20.12.2018  Beitrag drucken

„Der ganz normale Betriebsunfall. Viermal Marx zur globalen Finanzkrise“

Im Dietz Verlag ist eine Kontroverse zur Krisenanalyse erschienen. Es diskutieren Ernst Lohoff, Maria Kader, Ralf Krämer und Günther Sandleben

Sabine Nuss (Hrsg.): Der ganz normale Betriebsunfall. Viermal Marx zur globalen Finanzkrise

144 Seiten, Broschur.
ISBN 978-3-320-02350-8
Karl Dietz Verlag Berlin GmbH 2018

Am 15 . September 2008 meldete die Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz an. Sie löste damit eine der schwersten Finanzkrisen des 20. Jahrhunderts aus. Noch immer ist nicht ausgemacht, ob die Krise überwunden ist oder die Wirtschaft stagniert. Die herrschende Ökonomie seinerzeit war ratlos, vermehrt wurde wieder Marx zitiert. Hatte er doch recht gehabt?

Nun ist zwar für Marxisten eine Krise keine Überraschung, sondern Teil des Systems, jedoch wird bis heute über die Ursachen gestritten. Das »Aufblähen« des Finanzmarktsektors, steigende Verschuldung des Staates und der privaten Haushalte, realwirtschaftliche Prozesse, wie zunehmende Ungleichheit und über Jahrzehnte gesunkene Löhne – das sind einige der in der Debatte gehandelten potenziellen Krisenursachen. Der vorliegende Band bringt vier Ansätze miteinander ins Gespräch. Ergeben die vier Ansätze am Ende trotz aller Widersprüche eine kohärente Krisenerklärung? Wie weit kommt man dabei mit Marx und wo befinden wir uns heute, zehn Jahre später?

Es diskutieren: Maria Kader, Ralf Krämer, Günther Sandleben und Ernst Lohoff.

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung: Stephan Kaufmann: Die Krise 2007 – 2009

II. Vier Standpunkte: Die Krisen des Kapitalismus – Ursachen und Auslöser

  1. Maria Kader: Money for nothing … Kapitalistische Wachstumsversprechen als Illusion
  2. Ralf Krämer: Wie die Finanzblase an der Realwirtschaft platzt. Kapitalistische Produktion und ihre Krisenhaftigkeit
  3. Guenther Sandleben: Wenn die Wirtschaft aus den Fugen springt. Ursachen, Verlauf und Bedeutung
    der großen Krise von 2008
  4. Ernst Lohoff: Der inverse Kapitalismus. Das Zeitalter des fiktiven Kapitals

III. Vier Entgegnungen: Die Realsphäre und die Finanzsphäre – ein schwieriges Verhältnis

VI. Ein Streitgespräch