von Carla Ostermayer
aus: Johanna Niendorf/Fiona Kalkstein/Henriette Rodemerk/Charlotte Höcker (Eds.),
Antifeminismus und Provinzialität (61-80). Bielefeld: transcript Verlag.
Wir danken den Herausgeberinnen für die Erlaubnis zur Publikation an dieser Stelle.
»Die Klimahysterie ist weiblich« (Klein 2019) titelt der rechte und verschwörungsideologische Blog SciencesFiles in einem Artikel, der die Klimakrise leugnet. Der Autor behauptet darin, dass für die »Genderista« der »Klimawandel männlich« sei. Empirisch lasse sich dagegen feststellen, dass die »Klimahysterie« weiblich sei, schließlich nähmen vor allem Frauen an den Demos von Fridays for Future teil. Zudem gebe es keine empirischen Belege für eine Klimakrise. Der Artikel verbindet die überwiegend weiblichen Klimaaktivist*innen und die ›hysterische Einstellung‹, entgegen allen angeblichen empirischen Fakten an die Klimakrise zu ›glauben‹. Das misogyne Konzept der ›Hysterie‹, das mit Weiblichkeit, Emotionalität und fehlender Rationalität verknüpft ist, wird einer vernünftigen, rationalen und damit männlich konnotierten Perspektive gegenübergestellt. Mit dem Begriff »Genderista« wird zudem ein direkter Bezug auf die antifeministische Abarbeitung am Konzept Gender hergestellt. Der Artikel verbindet also Misogynie, antifeministische Narrative und Skeptizismus gegenüber der Klimakrise.
Diese Verknüpfung wird auch im Umgang mit weiblichen Klimaaktivist* innen häufig sichtbar. Sie werden oft mit misogynen Aussagen und gegen sie gerichteten Gewaltfantasien adressiert (Behrensen 2020: 4) […]