31.12.1999  Beitrag drucken

Feierabend! Elf Attacken gegen die Arbeit

Robert Kurz, Ernst Lohoff, Norbert Trenkle (Hg.)

Je offensichtlicher es wird, daß die Tage der Vollbeschäftigung vorbei sind und die Arbeitsgesellschaft an ihre historische Grenze stößt, desto lauter ertönt der Ruf nach ihrer Rettung. Sozialdemokraten und Rechtsradikale, Unternehmerverbände und Gewerkschaften, Neoliberale und die Apologeten eines Jobwunders im Dienstleistungssektor, sie alle sind sich einig: Die Arbeit darf nicht sterben. Jeder hält Rezepte bereit. Doch keines davon wird die Vollbeschäftigung zurückbringen, sie alle laufen nur auf die weitere Spaltung des Arbeitsmarkts in Normal- und Billglohnjobs hinaus.

Diesem neuen Fundamentalismus setzen die AutorInnen eine grundsätzliche Kritik des Begriffs der Arbeit entgegen. Arbeit ist für sie keine überhistorische Kategorie, keine Bedingung für die menschliche Existenz. Sie ist eine gesellschaftliche Tätigkeit unter den Verhältnissen moderner Warenproduktion – eine Tätigkeit, die heute zunehmend obsolet wird.

Diese Erkenntnis eröffnet einen neuen Ansatz der Kritik kapitalistischer Gesellschaften, der auch den Arbeitsfetischismus des traditionellen Marxismus – „Die Müßiggänger schiebt beiseite“ – überwindet. Es geht nicht um die Rettung der Arbeit, sondern um deren Aufhebung. Erschienen im: KONKRET LITERATUR VERLAG

DAS BUCH IST VERGRIFFEN!!!! Darum haben wir das Buch hier komplett online veröffentlicht. Entweder als PDF-Dokument (826 KB) oder als HTML-Seiten:

Vorwort

Die Diktatur der abstrakten Zeit. Arbeit als eine Verhaltensstörung der ModerneRobert Kurz

„Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“. Zur Sub- und inneren Kolonialgeschichte der Arbeitsgesellschaft Götz Eisenberg

Vom Verwesen der Arbeit — Franz Schandl

Die Müßiggängerinnen schiebt beiseite! Zum Verhältnis von Geschlecht und Arbeit im Feminismus — Roswitha Scholz

Es rettet Euch kein Billiglohn! Die Illusion vom Elends- und Dienstleistungskapitalismus — Norbert Trenkle

Hilfe zur Zwangsarbeit. Aus den Annalen der bundesdeutschen Sozialverwaltung — Martin Massip/Ernst Lohoff

Der Mensch als Unternehmer seiner Arbeitskraft. Bildungsdiskussion zwischen Leistungswahn, Standortkonkurrenz und Individualisierung — Karl-Heinz Wedel

Arbeitskult und Wirklichkeit. Streiflichter aus der real existierent habenden DDR — Gerd Bedszent

Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte rückwärts. Von der „Neuen Arbeit“ zurück zur „Alten Arbeit“ — Volker Hildebrandt

Zuckerguß für eine bittere Pille. Zur Diskussion um das garantierte Mindesteinkommen — Ernst Lohoff

Die Aufhebung der Arbeit. Ein anderer Blick in das Jenseits des Kapitalismus Norbert Trenkle und Robert Kurz

Siehe auch:

Manifest gegen die Arbeit

Gruppe Krisis