03.03.2021  Beitrag drucken

Digitalisierung, Klimaschutz und Radikale Arbeitszeitverkürzung

Wie die Gewerkschaften in die Offensive kommen können. Und wie sie sich dafür verändern müssen.

Online- Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Donnerstag, 15. April 2021, 20 Uhr
Eine Veranstaltung des DGB Bildungswerks Bayern
Zugangsdaten hier

Klima- und Coronakrise offenbaren, dass das herrschende Wirtschaftssystem existentiellen Herausforderungen nicht gewachsen ist. Unendliches Wachstum ist ihm wichtiger als Mensch und Natur, maximaler Profit wichtiger als Gesundheit und Lebensqualität, steigende Aktienkurse wichtiger als das Leben künftiger Generationen.

Immer weniger Menschen glauben an den Kapitalismus und wissen, dass es „nicht so weitergehen“ kann. Aber der Ausstieg ist schwer. Solange unser Lebensunterhalt vom Verkauf unserer Arbeitskraft abhängt, sitzen wir in der Falle: Geht es nämlich nicht „so weiter“, ist unser Einkommen gefährdet, von dem wir leben.

Die Überwindung der Wirtschaftsweise, die uns in diese Sackgasse geführt hat, ist buchstäblich zu einer Frage des Überlebens geworden. Was immer als unhinterfragbar galt, ist zu hinterfragen. Eine grundlegende Neuorientierung ist angesagt. Denn eine ökologisch und sozial nachhaltige Gesellschaft ist machbar. Klimaschutz und radikale Arbeitszeitverkürzung sind möglich. Und gerade die Digitalisierung, die heute so vielen Angst macht, kann, richtig genutzt, wertvolle Beiträge dafür leisten.

Wenn Gewerkschaften den Dreiklang Digitalisierung, Klimaschutz und Arbeitszeitverkürzung auf ihre Fahnen schreiben, können sie in die gesellschaftspolitische Offensive gelangen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass auch sie selbst nicht mehr „so weitermachen“ wie bisher. Wollen sie wieder erfolgreich sein, müssen sie sich tiefgreifend verändern, über den kapitalistischen Tellerrand hinausschauen und die Teilhabe aller am gesellschaftlichen Reichtum neu denken.

Lothar Galow-Bergemann, ehemaliger Personalrat im Klinikum Stuttgart, schreibt u.a. für konkret, Jungle World und emafrie.de