DIE KRISE DER WARENGESELLSCHAFT
Viertes Kapitel des Buches von Anselm Jappe: Die Abenteuer der Ware (Unrast Verlag 2005)
Die Krise des Werts
Eine Produktionsweise wie der Feudalismus, die organisiert ist, um die Bedürfnisse und die Launen der herrschenden Schichten zu befriedigen, kann viele Fehler aufweisen, aber nie so zerstörerisch und selbstzerstörerisch sein wie die vom »automatischen Subjekt« gelenkte Gesellschaft. Ein System, das nicht tautologisch, sondern auf einen Zweck ausgerichtet ist, findet stets seine Schranke und seinen Gleichgewichtspunkt. Man kann sicher sagen, dass alle bisherigen Gesellschaften blind gewesen seien. Keine hat wirklich bewusst über ihre Kräfte verfügt und ist frei von fetischistischer Vermittlung gewesen. Aber im Vergleich zur kapitalistischen Gesellschaft wiesen sie nur eine schwache Dynamik auf. Die moderne Gesellschaft ist so gefährlich, weil sie einer starken Dynamik unterliegt, die sie nicht zu kontrollieren vermag, da sie ganz und gar ihrem fetischistischen Medium ausgeliefert ist.



