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22.12.2021  Beitrag drucken

Werden wir jetzt alle Millionäre?

Ein Werkstattgespräch zur Frage der Inflation

mit Ernst Lohoff, Samuel Küppers und Peter Samol

Mo. 31. Januar, 19:00 Uhr

Online im Rahmen der Veranstaltungsreihe LeMonADe
(Letzter Montag Analysen und Debatten)

Wir benutzen die Videosoftware Zoom für die Veranstaltung. Um dich einzuwählen kannst du diese Daten nutzen:

https://us02web.zoom.us/j/81413610945?pwd=Z0hXTXdSeTA0N2greFVEdDlZVXZJUT09

Meeting-ID: 814 1361 0945; Kenncode: 344914

Lange Zeit war das Wort Inflation aus der öffentlichen Debatte weitgehend verschwunden. Im letzten Jahr hat sich das schlagartig geändert und jeder und jede führt es im Munde. Kein Wunder: Vierzig Jahre Sinkflug der Inflationsraten in den kapitalistischen Kernstaaten gingen schlagartig zu Ende. Stattdessen ziehen die Verbraucherpreise kräftig an.

Die Auslöser des akuten Inflationsschubs liegen mehr oder minder auf der Hand. Die Energiepreise sind, nachdem sie zusammen mit der Weltwirtschaft im ersten Pandemiejahr eingebrochen waren, 2021 steil nach oben geschossen. Hinzu kommen die pandemiebedingt gerissenen Lieferketten. Aber wie sieht die weitere Perspektive aus? Bleibt der Inflationsschub nur ein Intermezzo oder ist er Auftakt eines neuen Zeitalters galoppierender Geldentwertung?

Die bürgerlichen Ökonomen zeigen sich tief gespalten. Nach der in wirtschaftstheologischen Kreisen seit jeher beliebten Quantitätstheorie hängt der Wert des Geldes vom Verhältnis der Geldmenge zu den gehandelten Gütermarktwaren ab. Die Geldmenge, insbesondere die Zentralbankgeldmenge, explodiert.

Droht also eine Hyperinflation? Faktisch enteilt die Geldmenge bereits seit Jahrzehnten dem Wachstum der „Realökonomie“. Das ging jedoch mit einer sinkenden statt mit einer steigenden Inflationsrate einher. Ist die Doktrin, die sich derart an der Wirklichkeit blamiert hat, unter dem Einfluss des Virus plötzlich richtig geworden? Oder ist die exzessive „Geldschöpfung“ der Zentralbanken eher Symptom für ein viel tiefer liegendes Problem? Inwiefern helfen uns die gängigen Inflationstheorien bei der Einschätzung der künftigen Entwicklung weiter?

Hat der Krisis-Autor Ernst Lohoff recht, wenn er der bürgerlichen Ökonomie insgesamt ein geldtheoretisches Totalversagen attestiert und aus diesem Grund zweifelt, dass sie zum Thema Inflation überhaupt sinnvolle Aussagen treffen kann? Die Marx´sche Krisentheorie dagegen ist eigentlich auf klassische Deflationskrisen ausgelegt. Wie muss man nun die Marx´sche Geldtheorie weiterentwickeln, damit sie für die Analyse des modernen Geldwesens und seiner inflationären Tendenzen taugt? Fragen über Fragen, die Samuel Küppers,  Ernst Lohoff und Peter Samol in einem Werkstattgespräch diskutieren wollen.

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit SJD – Die Falken Niedersachsen und der Bildungsvereinigung Arbeit & Leben Niedersachsen.