Mit Vorträgen von Aylin Bademsoy, Leo Roepert und Minh Schredle
Online über Zoom: https://us02web.zoom.us/j/86715301947?pwd=IXbU1Httpsu41Asvipb7YLbnm0DAHQ.1
Dienstag 27. Oktober, 19:00 Uhr
Kein bloßer Westimport. Moderner Antisemitismus in der Peripherie am Beispiel der Türkei
Aylin Bademsoy
Dienstag 3. November, 19:00 Uhr
Die Natur des bürgerlichen Subjekts. Zu Genese und Formwandel des modernen Rassismus
Leo Roepert
Donnerstag 12. November, 19:00 Uhr
Die religiöse Rechte im Krisenprozess
Minh Schredle
Infos zu den Vorträgen:
Kein bloßer Westimport. Moderner Antisemitismus in der Peripherie am Beispiel der Türkei
Aylin Bademsoy
Die Vorstellung, dass sich der Antisemitismus wie jede andere Ware importieren und exportieren ließe, ist bis in den linken Diskurs hinein weit verbreitet. Dieser Ansicht zufolge sei der Antisemitismus zunächst aus seiner europäischen Wiege in den Nahen Osten und in die weitere Peripherie gewandert und kehre jetzt im Huckepack der Flüchtlinge und Migranten wieder zurück in seine Heimatstätte. Um solch verkürzten Vorstellungen von Antisemitismus entgegenzuwirken, wird in diesem Vortrag der Versuch unternommen, seine Grundideologeme erneut und vor allem im globalen Kontext zu beleuchten. Der türkische Antisemitismus und seine Wandlungen gelten dabei als Paradebeispiel für den Übergang zum „modernen“ Antisemitismus im Rahmen der kapitalistischen Vergesellschaftung in der Peripherie. Hier spiegelt sich nämlich der Übergang von den klassischen antijudaistischen Tropen hin zum jüdischen homo economicus als Personifikation des automatischen Subjekts besonders deutlich wider.
Die Natur des bürgerlichen Subjekts. Zu Genese und Formwandel des modernen Rassismus
Leo Roepert
Der Vortrag untersucht die Ursprünge und den Wandel des Rassismus vor dem Hintergrund der Durchsetzungs- und Krisengeschichte des Kapitals und der bürgerlichen Gesellschaft. Angefangen beim kolonial geprägten Rassismus der Frühmoderne, über die Verwissenschaftlichung des Rassismus in der Epoche der Aufklärung, den völkisch-biologischen Rassismus und Antisemitismus des 19. und frühen 20. Jahrhunderts bis hin zum „identitären“ und „kulturalistischen“ Rassismus der Gegenwart wird nachgezeichnet, wie sich rassistische Denkweisen historisch verändert haben und in welchem Verhältnis sie zur Konstitution und zu den Identitätsbedürfnissen des bürgerlichen Subjekts stehen. Zudem sollen neuere marxistische Rassismustheorien („Racial Capitalism“) einer kritischen Betrachtung unterzogen werden.
Die religiöse Rechte im Krisenprozess
Minh Schredle
Ankündigungstext folgt

