comencemos en Bello Horizonte. Cada vez que un buen amigo que desde hace algunos años vive en Brasil, visita Austria, necesita acostumbrarse de nuevo al hecho de poder caminar por las calles de noche sin ser molestado. En Bello Horizonte un paseo así es prácticamente imposible. ¿Qué nos dice esto? ¿Qué nos señala la ciudad latinoamericana de millones de habitantes? ¿Un pasado? ¿Un mundo paralelo? ¿O acaso el futuro? ¿Es absolutamente imposible que aquí [en Austria] puedan darse condiciones similares a las que existen en otras regiones y ya son percibidas como una obviedad? Pienso que el estrato de civilización es delgado y debajo yacen la vida y la violencia en total desnudez.

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31.12.2004 Beitrag drucken

Die wertkritischen Streifzüge stellen sich vor

Radio F.R.E.I., Erfurt, u.a. mit Franz Schandl

http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=6471

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Trägerraketen und Abschussrampen

Österreich 0. Eine besondere Stimmung will im Wahljahr gar nicht erst aufkommen

Von Franz Schandl (23.2.2004)

Es ist wie in Deutschland, nur umgekehrt. Die Sozialdemokraten gewinnen, weil Opposition, heuer alle Wahlgänge, während Volkspartei und Freiheitliche, weil Regierung, verlieren werden. Die beiden letztgenannten werden abgestraft für “ihre” restriktive Sozialpolitik, die freilich (noch) nicht mit den Einschnitten unter rot-grün in Deutschland vergleichbar ist. Aber auch das wird kommen. Ob noch unter schwarz-blau oder erst unter rot-grün werden die nächsten Nationalratswahlen 2006 entscheiden. Mehr aber auch nicht.

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31.12.2004 Beitrag drucken

Haiders Rache

Zu den Landtagswahlen in Salzburg und Kärnten

erschienen am: 9.3.2004

Von Franz Schandl

Wir leben in Zeiten politischer Erdrutsche. Hamburg und Salzburg unterscheiden sich diesbezüglich kaum, auch wenn es einmal Richtung Christkonservative und das andere Mal Richtung Sozialdemokraten geht. Der tolle Wahlerfolg der SPÖ-Spitzenkandidatin Gabi Burgstaller (plus 13 Prozent!) erscheint nur auf dem ersten Blick als untypisch. Die extremistische Mobilität der Wähler wächst sprunghaft und stetig. Erstmals in der Zweiten Republik stellt die SPÖ in Salzburg die Landeshauptfrau. Das ist insofern eine Neuerung, da für gewöhnlich amtierende Landeshauptleute nicht abgewählt werden, die österreichischen Bundesländer in bayrischer Manier zu ihren Landesfürsten halten.

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31.12.2004 Beitrag drucken

Demagogie in fortgeschrittener Halluzinose

Eine Gegenüberstellung

von Franz Schandl

Mal was anderes. Nicht dass man jeden Untergriff oder jede Diffamierung beantworten sollte, wird hier gesagt, da käme ich ja zu sonst gar nichts mehr. Manchmal allerdings bietet es sich auf die Schnelle an. Also ein Beispiel:

Was so über mich geschrieben wird:

“Nichts ist schlimmer als das Kapital”, schrieb Franz Schandl im Dezember in der jungen Welt. Nicht der al-Qaida-Terror? Nicht der Holocaust? Sein alter Weggefährte Werner Pirker lehnte einst mit dieser Begründung Antifaschismus ab. Der einzig echte Antifaschismus sei der Antikapitalismus. Alles andere sei nur die Verteidigung der bürgerlichen Gesellschaft.

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31.12.2004 Beitrag drucken

Kriminalität

Import und Export

Dez. 2004

von Franz Schandl

Kriminalität ist zu einem wahren Medienhit geworden. Während man jedoch über den Import dauernd redet, redet niemand über den Export. Dieser stellt freilich jenen weit in den Schatten. Raub-Touristen wie diese Banden genannt werden, gibt es in beiden Richtungen, und dreimal darf man raten, wer mehr wo abcasht.

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31.12.2004 Beitrag drucken

Bombenlogik

Dez. 2004

von Franz Schandl

Dass in einer bis auf die Zähne bewaffneten Welt, alles und jedes, was sich Staat oder Bande schimpft, immer mehr aufrüsten will, liegt auf der Hand. Natürlich hat ein Minister einer Atommacht wie Indien recht, der zur Begründung heimischer Nuklearwaffen sinngemäß folgenden Vergleich anstellte: „Glauben Sie, Jugoslawien wäre bombardiert worden, hätte es über Atomwaffen verfügt“. Selbstverständlich nicht. Entsprechend dieser Bombenlogik wäre risikobereites Hochrüsten das Um und Auf der internationalen Sicherheit. So lautet auch Paragraph 1 dieser irren Weltordnung.

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31.12.2004 Beitrag drucken

Vom Typus Angela

Aus: Junge Welt, 8. Dezember 2004

von Franz Schandl

Dass Angela Merkel nie Kanzlerin in Deutschland wird, ist offensichtlich. Man braucht sie sich nur anschauen, und weiß es. Und das ist absolut nicht sexistisch gemeint, sondern gibt bloß wieder, wie diese Gesellschaft tickt und wie sie politische Führungsexponate, insbesondere Frauen, betrachtet. Es ist die bittere Wahrheit der bürgerlichen Konkurrenz. In einer solchen hat Merkel keine Chance. Sie bestimmt sich weder als Erfolgsfrau noch als Mutti. Das sind aber die beiden Typen, die Frauen solche Spitzenpositionen ermöglichen.

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31.12.2004 Beitrag drucken

Unentwegte Beschäftigung

Aktuelle Notizen zum Arbeitswahn

Streifzüge 32/2004

von Franz Schandl

“Die Eigentümlichkeit der ,Arbeitsgesellschaften’ besteht darin, dass in ihnen die Arbeit gleichzeitig als moralische Pflicht, als gesellschaftliche Verpflichtung und als der Weg zum persönlichen Erfolg gilt. Die Arbeitsideologie hält es also für erwiesen,

  • dass es allen um so besser geht, je mehr jede(r) Einzelne arbeitet;
  • dass diejenigen, die wenig oder nicht arbeiten, der Gemeinschaft schaden und somit nicht würdig sind ihr anzugehören;
  • dass in der Gesellschaft derjenige Erfolg hat, der tüchtig arbeitet, und dass somit der Erfolglose an seinem Scheitern selbst schuld ist.” (André Gorz, Kritik der ökonomischen Vernunft, Berlin 1990, S. 307.)

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31.12.2004 Beitrag drucken

Total flexibility

Atypical Employees become Typical

This article originally published in: junge Welt, 12/30/2004

Self-determination means market determination. Flexibility has nothing to do with individual sovereignty. Rather it means being completely delivered up to external demands. The flexibility of the person is nothing but dictation of the market.

Franz Schandl

Total flexibility is on the agenda. This proclamation in the Vienna standard is also proclaimed elsewhere. Total flexibility is expected from the employee, from working hours and work place to form of employment. In the traditional labor contract of industrial society, the employee offered his labor power to the business and the business paid him a secure earned income and took away his risk of marketing the results of his production. That is now over. The social breach with the collective contract reads as follows: Labor contracts are increasingly individualized in the form of work contracts or free contracts of employment geared strongly to the output achieved by individuals. Labor is no longer a spatially or temporally pre-defined gainful employment.

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31.12.2003 Beitrag drucken

Staat und Schlepper

Radio F.R.E.I., Erfurt, u.a. mit Franz Schandl

http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=5448

31.12.2003 Beitrag drucken

Facetten der Sozialkritik

Radio F.R.E.I., Erfurt, u.a. mit Franz Schandl

http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=5361

31.12.2003 Beitrag drucken

Transnational statt internationalistisch (Radiobeitrag)

Radio F.R.E.I., Erfurt, u.a. mit Franz Schandl

http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=4988

31.12.2003 Beitrag drucken

KPÖ enteignet

KPÖ enteignet

Von Franz Schandl

Begonnen hat es im Januar 1992. Da wurde die KPÖ-eigene Handelsfirma Novum von der Treuhand mittels Bescheid unter bundesdeutsche Obhut gestellt. Schließlich gehöre die 1951 gegründete Gesellschaft, die jahrzehntelang für die Vermittlung von Ostgeschäften Provisionen kassierte und zuletzt von der Wiener Kommerzialrätin Rudolfine Steindling geleitet wurde, zum Wirtschaftapparat der SED. So musste nun der neudeutsche Staat gar nicht erst beweisen, dass das Geld nicht der KPÖ gehört, sondern umgekehrt, die KPÖ, dass die Gelder nicht der Bundesrepublik gehören. An die 250 Millionen Euro wollte die BRD sich aneignen. Das dürfte nun gelungen sein.

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31.12.2003 Beitrag drucken

Heimtückenschwarz bis knittelblau

Nachdem alle Varianten durchgespielt sind, bekommen wir also wiederum die ordinärste der nur möglichen. Heimtückenschwarz koaliert mit knittelblau.

Von Franz Schandl

Gewählt wurde vornehmlich deswegen, weil Wolfgang Schüssel das Resultat von 1999 ausbessern wollte. Diese Rechnung ist aufgegangen, der magere 1:1-Gleichstand mit der FPÖ konnte in ein fettes 4:1-Verhältnis umgewandelt werden. Seither sind die Schwarzen völlig aus dem Häuschen.

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31.12.2003 Beitrag drucken

Schlafender Stier oder lahmer Gaul?

Österreichs Gewerkschaften kündigen den sozialen Frieden

aus: Freitag 21, 16.Mai 2003

Von Franz Schandl, Wien

Die Zeiten werden rauer und ruppiger, auch hierzulande im konsenssüchtigen Österreich. Mit der traditionellen Sozialpartnerschaft dürfte es langsam zu Ende gehen. Die seit den Oktoberstreiks 1950 andauernde Zurückhaltung der Gewerkschaften ist mit dem politischen Streik vom 6. Mai jedenfalls Geschichte. Weitere Protestmaßnahmen sind nicht nur angekündigt, sondern durchaus realistisch. Man setzt auf Konfrontation. “Genug ist genug”, sagte ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch bei der Präsentation des Streikbeschlusses. So wie es gewesen ist, wird es nie mehr sein. Selbst wenn die Sozialpartner ihre Sozialpartnerschaft retten wollen, wird jede Seite in Zukunft nur noch für ihre zerfallende Klientel retten wollen, was zu retten ist. Und das wird nicht viel sein. Auch für das Kapital nicht.

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31.12.2003 Beitrag drucken

Lob der Politikverdrossenheit

Streifzüge 3/2003

von Franz Schandl

Das aktuelle politische Geschehen gleicht zusehends einer Hochschaubahn. Zumindest wenn wir uns ihre oberflächlichen Gestaltungen, das Parteiengezänk, die Wahlen und die mediale Verarbeitung so anschauen. In Wahrheit aber liegt die Politik völlig flach.

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31.12.2003 Beitrag drucken

Nur zu, Johannes!

Ist der Bundespräsident auf dem Weg zum Gesellschaftskritiker?

Von Franz Schandl

Manchmal sind sogar Leute für Überraschungen gut, denen man aber schon gar nichts zutraut. Etwa Johannes Rau, Bundespräsident der Bundesrepublik und im Normalfall ein Langeweiler und Prediger der übelsten Sorte. Doch Rau kann, von allen guten Geistern eingeholt, auch anders: “Politik soll sich zum Teufel scheren, wenn sie nicht das Leben der Menschen etwas menschlicher macht.”

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31.12.2002 Beitrag drucken

Zur Kritik des Krieges

Radio F.R.E.I., Erfurt, u.a. mit Franz Schandl

http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=1269

31.12.2002 Beitrag drucken

Zur Kritik der Demokratie

Radio F.R.E.I., Erfurt, u.a. mit Franz Schandl

http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=1268

31.12.2002 Beitrag drucken

Gesellschaftliches Marodieren (Radiobeitrag)

Radio F.R.E.I., Erfurt, u.a. mit Franz Schandl

http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=1267

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Verfall, Zerfall, Populismus (1)

Querfunk, Karlsruhe, u.a. mit Franz Schandl

http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=1177

31.12.2002 Beitrag drucken

Verfall, Zerfall, Populismus (2)

Querfunk, Karlsruhe, u.a. mit Franz Schandl

http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=1178

31.12.2002 Beitrag drucken

„Ätsch, ich werde noch mal Kanzler!“

Überlegungen zur Entschlüsselung des Schüssel-Phänomens

Von Franz Schandl, Wien

Ach, wie sind wir doch daneben gelegen. Eigentlich haben wir ihm ja kaum Chancen gegeben. “Schüssels Aufstieg vom Abstiegskandidaten als Wirtschaftsminister unter Kanzler Vranitzky zum Obmann der Volkspartei hielten viele für einen Treppenwitz” stand im Freitag vom 1. Dezember 1995 zu lesen. Anfänglich sah es auch so aus, als würde er bloß des SP-Kanzlers nächstes Opfer als ÖVP-Chef werden. Mitnichten.

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31.12.2002 Beitrag drucken

Der Nichter

Nichter! Nichter! Nichter!

“Wer, wenn nicht er”, so heißt die zentrale Botschaft der Kanzlerpartei. Unser Autor ist nun draufgekommen, dass dieser Slogan hunderprozentig stimmt, stellt man ihn nur orthographisch richtig. Bitte laut lesen!

Von Franz Schandl

Von vielen Wänden und Flächen lächelt er uns zu, der, der zu bleiben gedenkt: der Herr Werwenn Nichter. Was er geschickt geworden ist, das möchte er auch ungeschickt weiter sein. Diesmal will der Nichter sogar ausnahmsweise mal eine Wahl gewinnen. Denn Werwenn Nichter ist Kanzler geworden, als er sie akkurat verloren hatte.

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31.12.2002 Beitrag drucken

Mit Üblem gegen das Üble

Wenn die Sozialdemokratie gegen den Rechtspopulismus genannten Extremismus der Mitte loslegt, ist weder für Spannung noch für Entspannung gesorgt. Nun ist der SP-Parteivorsitzende, Alfred Gusenbauer, gar auf das Mehrheitswahlrecht verfallen. Anstatt der FPÖ damit zu Leibe rücken zu können, leistet er jedoch bloß dem grassierenden Populismus Schützenhilfe.

Von Franz Schandl

“In einer immer komplizierter werdenden Welt gibt es ein starkes Bedürfnis nach Klarheit. In einem mehrheitsorientierten Wahlrecht entscheidet der Bürger nicht nur über das Parlament, sondern über die Regierung. Man kann aber auch ein Modell heranziehen, dass die relativ stärkste Partei 50 Prozent und ein Mandat haben soll und der Rest nach dem Proportionalwahlrecht aufgeteilt wird.” So argumentiert der SP-Obmann in “Die Presse” vom 27. Juli 2002.

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31.12.2002 Beitrag drucken

Comeback

Feiert Jörg Haider im Windschatten der Pensionsreform seine Rückkehr auf den Sessel des freiheitlichen Parteichefs?

Von Franz Schandl, Wien

Durchgezogen wird, auch wenn es schief geht. Die anstehende Pensionsreform wird zwar einerseits zu kräftigen Einschnitten bei zukünftigen Pensionen führen, andererseits aber auch die heute Jungen nicht geringfügig belasten. Keineswegs wird dieser Wurf jedoch ausreichen, uns die nächste Novellierung in fünf Jahren zu ersparen. Wenn es nicht noch schneller geht. Erreicht wird höchstens, dass alle gleich unzufrieden sind. “Am Ende werden nur Verlierer sein, außerm Haider”, befindet der einstige SP-Vizekanzler und nunmehrige Großindustrielle, Hannes Androsch.

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31.12.2002 Beitrag drucken

Das unendliche Ende des Jörg Haider

Kampf den freiheitlichen Vasallen

Von Franz Schandl, Wien

Dass diese Reprisen nicht fad werden. Wiederholung reiht sich an Wiederholung und es ist kein Ende in Sicht. Auch wenn das von Jörg Haider einmal mehr lautstark verkündet wird. Ob die wegen der Hochwasserschäden zurückgestellte Steuerreform früher oder später kommen soll – so die eigentliche Differenz – ist dabei völlig nebensächlich. Diese ist Anlaß, nicht Grund der freiheitlichen Zerwürfnisse. In diesem Sommertheater sind sogar die verheerenden Überschwemmungen abgesoffen.

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31.12.2002 Beitrag drucken

Ins schwarze Loch

Wer hätte das gedacht. Die Meinungsumfragen lagen ja stark daneben. Aber wir noch mehr. – Erste Überlegungen zum fulminanten Wahlsieg der Volkspartei

Von Franz Schandl

Kann man solche Ergebnisse eigentlich noch erklären? Man tut sich schwer und darf es doch nicht lassen. Es gibt keinen rationalen Grund für diesen Sieg, folglich muss es viele “irrationale” geben. Psychologie, ja Psychopathologie sind gefragt.

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31.12.2002 Beitrag drucken

Überreif und überfällig

Ob die österreichischen Grünen regierungsreif sind, ist hierzulande eine der meist gestellten Fragen der letzten Jahre. Nicht nur Antworten können blöd sein.

Von Franz Schandl

Gleich wie in Deutschland werden sie uns beweisen, dass sie inzwischen alles gelernt haben, wogegen sie einst aufmuckten. Wenn sie dürfen. Die Domestizierung der grünen Partei ist längst abgeschlossen und die Frage der Reife ist bloß ein falscher Hall untergegangner Zeiten. Niemand führt uns die Senilität des politischen Systems so eindrucksvoll vor Augen. Daher: Ab in die Ämter! Her mit den Posten! Was sonst soll anstehen? Überreif sind sie! Ja, überfällig!

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31.12.2002 Beitrag drucken

Rot-Grün oder Schüssel

Wird der sozialdemokratische Spitzenkandidat Alfred Gusenbauer den Wechsel schaffen oder schafft ihn diese Nationalratswahl gleich selbst ab?

Von Franz Schandl

In Österreich spitzt sich in der Endphase des Wahlkampfs alles auf das Kanzlerduell Wolfgang Schüssel (ÖVP) gegen Alfred Gusenbauer (SPÖ) zu. Kanzler Schüssel wird zweifellos der große Zugewinner dieses Wahlgangs sein, der große Profiteur der sich halbierenden Freiheitlichen. Dass Haider über sich selbst, seine Anhängerschaft und seine internen Kontrahenten gestolpert ist, kümmert kaum. Schüssel ist es vielmehr gelungen, sich als der große Haider-Bezwinger zu profilieren. (vgl. Freitag 44) Das suggeriert Stärke und Potenz, denn bisher schien es ja, als sei kein Kraut gegen die Haiderei gewachsen. Noch dazu hat der Kanzler den in der Bevölkerung beliebtesten freiheitlichen Minister, den jungen Karl-Heinz Grasser, in sein Team geholt. Die FPÖ schäumt, die ÖVP jubelt.

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31.12.2002 Beitrag drucken

Lagerhaus!

Verruf zu den Nationalratswahlen in Österreich

Franz Schandl

Rot-Grün gegen Schwarz-Blau, das ist nicht Lager gegen Lager. Das Lager ist das selbige, es ist das österreichische Lagerhaus. Ende November steht, anders als von beiden Seiten suggeriert, keine Richtungsentscheidung ins Haus, denn die Richtung ist vorgegeben: Sozialabbau, Ausländerfeindlichkeit, Standortsicherung.

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31.12.2002 Beitrag drucken

Der programmierte Verlierer

Franz Schandl

Wie der heißt, wissen alle, nur wie groß die Verluste sein werden, darüber wird noch spekuliert. Der 45jährige Landwirt und jetzige FPÖ-Verkehrsminister Mathias Reichhold, hat ein Amt übernommen, das in dieser Situation eigentlich niemand mehr haben wollte. Einer aber hat sich hergeben müssen, und so nahm man halt den Hias. Dass er zum Zug gekommen ist, liegt hauptsächlich daran, dass er sich in den innerparteilichen Kämpfen nicht positioniert zu hat. Er blieb gut Freund mit Haider, solidarisierte sich aber auch mit der Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer. Dass er sich nicht exponierte, disponierte ihn geradezu zum idealen Kandidaten für den Vorsitz einer Partei in der Phase ihres zwischenzeitlichen Absturzes. So lautet das Geheimnis des nunmehrigen freiheitlichen Spitzenkandidaten.

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31.12.2002 Beitrag drucken

Abblitzen nach dem Blitzsieg

ÖSTERREICH: Nach der Entmachtung der freiheitlichen Parteispitze durch Jörg Haider und dem von der christlichsozialen ÖVP vollzogenen Koalitionsbruch stehen im November Neuwahlen ins Haus

Franz Schandl

Ausgangspunkt der jetzigen Situation war folgender: Wäre die FPÖ diesen eher konturlosen Regierungskurs weitergefahren, sie hätte nach den letzten Wahlgängen auch die nächsten verloren. Und zwar deutlich. Ohne Jörg Haider ist die FPÖ eine rechtsliberale, vor allem unaufregende Partei, die halt ihr Geschäft erledigt. Ab und zu wird gepöbelt, aber eigentlich wird getan, was Regierungen in Europa so tun. Wollte man also nicht den koalitionären Verlierer abgeben, dann war ein Strategiewechsel unumgänglich. Mit dem schwarz-blauen Schmeichelkurs der Vizekanzlerin waren keine Wahlerfolge machbar. Jörg Haider hat das realisiert und auf seine Weise zum Gegenstand gemacht.

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31.12.2001 Beitrag drucken

Führern, showen, publiken

Om Jörg Haider och de honom kringsvärmande elementen

Franz Schandl

Känd blev Klaus Ottomeyer framför allt genom sin 1977 publicerade studie “Ökonomische Zwänge und menschliche Beziehungen” (‘ekonomiska tvång och mänskliga förhållanden’), som tidstypiskt nådde en hög pocketbokupplaga. Han föddes i Frankfurt am Main 1949 och är sedan 1983 professor i socialpsykologi i österrikiska Klagenfurt. Jörg Haiders uppsving har han således upplevt på nära håll. Främst under senare år har denne forskare försökt genomlysa socialpsykologiska aspekter av fenomenet Haider. Två band, “Die Haider-Show” och det tillsammans med Harald Goldmann och Hannes Krall författade häftet “Jörg Haider und seine Publikum”, är föremål för följande reflexioner.

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31.12.2001 Beitrag drucken

Doa a quem doer

Franz Schandl

A bem ver, já pouco resta à Áustria dessa incómoda neutralidade. Agora, porém, trata-se de lhe dar o golpe de misericórdia. A fatal série de actos de terror nos EUA constitui para muitos o tão esperado pretexto. Finalmente. Agora, nada deve constranger-nos. Não podemos ser neutros! Quem o diz é o chanceler (ÖVP). Temos de ser solidários! Diz o ministro da defesa (FPÖ). A Áustria de algum modo tem de entrar em cena, assim a boa nova nacional. Também aqui, dizemos: Toca a marchar sobre Cabul!

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31.12.2001 Beitrag drucken

Inifinite Justice

de Franz Schandl

Os projectos mais hediondos pedem o vocabulário mais fantástico. E como nada é tão fantástico como a raiva, a raiva assassina encontra-se tão bem cotada nos dias que correm. Trata-se de uma verdadeira epidemia à escala planetária. Infinite justice, justiça infinita, afinal, só pode ser entendido no sentido de que na morte todos são iguais. É esta última que agora importa espalhar. “A justiça será feita”, diz Bush e recomenda-se como a espada afiada dos seus valores que têm de ser os nossos. Onde se começa a rezar, pára o pensamento. Mas afinal é para isso mesmo que serve a fé, seja em Deus ou no dinheiro, ou em ambos.

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31.12.2001 Beitrag drucken

Explanações terminológicas THE ROAD TO NOWHERE

De Franz Schandl

Enduring freedom é como, afinal, se chama o novo campeão de vendas da administração dos EUA. Não há dúvida que seja mesmo essa a intenção. Não se trata de uma piada, de nenhuma paródia, de nenhum mau filme. É a sério. E á mortal. Um Domingo destes foi dado o tiro de partida.

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31.12.1998 Beitrag drucken

Kant und Hegel vor dem Sexshop

Zeitversetztes Zerwürfnis zweier Zufrühgekommener. Zusammengestückelt

von Franz Schandl*

nigsberg, Mai 1799. Der junge Hegel besucht den alten Kant. Beim Spazierengehen stoßen der abgehende und der angehende Philosoph zufällig auf ein temporär irrtümlich um viele Jahre zu früh plaziertes Pornogeschäft. Mehr als verwundert bleiben sie davor stehen, betrachten die in einer Auslage ausgestellten Bilder und Gegenstände. Nach einigen Momenten der Sprachlosigkeit entspinnt sich zwischen den beiden folgender aufschlußreiche Dialog.

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31.12.1994 Beitrag drucken

Final do direito

Hipóteses sobre a extinção de um princípio formal do Ocidente

Por Franz Schandl

1. O Capitalismo exige hoje um ritmo que os seus princípios formais já não conseguem acompanhar. Não foram feitos para esta velocidade. O desenvolvimento das forças produtivas e as formações sociais colidem, ou entram mesmo em colapso, haja em vista as economias em colapso por todo o mundo, seja em África, na América Latina ou no Leste da Europa. O que se perfila não é a universalização da Democracia e do Direito, mas a sua limitação. O sistema triunfante perde cada vez mais terreno e revela-se cada vez mais como decadente. O populismo da Direita que também grassa no centro do Capitalismo Democrático, a redução das forças democráticas tradicionais a nada (hoje a Itália, amanhã a França, depois de amanhã onde se verá), mostra claramente o fenómeno de esfacelamento das Democracias Ocidentais e dos seus princípios burgueses formais.

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