31.12.2002  Beitrag drucken

Wegbereiter der Wertkritik: Roman Rosdolsky

Streifzüge 1/2002

von Anselm Jappe

Es ist eher eine Seltenheit, wenn ein marxistisches Werk 35 Jahre nach seinem Erscheinen noch übersetzt, verkauft, gelesen und diskutiert wird. So geschieht es mit Roman Rosdolskys Zur Entstehungsgeschichte des Marxschen „Kapital“. Der Rohentwurf des Kapital 1857- 1858 . Es ist kürzlich eine Übersetzung in Brasilien erschienen, deren Urheber der bekannte, wenngleich umstrittene Intellektuelle Cesar Benjamin ist. Allein in Fortaleza, wo die Gruppe „Part“, die sich seit längerem für Wertkritik interessiert, den Vertrieb organisiert hat, sind 200 Exemplare weggegangen. Und dabei handelt es sich keinesfalls um eine kurzweilige Lektüre. Aber trotz aller Gelehrsamkeit ist dieses umfangreiche Werk nicht nur als historisches Dokument interessant, sondern bleibt bis heute eine der besten Einführungen in Marx‘ Werk; gleichzeitig hat es dazu beigetragen, die theoretischen Grundlagen der Wertkritik zu schaffen.

Die wenigen zur Verfügung stehenden biographischen Informationen lassen vermuten, dass Rosdolskys Leben nicht das glücklichste war: er war stets der falsche Mann am falschen Ort. 1898 im damals österreichischen Lemberg geboren, wurde er während des ersten Weltkrieges Sozialist. Nach einem Studium in Prag und Wien und Tätigkeit in der kommunistischen Partei arbeitete er an der Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA) mit, bis Stalin 1931 beschloß, das Unternehmen, und nachher auch so manchen seiner Mitarbeiter, zu liquidieren. 1934 kehrte er ins polnisch gewordene Lemberg zurück, wo er an der Universität arbeitete und ein trotzkistisches Organ herausgab.

1942 verhafteten ihn die Nazis, und er kam in verschiedene Konzentrationslager, sogar nach Auschwitz. Nach dem Krieg befürchtete er, von den Stalinisten verschleppt zu werden, und emigrierte deshalb 1947 in die Vereinigten Staaten. Dort muss das Leben für einen Marxisten nicht gerade lustig gewesen sein, und er selbst erwähnt, wie schwierig es für ihn war, sich Studientexte zu beschaffen. Er blieb beinah unbekannt und starb im Oktober 1967 in Detroit, gerade vor der internationalen Wiedergeburt eines heterodoxen intellektuellen Marxismus, die ihn vermutlich gefreut hätte. Er ist auch Verfasser mehrer, offenbar z. T. unveröffentlichter Schriften über die „Nationalitätenfrage“ und die Geschichte Osteuropas und Österreichs, von denen einige in den letzten Jahren Beachtung gefunden haben. Ein Teil seines Nachlasses – unter anderem sein Briefwechsel mit Karl Korsch, Paul Mattick und Isaac Deutscher – befindet sich im Amsterdamer Institut für Sozialforschung. Eine Biographie und eine Werkausgabe wären wünschenswert.

Die auf deutsch geschriebene Entstehungsgeschichte, auf die er offenbar viele Jahre einsamer Meditation verwandt hat, erschien 1968 bei der Europäischen Verlagsanstalt und wurde in den Jahren danach mehrmals nachgedruckt, allerdings ohne die Anhänge. Auf Italienisch erschien das Buch 1971, auf Französisch (nur der erste Band) 1976, auf Englisch 1977, auf Spanisch 1978. Es hat überall die besten Marx-Interpretationen der „Neuen Linken“ beeinflußt. 1

Rosdolskys Verdienst erscheint um so größer, als er sich auf beinah kein marxistisches Werk seiner Zeit stützen konnte, sondern offenbar zu seinen Schlußfolgerungen durch seine bloße Lektüre der Marxschen Texte gelangt ist. In Wirklichkeit ist sein Buch keine „Interpretation“, sondern ein sehr textnaher Kommentar der Grundrisse. Rosdolsky verschwindet dabei beinah vollständig hinter seinem Studienobjekt. Aber warum hat ein über weite Strecken so schwerfällig gelehrtes Werk, das in mancher Hinsicht durchaus dem Traditionsmarxismus verhaftet bleibt, eine so wichtige Rolle bei der Wiedergeburt der sozialen Kritik spielen können? Vor allem deshalb, weil es dazu beigetragen hat, die Hegelsche Dimension in Marx‘ Werk frei zu legen. Rosdolsky beruft sich auf Lukács damals halbvergessenes Werk Geschichte und Klassenbewusstsein und zitiert sogar Isaac Rubin, als dieser im Westen völlig unbekannt war. Zwar fehlte es in den fünfziger und sechziger Jahren nicht an hegelianisierenden Marxinterpretationen. Aber es handelte sich dabei (vor allem in Italien) im allgemeinen um historistische Auffassungen, denen zufolge Marx‘ Hegelismus darin bestand, eine Teleologie verkündet zu haben, die den schließlichen Sieg des Proletariats (oder wenigstens der Kommunistischen Partei) als Ergebnis einer historischen Gesetzmäßigkeit garantierte. Das bedeutete, gerade den schlechtesten Aspekt von Hegels Philosophie in Marx wiederfinden zu wollen.

Rosdolsky entschied sich für eine andere Herangehensweise: er untersuchte die Grundrisse. Diese waren zum ersten Mal 1939 in Moskau auf Deutsch und Russisch veröffentlicht worden, was nicht gerade ein günstiger Zeitpunkt war. Erst nach einer ostdeutschen Ausgabe 1953 begannen sie, eine – weiterhin sehr beschränkte – Verbreitung zu finden (Adorno zitiert sie immerhin in der Negativen Dialektik). Aber niemand erkannte damals ihre Bedeutung: sie galten als ein reines Vorbereitungsmanuskript für Das Kapital und damit als diesem nicht ebenbürtig – ein bloßes Studienobjekt für Philologen und Haarspalter. Rosdolskys Buch ist der erste zusammenhängende Kommentar der Grundrisse; es zeigt, wie viel diese der Hegelschen Form- Inhalt-Dialektik verdanken, vor allem bei der Behandlung des Werts. Nach und nach zählt Rosdolsky die Hegelschen Elemente bei Marx auf: die Gegenüberstellung von „An sich“ und „Gesetztsein“, der Gebrauch der Begriffe „Allgemeinheit, Besonderheit“ und „Einzelheit“, der Unterschied zwischen Wesen und Erscheinung, der Unterschied zwischen Grenze und Schranke, die Kategorie der Vermittlung. 2

Rosdolsky greift eine seinerzeit so vernachlässigte Kategorie wie die der „abstrakten Arbeit“ auf und unterstreicht, dass die abstrakte Arbeit nicht mit der gesellschaftlich notwendigen Arbeit identisch ist, weil diese nur die quantitative und nicht die qualitative Seite des Problems betrifft (Zur Entstehungsgeschichte, Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt a. M. 1968, 1973, S. 151). Er war nicht nur einer der ersten, die an die Bedeutung des Gebrauchswerts bei Marx erinnert haben, sondern er hat auch sehr gut dessen von vielen Marxisten vernachlässigte Rolle auf den verschiedenen Ebenen der Marxschen Analyse zusammengefaßt (S. 98-124). Andererseits formulierte er anläßlich einer Stelle aus Marcuses Reason and Revolution eine Kritik am Hochspielen des Gebrauchswerts zum antikapitalistischen Pol der Vergesellschaftung, die erst nach Rosdolskys Zeit richtig aktuell werden sollte: Marx sagt nirgends, „dass im Kapitalismus die Gebrauchswerte nur ,stoffliche Träger des Tauschwerts‘, sondern, dass sie es ,zugleich‘ (23/50) sind, und das sind ganz verschiedene Dinge. Und schließlich stellte sich Marx keinesfalls die Aufgabe, gegen die ,kapitalistische Behandlung der Gebrauchswerte‘ anzuknüpfen [wie es Marcuse will], sondern die der kapitalistischen (und der Warenproduktion überhaupt) eigentümliche Tatsache, dass die Gebrauchswerte, um menschliche Bedürfnisse befriedigen zu können, sich zuerst als Tauschwerte bewähren müssen, wissenschaftlich zu erklären“ (S. 100).

Anders als die Traditionsmarxisten sieht Rosdolsky in den erscheinenden Widersprüchen der kapitalistischen Wirklichkeit keine bloßen Mystifizierungen, sondern den Ausdruck wirklicher Widersprüche. So schreibt er, was den „Widerspruch zwischen der besondren Natur der Ware als Produkt und ihrer allgemeinen Natur als Tauschwert“ angeht: „Weit entfernt davon, eine erkünstelte ,metaphysische Konstruktion‘ zu sein, stellt vielmehr der erwähnte Widerspruch die allgemeinste Form dar, worin sich die wirklichen Daseinsbedingungen und Entwicklungstendenzen der bürgerlichen Wirtschaftsordnung zusammenfassen. Er ist in der Tat nur ein andrer Ausdruck dafür, dass in einer Gesellschaft von atomisierten Privatproduzenten die Arbeit des einzelnen nicht unmittelbar gesellschaftlich ist (noch sein kann), sondern sich erst durch Verneinung ihrer selbst, ihres ursprünglichen Charakters, als solche erweisen muss“ (S. 148-149). Ein solcher Begriff des „Realwiderspruchs“ ist sehr wichtig, um zu verstehen, dass der Warenfetischismus kein reines Bewusstseinsphänomen ist, sondern ein reales.

Bemerkenswert ist es, dass Rosdolsky das Geld als fetischistische Kategorie erkannte: „Mit der Geldbildung ist das Phänomen des Warenfetischismus eng verbunden“ (S. 154). Er schreibt: „Der Warenfetischismus und die Geldbildung sind (was in den Lehrbüchern der marxistischen Ökonomie gewöhnlich übersehen wird) nur zwei verschiedene Aspekte einer und derselben Tatsache: dass in der warenproduzierenden Gesellschaft ,die Austauschbarkeit der Dinge als ein Ding neben ihr, … als etwas von ihr Verschiednes‘, mit ihr ,nicht unmittelbar Identisches‘ existiert (42/82), dass also der Wert sich den Waren gegenüber verselbständigen muss. Daraus folgt aber, dass beide Phänomene von der Warenproduktion unzertrennlich sind, dass die warenproduzierende Gesellschaft ebensowenig imstande ist, vom Gelde loszukommen, wie den ,mystischen Nebelschleier‘ zu zerreißen, der ihr die wahre Gestalt des materiellen Produktionsprozesses verdeckt“ (S. 160-161). Rosdolsky entdeckt hier, dass für Marx die Verdopplung der gesellschaftlichen Wirklichkeit die Grundlage der Wertlogik bildet.

Unerhört für die Zeit vor 1968 war es, daran zu erinnern, dass Marx keine „politische Ökonomie“ geschrieben hat, und dass diese selber eine fetischistische Kategorie ist. Es „fehlt bei all diesen Ökonomen das klare Bewusstsein, dass es sich in der Ökonomie überhaupt um verdinglichte Kategorien handelt, dass die verkehrte Art und Weise, worin sich die gesellschaftlichen Verhältnisse in der kapitalistischen Produktion darstellen, notwendig aus dem Wesen dieser Produktion selbst entspringen. Wäre aber dieses Bewusstsein bei ihnen vorhanden, dann hätten sie nicht mehr ,Nationalökonomie‘ als solche, sondern vielmehr im Sinne von Marx eine ,Kritik der Nationalökonomie‘ getrieben“ (S. 516).

Der Unterschied zwischen historischer und logischer Entwicklung des Kapitals bei Marx, den andere dann in den siebziger Jahren als die letzte Neuigkeit präsentieren sollten, war bereits von Rosdolsky hervorgehoben worden: laut ihm ist „die ursprüngliche Akkumulation ein das Kapitalverhältnis selbst konstituierendes Element und daher ,im Begriff des Kapitals enthalten'“; das Kapitel des Kapitals zur ursprünglichen Akkumulation sei deshalb nicht nur ein historischer Exkurs, wie sogar Rosa Luxemburg meinte (S. 327). Allerding könne die logische Ableitung der Kategorien keinesfalls unabhängig von der historischen erfolgen; deshalb habe Marx mit der Ware begonnen, und nicht, wie noch in dem Plan vom 2. 4. 1858 vorgesehen, mit dem Wert (S. 144). Auch die Behauptung, Marx decke im Warenaustausch als „Zelle“ die Keime aller Widersprüche der modernen Gesellschaft auf, findet sich bereits bei Rosdolsky, wofür er sogar Lenin als Kronzeugen anführt (S. 165).

Eine wirkliche Krisentheorie fehlt bei Rosdolsky, er scheint der Theorie von der Unterkonsumtion als entscheidendem Krisenfaktor anzuhängen und spricht vom „Widerspruch zwischen dem schrankenlosen Trieb der Kapitalverwertung und der beschränkten Konsumtionskraft der kapitalistischen Gesellschaft“ (S. 392-393), was immerhin, wie er betont, schon zu viel für viele der damaligen Marxisten war. Die Grundrisse-Stelle 42/642 legt er als „Zusammenbruchsprognose“ aus und schreibt: „Die Behauptung, Marx hätte keine ,Zusammenbruchstheorie‘ aufgestellt, ist wohl vor allem auf die revisionistische Auslegung des Marxschen ökonomischen Systems vor und nach dem ersten Weltkrieg zurückzuführen. In dieser Hinsicht kann das theoretische Verdienst Rosa Luxemburgs und Henryk Grossmanns nicht hoch genug eingeschätzt werden“ (S. 449).

Manchmal stoßen die kritische Analyse und der Traditionsmarxismus bei ihm hart aufeinander. Einerseits heißt es: „Auch dann wird freilich nicht die Arbeit als solche, sondern nur die Mehrarbeit der Massen zugunsten und unter dem Kommando Weniger verschwinden“ (S. 504); der Zeitmessung werde es stets bedürfen. Aber im selben Zusammenhang spricht er davon, dass es im Sozialismus kein Wertgesetz geben könne, die Arbeitzeit dort stark verringert werden müsse, die Arbeit attraktiv „im Sinne Fouriers und Owens“ sein werde und dass – immerhin – „nicht nur die überlieferte Arbeitsteilung mit ihrer Scheidung der Menschen in ,manuelle‘ und ,geistige‘ Arbeiter in Wegfall kommen, sondern auch der Unterschied zwischen der Arbeits- und der Mußezeit den ihm jetzt anhaftenden Charakter der Gegensätzlichkeit verlieren [werde], da die Arbeitszeit und Mußezeit sich immer mehr nähern und einander ergänzen werden“ (S. 507), womit er sich dem Problem der Aufhebung der Sphärentrennung annähert.

Wichtig sind auch die philologischen Ausführungen Rosdolskys zur Entstehung des Kapitals: er zeigt, dass Marx, im Vergleich zu seinen ursprünglichen Plänen, gerade einmal bis zum Beginn der Behandlung der empirischen Phänomene gelangt ist. Er hat nur den Teil über das „Kapital im allgemeinen“ verwirklicht. Dieser war natürlich bei weitem der wichtigste und enthielt bereits viele empirische Abschweifungen. Mit dem „Kapital im allgemeinen“ (was nicht mit dem Einzelkapital identisch ist) hat Marx den „Begriff“ des Kapitals untersucht, und keineswegs die Effekte der Konkurrenz. Auch die begrifflichen Zusammenfassungen der empirischen Einzelwesen erlangen eine eigene Realität. So schreibt Rosdolsky über Marx‘ Kategorie des „Gesamtkapitals“, es sei „als ein Ganzes, als eine ,reelle Existenz im Unterschiede von den besondren reellen Kapitalien‘ aufzufassen“ (S. 69). Er hat den Unterschied von „allgemein“ und „gemeinschaftlich“ in Marx‘ Terminologie geklärt: „In der Marxschen Terminologie (das gilt besonders für den jungen Marx) ist das ,Allgemeine‘ keineswegs mit dem ,Gemeinschaftlichen‘ identisch, sondern bezeichnet vielmehr das, was – in einer Gesellschaft von atomisierten Privatbesitzern – aus dem Zusammenstoß des ,gemeinschaftlichen‘ und des ,besonderen‘ Interesses entsteht“ (S. 493). Rosdolsky stellt auch die Schwächen der Grundrisse gegenüber dem Kapital heraus: in den Grundrissen war Marx‘ Gelddefinition noch schwankend, und an einigen Stellen fasste er das Geld überhaupt, nicht nur das Papiergeld, als reines Wertzeichen oder Symbol auf (z. B. 42/80 und 42/100) statt als Repräsentation, wie es ab Zur Kritik geschah (S. 142-143). Das Geld als „Maßstab der Preise“ ist in den Grundrissen nur angedeutet, und Marx leitet dort das „Geld als Geld“ noch vom Kreislauf G-W-G ab, und nicht, wie dann in Zur Kritik, vom Kreislauf W-G-W (S. 192).

Rosdolsky wagt sich beinah nie auf das Gebiet der praktischen Konsequenzen der Marxschen Theorie. Aber er hat diejenigen Aspekte bei Marx neuentdeckt, welche heute die Versuche anregen, aus der Wertlogik herauszukommen. Vielleicht keine andere Stelle Rosdolskys ist so aktuell wie die, wo er – als einer der ersten3– die Bedeutung jener Seiten der Grundrisse unterstreicht, die verkünden, dass es die kapitalistische Entwicklung selber sein wird, die den Wert – und damit die Arbeit – als Grundlage der kapitalistischen Gesellschaft aufheben wird. Heute berufen sich viele auf diese Seiten, um damit alles mögliche zu beweisen. Rosdolsky nennt sie, mit berechtigtem Pathos, „Ausführungen, die – obgleich vor mehr als hundert Jahren geschrieben – heute nur mit verhaltenem Atem gelesen werden können, weil sie eine der kühnsten Visionen des menschlichen Geistes enthalten“ (S. 500).


1 Diethard Behrens schrieb 1993 im Rückblick: „Erst in den 60er Jahren begann eine Debatte um die Marxsche Theorie erneut. Diesmal auch verstärkt unter methodischen Gesichtspunkten. Den entscheidenden Anstoß in der deutschsprachigen Literatur hat dafür Rosdolsky gegeben“ (D. Behrens (Hg. ), Gesellschaft und Erkenntnis, Ça-ira-Verlag, Freiburg 1993, p. 130). Kornelia Hafner hingegen meint in demselben Buch: „Bezeichnend für die Gebrauchswertdebatte ist, das das seit 1968 vorliegende Werk von Roman Rosdolsky über die ,Grundrisse‘ offenbar nicht rezipiert, jedenfalls nicht in die Überlegungen einbezogen wurde. [. .. ] Aber die ,trockene‘ Marx-Philologie des Genossen Rosdolsky [. .. ] hatte für die studentenbewegten Marx-Rezipienten anscheinend etwas Verstaubtes und daher Abwegiges“ (idem, S. 85- 86).

2 Hiroshi Uchida findet allerdings im „Vorwort“ zu seinem Marxs Grundrisse and Hegels Logic, Routledge, London und Boston 1988, dass Rosdolskys Behandlung dieses Themas unzureichend sei.

3 Neben Marcuse, Der eindimensionale Mensch, Luchterhand, Darmstadt und Neuwied 1967, 1979 , S. 55-56.