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Beiträge zur Kritik der Warengesellschaft

Krisis 21/22 (1998)

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Krisis 21/22 — Editorial

Erstellt von admin am 31. Dezember 1998

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Zur Dialektik von Mangel und Überfluss

Erstellt von admin am 31. Dezember 1998

erschienen in: Krisis 21/22

Ernst Lohoff

Einleitendes

Der Mensch ist bekanntlich ein bedürftiges Wesen. Er kann nicht leben, ohne mit seinesgleichen wie mit der ihn umgebenden äußeren Natur in Beziehung zu treten. Die Aneignung von Natur ist dabei wesentlich an deren Umwandlung gebunden. Erst menschliche Aktivität kann dem vorgefundenen Naturstoff ein vielgliedriges und ausdifferenziertes Ensemble menschlicher Genußgegenstände abgewinnen. Gesellschaftliche Reproduktion schließt in diesem Sinne notwendig ein produktives Moment ein.

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Dekonstruktion als Gesellschaftskritik

Erstellt von admin am 31. Dezember 1998

Derrida über Marx und die neue Weltordnung (1)

J. Derrida, Spectres de Marx; dt. Ausgabe: “Marx’ Gespenster - Der verschuldete Staat, die Trauerarbeit und die neue Internationale”, Fischer TB, Frankfurt 1995

erschienen in: Krisis 21/22

Moishe Postone

Mit seiner wichtigen theoretischen und politischen Intervention “Marx’ Gespenster” versucht Derrida, eine der Welt nach 1989 angemessene Gesellschaftskritik zu formulieren(2).

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Der Positivismus entdeckt das Erlebnis

Erstellt von admin am 31. Dezember 1998

Oder: Wie die Soziologie die Gesellschaft aus einem Hut zaubert, dessen Krempe ihr offenbar über Augen und Ohren reicht, wenn sie ihn aufhat

Erschienen in: Krisis 21/22

Roger Behrens

Richard Sennetts Buch “Der flexible Mensch. Die Kultur des neuen Kapitalismus” ist, grob gesagt, eine Enttäuschung. Leer bleibt das Versprechen, welches der Autor mit dem Titel seines Buches und nicht zuletzt mit seinem Namen suggeriert, nämlich eine originelle und genaue Reflexion auf gegenwärtige Umbruchsituationen und Verdichtungen kapitalistischer Verhältnisse vorzulegen. Statt dessen ist über weite Strecken des Buches überhaupt fraglich, ob es sich um analytische Reflexion im wissenschaftlichen Sinne handelt, geschweige denn, daß die im Titel sich ankündigende Brisanz des Themas (”. . . neuer Kapitalismus . . .”, “. . . flexibler Mensch . . .”) in irgendeiner Form eingeholt wird. Vielmehr bedient sich Sennett des Beiklangs, der im Titel nun auch mitschwingt; schon die Originalausgabe klang mit ihrem Titel “The Corrosion of Charakter” verdächtig nach Sensation oder nach Ratgeber, also nach Orientierungshilfe, die die Soziologie der Massenleserschaft populär anbietet, aber wohl doch als Popularisierung des Soziologischen für sich selber gedacht hat. Sennett wechselt damit die Fronten - ein konsequenter Schritt, nachdem er ja schon vor rund einem Jahr das “Ende der Soziologie” ausgerufen hatte - und tauscht Forschungspraxis mit Öffentlichkeitsarbeit. Treu bleibt Sennett sich allerdings in dem Gestus der Tatsachengläubigkeit, immer mit der Priese Abenteuerlust gewürzt, die nach wie vor der methodische Abhub des Positivismus ist. Nur statt Foucaultschem “fröhlichen Positivismus” genealogischer Unmittelbarkeit, der problematisch genug war, gilt jetzt der lustige Positivismus journalistisch nachgezeichneter Biographie, mit Hang zum Selbstinszenatorischen - ein Verfahren, das vermutlich bei Richard Rorty sein Vorbild hat. Die Fadheit der Tatsachen, die der Positivismus den Dokumenten entreißt, wird mit dem Erlebnis abgeschmeckt - und als überzogene Erlebnisserei schließlich abgeschmackt.

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“In einem evakuierten Gefäß fällt eine Flaumfeder …”

Erstellt von admin am 31. Dezember 1998

Zur Frage, wie sich dieses Gesetz unter Bedingungen des tendenziellen Falls der Profitrate verhält

Erschienen in: Krisis 21/22

Roger Behrens

Es heißt im “Vorwort zur Neuauflage” von Peter Bulthaups Zur gesellschaftlichen Funktion der Naturwissenschaften einleitend: “Unter dem Titel ‘Technikfolgenabschätzung’ wird gegenwärtig eine Diskussion geführt, in der die Folgen der industriellen Entwicklung als Kriterien erscheinen, nach denen diese Entwicklung zu steuern sei . . . Moralische Vertretbarkeit und ökologische Minimalschädigung haben sich an der ökonomischen Standortsicherung zu messen, die im allfälligen Zweifelsfall alle moralischen und ökologischen Bedenken niederschlägt . . . Die Aktualität dieser Schrift verdankt sich dem Fortbestehen eines Zustands, in dem die gesellschaftliche Funktion der Naturwissenschaft nicht darin besteht, ‘die Mühseligkeit der menschlichen Existenz zu erleichtern’.” (S. 7f.) Das Buch erschien in seiner ersten Auflage Anfang der 70er Jahre bei Suhrkamp; damit griff es seinerzeit in jene Diskussionen ein, die sowohl von kritisch-theoretischer Seite, etwa Marcuses Eindimensionaler Mensch, wie auch von konservativer Seite (genannt seien Schelsky und Gehlen) soziologisch den gesellschaftlichen Stellenwert der Naturwissenschaften im Zuge der Technisierung der Produktion und des Alltagslebens einzuordnen versuchten. Maßgeblich galt dann als Resultat dieser Diskussionen Jürgen Habermas’ Aufsatzsammlung Technik und Wissenschaft als ‘Ideologie’ (Frankfurt/M. 1968), vor allem der gleichnamige Text sowie “Technischer Fortschritt und soziale Lebenswelt”. Obgleich Habermas nur peripher zitiert wird, kann Bulthaups Schrift als heimliche Auseinandersetzung mit der Technik und Wissenschaft als ‘Ideologie’ gelesen werden, also als Diskussion der Thesen, daß erstens eine Verschmelzung von Technik und Herrschaft stattfindet, daß zweitens Wissenschaft und Technik zur entscheidenden Produktivkraft geraten, daß drittens eine Verwissenschaftlichung von Technik stattfindet, die viertens der Technologie eine ideologische und mithin legitimatorische Funktion überantwortet, was fünftens zu einer Eleminierung des Unterschieds von Praxis und Technik führe (freilich sind aus den Habermasschen Texten noch mehr Thesen herauszulesen, doch scheinen die erwähnten fünf für den Kontext der Bulthaupschen Untersuchung die wichtigsten zu sein).

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Information und Entformation

Erstellt von admin am 31. Dezember 1998

Zur Kritik der kulturindustriellen Bewußtseins-, Stimmungs- und Meinungslagen

erschienen in: Krisis 21/22

Franz Schandl

Die wohl wichtigste Frage, warum die meisten Menschen sich den medialen Schwachsinn nicht nur einziehen, sondern auch ganz selbstverständlich ernstnehmen (anstatt etwa in befreiendes Lachen auszubrechen), ist bis heute nicht zufriedenstellend beantwortet. Und doch kann und soll gesagt werden, daß dieser freiwillig-zwanghafte Konsum mit der sozialen Dimensionierung der Menschen als bürgerliche Gesellschaftsmitglieder zu tun haben muß. Ihre geistigen und ideellen Bestimmungen, ihre materiellen und zeitlichen Begrenzungen sind wohl der Schlüssel zu Analyse und Kritik.

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Krisis 21/22 — Inhalt

Erstellt von admin am 31. Dezember 1998

Editorial

Claus Peter Ortlieb: Bewußtlose Objektivität. Aspekte einer Kritik der mathematischen Naturwissenschaft

Ernst Lohoff: Zur Dialektik von Mangel und Überfluß

Roswitha Scholz: Die Verwilderung des Patriarchats in der Postmoderne

Moishe Postone: Dekonstruktion als Gesellschaftskritik. Derrida über Marx und die Neue Weltordnung

Robert Bösch: Über eine Theorie des Mangels. Zur Psychoanalyse von Jacques Lacan (Teil 1)

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