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22.10.2021  Beitrag drucken

Die Explosion der Wohnkosten

Warum sie stattfindet und was ihr entgegenzusetzen ist

Vortrag und Diskussion mit Peter Samol
Dortmund, Dienstag, 2. November 19:00 Uhr
Buchladen „Black Pigeon“, Scharnhorststraße 50

Ein Dach über dem Kopf ist ein menschliches Grundbedürfnis. Aber
bezahlbaren Wohnraum zu finden, ist für Gering- und Normalverdiener*innen
in Ballungszentren wie Berlin, Frankfurt, Hamburg und in vielen anderen
anderen großen Städten zu einem gravierenden Problem geworden. Seit
Jahren folgen die Preise am Immobilienmarkt einem ungebrochenen
Aufwärtstrend. Mittlerweile geht dieser sogar auf die mittelgroßen Städte
über.
Immobilien haben in der Warenwelt eine Sonderstellung inne: Sie sind zugleich
Anlageobjekte und lebenswichtige Gebrauchsgüter. Diese Kombination findet sich
bei keiner anderen Ware. Während hohe Preise für typische andere Anlageobjekte –
etwa Aktien, Gold oder neuerdings auch Kryptowährungen – niemanden stören, die
nicht in sie investiert, haben hohe Immobilienpreise gravierende Folgen für Normal-
und Geringverdiener*innen, die auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind.
Wie ist es dazu gekommen? Alles fing mit den enormen Geldmengen an, die in
den letzten beiden Jahrzehnten wiederholt zur Krisenbekämpfung in die Welt gesetzt
wurden. Dieses Geld sucht ständig nach attraktiven Anlagemöglichkeiten. Aber
Aktien, Gold und Co. sind mittlerweile überbewertet und daher nicht mehr besonders
attraktiv. Daher drängt das Geld massenhaft in den Immobiliensektor und treibt hier
speziell die Bodenpreise in ungeahnte Höhen. Das wiederum macht den Bau von
bezahlbarem Wohnraum betriebswirtschaftlich uninteressant. Geboten ist für die
Wohnungsunternehmen vielmehr die Errichtung von Wohnungen für Vermögende,
um mit den Miet- bzw. Verkaufseinnahmen die Anschaffungspreise für das Bauland
wieder herein zu holen.
Was ist angesichts dieser Lage zu tun? Ein bundesweiter Mietendeckel wäre eine
kurzfristige Lösung. Langfristig sollte aber der Boden dem Markt entzogen werden,
denn er ist der Haupttreiber der Immobilienkosten. Stattdessen sollte Bauland vom
Staat in Erbpacht vergeben werden. Ferner wäre zu überlegen, ob Wohnraum nicht in
erster Linie durch Genossenschaften, zweckgebundene Stiftungen und andere
gemeinnützige Träger verwaltet werden sollte.

Dr. Peter Samol ist Soziologe und freier Journalist. Schreibt Bücher und für die
Wochenzeitung „Jungle World“ sowie für die Zeitschriften „Streifzüge“ (Wien) und
„Krisis“ (Nürnberg). Wohnt mit seiner Familie in Herford/NRW zur Miete.


22.10.2021  Beitrag drucken

Naturerkenntnis und warengesellschaftliche Denkform

Online-Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe LeMonADe – Letzter Montag: Analysen und Debatten.

Montag, 25. Oktober 2021 19.00 Uhr

Das Politikversagen angesichts der Klimakrise hat dazu geführt, dass die Naturwissenschaften als eine Art Gegenautorität angerufen werden. Populäre Naturwissenschaftler*innen erfreuen sich als Mahner*innen in den Medien immer größerer Beliebtheit und auch Fridays for Future fordert von der Politik endlich auf die Wissenschaft zu hören. Die Funktionsweise und der Charakter naturwissenschaftlicher Erkenntnis bleiben dabei aber selbst unhinterfragt.

Schuld an der bedingungslosen Zerstörung der Natur haben nicht nur Wirtschaft und Staat, sondern auch der naturwissenschaftliche Blick auf die Wirklichkeit fügt sich in den Gesamtprozess einer auf Selbstzerstörung hinauslaufenden Naturbemächtigung ein. Einerseits ermöglicht uns die naturwissenschaftliche Weltsicht erst die Erkenntnis gesellschaftlicher Herausforderungen wie der Klimakrise. Doch andererseits ist sie selbst von den Imperativen der kapitalistischen Gesellschaftsform geprägt. Wie genau es um diese Prägung bestellt ist, soll in dieser Veranstaltung diskutiert werden.

Vortrag und Diskussion mit Nick Gietinger.


05.10.2021  Beitrag drucken

Querdenker? Wirklich?

Warum Menschen haarsträubenden Unfug glauben

Online-Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Mittwoch, 13. Oktober 2021, 18.00 Uhr

Eine Veranstaltung im Rahmen der Kritischen Orientierungswochen an der FU Berlin

Zoom-Meeting beitreten Meeting-ID: 886 1260 6927 Kenncode: 899591

Seitdem es die Covid-19-Pandemie gibt, fabulieren Menschen von von einer „Diktatur“ und Geheimplänen bösartiger Milliardäre. Sie glauben, sie seien gierigen, mächtigen und dunklen Kräften ausgeliefert und befänden sich im legitimen Widerstand. Immer häufiger äußert sich auch offener Antisemitismus, der „den Juden“ unterstellt, die eigentlichen Drahtzieher des Bösen zu sein. Weiterlesen »